Being John Malkovich
US 1999
- Genre
- Komödie, Gegenwartsfantasy, Coming Out
- Inhalt
In dem Film "Being John Malkovich" spielt John Cusack einen Puppenspieler, der eine Tür entdeckt, durch die er sich für 15 Minuten in den Kopf von John Malkovich begeben kann, und so dessen Macht und Ruhm erleben kann.
- Cast
- John Cusack, Cameron Diaz, John Malkovich, Catherine Keener, Orson Bean, Mary Kay Place, David Fincher — Mehr
- Regisseure
- Spike Jonze
- Autor
- Charlie Kaufman
- Laufzeit
- 112 Minuten
- Zeit
- Gegenwart
- Ort
- Manhattan, New York (State!)
- Handlung
- Autobahn, Bewerbungsgespräch, Bewusstsein, Büro, Coming out, Doppelgänger, Dreiecksbeziehung, Ehebruch, Ehepaar, Entführung, Fremdgesteuertes Handeln, Geburtstag, Geheimgang, Gehirn, Haustier, Heimliche Liebe, Hexe, Identität, Inbesitznahme eines anderen Menschen, Individuum, Lesbe, Liebe, Mann zwischen zwei Frauen, Neue Identität, Puppenspieler, Schauspieler, Schimpanse, Schwangerschaft, Sex, Sexuelle Identität, Surrealismus, Tiere, Transvestitismus, Tür, Unterbewusstsein, Zoogeschäft
- Stimmung
- Eigenwillig, Geistreich, Witzig
Über diesen Film
Handlung
Der Puppenspieler
Craig Schwartz (John Cusack) ist ein talentierter Marionettenspieler, der jedoch mit seiner Zunft keinen Lebensunterhalt verdienen kann. Auf Drängen seiner Frau Lotte (Cameron Diaz), mit der er, zusamme… — Mehr
Handlung
Der Puppenspieler
Craig Schwartz (John Cusack) ist ein talentierter Marionettenspieler, der jedoch mit seiner Zunft keinen Lebensunterhalt verdienen kann. Auf Drängen seiner Frau Lotte (Cameron Diaz), mit der er, zusammen mit Schimpanse Elijah und zahlreichen anderen Tieren, in einer Wohnung in New York lebt, sucht er sich daher eines Tages einen Job. Jedoch gibt es nicht viele Stellen, für die er sich qualifiziert fühlt. Daher ist er froh, als er eine Ausschreibung als Archivar mit flinken Fingern bei der LesterCorp entdeckt.
Bereits beim Vorstellungsgespräch gestalten sich die Dinge jedoch merkwürdig: Angefangen vom Stockwerk 7 1/2 des Mertin Flemmer Hauses in Manhattan, in dem sich das Büro befindet, über die nur 1,5 Meter hohen Decken, bis hin zur exzentrischen Sekretärin Floris (Mary Kay Place), ist dort zunächst kaum etwas normal. Dennoch braucht Craig den Job, und nachdem ihm die schöne Kollegin Maxine (Catherine Keener) über den Weg gelaufen ist, kehrt sogar ein Funke Optimismus bei ihm ein.
Die geheime Tür
Eines Tages beim Aktensortieren entdeckt Craig eine hinter einem Aktenschrank verborgene Tür, die ihn direkt in das Unterbewusstsein von John Malkovich führt. Nachdem er so für 15 Minuten die Welt durch die Augen des berühmten Schauspielers gesehen hat, wird er an der Autobahn nach New Jersey unsanft wieder aus der erschlichenen Identität herausbefördert.
Nachdem er seiner angebeteten Kollegin davon erzählt, schlägt Maxine vor, ein Geschäft daraus zu machen, indem sie den Zugang für 200 Dollar pro Viertelstunde vermieten. Auch seiner Frau Lotte erzählt Craig von der bemerkenswerten Entdeckung, und so kommt es, dass auch Lotte einmal in Kopf und Körper von John Malkovich schlüpfen will. Als sie nach 15 Minuten wieder an der Autobahn herauskommt, ist sie völlig euphorisch. Sie will sofort zurück in den Körper des Mannes.
Und sie ist nicht die Einzige, die sich für das Leben von John Malkovich interessiert. Denn während Craig weiterhin vergeblich um die Gunst von Maxine wirbt, arrangiert diese ein Treffen mit John Malkovich und verliebt sich in ihn. Die beiden verbringen leidenschaftliche Stunden miteinander. Was Maxine jedoch zu dem Zeitpunkt noch nicht weiss, ist, dass sich Lotte in der Liebesnacht wieder einmal in den Kopf des Schauspielers geschlichen hat.
Dreisamkeit
Nachdem Maxine eines Abends bei Lotte und Craig zum Essen eingeladen ist, offenbaren beide ihr ihre Liebe. Craig gegenüber ist Maxine jedoch völlig desinteressiert, während ihr Interesse an Lotte nur dann entflammt, wenn diese sich in John Malkovichs Kopf befindet. Die beiden Frauen arrangieren also weitere Treffen in besagter Konstellation.
Craig hat nun verstanden, dass der einzige Weg, um Maxine für sich zu bekommen, über das Unterbewusstsein von John Malkovich führt. In einer dramatischen Aktion überwältigt er eines Abends Lotte und zwingt sie, am Telefon ein Treffen mit Maxine zu verabreden. Anstelle ihrer, betritt Craig zum verabredeten Zeitpunkt jedoch den begehrten Kopf, und stellt bald schon fest, dass er als Puppenspieler gute Voraussetzungen mitbringt, um John Malkovich nicht nur passiv zu besetzen sondern aktiv zu beherrschen.
Tür ins eigene Ich
Dies bleibt jedoch auch dem “Wirt” nicht verborgen, und Malkovich bekommt es mit der Angst. Er glaubt, von übernatürlichen Kräften besessen zu sein und kommt zu dem Schluß, dass Maxine eine Hexe sei. Nachdem er ihr eines Abends in das Mertin Flemmer Gebäude gefolgt ist und ihrem Geschäft auf die Schliche kommt, stürzt auch er sich durch die Tür ins eigene Unterbewusstsein.
Jedoch mit fataler Wirkung. Denn was er dort zu sehen bekommt, ist eine Welt aus Abbildern seiner Selbst, die alle nur “Malkovich” sagen können. Er ist entsetzt. Und als er nach den 15 Minuten im eigenen Unterbewußtsein an der Autobahnstrecke ausgespuckt wird, verlangt er von Craig und Maxine, dass diese unverzüglich ihr Geschäft aufgeben und ihn in Ruhe lassen.
Craig, Malkovich und Maxine
Doch die beiden denken gar nicht daran. Während Craig Lotte weiterhin mit ihrem Schimpansen im Affenkäfig gefangen hält, um sich mit Maxine zu treffen, hat auch diese inzwischen Gefallen an der Craig-Version des Malkovich gefunden. Dieser weiss inzwischen auch, wie er verhindert, nach 15 Minuten wieder ausgespuckt zu werden. Dem Glück der beiden steht also nichts mehr im Wege.
Maxine heiratet den von Craig besessenen Malkovich, der in kürzester Zeit, nachdem er den Schauspiel-Beruf an den Nagel gehängt hat, als Puppenspieler weltweit zu großem Ruhm kommt. Doch das Glück der beiden ist nicht von Bestand. Maxine, die inzwischen im achten Monat schwanger ist, entfernt sich immer mehr von ihrem Mann.
Turbulentes Entwicklungen
In der Zwischenzeit hat sich Lotte, mit Hilfe ihres Schimpansen, aus dem Käfig befreien können. Sie geht zu Craigs Arbeitgeber Dr. Lester (Orson Bean), der ihr offenbart, dass er schon lange von der geheimen Tür gewusst hat. Er selbst hat vor, mit einigen Freunden an Malkovichs 44. Geburtstag, diesen zu “besetzen”. Dies muss jedoch vor Mitternacht geschehen und ist nicht möglich, so lange sich Craig weiter in ihm aufhält.
Um Craig zum Verlassen des begehrten Bewusstseins zu zwingen, nimmt Lester daher die hochschwangere Maxine gefangen und droht, sie umzubringen. Gezwungenermassen verlässt daraufhin Craig Malkovichs Kopf. Lester kann noch rechtzeitig vor Mitternacht Malkovichs Kopf betreten.
Auch das Wiedersehen von Maxine und Lotte gestaltet sich harmonisch: Als Maxine Lotte eröffnet, dass das Kind, das sie erwartet, in der Nacht gezeugt wurde, in der Lotte das erste Mal Besitz von Malkovichs Kopf genommen hatte, flammt die alte Liebe der zwei Frauen wieder auf.
Lediglich Craig hat Pech: Als er verzweifelt erneut versucht, durch die Tür zurück in Malkovichs Kopf zu gelangen, findet er sich unversehens in einer neuen Person wieder: Zufällig handelt es sich hierbei um die kleine Tochter von Maxine und Lotte…
Weiterführende Informationen
- Wissenswertes über den Film und das Drehbuch
Weitere Informationen im Internet
- Being John Malkovich, Filmbesprechung von Ulrich Behrens auf filmstarts.de
- Ich war in ihm und guckte raus, Filmkritik von David Hiltscher auf filmspiegel.de
- Kritiken-Sammlung auf rottentomatoes.com (engl.)
- Being John Malkovich, Kurzkommentar von Ralf Möller auf schnitt.de
- Interview mit dem Marionettenspieler Philip Huber über seine Arbeit zum Film auf hubermarionettes.com
Quellen
- Being John Malkovich in der Wikipedia (dt.)
- Being John Malkovich in der Wikipedia (engl.)
Poster und Merchandise zum Film im Fanshop
Kritiker — Sehenswert 7.7
Der Film Being John Malkovich wurde von 55 Kritikern bewertet.
Kommentare — Sehenswert 7.6
Der Film Being John Malkovich wurde von 3841 Mitgliedern bewertet.
GrafKoks 2010/01/18 06:12:23
Wunderbar treffsicherer und paranoider "Body Snatcher" der etwas anderen Art.
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jlorenz1 2010/01/17 11:46:12
Die Gesamtwertung gibt nicht die Ansichten im Einzelnen wieder. Dass bei aller Absurdität die Handlung nicht zu Willkür, billigen Klamauk und Albernheit geraten, ist der fantastischen Regie, dem Mut zur überzeugenden Darstellung des Ungewöhnlichen, der schauspielfreudigen Umsetzung aller, insbesondere der von John Malkovich als äußerlichen John Malkovich und Catherine Keener als Maxine Lund, zu verdanken. Die groteske wie skurrile atemberaubende Story ist in ihrer Ungewöhnlichkeit so brillant, dass einige Stellen, in der sie sich verfängt, keinen endgültigen Abbruch tun.
Es ist eine Geschichte, die nicht mehr weit weg vom Wahnsinn, aber dennoch berauschend und liebenswert ist. Es ist eine Geschichte der Geschlechteridentität, der Selbstfindung, der Lebensangst, der wilden Sucht, des Aus- und Benutzen anderer Menschen und der Unsterblichkeit.
Die Szene als John Malkovich auf die Schliche mit dem Tunneltrip kommt, in sich selbst hineinrutscht und in eine Welt nur aus Malkovichs landet, ist genial. Ebenso Lotte und Craig auf dem Sofa links und rechts von Maxine sitzen und beide jede/r auf seine/ihre Weise Maxine anhimmeln... Oder Lottes Jagd auf Maxine durch das Unterbewußtesein von John Malkovich. Einfach abgedreht.
Etwas verstörend auf mich wirkt der Episodencharakter einiger Elemente, die tiefer in der Geschichte hätte verankert werden sollten z.B Floris, der Sekretärin von Craigs Chef, der gegenüber Craig Ansprüche auf sie erhebt. Bedenkt man, daß am Ende eine Horde von Senioren und Senioren in John Malkovich fast teufelsgleich hineinfahren, so erscheint diese Liebe etwas seltsam. Wie wäre die Variante: Craigs Chef hat keine Ambitionen auf Floris und Craig geht nach der Enttäuschung mit Maxine und Lotte mit Floris zusammen anstatt - welch ein Schmuh - nach 8 Jahren in das Kind von Maxine hineinzufahren. Womit wir gleich bei meinen anderen zwei Einwänden werden. Die Seniorenhorde und das Hineinfahren ins Maxines Kind.
Es widerstrebt mir dem Lauf mit der Seniorenhorde zu folgen. War nicht die Rede zuvor davon gewesen, dass mehrere Personen nicht in John Malkovich hineinfahren könnten und außer dem Traum körperlich länger zu leben, was wäre es eine Hölle auf beengtem Raume mit unterschiedlichen, gegensätzlichen und gleichen Charakteren zusammenleben und -fühlen zu müssen.
Das mit Hineinfahren in Maxines Kind nach 8 Jahren ist einfach daneben. Als ob in dieser langen Zeit keine Beziehungstrauerbewältigung oder neue Frauen in Craigs Welt Eingang gefunden hätten. Etwas zu statisch nach meinem Geschmack.
Es erscheint mir auch etwas willkürlich, dass das Querliegen, der Verschluss, um nicht nach 15 Minuten aus John Malkovich herausfliegen zu müssen, Craig schon mit Vorsatz gelingt, obwohl Lotte in ihrer Suchthaftigkeit dies sicherlich auch schon probiert hat.
Etwas unlogisch erscheint mir auch, dass auf dem Weg in den 7 1/2. Stock man die Notbremse und die Brechstange bemühen muss während auf umgedrehten Wege vom 7 1/2. Stock in den Fahrstuhl es keinerlei Probleme gibt.
Die Geschichte mit dem 7 1/2. Stock ist eine hübsche Nebengeschichte (Joanne K. Rowling muss auch die Geschichte gefallen haben! ;-)) Wie der Einschluss in einem Bernstein. Im Nachhinein wirkt sie aber wie ein Fremdkörper. Auch die Figur Floris wird bemerkenswert sorgfältig eingeführt und aufgebaut: Es ist nicht nur, dass sie alles, was zu ihr gesagt wird, völlig falsch versteht: (Craig: "Mein Name ist Craig Schwartz, ich habe einen Termin bei Dr. Lester." - Floris: "Nehmen Sie Platz, Mister Juarez." - Craig: "Mein Name ist Schwartz!" Floris: "Mein Name ist Wartz?") Nein, sie ist auch noch ausgebildete Logopädin, so dass ihr Chef glaubt, ein Sprachproblem zu haben, weil er sich ihr nicht verständlich machen kann. Letztlich hat sie nur Episodencharakter und soll zusammen mit den 7 1/2. Stock und Craigs bemerkenswert farblosen Arbeit des Aktensortierens nur in die groteske Skurrilität der Story einstimmen und vorbereiten. Kurzum die Story - so abgedreht sie sein mag - hat noch mehr Potential in sich und hätte sich noch runder herausbilden können. Ein Hauch Kafka, Freud, E.T.A. Hoffmann und Paradoxien à la M. C. Escher liegen über der dennoch für Hollywood erfrischend ungewöhnlichen Geschichte. Der Film ist allerdings absolut nichts für Cineasten, die in den üblichen Kategorien & Konventionen denken und sich unterhalten lassen wollen ...
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DanielleJolie 2010/01/14 14:30:59
Irgendwie ein eigenartiger Film, aber nicht so schlecht.
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Der Film Being John Malkovich gehört zum Genre Komödie, Gegenwartsfantasy. Regie führte Spike Jonze.

»Being John Malkovich« ist ein sehr empfehlenswerter Film, bei dem man auf alles gefasst sein muss.
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