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The Wrestler

The Wrestler (2008), US Laufzeit 109 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 26.02.2009


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8.3
Kritiker
80 Bewertungen
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7.3
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286 Kommentare
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von Darren Aronofsky, mit Mickey Rourke und Evan Rachel Wood

In The Wrestler von Darren Aronofsky spielt Mickey Rourke einen gescheiterten Wrestler, der lernen muss, außerhalb des Rings zu funktionieren.

Randy “The Ram” Robinson (Mickey Rourke) war in den 80er Jahren ein gefeierter Wrestlingstar und Liebling vieler Fans. Diese Zeit ist jedoch längst vorbei, mittlerweile arbeitet er im Lager von einem Supermarkt und lebt in einer Wohnwagensiedlung, wo er sich kaum die Miete für den Stellplatz leisten kann. Seine einzigen Lichtblicke sind die Kämpfe gegen andere Wrestler, genau wie er, Stars vergangener Tage in kleinen Turnhallen, und die Besuche bei der Stripperin Cassidy (Marisa Tomei). Sie ist sein einziger richtiger sozialer Kontakt und die beiden kommen sich auch außerhalb des Stripclubs näher. Cassidy ist es zudem, die Randy motiviert, den Kontakt zu seiner Tochter Stephanie (Evan Rachel Wood) wieder aufzunehmen. Als Randy nach einem harten Kampf in der Umkleidekabine zusammenbricht, muss er am Herzen operiert werden. Der jahrelange Missbrauch von Steroiden fordert jetzt seinen Tribut. Laut den Ärzten könnte Randy sterben, sollte er wieder in den Ring steigen. Aber schafft er es, auf das zu verzichten, was ihm am allermeisten bedeutet?

Hintergrund & Infos zu The Wrestler
Darren Aronofsky drehte The Wrestler in nur 35 Tagen in New Jersey mit einem Budget von sechs Millionen Dollar. Der Film konnte das Sechsfache wieder einspielen. Einer der Gründe für das für US-Verhältnisse geringe Budget war die Besetzung der Hauptrolle mit Mickey Rourke. Der Schauspieler galt als riskante und schwierige Wahl, weshalb viele Geldgeber absprangen. Die Produktionsfirma wollte die Hauptrolle in The Wrestler mit Nicolas Cage besetzen, doch Darren Aronofsky bestand auf Mickey Rourke. Diese Hartnäckigkeit sollte sich auszahlen, denn Mickey Rourke wurde von Kritikern einstimmig gelobt und bekam zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Golden Globe und eine Oscar-Nominierung.

The Wrestler feierte seine Premiere auf dem Filmfest in Venedig und gewann den Goldenen Löwen als bester Film. Mickey Rourke hätte den Preis als bester Hauptdarsteller eigentlich auch bekommen, doch Wim Wenders, der in der Jury saß, bestand auf die Regel, dass kein Film in diesen beiden Kategorien gewinnen darf.

Darren Aronofsky sagte in Interviews, dass The Wrestler und Black Swan als ein und dasselbe Projekt begannen. Er plante eigentlich einen Film über eine Beziehung zwischen einer Ballerina und einem Wrestler zu drehen. Irgendwann splittete sich die Idee dann in die zwei Filme auf.

Die Songs Sweet Child O’ Mine von den Guns N’ Roses und The Wrestler von Bruce Springsteen wurden für den Film umsonst zur Verfügung gestellt, da das Budget so knapp bemessen war. Sweet Child O’ Mine, zu dem Randy “The Ram” in den Ring einläuft, war auch die Einlaufmusik von Mickey Rourke, als er Anfang der 90er Jahre einer Boxkarriere nachging.

Die Szenen im Supermarkt waren zum größten Teil improvisiert. Darren Aronofsky ließ die Kamera laufen, während Mickey Rourke hinter der Theke stand und echte Kunden des Supermarkts bediente. (MK)

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Cast & Crew


Kritiken (39) — Film: The Wrestler

JackoXL: Die Drei Muscheln

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9.0Herausragend

[...] Die Kamera folgt bis auf eine einzige, kurze Szene ausschließlich Randy, lässt uns in vielen Momenten sogar direkt über seine Schulter blicken und somit mitten in die Überreste seiner Existenz. Einst ein gefeierter Held, nun ein gebrochener Mann. Körperlich am Ende, mit Narben übersät, auf einem Ohr taub. Trotzdem steigt er jedes Wochenende wieder in den Ring, schindet sich für ein paar lumpige Dollar in einer winzigen Sporthalle, lässt sich in blutigen Fights mit Stacheldraht und Tackern verunstalten, nur für diese kurzen Momente des Ruhms, die ihm das Leben da draußen nicht bieten kann. Dort ist er ein Niemand, der belächelt wird, in einem Trailer haust und alles verloren hat, was er jemals hatte. Dieses Szenario wird ungeschminkt reale aufgezeigt, ohne künstliches Tam-Tam und bewusst sehr nüchtern, manchmal extrem langsam und ruhig vorgetragen, um dann wieder in physisch grandios choreographierten Ring-Schlachten und emotionalen Momente zu explodieren, die – und gerade das ist so wunderbar – nicht pathetisch, kitschig oder aufdringlich ausgeschlachtet werden, sondern in ihrer perfekten Inszenierung, empathischen und darstellerischen Wucht so einschlagen wie ein Power-Slam. Es kommt nicht zu aufgeblasenen Gefühls-Duselein, dafür zu ergreifenden, klug beobachteten und punktgenau eingefangenen wie geschriebenen Momenten, die eine Gänsehaut erzeugen. Von der schauderhaften „Autogrammstunde der Legenden“, die einer Bettelstunde eines Veteranen-Lazaretts gleichkommt, dem zu tiefst ergreifenden Gespräch zwischen Vater und Tochter in den Ruinen der glücklichen Zeit, dem „Einmarsch“ an die Feinkosttheke, dem letzten Blick zurück und dem perfekten Schlusspunkt, der lange nachwirkt. Das alles ist ganz großes, kleines Kino, welches nicht verschönt und nichts übertreibt und dabei so ehrlich und berührend ist, wie es die großen Hollywood-Produktionen niemals schaffen (können?). [...]

Kritik im Original 27 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 13 Antworten

JackoXL

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@Dp: Meinst du wirklich, Blutregen könnte mich schocken? Da bade ich doch praktisch drin. Und Angel Heart wird bei dir mindestens 8,5, da stapel ich bewusst tief. ;)


Deathpool

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@Jacko: he war das nen kritischer Schlag auf meine Bewertungen?;)
Blutregen mit Vampiren auf Durst^^


Der Witte: CEREALITY, Die Drei Muschel...

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9.0Herausragend

Natürlich liebe ich den gutmütig-verbrauchten Giganten 'RAM', erst recht, da er 'BEYOND THE MAT' geht, wie es wohl jedem auf-/selbstopfernden Showmann mal geht (natürlich, wie man sieht, sogar Mickey Rourke selbst), auch seiner Seelenverwandten, der ebenso beinahe abgeschriebenen Stripperin Pam/Cassidy. Aronofsky geht mit ihnen so greifbar wie möglich auf Tuchfühlung, findet seinen emotionalen Realismus im grobkörnig-verknarzten 16mm-Format und stets folgender Handkamera.

Die tief innewohnende Tragik seiner Figuren, sowie deren Angst vor / Sehnsucht nach der Liebe trägt er aber auch nie überbordernd-dramatisiert vor sich her, schließlich bemühen diese sich als Showleute ja gründlich genug darum, sie zu verstecken, obwohl sie die feuchten Augen nur schwer aufhalten können, man als Zuschauer dabei jede einzelne Pore des Schmerzes nachvollziehen und im Nachhinein umso befreiter mit ihnen lachen kann - ein Kino der Bilder und Menschen, wie es im Buche steht.

Und auch ein Kino der energischen Wiedergutmachung, dem Drang zum glorreichen Aufbruch und zur herzlichen Anerkennung, ob vom Publikum oder vom am nächsten stehenden Mitmenschen. Never too old to root for the underdog...

9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 9 Antworten

lieber_tee

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...und da beschwere sich jemand mal wegen unpassender deutschen Syn...;)


VisitorQ

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Xander8112: Xanders Blog

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9.0Herausragend

“The Wrestler” ist einer dieser Filme, die nicht von ihrer Geschichte leben sondern ihre Wirkung vor allem durch ihren Hauptdarsteller entfalten, welcher in diesem Fall besser nicht gewählt werden konnte. Dabei darf man nicht den Fehler machen und den Film ignorieren, weil man sich nicht für Wrestling interessiert, ist zum einen die Story durch universell, es um den Platz im Leben im Allgemeinen geht und man vom Wrestling selber verhältnismäßig wenig zu Gesicht bekommt.

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_Garfield: Blogbusters

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7.5Sehenswert

Mickey Rourke spielt sich selbst. Sein Gesicht ist aufgedunsen, sein Blick mal trüb, mal hellwach. Die Haut braungebrannt, die Haare blondiert, die Muskeln noch da. Der abgefuckte Hollywood-Star spielt einen abgefuckten Wrestler. Ein bisschen Ode, ein bisschen Abgesang auf eine lebende Legende. Und Rourke: Immer in der ersten Reihe und nuschelt seine vergleichsweise wenigen Dialogzeilen vor sich her. Dennoch ist das alles weniger Milieu-Studie, als der eindringliche Blick auf gescheiterte Existenzen. Eine Momentaufnahme, der Einblick in das Leben eines Egomanen und Loosers. Aronofsky's Regie ist zurückhaltender, seine Präsentation reduzierter und einzig allein auf seinen Hauptdarsteller zugeschnitten. Es ist in gewissermaßen der inszenatorische Gegenentwurf zum zwei Jahre darauf folgenden Oscar-Gewinner „Black Swan“; die absolute Besinnung auf den Realismus und damit auch der Verzicht auf jedwede filmtechnische Verfremdung. Wir sollen ganz nah dran sein an unserem Protagonist. Wir sollen daneben stehen und nicht selten dahinter (Trademark!). Bis zum bitteren Ende. Ein intensives, brutal-ehrliches Stück Schauspiel-Kino. Intim, hart, toll gespielt und immer authentisch. Und doch so sensibel, traurig und wahrhaftig. Applaus.

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Medienjournal: Medienjournal-Blog.de

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9.0Herausragend

[...] Durch die Kameraarbeit und die gesamte Inszenierung bekommt man hier beinahe das Gefühl, das Biopic eines echten Wrestlers zu betrachten. Es ist hier zu großen Teilen der extrem überzeugenden Darbietung Mickey Rourkes geschuldet, dass The Wrestler durchweg zu überzeugen weiß und nie in Kitsch abzudriften droht. Durch gewisse Parallelen ist Rourke wie geschaffen für die Rolle des einst berühmten und mittlerweile abgehalfterten Stars. Tatkräftige Unterstützung erhält er in dem zu Recht als One-Man-Show bezeichneten Film durch die großartige Marisa Tomei und Evan Rachel Wood. [...]

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SoulReaver: CinemaForever, D3M

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8.0Ausgezeichnet

[...] Das 'The Wrestler' so verdammt gut funktioniert, liegt klar an Mickey Rourke. Er trägt den Film auf seinen Schultern durchs Ziel. In gewisser Weise spielt er schließlich auch sich selbst. Der gefallene Star, durch seine Lebensart aus der Bahn geworfen, versucht zurück zu alter Größe zu kommen. Seine Figur, Randy the Ram, bleibt ein Verlorener. Rourke hingegen hat sich mehr als eindrucksvoll zurückgemeldet. [...]

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stuforcedyou

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1,5 Punkte zu wenig. Seh's einfach ein. :)


SoulReaver

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Kein Kommentar :)


Mr.Film: City of Cinema

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8.5Ausgezeichnet

[•Ruhm•Liebe•Schmerz•]

Randy “The Ram” Robinson(Mickey Rourke) ist ein in die Jahre gekommene Wrestler in einem knallharten Loser-Drama. Die Story und die Charaktere sind so voller Größe das etwas Besonderes passiert wenn man sich auf den Film einlässt, man leidet mit Randy mit, man will das er ein schönes Leben hat, doch weiß man das dass Leben nicht schön ist, nicht für Randy.

Regisseur Darren Aronofsky verstellt seine Figuren nicht zu etwas was sie nicht sind, er schreckt nicht davor zurück seinen Haupdarsteller einen schweren Weg beschreiten zu lassen. Und am Ende dieser Wege steht immer der Ring. Der Ring, das Wrestling ist sein Leben und er will nichts anderes tun. Der Ring ist sein zu Hause und die Zuschauer sind seine Familie. Doch irgendwann spielt sein Herz da nicht mehr mit und Randy muss sich ernsthafte Gedanken machen.
Er ist eine Art Legende, die Jungspunde in dem Sport fragen ihn nach Ratschlägen und die alten Haudegen ehren ihn als einer der Größten seiner Zeit. Respekt und Zuneigung. Das alles kriegt er, dass alles macht ihn glücklich, doch was ihm fehlt ist seine richtige Familie.

"The Wrestler" glänzt nicht durch tolle Kamerafahrten oder derbe Special-Effects, nein, dieser Film glänzt durch Mickey Rourke, er und sein geschundener Körper, seine sympathische Art und sein Handeln ist das was den Film auszeichnet.

In diesem Film gibt es für Randy fast keine Hoffnungsschimmer, Aronofsky stellt alles knallhart dar, er stellt dar wie Mickey Rourke immer und immer wieder in die Ringecke gedrängt wird, wie er immer und immer wieder aufstehen muss.
Was ich als Westling-Fan auch sehr genial fand, war die Darstellung von vor dem Kampf und die während des Kampfes, vor dem Kampf sind die Wrestler die besten Freunde, geben sich gegenseitig Ratschläge und machen Witze und obwohl man weiß das im Ring alles gespielt ist habe ich mich ab und zu gefragt ob das jetzt wirklich nur gespielt ist, ob sie doch auf einmal wütend aufeinander sind. Auch ist das Blut echt, das ist mehr als Schauspielerei das ist Entertainment für die Zuschauer und es wird alles dafür getan damit sie in guter Laune sind.

Mickey Rourke spielt diesen Charakter nicht nur, er atmet, fühlt, blutet und schwitzt ihn.
Das Ende war wohl der Höhepunkt, ich saß mit offenem Mund da, denn ich hatte etwas erwartet, etwas ganz anderes.

18 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 6 Antworten

stuforcedyou

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Schöner, nein, toller Kommentar zu eine rmeiner Lieblingsfilme. Dass Rourke dafür keinen Oscar, Friedensnobelpreis oder den goldenen Schlüssel der Stadt Quambeck erhalten hat, ist immer noch eine dreiste Frechheit.


Mr.Film

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Freut mich, da es einer deiner Lieblingsfilme ist freuts mich noch mehr :D
Da hast Recht, den goldenen Schlüssel meines Kuhdorfes würde er aber sofort bekommen. Der Golden Globe und der BAFTA Award sind definitiv zu wenig. Eine Oscar-'Nominierung', pff...


Hitmanski: It's just a film, Reihe Sie...

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7.5Sehenswert

„This is where I belong.“ -

Die Bühne bleibt, das Publikum wechselt: Gleich zwei Anhänger der beiden wohl ältesten Gewerbe der Welt bittet Darren Aronofsky mit seinen Darsteller-Duo Rourke und Tomei zum Totentanz auf den Brettern, die ihre Welt bedeuten. Der ausrangierter Gladiator der Neuzeit und die Stripperin aus der heruntergekommenen Bar kreuzen innerhalb der Monotonie ihres Alltags kurz die Wege – und obwohl THE WRESTLER die soziologischen Umgebungen seiner gestrandeten Figuren wahrnimmt, und dezent die Parallelen zweier Geschäftsmodelle, in denen der eigene Körper das einzige Kapital zu sein scheint, aufzeigt, ist er doch weitaus weniger sozialkritischer Diskurs, als vielmehr Momentaufnahme zweier Seelenleben.

Wie eine Art Gegenentwurf zu Eastwoods thematisch ähnlichem MILLION DOLLAR BABY, setzt Aronofsky mit seiner Erzählung zu jenem Zeitpunkt an, als bereits alles in Trümmern liegt, und verloren ist. Es ist nicht die typische rise & fall-Geschichte, oder deren Umkehrung, sondern vielmehr der monotone Pfad zu einem fatalistischen Ende, den seine Hauptfigur beschreiten darf. 
Jederzeit mehr der Vita und Präsenz Mickey Rourkes, denn einer gewöhnliche Dramaturgie verschrieben, erreicht THE WRESTLER mit dem realen Hintergrund seines Schauspielers durch dessen gezeichnetes Gesicht tatsächlich mehr Authentizität, als es ein Drehbuch wahrscheinlich jemals könnte.

Es ist ein Film, der einem Hauptdarsteller - oder besser: Rourke - gehört, und die wohl größte Leistung aller Verantwortlichen bestand darin, dass sich dies rechtzeitig in den Castings (man stelle sich nur die Ersatzbesetzung Nicolas Cage in der Rolle vor) und später in Aronofskys Regie niederschlug. Ungewohnt sachlich, und mit nahezu dokumentarischem Duktus inszeniert der amerikanische Regisseur das fiktives Biopic, verzichtet zum Wohle des Films vollständig auf seine sonst übliche Überinszenierung: THE WRESTLER ist ein schlichtes und zurückhaltendes Werk im positiven Sinne; Kino, dass sich eher einer schwer zu beschreibenden Erfahrung, als einem bestimmten Subtext oder der Analyse verschrieben hat.

Die Gefahr des schmales Grats, den Aronofksy zwischen Distanz und Nähe gleichermaßen beschreitet, liegt dabei auf der Hand: Er möchte dokumentieren, und phasenweise doch klassisch erzählen, seine Figuren einerseits nüchtern abfilmen, sie aber trotzdem bis zu einem gewissen Maß als Sympathieträger für das Publikum installieren.
Der Rückgriff auf Klischees, vor denen der Film und sein Macher vor allem in der Milieuzeichnung und beim Spinnen üblicher Narrationsfäden nicht zurückschrecken, erweist sich in diesem Punkt als besonders symptomatisch: Am besten funktioniert THE WRESTLER, wenn er die Leere seines gescheiterten Helden einfach für sich stehen lässt, und sie nicht zu erklären oder analysieren versucht, sondern sie schlicht in raue Bilder verpackt und so unkommentiert einfängt. In diesen Momenten baut der Film – wenn auch nur kurz – einen Bann auf, dem man sich nur schwer entziehen kann.

Darren Aronofskys bis dato bestes, weil reifstes und zurückhaltenstes Werk.

Kritik im Original 21 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 15 Antworten

Janus Winter

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facettenreicher ja. was ein leichtes ist. THE WRESTLER ist so facettenreich wie ne cola.


ihre-herrlichkeit

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Haha, das war klar.


Kubrick_obscura: CinemaForever, arte

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7.5Sehenswert

Trotz seiner abgegriffenen Geschichte ist "The Wrestler" eine großartige Milieustudie und bietet mit Mickey Rourke eine der glaubwürdigsten Performances des neuen Jahrtausends. Der improvisierte Erzählstil entlockte auch Aronfosky neue Seiten und macht aus dem Film ein berührendes Gesamtkunstwerk.

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stuforcedyou: Die Drei Muscheln, CinemaFo...

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10.0Lieblingsfilm

Keuchend schleppt sich der langhaarige, blondierte Mann durch die Gänge. Bevor der Zuschauer seine Gesicht richtig zu sehen bekommt vergehen fast zehn Minuten, erst dann blickt man in die Augen von Randy "The Ram" Robinson und trotzdem hat man früh das Gefühl dass dieser Mensch beschädigt ist. Es sind solche Momente, die Darren Aronofskys "The Wrestler" so bewegend, so aufwühlend und doch so gefühlvoll machen. Der Film, der zu 100% auf Mickey Rourke zugeschnitten ist, zeigt zum einen die Halbwelt des Wrestling, eine fast schon unwirkliche Zusammensetzung aus Show, Sport und Schmerzen, in der sich Randy "The Ram" aber heimisch, ja sogar geborgen fühlt. Für diese Welt musste er allerdings Opfer bringen, sei es sein Gehör, sein Herz oder die Beziehung zu Tochter.

Als ihm ein Herzinfarkt aus dieser Geborgenheit reißt und Randy versucht die Wunden der Vergangenheit auszukurieren kommt er bald an seine Schmerzgrenze. Mickey Rourke verkörpert diese Rolle mit solch einer Hingabe, Aufopferungsbereitschaft und mit so einer unbeschreiblichen Offenheit dass es einem das Herz zerreißt. Wenn Randy versucht sich mit seiner Tochter zu versöhnen und er kurz dabei ist Glück und Geborgenheit außerhalb des Wrestling zu finden, gibt er einen Wunsch preis, den er an seine Tochter richtet. "Alles was ich will, ist dass du mich nicht verachtest". Für kurze Zeit wird dieser Wunsch wahr und auch wenn Randy mit Kittel und Haarnetz im Supermarkt Schinken verkauft, in dieser Zeit strahlt er so viel Liebe, Glück und Würde aus, dass bei einem selbst einen Rausch des Glücks auslöst, aber Randy wird fallen und wird einen Entschluss fassen, den er am Ende vor Publikum benennt. Ob dieser Entschluss eine Selbstaufgabe oder der einzig richtige Weg ist, muss jeder selbst entscheiden, eins ist aber sicher mit "The Wrestler" hat Mickey Rourke nicht nur ein famoses Comeback hingelegt, sondern sich auch ein darstellerisches Monument erschaffen, dass über all seine Kritiker, Neider und Spötter stehen wird. Möge es ein Mahnmal für viele vergessene Talente sein.

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Hausmeister: Nerdtalk.de

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8.0Ausgezeichnet

[...] Gänzlich überzeugt hat mich der Film nicht; dafür waren meine Erwartungen auch viel zu hoch und unrealistisch. Als Drama funktioniert "The Wrestler" tadellos - nur als "Aronofsky-Film" lässt er einiges zu wünschen übrig.

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fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch

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9.0Herausragend

Ungekünstelt und ungeschminkt wird in «The Wrestler» das Leben von Aussenseiter Randy geschildert. Aronofsky verzichtet dafür auf die kunstvollen Kameraeinsätze, die er für «Requiem for a Dream» und «The Fountain» noch verwendet hat. Für gewöhnlich ist er seinem Protagonisten durch den Einsatz der Handkamera von Kamerafrau Maryse Alberti dicht auf den Fersen. Dadurch entsteht fast schon der Eindruck von einem Dokumentarfilm.

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Julio Sacchi: Das Manifest

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7.0Sehenswert

Mickey Rourke ist als unsicherer, verletzter aus der Zeit gefallener Klotz wahrlich sensationell und damit das Herz des Films.

Wenn man das mal beiseite läßt, hat man aber im Kern nur eine Sammlung uralter und 100mal abgenudelter Filmklischees vor sich, die kurz vor Schluß das schöne Bild leider in sich zusammenfallen lassen. Was dann noch steht, haut Bruce Springsteen von den Stelzen.

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Chris Tookey: Daily Mail Chris Tookey: Daily Mail

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10.0Herausragend

Ich sehe sehr wenige Filme, die nicht hätten verbessert werden können, aber dieser ist einer von denen. Ich habe jedes mythische Moment davon geliebt.

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J. Buttgereit: epd-Film, TIP Berlin, ray, ...

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9.5Herausragend

Mit an masochistischer Lust grenzendem Eifer spielt Mickey Rourke in THE WRESTLER einen alternden Catcher, der nach einem folgenschweren Herzkasper sein Leben neu zu ordnen versucht und erstmal seiner Lieblingsstripperin einen Heiratsantrag macht. Rourkes Darstellung des einsamen Wrestlers ist auch deshalb so glaubwürdig und ergreifend, weil sich in der Figur einige Parallelen zu Rourkes eigener krisengeschüttelter Biographie erkennen lassen. Er war zwar nie ein Catcher, aber schon als Teenager stand er als Amateur-Boxer erfolgreich im Ring. Nach mehreren Gehirnerschütterungen rieten ihm Ärzte mit dem Boxen aufzuhören. In den frühen Jahren seiner Filmkarriere verzauberte er in dem Hochglanz-Samenzieher „9 1/2 Wochen“ mit seinem verschmitzten Lächeln nicht nur Kim Basinger sondern auch weltweit die Herzen der weiblichen Kinogänger. Die müssen mehr als irritiert gewesen sein, als sich der schöne Sunnyboy in „Barfly“ in einen abgewrackten Säufer verwandelte und nach dem Boxerdrama „Homeboy“ immer mehr Rollen als beinharter Proll spielte. Als „menschlichen Aschenbecher“ mußte er sich nun von Frau Basinger bezeichnen lassen. Als er dann Anfang der Neunziger seine Schauspiel- gegen eine zweite Boxkarriere unter dem Kampfnamen „El Marielito“ tauschte, hielten ihn viele für verrückt. Im Ring war er nur noch mittelmäßig erfolgreich und man konnte bei einigen Kämpfen das Gefühl bekommen, Rourke wolle sich selbst bestrafen und ordentlich verprügeln lassen. Nach 7 Profi-Kämpfen war seine Birne so weich und sein Gesicht so ramponiert, das er anschließend mehrere kosmetische Operationen über sich ergehen ließ. Nach eigenen Aussagen hat er danach den Rest seines Geldes zu Psychotherapeuten getragen und ist heute mit seinem unförmig vernarbten Gesicht die ideale Projektionsfläche für Amok laufende Bösewichte in Filmen wie Marv aus „Sin City“. So ein Mensch verdient natürlich unsere Sympathie und deswegen solltet ihr THE WRESTLER auf keinen Fall verpassen.

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isinesunshine: isinesunshine.de

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8.5Ausgezeichnet

Den Oscar hat Mickey Rourke (Sin City) in seiner Rolle als Wrestler zwar nicht bekommen, aber er spielt trotzdem sehr überzeugend und teils emotional mitreißend. Der Film zeigt nicht nur, dass Wrestling eine Kunst (und nicht nur hirnloser Rumgebalke) ist, die von vielen verehrt bzw. hoch geschätzt wird, sondern begleitet den Zuschauer auch hinter die Kulissen und in die Welt derjenigen, die mit dem Wrestling zu tun haben.

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Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...

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10.0Herausragend

Das Flüstern der Geister längst vergangener Zeiten dominiert die ersten Bilder und Minuten in „The Wrestler“. Sie erzählen eine Geschichte von Ruhm, Ehre, Anerkennung und Triumphen. Sprachfetzen von aufgeheizten Kommentatoren und Zuschauern, große Titelstorys in überregionalen Zeitungen, beeindruckende Fotos mit Siegesposen – Ein Leben in Bildern. Das diese Collage der Vergangenheit von Randy „The Ram“ Robinson (Mickey Rourke), von Darren Aronofsky mit bemerkenswerter Ruhe eingefangen, längst zu einem vergessenen Echo der Geschichte verkommen ist, die nur noch von Randy selbst tief in seinem geschundenem Herzen getragen wird, daran ist vorm ersten Augenblick an nicht zu zweifeln. Die Bürde eines verbrauchten Lebens, sie wiegt schwer auf den breiten Schultern jenes abgehalfterten Wrestlers, von dem dieser Film erzählt.

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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

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5.5Geht so

Die Story ist konventionell, stellenweise sogar kitschig.
Nichts an "The Wrestler", vom Auftritt seines Hauptdarstellers abgesehen, bereichert das Kino, bringt es irgendwie voran. Und doch ist es müßig, zu fragen, was von diesem Film bliebe, hätte er nicht Mickey Rourke. Und Marisa Tomei. Denn er hat sie. Insofern ist "The Wrestler" in erster Linie die dichte Beschreibung eines Showbetriebs, manchmal nahe an der Freakshow, die durch den Hauptdarsteller auch zu der der Kinomechanismen wird. Die Zeit von Mickey Rourkes Kino ist vorbei, hier lebt sie nochmals auf, bevor sie am Ende , wenn die Leinwand in Randys letztem Kampf schwarz wird, in einem Todesbild untergeht. Mit "The Ram" stirbt, fast hätten wir es vergessen, auch ein Teil von uns.

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Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost

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8.5Ausgezeichnet

Seit einigen Jahren aber feiert Rourke nun eine Rückkehr auf Raten, in Nebenrollen von Actionfilmen wie "Sin City" oder "Domino". "The Wrestler" ist jetzt wie ein einziges großes Geschenk an ihn: ein Film, der durchaus davon lebt, dass jeder Betrachter Filmfigur und Darsteller, "The Ram" und "El Marielto", in eins setzt. Und Rourke, dessen wohl bewusst, bedient das, ohne jede Scham, ohne jeden Selbstschutz. Aber so wie der Film ein Geschenk an seinen Hauptdarsteller ist, so ist sein Hauptdarsteller auch ein Geschenk für seinen Regisseur. Darren Aronofsky war bislang ein Meister des metaphysischen Kinos, mit artifiziellen bis verworrenen, immer auf optische Raffinesse zielenden Bilderräuschen, ob "Pi" oder "The Fountain". Nun überrascht er mit einem Werk, das seine Geschichte einmal völlig schnörkellos erzählt und seine Hauptfigur mit großer Sorgfalt zeichnet.

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D. Kamalzadeh: Der Standard D. Kamalzadeh: Der Standard

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9.0Herausragend

Mit "The Wrestler" gewann der Regissuer den Goldenen Löwen von Venedig. Das Comeback trifft dennoch mehr auf Mickey Rourke zu, der hier die Rolle seines Lebens spielt. Schon beim Casting soll Aronofsky dem gefallenen Star eine Oscar-Nominierung versprochen haben. Die Regie - das muss man eigens hervorheben - ist sich des Besetzungscoups in jedem Moment bewusst: Maryse Alberti, die bisher vor allem Dokumentarfilme (unter anderem "Crump", "Gonzo: The Life and Work of Dr. Hunter S. Thompson") fotografierte, heftet sich mit der Kamera an den Protagonisten, als dürfte er ja nicht verloren gehen.

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Kommentare (247) — Film: The Wrestler


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Deekin

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Bewertung9.5Herausragend

[Achtung: Enthält Spoiler]
"The Wrestler" glänzt vor allem durch seine meisterhafte Inszenierung. Nachdem ich von Darren Aronofsky vor kurzem bereits "Requiem for a Dream" gesehen habe, der mich auch durch seine audiovisuelle Gestaltung enorm mitgenommen hat, ist dies ein Werk, welches in seinen Grundzügen ähnlich ist, aber doch ganz anders funktioniert. Erneut ist die Handlung selbst äußerst einfach, reduziert und vor allem bekannt. Jeder, der bemängelt, dies sei alles stereotyp, klischeebeladen und sentimental, dem habe ich nichts entgegenzusetzen. Mir gefällt jedoch der Gedanke, zu sagen, dass "The Wrestler" jener Film ist, welcher eine bekannte, sich wiederholende Geschichte auf eine RICHTIGE Art und Weise erzählt. Aronofsky wählt hier genau die richtigen Versatzstücke für sein Drehbuch, die richtigen Locations und Stilmittel und vor allem die richtigen Schauspieler, die sich alle zu einem unheimlich fesselnden Gesamtkunstwerk verbinden. Das Wenige, was hier zu sehen ist, spielt nahezu perfekt zusammen.
Der Unterschied zu "Requiem for a Dream" ist sicherlich, dass wir dem Wrestler Randy nicht nur geschockt seinem Weg der Selbstzerstörung hinabfolgen, sondern dass der Film uns zudem einlädt, auch Mitleid mit ihm zu haben und uns vor allem zu freuen, wenn es kurzzeitig mal mit Cassidy (Marisa Tomei) oder seiner Tochter Stephanie (Evan Rachel Wood) gut läuft. Trotz des desolaten Grundtons und letztendlichen Scheiterns erzeugt der Film zeitweise eine Wärme und Menschlichkeit, welche durch den formalen Stil (dazu später) aufrichtig und ehrlich herüberkommt.
Zudem ist dieser Film durch die Figuren Randy und Cassidy ein recht klarer Kommentar über die Folgen des Showbusiness. Sowohl das Wrestling -jener Sport, welcher gerade für seine Fake-Performances bekannt ist- als auch das Tanzen/Strippen sind Tätigkeiten ohne Langzeitperspektive: Irgendwann schlägt das Alter zu und der Körper kann die ewige Belastung nicht mehr durchstehen. Die Tätigkeit, für die man geliebt und bejubelt wird, zehrt einen letztendlich aus. Mit den Jahren wird man so stetig unattraktiver (Cassidy) oder das Weitermachen gerät zunehmend lebensgefährlicher (Randy). Der Unterschied zu großen Hollywoodstars besteht hier vor allem darin, dass es sich bei den Protagonisten nicht um gutverdienende Menschen handelt, womit die Realisierung ihrer Untüchtigkeit drastische Konsequenzen für den Lebensabend nach sich zieht. Und praktisch jeder Mensch, welcher unter einer hohen körperlichen Bleastung arbeiten muss, wird früher oder später mit diesem Problem konfrontiert. Insofern finde ich es großartig, dass Aronofsky nicht den quasi Aufstieg und Höhepunkt eines Wrestlers erzählt, sondern gerade diese kritische Episode in den Fokus rückt. Es ist allein schon schmerzhaft, mitanzusehen, wie schwer sich unser Protagonist bemüht, sich auf die Kämpfe vorzubereiten, wie langsam und unbeholfen seine Bewegungen sind. Die Erschöpfung und Verbrauchtheit wird von Mickey Rourke in jeder Einstellung glaubwürdig dargestellt und seine körperliche Präsenz sowie sein Spiel bleiben stets sehr intensiv.
Doch gleichzeitig, das sollte ebenfalls noch betont werden, entwickelt der Film eine Sympathie für diesen Sport und seine schillernden Underdogs. Die Darstellung des Wrestling-Milieus, seiner Fans und sogar der Tänzerinnen in dem Stripclub, wirkt teilweise liebenswert und nie bloß als Darstellung von sozial benachteiligten und gedemütigten Menschen.
Hinzu kommt, dass Aronofsky seine Stilmittel, diese Geschichte einzufangen, perfekt gewählt hat. Die auffallend gefärbten Haare und künstlichen Frisuren, generell die getunten Körper der Wrestler kommen zwar offensichtlich als künstlich, aber nicht gerade sonderlich ästhetisch herüber. Von Darstellungen des Körperkults aus den Achtzigern oder gar der Eleganz von Bewegungen in anderen Hollywood-Sport- oder Actionfilmen ist "The Wrestler" weit entfernt. In den Kämpfen ist die Kamera stets mittendrin, fängt die Bewegungen der Wrestler allerdings nicht schnell und schön ein, sondern eher schwerfällig. Man sieht wahrlich, welche Anstrengung hinter jeder Attacke steckt. Auch die Wackelkamera, welche den Film über dominiert (und mich normalerweise eher stört) passt hier sehr gut, da die Bilder so unruhig und unbeholfen wirken und so die schwerfällige, unästhetische Bewegungsart in diesem Sport, als auch die körperliche Grundverfassung und Psyche von Randy, durchaus widerspiegeln. Hinzu kommen dann noch die Schauplätze, welche nie sauber, nie auf Hochglanz poliert wirken. Diese Abgewracktheit suggeriert erfolgreich das Gefühl, hier in einer Geschichte zu stecken, die mitten in der Wirklichkeit spielt. Auf jeder Ebene haben die formalen Stilmittel - um es mit einer Metapher auszudrücken - Rückstände, welche der Darstellung des Geschehens eine gewisse Unsauberkeit, Trägheit, eben eine realistische Note geben.
Zwei kleine Sachen jedoch stören mich jedoch. Zunächst wäre da die Beziehung Randys zu seiner Tochter, welche meines Erachtens nach etwas zu kurz kommt. Dafür, dass sie in einen so dramatischen Höhepunkt mündet, ist der Charakter von Stephanie nicht gerade ausreichend charakterisiert und dient lediglich als Projektionsfläche für die Hoffnungen unseres Protagonisten. Hier hätte ich gerne etwas mehr Entwicklung gesehen. Und zweitens schleichen sich hier und da immer wieder ein paar sehr kleine Längen ein, welche eventuell aus der Vertrautheit des Zuschauers mit dieser sehr verbrauchten Geschichte resultieren. Demgegenüber steht jedoch ein Finale, welches besser nicht hätte inszeniert werden können: Von dem letzten, herzzerreißenden Gespräch zwischen Randy und Cassidy, bis hin zur Schlussszene: Alles sitzt perfekt und der Film endet mit einer Einstellung, die wirklich keine Wünsche offen lässt.
Man sieht recht offensichtlich, dass mich "The Wrestler" sehr begeistert hat und ich werde ihn mir bestimmt irgendwann noch ein weiteres Mal ansehen. Nur wenige Filme schaffen es, mich emotional derart mitzureißen. Dieses Werk schafft es meiner Meinung nach, sämtliche Schwächen schlicht durch seine Inszenierung sowie dem perfekten Zusammenspiel all seiner Elemente aufzuwiegen. Schlicht ein großartiges, filmisches Erlebnis.

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TheDrPepperPower

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Du entwickelst ja echt noch sowas, was man "Geschmack" nennen könnte ;-)


Deekin

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Ja, ich muss sagen, dieser Film war ein echt leckerer Schinken!
... Did you get it?


Zivi

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Bewertung10.0Herausragend

Ich möchte nicht viel dazu sagen, aber etwas schon. Der Film ist wirklich sehr gut und ist äusserst gut gespielt von den Darstellern. Man kann sich richtig in den Personen reinfühlen. Ausserdem ist der Schnitt und die Handlung interessant und man langweilt sich nicht daran. Ein Film, welcher in allen Regalen vorhanden sein sollte!

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Audreyfan

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

» When you live hard and you play hard and burn the candle at both ends... in this life, you can lose everything you love, everything that loves you. «

Selbst wenn Randy durch einen Plastikvorhang zur Fleischtheke geht, hört er die Rufe. Sie rufen nach ihm. Ihm – Randy, der Wrestler. Der Mensch wird nicht nur süchtig nach Macht, wenn er sie einmal hat, sondern auch nach Zustimmung und nach Jubel. Was gibt es schöneres als Applaus – vor allem, wenn man weiß, dass der Applaus nur einem selber gehört. Doch es gibt nicht nur die Bühne, es gibt auch das „wahre“ Leben und das läuft für ihn alles andere als gut. Er kriegt die Miete selten reichzeitig beisammen, hört nicht mehr gut, sein Supermarktchef ist ein Arsch, seine Tochter hasst ihn und seine einzige Freundin ist eine Stripperin, die ihn als Kunde betrachtet. Kein Wunder, dass Randy am liebsten für immer bei seiner „Familie“, dem Publikum bleiben würde. Aber gerade wegen seinem Alter wird das immer schwerer und nachdem er einen Herzinfarkt bekommen hat, ist es schlicht unmöglich in dieser Welt aus Sportdrogen, Blut, Gewalt und Applaus weiterzuleben. Er kapituliert, will sich mit seiner eigenen Vergänglichkeit abfinden, aber immer wieder spürt er diese unheilbare Sehnsucht in sich, die mehr schmerzt als jeder Herzinfarkt auf der Welt. Er tut etwas, was nur Leute tun, die wirklich für ihre Leidenschaft leben, nein, nicht für sie leben, sondern wegen ihr noch leben. Das Wrestling ist alles was er hat. So setzt er alles auf eine Karte, gibt der Familie alles und verwandelt seinen letzten Atemzug in einen Sprung.

Wrestling ist nicht so meins und es macht mir auch sicherlich keine Freude, den anfangs stattfindenden brutalen Kämpfen zuzuschauen. Doch im Gegensatz zu manch anderen Sportfilmen steht hier nicht der Sport im Vordergrund, sondern der Mensch, der diesen Sport ausübt und die Sehnsüchte und Träume, die er damit verbindet und für die er notgedrungen auch kämpft. Aronofsky hätte jeden Sport nehmen können, aber er nahm das Wrestling. Vielleicht weil gerade dort alles so brutal und gewaltig erscheint und man so die Narben, die all das hinterlässt, besser demonstrieren kann.
Randy ist wie so viele Sportler voller Leidenschaft und Sehnsucht. Seine Sehnsucht ist, für den Rest seines Lebens zu wresteln. Doch kann man überhaupt eine Sehnsucht erfüllen, ohne dass sie stirbt?
Mickey Rourge ist Randy und Randy ist diese Sehnsucht mit jeder Narbe, jeder solariumgebräunten Pore, mit jedem Millimeter seines blond gefärbten Haares. Es ist tief beeindruckend, was für eine Leistung Rourge hinlegt.
Die Kamera ist wahrscheinlich gewöhnungsbedürfigt und macht es einem schwer, bei manchen Kapmpfszenen dem Geschehen zu folgen, doch sie schafft es so, alles näher zu bringen. Man sieht den Schweiß, das Blut, die Narben, nichts wird hier verschönert.
Was will uns „The Wrestler“ sagen? Meiner Meinung nach ist es immer wieder dieselbe bittersüße Botschaft, die Aronofsky (ob das jetzt seine wahre Intention ist oder nicht) in seinen Filmen versteckt und für die ich ihn liebe: Lebe deinen Traum, gehe deinen Sehnsüchten, deiner Leidenschaft nach, egal was es kostet, denn deine Träume, Leidenschaften und Sehnsüchte sind alles was du hast. Sie sind das, was dich ausmacht, denn was wärst du und dein Leben ohne sie?
Wahrscheinlich weil wir zu dem Zeitpunkt meiner zweiten Sichtung in der Literaturgeschichte das Thema Barock durchnahmen und ich am Nachmittag zuvor, mich dusselig gelernt hatte, fiel mir ein besonderer Aspekt beziehungsweise eine besondere Szene auf. Es gibt eine Szene im Stripclub, in der beide (Cassidy und Randy) kapieren, dass sie zu alt für ihren Beruf geworden sind und dass all das, was sie bisher geleistet haben, vergeht, weil die Menschen nur die Gegenwart als Realität ansehen und die Vergangenheit als vergilbten Traum. Dieser Aspekt nimmt in „The Wrestler“ seinen Anfang und reift ihn „Black Swan“ noch mehr (aber vielleicht noch nicht vollkommen?) aus. Dort äußert sich das Wissen der eigenen Vergänglichkeit nämlich nicht nur in einem resignierten Blick, sondern in einem zweifachen Wutanfall von Beth, der alternden Primaballerina. Einmal kurz vor ihrem Unfall als neidvolles Vorzeichen und einmal nach ihrem Unfall, nachdem sie kapiert hat, dass sie Schnee von gestern ist noch nicht mal die Möglichkeit mehr hat ihre Sehnsucht zu stillen wie Nina – und Randy.

http://planetofpictures.blogspot.de/2014/03/the-wrestler-us-2008-darren-aronofsky.html

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Audreyfan

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Ja, deine Überlegungen ergeben durchaus Sinn, würde ich so unterschreiben :)


jacker

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Fein :)


cherubium

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Bewertung4.0Uninteressant

Ein alternder Wrestler, der in der Vergangenheit lebt und von Ihr zerrt, der den Absprung nicht geschafft hat, sich durch Anabolika und Steroide zugrunde gerichtet hat; muss, nach dem er droht sein Leben zu verlieren, im normalen Leben ankommen.

Jetzt, da es mit Ihm zu Ende geht, bettelt er bei seiner Tochter um Anerkennung und möchte die verlorenen Jahre, in denen Ihm seine Tochter scheiß egal war, zurück holen. Doch seine Tochter will vom Ihrem Erzeuger nichts mehr wissen und verweigert die Absolution.

Nach dieser finalen Niederlage hat The Ram endgültig begriffen, dass er in dieser Welt nicht klar kommt und bestreitet seinen letzten Kampf.

Soll er doch im Ring zu Grunde gehen, mich interessiert es nicht.

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RaekOne

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Bewertung4.0Uninteressant

Irgendwie wusste die Geschichte über den gescheiterten Feuerwehr-Wrestler mich nicht zu begeistern. Der Film transportiert eine gähnende Leere. Und das gut. So gut das mir richtig langweilig wurde und ich anfing andere Dinge zu tun als den Film zu schauen. Was ich da genau getrieben habe weiß ich ich mehr. Ist schon ein wenig her.

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natedb

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Wow, was für ein simpler, unkomplizierter und dabei, oder gerade deswegen, so genialer Film. Mickey Rourke lobt man hierfür zurecht in den höchsten Tönen, denn seine Performance ist schlichtweg phänomenal, doch dem Film zu unterstellen er stehe und falle mit diesem Auftritt, ist nicht wirklich richtig. Denn auch wenn Mickey Rourke die wohl offensichtlichste Stärke und treibende Kraft zu sein scheint, muss man auch Marisa Tomei, Evan Rachel Wood, die absolut exzellente Kameraarbeit und ausgeklügelte Regie berücksichtigen, denn Darren Aronofskys präzise und stilsichere Inszenierung schafft gerade in kleineren Szenen die wahrscheinlich größten Momente, ohne jegliche Ausuferung und jemals rührselig zu werden, sondern gerade durch unaufgesetzte Zurückhaltung. "The Wrestler", welcher mich thematisch zuvor eigentlich überhaupt nicht reizte, überwältigte mich im Endeffekt mit seiner Einfachheit und der intelligenten Umsetzung. Besonders eingeprägt hat sich mir die schlicht gestaltete, dafür aber bombastisch gespielte Szene an der Strandpromenade, in welcher Mickey Rourke Vergebung für die eigenen Verfehlungen bei seiner Film-Tochter ersucht. Meisterwerk!

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jacker

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Ja, da zählt auf jeden Fall das Gesamtpaket!
Rourke ist bombastisch, der Rest aber auch!


natedb

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Si, zweifellos!


hankschrader

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Bewertung9.5Herausragend

Ich persönlich war damals total geflasht, als ich aus dem Kino ging. Selten hatten ich einen Film gesehen, der mir so nahe ging und der so eindringlich war. "The Wrestler" ist eine schonungslose Milieu- und Charakter-Studie, ein Porträt von Außenseitern und Verlierern. Doch Aronofsky schafft es, die Figuren für den Zuschauer sympathisch und zugänglich zu machen - mit fiebert mit und verspürt Mitleid. Der Spaß kommt bei der Sache aber dann auch nicht zu kurz. Uneingeschränkt zu empfehlen.

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Moviegod

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein Comeback wie es für den guten Mickey nicht passender sein könnte. Er spielt so hervorragend intensiv, dass ich eine Gänsehaut hatte. Die Geschichte ist aufwühlend, traurig und tragisch.

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manuel.luger.3

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Die Erwartungen wurden erfüllt.. Der Film ist traurig, schockierend, beeindruckend gefühlvoll und absolut realistisch.... ;D Ich finde die Rolle passt richtig gut zu Mickey Rourke, toll dass er mit diesem Film nach vielen Jahren ein grandioses Comeback in der Rolle des fiktiven Wrestlers "The Ram" feiern konnte. Man leidet mit Ram, man freut sich mit ihm und man hofft einfach immer das er sein Leben auf die Reihe bekommt. Nicht gerade typisch ist die Kameraführung, aber das passt richtig gut. Auch die Darstellerisches Leistungen, die Fightszenen und vorallem der Sondtrack von Bruce Springsteen sind grandios. Am besten ist wohl die Szene mit der Autogrammstunde, interessant wie sie da alle sitzen, jeder nur noch ein Schatten ihrer selbst...
Naja also im großen und ganzen ein toller Film den ich absolut weiterempfehlen kann, bin froh dass er zuhause im Regal gelandet ist.

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Maxsson

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Bewertung7.5Sehenswert

Man begleitet The Ram fast schon dokumentarisch in seiner zweiten Lebenshälfte. Aronofsky's Erzählkunst ist wirklich beeindruckend! Mit Wrestling per se kann ich nicht so viel anfangen, dennoch hat mich der Film wirklich beeindruckt. Deswegen: ein definitiv sehenswerter Film

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Gretchen_Ross

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein typischer Aronofsky von verlorenen Träumen und einem Absturz nach dem Wahn nach irgendwas- in diesem Fall Ruhm und der Sport- handelt.
Herzerwärmend- und vorallem Herzbrechend trägt Mickey Rourke, der mir eigentlich immer unsympatisch war mit seinem Botoxgesicht, die Story und spielt indirekt auch sich selbst.

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Nebelung

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Bewertung9.5Herausragend

"Der Tod ist das Aroma der Existenz. Nur er leiht den Augenblicken Geschmack, nur er bekämpft ihre Fadheit." - Emile Michel Cioran (Spoiler!)

Nicht die Geldnot ist es, die Randy “The Ram” Robinson, in den letzten Minuten des Films ein letztes Mal in den Ring steigen lassen, es ist die Selbstfindung.

Er hat den eigenen Zerfall bemerkt, den eigenen am Boden liegenden Zustand seines Lebens, Jahrzehnte über Jahrzehnte ist er in die Wrestling-Arenen gestiegen, hat dafür seine Familie aufgegeben, alle wirklichen sozialen Kontakte, um Vollblut-Wrestler zu werden.
Nun zerfällt sein vernarbter Körper, die Steroide fordern endlich ihren Preis ein. Für das Platzgeld seines Trailers reicht das Geld nicht mehr. Er steht im Supermarkt hinter der Fleischtheke. Immer wieder schwelgt er in Erinnerungen an bessere Zeiten, wenn er nochmal auf die alten Haudegen oder sogar junge Talente trifft und an Wochenenden sogar ein Show abliefern kann.
Der Arzt sagt nun, das Herz wird es nicht mehr machen, er müsse aufhören. Das zwingt ihn, sich mit seinem Zustand auseinanderzusetzen. Der Zuschauer folgt Randy ganz unkitschig und undramatisch durch diese Reise, sieht ihm über die Schulter, wie er die eigene bemitleidenswerte Erbärmlichkeit und die der anderen in die Jahre gekommenen Wrestler registriert, seine Geldnöte, sein Übernachten im Auto. Wie Randy versucht, zwanzig Jahre zu spät für seine Tochter da zu sein, eine Beziehung mit einer ebenfalls in die Jahre gekommenen Stripperin zu beginnen, doch noch ein "Leben jenseits der Show" hinzudeichseln. Es misslingt. Wie kann es denn nicht misslingen?

Denn insgeheim wissen er und der Zuschauer, dass dieser Zug längst abgefahren ist.
Die Entscheidungen bereits vor langer Zeit gemacht wurden.
Das es keinen anderen Weg gibt.

Als Randy "The Ram" in den Ring steigt, ist er Der Wrestler. Er wird eine gute Show abliefern, wird im Jubel und Gejohle kämpfen. Er tut dies in der Erfüllung seines Lebenssinns, seiner Bestimmung. Er hat dafür alles hergegeben. Er war er selbst. Der Wrestler. Es hat sich für Randy richtig angefühlt.
In diesem Wissen stirbt Randy.

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sam_ace_rothstein

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Mickey Rourke mit der Leistung seines Lebens, vor 2008 hätte man nie gedacht, dass der gute Mickey Rourke noch zu solchen Leistungen fähig ist.

The Wrestler ist ein einfühlsames Sport/ Familiendrama. Das Portrait über die fiktive einstige Wrestlinggrösse Randy "The Ram" Robinson ist mehr als nur gut gelungen.

Das Leben von Randy besteht aus vielen Schattenseiten, sei es die Ablehnung durch seine Tochter , der unbefriedigende und erniedrigende Job, oder eine Autogrammstunde von einstigen Wrestlinghelden, die alle nur noch ein Schatten ihrer Selbst sind. ( Ganz starke Szene).

Das alles ist unaufgeregt und fern von typischen Hollywoodklisches inszeniert. Untermalt mit wunderbarer Musik und sehr gut inszenierten Wrestlingszenen. Das Ende ist auch Top, besser kann so ein Film meiner Meinung nach nicht enden.

Fazit: Einer der besten Filme und eindringlichsten Filme aus dem Jahr 2008. Ich mag Sean Penn sehr, aber dieser Oscar war für Mickey reserviert.

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Copacabanasun

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Schöner Kommi Ace...übrigens haben wir die 90%-Marke geknackt. :D


sam_ace_rothstein

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Danke Copa :) Ja genau, dass muss gefeiert werden, der Schampus steht schon bereit :D


Tobi256

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Bewertung5.5Geht so

Dramen sind wohl einfach nicht mein Genre...

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Thanatos1

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Wunderbarer Film dem es gelingt zwischen anrührend schön und traurig hin und zu springen.
Auch wenn viele das vermutlich anders sehen als ich finde ich auch das Ende (Das meiner Meinung nach mit dass wichtigste bei einem Film ist) sehr gelungen.

Sehr empfehlenswert, auch für Menschen die eigentlich mit Wrestling garnichts am Hut haben, so wie ich.

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Codebreaker

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Vorab möchte ich erstmal eins sagen: ich bin großer Wrestling - Fan. Ich habe in den letzten Jahren die WWE und auch einige andere Ligen ab und an verfolgt. Zur Zeit schaffe ich es zwar kaum noch wirklich Wrestlingshows sehen zu können und auch das Interesse daran schwindet immer mehr, aber die letzten Jahre habe ich so einiges erlebt.
In diesem Zusammenhang habe ich vor einigen Jahren auch "The Wrestler" zum ersten Mal gesehen. Ich hatte mich damals dermaßen drauf gefreut, aber eben hauptsächlich wegen dem Aspekt: "Da gehts um Wrestling? Ist ja cool!". Es folgte schließlich eine zweite Sichtung und nun auch die dritte. Anders war diesmal jedoch, dass ich den Film sehen wollte um ihn eben als Film einschätzen zu können und weniger als Wrestlingfan. Dazu bleibt schließlich zu sagen, ich fand ihn damals gut und auch jetzt noch.
Obwohl gut vielleicht sogar noch untertrieben ist.
"The Wrestler" ist ein richtig starker Film! Das beginnt schon mit der ganzen Machart.
Es wirkt größtenteils eher wie eine Dokumentation, durch Kameraeinstellungen, etc.
Aber fangen wir mal langsam an.
Randy "The Ram" Robinson ist ein Wrestler, der seine besten Jahre schon hinter sich hat. Sein Körper macht nicht mehr alles mit und auch der gefragteste ist er nicht mehr. Er hat kaum Geld und wohnt in einem dreckigen Wohnwagen. Hat kaum Kontakt und eine sehr schlechte Beziehung zu seiner Tochter und ganz grob gesagt, hat er einfach ein Scheiß Leben.
Wenn man sich eben mit dem Bereich "Wrestling" auseinandersetzt, sieht man, dass es gar nicht so weit her geholt ist, dass manche Wrestler einfach nicht wissen wann Schluss ist. Ich weiß natürlich nicht, inwiefern es denen finanziell richtig schlecht geht, was ich aber sagen muss: es gibt die Wrestler, die eigentlich ihren Zenit schon überschritten haben, aber eben immernoch weitermachen wollen. Sei es aus Geldnot oder weil sie einfach nicht wahrhaben wollen, dass es vorbei ist. Man muss aber eben sagen, dass sich das Alter dann doch auf die Qualität des Wrestlings legt. In diesem Film ist diese ganze Thematik richtig gut rüber gebracht worden. Ein Mann der "zu alt für den Scheiß" ist, das aber nicht einsehen will. Obwohl - bei "The Ram" ist da wahrscheinlich wirklich die Geldnot das größere Problem. Er macht also weiter und vernichtet seinen Körper, seine Gesundheit damit immer mehr. Der Zuschauer fühlt dabei einfach mit. Man freut sich mit ihm, wenn er Spaß daran hat die Kunden hinter einer Fleischtheke zu bedienen und man bemitleidet ihn, wenn er alles mögliche versucht, ein guter Vater zu sein und einen Draht zu seiner Tochter aufzubauen, was diese ihm, verständlicherweise, sehr schwer macht. Man wünscht ihm einfach jede mögliche Freude, allerdings sieht man auch ein Leben, was mich sich nicht Mal im entferntesten wünscht.
Ein Mann, der nichts mehr hat. Ihm bleibt nur noch das Wrestling, doch das zerstört ihn. In seinem Leben läuft so ziemlich alles schief, die einzige Person, zu der er noch kann, ist eine Stripperin, mit der aber auch nicht alles funktioniert.
All das verleiht dem Film eine wirklich traurige Stimmung, ja es zieht den Zuschauer schon fast richtig runter.
Mal abgesehen vom Inhalt, ist der Film auch noch in weitaus anderen Bereichen mehr als gut.
Auf jeden Fall muss man sagen, dass das was Mickey Rourke hier abliefert, einfach nicht mit Worten zu beschreiben ist. Ich fand ihn schon damals sehr überzeugend, aber jetzt... ich habe ihm seine Rolle zu jederzeit abgekauft. So überzeugend, so intensiv, so klasse... Das man hier mitfühlte, liegt zu großem Teil an ihm. Ich weiß nicht wie ich es sagen soll, aber Rourke hat das einfach richtig genial gespielt. Vielleicht hat es dazu beigetragen, dass er privat auch derartige Probleme hatte. Er war einfach grandios, den Oscar hat er auf jeden Fall verdient gehabt (ich hätte ihm den auch gegeben, Penn war zwar auch gut, aber Rourke war hier einfach besser!). Marisa Tomei fand ich ebenfalls ziemlich gut, wie auch Evan Rachel Wood als Tochter.
Ebenfalls sehr beeindruckend, inweit man hier diverse Wrestlingligen gezeigt hat, die eigentlich eher nicht unbedingt Mainstreamligen sind. Beispiele ROH oder CZW.
Und, nicht zu vergessen, Springsteens tolle Musik, die wiedermal klasse ist!
Ein Film der mich einfach jetzt schon zum dritten Mal beeindruckt, gefesselt, fasziniert hat und das nicht nur, weil ich Wrestling mag. Eine der besten schauspielerischen Leistungen die ich je gesehen habe und ein Ende, was einem auch doch irgendwo Nahe geht.
Vor dem Schreiben des Kommentars hatte ich noch keine Wertung, eigentlich bewerte ich immer erst, beim Schreiben des Kommentars und ich muss wirklich sagen, dass ich diesen Film zurecht auch als "Lieblingsfilm" bezeichnen würde, einfach, weil ich mich jetzt schon darauf freue ihn irgendwann wiedersehen zu können und weil er mich jedes Mal aufs Neue beeindruckt und fasziniert. Ein Film, den ich wohl noch oft sehen werde!

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The Freewheelin Fonda

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

299ter kommentierter Film, bald geht es in die nächste Runde und hier kommt er,

THE RAM!

Man hat Randy, einen runtergekommenen Wrestler, in den 80ern ein großer Star und Publikumsliebling.
Heute?
Kaputt!
Krank!
Pleite!
Kurz, am Ende!

Die Hochachtung die der ,,Ram" einst genoss?
Bekommt er noch von ein paar Kollegen und den Nachbarkindern, das Massenpublikum hat ihn längst vergessen.
Wegen Rourkes Darstellung, fühlt man das alles mit, in jeder Szene, das ganze Schicksal von Randy, es bricht einem fast selber das Herz wenn er von seiner Tochter abgewiesen wird, die ihn nicht mehr sehen will.

Rams Körper macht diese Tortur nicht mehr mit und nach einigen Kämpfen bekommt der einstige Star einen Herzinfakt.
Er muss jetzt kurzer treten, sich eine andere Beschäftigung suchen und keine Kämpfe mehr antreten. Doch das Arbeitsleben im modernen Amerika, was durch den Niedergang einer ganzen Gesellschaft geprägt ist, ist nichts für einen Kämpfer wie Randy!
Er muss zurück in den Ring, sich noch einmal beweisen, in einem letzten großen Kampf gegen seinen einstigen Rivalen.

,,Denn das Publikum bestimmt wann er aufhört und nicht er!"

Ein starkes Drama und dann eine perfekte Schlussinszenierung, mit einem großartigen Schlusssong, von einem der größten Künstler der letzten Jahrzente, das mich in einer melancholischen Stimmung auf dem Sofa zurück ließ!

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The Freewheelin Fonda

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Danke dir Boogers, hab in den letzten Wochen auch einige alte Kommentare ,,ausgemistet" schon lustig, dass sich der Schreibstil innerhalb von ein paar Monate so verändert ;)


Dahmer

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mickey fuckin rourke! was für ein film, was für eine leistung von ihm! toller Kommi im übrigen


donmike65

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Bewertung3.0Schwach

Hat mir net gefallen

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soRot

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Bewertung6.5Ganz gut

Ich glaub man sollte sich ein bischen für Wrestling interessiren und schon hat der Film ein Platz im Herzen ;) Mir hat es sehr gefallen mal ein einblick hinter den Kolissen zu sehn. Danke und like ;)

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kapitalist

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Bewertung7.0Sehenswert

Solides Drama. Zwischendurch etwas langweillig, dafür mit gutem Ende.

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