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Following

Following (1998), GB Laufzeit 69 Minuten, FSK 16, Drama, Kriminalfilm, Thriller, Kinostart 17.02.2005


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7.4
Kritiker
23 Bewertungen
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7.5
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1504 Bewertungen
60 Kommentare
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von Christopher Nolan, mit Jeremy Theobald und Jeremy Theobald

Following ist das Regiedebüt von Christopher Nolan und erzählt von einem Voyeur, der an einen Einbrecher gerät und von diesem in dessen Untaten hineingezogen wird.

Der Einzelgänger Bill (Jeremy Theobald) verfolgt willkürlich fremde Menschen quer durch London – unter dem Vorwand, als Schriftsteller zu recherchieren, zunehmend aber aus voyeuristischer Neugier. Einer der Beschatteten stellt Bill zur Rede und überrascht ihn: Cobb (Alex Haw) ist selbst Einbrecher und raubt Wohnungen nicht einfach aus, sondern genießt förmlich die Macht, in den persönlichen Besitztümern der Bewohner zu stöbern und in deren Leben einzudringen. Bill begleitet Cobb bei Einbrüchen und wird immer stärker in etwas hineingezogen, das er nicht kontrollieren kann. Zumal er sich in die attraktive blonde Geliebte (Lucy Russell) einer Unterweltgröße verliebt…

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Following
Genre
Drama, Kriminalfilm, Thriller, Mysterythriller
Ort
London
Handlung
Einbrecher, Gangster, Schriftsteller, Schönheit, Verfolgung, Voyeurismus
Tag
Schwarz Weiß
Verleiher
Flax
Produktionsfirma
A. Syncopy Films production, Next Wave Films

Kritiken (3) — Film: Following

stuforcedyou: Die Drei Muscheln, CinemaFo...

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8.5Ausgezeichnet

„Following“ ist ein bemerkenswerter Film. Trotz seiner Kürze, seiner schwarzweiß Bilder und seines abgetragenen Äußeren wirkt er perfekt komponiert. Ein intelligenter Thriller, der seine eigentliche Komplexität geschickt unter einer einfachen und schnell erzählten Geschichte versteckt. Ein kleines, spannendes Filmjuwel dessen Struktur einige Jahre später in „Memento“ perfektioniert wurde.

13 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

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9.5Herausragend

FOLLOWING ist bestechendes Kino, das in seinen Grundideen sowie in einzelnen Szenen an Hitchcock wie Godard erinnert - und an den Film Noir sowieso: Ganz in Schwarzweiß gedreht, erzählt dieser Thriller eine Geschichte aus der moralischen Grauzone, über geheime Träume, über Lüge und Überwachung, über die Grenze zwischen äußerem Schein und Privatheit. Dabei erinnert Nolans Beschwörung der Großstadtdschungels an die Filme der 40er-Jahre, seine fast dokumentarischen, wenngleich ausgeklügelt inszenierten Bilder an Filme der 60er und 70er.

Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost

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9.0Herausragend

"Following", das bezeichnet nicht nur das seltsame Hobby dieses Mannes, andere zu beschatten. Es schwört auch den Zuschauer als Komplizen mit ein. Und wirft die Frage auf, wie weit wir einer Figur folgen, die nicht unbedingt Sympathieträger ist. [...] "Following" ist ein kleines Kino-Wunder. Gedreht mit ein paar tausend Pfund in Schwarzweiß, über ein ganzes Jahr hinweg, immer am Wochenende, wenn es die Uni zuließ, in den Wohnungen von Freunden, wurde der Film zum Geheimtip der Indie-Szene und zum Renner auf Festivals.

Kritik im Original 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten


Kommentare (57) — Film: Following


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Megaman156

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Christopher Nolans Regiedebüt kommt mit einem Budget von gerade mal 6000$ Dollar daher und muss sich trotzdem nicht hinter seinen Meisterwerken verstecken.
Mit seinem Neo-Noir Thriller beweist er schon 1998 sein geschicktes Händchen für spannende, verzwickte Storys und präsentiert diese für ihn typisch unchronologisch auf verschiedenen Zeitebenen. Zu keiner Sekunde merkt man den Schauspielern an, das es sich dabei lediglich um Leute aus Nolans Familie und Freundeskreis handelt. 70 Minuten geballte Faszination. Für Fans von Memento oder The Prestige ein Pflichtprogramm.

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Line3105

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Bewertung4.0Uninteressant

Nach einem gigantischen Christopher Nolan-DVD-Abend kam ich auf die Idee mal nach zu schauen was der gute Mann noch so gedreht hat. Da stieß ich hier plötzlich auf 'Following'. Hab mir den Film dann auch gleich ausgeliehen....und wurde maßlos enttäuscht. Gut, man muss immer sehen, dass es ein Erstlingswerk ist...aber auch das machte den Film leider nicht besser. Ein zweites Mal schaue ich mir diesen Film mit Sicherheit nicht noch einmal an.

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HellGreetings

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Ist sein unaufgeregtester und bester Film.


MrKatsumi

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Nach 3 Monaten mal wieder einen Film geschaut. Manchmal ist man eben einfach übersättigt. Eine kleine retrospektivische Annäherung im Vorfeld stimmte auf die Projektion des schwarz-weißen Debüts von Nolan ein. In relativ familiärem Rahmen mit wirklich arg reduzierten Mitteln von 6000 Dollar ist dieser ,in meinen Augen, einer von Nolans besten Werken. Der Film ist richtungsweisend und prädestiniert als Beispielfilm für Nolans Art und Weise Filme zu machen. Fesselnd und mit einem ganz Nolan-typischen Doppeltwist besticht der Film hauptsächlich durch seine Atmosphäre. In meinen Augen ist es sogar sein am meisten atmosphärischer Film.
Aber einen kleinen Wink möchte ich noch mitgeben.
Das gute alte Geld. So ein niedriges Budget und so ein toller Film. Ich will jetzt nicht unbedingt vergleiche anbringen, aber es ist definitiv ein für jeden, der Nolan aufmerksam begutachtet, ersichtlicher Trend, dass mit steigendem Budget mehr und mehr der Kern des Filmemachens vernachlässigt wird: Kreativität. Sicherlich hat er (und jetzt vergleiche ich doch) mit Inception seinen ganz persönlichen Stil von Parallelmontagen auf die Spitze getrieben. Aber ich hoffe, dass er mit Interstellar und dem was noch folgt.. wieder auf den Boden seines kreativen Universums findet. Weniger ist mehr, und das sieht man am deutlichsten im wunderbaren "Following".

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Velly

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Den schiebe ich schon seit Monaten vor mir her. Muss den unbedingt mal gucken. Ist der einzige Nolan, der mir noch fehlt.
Dein Kommentar hat ihn auf meiner Must-See-Liste jedenfalls wieder ein Stück nach vorn geschoben.

Und schön, mal wieder was von Dir zu lesen. :-)


MrKatsumi

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War auch bei mir der einzige der noch fehlte. Ist auch der erste Regisseur von dem ich alles gesehen habe. Werd demnächst mal wieder ein bisschen was schreiben, wenn ich was wirklich lesenswertes mitzuteilen habe. :)


Uncut

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Bewertung5.5Geht so

Die Tatsache, dass Following ein für 6.000 Dollar produziertes Erstlingswerk ist, das eine sehr gut geschriebene Geschichte erzählt, hilft dem Film auch nicht über einen wirklich schlechten Cast, unpointierte Dialoge und eine für einen Film Noir viel zu konventionelle Kamera hinweg. Die Femme Fatal wird zu einer Karikatur ihrer selbst (und hat gleichzeitig die schlechteste darstellerische Leistung abbekommen). Zwischenmenschliche Auseinandersetzungen - seien sie physischer oder verbaler Natur - sind spannungsarm umgesetzt. An den richtigen Stellen fehlt es dem Film entweder an Tempo oder er ist da zu schnell erzählt, wo Spannung hätte erzeugt werden können.
Ich bin froh, dass Nolan mit dem genialen Memento ein Quasi-Remake von Following gemacht hat. Die Story hat das gleiche Grundprinzip, bekommt aber ordentliche Darsteller, gute Dialoge und eine nicht durch aufgesetzten Film Noir Stil peinliche Kamera spendiert, was zusammen Memento zu Nolans wohl erwachsensten Film macht.

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SeBBa91

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Wunderbares Erstligswerk des besten Blockbuster-Regisseurs der Welt. Eine stimmige intellektuelle Herausforderung mit unvegesslichem Ende.
Ein echter Nolan eben!

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JonnyvsSherlock

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Endlich habe ich Nolans ersten Spielfilm gesehen! Und ich bin mal wieder posiiv beeindruckt.
Das Drehbuch ist wirklich genial. Eine originelle und spannende Story, grandiose Dialoge und ein verwirrendes Storytelling, dass die Wahrheit erfolgreich über die ersten zwei Drittel kaschiert. (Das wäre vielleicht der einzige Kritikpunkt: Der Twist wird am Ende ein wenig in die Länge gezogen)
Die Atmosphäre ist gelungen und wird von der Musik sehr gut untermalt. Die Schauspieler spielen alle überzeugend, vor allem der Hauptdarsteller.
Man erkennt eindeutig Nolans Handschrift und für einen Debütfilm ist es umso beeindruckender, was man hier aus 6000$ gemacht hat. Hut ab!
Während man zwar einen spannenden Thriller bekommt, sind die Aussagen in den Dialogen über Voyeurismus sehr interessant.
Ein wunderbarer Low-Budget-Thriller!

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seltmansa1991

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Mehr kann man aus 6000$ nicht machen. Hut ab!

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Hauserfritz

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Bewertung7.0Sehenswert

Following zeigt, dass Filme nicht immer 120min+ sein müssen, um interessant zu sein. In der Kürze liegt die Würze. Die sehr spezielle Musik, die an den richtigen Stellen eingesetzt wird, gibt dem Film noch das gewisse Etwas.

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Dani95

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Was hat das eigentlich auf sich mit dem Beobachten? Sind wir denn nicht auch Beobachter, wenn wir die Schauspieler mit all ihren Mimen, Gesten und vor allem ihrem Handeln genauestens verfolgen?

Für mich ist „Following“ ganz klar ein spannender und vor allem intelligenter Thriller mit einer düsteren angepassten Atmosphäre, die durch die schwarz-weiße Optik noch deutlich untermalt wird. Ein Film der auf eine eigene Weise den Menschen selbst darstellt. Besonders seine Privatsphäre aufwirft und damit zum langen Denken anregt.

Mit wenig Aufwand schuf Nolan einen wundervollen, cleveren Film!

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Hagen Hagen

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Bewertung7.0Sehenswert

Schade, dass man von Alex Haw danach nichts mehr gesehen hat. Der hat mir am Besten gefallen.

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heiko.buschhaus

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Das erste Werk des genialen Visionärs Christopher Nolan: Einfach Genial! Der Film holt aus seinen minimalistischen Mittel alles raus, was man nur rausholen kann. Gute Kameraführung gepaar mit einer endgenialen und verzwickten Story, zudem auch noch genial gespielt von den Amateur-Schauspielern. Ein Muss mit gaaaanz viel Anspruch, welches einen in den Ban zieht wie 'Memento'!

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Hurensohn

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blabla eben.


r3sortiane

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Bewertung7.0Sehenswert

Das Erstlingswerk Nolans welches dessen "Berufung zu Höherem" nicht nur durch das im Film aufflammende Talent des Filmemachers, sondern witzigerweise auch durch eine inmitten des Films an irgendeiner Haustür auftauchende kleine Batman-Plakette auszudrücken scheint. Verschwörungstheoretikern ist damit natürlich Tür und Tor geöffnet ...
Einstieg:
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Der Film beginnt mit coolem noisigem Sound, der sich leider im Film etwas zu selten wiederfindet. Die farblose Optik, das hektische städtische Treiben, die eiligen Schritte durch eine menschenbefüllte Fußgängerpassage und vielleicht auch der erste Eindruck vom Protagonisten erinnerten mich kurzzeitig an "Pi" von Aronofski. Allerdings wirklich nur kurzzeitig - schade. Die etwas angespannte Atmosphäre wandelt sich mit den interessanten sozial-philosophischen Fragestellungen und macht der beginnenden Handlung des Films Platz - sinngemäß: "Haben Sie schon einmal in einem Fußballstadion den Blick durch die Menge schweifen lassen und sind irgendwann plötzlich an einer einzelnen Figur hängen geblieben? Einfach weil irgendetwas an diesem Menschen mit einem Mal Ihre Aufmerksamkeit erregt und Ihren Blick an ihn gefesselt hat? In diesem Moment tritt diese Person aus der Masse hervor und wird für Sie zu einem Individuum." "Following" beschäftigt sich anfangs mit genau dieser Aufhebung der Anonymität des Individuums in der Masse - jedoch nicht etwa zufällig, nein völlig absichtlich und gezielt: Der voyeuristische Genuss des ungehinderten Eindringens in die Privatsphäre eines Fremden.
Verlauf:
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Im weiteren Verlauf verlässt der Film ein wenig den eingeschlagenen philosophisch-sozialpsychologischen Weg und widmet sich stärker der mehr oder weniger zufälligen Verstrickung erst zweier, dann dreier, später indirekt vierer Personen. Auf drei verschiedenen Zeitebenen erzählt der Film uns eine Geschichte von geschickter Manipulation, Ausnutzung und Intrige. Das Ineinandergreifen der zeitlichen Bruchstücke funktioniert zwar nicht im Sinne eines "Augenöffners", aber es funktioniert immerhin. Über längere Passagen hinweg droht "Following" ein wenig in der Tristesse der Belanglosigkeit zu versinken, schafft aber angesichts der interessanten optischen Aufbereitung und des mit dem Anfang geweckten Interesses gerade nocheinmal die Biege.
Ende und Fazit:
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Die zeitweise etwas verwirrende Erzählweise mit Rück- und Vorblenden, angesichts derer man sich so manches Mal fragt, welcher Strang denn nun der gegenwärtige ist, löst sich gen Ende doch in einigen interessanten Überraschungen auf. Ob es sich dafür lohnt, den mäßigen Mittelbau des Films "auszuhalten", muss jeder selbst entscheiden. Meiner Meinung nach tut es das. Im Ganzen überzeugte mich "Following" gar nicht mal so sehr aufgrund seiner listigen Geschichte sondern vielmehr angesichts seiner außerordentlichen, stilistisch irgendwie auffälligen und nostalgisch anmutenden Wirkung. Beschreiben könnte man sie vielleicht als Atmosphärenmischung aus "Pi", "Jacobs Ladder", "Memento" und "Zeugin der Anklage", wobei diese Mischung in Intensität und Qualität, ganz so wie ein mäßig komponiertes Parfüm, leider nicht ganz an die Einzelkomponenten heranreicht ;-)

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Schmoney

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Bewertung7.0Sehenswert

Ich weiß, ich weiß, jeder erwähnt die 6000 Dollar Produktionskosten hier und doch komme ich nicht drumrum, sie zu erwähnen. Mit den Produktionskosten für seinen bisher teuersten Film, The Dark Knight Rises, hätte Christopher Nolan sein Spielfilmdebüt Following über 41000 mal drehen können.

Gerade am Anfang weiß die Geschichte um den heruntergekommenen, voyeuristischen Schriftsteller Bill und den sicher auftretenden Einbrecher Cobb zu unterhalten. Durch die wacklige Kamera, der fehlenden Farbe (Mutmaßlich zwei Folgen des geringen Budgets) und das am Anfang gezeigte Gespräch Bills mit einem unbekannten Mann entsteht eine Art Doku-Stil, der Zuschauer hat den Eindruck als wäre er derjenige, dem die Geschichte direkt erzählt wird, als wäre er selber dabei, ein inaktiver dritter im Bunde. Diesem Eindruck kommen auch die wenigen Nahaufnahmen zugute.

Gerade die Person Cobbs ist dabei wahnsinnig interessant, zurecht entsteht von Anfang an der Eindruck, dass der Mann einen Plan verfolgt, was zu einer dauerhaften Spannung in der eigentlich recht unaufgeregten ersten Hälfte des Films führt. Ein persönliches Highlight ist der "Einbruch" in Bills eigene Wohnung. Es wird erst am Ende explizit gesagt, aber dem Zuschauer ist klar, dass Cobb Bescheid weiß und Bill auf geschickte, gleichzeitig herablassende Weise zu seinen Zwecken biegt.

Mit dem Auftritt der Frau in die Geschichte wird das ganze etwas konfus. Zwar ist die Person an sich hochinteressant, eine verstörte Frau flüchtet sich in Emotionslosigkeit, aber der Plot beginnt abzuheben. Die Naivität Bills wirkt aufgesetzt, der Beweggründe Cobbs sind an den Haaren herbeigezogen. Dabei offenbart sich der Nachteil des oben beschrieben Doku-Stils, der die schnell aufeinanderfolgenden Geschehnisse grotesk und zusammenhangslos erscheinen lässt. Zudem verhindert er jegliche Emotionale, die durch die mehr als kühlen Characktere sowieso schon fast unmöglich gemacht wird.

Mit Nolans nächstem Film, Memento, teilt Following nicht nur die komplizierte Geschichte, sondern auch die komplizierten Zeitsprünge. Während Memento diese jedoch logisch erklärt und stilistisch sicher präsentiert, scheinen sie hier fehl am Platz zu sein, da sie bis auf das oben genannte Gespräch, willkürlich sind und Szenen zeigen, die nicht die Ursache für zukünftig Geschehnisse in Frage stellen und so die Spannung anregen, sondern durch den erwähnten Stil eher wie losgelöste und damit unspektakuläre Episoden wirken.

Für 6000 Dollar ein Meisterwerk. Die Kosten außenvorgelassen ein guter, innovativer Film!

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based_god

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Bewertung9.0Herausragend

Nolan minimal.

Mit einem Budget von 6'000 $, dem Appartment seiner Eltern als Drehort und seinem Onkel in einer Nebenrolle hat der damals blutjunge Nolan ein grossartiges Stück Kino erschaffen. Die dichte Story und die grandiose Atmosphäre lassen den Zuschauer die vollen 70 Minuten gebannt auf den TV starren. Alles andere wäre auch nicht zu empfehlen, da man auf jedes Detail achten muss. Die Handlung möchte ich nicht weiter beschreiben, da nahezu alles als Spoiler dienen könnte.

Trotzdem ist "Following" ein Film den man am Ende zu verstehen glaubt. Das kann Nolan nämlich gut. Im dunkeln tappen lassen, dann die Story dann zu erklären und dem Zuschauer das gute Gefühl zu geben, einen komplexen Film verstanden zu haben.

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strangelet

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Bewertung7.0Sehenswert

Ich mag einen schönen verwinkelten Krimi genau wie jeder andere, aber wenn mir jemand mit nichtlinearen Erzählweisen kommt, dann bin ich automatisch skeptisch. Nicht, dass das nicht was ganz Großartiges sein könnte: Nolan kann sowas ja recht gut und in hat es in "Memento" zielgerichtet eingesetzt, und davon bin ich heute noch begeistert.

Bei "Following" habe ich aber den Eindruck, dass die Geschichte ohne postmodernen Schnickschnack mindestens so gut funktioniert hätte. Also, ich unterstelle das mal wohlwollend, denn in diesem Fall wäre der Schnickschnack lediglich überflüssig. Könnte natürlich auch sein, dass der Schnickschnack nur von irgendwelchen Logiklöchern ablenkt, dann wäre er sogar reichlich verwerflich. Aber das werde ich jetzt nicht analysieren, denn für's zweimal hintereinander Anschauen ist der Film so oder so nicht interessant genug.

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CaptainHowdy

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Hatte mir irgendwie etwas mehr erhofft, aber unter den Umständen unter denen der Film zustande gekommen ist gebe ich eine 8,5

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Impeesa

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Bewertung9.5Herausragend

Christopher Nolans raffiniertes Langfilmdebut zeigt uns bereits alles, was seinen Stil definiert.
Optisch auffällig ist zunächst einmal Nolans Verlangen, alles in einer Kamerafahrt aufzunehmen und möglichst wenig Schnitte vorzunehmen, eine Eigenart, die sich aber erst bei seinen späteren, actionlastigeren Werken voll entfaltet. Hier gefällt's trotzdem.
Auch habe ich gewisse Teile der Filmmusik unter anderem aus Inception wiedererkannt.
Am markantesten ist allerdings die Handlung selbst: Die Handlung ist zunächst einmal intelligent und ungewöhnlich, was mich jedoch im gleichen Maße überrascht, wie auch begeistert hat war die Vielschichtigkeit, die sich im letzten Drittel zeigt, bis der Film am Ende mindestens vierfach verschachtelt ist und dadurch an struktureller Komplexität sogar an Inception heranreicht, sie jedoch nicht so stark in die Tiefe treibt, was den Film doch noch relativ gut nachvollziehbar sein lässt.

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8martin

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Eine geniale Dreiecksgeschichte in s/w mit einem wunderbar unvollendeten Ende und einer Hauptperson, die es gar nicht gibt – zumindest für die Polizei. Was für ein Debüt!
Bill (Jeremy Theobald) verfolgt Leute aus Neugier, Cobb (Alex Haw) ist Einbrecher aus Spaß an der Freud‘. Zwischen ihnen und mit ihnen agiert Blondie (Lucy Russell). Der Zuschauer wird auf dem Wissensstand von Bill in eine teuflisch gut vorbereitete Handlung hineingezogen. Die entwickelt eine Eigendynamik mit blitzschnellen Wortwechseln, mafiösen Bestrafungsmethoden, und erst ganz am Ende wird kurz aufgeklärt. Der Zuschauer weiß aber mehr als die Polizei. Die gekonnte Verknüpfung von zwei Handlungssträngen, ihre Zusammenführung und wechselseitige Bedingung ist ganz große Klasse. Wir gleiten mit Bill vom Zufall in ein Debakel, und werden vom Ahnungslosen zum Mitwisser. Die Einbruchsphilosophie hat fast einen Hauch von Kim Ki-duk, denn in den Wohnungen gilt: ‘verstecken und entdecken‘ oder ‘Du nimmst was weg, um zu zeigen, was sie hatten‘. Bill fungiert letztlich als Alibi für Cobb und als Ablenkung für die Polizei.
Man sieht, dass auch mit wenig Geld, ein großartiger Film gemacht werden kann, wobei die vielen kleinen Trivia über die Örtlichkeiten noch einen zusätzlichen charmanten Kick ergeben.

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SithlordDK

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Stimme in allem überein, Film ist Top!

Aber wow, was war das mal für ne miese Synchro, als wenn man ein Hörspiel auf nen Film gelegt hätte, die Stimmen waren so laut und die Umgebungsgeräusche dafür kaum wahrnehmbar *grausam*...hätte arte mal lieber OmU zeigen sollen ;)


flami

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Cool, was Nolan da mit 6000$ budget gemacht hat :D
mit Onkel als Schauspieler, Elternwohnung als Drehort...Ordentlich !

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Markbln

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Bewertung7.0Sehenswert

Das hat mir gefallen. Obwohl ich anfangs wegen des miserablen Tons direkt wieder ausschalten wollte. Wissend, dass der ganze Film aber etwa nur so viel kostete wie der Vorspann von The Dark Knight, habe ich mir den Erstling von Mr. Nolan selbstverständlich komplett angeschaut.
Am Ende fand ich ein ähnlich starkes Debut wie seinerzeit bei Spielberg mit "Duell". Eine unglaublich dicht erzählte Geschichte, die zwar extrem konstruiert dahergekommt, aber durch seine rohe Atmosphäre nie uninteressant wird. Die Meisterschaft, die sich später bei "Memento" zeigen würde, bahnt sich hier an. Die Story ist so simpel wie genial und wie oft habe ich mir genau diese Situation auf der Straße schon ausgemalt (nein, nicht einer Frau mit dem Hammer die Finger zu zermatschen). Obwohl ich diese überkünstliche schwarz-weiß Filter mittlerweile überreizt finde, passt es hier. Auch die Schauspieler sind alles andere als Meister ihres Fachs, aber Christopher Nolans Kamera schafft es, aus ihnen eigenständige Charaktere und faszinierende Persönlichkeiten zu formen. Alles wurde im nolanschen Privatumfeld gedreht und finanziert. Ein erstaunliches Werk.
Vielleicht sollte Christopher Nolan neben Millionen schweren Blockbustern mal wieder einen "kleinen" Film drehen. Ich habe das Gefühl, die Fans wären nicht sauer.

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