Hindenburg auf neue Höhen
annaberlin (Anna Sita Zinn), Veröffentlicht am 07.02.2011, 07:00
Erschreckend groß - die Hindenburg
© RTL
Die Einflüsse waren unverkennbar: Schon die erste Szene war mit rockigem Pop unterlegt, welches sich eher an Tocotronik-Kenner richtete als an graubärtige Geschichtslehrer, die seit Jahrzehnten versuchen, den Schülern die Gräuel von Goebbels und Hitler näherzubringen. Dramaturgisch einem gewissen Blockbuster namens Titanic folgend wurde versucht, das Unglück der Hindenburg nachzuerzählen, wobei sich fiktiver Erklärungsmodelle bedient wurde, die manch einer als verschwörungstheoretisch verurteilen könnte. Eine über die gesellschaftlichen Klassen hinwegreichende romantische Liebesgeschichte, viele Special Effekte und etliche Nebenfiguren trugen zwar einerseits zu wirklich guter Unterhaltung bei, verhinderten aber andererseits auch ein wenig das vollständige Eintauchen in das Setting des Jahres 1937.
Wie war Teil 1 der Hindenburg – Hier kommentieren
Über 10 Millionen Euro hatte sich RTL die Eigenproduktion kosten lassen – so viel wie nie zuvor in Köln für einen deutschen Fernsehfilm ausgegeben wurde. Natürlich sah man das Budget dem Streifen auch an. Auch wenn sich die Effekte nicht mit großen Kino-Blockbustern messen lassen können: Für das deutsche Fernsehen gab Hindenburg spektakuläre Eindrücke davon, wie die zivile Luftfahrt gewesen war und hätte bleiben können, wäre die LZ 129 nicht am 6. Mai 1937 verunglückt und hätte damit die noch so frische Ära gleich wieder mitbegraben. Offensichtlich wurde dem Produzenten Sascha Schwingel eine Mission eingetrichtert, die bei RTL nicht wirklich auf der Tagesordnung steht: Qualität zu liefern.
Foto-Show: die Bilder zum RTL-Blockbuster Hindenburg</a
Man engagierte also Regisseur Philipp Kadelbach (Das Geheimnis der Wale mit Veronica Ferres) und stellte eine internationale Crew zusammen, die auf englisch drehte. Pro Drehtag enstand so eine Minute Filmzeit mit Stars wie Greta Scacchi, Stacy Keach sowie die aus CSI bekannte Lauren Lee Smith. Die deutsche Fernsehelite – von Heiner Lauterbach, Hannes Jaenicke, Wotan Wilke Möhring bis zu Christiane Paul und Ulrich Noethen waren sie alle dabei – hatte mitzuziehen und sprach ebenso englisch. Der etwas unbekanntere Maximilian Simonischek machte seine Sache dabei ziemlich gut und harmonierte mit Lauren Lee Smith. Eine beachtliche Leistung legte übrigens Hannes Jaenicke als Variété-Künstler im weißen Anzug ab.
Der erste Teil der Hindenburg sorgte also allemal dafür, dass beim zweiten Teil auch viele wieder einschalten möchten.
Und was sagt ihr: Darf Teil eins der Hindenburg als Erfolg gewertet werden?
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Kommentare
über Hindenburg auf neue Höhen
Fialar Mon, 07 Feb 2011 17:54:22 -0000
Kommentar löschenDie Band heißt übrigens Tocotronic und offenbar ist der Autor kein Kenner ...
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KlohauZ Mon, 07 Feb 2011 20:27:52 -0000
Antwort löschenIch als "tocotronic-Kenner" verbitte mir hiermit als Zielgruppe für derartigen Dreck verunglimpft zu werden. Mon dieu...
DennisQ Mon, 07 Feb 2011 15:13:31 -0000
Kommentar löschenWenns nicht so traurig wär, wärs schon wieder zum Lachen. Da gibt RTL, ein deutscher TV Sender, einen Film für deutsche Zuseher in Auftrag und der Film wird auf Englisch gedreht!? Ich habe mich wirklich auf den Film gefreut... und dann das Entsetzen. Der Film wurde synchronisiert und das auch noch extrem schlecht. Warum werden dann überhaupt noch deutsche Filme gedreht, wenn sie erst wieder synchronisiert werden - zB auch Iron Doors 3D? Dann genügen doch die Filme aus Hollywood, die teilweise doch besser sind. Ist das die endgültige Kapitulation des deutschen Films bzw. Kinos vor Hollywood und den engl.sprachigen Produktionen? Die zaghaften Fortschritte und Entwicklungen der letzten Jahre in Deutschland lösen sich in Luft auf?
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fabel Mon, 07 Feb 2011 15:06:07 -0000
Kommentar löschenGrandiose Bilder, tolle Szenenbilder, super Ausstattung meets Gammelfleisch von einer Geschichte. Wir haben die flüchtigen Juden, die Liebenden, die zwielichtigen Nazischergen (alle natürlich modisch so aussehend wie man sich sie vorstellt), die Künstler, die sich natürlich gegen das System auflehnen, die falschen Freunde, die fiesen Industriellen, kleine Kinder, große Kinder und Justus von Dohnányi, dessen Rolle aber irgendwie nur aus bloßem Herumtrödeln besteht.
Simonischek spielt ein Solo als Bombensuchkommando und flüchtiger Mörder, der Andreas Pietschmann auf dem Gewissen hat. Letzterer ist Bombenleger und Verschwörer aus Leidenschaft. Ulrich Noethen eröffnet fortan ein Mördersuchkommando, angeführt vom ehemals besten Freund Simonischscheks, Hinnerk Schönnemann.
Ein wenig Whodunit in hohen Lüften. Fast allen Figuren steht "Verdächtig" auf der Stirn geschrieben. Dem schmierigen Jaenicke über den Pierre Besson mit üblicher Brille auf der Nase, wie es sich für Juden gehört, bis hin zum Möhring, dessen Dasein ebenso geheimnisvoll ist, wie das, der Industriellenfrau. Nö, nö, nö. Nochmals nö!
Diese Dramaturgie ist überzogen, die Figuren aus dem Kasten zusammengewürfelt, die Geschichte konstruiert bis zum geht nicht mehr und die Nachsynchro zeigt, dass nicht nur Diane Krüger daran scheitert, sich selbst nachzuahmen. Die Leistungen sind zwar recht ordentlich, die Synchro ist aber echt mies.
Warum aber dann plötzlich in einem Film Musik ertönt, die ohne Frage aber erst weniger Jährchen auf dem Buckel hat, darauf werden wohl höchstens die Produzenten eine Antwort drauf wissen ... stelle sich mal einer vor, bei GLADIATOR wäre auf einmal Bushido aus den Boxen gekommen ...
Was bleibt ist die freudige Erkenntnis, dass die Optik echt brillant ist - unglaublich stark für eine TV-Produktion. Dabei wurde aber vergessen, dem Ganzen eine ordentliche Backgroundgeschichte mit auf dem Weg zu geben. So Ists eine solide gespielte Verschwörungsstory geworden, die seine Reize besitzt, aber in den Konstellationen untereinander sich verheddert in einem Sumpf voller Zwielichtigkeit, wirrer Konstruktionen und den üblichen Zutaten.
Nicht gänzlich uncharmant, sogar trotz eines im Voraus zu erahnenden Ende recht spannend geraten.
Ich werde wieder einschalten, schon alleine um zu sehen, aus welchem Grund Justus von Dohnányi seinen Hintern auf die Hindenburg gesetzt hat.
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Pigmalion Mon, 07 Feb 2011 14:13:16 -0000
Kommentar löschenVieleicht hätte ein Gastauftritt von Bruno Ganz den Trash gerettet.
"Wenn die Überschwemmung des deutschen Filmmarktes mit billigen US Katastrophenfilmen nicht eingestellt wird wird ab 5 Uhr zurückgefilmt!"
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dendrobates Mon, 07 Feb 2011 11:51:45 -0000
Kommentar löschenScheiss Sender . Scheiss Film. War zu erwarten.
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Murphante Mon, 07 Feb 2011 11:11:09 -0000
Kommentar löschenAlso so wie ich hier das alles lese ...
scheint es wohl so ... ich hab nix verpasst ... ach jaaa
dann war mein gestriger DvD Abend wohl spannender
mit dem Film [REC] ... Zombies machen eh mehr Spaß
wer weiß wie dieser neue Film wird "Iron Sky"
da nehmen die Nazis mit Ufos den Mond ein ...
da werden sicherlich auch viele auf ihre Kosten kommen ^^
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Pherano Mon, 07 Feb 2011 09:57:23 -0000
Kommentar löschenSOOOO EIN MÜLL! Aber sauber gemacht RTL. Noch nie habt ihr mich so genervt mit eurem Müll wie "Ich bin ein Star, holt mich hier raus, DSDS, Supertalent" und halt jetzt die supergeile Kacke: Die "Hindenburg"! Sage und schreibe 7x in zwei Stunden Werbung-Satt mit dem Rotz. Und das die Story langweilig wird, war vorhersehbar. Was ich nur geil finde ist, das manche Leute sich den Scheiß auch noch angucken. ICH AUF JEDEN FALL NICHT! Denn mit ihrer Werbung, wollte RTL einfach nur ihre Kack-Einnahmen wieder zurück. Dann guck ich mir doch lieber zehnmal Titanic an anstatt diesen Deppen noch Geld in der Hintern zu schieben!
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Pherano Tue, 08 Feb 2011 10:59:38 -0000
Antwort löschenAch, verdient RTL durch Werbung etwa nicht dazu wenn dieser Rotz im Fernseher läuft?
CarrionFairy Mon, 07 Feb 2011 09:42:37 -0000
Kommentar löschenblablablablabla, blubbblubbblubb, hindenburg, blablablabla, special effects, blablablabla, nazis, blubbblubbblubb...
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Passat Mon, 07 Feb 2011 09:22:43 -0000
Kommentar löschenWieder etwas dazugelernt?
Da mühen sich junge Männer ab einen Schulgleiter in die Luft zu bekommen und am Himmel sind im Hintergrund die Kondenzstreifen der Linienmaschinen erkennbar. Gute Arbeit kann man dem Kameramann, Cutter und Regieführenden nicht bescheinigen.
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Jumperman Mon, 07 Feb 2011 09:08:49 -0000
Kommentar löschenWieso muss man einen deutschen Fernsehfilm auf Englisch drehen und dann synchronisieren? So dass er sich schließlich in keinem Aspekt von einem US-Import unterscheiden lässt? (vielleicht gerade deswegen!)
Dass man auch Originalsprachige Filme ins Ausland verkaufen kann zeigen ja die Franzosen seit Jahrzehnten.
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Dantine Mon, 07 Feb 2011 08:37:31 -0000
Kommentar löschenEa waren einfach zu viele 08/15 Aktionen, die den ganzen Film unglaublich machen! Fehler, die leider in jedem Tatort, oder sonstiger Serie gemacht werden und einen nur den Kopf schütteln lassen. Wirklich gut sind die harten Siskussionen zwischen Crew und SS. Manche Aktionenbleiben plötzlich stecken und werden dadurch noch schwächer.
Historisch sehr schlecht und filmisch schlecht gemachter Film, den auch die guten Schauspieler nicht retten können!
Im Amateurtheater dürften wir so nicht spielen!
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EEgabriel Mon, 07 Feb 2011 08:32:19 -0000
Kommentar löschenRTL ist eben in allen Belangen ein Scheiß-Fernsehsender, wie die anderen Reklame-Ausschütter...!!!!
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Pigmalion Mon, 07 Feb 2011 07:57:50 -0000
Kommentar löschenSehen wir von der Bildungsferne der Story einmal ab, RTL Prime Time ist nun einmal kein Arte Ableger. Die hölzernen heruntergerasselten Dialoge, die Unfähigkeit der Mimen Emotionen und Inhalte zu transportieren und die vollkommen deplatzierten Charaktere waren das grössere Ärgernis. Und der arg konstruierte Attentatszusammenhang, einfach nur lächerlich. Ein Silberstreif am engen Horizont dürfte der gewohnt überzeugende Jaenicke gewesen sein, den Murks zu retten vermag er nicht.
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OttouErika Mon, 07 Feb 2011 07:33:15 -0000
Kommentar löschenStimme zu dass die technische Seite für RTL auf erstaunlichen Niveau ist. Der Film ist auch wohltuend anders als Cobra 11 und ähnlicher Unsinn. Dennoch die Story selber wird in ätzender Langeweile und historisch auch nicht belegbar erzählt. Wer den anschließenden Beitrag gesehen hat, und etwas von Physik versteht hat gesehen und gehört dass die Bombenstory nicht stimmen kann. Passt aber anscheinend in den Zeitgeist, weil wir von Freunden umzingelt sind haben wir soviele Feinde.
Fazit: ein Einteiler hätte gereicht, dass Ende kennen wir ja schon, vielleicht hätte dann für das Geld mehr gemacht werden können.
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Erfolge in Deutschland mit deutschen Filmen hatte doch eh nur Bully....
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