A Serious Man

A Serious Man (2009), FR/GB/US Laufzeit 106 Minuten, FSK 12, Komödie, Drama, Kinostart 21.01.2010


Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
7.3
Kritiker
63 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6.9
Community
6153 Bewertungen
176 Kommentare
admin image admin trailer admin edit edit group memberships sweep cache Moviemaster:Movie

von Ethan Coen und Joel Coen, mit Michael Stuhlbarg und Richard Kind

Die Tragikomödie A Serious Man von den Coen-Brüdern widmet sich dem katastrophalen Leben eines jüdischen Professors, der das Gefühl hat, von Gott bestraft zu werden – doch wofür?

Das Leben des Mathematik- und Physikprofessors Larry Gopnik (Michael Stuhlbarg), gerät über Nacht aus den Fugen: Seine Frau konfrontiert ihn mit der überraschenden Nachricht, dass sie die Scheidung von ihm will. Von dan an geht es abwärts mit Larry Gopnik. Sein Sohn kifft, die Tochter bestiehlt ihn und sein psychisch labiler Bruder hockt nur noch auf der Couch rum. Und dann droht auch die erhoffte Beförderung ins Stocken zu geraten, da Larry von einem anonymen Briefeschreiber verleumdet wird und ein koreanischer Student, den er hat durchfallen lassen, ihn zu bestechen versucht. Larry beschließt drei Rabbies zu konsultieren, die ihm in seiner Lebenskrise mit ihrem Rat helfen sollen.

Hintergrund & Infos zu A Serious Man
Nach dem düsteren No Country for Old Men und der leicht gehaltenen Komödie Burn After Reading – Wer verbrennt sich hier die Finger? siedelte das regieführende Bruderpaar Ethan Coen und Joel Coen ihren Film A Serious Man in der Mitte zwischen Schwarzer Komödie und ernstem Drama an.

  • 37795279001_1859520561001_th-50616558c7e7b0e40d1672d8-1592194022001
  • 37795279001_1034494303001_th-1034440319001
  • A Serious Man - Bild 6446301
  • A Serious Man - Bild 6446287
  • A Serious Man - Bild 3877772

Mehr Bilder (27) und Videos (6) zu A Serious Man


Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails A Serious Man
Genre
Schwarze Komödie, Tragikomödie, Drama
Zeit
1967
Ort
Kleinstadt
Handlung
Affäre, Alptraum, Autounfall, Bar Mitzwa, Beförderung, Bestechung, Bruder-Bruder-Beziehung, Bruder-Schwester Beziehung, Cannabis, Desillusionierung, Dysfunktionale Familie, Ehemann-Ehefrau-Beziehung, Erpressung, Familie, Geschwister, Glücksspiel, Hilfe, Hilferuf, Hilflosigkeit, Hilfsbereitschaft, Joint, Jude, Judentum, Kiffen, Mathematik, Mathematiker, Mathematikprofessor, Midlife Crisis, Misserfolg, Nachbar, Nackte Frau, Pech, Pechvogel, Physik, Physiker, Professor, Rabbi, Radiogerät, Rat, Rufmord, Scheidung, Scheitern, Schicksalsschlag, Sinn des Lebens, Strafe, Student, Synagoge, Trennung, Unschuldig Verfolgte Person, Untergang, Vater-Sohn-Beziehung, Verlassen Werden, Verlust der Ehefrau
Stimmung
Eigenwillig, Geistreich, Witzig
Verleiher
Tobis Film GmbH & Co. KG
Produktionsfirma
Mike Zoss Productions, Relativity Media, Studio Canal, Working Title Films

Kommentare (165) — Film: A Serious Man


Sortierung

180manGER

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Mittlerweile sollte ich den Großteil der Coen-Filme gesehen haben und mir bleibt nichts anderes übrig, als mein Haupt vor diesen begnadeten Filmemachern zu neigen. Mit was hat man es hier in "A Serious Man" zu tun? Mit einer Transferierung der Hiobsgeschichte in die Moderne? Mit der essentiellen Frage nach dem Sinn von Glauben? Mit einer Bloßstellung und Ironisierung von Religion, Glaubensriten etc.? Mit der Frage, wie Gott Leiden zulassen kann?
Ja, irgendwie schneidet der Film all diese hochkomplizierten und unlösbaren Probleme an... aber eben auf unvergleichliche Coen-Art. Man denkt nur an den 'Parkplatz' oder die Geschichte mit den Zähnen, oder an den alten Rabbi, der Jefferson Airplane zitiert, usw. usf. Das sind Style und bitterste Ironie par excellence. Das Ende - ohne zu viel verraten zu wollen - treibt das dann noch auf die Spitze.
Und trotz dieser Ironie lässt mich der Film nachdenklich zurück. Er ließ mich nach dem berühmten Zitat in Röm 3,5 googlen: "Ist Gott dann nicht ungerecht, wenn er zürnt?". Und natürlich stellt sich die Frage nach der Theodizee für das Judentum wie für keine andere Religion... und schnell kommt man, wie der Film wunderbar komisch veranschaulicht, zum Ergebnis, dass Glaube eine Sache ist, an die man besser nicht rational herangeht. Na dann Glückwunsch bzw. Mazel tov!!! "A Serious Man" schafft es also auf skurill-humoristische Weise zu Grundfragen jedweden Glaubens anzuregen. Aber um den Anfang zu verstehen, muss man wohl sehr intensive Thora-Studien betreiben...

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

tapedogg

Kommentar löschen
Bewertung1.0Ärgerlich

Nur weil er von den Coen Brüdern ist, gebe ich ihn nicht gleich eine gute Bewertung. Total Nerviger Film.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten

Mr.Magoo

Antwort löschen

Ja, die Coen Brüder, so toll! Ich kenne leider von denen keinen einzigen guten Film. Sie werden ihn aber bestimmt noch drehen, denn sie sind ja so toll!


figger

Kommentar löschen
Bewertung2.5Ärgerlich

Tut mir leid aber ich verstehe euch nicht die dennen dieser Film gefällt. Der Film war totlangweillig. Vielleich finde ich das weil ich nur die ersten 40 min geschaut habe aber dort ist nichts passiert. Und am meisten verstehe ich nicht was an dem Film lustig sein soll! Ich fand nichts annähernd lustig!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

taboo

Kommentar löschen
Bewertung5.5Geht so

And when it all comes crashing down.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

Captain_Haddock

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Als hätte Kafka ein Drehbuch geschrieben. Wie "Barton Fink" und "Inside Llewyn Davis" vermittelt dieser Film das perfekte Kafka-Feeling, es gibt keinen anderen Filmemacher, der diese spezifische Athmosphäre der seltsamen Unsicherheit, der trotz oberflächlicher Normalität abgrundtiefen Abartigkeit, der ständigen, scheinbar grundlosen Demütigungen, des totalen Zusammenbruchs eines eigentlich doch stinknormalen Kleinbürgerlebens so perfekt auf die heutige Zeit und die Leinwand übertragen könnte wie die Coen-Brüder. Da ist das "spezifisch jüdische", dieser bizarre Humor, nicht wirklich absurd - die Bezeichnung "absurd" wäre schon wieder viel zu eindeutig, assoziations-beladen - einfach irgendwie "anders", man weiß nie wirklich, ist das wirklich Humor, ist das wirklich zum Lachen oder eher zum Weinen - es wirkt gleichzeitig so kalt, distanziert, und doch so empathisch - wie der arme Larry von seiner Frau abgefertigt, von seinem Nebenbuhler mal so lässig demontiert wird, Szenen, so gestaltet, dass einem jeglicher Rezeptions-Reflex, durch jahrelanges Sehen und somit unbewusstes Erlernen von Hollywood-Klischees eingeimpft, abhanden kommt - man weiß einfach nicht, soll man jetzt Mitleid mit dem armen Mann haben, soll man wütend auf die Frau sein, es ist alles so unbegreiflich. Und dann die ganze Rabbi-Geschichte in ihrem erhaben-lächerlichen Symbolismus - das ist doch reinster Kafka! Religiöse Autoritäten, gleichzeitig mysteriös-unnahbar-übermächtig und doch lächerlich-unfähig, die die Deutungsinstanz über das eigene Leben, die absolute Sinnstiftung zu versprechen scheinen, aber schlicht nicht erreichbar oder vollkommen inkompetent sind oder einfach nur Unsinn brabbeln - Kafkas Schloss in Reinkultur. Und dann der Schluss, dieses Nicht-Ende, für welches "offenes Ende" schon wieder eine viel zu klare und eindeutige Bezeichnung wäre - einfach die vollständige Verunsicherung. Wie der ganze Film. Kein Genuss, furchtbar sperrig, unspektakulär, aber ein wahres Kunstwerk. Furchtbar im Ganzen, witzig im Detail.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

peterpit

Kommentar löschen
Bewertung5.0Geht so

Ich kann mitdiesem jüdischen Zeugs nicht wirklich etwas anfangen, aber ich hatte keinen anderen Film mehr zu Hause und hab ihn mir dann mal angesehen. Fazit: Für n Sonntag Nachmittag ganz okay, aber zeitweise mühsam. Der Humor lässt zu wünschen übrig, das Endergebnis ebenso.

bedenklich? Kommentar gefällt mir 1 Antworten

Troopert

Antwort löschen

Es ist eben schwarzer Humor. Aber ich finde die Kritik and Religion und deren Vertretern und die Verdeutlichung von Leben aufgrund von Zufällen und Subjektivität aller Eindrücke kann man schon übertragen auf "nicht-jüdisches" Leben.


Proloff

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Humor ist wenn man trotzdem lacht. Das Judentum ist schon immer die große Passion der Coens, ähnlich wie bei Scorsese der Katholizismus. In fast allen ihren Filmen spielt es eine Rolle, ob es sich nun um einen jüdischen Schriftsteller (Barton Fink), einen hinterhältigen Buchhalter (Miller's Crossing), oder einen verrückten Vietnamveteran (The Big Lebowski) handelt. In "A Serious Man" steht die Religion un die damit verbundene Kultur diesmal im Mittelpunkt. Und auch wenn scheinbar die Handlung sehr enigmatisch erscheint ist sie doch sehr einfach zu durchschauen... sofern man die Vorlage kennt. Es handelt sich hierbei um die Hiobsgeschichte aus der Tora. Dies ist der Schlüssel zum Verständnis des Films. Wenn man dies mit betrachtet fällt es einen vielleicht leichter die Geschichte zu durchschauen.
Und selbst wenn man nicht alles versteht. Michael Stuhlbarg ist einfach dermaßen grandios, dass ich es nicht fassen kann. Ich verstehe nicht wie Larry seine einzige Hauptrolle sein kann für die er bekannt ist. Das ist schade Stuhlbarg, aber zum Glück ist das dem Film egal. Der Humor ist sehr kafkaesk und somit nicht jedermanns Sache, aber zumindest trifft er meinen Geschmack vollkommen. Für mich "A Serious Man" mit "Miller's Crossing" und "The Big Lebowski" auf einer Ebene.

bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten

MrModicum

Antwort löschen

Stuhlbarg ist hauptsächlich auf der Bühne unterwegs ;)


hallidalli

Kommentar löschen
Bewertung4.0Uninteressant

Als ob er der einzigste wäre bei dem das Leben nicht rund läuft. Die Probleme die er hat sind verhältnismäßig gering, es hätten grössere sein müssen die die Story voranbringen und nicht dahinschleppen lässt.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

Friedsas

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein wirklich sehr schwer zu bewertender Film meiner Meinung. Mit einem nichtssagenden Anfang, einem komischen Ende und einem sehr guten unterhaltsamen aber auch tragischen Mittelteil, der wenn man mal sehen will wieviel Pech jemand in kurzer Zeit bekommen kann sehr gut unterhält.

Natürlich ist die jüdische Sprache und das Setting etwas gewöhnungsbedürftig, aber es sind viele lustige Cameos dabei z.B. Simon "Howard Wollowitz" Helberg als Junior Rabbi der gerne den Parkplatz betrachtet ;)

Ein Film der eindrucksvoll und intelligent zeigt was passiert wenn man "doch nichts getan hat" :D

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten

FriedrichWilhelmIV

Antwort löschen

Der Anfang stellt auch für mich ein Rätsel dar, jedoch habe ich Dybbuk mal gegoogelt und mir den Wikipedia Artikel durchgelesen. Die Seele des Menschen der auf der Erde etwas Unvollbrachtes hinterlassen hat kehrt zurück und heftet sich an einen anderen lebenden (Dann ein Dybbuk) und kontrolliert ihn. Das spielt denk ich mal in den Film hinein, da in dem Leben der Hauptfigur einiges schief läuft ;)

Die Story an sich finde ich fantastisch da meiner Meinung klar angedeutet wird, dass die Religion den Menschen nicht hilft sondern nur verwirrt - wie im Film oft gezeigt ( Da denke ich grade an das Gespräch mit Rabbi Scott "Wollowitz" der sich einen Ast über seine Parkplätze ablabert aber in keinster Weise hilft - eher noch weiter verwirrt.)

Weiter wird immer auch gezeigt, dass der Mensch selber was machen soll und sein eigenes Handeln selbst bestimmen bzw. steuern soll - eben entgegen den Vorstellung des Religion - die beiden Aspekte in Kombination machen den Film so fantastisch :)

Religion hilft nicht und man soll sein Leben selbst in die Hand nehmen :)


Friedsas

Antwort löschen

Also das mit dem Anfang ist ja schön und gut hat aber wie schon geschrieben: Null Bezug zum eigentlichen Film :D Im ganzen Film wird nie wieder ein Dybbuk erwähnt noch das das am Anfang Vorfahren waren oder ähnliches ;)

Ja die Parkplatz Geschichte war ja sogar noch besser als die Geschichte von den Zähnen :D

In soweit habe ich das Ganze schon verstanden ;) Trotzdem ein schwer einzuschätzender Film wie ich finde, auch z.B. wegen dem jüdischen Hintergrund der dann mit der Sprache (Goi, Dybbuk, Rabbi, Gat usw.) und anderem religiösen Ansichten doch für viele (wie für mich auch) teils verwirrendes Neuland ist :D


NewZooYorker

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Ein neurotischer Jude mit vielen, kleinen Problemen. Überforderter Vater, erfolgloser Ehemann, glückloser Gläubiger, "A Serious Man". Die Coens lassen mich hier ziemlich ratlos zurück, Intention oder Bedeutung ihres Filmes schienen wir bis zum Schluss ziemlich karg, als würden sie selber nicht wissen was genau sie sagen wollen. Und das ist auch gut so. Atmosphäre, Schauspieler, Dialoge, Kamera. Bei den Coens muss man nix mehr sagen, sie beherrschen ihr Fachwerk und zeigen es jedes Mal aufs neue. Aber der Inhalt dieses Filmes ist selbst für Coen Verhältnisse einzigartig. Alles ist scheiße, warum hilft Gott uns nicht. Kann er uns überhaupt helfen? Es scheint alles so verdammt sinnlos, ein Problem nach dem anderen tritt auf. Sie lösen sich, und es entstehen neue. "A Serious Man" handelt für mich nach Fragen ohne Antworten. Wer hilft uns? Warum kann das Leben nicht ohne Probleme auskommen? Wo ist Gott? Joel und Ethan Coen beantworten nicht einer dieser Fragen, sie zeigen uns keinen weg und sagen einfach nichts. Sie stellen ihre Charaktere vor Hindernissen und überlassen sie ihrem Schicksal. Ein ungewöhnlich persönliches Werk, was man spürt. Enorm gutes Taktgefühl, ruhig, überlegt und packend. Und dann dieses Ende... Was für ein Film.

bedenklich? 9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

FriedrichWilhelmIV

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein grandioser Streifen !!
Die Religion hilft nicht weiter und der Mensch soll selber was machen :)
Echt super ;)

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Anton Gorodezki

Kommentar löschen
Bewertung3.5Schwach

Da etliche Filme der Coens zu meinen Lieblingsfilmen zählen, hatte ich auch an den "Serious Man" dementsprechende Erwartungen. Nun findet der geschulte Coen-Konsument wiederum einige Charaktere, Bilder und Szenen, die ganz klar nur aus deren Feder kommen können, und die es schließlich ausmachen, warum man sich gerne einen Film der Brüder Coen ansieht; dennoch plätschert die Geschichte leider nur äusserst belanglos vor sich hin, sodaß zumindest ich bei jeder Szene ein Stück mehr das Interesse verlor.

Neben dem Fehlen der sonst üblichen Besetzung - oder auch einer in ähnlicher Qualität - liegt es wohl hauptsächlich daran, dass der Film für nicht-Juden einfach um ein Vielfaches zu jiddisch ist. Etwa jeder 3. Satz ist aufgrund irgendeines spezifischen jüdischen Ausdrucks nicht zur Gänze verständlich, etliche Pointen sind für nicht-Juden nicht als solche erkennbar und irgendwann nervt das Ganze Thema nur noch.

Somit fand ich den Film sehr enttäuschend und kann ihn jedenfalls nicht empfehlen.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

based_god

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Fremdschämen as its best!

Teilweise war es so peinlich den Film anzusehen, dass ich mich in die erste Hälfte von "American Beauty" zurück versetzt fühlte. Es wird mit dem Finger förmlich in die Wunde gedrückt und mit der Kamera in Nahaufnahme darauf gehalten. Das leben des jüdischen Professors Larry wird nicht dekonstruiert. Es ist von Anfang an klar wie beschissen alles ist. Sowohl auf der religiösen als auch auch auf der rationalen Ebene, wenn man so will. Dem Hauptcharakter selbst ist das klar. Er schlafwandelt resigniert durch das Leben. Seinem Sohn, dem der andere Teil des Films gehört, steht ein ähnliches Leben bevor. Und egal was er tut, der Strudel scheint ihn im wahrsten Sinne des Wortes ins Unglück zu ziehen. Schaut euch die letzte Szene an und ihr werdet sehen wie schön sich das verdeutlicht.

Die Coens wissen es dem Zuschauer mit geschicktem Zusammenspiel zwischen "Nahaufnahmen" und "Andeutungen" die höchsttraurige Geschichte trotzdem in einer lustigen Art und Weise zu erzählen. Wobei sie mit "A Serious Man" deutlich weniger zugänglich sind als mit vorherigen Werken...

bedenklich? 9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten

harm4life

Antwort löschen

at its best ;)


The Freewheelin Fonda

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

„Whatever can go wrong will go wrong.“

So richtig warm geworden bin ich zunächst ja nicht mit ,,A serious Man" der in seiner Art selbst für Coen Verhältnisse sehr speziell ist.
Man hat das normale Alltagsleben einer jüdischen Gemeinde in einem kleinen Vorort der USA in den 60ern, voll mit skurrilen Figuren, die alle nicht mehr als ein normales Leben führen wollen.
Der Film wirkt zu seinen Figuren sehr distanziert und eine richtige Nähe zur Hauptperson wird nicht aufgebaut, die schon mehr als zufrieden wäre, wenn sie ein ganz normales Leben mit ihren zwei Kindern und ihrer Frau führen könnte und endlich die Festanstellung als Physikprofessor bekommen würde, doch in einer schwarzen Komödie der Coens kann man sich schon denken, dass es der Hauptfigur Larry alles andere als gut ergehen wird.

Die Coens nehmen den armen Professor regelrecht auseinander, er kommt von einer Tragödie in die nächste und sein Leben gerät innerhalb kürzester Zeit aus den Fugen.

Wieso er?
Wieso trifft es den armen Kerl, der nie etwas böses getan hat?
Wieso muss er um seinen Job bangen, verliert seine Frau und gerät immer tiefer in eine Sinnkrise, für die er letzten Endes Gott die Schuld gibt???

Hier wird der Film interessant, wenn die Frage nach Gott aufgegriffen wird.
Wird Larry von Gott bestraft? Wenn ja wieso und was kann er tun, um ihn wieder friedlich zu stimmen?
Überragend lustig fand ich ,,A serious Man" nicht, doch er wird zu einem interessanten Projekt der beiden Kultbrüder, wenn man tiefer in die Geschehnisse des Films abtaucht, wo man sich mit der Frage nach Gott auseinandersetzt und dem Schicksal des frommen Judens, der nicht weiß, wieso alles in seinem Leben schief läuft und wieso ihm keiner seiner Rabbis eine Antwort auf die Fragen die er hat, geben kann.

"Was dir im Leben am wenigsten hilft, ist Gott.“
(Die eindeutige Endaussage für Larry)

Für mich persönlich ein eher durchschnittliches Werk der Coens, da ich mit der ganzen Distanziertheit zu seinen Figuren eher weniger anfangen konnte, doch die Fragen die der Streifen aufwirft fand ich recht interessant, wenn man ein wenig über das Gesehene nachdenkt, dazu noch ein cooler 60er Soundtrack und ein wirklich PERFEKTES Ende, dessen Schlussszene einfach nicht besser hätte sein können, dafür doch eine gute Bewertung!

bedenklich? 18 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 12 Antworten

Mr. Pink

Antwort löschen

Ah, okay. Aber ein bisschen was bringst du da immer noch durcheinander: Den Härtefall kenne ich noch nicht, aber "Out of Sight" ist ganz sicher alles andere als vergessenswerter Durchschnitt. ;)


The Freewheelin Fonda

Antwort löschen

Nene, die sind beide nicht das Wahre ;)


Frankie Dunn

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ist mir ein Rätsel, warum der so umstritten ist, und lösen werde ich es nicht. Aus meiner Sicht genauso wie Fargo, The Big Lebowski, The Man Who Wasn't There etc ein typisches Coen-Meisterwerk. Viele der negativen Kommentare sind die üblichen, die man auch bei Filmen von Tarantino beispelsweise findet. Da scheint einfach das Verständnis für diese Art von Film zu fehlen, aber mich wundert es, dass auch viele Coen-Begeisterte mit A Serious Man ihre Probleme haben. Der ist doch wirklich grandios auf tieferer Ebene hinsichtlich a) Humor und b) philosophischer Thematik. Aus meiner Sicht in seinem Genre meine Nummer 2 bislang, hinter The Big Lebowski. Denn auch wenn A Serious Man (wie erwähnter Lebowski) durch und durch tragisch sowie nihilistisch ist, ist die Botschaft, der Gedanke dahinter, eine absolut positive. Wie Walter sagen würde: ""fuck it Dude, let's go bowling". Inszenierung und Darsteller könnten nicht besser sein, haben mich sehr überrascht. Gegenüber No Country for Old Men und Burn After Reading haben die Coens hier zudem sowohl Unterhaltungsfaktor als auch Tiefsinnigkeit wieder deutlich hochgeschraubt. Gut so! 10.0 - Lieblingsfilm

--------------------------
Noch was inhaltliches (Achtung Spoiler):
Es geht selbstverständlich um die vergebliche Suche des Menschen nach Antworten auf seine Fragen, nach dem Sinn des Lebens und der eigenen Existenz. Wie bei den Coens üblich entwickelt sich die Geschichte sehr schwarz-humorig. Wer Fragen stellt, wer sich Gedanken macht, wird einfach mitgerissen. "Larry zweifelt, er schafft es nicht das Paradoxe der Welt und des Glaubens zu ertragen. Er will Antworten auf seine Fragen. Alle Rabbis, die er aufsucht, können ihm keine Antwort geben auf die letzten Fragen. Die Kunst des Überlebens drückt sich in der Akzeptanz aus, die Widersprüche des Lebens zu ertragen." (johnboy1979)
Die Coens zelebrieren die Sinnlosigkeit der Welt bzw. das Chaos des Zufalls und platzieren ihre Hauptfiguren im jüdischen Milieu. Vermutlich eine bitterböse Abrechnung mit ihrer eigenen jüdischen Kindheit. Dass sie dabei bis zum Ende konsequent bleiben und Larry kein Erbarmen bekommt, versteht sich von selbst. Für mich ist das der beste Film der Coens - auch wenn mir The Big Lebowski selbstverständlich bessere Laune auf die Mimik zaubert und weitaus tiefer ist als allgemein angenommen.

Ein guter Artikel zum Film, der es wert ist von Beginn bis Ende gelesen zu werden, findet sich übrigens hier: http://www.spiegel.de/kultur/kino/coen-film-a-serious-man-himmel-wo-bist-du-a-672685.html

"Mit diesem steten Wandel, dieser Veränderung, die immer dann über einen hereinbricht, wenn man es sich gerade so richtig gemütlich gemacht hat, muss der Mensch ganz alleine klarkommen, das macht dieser erwachsenste und abgründigste aller Coen-Filme unmissverständlich klar."

Allerdings muss ergänzt werden, dass die wahre Sinnlosigkeit sich gerade dadurch kennzeichnet, dass Larry nicht ausschließlich schlechte Dinge passieren, auch wenn es nach und nach mit seinem Leben abwärts geht. Es geschehen schlichtweg Zufälle, wie überall auf der Welt. Chaos regiert. Filme versuchen normalerweise, der Überzeugungskraft der Story wegen, Geschichten zu erzählen, bei denen ein Ereignis logisch auf das andere folgt. Entstehen Story-Lücken, passieren zu viele Zufälle, wird die Geschichte als sinnlos und schlecht geschrieben empfunden. Zurecht, denn es kennzeichnet Qualitätsmängel der Drehbuchautoren. Das Leben jedoch ist geprägt von Zufällen, von unlogischen Ereignissen kleiner und größerer Art. A Serious Man deckt das ab und ist nicht nur vom Drehbuch her, sondern in jeder Hinsicht ein grandioser Film, den ich als ganz großes Kino anpreisen möchte.

bedenklich? 9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 15 Antworten

Frankie Dunn

Antwort löschen

Man kann Tarantinos Filmen einiges vorwerfen. Wenn man mit dem langsamen Tempo nicht klar kommt, wenn man klare Storys und Inhalte möchte...ist man vielleicht an der falschen Adresse. Die Gewaltdarstellung kann auch stören. Dass er ein guter Regisseur ist und stilvolle Dialoge schreiben+stilvolle Szenen verfilmen kann, lässt sich aber nicht bestreiten. Diese Art von Film ist nicht jedermanns Sache - die Coens sind wohl noch spezieller als Tarantino - und dann weichen eben einige grundsätzlich bei solchen Filmen mit ihrer Wertung deutlich nach unten ab. Der Punkt, um den es mir ging, war der, dass A Serious Man aus meiner Sicht ein typischer Coen ist, sicher noch spezieller und schwieriger als Fargo oder The Big Lebowski, aber eben ein typischer Coen. Daher hat es mich verwundert, dass viele Leute, die eigentlich solch einen Geschmack haben, mit diesem Film nicht viel anfangen können.

@ Laserdance
Kill Bill mag ich sehr gerne, speziell den langsameren zweiten Western-Teil. Auch da gilt wieder: Wenn man für diese Art der Langsamkeit, des Stils, der Musik und Atmosphäre etwas übrig hat, mag man diese Filme. Natürlich ist das individuell von Film zu Film unterschiedlich. Death Proof hat mich nicht überzeugt und Django Unchained fand ich auch nicht besonders. Dafür Kill Bill und die Basterds. Ich könnte im Detail erläutern, warum/wieso/weshalb, aber das würde den Rahmen sprengen. Und beim zweiten, dritten Ansehen nimmt man einen Film dann wiederum etwas anders wahr und manch Gedanke verändert sich. Es ging mir nur darum, dass manche Leute mit solchen Filme grundsätzlich nichts anfangen können. Bei Leuten, die Tarantino oder die Coens mögen, wundert es mich, wenn Filme, die zu meinen Lieblingen von ihnen gehören, von vielen nicht begeistert aufgenommen werden. So wie dieser hier.

"Sicher haben Tarantino und die Coens Super Filme gemacht. Aber ich finde zb seit Ladykillers kam auch nicht mehr viel von den Coens. Immerhin aus 2004. True Grid war noch ganz ok. Hat mich aber echt nicht umgehauen."

Ladykillers gilt ja als einer ihrer schlechteren Filme. Habe ich noch nicht gesehen, aber meine Erwartungen sind nicht hoch. Danach folgten 5 weitere. No Country for Old Men hat mich auch nicht begeistert, aber den als schlecht zu bezeichnen, wäre falsch. Da steckt ordentlich Qualität drin und viele mögen diesen Film. Burn After Reading hat ganz sicher auch was, selbst wenn es nicht die ganz große Nummer ist. Wenn du andere Regisseure kennst, die solch gute Komödien drehen, sag Bescheid. Für mich sind das Filme der Güteklassen A und B, weit über dem, was die meisten Menschen sich normalerweise im Kino ansehen. A Serious Man finde ich wie gesagt großartig. Die letzen beiden Filme fehlen mir noch, aber schlecht sind die Reaktionen auch nicht darauf. Ich kann nicht erkennen, dass die Coens in den letzten 10 Jahren nichts mehr auf die Reihe bekommen haben.

------------------------
"Drittens. Tarantino und die Coens mehr oder weniger zu vergleichen ist Blödsinn. Alleine wenn man sich den Bekannheitsgrad und Zielgruppen ansieht. Fast jeder, der die Coens schätzt beschäftigt sich in irgendeiner Weise etwas intensiver mit Film. 16 Jährige Hipster haben keine Ahnung von Filmkunst und machen das nach was cool ist. In dem Fall ist es Tarantino und Nolan."
Dem stimme ich zu. Nennen wir es mal "Mainstream", von mir aus auch Hipster. Dann gibt es immer Stars, Filme, Regisseure, die gerade "in" sind und daher besonders bei Leuten beliebt sind, die ebenfalls in sein wollen und die neuesten Trends mitmachen. Da zählen die Coens zum Glück noch nicht zu und wenn sie weiter solche Filme machen, wird das auch nicht passieren. Tarantinos oder Nolans Filme sind deutlich leichter zu genießen, wenn man nur ein oberflächliches Interesse an Filmen hat. Ich möchte aber auch Tarantino (Nolan im Grunde auch) verteidigen: Nur weil sich die Zielgruppe Ende der 90er oder später deutlich vergrößert hat, muss das nicht heißen, dass seine Filme schlechter geworden sind, oder für "Cineasten" nicht mehr geeignet sind. Da ist schon Qualität vorhanden. Bezüglich des Themas kann ich Alligatoahs Song "Meine Band" empfehlen (https://www.youtube.com/watch?v=8AHPi1zmxwU). Künstler auf einmal nicht mehr zu mögen, weil der Mainstream sie entdeckt hat, macht keinen Sinn. Man sollte solche Dinge möglichst ausblenden. Scorsese ist übrigens noch so ein Regisseur, der sich irgendwo zwischen Mainstream und Cineasten bewegt. In letzter Zeit dann eher mit Werken, die auf den Mainstream abzielen. Ich zähle sie alle zu meinen Lieblingsregisseuren, habe aber bei jedem einzelnen Favoriten und Filme, die mir weniger gut gefallen, auch wenn die Masse sie mag.
---------------
@Laserdance
Es ist ein Todschlagsargument. Man kann aber, sofern man es kann, auch ins Detail gehen und darlegen, was man an einem Film besonders gut finden und würdigen kann, um dann zu schauen, ob die Person diese Elemente überhaupt wahrgenommen hat. Falls nein, kann das diverse Gründe haben. Muss nicht immer gleich Dummheit sein ;) Aber es ist nun mal so, dass manche Filme anspruchsvoller sind als andere. Und generell muss man in der richtigen Stimmung für einen Film sein und sich auf ihn konzentrieren, um Atmosphäre und Details wahrzunehmen. Macht man das, trennt sich - zumindest bei mir - die Spreu vom Weizen. Keiner der Coen-Filme gefiel mir von Sekunde 1 ;) Die brauchen alle ne lange Anlaufzeit und wenn man während dieser mit Interesse dranbleibt, wird man (ich zumindest) später mehr als nur ordentlich dafür belohnt. A Serious Man ist ein besonders extremes Beispiel. Man muss sich da "reinarbeiten".

Ansonsten stimme ich dir aber zu. Man muss nicht alle Gedankengänge im Detail erläutern. Ansonsten würden meine Kommentare die Seite hier sprengen, denn während 120 Minuten Film kann man sehr viel nachdenken.


Laserdance

Antwort löschen

Die meisten Coen Filme die ich Super finde. Fand ich eigentlich auch schnell sehr gut. Wobei ich da eh anders rangehe. Ein Film muss mich unterhalten. Und wenn ich mich dann 40-50 Minuten Langweile das wars auch meistens für den Film. :-)


MurmelTV

Kommentar löschen
Bewertung3.0Schwach

Möchte ich einen solchen Film, rein über das Leben sehen? Die Antwort war gestern ein ganz klares "Nein".

Ich kann die Faszination der meisten vollkommen nachvollziehen. Die Coens liefern mit "A Serious Man" ein Werk ab, das ausschließlich das Leben eines Mannes zeigt, welches nicht wirklich interessant ist. Es passieren zwar hier und da tragische und merkwürdige Dinge, doch ist es ein gewöhnliches Leben. Er ist ein Professor der Physik, hat (noch) eine Frau und zwei Kinder, die mit dem Geiste stets woanders sind. Eigentlich (leider) ein typisches Bild für heutige Zeiten. Das macht den Film garantiert für viele so interessant und grandios: Er spiegelt das heutige Leben wieder.

Mich hat der Film leider auf keiner Ebene gepackt. Es gab hier und da schöne Aufnahmen, aber mehr war da für mich nicht drin. Ich fühlte mich nicht in die Welt des Physikprofessors mitgenommen. Es kam mir vor wie eine langweilige Geschichte, die ich mir auf einem Geburtstagsfeier mit vielen alten Menschen anhören müsste: Weder passiert etwas, noch interessiert mich die Handlung.

Sehr schade, doch bei den Coens und mir ist es immer das gleiche: Entweder der Film spricht mich zu 100% an oder rein gar nicht. "A Serious Man" fällt da leider in die zweite Rubrik.

bedenklich? 9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

vanilla

Kommentar löschen
Bewertung1.0Ärgerlich

Are you SERIOUS MAN??????
Was soll denn das bitte für ein todlangweiliger, jiddischer Haufen Mistfilm sein???
Der Anfang in der Hütte lies mich auf einen guten Film mit toller Geschichte und einigen Wendungen hoffen. Ich wurde bitter enttäuscht und das auch noch von den Coen-brothers, von denen ich eigentlich immer was gutes zu Gesicht bekomme.
Schade, denn hier gibt es rein gar nichts zu sehen.
Keine Wendungen, keine gescheite Story, keine vernünftigen Schauspieler und nichts zu lachen.
Alles wirkt so lieblos.
Wollte man sich über den jüdischen Glauben lustig machen???
Lustig war es nicht und schon gar nicht interessant.
Vielleicht ist es gewollt???
Dass müssen sie sich aber über das Produkt im Endeffekt nicht wundern.
Warum kommt er bei MP und den Kritikern noch so gut weg???
Unverständlich.
Egal, für mich ist der Film ein Totalausfall, den ich keinem weiterempfehlen würde, nicht mal den hartgesottenen Coen-Fans.

bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 4 Antworten

MrModicum

Antwort löschen

Unverständlich, warum Menschen eine andere Meinung haben als ich !


vanilla

Antwort löschen

versteh ich auch nicht, muss wohl ein Fehler in der Matrix sein;-)


RolfMuller

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Eingang des Films hatte ich zugegebenermaßen meine Probleme. Mir wollte einfach nicht einleuchten, worum es hier geht. Die bestechenden Bilder, die von den Gebrüder Coen gewohnt toll herausgearbeiteten Charaktere und der schöne Soundtrack bewegten mich aber dazu bei diesem Film zu bleiben.

Nach der Hälfte des Films ist es mir bewusst geworden. Es geht "nur" um das Leben. So einfach und so kompliziert es manchmal sein kann. So gelenkt und chaotisch es manchmal zugeht. Und so ist auch der Film. Er ist unberechenbar, wie das Leben selbst. Das Unberechenbare was unserem Dasein die Würze verleiht funktioniert in dieser filmischen Umsetzung allerdings nur bedingt. Auch wenn das Gezeigte nicht uninteressant ist, so ist es leider auch wenig spannend. Sympathisch aber ist es allemal.

Und nun mal ehrlich, in jedem von uns steckt doch ein Larry. Ein ewig Getriebener, der Antworten sucht und nur noch mehr Fragen vorgesetzt bekommt. Einer, der Probleme lösen will und damit weiteren den Weg bereitet.

So , ich muss jetzt auch wieder los! Antworten suchen! Bis dahin!

bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Mr. Pink

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

When the Truth is found to be Lies,
And all the Joy within you dies,
Don't you want somebody to love?
Don't you need somebody to love?
Wouldn't you love somebody to love?
You better find somebody to love!

Nach ihrem Oscargewinner "No Country for old Men" und der starbesetzten Komödie "Burn after reading" drehten Ethan und Joel Coen 2009 diesen kleinen, aber sehr feinen Film. Ohne große Namen und ohne viel Tamtam, scheint "A serious Man" dabei doch der unbekannteste, vielleicht der meist unterschätzte, möglicherweise der persönlichste und ganz sicher der beste Film der beiden Brüder zu sein. So darf man hier den Physikprofessor Larry Gopnik dabei begleiten, wenn sein Leben komplett den Bach runtergeht. Seine Frau will die Scheidung, kompromittierende Briefe und erpresserische Studenten gefährden seinen Job, seine Kinder sind höchstens noch körperlich anwesend und sein arbeitsloser, kranker Bruder dafür viel zu sehr. Als moderner Hiob frei nach Murphy's Law muss der arme Larry das alles irgendwie ertragen, ohne selber durchzudrehen. "A serious Man" zeigt dabei, geprägt von der Herkunft der Coens, nicht nur auf interessante Weise, wie es ist in den späten 60ern und frühen 70ern als Jude in den USA aufzuwachsen, sondern ist auch ein unheimlich witziger Film. Die ganz großen Lacher bleiben zwar aus - im Grunde gleicht der Film eher einer klassischen Tragödie, man hat Mitleid mit dem Protagonisten und denkt über das Geschehen nach - aber die Dialoge und Handlungsentwicklungen zaubern mir hier wirklich durchgängig ein breites Grinsen ins Gesicht, weil alles so vollkommen absurd ist. Die Charaktere leben voll und ganz in ihrer eigenen, kleinen Welt. In einer Welt voll schräger Traumfantasien, surrealistischer Kissen und flacher Trivialitäten, die ungeheuer frisch aufbereitet werden. Dazu muss hier natürlich noch die musikalische Untermalung erwähnt werden. Denn die Stücke von Grace Slick und Carter Burwell machen den Film erst richtig gemütlich und fangen die Stimmung der porträtierten Zeit zusammen mit der wieder einmal fantastischen Kameraarbeit von Coen-Stammkollaborateur Roger Deakins perfekt ein. Ein leiser, subtiler Film, der aber kraftvoll nachwirkt, wenn man es ihm gestattet.

"I've tried to be a serious man, you know? Tried to do right, be a member of the community, raise the...Danny, Sarah, they both go to school, Hebrew school, a good breakfast... Well, Danny goes to Hebrew school. Sarah doesn't have time, she mostly washes her hair."

bedenklich? 11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 6 Antworten

Mikasa

Antwort löschen

Schöner Kommentar! Ja, vieles ist absurd, aber besonders witzig fand ich den Film eigentlich nie. Er hat mich ehrlich gesagt ziemlich runtergezogen. Denn: Egal, wie sehr Larry versucht sein Leben auf die Reihe zu bringen, es geht unweigerlich bergab. Er bleibt positiv, versucht das Gute zu sehen, versucht durchzukommen. Obwohl es ihm selbst nicht gut geht, bleibt er hilfsbereit, z.B. gegenüber seinem Bruder, der Hilfe braucht. Und es trifft ihn umso erbarmungsloser. Man denke nur an den Telefonanruf gegen Ende. Heftig. Ich fand das wahnsinnig deprimierend, egal wie sehr du dich dagegen stemmst, du kannst nichts machen.


Mr. Pink

Antwort löschen

Du hast recht. Der Film stimmt schon sehr nachdenklich, habe ich ja auch geschrieben. Aber so wie Larry immer das Gute sehen will, habe ich in dieser Tragödie trotz allem auch viele komische Momente gefunden. Aber der Humor ist hier natürlich wirklich schon sehr, sehr schwarz.


ezemeze

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Ein Film, der in seiner Stille doch gewaltig ist und das Leben und den persönlichen Struggle den jeder so hat beispielhaft am Protagonisten aufzeigt. Das Leben ist nicht fair und gerecht, wohl eher ist es einfach nur das Leben und das bringt dieses Werk wunderbar hervor. Als Zuschauer stellt man sich die Frage "Ja wann? Wann läuft das Fass des Protagonisten über?." Ich finde den Film überhaupt nicht depressiv, vielmehr ist er schnörkellos indem er die Stumpfheit des Lebens um einen herum definiert. Zwar kann man sich vermeintlich sicher fühlen in den vorgefassten geordneten Strukturen, dem Netz, jedoch ist und bleibt das Leben was es ist: Chaos, ungerechtes Chaos und jeder muss irgendwie damit klarkommen. Und dieser Film schafft es dabei auch noch jeder noch so extremen wie absurden Situation eine gewisse Komik abzuringen. Katastrophe und Banalität tragen auch Humor in sich. Erst hab ich "A serious Man" doch nur 8 Punkte geben wollen, aber ich hab dann mit mir selbst gehadert und ihm dann doch 9 Punkte gegeben. Diese Entscheidungsfindung passt auch irgendwie zum Film. Den Schluß fand ich doof. Aber es soll so sein. Man hat da keine Hand drüber. Ich habe viel und herzlich gelacht.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten

Sven - Friedrich Wiese

Antwort löschen

Super Kommi.



Fans dieses Films mögen auch