Der Informant!

The Informant, US 2009

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6.0

Ganz gut

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Kritiker: 6.7

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Genre
Politthriller
Inhalt

Was denkt sich Mark Whitacre nur dabei? In dem gigantischen Agrarkonzern Archer Daniels Midland (ADM) hatte er eine glänzende Karriere vor sich - jetzt verrät er plötzlich seinen Arbeitgeber ans FBI: Weil es um multinationale illegale Preisabsprachen… Mehr

Cast
Matt Damon, Lucas McHugh Carroll, Eddie Jemison, Rusty Schwimmer, Craig Ricci Shaynak, Tom Papa, Rick Overton Mehr
Regisseure
Steven Soderbergh
Autor
Scott Z. Burns
Laufzeit
108 Minuten

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Kritiker — Ganz gut 6.7

Der Film Der Informant! wurde von 16 Kritikern bewertet.

Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

6.5Ganz gut

Auch wenn die einzelnen Elemente dieser fabulösen Lügengeschichte sehr schön sind, leidet die gut gespielte Story immer wieder an Durchhängern. Denn statt aus dem tolldreisten Stück das Maximum rauszuholen, verliert sich Soderbergh in vielen Nebensächlichkeiten, vergisst dabei seiner Hauptfigur und dessen Familie ein Innenleben zu geben und macht es damit unnötig schwierig sich für diese zu interessieren - zumal das Millieu des Schwindels jetzt nicht gerade dazu angetan ist, große Emotionen zu wecken.

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Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...

6.0Ganz gut

[...]Es ist nicht zuletzt auch die verschachtelte Geschichte, die es dem Publikum nicht gerade leicht macht der Persönlichkeit Whitacre näher zu kommen. Anstatt so viel Augenmerk auf das Äußerliche zu richten, hätte sich Sonderbergh lieber eingehender mit seinem Protagonisten beschäftigt. Dieser bleibt einem nämlich relativ fremd, was durchaus Schade ist, da das Potential für eine tiefergehende Beschäftigung ja jederzeit vorhanden gewesen und mit Damon auch ein Darsteller verfügbar gewesen wäre, der dies adäquat hätte umsetzen können. So aber bleibt mal wieder die Gewissheit einen Sonderbergh gesehen zu haben, von dem man zwar nicht wirklich behaupten kann, dass es ein schlechter Film im eigentlichen Sinn gewesen wäre – aber eben auch kein Guter. Zu Beginn von „Der Informant“ weist Sonderbergh darauf hin, dass seine Geschichte zwar auf wahren Begebenheiten fußt, aber ansonsten eigentlich fast alles erfunden sei: „Ätsch!“ Eigentlich hätte er noch hinzufügen können, dass er mal wieder sein übliches Programm herunter geleiert hat und es ihm herzlich egal ist, was sein Publikum davon hält (was ja nicht unbedingt eine schlechte Eigenschaft sein muss): „Ätsch!“

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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

6.0Ganz gut

Soderberghs Film ist Fiktion in der Fiktion. Im Unterschied zu Besseren seiner Zunft ist hier aber nichts mehr zu spüren oder zu sehen von der Lüge auf höchstem Niveau, von Lüge als Mittel des Widerstands und der Subversion. Was bleibt, ist also eine Komödie über einen dreisten Narr, der auf Michael-Crichton-Bücher steht, über das schöne Leben mit vier Porsches in der Garage, über einen notorischen aber charmanten Lügner einen Mensch voller Widersprüche - gut geschrieben, witzig, dabei alles in allem auch ein glatter Film, mit dem man Spaß hat, von dem aber über das Ende hinaus nicht viel bleibt.

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Alle Kritiken (14)


Kommentare — Ganz gut 6.0

Der Film Der Informant! wurde von 36 Mitgliedern bewertet.

daScorp

Bewertung6.5Ganz gut

Das Leben schreibt oft die unglaublichsten Geschichten. Unterhaltsam, witzig und Matt Damon spielt klasse. Irgendwann werden die Lügengeschichten aber ermüdend und zu repetitiv. Sollte man gesehen haben.

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jackthenippel

Bewertung5.5Geht so

Ich habe mich im Vorfeld sehr auf diesen Film gefreut, doch … kennen Sie die aufdringliche Sorte Partymensch, die ihr Verständnis von Spaß quasi-diktatorisch durchsetzen wollen? Sobald jemand beginnt die Aufmerksamkeit mit einem – im Sinne des Partydiktators – partyunkompatiblen Thema auf sich zu ziehen, beeilt er sich mögliches Interesse durch offensive Angriffe auf den interessanteren Gesprächspartner zu unterbinden, in dem er ihn als „Spaßbremse“ brandmarkt. Der Partydiktator möchte jedoch lediglich im Mittelpunkt stehen, bzw. jemand anderen aus dem Mittelpunkt vertreiben, so dass er letztlich auf jeden Fall Recht behält: die beschuldigte „Spaßbremse“ kann sich wegen der Anschuldigung verteidigen und die Stimmung tatsächlich versauen oder dem Spaßdiktator in seiner Version von Party nachgeben. Dies bedeutet: Entweder Mund halten, bis in die letzte Sekunde hinein Konfetti und Luftschlangen nach jeder „partyuntauglichen“ Äußerung werfen oder zwangsweise ein lustiges kleines Partyhütchen aufgesetzt zu bekommen.

Steve Soderbergh spielt in „Der Informant“ durch die Wahl einer miserablen Erzählweise den Partydiktator auf seiner eigenen Party. Doch statt seinen Gästen, Motto und Location zu vertrauen zerstört er alles, beim komplett unnötigen Versuch sie retten zu wollen. Als habe er sich während des Drehs mit den exzellent spielenden Schauspielern zerstritten oder die Lust an der Story verloren, muss er wirklich jede Szene durch „witzige Musik“ oder die Monotone Stimme aus dem Off zerstören. Als vertraue er der Intelligenz des Zuschauers, der packenden Story (in einem an sich langweiligen Umfeld) oder dem hervorragenden Mimikspiel seiner Schauspieler nicht, wirft er jedes Mal eiligst „akustisches Konfetti“ bevor die Szenen von alleine beim Zuschauer zu wirken beginnen.

Man könnte meinen, Soderbergh habe nach dem Dreh das Vertrauen in die Massenkompatibilität der Story verloren, welche auf dem staubtrockenem Terrain der Wirtschaftskriminalität spielt, aber Stück für Stück seine banale tragische Komik entfaltet: Mark Whitacre pockert hoch. Um von den roten Zahlen seines Zuständigkeitsbereichs abzulenken, täuscht er eine Sabotage durch einen Spion der Konkurrenz vor. Seine Vorgesetzten schalten jedoch unerwarteter Weise das FBI ein. Statt nun seinen Bluff zuzugebenn füttert er die FBI Agents nach und nach mit firmen- und brancheninternen Infos über kriminelle Machenschaften ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, dass seine eigenen kriminellen Machenschaften so schlußendlich ans Tageslicht kommen werden.

Soweit die interessante Geschichte, welche komplett ohne Musik oder andere künstliche Aufbereitung funktioniert hätte. Durch die Stimme aus dem Off und die permanente künstliche „Slapstickstimmung“ (Musik) lässt Soderbergh Whitacre jedoch wie einen überdimensionalen Streber-Homer Simpson wirken, für den man kaum Symphatie entwickeln kann, da die Figur jenseits des Plots mit null Leben gefüllt wird. Ich wage mal die Vermutung, dass auf diese Art Emphatie für die Agents erzeugt werden sollte, die sich von der eloquenten und geschwätzigen Art des Protagonisten haben einlullen lassen. Die stilistische Spielerei versaut jedoch eine außergewöhnliche Story, eine exzellente schauspielerische Leistung und die Stimmung des Zuschauers frei nach dem Motto: … lach doch mal du Spaßbremese … möööp möööp …. das war witzig … mööp mööp … kommt eine Frau beim Arzt … ha ha ha … nicht so ne Trauermiene ... JÖÖÖÖÖÖ … Nein!*Hand vorm Kopf schlag* … Laaaaangweeeeeilig … Humbahumbahumba-Tääääterääääää …. KRIIIIITIIIIIIK, KRIIIITIIIIK … die find ich ganz schön SCHIIIIIIIK

Wäre ohne Musik und Stimme aus dem Off ein Kultstreifen geworden. Schade! So wirkt es wie die Eifersüchtelei eines Filmemachers, der seine eigene gelungene Party versaut weil sie auch ohne ihn gut funktioniert hätte ... und weil ers sich scheinbar wegen älterer Meriten erlauben kann.

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jackthenippel

Korrekt: ein Regisseur ist der Konstrukteur seiner Welt. Diese bringt er ins Kino, wodurch er sie objektivierbar macht und ich mir das Recht in Form einer Kritik herausnehmen kann. Ich habe für meine Kritik eine Allegorie benutzt, welche du nicht zu verstehen scheinst. Ich habe nichts gegen formalistische Filme. Im Gegenteil! In diesem Film sind sie nach meiner subjektiven Meinung jedoch "too much", wodurch der Film in seiner Gesamtheit leider ins Mittelmaß rutscht und der Regisseur die perfekte Gesamtleistung der Schauspieler in einigen Szenen in meinen Augen dadurch schmälert. Dennoch: vielen Dank fürs Interesse an meiner Kritik. :)


johnboy1979

ok. Und ich bilde mir auch nicht ein im Besitz der "absoluten Wahrheit" zu sein: Wir haben uns ja nun die gegensätzlichen Standpunkte dargelegt .

P.S. Formal fand ich die Allegorie übrigens gut ;)


maslobojew

Bewertung3.0Schwach

Ich gebe es zu, ich bin gegen Ende mal knapp zehn Minuten weggedöst. Trotzdem maße ich mir mal einen Kommentar an: Selten habe ich einen so matten Streifen gesehen. Eine Komödie will er wohl sein, die mp-Genre-Bezeichnung oben, "Politthriller" (Stand: 08.03.10) ist dagegen wirklich witzig.

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