Tagebuch eines Skandals mit Judi Dench und Cate BlanchettBearbeiten
Veröffentlicht am 02.07.2009, 13:00
Tagebuch eines Skandals
© Fox
Wenn zwei große Schauspielerinnen in einem Kammerspiel aufeinandertreffen, werden die Zuschauer nur selten enttäuscht. Tagebuch eines Skandals ist ein Film, der vor allem aufgrund der schauspielerischen Darbietungen der beiden Hauptdarstellerinnen viel Lob eingeheimst hat. Sowohl Judi Dench als auch Cate Blanchett wurden für den Oscar als beste Haupt- und Nebendarstellerin nominiert.
Als neue Kunstlehrerin an der St. George wirbelt die schöne Sheba Hart (Cate Blanchett) den Schulalltag ganz schön auf. Sie verdreht nicht nur den Kopf des jungen Schülers Steven Connolly (Andrew Simpson), sondern auch den der vereinsamten 60jährigen Barbara Covett (Judi Dench), die in Sheba eine potentielle Freundin sieht. Sie ist es auch, die auf einem Schulfest Sheba und den 15jährigen Steven dabei beobachtet, wie sie sich küssen und miteinander schlafen. Dieses Wissen nutzt sie nun als Druckmittel – denn Sheba ist verheiratet und hat Kinder…
Die Kritiker sind bei Veröffentlichung des Films vor mehr als zwei Jahren begeistert gewesen. Peter Bradshaw vom Guardian meint, Tagebuch eines Skandals handele von der explosiven Mischung aus Leidenschaft und sozialer Eifersucht; etwas, was selbst Poeten, Schriftsteller und Filmemacher nur allzu selten erkundet hätten.
Richard Roeper von der Chiago Sun-Times bezeichnet das Paar Dench/Blanchett als das wohl „beeindruckendste Schauspielerinnen-Duo 2006“. Zudem lobt er noch den Briten Bill Nighy, der hier den Ehemann Shebas mimt.
Im Gegensatz dazu steht die Kritik von Verena Lueken in der FAZ. Sie ist enttäuscht: „Gefühle sind reichlich da – Cate Blanchett spielt die Mittelklasse-Bohemienne in einem Wechsel aus moralischer Selbstermächtigung und unschuldiger Überforderung, Judi Dench ihre mütterliche Freundin mit mehr und mehr vampiristischen Zügen und erschreckender Berechnung, und die opernhafte Regie [von müht sich redlich, die Szenen irgendwelchen Höhepunkten aus Schrecken, Lust oder Niedertracht zuzutreiben, es nützt nichts. Am Ende sind alle Figuren verraten worden, und zwar vom Regisseur.“
Positivere Töne schlägt wieder Daniel Sander von SpiegelOnline an: „Der Film von Richard Eyre findet zwar nicht immer den richtigen Ton zwischen Psycho-Thriller und Melodram, doch Judi Denchs kompromisslosen Auftritt als psychopathische Intrigantin aus der Hölle muss man gesehen haben, um ihn zu glauben.“
Tagebuch eines Skandals läuft heute Abend, den 2. Juli 2009, um 23:30 im Ersten.
Cash (Khesrau Behroz) 2009/07/02 13:00:00
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Schön, daß ihr nun nach The Game schon zum zweiten Mal einen meiner absoluten Lieblingsfilme hier vorstellt. Verena Luekens Kritik kann ich absolut nicht nachvollziehen, finde den Film durch und durch überzeugend und fesselnd: Drehbuch, Regie und Schauspieler sowieso. Ich erwähne an dieser Stelle auch mal, daß ich Connolly sehr gut gespielt finde, seine Szenen sind neben denen der beiden Frauen durchaus Höhepunkte.
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