Inglourious Basterds

Inglourious Basterds (2009), US Laufzeit 154 Minuten, FSK 16, Drama, Komödie, Actionfilm, Kinostart 20.08.2009


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8.0
Kritiker
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7.8
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von Quentin Tarantino, mit Brad Pitt und Mélanie Laurent

In Inglourious Basterds schreibt Quentin Tarantino die Geschichte des Zweiten Weltkriegs neu und lässt jüdische Soldaten und Resistance-Mitglieder gegen Hitler und Christoph Waltz kämpfen.

Im von Nazis besetzten Frankreich muss Shosanna Dreyfus (Mélanie Laurent) mit ansehen, wie ihre Familie durch den Nazi-Oberst Hans Landa (Christoph Waltz) brutal hingerichtet wird. Nur knapp kann sie entkommen und flieht nach Paris, wo sie sich als Kinobesitzerin eine neue Identität und Existenz aufbaut.

Zur gleichen Zeit formt Offizier Aldo Raine (Brad Pitt) eine Elitetruppe aus jüdischen Soldaten (u. A. Eli Roth), die gezielte Vergeltungsschläge gegen Nazis und Kollaborateure durchführen soll. Gemeinsam mit seinen acht Männern wird er in Frankreich abgesetzt, um dort unterzutauchen und in Guerilla-Einsätzen Nazis zu jagen und töten. Schon bald werden sie von den Deutschen als ‘Die Bastarde’ gefürchtet. Als der Plan reift Adolf Hitler persönlich auszuschalten, nimmt Raines Einheit Kontakt zu der deutschen Schauspielerin und Undercover-Agentin des Widerstands Bridget von Hammersmark (Diane Kruger) auf, die entscheidend für das Gelingen des Anschlags ist. Die gemeinsame Mission führt sie schließlich alle in das Pariser Kino von Shosanna, die allerdings seit langem ihre eigenen Rachepläne verfolgt.

Hintergrund & Infos zu Inglourious Basterds
Schon während der Dreharbeiten erregte Inglourious Basterds viel Aufmerksamkeit, da die Dreharbeiten in der sächsischen Schweiz, in Görlitz, in Spandau bei Berlin und im Filmstudio Babelsberg stattfanden. Nur ein kleiner Teil der Dreharbeiten fand außerhalb Deutschlands in Paris statt.

Inglourious Basterds wurde von der Kritik geteilt aufgenommen, was vor allem an seinem sehr freien Umgang mit realen historischen Ereignissen lag. Schließlich schreibt der Film die Geschichte des Dritten Reiches in eine jüdische Rachegeschichte um. Während manche Kritiker diesen Mut lobten, entrüsteten sich andere an der Leichtfertigkeit, mit dem sich der Film über historische Verbrechen hinwegsetzt.

Den Erfolg des Filmes konnte dies nicht verhindern. Bereits nach seiner Premiere beim Filmfestival Cannes gewann Christoph Waltz den Darstellerpreis. Bei den Oscarverleihungen des Folgejahres wurde Inglourious Basterds in insgesammt acht Kategorien nominiert – und wieder war es Christoph Waltz der die Trophäe als Bester Nebendarsteller in Empfang nehmen durfte. (ST)

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Inglourious Basterds
Genre
Kriegsfilm, Kriegssatire, Actionfilm, Drama
Zeit
1944, Alternative Geschichtsschreibung, Zweiter Weltkrieg
Ort
Frankreich, Paris
Handlung
Adolf Hitler, Antiheld, Antisemitismus, Auftrag, Auftragsmord, Baseballschläger, Besatzungsmacht, Brand, Brutalität, Bösewicht, Drittes Reich, Erschiessen, Erwürgen, Feuer, Filmpremiere, Flucht, Geheimagent, Geplanter Mord, Gestapo, Gewalt, Himmelfahrtskommando, Joseph Goebbels, Jude, Judenverfolgung, Jüdin, Kino, Kriegsheld, Kultfilm, Mord an Familie, Nazi, Neue Identität, Okkupation, Oscargewinner, Propaganda, Rache, Schauspieler, Schusswechsel, Skalp, Skalpieren, Skrupellosigkeit, Soldat, Soldatenmord, Stosstrupp, Totschlag, Vergeltung
Stimmung
Geistreich, Hart, Verstörend
Zielgruppe
Männerfilm
Tag
Kultfilm, Oscargewinner
Verleiher
Universal Pictures International Germany GmbH
Produktionsfirma
A Band Apart, The Weinstein Company, Universal Pictures, Zehnte Babelsberg

Kommentare (658) — Film: Inglourious Basterds


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Bleecher

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Bewertung6.5Ganz gut

Tarantino verläßt die Geschichte und bringt seine höchst eigene Sicht des Unterganges des Naziregimes auf die Leinwand. Manche mögen das mutig finden oder originell. Mir sagt das nichts. Ich glaube eher, das der Regisseur absichtlich diese Story erfunden hat, um aus dem eingefahrenen Gleis der historischen Realität zu entkommen und nun mal was ganz "Neues" zu präsentieren.
Ich habe mich zuallerst gefragt, warum da Basterds geschrieben wurde anstelle von Bastards, wie es richtig geheißen hätte. Ich habe noch keine Antwort auf diese Frage gefunden.
Diese Basterds werden also in Frankreich abgesetzt und sollen grausam und brutal das deutsche Militär dezimieren. So werden sie beispielsweise angewiesen, getötete Deutsche zu skalpieren. Bald sind die "Bastards" gefürchtet unter den Deutschen.
Derweilen geht der Oberst der SS, Hans Landa, seinen mörderischen Geschäften nach. Er besucht den Hof eines französischen Milchbauern und entlockt ihm mit einer perfiden Frage- und Antworttechnik, das sich unter dem Fußboden eine jüdische Familie versteckt. Darauf wird der Boden mit MG-Salven durchsiebt und es stirbt die ganze Familie mit Ausnahme der Tochter, die Landa entkommen läßt.
Der Film enthält die Tarantino-übliche Gewalt, ohne die es scheinbar nicht geht. So wird das Skalpieren gezeigt, was ich echt widerlich fand. Aber auch eine ganze Reihe anderer Gewaltexzesse wird einem vorgesetzt oder sollte ich sagen, zugemutet. Darunter nicht zuletzt das Massaker im Kino, das laut Tarantino das Abschlagen des Kopfes des NS-Regimes zeigen sollte.
Überhaupt war die Gewalt in diesem Streifen teilweise völlig deplaziert und passte nicht in den Film hinein. Ich würde Tarantino einen besseren Regisseur nennen, wenn er das zumindest auf ein erträgliches Maß reduzieren würde.
Insgesamt gesehen war Django Unchained besser als Inglourios Basterds.
Eine 6.5 dafür.

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omgkeeevon

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Für mich ist Inglourious Basterds ein genialer Film, von einem sehr genialen Regisseur. Tarantino hat einen Film gezaubert, der für mich alles hat: Einen super Cast, großes Lob besonders an Christoph Waltz, super Action, Gewalt und eine brise schwarzer Humor. Im allen ein Film, wie ihn nur Mr Tarantino hinbekommen könnte. Punkte abzug, gibt es für die Länge (0,5) und für den Einsatz von Til Schweiger (1,0).

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Berlin42

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Quentin Tarantino schreibt die Geschichte einfach neu - und macht das ganz hervorragend. Natürlich darf man von ihm keinen Kriegsfilm á la "Enemy at the Gates" oder "Soldat James Ryan" erwarten, denn um historische Aufarbeitung geht es einem Künstler wie Tarantino keinesfalls. "Inglorious Basterds" lebt von seiner eigenwilligen Story, den grandiosen Schauspielerleistungen (darunter viele deutsche) und - wie sollte es anders sein - einem fantastischen schwarzen Humor. In meinen Augen ist der Film mehr als sehenswert!

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DerTelefonfrosch

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Aus der Kategorie: Filme von denen man sich wünschen würde dass sie echt wären...das hätte der Welt noch einiges erspart.
"Now, I don't know about y'all, but I sure as hell didn't come down from the goddamn Smoky Mountains, cross five thousand miles of water, fight my way through half of Sicily and jump out of a fuckin' air-o-plane to teach the Nazis lessons in humanity. Nazi ain't got no humanity. They're the foot soldiers of a Jew-hatin', mass murderin' maniac and they need to be dee-stroyed. That's why any and every every son of a bitch we find wearin' a Nazi uniform, they're gonna die. "

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MemoriAria11

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Tarantinos Inglorious Basterds ist ein Meisterwerk ... tolle Darsteller und unfassbar witzig. Ein Punkt abzug für Til Schweiger ... aber immerhin stirbt er schnell

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Samweis_Gamdschie

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Ach so schlimm war er wirklich nicht. Ich fand ihn hier sogar recht gut ^^


Troublemaker69

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Bewertung9.5Herausragend

Es beginnt schon mit einem wahnsinnig interessanten Intro, in dem Christoph Waltz schon mal seine schauspielerischen Qualitäten unter Beweis stellt und zeigt, dass er ja doch die eine oder andere Fremdsprache drauf hat :)
Tarantino nimmt sich viel Zeit, um die einzelnen Charaktere und vor allem auch die Basterds vorzustellen. Dabei schafft er es jeder Figur einen eigenen Charme einzuhauchen. Um authentisch zu wirken, castet er Darsteller aus dem jeweiligen Land ( Deutsche spielen Deutsche, etc.). So gibt es neben den amerikanischen Stars wie Brad Pitt auch deutschsprachige Promis wie Til Schweiger oder Daniel Brühl zu sehen. Tarantino spielt sogar mit den Nationalitäten seiner Akteure, wie beispielsweise bei Michael Fassbender(deutsch-irisch), der als deutscher auffliegt, weil der falsch nach dreik Gläsern für einen Scotch fragt.
Die Dialoge sind wie immer bei diesem grandiosen Regisseur lustig und cool zugleich, auch wenn sie sich hier doch schon ziemlich von seinen üblichen unterscheiden. Es sind keine trivialen Themen, über die sich die Charaktere austauschen, sondern wichtige Wortgefechte. Bewundernswert finde ich auch, dass Tarantino den Streifen in verschiedenen Sprachen drehen ließ und den Film auch in Amerika so ausstrahlen ließ-Welcher Regisseur traut sich das schon? Den Amerikanern einfach mal den Luxus zu nehmen und sie Untertitel lesen zu lassen?
Mit viel Mut ändert änderter sogar den Verlauf der Geschichte, was man dem Film aber wirklich nicht ankreiden kann, denn es ist kein Historienfilm und Tarantino nutzt seinen Freiraum und erzählt seine ganz eigene Version des Ende des Weltkrieges.

Ich bewundere Tarantino´s Mut und sein Selbstbewusstsein einen solchen Film zu drehen, einen Film, in dem er sich von allen Regel losreißt und einen einzigartigen Film vollbringt.

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Martin Oberndorf

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Das Sprichwort :3


Troublemaker69

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Achso :D


denratten

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Über weite Strecken ein sehr guter Film. Warum fällt es so vielen anderen Regisseuren so schwer, in einzelnen Dialogszenen solche Spannung aufzubauen?
Punktabzug für das Pimmellutscher. War zwar "lustig", hat aber auch einen üblen Beigeschmack von Homophobie, was ich von Tarantino nicht erwartet hätte.
Das Massaker im Kino hab ich bei der letzten Sichtung auch zwiespältig aufgenommen...

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John3101

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Bewertung1.0Ärgerlich

Das einzige was mich an dem Film relativ lustig fand war der "Bärenjude".

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leonard.haag.9

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es ist aber im ersten Sinne keine Komödie.. es hat zwar humoristische Ansätze aber sonst ist es eher Parodie.. also nur deswegen eine 1.0 zu geben ist unsinnig.


chrissley

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ein Meisterwerk von Quentin Tarantino, gespickt mit Hauptdarstellern zum anbeten und einer Handlung, die in manchen Momenten einfach nur Entsetzen und Gänsehaut verursacht.
Top Film !

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Kai_Asmus

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Bewertung10.0Herausragend

Ein Tarantino in seiner reinsten Form. Großartige Schauspieler, genial durchdachte Dialoge, groteske Gewaltszenen und ein paar heftige Lacher. Erstaunlich ist auch, dass ich bei jeder Sichtung vor lauter Spannung kaum atmen kann. Das schafft bei mir nur Quentin.

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Kohax

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Einer der besten Quentin Tarantino Filme, den ich bisher gesichtet habe. Vor allem hat mir hieran gefallen, dass die Schauspieler absolut grandios waren. Jeder einzelne spielt derart glaubwürdig wie es seinesgleichen sucht. Als Deutscher ist es abermals lustig mit anzuschauen, da man den ein oder anderen deutschen Schauspieler sichtet, auch unbekanntere Gesichter.
Brad Pitt versteht es als absoluter Badass den Feinden sowas von dermaßen in den Arsch zu treten, wie es kein anderer schafft, ebenso wie seine ganze Crew, bestehend aus Michael Fassbender, Til Schweiger, Eli Roth etc. pp.
Als Leckerbissen für das männliche Auge: Diane Kruger, die das ganze souverän wegspielt, und die hier großartige Mélanie Laurent. Eine absolute Bereicherung für den Film, die mir bis jetzt unbekannt war. Absolut traumhafte Darstellerin, die ihre Rolle mit einer Passion und Legitimität verkörpert, die ihresgleichen sucht. Phänomenal.
Das absolute Highlight ist aber natürliche der österreichische Exportschlager Christoph Waltz, der hierfür verdient seinen Oscar gewonnen hat. Er stellt den SS-Standartenführer Hans Landa einzigartig dar, mit Witz, mit Humor, mit Leidenschaft, mit Einschüchterungen, mit allem was ein Ekel braucht!
Die satte Laufzeit von doch 2 1/2 Stunden verfliegen wie im Nu. Die Erzählweise ist leicht zu verfolgen, die Handlungsstränge verschmelzen in einer nachvollziehbaren Geschichte, die ohne große Logikfehler aufgeht. Auch etwas, was man nicht allzu häufig sieht.
Hier fehlt es natürlich auch nicht an der gehörigen Portion Gewalt, für die Tarantino nun einmal berühmt ist und seinen Filmen immer wieder die gewisse Würze gibt, ohne allerdings zu "splatterig", wollen wirs mal so nennen, zu werden. Unübertroffen.
Ein Muss für jeden Filmkenner und Pflichtprogramm!

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Samweis_Gamdschie

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Bewertung9.0Herausragend

Im Jahr 2009 kam damals ein neuer Tarantino Film ins Kino. Meine Kumpels und ich waren natürlich unglaublich gespannt um endlich sein neues Meisterwerk zu sehen.
"Inglourious Basterds" schenkt mir einen unvergesslichen Kinobesuch. Sogar mit Abstand den Beste, den ich jemals hatte. Was für ein Erlebnis.
Bisher der einzige Kinobesuch in dem ich das Gefühl hatte warum Filme im Kino etwas richtig besonderes sein können . Klar, Filme die dich einen mit bildgewaltigen Szenen in den Sessel drücken sind auch ein geiles Feeling. Aber das Feeling damals in "Inglourious Basterds" war der absolute Wahnsinn. Jeder der Kinogänger hatte einfach nur richtig bock diesen Film zu sehen(sowas hab ich noch nicht erlebt). Was für eine Stimmung in diesem Kino war, einfach nur ein Genuss. Jeder feierte diesen Film. In der Anfangsszene war es so still, da hat man sich gefragt, ob so etwas überhaupt möglich in einem Kino ist. Jeder war einfach beeindruckt was Waltz hier abliefert. Danach wurde es lauter. Das Bier fing wohl bei manchen an zu wirken. Es wurde gelacht, gefeiert und mitgefiebert. Allein die bekannte Szene hier https://www.youtube.com/watch?v=pMiP9ABA4dI hat soviel Spaß im Kino gemacht. Mit den richtigen Kinogängern macht Kino wirklich enorm viel Spaß. Hier gab es keinen der sich mit seinem Handy beschäftigt hat. Jeder wollte den Film sehen und war richtig begeistert. Sogar wurde nach dem Ende des Filmes applaudiert, war ebenfalls das einzige Mal als ich so etwas miterleben dürfte. Den Abspann sahen sich die Meisten auch noch an, ebenfalls verwunderlich. Zum Film braucht man ja auch nichts großartiges mehr sagen, den sollte jeder mal gesehen haben. Spitzen Film und mein bisher bester Kinobesuch.

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EclairLovesRatings

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Toller Kommentar zu tollem Erlebnis ;-)


J-Ross

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Der 7. Film von Quentin Tarantino ist der beste Kriegsfilm, den ich bisher gesehen habe. Genau genommen ist Inglourious Basterds eine Kriegs-Farce. Tarantino hält sich bewusst nicht an Fakten und liefert den Zuschauern die ultimative Kriegsverarbeitung, bei der man sich prächtig über Hitler und sein Reich lustig machen kann. Es macht perfekt deutlich wie lächerlich diese nationalsozialistsichen Gedanken Ideen rückblickend waren, aber natürlich wird auch nicht vernachlässigt wie grausam und bitterernst die Nazis waren. Von Anfang bis zum Ende zeigt der Film höchst authentisch das Wesen der Nazis: Ihre moralischen Einstellungen, ihre Liebe zu ihrem Vaterland. Aber da es schon in Richtung Satire geht, ist alles natürlich sehr überspitzt dargestellt. Es ist ein einzigartiger Kriegsfilm, über den man tatsächlich auch mal lachen kann. Hitler und Co. kriegen hiermit ihren wohlverdienten Tritt in den Arsch.
Inglourious Basterds ist bis ins höchste Maß witzig und bereitet zweieinhalb Stunden Dauerfreude. Dieser Film ist für mich schon witziger als die meisten Komödien. Allein schon wegen Aldos beiläufigen fiesen Bemerkungen: "So und jetzt nimmst du dein Fingerchen und zeigst mir auf dieser Karte den Ort, wo die Bockwurst-Party steigt und wie viele Leute kommen und was sie zum Spielen mitbringen."
Gleichzeitig ist dies aber auch einer der spannendsten Filme, die ich bisher gesehen habe. (Das erste Kapitel!) Eine perfekte Mischung aus Spannung und Humor somit.
Worum geht's ganz grob? - Um eine Gruppe jüdischer Soldaten und ihre Mission: Nazis töten. Ihr gefährlichster Widersacher: Der Judenjäger. Nicht zu vergessen: Shosanna Dreyfus, die einen ganz besonderen Hass auf die Nazis hat und nun die Gelegenheit bekommt, große Rachetaten zu vollführen.
Bei den Basterds gibt es einige der besten Charaktere, die Tarantino geschrieben hat. Allen voran Hans Landa. Es ist genial wie er zwischen absoluter Gnadenlosigkeit, diabolischer Verspieltheit mit seinen Kontrahenten, förmlicher Höflichkeit, aber auch mit einer gewissen Undurchsichtigkeit hin- und her pendelt. Ein skrupelloser Detektiv und charmanter Gentleman zugleich mit großer Selbstsicherheit und einem Schuss Monströsität. Ein gewiefter Gauner. Ein Antagonist erster Klasse. Genial.
Brad Pitt brilliert als Aldo Raine, einen Charakter mit einem herrlich bösen Humor, Direktheit, Zielstrebigkeit und ganz großem Charisma. Besonders sein angespannter Kiefer und seine Kenntnisse in Italienisch haben es mir angetan.
Melanie Laurent darf man als Racheengel Shosanna bewundern, eine Kinobetreiberin, die durch die Begegnung mit dem Kriegshelden Frederick Zoller in den Kontakt mit Joseph Goebbels kommt, der ihr Kino für die Premiere seines neuen Films nutzen will. Was für eine starke Persönlichkeit Shosanna ist, bemerkt man, wenn sie den Nazis gegenübertritt, die vor einigen Jahren ihr Leben zerstört haben. Speziell die Szene zwischen ihr und Hans Landa ist ganz großes Kino. (Ist genau genommen eigentlich so gut wie jede Szene des Films, nebenbei bemerkt).
Auch Diane Kruger als Bridget von Hammersmark begeistert mit leicht gekünstelter Attitüde, die ihrem Beruf als Schauspielerin alle Ehre macht. Sympathsich, erheiternd und mit weiblicher Eleganz, sowie einer gewissen Hinterlistigkeit versehen. Diane Kruger spielt das absolut fabelhaft.
Ich könnte zu jedem wichtigen Darsteller nur Lob aussprechen, denn wirklich jeder agiert hier mehr als erinnerungswürdig. Michael Fassbender, Martin Wuttke, Sylvester Grothe, August Diehl, Daniel Brühl, Til Schweiger, Eli Roth. Jeder von ihnen hat mindestens eine unvergessliche Szene.
Natürlich wird auch hier wieder Tarantinos Liebe zum Film deutlich. Es wird viel zitiert und vielen Filmen Tribut gezollt. Es ist ein toller Moment, wenn man erkennt, dass das Kino den Erlöser vom Bösen darstellt. Der Film ist ein erneuter Beweis für mich, dass niemand bessere Dialoge als Quentin Tarantino schreibt.
Einer dieser Filme, bei denen ich mich für zweieinhalb Stunden völlig in das Geschehen auf dem Bildschirm verliere, ohne in irgedeiner Weise abzuschweifen. Es ist unglaublich, wie viel Spaß dieser Film jedes Mal wieder macht, wie fesselnd er ist, wie interessant diese Charaktere sind. "Sieht aus, als hätt' ich soeben mein Meisterwerk vollbracht."

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Martin Oberndorf

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Sollte er wirklich Hateful Eight drehen, klingt das echt cool...
...als würdecer sein erstes Werk mit seinem Letzten vereinen.


J-Ross

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Stimmt. Interessanter Gedanke.


Heimacker

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Bewertung7.5Sehenswert

Dieses Mal verlegt Tarantino seine Gewaltorgie ins besetzte Frankreich während des zweiten Weltkrieges. Eine kleine brutale Juden-Rächer-Truppe kämpft in SS-Manier als "Basterds" gegen die Nazis. Sie skalpieren ihre Opfer, foltern sie, erschlagen Gefangene mit einem Baseballschläger und ritzen Überlebenden ein Hakenkreuz in die Stirn. Nun, der Rache-Jude kommt nicht sonderlich sympatisch rüber bei Herrn Tarantino. Herr Waltz gibt das Schwein auf der anderen Seite der Front. Er tut dies sehr speziell und hat dafür nicht zu Unrecht den Oscar gekriegt. Der Film lebt von Tarantinos Gewaltfantasien. Hoffentlich lässt man den Psychopathen weiter Filme drehen, sonst fängt er irgendwann an, amok zu laufen. Die Geschichte ist schön hirnrissig und nicht langweilig. In manchen Szenen übertreibt er ein wenig. Weniger wäre da mehr gewesen. Leider bin ich kein studierter Filmexperte, dem bei jeder cineastischen Feinheit ein warmer Strahl in die Hose geht. Wie bei einigen Kritikern. Für mich war es nur sehenswerter Nonsense.

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expendable87

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Bewertung9.5Herausragend

mein >lieblings-tarantino< und ein glanzvolles meisterwerk der filmgeschichte für welches tarantino meiner meinung nach ganz klar einen oscar verdient hätte!
trotz der 2,5 stunden spielfilmlänge weist 'inglourious basterds' keine unnötigen längen auf...und das hier die geschichte des zweiten weltkrieges neu geschrieben wurde wirkt auf mich alles andere als störend, ich finde es viel mehr originell, erfrischend und sehr unterhaltsam!
christoph waltz, mein absoluter top-favorit begeistert duch eine meisterhafte performance und hat sich seine unzähligen auszeichnungen redlich verdient!
typisch tarantino ist auch die auserwählte musik welche 'inglourious basterds' effizient begleitet!
eine fsk 16 ist sehr großzügig für das was man geboten bekommt aber den umständen entsprechend alle mal gerecht...bezogen auf das brutale abschlachten der nazis!
die zusammenarbeit tarantinos mit bekannten deutschen schauspielern hat mir überraschend gut gefallen, aber auch die beteiligung von brad pitt und eli roth hat große freude bereitet...ach und dieser trocken-humor vor allem von brad pitt ist einfach köstlich, an einigen stellen hab ich mich vor lachen nicht mehr eingekriegt, ich sag bloß konfrontation von hans landa mit den basterds (getarnt als italienische filmkritiker) bei der premierenfeier z.b. :D :D :D
9,5 points für tarantinos schwarzhumorige actionpalette der ganz besonderen art...Einfach Einmalig!!!

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willwallace

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find ich den schlechtesten film von tarantino. geschichte packt mich null bzw interissiert mich iwi nicht :D wobei walz schon geil spielt aber das wars auch. erstaunlich wie unterschiedlich geschmäcker sind und das ist auch gut ;)


manuel.luger.3

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Auch finde den absolut grandios, an dem Film hab ich nichts auszusetzen.


Mr.Magoo

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Bewertung1.0Ärgerlich

Nach nur 20 Minuten hatte ich schon die Nase voll von diesem Blödsinn.

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Mr.Magoo

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Ich schaue mir ja schon gerne Kriegsfilme an, aber dann doch nicht so was. Das ist ja völlig an den Haaren herbeigezogen. Was denkt sich nur Tarantino dabei, so einen Unsinn zu verzapfen?


Dr.Bobo

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Natürlich ist das bei den Haaren herbeigezogen. Es ist ja auch kein Historienfilm sondern ein waschechter Tarantino ! Der soll einfach Spaß machen. Einfach mal Kopf aus und Spaß haben und sich an der fantastischen Inszenierung und den Dialogen erfreuen.


Sibo

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Bewertung9.0Herausragend

Wer Tarantino mag, wird diesen Film lieben. Er ist einfach unheimlich cool und besonders Pitt, der nicht zu meinen Favorite gehörte, hat mich echt überzeugt. Wer aber komplett alles und jeden überragt ist Christoph Waltz. Ein unglaublich guter Schauspieler, der auch bei "Django unchained" absolut überzeugt hat. Selten so einen verdammt guten Schauspieler gesehen.
Fazit: Tarantino ist eine Klasse für sich. Entweder man hat riesen Spaß beim Zusehen oder man schaltet gleich ab.

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mocean

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Rein fiktiv und doch bedrückend realistisch. Neben der beängstigend guten Darstellung des Christoph Waltz ist vor allem Tarantinos detailverliebte Inszenierung der Gräuel im Nazireich so erschreckend und packend zugleich, dass man schon fast behaupten könnte, hier wurde ein neues Genre erfunden.
Selbst exzellente Filme wie Schindlers Liste oder Der Pianist erreichen nicht diese Direktheit, die es einem unmöglich macht, nicht berührt zu werden.

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Davki90

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein typischer Tarantino-Film! Brutal mit ein bisschen Humor gewürzt! Sehr gelungener Film, der die Geschichte vom 2. Weltkrieg etwas anderes erzählt.

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sachsenkrieger

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Den Tarantino halte ich immer noch für einen Inglourious Basterd, aber seine Filme sind in den letzten Jahren wieder etwas verdaulicher geworden. Die Story ist wie gewohnt, völlig an den Haaren herbeigezogener Quatsch (Fachwort "kontrafaktisch"), aber durchaus mit hohem Unterhaltungswert und spannend konstruiert.

Was den Film letztendlich aus der Masse heraushebt, sind einfach die beiden Endgegner Brad Pitt und Christopher Waltz, die dermaßen genial agieren, das sie selbst bemitleidenswert schlechte Kollegen mitziehen. Da kann man sogar fast vergessen, das man einen überzogen zynischen Streifen sieht, der teilweise die Grenzen meines Gefühls für Anstand überschreitet.

GOOD NIGHT AND GOOD LUCK!

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