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A Serious Man

A Serious Man (2009), FR/GB/US Laufzeit 106 Minuten, FSK 12, Komödie, Drama, Kinostart 21.01.2010


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7.3
Kritiker
63 Bewertungen
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6.9
Community
5907 Bewertungen
202 Kommentare
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von Ethan Coen und Joel Coen, mit Michael Stuhlbarg und Richard Kind

Die Tragikomödie A Serious Man von den Coen-Brüdern widmet sich dem katastrophalen Leben eines jüdischen Professors, der das Gefühl hat, von Gott bestraft zu werden – doch wofür?

Das Leben des Mathematik- und Physikprofessors Larry Gopnik (Michael Stuhlbarg), gerät über Nacht aus den Fugen: Seine Frau konfrontiert ihn mit der überraschenden Nachricht, dass sie die Scheidung von ihm will. Von dan an geht es abwärts mit Larry Gopnik. Sein Sohn kifft, die Tochter bestiehlt ihn und sein psychisch labiler Bruder hockt nur noch auf der Couch rum. Und dann droht auch die erhoffte Beförderung ins Stocken zu geraten, da Larry von einem anonymen Briefeschreiber verleumdet wird und ein koreanischer Student, den er hat durchfallen lassen, ihn zu bestechen versucht. Larry beschließt drei Rabbies zu konsultieren, die ihm in seiner Lebenskrise mit ihrem Rat helfen sollen.

Hintergrund & Infos zu A Serious Man
Nach dem düsteren No Country for Old Men und der leicht gehaltenen Komödie Burn After Reading – Wer verbrennt sich hier die Finger? siedelte das regieführende Bruderpaar Ethan Coen und Joel Coen ihren Film A Serious Man in der Mitte zwischen Schwarzer Komödie und ernstem Drama an.

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Mehr Bilder (27) und Videos (6) zu A Serious Man


Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails A Serious Man
Genre
Schwarze Komödie, Tragikomödie, Drama
Zeit
1967
Ort
Kleinstadt
Handlung
Affäre, Alptraum, Autounfall, Bar Mitzwa, Beförderung, Bestechung, Bruder-Bruder-Beziehung, Bruder-Schwester Beziehung, Cannabis, Desillusionierung, Dysfunktionale Familie, Ehemann-Ehefrau-Beziehung, Erpressung, Familie, Geschwister, Glücksspiel, Hilfe, Hilferuf, Hilflosigkeit, Hilfsbereitschaft, Joint, Jude, Judentum, Kiffen, Mathematik, Mathematiker, Mathematikprofessor, Midlife Crisis, Misserfolg, Nachbar, Nackte Frau, Pech, Pechvogel, Physik, Physiker, Professor, Rabbi, Radiogerät, Rat, Rufmord, Scheidung, Scheitern, Schicksalsschlag, Sinn des Lebens, Strafe, Student, Synagoge, Trennung, Unschuldig Verfolgte Person, Untergang, Vater-Sohn-Beziehung, Verlassen Werden, Verlust der Ehefrau
Stimmung
Eigenwillig, Geistreich, Witzig
Verleiher
Tobis Film GmbH & Co. KG
Produktionsfirma
Mike Zoss Productions, Relativity Media, Studio Canal, Working Title Films

Kritiken (40) — Film: A Serious Man

Fricki76: Asianfilmweb.de

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7.0Sehenswert

Ich liebe die Coens und mehrere ihrer Werke zählen zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Aber es fällt mir schwer diesen Film zu lieben. Er ist nicht schlecht und hat viele Parallelen zu anderen Coen Filmen. Dennoch: Der durchaus vorhandene skurrile Humor und Charaktere haben nicht die Brillanz anderer Meisterwerke, die die Coens geschaffen haben. Vielleicht ist mir die Aussage des Films ja zu still, zu wenig pointiert und überlässt mir zu viel Interpretation. Vielleicht passiert einfach zu wenig aufregendes, ich weiss es nicht so richtig... Ich hoffe aber, dass die Coens für mich nicht einen Trend Richtung unten bekommen. Noch solide Filme, aber nicht mehr das Niveau von früheren Werken. Das fände ich sehr schade. Aber für das nächste anstehende Projekt "True Grit" mit dem grandiosen Jeff Bridges bin ich zuversichtlich....

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JackoXL: Die Drei Muscheln

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8.0Ausgezeichnet

Nachdem die Coens bei "Burn After Reading" eine starbesetzte Nummernrevue abgebrannt haben, kommt jetzt wieder eine Produktion ganz gegen den Strich. Total unbekannte Besetzung und eine Story, mit der man an den Kinokassen keine Rekorde einreißt. Aber genau das macht sie so stark. Die Geschichte eines bemitleidenswerten Nerds, dem auf einen Schlag sein gesamtes spießiges Kartenhaus zusammenbricht, ist einfach hinreißend erzählt. Ohne ein einziges mal auf platte Zoten zu setzten, enstehen zum Teil wahnsinnig komische Situationen, denen immer eine gewisse Tragik mitschwingt. Skurril und extrem liebenswert.

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the gaffer: the-gaffer.de

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7.0Sehenswert

Der Nachfolger von “Burn After Reading” hat zweifellos mehr food for thought, weniger Groteskerie für die Lachmuskeln zu bieten. Dafür ist “A Serious Man” ein auf der Handlungsebene weniger in sich abgeschlossenes Werk, das mehr noch als die letzten Filme der Brüder nach Interpretation und damit dem Wohlwollen der Zuschauer/Fans ruft.

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stuforcedyou: Die Drei Muscheln, CinemaFo...

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8.0Ausgezeichnet

Ich mag die Coens. Ich mag ihre Unberechenbarkeit. Gerade noch drehen sie eine Sause mit einem Cast voller Topstars und dann präsentieren sie eine kleine, feine Tragikkomödie mit talentierten, aber absolut unbekannten Darstellern.
„A Serious Man“ gehört zu den Coen-Filmen, die den Zuschauer ratlos zurücklassen. Was sollte dieser seltsame Prolog? Was passiert denn nun mit der Hauptfigur? Was hat es mit dem seltsamen Nachbarn auf sich? Ähnlich wie bei „Barton Fink“ oder „No Country for Old Men“ affizieren die Regie-Brüder die Erwartungen des Zuschauers. Man muss diese Art von Film schon wirklich sehr mögen, um mit „A Serious Man“ etwas anfangen zu können. Dann ist aber auch dieser Coen-Film sehenswert, vor allem weil Kamera-Ass Roger Deakins die suburbane Welt der 1967er perfekt einfängt und der unterschwellige, leise Humor der Coens immer wieder gut funktioniert.

Ein Tipp: Auf der DVD befindet sich ein Special, dass kurz und knapp alle jüdischen Begriffe erklärt, die im Film vorkommen. Es ist wirklich empfehlenswert sich dieses Special vorm Film anzusehen, ansonsten wird der Film stellenweise absolut unverständlich. Zumindest war es für mich als Atheist so.

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Sonse

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Der Theorie hänge ich an.
Man erbt halt immer nur den Mist. ;)


johnboy1979

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Ich glaube es geht nicht um einen Fluch. Vielmehr um die Darstellung des Grotesken. Die Frau hat für sich beschlossen, dass dieser Mann, der da sitzt, der Dibbuk ist. Egal was ihr Ehemann und der Alte selbst vorbringt, nichts kann sie von dieser Meinung abbringen. Sogar als das Blut schon das Gegenteil beweist, nämlich dass er ein Mensch aus Fleisch und Blut ist, selbst dann veharrt sie auf ihrer Überzeugung. Stur hat sie ihren Entschluss gefasst, und so gibt sie dem Leben Sinn, weil sie fest an ihrer Überzeugung festhält: Sie zweifelt nicht, obwohl sie allen Grund zum Zweifel haben sollte bevor sie ihm ein Messer in die Brust jagt.
Den Sinn den Larry verzweifelt sucht, findet die Frau im Prolog durch die Einsicht, dass nur der Mensch Sinn gibt. Larry zweifelt, er schafft es nicht das Paradoxe der Welt und des Glaubens zu ertragen. Er will Antworten auf seine Fragen. Alle Rabbis, die er aufsucht, können ihm keine Antwort geben auf die letzten Fragen. Die Kunst des Überlebens drückt sich in der Akzeptanz aus, die Widersprüche des Lebens zu ertragen. Ohne ein hohes Maß an Ignorranz ist die Welt einfach nicht zu ertragen. Der Prolog ist das Beste Beispiel dafür: Ein Zweifel wird an der Überzeugung nicht zugelassen, dies würde eine verhängnissvolle Ketteraktion auslösen, welche das ganze sinngebende System mit in den Abgrund reißen würde. Der Widerspruch muss ertragen werden, um nicht selbst in den Abgrund gerissen zu werden. Hinter der dünnen Fassade des Sinns lauert das Chaos.


Corsovilla: SchönerDenken

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8.5Ausgezeichnet

Larry will nur tun, was richtig ist. Aber Larry ist ein ein überrumpelter Mann, sein Leben entgleitet ihm an verschiedenen Fronten, seine Frau will ihn verlassen, seine Kinder sind mit Drogen oder Haarewaschen beschäftigt, seine Verwandtschaft lässt sich auf Glücksspiele mit der Mafia ein, anonym wird er auf der Universität angeschwärzt. Und das sind alles nur Vorgeplänkel. Den Coens gelingt mit diesem period picture der 60er wieder ein wunderbarer Film, eine handwerklich hochklassige Gratwanderung mit perfektem Spannungsbogen, die zeigt, dass auch in einer jüdischen Gemeinde die Menschliche Komödie am besten mit schwarzem Humor erzählt wird. Allein die Anekdote im Prolog ist schon die Eintrittskarte wert. (Mehr im Podcast)

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A.Stäheli: Neue Zürcher Zeitung A.Stäheli: Neue Zürcher Zeitung

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8.5Ausgezeichnet

Dass die Zeichnung der Charaktere in diesem Film wieder einmal speziell prägnant ausgefallen ist, liegt nicht nur an dem hervorragenden Ensemble, das die Coens vor der Kamera zusammengebracht haben, sondern auch an der Tatsache, dass sie nach all den Rollen für George Clooney auf die Magie der Stars verzichtet haben. In den leicht hyperrealen Bildern von Kameramann Roger Deakins, die den leisen Wahn gutbürgerlichen Mittelmasses und den sanften Grusel der sechziger Jahre in hellen Blau-Olive-Tönen einfangen, finden sich die Figuren dieses Kosmos in einer lichten, gläsernen und modern-kantigen Welt gefangen, durch die sie ziellos treiben wie Fische durch ein Aquarium.

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beetFreeQ: http://blog.freeqnet.de/

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9.0Herausragend

“A Serious Man” ist keine Komödie, in der an jeder Ecke ein riesiger Lacher lauert. Der Humor ist wie auch die sich gemächlich entwickelnde Story generell verhalten und hintergründig. Die Coens machten in gewisser Weise hiermit auch einen Schritt zurück zu ihren filmischen Wurzeln, denn solch kreative Ideen, verschrobene Szenarien und skurrile Sub-Plots hat man in ihren Filmen lange nicht mehr gesehen. Zudem spielt die wunderbar ausgewählte Musik[2] wieder eine größere Rolle, als man auf den ersten Blick annehmen mag.

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Khitos: Kälte Reich

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7.0Sehenswert

[...] A Serious Man ist eine ruhig erzählte, von Zeit zu Zeit immer besser werdende, mit einem tollen Soundtrack bestückte Parabel auf das Leben und die Hiobsbotschaften, die es mit sich bringt. Es kann nicht immer gut, aber sehr wohl immer schlecht verlaufen. Und erblickt man die erste gute Nachricht seit gefühlten Jahren, so wird einem dieser Glücksmoment vom Leben genommen. Wer ist daran Schuld? Hat überhaupt jemand Schuld? Ist es Gott, der gerade dich ausgewählt hat, um zu leiden oder ist es purer Zufall der Natur, die aus unerklärlichen Faktoren alles gegen dich wenden lässt. Der Interpretationsspielraum ist groß und wird einem subjektiv schwer fallen. Gerade Larry Gopnik will alles durch die Mathematik erklären, es ist die Basis für den Großteil seines Lebens. Aber die (Er-)Lösung für sein Leben hat er noch nicht gefunden.

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Ulrich Behrens

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10.0Herausragend

Die Hiobsbotschaft – vielleicht ist das der Film selbst. Die Coens bugsieren uns in die Rolle des Interpreten, des Direktors, des Allmächtigen, der wir nun gerecht werden sollen. Oder wir lassen es einfach. "A Serious Man" glänzt vor trockenem Humor in einer Tragik, die meinem Gefühl nach wenig mit Tragischem zu tun hat, sondern mehr mit der Frage, wie wir unser Leben verstehen. Larry trifft der strafende Gott – aber nur über diese Geschichte und vor allem uns. Das kann am Schluss gut ausgehen oder auch nicht. Wie bei uns. Roger Deakins fasziniert mich mit den schönen, manchmal hübsch-hässlichen Bildern, ab und an in den Farben der 60er Jahre, und ergänzt damit die skurrilen Figuren der Coens in überzeugender Weise. Diese Skurrilität geht bis in die Dialoge, seien sie nun zu Ende geführt oder nicht, wie meistens in diesem Film.

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Evie: www.inderzange.de

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2.0Ärgerlich

“A Serious Man”, der neue Film der Coen Brothers, will uns in die Welt der 60er entführen und uns etwas über einen jüdischen Mann und seine Gemeinde erzählen. Nach dem für mich sehr enttäuschenden “Burn after Reading”, ahnte ich schon fast das dieser Film ähnlich schlecht ausfallen würde. Obwohl mir der Film als rabenschwarze groteske Komödie beschrieben wurde, mit einer Neuenddeckung in der Hauptrolle und wirklich schrägen Charakteren. Ich war zwar nicht gespannt, aber neugierig, besonders nach dem Trailer, der ja ganz gut war.

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StuckInside

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Du magst Recht haben.....mit Lebenerfahrung hat es wirklich nicht viel tuen, da ich den Film genial finde und selber erst 23 bin......aber mit Reife, (und wie weiter unten schon erwähnt) Intellekt und Intelligenz hat es enorm viel zu tuen....
Und ich kann dich bezüglich deiner gelesen Review beruhig, der Film ist eine groteske rabenschwarze Komödie mit skurrilen Charakteren, wie sie im Buche steht.
Allerdings wundert mich nach besuchens deiner URL wirklich garnichts mehr.
Wie kann man z.B. Ananas Express besser bewerten als Hangover, oder die 3te Dexter Staffel schlechter als die ersten beiden, oder Sunshine generell ziemlich schlecht, Cloverfield generell ziemlich gut...:D :D
Wenigsten bei Inglourious Basterds war der Seitenbetreiber sich mit 9/10 Punkten relativ sicher.....
Eine wirklich merkwürdige Seite mit absolut dummen Bewertungen.....ist echt einen Besuch wert.


moench_gmbh_co

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scheint so als sei der film mit zu viel denken verbunden, weswegen er dir nicht gefaellt. Es ist ja eindeutig das du in deine Punkte verteilung nur die feel-good points nach dem film einfliessen laesst(zumindest in diesem fall).
Und da ham wirs schon wieder mit scheiss Moviepilot. Jeder der will darf Kommentare als Kritiker abgeben und die seite ist mitlerweile scheisse verbuggt und ueberhaupt. (sry meinen frust auf die seite in des comment packen zu muessen)


Kaltduscher: MoviezKult.de

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7.5Sehenswert

[...]"A Serious Man" ist ein Kuriosum, ein Sammelsurium mysteriöser Ereignisse, eine wundervolle Parabel mit einer echten Neuentdeckung in der Hauptrolle.

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Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...

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7.0Sehenswert

[...]Um es auf den Punkt zu bringen: Mit „A Serious Man“ machen die beiden Brüder wieder das richtig, was sie in ihrem letzten Film so schmerzlich vermissen ließen, der seinen Höhepunkt tragischerweise dann erreicht, wenn er in seinen letzten Zügen liegt – was natürlich viel zu spät ist. „A Serious Man“ hingegen bleibt, was den Wortwitz und die zahlreichen wohl platzierten Spitzen angeht, auf gleichbleibend hohem Niveau. Vielleicht hätte Larry Gopniks in seinem Leben einfach nicht so ernst sein sollen. Seine Schöpfer haben es ja durchaus versucht, aber noch nicht einmal mit seiner Mrs. Robinson die da nackt und mit Joint und Eistee bewaffnet im Garten liegt und die nur auf Larry zu warten scheint, kann der Kerl etwas anfangen. Apropos Schöpfer, da haben wir es doch: Es ist nicht Gott, der Larry prüft, sondern die Coens. Und die bleiben sich auch in „A Serious Man“ durchaus treu: Dumme Taten werden geradezu unerbittlich bestraft.

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C. Friedrich: aka Filmclub (a.D.)

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7.0Sehenswert

A Serious Man überrascht in vieler Hinsicht - er kommt ohne die üblichen Stars aus und die Menschen sterben nicht reihenweise durch gewaltsame Einwirkung hinweg (abgesehen vom konträren Prolog). Trotzdem wird die Handschrift der Coen Brüder in dieser bitterbösen Satire über das Leben in einer amerikanisch-jüdischen Gemeinde schnell ersichtlich, obgleich es sich um einen sehr persönlichen Film mit deutlich autobiografischen Einflüssen handelt.
Die Kinder der Familie Gopnik versuchen jeder auf seine Art gegen die jüdischen Werte zu rebellieren, Gopniks Frau fühlt sich einem Freund der Familie hingezogen und an der Uni gelten auch andere Gesetze als sich der Professor Gopnik vorstellt. Letztlich gerät Gopnik in seine eigene Hiobsgeschichte, in der Stück für Stück seine heile Welt wegbricht. Dabei handelt Gopnik strikt nach einem Spruch eines mittelalterlichen Rabbis, mit dem die Coens in den Film einsteigen: "Empfange mit Einfachheit das, was dir passiert." Das dies auch anders ginge, zeigt der ansonsten unabhängige Prolog des Films. Selbst die dreimalige Bitte um Hilfe verhallt angesichts verschiedenster arroganter Auftritte der befragten Rabbis.
A Serious Man ist ein sehr mutiger Film, an dem man sich auch insofern erfreuen kann, dass er überhaupt entstehen konnte, da er ganz klar keinem kommerziellen Hintergrund folgt.

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Enk: Mental Savage Enk: Mental Savage

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3.0Schwach

[...] In gewisser Weise machen die Coens nichts anderes als die diversen Rabbis im Film, die mit scheinbar vielsagenden Gleichnissen und Parabeln darüber hinwegtäuschen wollen, dass sie auch keine Antwort auf die großen Fragen und den Sinn des Ganzen haben, außer der Platitüde, dass die eigenen Handlungen Konsequenzen haben, die Wege des Herrn ansonsten aber unergründlich sind. [...]

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moench_gmbh_co

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du kannst doch nicht ernsthaft die coen brother blamen das sie darauf keine antwort haben?? und ueberhaupt ist es doch wunderbar wie der mann hilfe beim rabbi sucht und statt hilfe diese stories bekommt.. haha omg so ist das leben Alle labern aber keiner hat was zu sagen, selbst die es gut meinen :)


Kubrick_obscura: CinemaForever, arte

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7.0Sehenswert

Wirklich ernst darf man den Film nicht nehmen, obwohl er so "serious" wie möglich rüberkommt. Vielleicht hatte der letzte Film der Coens "Burn after Reading" sogar höhere Ziele, aber ist daran ziemlich gescheitert. In "A Serious Man" fröhnen sie nun wieder ihrer nihilistischen Ader.
Keine meiner Handlungen muss Konsequenzen und keine Handlung muss eine Ursache haben. Danke für diese Weisheit, ihr Coens! Aber ist es nicht so, dass man Krebs bekommt oder vom Tornado gekillt wird, wenn man ein böser Mensch ist? Moralität ist nur was für kindische Melodramen aus Hollywood, nicht aber für solch ernste Männer wie Joel und Ethan.

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Sonse

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Den moralischen Zusammenhang siehst du, den muss es aber nicht geben. Wie du schon sagst, spielen sie damit. Wenn man Kausalität unterstellen will, kann man alternativ auch die Anfangssequenz heranziehen, oder nicht?


Kubrick_obscura

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Der moralische Zusammenhang ist die ganze Zeit vorhanden und Kausalität wird nur verwendet um sich über sie lustig zu machen. Nur weil ich böses tue, muss mir nicht gleichzeitig böses widerfahren. Genauso wenig geschieht mir immer nur gutes, wenn ich gutes tue. Das ist doch die ganze Hiob-Kiste. Unsere religiös-verwurzelte Moral lässt die meisten doch heute noch glauben, dass gutes Handeln belohnt wird. Erst wer selbstlos handelt, handelt moralisch richtig, die einzig ernsthafte Form von Moral. In diesem Bezug ist Larry wirklich kein "serious man".


Zoran Gojic : br-online Zoran Gojic : br-online

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7.0Sehenswert

"A Serious Man" ist ein virtuoser Balanceakt, eine komische Tragödie wenn man so will. Dass dies so mühelos gelingt liegt nicht zuletzt an der Besetzung, die ohne die üblichen Stars auskommt.

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Sm0K1ngGnu

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4.5Uninteressant

Der persönlichste Film der Coens? Nur, weil er in den 60ern spielt und klischeehafte Juden in der Hauptrolle hat? Ein bisschen aneinandergereihten Situationskomik und Dialogwitze und eine Geschichte, so sinnvoll wie die vom Goj mit Gravierungen in den Zähnen. Und dann ist der Film plötzlich zu Ende. Wer kein Coen-Fan ist, wird mit A Serious Man nicht viel anfangen können.

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Anton Gorodezki

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...auch als Coen Fan kann ich nichts damit anfengen ;-)


D.Bickermann: Schnitt D.Bickermann: Schnitt

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9.0Herausragend

[Die Coens] sind wieder da, und A Serious Man stellt einen erneuten Höhepunkt ihrer künstlerischen Reife dar. Und wie früher gibt es bei Ihnen handwerkliche Brillanz zu erleben, von der beeindruckenden Theaterentdeckung Michael Stuhlbarg in der Hauptrolle über den immer verläßlichen Roger Deakins hinter der Kamera bis zu, vor allem, dem Klangkünstler Carter Burwell. Burwell, der einstmals ebenfalls eine Originalentdeckung der Coens war [...].

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Sascha Ormanns: Schnitt Sascha Ormanns: Schnitt

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9.5Herausragend

Stuhlbargs Figur rutscht immer tiefer in einen Sumpf von Grausamkeiten, die sie schlicht nicht verdient hat, ohne sich jedoch tatsächlich zu beschweren. Vielmehr sucht der Protagonist gutherzig, aber leider erfolglos nach einer Lösung. Es gibt sie schlichtweg nicht. Und genau darum gelingt den Coens mit A Serious Man zwar nicht ihr zugänglichster, gleichwohl aber ihr persönlichster – vielleicht sogar bester – Film, der trotz seiner perfiden Grausamkeit überaus unterhaltsam daherkommt. Und sehr realistisch die Einsamkeit des modernen Menschen offenbart.

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tristessedeluxe: Filmtagebuch tristessedeluxe: Filmtagebuch

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9.0Herausragend

Es ist ein ruhiger Coen-Film, nicht so mainstreamig, eine wenig aufgejazzte Tragikkomödie, die sich wieder stärker auf den feinsinnigen, jüdischen Humor der Coen-Brüder verlässt. Der Film ist explizit jüdisch, darin gut durchdacht, erzählt ein im Kern beliebtes Grundmotiv: Ein typischer Loser wird mit dem Zusammenbruch seiner kleinbürgerlichen Welt konfrontiert. Damit ist die Hauptfigur ein Klassiker des jüdischen Humors. Der akademische Familienvater Larry, der plötzlich vom Unglück verfolgt wird, ist der Schlemihl, der Pechvogel, auf dessen Nase alle in der jüdischen Gemeinde herumtanzen.

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Alle Kritiken (40)


Kommentare (161) — Film: A Serious Man


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hallidalli

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Bewertung4.0Uninteressant

Als ob er der einzigste wäre bei dem das Leben nicht rund läuft. Die Probleme die er hat sind verhältnismäßig gering, es hätten grössere sein müssen die die Story voranbringen und nicht dahinschleppen lässt.

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Friedsas

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein wirklich sehr schwer zu bewertender Film meiner Meinung. Mit einem nichtssagenden Anfang, einem komischen Ende und einem sehr guten unterhaltsamen aber auch tragischen Mittelteil, der wenn man mal sehen will wieviel Pech jemand in kurzer Zeit bekommen kann sehr gut unterhält.

Natürlich ist die jüdische Sprache und das Setting etwas gewöhnungsbedürftig, aber es sind viele lustige Cameos dabei z.B. Simon "Howard Wollowitz" Helberg als Junior Rabbi der gerne den Parkplatz betrachtet ;)

Ein Film der eindrucksvoll und intelligent zeigt was passiert wenn man "doch nichts getan hat" :D

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FriedrichWilhelmIV

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Der Anfang stellt auch für mich ein Rätsel dar, jedoch habe ich Dybbuk mal gegoogelt und mir den Wikipedia Artikel durchgelesen. Die Seele des Menschen der auf der Erde etwas Unvollbrachtes hinterlassen hat kehrt zurück und heftet sich an einen anderen lebenden (Dann ein Dybbuk) und kontrolliert ihn. Das spielt denk ich mal in den Film hinein, da in dem Leben der Hauptfigur einiges schief läuft ;)

Die Story an sich finde ich fantastisch da meiner Meinung klar angedeutet wird, dass die Religion den Menschen nicht hilft sondern nur verwirrt - wie im Film oft gezeigt ( Da denke ich grade an das Gespräch mit Rabbi Scott "Wollowitz" der sich einen Ast über seine Parkplätze ablabert aber in keinster Weise hilft - eher noch weiter verwirrt.)

Weiter wird immer auch gezeigt, dass der Mensch selber was machen soll und sein eigenes Handeln selbst bestimmen bzw. steuern soll - eben entgegen den Vorstellung des Religion - die beiden Aspekte in Kombination machen den Film so fantastisch :)

Religion hilft nicht und man soll sein Leben selbst in die Hand nehmen :)


Friedsas

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Also das mit dem Anfang ist ja schön und gut hat aber wie schon geschrieben: Null Bezug zum eigentlichen Film :D Im ganzen Film wird nie wieder ein Dybbuk erwähnt noch das das am Anfang Vorfahren waren oder ähnliches ;)

Ja die Parkplatz Geschichte war ja sogar noch besser als die Geschichte von den Zähnen :D

In soweit habe ich das Ganze schon verstanden ;) Trotzdem ein schwer einzuschätzender Film wie ich finde, auch z.B. wegen dem jüdischen Hintergrund der dann mit der Sprache (Goi, Dybbuk, Rabbi, Gat usw.) und anderem religiösen Ansichten doch für viele (wie für mich auch) teils verwirrendes Neuland ist :D


NewZooYorker

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Bewertung9.0Herausragend

Ein neurotischer Jude mit vielen, kleinen Problemen. Überforderter Vater, erfolgloser Ehemann, glückloser Gläubiger, "A Serious Man". Die Coens lassen mich hier ziemlich ratlos zurück, Intention oder Bedeutung ihres Filmes schienen wir bis zum Schluss ziemlich karg, als würden sie selber nicht wissen was genau sie sagen wollen. Und das ist auch gut so. Atmosphäre, Schauspieler, Dialoge, Kamera. Bei den Coens muss man nix mehr sagen, sie beherrschen ihr Fachwerk und zeigen es jedes Mal aufs neue. Aber der Inhalt dieses Filmes ist selbst für Coen Verhältnisse einzigartig. Alles ist scheiße, warum hilft Gott uns nicht. Kann er uns überhaupt helfen? Es scheint alles so verdammt sinnlos, ein Problem nach dem anderen tritt auf. Sie lösen sich, und es entstehen neue. "A Serious Man" handelt für mich nach Fragen ohne Antworten. Wer hilft uns? Warum kann das Leben nicht ohne Probleme auskommen? Wo ist Gott? Joel und Ethan Coen beantworten nicht einer dieser Fragen, sie zeigen uns keinen weg und sagen einfach nichts. Sie stellen ihre Charaktere vor Hindernissen und überlassen sie ihrem Schicksal. Ein ungewöhnlich persönliches Werk, was man spürt. Enorm gutes Taktgefühl, ruhig, überlegt und packend. Und dann dieses Ende... Was für ein Film.

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FriedrichWilhelmIV

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein grandioser Streifen !!
Die Religion hilft nicht weiter und der Mensch soll selber was machen :)
Echt super ;)

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Anton Gorodezki

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Bewertung3.5Schwach

Da etliche Filme der Coens zu meinen Lieblingsfilmen zählen, hatte ich auch an den "Serious Man" dementsprechende Erwartungen. Nun findet der geschulte Coen-Konsument wiederum einige Charaktere, Bilder und Szenen, die ganz klar nur aus deren Feder kommen können, und die es schließlich ausmachen, warum man sich gerne einen Film der Brüder Coen ansieht; dennoch plätschert die Geschichte leider nur äusserst belanglos vor sich hin, sodaß zumindest ich bei jeder Szene ein Stück mehr das Interesse verlor.

Neben dem Fehlen der sonst üblichen Besetzung - oder auch einer in ähnlicher Qualität - liegt es wohl hauptsächlich daran, dass der Film für nicht-Juden einfach um ein Vielfaches zu jiddisch ist. Etwa jeder 3. Satz ist aufgrund irgendeines spezifischen jüdischen Ausdrucks nicht zur Gänze verständlich, etliche Pointen sind für nicht-Juden nicht als solche erkennbar und irgendwann nervt das Ganze Thema nur noch.

Somit fand ich den Film sehr enttäuschend und kann ihn jedenfalls nicht empfehlen.

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based_god

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Fremdschämen as its best!

Teilweise war es so peinlich den Film anzusehen, dass ich mich in die erste Hälfte von "American Beauty" zurück versetzt fühlte. Es wird mit dem Finger förmlich in die Wunde gedrückt und mit der Kamera in Nahaufnahme darauf gehalten. Das leben des jüdischen Professors Larry wird nicht dekonstruiert. Es ist von Anfang an klar wie beschissen alles ist. Sowohl auf der religiösen als auch auch auf der rationalen Ebene, wenn man so will. Dem Hauptcharakter selbst ist das klar. Er schlafwandelt resigniert durch das Leben. Seinem Sohn, dem der andere Teil des Films gehört, steht ein ähnliches Leben bevor. Und egal was er tut, der Strudel scheint ihn im wahrsten Sinne des Wortes ins Unglück zu ziehen. Schaut euch die letzte Szene an und ihr werdet sehen wie schön sich das verdeutlicht.

Die Coens wissen es dem Zuschauer mit geschicktem Zusammenspiel zwischen "Nahaufnahmen" und "Andeutungen" die höchsttraurige Geschichte trotzdem in einer lustigen Art und Weise zu erzählen. Wobei sie mit "A Serious Man" deutlich weniger zugänglich sind als mit vorherigen Werken...

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harm4life

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at its best ;)


The Freewheelin Fonda

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Bewertung6.5Ganz gut

„Whatever can go wrong will go wrong.“

So richtig warm geworden bin ich zunächst ja nicht mit ,,A serious Man" der in seiner Art selbst für Coen Verhältnisse sehr speziell ist.
Man hat das normale Alltagsleben einer jüdischen Gemeinde in einem kleinen Vorort der USA in den 60ern, voll mit skurrilen Figuren, die alle nicht mehr als ein normales Leben führen wollen.
Der Film wirkt zu seinen Figuren sehr distanziert und eine richtige Nähe zur Hauptperson wird nicht aufgebaut, die schon mehr als zufrieden wäre, wenn sie ein ganz normales Leben mit ihren zwei Kindern und ihrer Frau führen könnte und endlich die Festanstellung als Physikprofessor bekommen würde, doch in einer schwarzen Komödie der Coens kann man sich schon denken, dass es der Hauptfigur Larry alles andere als gut ergehen wird.

Die Coens nehmen den armen Professor regelrecht auseinander, er kommt von einer Tragödie in die nächste und sein Leben gerät innerhalb kürzester Zeit aus den Fugen.

Wieso er?
Wieso trifft es den armen Kerl, der nie etwas böses getan hat?
Wieso muss er um seinen Job bangen, verliert seine Frau und gerät immer tiefer in eine Sinnkrise, für die er letzten Endes Gott die Schuld gibt???

Hier wird der Film interessant, wenn die Frage nach Gott aufgegriffen wird.
Wird Larry von Gott bestraft? Wenn ja wieso und was kann er tun, um ihn wieder friedlich zu stimmen?
Überragend lustig fand ich ,,A serious Man" nicht, doch er wird zu einem interessanten Projekt der beiden Kultbrüder, wenn man tiefer in die Geschehnisse des Films abtaucht, wo man sich mit der Frage nach Gott auseinandersetzt und dem Schicksal des frommen Judens, der nicht weiß, wieso alles in seinem Leben schief läuft und wieso ihm keiner seiner Rabbis eine Antwort auf die Fragen die er hat, geben kann.

"Was dir im Leben am wenigsten hilft, ist Gott.“
(Die eindeutige Endaussage für Larry)

Für mich persönlich ein eher durchschnittliches Werk der Coens, da ich mit der ganzen Distanziertheit zu seinen Figuren eher weniger anfangen konnte, doch die Fragen die der Streifen aufwirft fand ich recht interessant, wenn man ein wenig über das Gesehene nachdenkt, dazu noch ein cooler 60er Soundtrack und ein wirklich PERFEKTES Ende, dessen Schlussszene einfach nicht besser hätte sein können, dafür doch eine gute Bewertung!

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Mr. Pink

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Ah, okay. Aber ein bisschen was bringst du da immer noch durcheinander: Den Härtefall kenne ich noch nicht, aber "Out of Sight" ist ganz sicher alles andere als vergessenswerter Durchschnitt. ;)


The Freewheelin Fonda

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Nene, die sind beide nicht das Wahre ;)


Frankie Dunn

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ist mir ein Rätsel, warum der so umstritten ist, und lösen werde ich es nicht. Aus meiner Sicht genauso wie Fargo, The Big Lebowski, The Man Who Wasn't There etc ein typisches Coen-Meisterwerk. Viele der negativen Kommentare sind die üblichen, die man auch bei Filmen von Tarantino beispelsweise findet. Da scheint einfach das Verständnis für diese Art von Film zu fehlen, aber mich wundert es, dass auch viele Coen-Begeisterte mit A Serious Man ihre Probleme haben. Der ist doch wirklich grandios auf tieferer Ebene hinsichtlich a) Humor und b) philosophischer Thematik. Aus meiner Sicht in seinem Genre meine Nummer 2 bislang, hinter The Big Lebowski. Denn auch wenn A Serious Man (wie erwähnter Lebowski) durch und durch tragisch sowie nihilistisch ist, ist die Botschaft, der Gedanke dahinter, eine absolut positive. Wie Walter sagen würde: ""fuck it Dude, let's go bowling". Inszenierung und Darsteller könnten nicht besser sein, haben mich sehr überrascht. Gegenüber No Country for Old Men und Burn After Reading haben die Coens hier zudem sowohl Unterhaltungsfaktor als auch Tiefsinnigkeit wieder deutlich hochgeschraubt. Gut so! 10.0 - Lieblingsfilm

bedenklich? 7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 11 Antworten

Frankie Dunn

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:D Top! Mir fehlen noch einige, Blood Simple zum Beispiel. Ich schick dir ne Anfrage. Dein Geschmack macht einen interessanten Eindruck und die meisten deiner bewerteten Filme kenne ich noch nicht.


Laserdance

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>Viele der negativen Kommentare sind die üblichen, die man auch bei >Filmen von Tarantino beispelsweise findet. Da scheint einfach das >Verständnis für diese Art von Film zu fehlen

Es kann auch sein, das nicht jeder eine Rosa Brille aufsetzt und alles was jemand macht, auch gleich gut findet.

Ich halte die Coens genauso überbewertet wie Tarantino.

Beispiel Kill Bill.
Homage an Trash. Kaum einer hat die Filme, die da eine Homage erfahren. In der Sammlung, weil Sie eben Trash sind. Nun macht ein Tarantino den Trash, schon ist derselbe trash auf einmal Kult?

Sicher haben Tarantino und die Coens Super Filme gemacht. Aber ich finde zb seit Ladykillers kam auch nicht mehr viel von den Coens. Immerhin aus 2004. True Grid war noch ganz ok. Hat mich aber echt nicht umgehauen.


MurmelTV

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Bewertung2.5Ärgerlich

Möchte ich einen solchen Film, rein über das Leben sehen? Die Antwort war gestern ein ganz klares "Nein".

Ich kann die Faszination der meisten vollkommen nachvollziehen. Die Coens liefern mit "A Serious Man" ein Werk ab, das ausschließlich das Leben eines Mannes zeigt, welches nicht wirklich interessant ist. Es passieren zwar hier und da tragische und merkwürdige Dinge, doch ist es ein gewöhnliches Leben. Er ist ein Professor der Physik, hat (noch) eine Frau und zwei Kinder, die mit dem Geiste stets woanders sind. Eigentlich (leider) ein typisches Bild für heutige Zeiten. Das macht den Film garantiert für viele so interessant und grandios: Er spiegelt das heutige Leben wieder.

Mich hat der Film leider auf keiner Ebene gepackt. Es gab hier und da schöne Aufnahmen, aber mehr war da für mich nicht drin. Ich fühlte mich nicht in die Welt des Physikprofessors mitgenommen. Es kam mir vor wie eine langweilige Geschichte, die ich mir auf einem Geburtstagsfeier mit vielen alten Menschen anhören müsste: Weder passiert etwas, noch interessiert mich die Handlung.

Sehr schade, doch bei den Coens und mir ist es immer das gleiche: Entweder der Film spricht mich zu 100% an oder rein gar nicht. "A Serious Man" fällt da leider in die zweite Rubrik.

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vanilla

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Bewertung1.0Ärgerlich

Are you SERIOUS MAN??????
Was soll denn das bitte für ein todlangweiliger, jiddischer Haufen Mistfilm sein???
Der Anfang in der Hütte lies mich auf einen guten Film mit toller Geschichte und einigen Wendungen hoffen. Ich wurde bitter enttäuscht und das auch noch von den Coen-brothers, von denen ich eigentlich immer was gutes zu Gesicht bekomme.
Schade, denn hier gibt es rein gar nichts zu sehen.
Keine Wendungen, keine gescheite Story, keine vernünftigen Schauspieler und nichts zu lachen.
Alles wirkt so lieblos.
Wollte man sich über den jüdischen Glauben lustig machen???
Lustig war es nicht und schon gar nicht interessant.
Vielleicht ist es gewollt???
Dass müssen sie sich aber über das Produkt im Endeffekt nicht wundern.
Warum kommt er bei MP und den Kritikern noch so gut weg???
Unverständlich.
Egal, für mich ist der Film ein Totalausfall, den ich keinem weiterempfehlen würde, nicht mal den hartgesottenen Coen-Fans.

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pischti

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Guck mal meine Punkte an, dann wäre Dir der Film erspart geblieben ^^ Ich hab den damals abgebrochen und bei Wikipedia die völlig banale Story durchgelesen. So gelangweilt habe ich mich vor dem TV selten!


vanilla

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ui, der Hammer, da sind wir aber fast alleine mit unseren tiefen Bewertungen;-))
Ja da hast du Recht, muss mal des öfteren wieder auf dich hören;-)


RolfMuller

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Bewertung7.5Sehenswert

Eingang des Films hatte ich zugegebenermaßen meine Probleme. Mir wollte einfach nicht einleuchten, worum es hier geht. Die bestechenden Bilder, die von den Gebrüder Coen gewohnt toll herausgearbeiteten Charaktere und der schöne Soundtrack bewegten mich aber dazu bei diesem Film zu bleiben.

Nach der Hälfte des Films ist es mir bewusst geworden. Es geht "nur" um das Leben. So einfach und so kompliziert es manchmal sein kann. So gelenkt und chaotisch es manchmal zugeht. Und so ist auch der Film. Er ist unberechenbar, wie das Leben selbst. Das Unberechenbare was unserem Dasein die Würze verleiht funktioniert in dieser filmischen Umsetzung allerdings nur bedingt. Auch wenn das Gezeigte nicht uninteressant ist, so ist es leider auch wenig spannend. Sympathisch aber ist es allemal.

Und nun mal ehrlich, in jedem von uns steckt doch ein Larry. Ein ewig Getriebener, der Antworten sucht und nur noch mehr Fragen vorgesetzt bekommt. Einer, der Probleme lösen will und damit weiteren den Weg bereitet.

So , ich muss jetzt auch wieder los! Antworten suchen! Bis dahin!

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Mr. Pink

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Bewertung9.0Herausragend

When the Truth is found to be Lies,
And all the Joy within you dies,
Don't you want somebody to love?
Don't you need somebody to love?
Wouldn't you love somebody to love?
You better find somebody to love!

Nach ihrem Oscargewinner "No Country for old Men" und der starbesetzten Komödie "Burn after reading" drehten Ethan und Joel Coen 2009 diesen kleinen, aber sehr feinen Film. Ohne große Namen und ohne viel Tamtam, scheint "A serious Man" dabei doch der unbekannteste, vielleicht der meist unterschätzte, möglicherweise der persönlichste und ganz sicher der beste Film der beiden Brüder zu sein. So darf man hier den Physikprofessor Larry Gopnik dabei begleiten, wenn sein Leben komplett den Bach runtergeht. Seine Frau will die Scheidung, kompromittierende Briefe und erpresserische Studenten gefährden seinen Job, seine Kinder sind höchstens noch körperlich anwesend und sein arbeitsloser, kranker Bruder dafür viel zu sehr. Als moderner Hiob frei nach Murphy's Law muss der arme Larry das alles irgendwie ertragen, ohne selber durchzudrehen. "A serious Man" zeigt dabei, geprägt von der Herkunft der Coens, nicht nur auf interessante Weise, wie es ist in den späten 60ern und frühen 70ern als Jude in den USA aufzuwachsen, sondern ist auch ein unheimlich witziger Film. Die ganz großen Lacher bleiben zwar aus - im Grunde gleicht der Film eher einer klassischen Tragödie, man hat Mitleid mit dem Protagonisten und denkt über das Geschehen nach - aber die Dialoge und Handlungsentwicklungen zaubern mir hier wirklich durchgängig ein breites Grinsen ins Gesicht, weil alles so vollkommen absurd ist. Die Charaktere leben voll und ganz in ihrer eigenen, kleinen Welt. In einer Welt voll schräger Traumfantasien, surrealistischer Kissen und flacher Trivialitäten, die ungeheuer frisch aufbereitet werden. Dazu muss hier natürlich noch die musikalische Untermalung erwähnt werden. Denn die Stücke von Grace Slick und Carter Burwell machen den Film erst richtig gemütlich und fangen die Stimmung der porträtierten Zeit zusammen mit der wieder einmal fantastischen Kameraarbeit von Coen-Stammkollaborateur Roger Deakins perfekt ein. Ein leiser, subtiler Film, der aber kraftvoll nachwirkt, wenn man es ihm gestattet.

"I've tried to be a serious man, you know? Tried to do right, be a member of the community, raise the...Danny, Sarah, they both go to school, Hebrew school, a good breakfast... Well, Danny goes to Hebrew school. Sarah doesn't have time, she mostly washes her hair."

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Mikasa

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Schöner Kommentar! Ja, vieles ist absurd, aber besonders witzig fand ich den Film eigentlich nie. Er hat mich ehrlich gesagt ziemlich runtergezogen. Denn: Egal, wie sehr Larry versucht sein Leben auf die Reihe zu bringen, es geht unweigerlich bergab. Er bleibt positiv, versucht das Gute zu sehen, versucht durchzukommen. Obwohl es ihm selbst nicht gut geht, bleibt er hilfsbereit, z.B. gegenüber seinem Bruder, der Hilfe braucht. Und es trifft ihn umso erbarmungsloser. Man denke nur an den Telefonanruf gegen Ende. Heftig. Ich fand das wahnsinnig deprimierend, egal wie sehr du dich dagegen stemmst, du kannst nichts machen.


Mr. Pink

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Du hast recht. Der Film stimmt schon sehr nachdenklich, habe ich ja auch geschrieben. Aber so wie Larry immer das Gute sehen will, habe ich in dieser Tragödie trotz allem auch viele komische Momente gefunden. Aber der Humor ist hier natürlich wirklich schon sehr, sehr schwarz.


ezemeze

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Bewertung9.0Herausragend

Ein Film, der in seiner Stille doch gewaltig ist und das Leben und den persönlichen Struggle den jeder so hat beispielhaft am Protagonisten aufzeigt. Das Leben ist nicht fair und gerecht, wohl eher ist es einfach nur das Leben und das bringt dieses Werk wunderbar hervor. Als Zuschauer stellt man sich die Frage "Ja wann? Wann läuft das Fass des Protagonisten über?." Ich finde den Film überhaupt nicht depressiv, vielmehr ist er schnörkellos indem er die Stumpfheit des Lebens um einen herum definiert. Zwar kann man sich vermeintlich sicher fühlen in den vorgefassten geordneten Strukturen, dem Netz, jedoch ist und bleibt das Leben was es ist: Chaos, ungerechtes Chaos und jeder muss irgendwie damit klarkommen. Und dieser Film schafft es dabei auch noch jeder noch so extremen wie absurden Situation eine gewisse Komik abzuringen. Katastrophe und Banalität tragen auch Humor in sich. Erst hab ich "A serious Man" doch nur 8 Punkte geben wollen, aber ich hab dann mit mir selbst gehadert und ihm dann doch 9 Punkte gegeben. Diese Entscheidungsfindung passt auch irgendwie zum Film. Den Schluß fand ich doof. Aber es soll so sein. Man hat da keine Hand drüber. Ich habe viel und herzlich gelacht.

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Sven - Friedrich Wiese

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Super Kommi.


Mikasa

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Bewertung7.5Sehenswert

Es gibt kein richtiges Leben im Falschen. Die völlige und erbarmungslose Demontage eines Durchschnittsbürgers. Ein deprimierender Film, der mich ratlos und getroffen zurücklässt.

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Chad

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Mit den Filmen der Coens pflege ich mittlerweile eine gewisse Hassliebe. Man freut sich aufs Wiedersehen, beginnt sich gut zu unterhalten, entwickelt eine subtile Spannung und mündet letztlich in einen Zwist. Man stellt Fragen und bekommt sie teils beantwortet. Man will den richtigen Pfad einschlagen und hofft auf Beistand. Die Dysbalance nervt und soll sich endlich ebnen!
Aber nein, am Ende zieht sie kommentarlos von danen und man selbst bleibt entnervt zurück.
Will die nächsten Tage nichts mehr davon wissen, nicht mehr nach Antworten grübeln, die Geschichte vergessen.
Und dennoch, irgendwann denkt man wieder an den Abend und muss schmunzeln. Findet Gefallen dran und hofft auf ein Wiedersehen.
So geschehen in Burn After Reading, The Man Who Wasn't There und dem noch harmlosesten Werk, No Country for Old Men.

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Cameron

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Bewertung10.0Herausragend

Was ich an den Coens so schätze, ist, dass alle ihre Filme bei erneutem Ansehen merklich dazugewinnen. Dies mag natürlich für viele anerkannte Regisseure gelten und auch ein allgemeines Merkmal von guten Filmen mit Kunstanspruch sein; so ausgeprägt wie bei den Coens ist dieses Phänomen dennoch selten.
Nach der dritten Sichtung von "A Serious Man" komme ich nun nicht umhin, die Höchstpunktzahl zu vergeben. Von vielen als "netter kleiner, persönliche Fingerübung nach ihrem Oscarwerk No Country" verschrien, halte ich es nicht nur für klar das beste Coen-Werk, sondern auch für eine der intelligentesten Komödien (wenn auch diese Bezneichnung nicht ganz zutreffend ist), die ich bisher gesehen habe.
Was "Serious Man" aussergewöhnlich macht ist ein besonders, unkonventionelles Gespür fürs Timing; eine jegliche Erwartungen unterlaufende Szenenfolge, was zwar für die Coens typisch ist, hier aber auf die Spitze getrieben wird. Die Gebrüder geben so konsequent Gegensteuer zur immer wieder die selben Muster herunterleiernden 0815-Tragikomödie, dass wir zunächst wohl nicht ganz schlau daraus werden, bei mehreren Sichtungen aber den Mehrwert nicht übersehen können und begeistert einsehen müssen, konventionelle Erwartungen über Bord zu werfen und uns mitreissen zu lassen von diesem Unglücksstrudel, aus dem es kein Entrinnen gibt. Deshalb gilt das dem Film vorangestellte Motto "Accept with simplicity everything that happens to you" nicht nur für den Protagonisten, sondern ist gleichermassen ein Ratschlag an die Zuschauer.
Larry Gopniks vielfältigen privaten, beruflichen, allumfassenden Probleme bringen viele Geschichten mit sich: die seines Sohnes, seiner Tochter, seines Nachbars, seiner Nachbarin, seines Rabbiners, seines Zahnarztes, seines Schülers... und Gopnik vermischt diese in sich geschlossenen, grundverschiedenen Probleme in seinem Kopf; bisweilen fachsimpelt der alte neue verstorbene Freund seiner Frau mit ihm über Physik; bisweilen mischt sich sein Nachbar in seine Affäre mit der Nachbarin ein...
Was wir am Schluss haben ist eine Vielzahl von Puzzlestücken, die man zwar beliebig zusammensetzen kann, aber stets ins Unglück führen. Dabei ist "A Serious Man" keineswegs düster sondern im Gegenteil, heiter und erheiternd. Denn Puzzle ist, trotz allem, ein Spiel, mag das entstehende Bild noch so düster sein.

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Pasewalk

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Für mich, der beste Film Allerzeiten. Nicht der Lustigste, nicht der Spanneste, nein ein Film wie er Tiefsinniger nich seien könnte. Es gibt keinen Film der das Leben wie dieser darstellt. Die Antwort auf die ewige philosophische Frage vom Sinnn des Lebens, 42 und Allem. Da es nämlich keine Antwort gibt sondern nur den Sicheren Zustand des "Nichtwissens".
Verpackt ist das ganze in tausend Geschichten die alle einen anderen Bereich des Lebens abdecken. Bei jeder Fragt man sich: "NUN VERRATET ES UNS WAS IST DIE LÖSUNG" und letztendlich geht es immer nur darum das man es wohl nie wissen kann. Das beginnt bereits im Prolog, Schrödingers Katzt auf die Realität umgemüntzt. So geht es den ganzen Film.
Und die Hauptfigur Larry hat keine Ahnung was sie nun glauben, oder tun soll, was sie weiß, ihr gesagt wird, was religiös richtig währe, oder was gesellschaftlich richtig ist, oder wie es denn weitergeht.
Der Bruder der Hauptperson Arthur ist dabei nur Verkörperung von Lerry selbst, er wirft jüdische schriftzeichen und mathe zusammen, Larry versteht das nicht dabei tut er es selbst. Es gibt sogar eine Szene wo Larry Arthur anschreit: "Du musst dir selbst helfen" Anstatt dies nun als finalen Ratschlag zu untermaueren, reißen die Coen Brüder diese Idee ein und ihre Hauptfigur ins Drama, denn als Larry die Sachen schließlich selbst in die Hand nimmt könnte schon wieder alles schief gehen oder auch nicht, das bleibt durch ein geniales Ende offen.
Keine leichte Kost, kein Unterhaltungskino an sich, dafür aber ein Film mit Tiefsinnnigkeit für 100 Filme und für mich (ganz subjektiv natürlich) der beste Film aller Zeiten und mein absoluter Liebingsfilm. Empfehlenswert für jeden der gerne denkt ;)

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vanilla

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dann musst du aber nur diesen einen Film hier kennen, oder??


Moe

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Bewertung7.5Sehenswert

Langweilig fand ich den Film nicht, eher anders.
Das wusste ich im Vorfeld schon, dass dieser Film komplett aus der Reihe tanzt.
Aber alleine dieser komische Epilog ist mal wieder so typisch Coen. So wie der Kurzfilm der beiden aus Paris, je t'aime.
Der Film ist an sich eigentlich völlig normal, so wie die Hauptfigur und die Handlung.
Doch es sind wirklich so kleine Momente, die den Film ausmachen. So wie es ja bekanntlich auch in einem Sprichwort heißt. Wenn der Junior Rhabi vom Parkplatz redet, der Junge rebelliert und gejagt wird, der Nachbar mürrisch ist und das Telefon ständig klingelt. Es sind gar alltägliche Dinge, aber die Art und Weise, wie sie dargestellt werden, machen den Film ein wenig Besonders.
Aber nicht zu sehr. Sonst wäre er nicht mehr normal.

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Wendigo

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Bewertung7.0Sehenswert

Nach etwas ernüchternden 30 Minuten, in denen ich krampfhaft versuchte den bisherigen 'Sinn' zu fassen, kam die Wende. Aus einer aufkeimenden Skepsis wuchs die Euphorie mit jeder folgenden Sekunde, aber so richtig verstanden habe ich den Film auch Tage später immer noch nicht. Die Kernaussage scheint mir...

S P O I L E R - B E G I N N

dass man nie aufgeben, an das Gute glauben sollte, wenngleich die Situation prekärer kaum sein könnte. So gesehen wird einem ein Spiegel vorgehalten, denn jeder könnte Larry Gopnik sein oder werden

S P O I L E R - E N D E

zu sein. Was wirklich lobenswert ist, ist die Aufmachung ansich, der Film spielt nämlich innerhalb der 70er Jahre. Wirklich toll gelungen. Weiterhin hervorheben kann man glaube ich hier die Kamerarbeit, man wird als Zuschauer mit sehr tollen Einstellungen belohnt. Problematisch ist - ohne rassistisch wirken zu wollen, oder Blasphemie anzustoßen - dass ich mit Glauben, Religion, und Judentum nicht sonderlich viel anfangen kann. Das spielt mMn. aber eine doch sehr elemtare Rolle, die mir aber wegen meines Agnostizismus wohl leider verborgen blieb.

Alles in allem hat mir der Film gut gefallen, aber weniger der Story wegen, sondern mehr von den tollen Bilder und der stilistischen Machart her. Die Arbeit der Coens halt, immer wieder schön anzuschauen.

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icebo3rg

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Bewertung3.0Schwach

Eine Film gleich einer Hiobsbotschaft

Ein Machwerk der Cohen-Brüder ist nie einfache Kost, aber meist durchaus sehenswert. Dies bewahrheitet sich für mich bei "A Serious Man" leider nicht. Es ist die Geschichte eines Durchschnittsmannes dessen perfektes Leben in der Mittelschicht einen kleinen Riss bekommt, welcher sich immer mehr zur klaffenden Schlucht entwickelt. Handwerklich ist gar nichts auszusetzen, sind doch Figuren, Bebilderung und Ambiente authentisch und gelungen. Von der Handlung kann man dies nicht behaupten. Der Film ist als Allegorie auf die biblische Figur des Hiob zu sehen. Wer - wie ich - allerdings religiös nicht bewandert ist, wird neben einer pointelosen Aneinanderreihung von Schicksalsschlägen auch die meisten Dialoge nicht wirklich verstehen können, da doch das biblische Hintergrundwissen fehlt. Der Film wirft tausend Fragen auf und wenn er dann zwischendurch mal interessante Ansätze zeigt, versanden diese unkommentiert im Dunkeln.

Einen Sinn oder eine Botschaft sucht man hier leider vergeblich. 3/10

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JimiAntiloop

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Mir ging es da ganz anders, weil gerade die Fragen die aufgeworfen wurden, in den Pforchen meines inneren Erfahrungsschatz extrem sinnige Antworten vorfanden.



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