Pans Labyrinth

El Laberinto del Fauno (2006), ES/MX/US Laufzeit 119 Minuten, FSK 16, Drama, Fantasyfilm, Thriller, Kinostart 22.02.2007


Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
8.2
Kritiker
90 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.4
Community
27636 Bewertungen
326 Kommentare
admin image admin trailer admin edit edit group memberships sweep cache Moviemaster:Movie

von Guillermo del Toro, mit Ivana Baquero und Doug Jones

Ein kleines Mädchen flüchtet sich vor den Gräueln des Franco-Regimes in eine Fantasiewelt, in Pans Labyrinth. Regisseur Guillermo del Toro hält dies in eindrucksvoll-düsteren Bildern fest.

Die kleine Ofélia (Ivana Baquero) zieht mit ihrer hochschwangeren Mutter zum Stiefvater in eine ländliche Gegend Nordspaniens. Der Stiefvater hat dort den Auftrag übernommen, im Jahr 1944 kurz nach General Francos Sieg, die republikanischen Rebellen zu bekämpfen. Seine Brutalität, Unberechenbarkeit und das schwere Verhältnis seiner Tochter lassen Ofélia in eine geheimnisvolle Fantasiewelt flüchten. Diese wird von wundersamen, schaurigen und mythischen Fabelwesen bevölkert. In ihrem neu erschaffenen Kosmos findet das Mädchen nicht nur Zuflucht, sondern wird mit Ängsten und Träumen konfrontiert, welche ihr helfen, den Schrecken der Realität zu trotzen.

Hintergrund & Infos zu Pans Labyrinth
Genau genommen ist der Pan in Pans Labyrinth ein Faun, also ein Mischwesen aus Ziegenbock und Mensch, wie auch der Originaltitel El Laberinto del Fauno verrät. Der Namenswechsel kam zustande, da faun im Englischen fast so klingt wie fawn (Rehkitz) und Verwechslungen vermieden werden sollten. Pane jedoch sind in der griechischen Mythologie Waldgötter, während Faune der römischen Mythologie entstammen und genau genommen Untertane des Pans sind.

Der spanische Regisseur Guillermo del Toro (Hellboy, Pacific Rim) plante Pans Labyrinth als einen indirekten Nachfolger zu seinem vorherigen Film The Devil’s Backbone, der ebenfalls eine düstere Kinder-Geschichte in den Folgetagen des Spanischen Bürgerkrieges erzählt.

Bei den Academy Awards wurde Pans Labyrinth insgesamt für sechst Oscars nominiert: Bestes Originaldrehbuch, Beste Filmmusik, Bester nicht-englischsprachiger Film, Beste Kamera, Bestes Szenenbild und Bestes Make-up, wobei er die letztgenannten drei Kategorien auch gewinnen konnte. (ST)

  • 37795279001_1859525240001_th-50616597c7e7b0e47d2472d8-1592194034001
  • 37795279001_1860753642001_th-5061d53bc7e7b0e4833473d8-1206954754001
  • Pans Labyrinth - Bild 6446091
  • Pans Labyrinth - Bild 6446077
  • Pans Labyrinth - Bild 41321

Mehr Bilder (29) und Videos (6) zu Pans Labyrinth


Cast & Crew


Kommentare (310) — Film: Pans Labyrinth


Sortierung

Enderman

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Definitiv einer meiner Lieblingsfilme. Sehr interessant, eindrucksvoll und traurig zugleich. Eine Granate von Film, unbedingt anschauen!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Ioosh698

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

Für mich ist "Pans Labyrinth" nach Jacksons "Der Herr der Ringe" Trilogie das schönste und vor allem beste Fantasy-Märchen für größere was ich jemals gesehen habe, und das sage ich, weil das was Guillermo del Toro hier abgeliefert hat schlicht und ergreifend ein Meistwerk ist!

Die kleine Ofelia und ihre hochschwangere Mutter reisen in in's vom Krieg zerfressene Spanien. In einer alten Mühle im Gebirge, die der Hauptmann ( Ofelias Stiefvater) zu seinem militärischen Stützpunkt umfunktioniert hat um gegen die Partisanen zu kämpfen, finden die beiden Unterschlupf. Der Hauptmann ist ein grausamer, unmenschlicher Mann, der seinen Feind wie Vieh behandelt und mit äußerster Härte gegen eben jenen durchgreift. Für Ofelia wird das alles schnell zu viel, sie will an so einem Ort, einem Ort des Krieges, nicht leben und auch ihrer Mutter geht es zunehmend schlechter. Doch dann kommt der Wendepunkt: Ofelia, ihrer natürlichsten und menschlichsten Gabe ( der Fantasie) , noch nicht beraubt, verliert sich in einer anderen, magischen Welt, in der sie den furchtbaren Krieg hinter sich lässt und auf allerlei geheimnisvolle Wesen, wie den alten Pan, stößt. Dieses fabelhafte Wesen stellt Ofelia drei Aufgaben. Kann sie sie erfolgreich lösen, so besteht die Möglichkeit, dass Ofelia zurück zu ihrer RICHTIGEN Familie gehen kann und ein Leben führen kann, aus Spoilergründen sage ich nicht mehr dazu, das endlich wieder lebenswert ist...
In "Pans Labyrinth" steckt so viel drin, verdammt viel! Ein Film von unbändiger Magie, Hoffnung, Ausdruckskraft, Trauer grausamer Realität, Menschlichkeit und ungeheuer viel Intensität. Ein Film der sagt, egal wie finster und schrecklich die Welt ist, egal wie viel Leid und Trauer die Menschen und vor allem Du selbst erfahren müssen, glaube an das gute in dieser Welt und wenn es sein muss, lebe in deiner eigenen, erdachten, durch die Fantasie erlangten Welt in der man die Realität wenigstens hin und wieder hinter sich lassen kann und die Schmerzen die man sonst erleidet wenigstens für ein paar Augenblicke verblassen. Wie del Toro diesen einzigartigen Spagat zwischen Realität und Fantasie so glaubhaft und stark bebildert rüberbringt, alles so echt und durch die düstere Inszenierung so ungeheuer Atmosphärisch wirkt, man von Ofelias Geschichte einfach so sehr mitgenommen und berührt wird, davor kann man nur den Hut ziehen! Und dann noch diese Filmmusik... Gänsehautfeeling, wunderschön und IMMER passend komponiert! Ivana Baquero als Ofelia spielt für ihr damaliges Alter einfach fantastisch, überragend. Wie sie die ganzen Emotionen, den innerlichen Schmerz den Ofelia so oft verbirgt rüberbringt ist schlichtweg großartig und ganz ganz toll gespielt!

Mir fehlen hier wirklich ein bisschen die Worte, so sehr hat mich "Pans Labyrinth" begeistert. Diese Geschichte um ein Mädchen das in der Fantasie ihren größten Halt findet, die wunderschöne Filmmusik, die toll inszenierten Figuren und Fabelwesen, der Cast, die Botschaft dieses Streifens und das emotionale Ende, wo ich dann doch etwas feuchte Augen hatte, machen Guillermo del Toros "Pans Labyrinth" zu einem der besten Filme aller Zeiten und zu einem ganz großen Meisterwerk!

bedenklich? 18 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

brucelee76

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Hi Leute,

Pans Labyrinth schafft es, mich zum Schluss jedes mal zum weinen zu bringen. Ich bin normalerweise kein Fantasie-Fan. Aber dieser hier haut mich aus den Socken. Wooooow

Das liegt, an der dual verbundenen Story. Zu einem der brutale spanische Bürgerkrieg (Faschisten gegen Partisanen) mit einem General der so anti-Human ist, das jede Hilfe zu spät kommt. Und dann, ja dann dieses kleine Mädchen Ofelia, die mit ihrer schwangeren und kranken Mutter unterwegs ist, zum Stiefvater, jener sadistischer General. Schlimmer geht es nicht.
Da erscheint, zu rechter Zeit, eine geheimnisvolle Heuschrecke. Immer mehr zieht diese Begegnung im Wald, Ofelia magisch an. Sie geht auf Ihre Fantasie ein und versucht dadurch, aus ihrer realen Umgebung zu fliehen.

Sie bekommt dann von einem Ziegenbock-Pferd ähnlichem Fabelwesen drei Prüfungen zu bewältigen.
Es geht um Nächstenliebe/Helfen, Gehorsam/Verbot und Unschuld/Baby. Die ersten Zwei gehen schief. Die letzte und wichtigste Prüfung, besteht sie dann unter größten Schwierigkeiten und kehrt zur Ihrer realen Familie zurück, unter anderem erwarten Sie die Mutter und der richtige Vater. (... mir kommen schon wieder die Tränen.)

Mein Fazit: Ein visuelles und berührendes Meisterwerk. Einer der schönsten und besten Fantasie-Film für Erwachsene. Bin glücklich ihn zu kennen! Danke, Guillermo del Toro! Mehr Fantasie geht nicht!

bedenklich? 11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

razzo

Antwort löschen

Meine Güte Bruce, jetzt haust du die Kommentare aber nur so raus ;) Der steht auch schon länger auf meiner To-Do-Liste. Wird langsam Zeit.


brucelee76

Antwort löschen

@Herr G. wie heißt es so schön ein Mann darf sich seiner Tränen nicht schämen. Nur sehen sollte sie niemand ... :)
@ razzo tu das er wird dir gefallen :) ...


doeme28

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Unglaubliche Bilder und Atmosphäre, sehr brutale Gewalt und die wunderschöne Geschichte. Eine Geschichte über ein Mädchen, die sich im 2. Weltkrieg in eine Traumwelt flüchtet - das war mir zuerst nicht ganz bewusst, darum war ich am Anfang skeptisch.
Ein herausragender Fantasy-Film!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Ollum666

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Ganz ehrlich? Ist mir zu schwere Kost. Monster hin oder her.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

Davdav

Antwort löschen

Wie ist den so der Gruselfactor?


Ollum666

Antwort löschen

Das ist zwar nicht uninteressant an dem Film, aber eben genau der Punkt. Ich habe es so verstanden, dass wegen der akuten Kriegssituation, die ein Kind weder verarbeiten noch verstehen kann, der Gruselfaktor Krieg in etwas monströseres umgewandelt wird. Das ins Innenleben eingedrungene Monster,welches es zu erforschen gilt, ob man will oder nicht... das einen irgendwie gefangen hält und droht, dich zu erkennen, zu finden. Das wars, was mir zu schwer am Film ist, der Gruselfaktor. Man versteckt sich nicht hinter seinen Händen um wegzusehen, wie es das Monster zeigt, das ist nicht so schlimm, man kann aber nicht wegfühlen, irgendwie.


Masche

Kommentar löschen
Bewertung4.0Uninteressant

Für mich ein Film mit wenig Aussage, die Szenen scheinen wahllos aneinander gereiht und lassen nicht auf einen tieferen Sinn schließen

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

lennardB.

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Einer meiner Lieblingsfilme und Märchen.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

carpenoctem410

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Ein Film der einfach immer betörender wird, je öfter man ihn sieht.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

JakePot

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Ich hätte mir mehr Fantasy gewünscht. Die Story rund um den Hauptmann hat mich leider nicht wirklich gepackt.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

microsan

Antwort löschen

Das war bei meiner ersten Sichtung so. Ich war enttäuscht. Doch nun nach 4 oder so Jahren habe ich mir den Film noch einmal angeschaut und viel besser verstanden, wozu die Fantasyelemente in dem Film enthalten sind. Ich möchte nichts spoilern, aber vergleich den Film doch mal mit "Die Brücke nach Terabithia". Dann wirst du die Zusammenhänge besser verstehen.


urazulf

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Genialer Film, ich bin nur leider mit der falschen Einstellung reingegangen, da ich viel mehr Fantasy erwartet habe, die ja dann doch nicht so im Mittelpunkt steht. Dennoch ist der Film unfassbar gut, vor allem der Charakter des bösen Major's hat mich sehr überzeugt.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

microsan

Antwort löschen

Witzig,dass das Problem mit der Erwartung von mehr Fantasie bei so vielen Menschen aufgetreten ist, War bei mir auch der Fall


JonnyvsSherlock

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

*enthält wahrscheinlich SPOILER*

"Es heißt, dass vor langer, langer Zeit im unterirdischen Reich, da wo es weder Lüge noch Schmerz gibt, eine Prinzessin lebte, die von der Welt der Menschen träumte. Sie träumte vom blauem Himmel, sanften
Brisen und strahlendem Sonnenschein. Eines Tages überlistete die Prinzessin ihre Bewacher und floh. In der Außenwelt angelangt, blendete sie das Licht der Sonne und löschte jede Erinnerung an ihre Vergangenheit aus. Die Prinzessin vergaß, wer sie war und woher sie kam. Ihr Körper litt unter Kälte, Krankheit und Schmerz. Nach einigen Jahren starb sie, doch ihr Vater der König wusste, dass die Seele der Prinzessin zurück kehren würde. Vielleicht in einem anderen Körper, einer anderen Zeit und an einem anderen Ort und er würde bis zu seinem letzten Atemzug auf sie warten, bis die Welt aufhört, sich zu drehen."

"Pans Labyrinth" beginnt so richtig märchenhaft. In dem Moment, als ich dachte, es würde mich verzaubern, hat es mich gnadenlos in die Realität zurückgezerrt. Es geht uns wie der kleinen Ofélia, die sich verzweifelt in eine Fantasiewelt flüchtet, um dem Grauen des Krieges wenigstens zu entfliehen, wenn sie allein ist. Ob das nun wirklich nur reine Imagination ist, wird auch nicht so unglaublich eindeutig erklärt. Und das ist gut so. Es reicht für ein wenig Interpretationsfreiheit und Offenheit aus, ist aber kein sureales Wirrwarr. Genau das hat zwar vermutlich viele Zuschauer erschreckt bzw. sogar kalt gelassen, für mich ist es aber etwas Einzigartiges, Bitter-Schreckliches, Wunderschönes. Kein Fantasyfilm, ein Kriegsfilm. Dazu noch die genialste Darstellung des Themas, die ich je gesehen habe. Del Toro erkennt, dass man das Unvorstellbare nicht realistisch darstellen kann. Man muss einen Einblick in menschliche Psyche werfen, um sich den unfassbaren Themen des Krieges auch nur ansatzweise nähern zu können.
Am Anfang tut man sich vielleicht noch schwer, da man nicht wirklich versteht, was Realität ist und was nicht. Doch schon bald ist man völlig gefangen genommen. Gefangen genommen von der grenzenlosen Fantasie eines Kindes und der ekelerregenden Grausamkeit eines Erwachsenen. Unschuld trifft auf pure Bosheit und jeder Moment erschüttert uns. Auf wundersame Weise habe ich mit einer Situation mitgefühlt, die ich mir eigentlich gar nicht vorstellen kann. Dieses Gefühl haben Filme wie "Schindler's Liste", "Der Pianist", oder auch "Apocalypse Now" nichtmal stückweise so stark in mir geweckt.
Ein Ensemble aus höchst begabten Schauspielern, einem absolut begnadeten Regisseur, einem Künstler von Kameramann und einem sensationellen Musiker haben hier ein absolutes Unikat geschaffen. Ein noch nie so dagewesenes Meisterwerk, welches es schafft, das Unvorstellbare vorstellbar zu machen.
Das Design der Kreaturen des Pans ist einfach unvergleichlich. Manchmal wunderschön, manchmal ekelerregend, undefinierbar und abstoßend. Manchmal alles zusammen. In jedem Fall Kreativität in Reinform. Das Wesen mit Augen in den Händen hat sich wohl für immer in mein Gedächtnis gebrannt.
Eingefangen wird diese unglaublich detailliert und aufwändig gestaltete Welt von Guillermo Navarro, der nicht ohne Grund einen Oscar für diese Meisterleistung erhalten hat. Wenn sich teilweise wiederholende Bewegungsabläufe etwas Neues offenbaren und die Brutalität des Krieges unwirklicher erscheint als Pans Labyrinth, dann starre ich mit offenem Mund auf das Geschehen.
Manche Folterszenen gehen an den Rand des Erträglichen und trotzdem bleibt immer ein Funke der Hoffnung übrig. Es gibt auch Szenen, in der wir die Gewalt sogar gut heißen. Nicht wegschauen, sondern sie schon beinahe genießen. Ein gemeines Spiel mit dem Zuschauer, das uns das Setting unglaublich intensiv erleben lässt.
Der wunderbare, melancholische, mitreißende Soundtrack hüllt den ganzen Film in ein unsichtbares Tuch aus Emotionen.
Ich liebe die Szene, in der die rebellische Haushälterin Mercedes der kleinen Protagonistin dieses Schlaflied singt. Eine der schönsten Melodien die ich kenne. Mein Gott musste ich weinen, als Mercedes das Lied ein zweites Mal sang, da Ofélia nun endgültig eingeschlafen war. Ein so trauriges, perfektes Ende. Es pfeift genauso auf Konventionen, wie der Rest des Films.
Guillermo Del Toro ist ein Genie. Und sei es nur für dieses düstere, einzigartige, Kunstmärchen.

bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

philipp.warnke

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

Für diesen Film liebe ich Guillermo del Toro. Es ist ein Kunstfilm, der seines gleichen sucht.
Dieses so typische Creature-Design von ihm ist so grandios und ästhetisch, dass es eine ungeahnte magische Präsenz über den ganzen Film auslässt. Ich liebe es einfach wie Ophelia in dieser schrecklichen Umgebung nach einer Zuflucht sucht und es in der bizarrsten und ehrlichsten Vision ihres Lebens findet. Die Geschichte ist gut erzählt und das Pacing ist auch großartig, aber das tolle sind die famosen und vor allem handgemachten Märchen/Monster-Sequenzen...
Der Abschnitt mit dem "Pale Man" ist einfach ganz großes Kino: Diese meisterhafte Pantomime in diesem Monster.
Außerdem hat mir diese teils überfrachtete Symbolik so gefallen: Captain Vidal ist gefangen in der Uhr/Vergangeheit seines Vaters und das ist wunderbar in dem Design seines Büros zu sehen. Es ist gebaut aus mechanischen Teilen. Es ist einfach eine wunderbare Ästhetik.
Dieser Film ist nicht nur Unterhaltung, oder Verarbeitung von persönlichen Problemen...es ist schlicht und ergreifend pure Kunst...pure Schönheit.

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

craax

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

>>"Brüderchen! –Brüderchen! :
Einst, vor vielen vielen Jahren, in einem sehr fernen und
traurigen Land, gab es einen riesigen schwarzen Berg aus schroffen Felsen.
In der Abenddämmerung erblühte auf den Gipfeln dieses
Berges jede Nacht eine Rose, die Unsterblichkeit verlieh.
Aber niemand traute sich, sich ihr zu nähern, denn ihre zahlreichen Dornen waren giftig.

Die Menschen sprachen nur über ihre Angst vor dem Tod, oder von dem Schmerz, aber niemals von der
Verheißung der Unsterblichkeit.

Und jeden Abend welkte die Rose, ohne ihre Kräfte
irgendeinem Menschen weitergegeben zu haben,
verloren und vergessen auf dem Gipfel jenes kalten Felsenberges, einsam bis ans Ende aller Tage.“<<

Nun, ganz so stimmt das nicht. Denn vielen vielen Nächten und dunklen Abenden (:...wer nie sein Brot mit Tränen aß/ wer nie die langen langen Nächte/ auf seinem Bette weinend saß/ der kennt euch nicht...) verdanken wir doch getrocknete Blätter von Blumen und Andenken an Menschenherzen, die sie pflückten, und liebevoll präparierten fürs Poesiealbum der Geschichte. Auch heute ist es wieder soweit. Das Buch wird geöffnet; und eine sorgsame Hand nähert sich ihr aufschlagend die Seite, um weitere, allersehrdunkelste nichtlange vergangene Nacht miterlöste Rose einzufügen und zu bewahren am sorgfältig bereiteten Platz.

Faschismus Teil 2: Guillermo Del Torro : P a n ’ s L a b y r i n t h

Läßt uns Fight Club einen Blick ins Innere Getriebe dessen was Faschismus genannt (nur ein Wort) ist, die Sinnkrise und Perversion der Moderne, OHNE AUCH NUR EIN ENBLEM seiner vorläufigen historischen Manifestation brauchen/benutzen zu müssen (eine außerordentliche Leistung), so bedient sich Del Torros märchenhaftes Labyrinth dessen ganzen Arsenals zeitgenössischer Zitationen: Uniformen, Barretas, waldhausende Partisanen und Guierrilleros, HorchLimousinen 9mmLuger und Fasces-Blitzbündel-Embleme bis sogar Francos Namen und der Jahreszahl und Navarra-Landschaft.

Zieht der Weg bei FightClub gleich zu Beginn märchenhaft vom Leder, um schließlich, im Zerfallen der Türme, ganz weichgekocht in zuletzt >Realität< angekommen zurückzuerwachen, wie aus einem absurden – und auch irgendwie humorvoll erheitert faszinierten Traum,-
so ächzt und drückt Pan’s Labyrinth von Beginn an unter der Last grauer Blautöne und wohlbekannter, mit Schrecken behafteter unbehaglich bekannter Symbole: diese Uniformen, Mützen, solche Ausdrücke, diese ZweckRottenversammlungen kennen wir doch? Berge und europäischen Höhenlage-wälder? -Kleider und Rockmoden aus nur mit Schwere erinnerbarer Zeit, an die Dunkles sich heftet, gleich zu Beginn? – und doch: schlüpft gerade aus diesem Keim der Beginn eines Märchens, einer steinbesetzten Stele und eines Labyrinths, das längst nach dem Entschlüpfen einer unterirdischen Prinzessin, die in Geburt irdischen Lichts alle Erinnerung verlor und vor dem Eingang eines uralten Labyrinths, bestehend längst vor dem Erbauen der Mühle wo mit des Hauptmanns und seinen Soldaten-, dessen hoschschwangere Gattin und Mutter seiner etwa 14jährigen Stieftochter ihr Hauptquartier aufschlagen.

Spätestens wenn dazu vor unseren Augen wirklich ein Urzeitwesen unter Bocksgeweih und Borkenrinde zugleich die Augen aufschlägt und aus Knorreschlaf erwacht, wissen wir: wir sind, allerdings, in einem Märchen und auf Boden von Mytheland,- einer Parabel, die sich transzendent verschlingt und verknotet mit Bild- und Ausdruckserscheinung von Zeitgenossenschaft. Auch heute: ist Legendenzeit,- Heimstatt von libellenden Feen und Gottesanbeter‘n, sprechenden Säulen, würgenden Grottenolmen (die sich was schämen sollten), Handspreizlesern und Goldenen Schlüsseln. Magische Kreidetüren hinüber in Paralellwelten (du bist immer noch nicht längst zu alt für solchen Kinderkram, Guillermo?) und immer tickt die Zeit, erbarmungslos: Nahstaubkörnig durch Sanduhren, diffusferner wenn der Vollmond sich bereits rundet, um sehr schnell sterblich zu werden und zu vergehen wie ein Mensch, wenn,- nicht eine Zahl Prüfungen, 3 oder wieviel Hahnschreie, abgelegt werden – mit Erfolg (Fehler können unterlaufen) (Nobody’s perfect, let’s try another) (warum fallen wir?).

Ofelia, kaum dem Kindesalter entwachsen, etwa so alt wie Anne Frank, bekommt in kaum begonnenen Jahren die volle Schwere des Gesetzes zu spüren und altert den Prozeß der Frühvollendeten. Ich würde ihnen übrigens vorschlagen, Ihren Kindern diesen Film, nur weil eine Hauptperson ein Kind ist,- keineswegs vor deren Volljährigkeitsprozeß unter den Geburtstagstorten-Präsenttisch giftzu mischen, um nicht die Kerzen ihrer Kindheit mit einem Atemzug auszulöschen in Gefahr zu bringen; denn dieser Tobak, ich hätte ihn Ihnen gegeben wenn Sie gefragt hätten,- ist stark, ultimatives Zeug, das einem schon Seelensausen machen kann, und besser nicht p o s t t r a u m a t i s c h , sondern höchstens unter Aufsicht (eines wohlmeinenden Regisseurs) als vorbereitende p r ä -traumatische steinbodenfelslockernde Säh-Maßnahme für erkennende Existenzbegegnungen mit BlauenUnsterblichkeits-Blumen um Mitternacht, Geisterstunde, geeignet ist – für Nervenstarke. Denn was hier begegnet ist, ist etwas, dem gemeinhingern ausgewichen wird: Schmerz, Tod, und Trauma – Folter, und aufgeschlitzte Joker-Momente, was aber Nolan (wegen der FSK-Klasse) sich nicht traute zu zeigen,- der Stiernackige aber schon: zeigt der das Leben, und sein Gegenteil, das dominiert, mit unschöner Genauigkeit aber: Genauigkeit. „Die Wahrheit ist konkret“- Brecht. Hier wird sie s e h r konkret: und dadurch, sehr wahr, und hilft sich selbst. Sie wird nicht zu dunklen Zwecken benutzt, sondern zu erhellenden. Das ist der Trost. Immer noch besser, so eingebettet, als der tatsächliche Haufen von Schuhen, im Lager. Das Zitat dessen, hier, erleidet ein anderes Schicksal, vorläufig, als diejenigen von Frank, Anne. Wir wissen nicht, wie weit Anne auf dem Weg, Prinzessin doch zu werden, zurückgelangt ist ins Loch des toröffnenden Labyrinths ; deren Schwester, dieses Mädchen, begleiten wir imaginär jedoch das entscheidende kahle Ende letzten Stücks Wegs, zurück hinauf bis zur Blauen zu pflückenden Blume, auf den harten schroffen eisesstarren Felsgipfeln.

--
Geht also FightClub den Weg von der durchaus spannend und unterhaltsam, nie vor der Zeit bedrohlich wirkenden Selbst-unterhaltenden Imagination zurück bis zum Erwachen (mit einem Donnerschlag) in der fleischgewordenen Realität, so führt der Weg durch Pan’s Labyrinth aus dieser unter ziemlich schonungsloser Zitation zur Zeugenschaft – nicht bemühten,- sondern aussage-erpreßten („Realität“) in eine höhere Beleumundung hinein: einem zu erstellenden, imaginären Königreich, von jenseits solcher Faßbar-Alltäglichkeit; die aber gleichwohl, nach Ansicht des Films oder Del Torros oder derjenigen, die sie schufen (und der Autor bemüht ist fühlbar erstehen zu machen) lebt-, da ist- und existiert. Und das t u t sie: in unseren Köpfen,- wenn: sie drei oder welche Anzahl von Prüfungen bestehen.

Die eine hat mit einem Goldenen Schlüssel zu tun,- zu gewinnen aus dem über-die-Leber-Gekrieche einer schleimigen, wirklich ziemlich abstoßenden, Herr gewinnorientierter Kapitalist und Profitvermehrer, egal wie >Pecunia-non-olet<-einsichtig das ist,- widerlichen Geldmacherei,- für die in der Tat zu schämen wäre: Einsicht: das der Lebensbaum stirbt,- und es nicht letzten Rodens, letzter Schleppnetz-Fischmahlzeit bedarf, um zu erkennen: das man Schlüssel nicht essen soll, auch wenn sie Gold bedeuten sollten. Die (Schlüssel) sind für anderes da: Selbstdisziplin. Ups; da passiert ein, sehr menschliches, frühungeübtes Malheur,- derweil die Körner prasseln. Durch pures Glück und etwas Magie war, diesenfalls, noch Entkommen; andere hatten nicht soviel Glück, um Prinzesschen zu werden. Niemals – weitere Chance? Zum Glück glaubt dieser irdische Pan an Buddha. Oder die Mutter des Mädchens hat allein daheim einfach ein Machtwort gesprochen; die nächste Prüfung sei auferlegt. Immerhin brachte sie mit: den Dolch.

Erkenntnis was falsch läuft war ja schon mal das Erste; diese nächste Spitzwaffe, der Erkenntnis einer möglichen persönlichen Einflußnahme, schon mal als Mitbringsel, das Zweite. Wie setzen wir diese Waffe allerdings ein; in welchem Sinne; das ist die entscheidende Frage. Auf die vernehmen wir im Laufe des Films mehrere gegebene und tagtäglich bezeugte wiederholte Antworten; eigentlich geht das schon von Anfang so. Die einen quälen und schießen; die anderen zurück. Dabei gibt es >die Guten< und die >Bösen<; tun tun sie beide; die Gründe werden angeführt, und es sind welche, die zu kennen – zu Notiz, zu Herzen zu nehmen – sind. Es sind gute, oder auch schlechte Gründe; aber wieviel Erde braucht ein Mensch? Wo endet das alles – früher oder später? Muß man so genau hinsehen? Muß man wirklich jede Erfahrung machen? Muß der Becher zugrundegeleert werden? Wie alt ist die Menschheit eigentlich? Ist sie zu früh gealtert, vor der Zeit erwachsen geworden,- zum Erwachsen-Sein gezwungen,- genötigt,- erstarrt worden? Werden wir nie die Fee, den Pan (der Pan der erfreulich hier im Film eine stets gefährliche, verdächtige, uneinschätzbare erden-irdische Daseins-Rechtfertigungsdimension behält)(und letztlich dient alle irdische Erscheinung doch einer höher königlichen Idee)-, das Labyrinth, das unterirdische Licht wiedersehen? Wird alles Blut, von welcher Sicht aus, vergebens vergossen oder nicht vergossen sein? Der Leib umsonst, niedergestreckt, bluten, und das Leben, die Identität, das Dasein aushauchen? – etwas gilt es zu bewahren: und das ist das Ergebnis der Letzten Prüfung. Wir sahen: das Schlechte. Wir sahen: was wir tun können, das wir eingreifen,- nicht machtlos nur zuschauen können. Wir sahen: unseren Dolch, zu verletzen, den Tyrannen zu töten. Wir sahen: es kostet Blut, zu bessern,- ein wenig nur,- gegen vergossene Hekatomben anderer Leichtfertigkeit. Wir werden und sind gefragt,- um eine einzige, zentrale, letzte Entscheidung – bevor wir sterben. An der wir sterben. Die entscheidet, ob wir sterben, in welchem Zustand, oder nicht. WESSEN Blut opfern wir? WAS verletzen wir? WEN verletzen wir? WESSEN Blut ist es, das kreist in Wesen, und worüber dürfen wir entscheiden, wenn es fließen MUß, und das muß & tut es : ständig kreist und fließt das Blut, im gemeinschaftlichen Körper, und strömt auch, in großen und kleinen Wunden, hinaus. Was dürfen wir entscheiden – welches/w e s s e n Blut es sein soll? Die Tür, der Eingang ins unterirdische Reich, des Entkommens, schließt sich. Durch eine kleine Tat, fast nicht zu beachten, gegen das Gewinnen: unseres Leibes, getan; ein winziger Beginn; eine Verweigerung, des ganz unschuldigen nur zu verletzenden (nicht gar zu tötenden, wer wird denn soweit denken!) „Bruders“ - Stück vom Leib derselben Mutter. Sie scheut den Goldenen Dolch; auch nur zu kehren, während der tobende Hauptmann – den Zugang sich öffnet, ohne den Dialog zu sehn und zu bemerken, der innen stattfindet, als Selbstgespräch. Der Leib nimmt seinen Weg; historische Gerechtigkeit auch. Die Prinzessin interessiert das nicht mehr. Sie traf nicht die einzig mögliche, aber die richtige Entscheidung. Anne Frank, hätte sie überlebt, wäre tot; oder so bald, das es nicht zählt, und, vor allem, keinen Unterschied machte. Aber sie lebt; denn sie wurde, ihr Leben, ihr hingerissenes entrissenes Leben, wurde zu einer Geschichte, die hier, sehr frei, nacherzählt enthalten ist. Es ist die Hingabe einer unschuldigen Reinheit, die nie Zeit und Gelegenheit hatte, die Erwachsen vielfach gewährt: nicht zu sterben, das ist allgemeiner, menschlicher FAKT: sondern UNSCHULDIG zu bleiben bis ans Ende um ZU LEBEN, das ist : eine Fortdauer wie im Märchen?
-womöglich fortdauernder als die Fortdauer dessen, was ewig von neuem aus der Asche entsteht, um erneut zu sterben, weil es zwar existieren will, aber es nicht versteht um es zu vermögen.
Das eine, Märchen, kann nicht sterben weil es ewig lebt; das andere nicht leben weil es ewig bisher immer wieder und wieder starb. Wollen Sie leben wie im Märchen oder sterbeparteien wie gehabt? Eigentlich eine einfache Frage – Pan kennt die Antwort. //"Die Menschen sprachen nur über ihre Angst vor dem Tod, oder von dem Schmerz, aber niemals von der - Verheißung der Unsterblichkeit""//. Zur Not, wenn Sie wollen, fragen Sie Del Torro nach der seinen, (hier repetierten)(Ansicht). Er hat sie zur Verfügung gestellt. Ein schlechtes Omen? "Antworten ?umsonst"? Das müssen Sie selbst entscheiden – was sie Ihnen wert vielleicht sogar kostbar wäre,- nur weil sie so derart einfach und wohlfeil zu erblicken ist. Gibt es so gute Menschen? Anhören und bewerten müssen, wenn Sie wollen, wohl Sie.

bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

craax

Antwort löschen

^^;) man muß halt die über die ganze Seite verstreuten Satzenden zusammensuchen - aber gibt es sie, dazwischen ?

(+nur der Schweiß des Angesichts bewahrt vor so fixen Wohlstandsbäuchlein-)


Yowan

Antwort löschen

Ob ich sie nun finde, oder nicht, werde ich wohl eine Freundschaftsanfrage liegen lassen, denn wer suchet, der findet. Und etwas tun gegen das Wohlstandsbäuchlein, sei es nur die Suche, kann nicht schaden, der Gesundheit. Man wird sehen, ob Sie diese (die Anfrage)(suchen und) finden, wie ich es mit den Satzenden tue.


Codebreaker

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Krieg. Unterdrückung. Leid. Qualen. Brutalität. Unrecht.

Was ist das Leben in einer Welt mit all diesen Dingen noch wert? Menschen sterben, werden kaltblütig umgebracht, obwohl sie nur Hasen, für das eigene Überleben, gejagt haben?
Die kleine Ofeila muss fortan mit ihrem neuen Stiefvater zusammenleben, der quasi stellvertretend für all dieses Unheil, für all diese Grausamkeit steht. Er selbst verkörpert das reine Böse, er ist brutal, er ist gewalttätig, er ist gnadenlos. Und Ofelia muss damit klar kommen, denn es ist ihr neuer Stiefvater.
Also flüchtet sie in eine Welt, fernab von der Grausamkeit der Realität, in ein Märchen. Um die Realität zu vergessen? Um alles was wirklich passiert durchzustehen?
Sie ließt sehr viel, viele Märchen, viele schöne Geschichten und um durch diese schwere Zeit zu kommen, entschließt sie sich selbst in eine solche Geschichte zu fliehen. Doch auch da gibt es Monster, auch da gibt es Unheil, auch da ist sie nicht unbedingt sicher.
Fest steht aber eines, so könnte man es zumindest glauben, das größte Unheil geht vom schlimmsten aller Monster aus, vom grässlichsten, vom gefährlichsten, vom herzlosesten: vom Mensch.

"Pans Labyrinth" ist ein sehr spezieller Film wie ich finde, einerseits ziemlich schön und warm, andererseits schrecklich, bitter und kalt. Aber insgesamt trotzdem eher beeindruckend. gleich vorweg, für mich hätte sogar noch etwas mehr Märchen drin sein können, als Realität, alles hätte NOCH wärmer und noch schöner (eben auf der einen Seite) sein können, aber wenn man den Film und die märchenhafte Seite nun als "Flucht aus der Realität" sieht, so muss man sagen, schafft man eben genau das, auch mit der schönsten Geschichte überhaupt, nicht.

Was ich richtig groß in diesem Film hier finde, ist vor allem der Bösewicht. Ich finde es immer klasse einen richtig hassenswerten, fast schon beeindruckenden (den Umständen entsprechend natürlich), charismatischen und eben auch wirklich BÖSEN Bösewicht zu haben. So einer, der das Böse beängstigend gut vertritt. Und genau das ist hier der Fall. Diesen Hauptmann Vidal habe sogar ich so richtig gehasst und generell bin ich den Bösen eigentlich immer zugeneigt, finde viele cool, usw. Doch der hier hat es geschafft, dass man ihn hasst, ihn verachtet, ihm wirklich nur den Tod wünscht. Großer Pluspunkt von mir. Schauspielerisch auch richtig überzeugend gemacht, wahnsinn!

Doch auch abgesehen davon, ist der gesamte Film natürlich wahrlich richtig überzeugend und einfallsreich. Unglaublich, was uns Guillermo del Toro hier vorgesetzt hat. Eine Verbindung zwischen Krieg und einem Märchen, zwischen Grausamkeit und etwas eigentlich schönem, mündet in einer mystischen, düsteren, geheimnisvollen, magischen und doch beklemmenden Geschichte. Das Märchen ist einerseits wirklich schön rübergebracht wurden, andererseits ist die Brutalität, die Grässlichkeit eben auch sehr überzeugend dargestellt.

Der Film ist nie langweilig, nie zäh, sondern durchweg einnehmend, atmosphärisch und ergreifend. Ich hatte das alles zwar etwas anderes erwartet, was nicht heißen soll, dass ich enttäuscht wurde. Wie gesagt, ich hätte mir vielleicht noch mehr Märchen gewünscht, parallel zum Krieg, aber ein großer Kritikpunkt soll das jetzt auch nicht sein. "Pans Labyrinth" ist auf jeden Fall ein mehr als überzeugender Film, ein guter, beeindruckender, den ich garantiert noch mal sehen werde. Sollte man wirklich mal gesehen haben. Potential nach oben ist noch da, könnte durchaus nach einer Zweitsichtung noch aufsteigen.

bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

jauchzenderjoachim

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

"Es la otra mano, Ofelia."

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

huababuar

Kommentar löschen
Bewertung5.0Geht so

Warum dieser Film mehrere Oscars gewonnen hat (ich glaube es waren drei), ist mir nicht ganz klar. Das liegt sicher daran, dass ich persönlich kein Fantasy-Freund bin, aber auch die Story an sich ist nicht wirklich fesselnd.

Was "Pan's Labyrinth sicherlich gut macht, ist, die Geschichte des kleinen Mädchens und ihrer Pan-Welt mit der brutalen Gangart des spanischen Hauptmanns zu verknüpfen. Allegemein kommt dieser Fantasy-Film ziemlich blutrünstig daher, was für das Genre eigentlich ungewöhnlich ist. Allein die Szene, als ein Partisan vom Hauptmann mit einer Flasche erschlagen wird, ist schon schwere Kost. Dazu noch die Soundeffekte. Brrrrr.

Auch die Figuren sind gut visualisiert. Der Pan erinnert mich etwas an die blauen Wesen (weiß leider nicht mehr wie die heißen) aus Avatar, wird aber noch getopt vom augenlosen kinderfressenden Wesen während der zweiten Prüfung. Das hat mich irgendwie gepackt.
Generell ist der Look eigen, was wohl an der spanisch-mexikanischen Co-Produktion liegt.

Trotz all dieser positiver Aspekte war "Pan's Labyrinth" für mich ein langatmiger Kauderwelsch-Film in einem für mich einfach unzugänglichem Genre. Für Fantasy-Fans ist der aber bestimmt das Non-Plus-Ultra.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Curryman1312

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Dieses feenfressende, missgebürtige, mit den Händen sehende Fotzivieh ist mir so im Kopf hängen geblieben, hat selten ein Filmwesen geschafft sich so in mein inneres Auge zu brennen.

bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

Curryman1312

Antwort löschen

Nur kurz, nix was a klanner Schnaps nicht bereinigen könnte ;D


cpt. chaos

Antwort löschen

Dann is ja man jut! :D


Roach

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

Pans Labyrinth ist ein extrem eigensinniger Film, auf den man sich einlassen muss. Kategorisieren funktioniert hier nicht, ich würde ihn am ehesten noch als brutale Arthouse-Fantasy in spanischem Bürgerkriegssetting beschreiben. Die Atmosphäre ist erdig, dreckig und regnerisch, die Stimmung eigentlich durchweg negativ, und die Ereignisse, die die Handlung antreiben, sind zumeist Schläge in die Magengrube. Ich glaube, dass es außerhalb des Kriegsfilmgenres kaum einen Film gibt, der die Grausamkeit des Krieges so auf den Punkt bringt wie Pans Labyrinth.
Er ist sicherlich nicht jedermanns Sache, die Erfahrung ist er aber allemal wert, denn hat man sich erst darauf eingestellt, ein unkonventionelles Kunstwerk für weniger zartbesaitete vor sich zu haben, entpuppt er sich als ungemütlicher, aber faszinierender Sog, der viel Stoff zum Nachdenken liefert.

bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

uncut123

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

krasser trip...

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

DoctorWho

Kommentar löschen
Bewertung2.0Ärgerlich

Ich werde mir hiermit jetzt keine Freunde machen, aber ich hoffe es wird mir meine eigene Meinung gestattet.
Dieser Film hat mich einfach nur furchtbar enttäuscht, da ich mir einen schönen und spannenden Fantasyfilm erwartet habe. Zu diesem wird er leider viel zu selten. Stattdessen wird einem die meiste Zeit irgendetwas über eine spanische Revolution gezeigt, dass mich leider überhaupt nicht interessiert hat!

bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten

Mirabilis

Antwort löschen

Wenn jemand mir sagen kann, wie man Antworten korrigieren kann, wäre ich demjenigen sehr verbunden :) Bis dahin, ich meinte natürlich *Der Goldene Kompass.


craax

Antwort löschen

_Mirabilis: Inhalt kopieren. Einmal (z.B. durch zurück auf >dein mp< und wiederum auf die Seite deines beabsichtigten Beitrags) die Seite neu öffnen,- erscheint dein Fehlerhaftes mit Löschkreuz. Löschen. Inhalt neu einkopieren, verbessern, umständlich aber- fertig.



Fans dieses Films mögen auch