The Wrestler

The Wrestler (2008), US Laufzeit 109 Minuten, FSK 12, Drama, Sportfilm, Kinostart 26.02.2009


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Kritiker
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von Darren Aronofsky, mit Mickey Rourke und Evan Rachel Wood

In The Wrestler von Darren Aronofsky spielt Mickey Rourke einen gescheiterten Wrestler, der lernen muss, außerhalb des Rings zu funktionieren.

Randy “The Ram” Robinson (Mickey Rourke) war in den 80er Jahren ein gefeierter Wrestlingstar und Liebling vieler Fans. Diese Zeit ist jedoch längst vorbei, mittlerweile arbeitet er im Lager von einem Supermarkt und lebt in einer Wohnwagensiedlung, wo er sich kaum die Miete für den Stellplatz leisten kann. Seine einzigen Lichtblicke sind die Kämpfe gegen andere Wrestler, genau wie er, Stars vergangener Tage in kleinen Turnhallen, und die Besuche bei der Stripperin Cassidy (Marisa Tomei). Sie ist sein einziger richtiger sozialer Kontakt und die beiden kommen sich auch außerhalb des Stripclubs näher. Cassidy ist es zudem, die Randy motiviert, den Kontakt zu seiner Tochter Stephanie (Evan Rachel Wood) wieder aufzunehmen. Als Randy nach einem harten Kampf in der Umkleidekabine zusammenbricht, muss er am Herzen operiert werden. Der jahrelange Missbrauch von Steroiden fordert jetzt seinen Tribut. Laut den Ärzten könnte Randy sterben, sollte er wieder in den Ring steigen. Aber schafft er es, auf das zu verzichten, was ihm am allermeisten bedeutet?

Hintergrund & Infos zu The Wrestler
Darren Aronofsky drehte The Wrestler in nur 35 Tagen in New Jersey mit einem Budget von sechs Millionen Dollar. Der Film konnte das Sechsfache wieder einspielen. Einer der Gründe für das für US-Verhältnisse geringe Budget war die Besetzung der Hauptrolle mit Mickey Rourke. Der Schauspieler galt als riskante und schwierige Wahl, weshalb viele Geldgeber absprangen. Die Produktionsfirma wollte die Hauptrolle in The Wrestler mit Nicolas Cage besetzen, doch Darren Aronofsky bestand auf Mickey Rourke. Diese Hartnäckigkeit sollte sich auszahlen, denn Mickey Rourke wurde von Kritikern einstimmig gelobt und bekam zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Golden Globe und eine Oscar-Nominierung.

The Wrestler feierte seine Premiere auf dem Filmfest in Venedig und gewann den Goldenen Löwen als bester Film. Mickey Rourke hätte den Preis als bester Hauptdarsteller eigentlich auch bekommen, doch Wim Wenders, der in der Jury saß, bestand auf die Regel, dass kein Film in diesen beiden Kategorien gewinnen darf.

Darren Aronofsky sagte in Interviews, dass The Wrestler und Black Swan als ein und dasselbe Projekt begannen. Er plante eigentlich einen Film über eine Beziehung zwischen einer Ballerina und einem Wrestler zu drehen. Irgendwann splittete sich die Idee dann in die zwei Filme auf.

Die Songs Sweet Child O’ Mine von den Guns N’ Roses und The Wrestler von Bruce Springsteen wurden für den Film umsonst zur Verfügung gestellt, da das Budget so knapp bemessen war. Sweet Child O’ Mine, zu dem Randy “The Ram” in den Ring einläuft, war auch die Einlaufmusik von Mickey Rourke, als er Anfang der 90er Jahre einer Boxkarriere nachging.

Die Szenen im Supermarkt waren zum größten Teil improvisiert. Darren Aronofsky ließ die Kamera laufen, während Mickey Rourke hinter der Theke stand und echte Kunden des Supermarkts bediente. (MK)

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Kommentare (265) — Film: The Wrestler


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Agnida

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Bewertung7.5Sehenswert

Hat mich sehr bewegt und ich habe Randy jedes Wort abgekauft, tolles Sozialdrama!

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PuertoRican

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Eine simple Geschichte die mich aber doch sehr berührt hat. Traurig, aus dem Leben und einfach nur rührend. Micky Rourke in einer grandiosen Rolle.

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Schmetterhage

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Mickey Rourkes mit Abstand beste Schauspielleistung und mit Marisa Tomei und Evan Rachel Wood absolut überzeugende weibliche Gegenpole.
Tragisch und wunderbar!

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gassifan2410

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Bewertung9.0Herausragend

Eines der intensivsten Dramen dieses Jahrtausends würd' ich sagen.
Mickey Rourke ist schlicht und ergreifend grandios! Der Film ist zwar kein typisches Aronofsky-Vehikel wie z. B. sein Klassiker Requiem for a Dream und der aktuellere Black Swan, da es an opitschen Gimmiks und Spielereien fehlt, aber in Sachen Intensität von Einzelszenen macht diesem Regisseur nun wirklich niemand was vor.
Absolut empfehlenswert!

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DougMuffin

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Bewertung9.5Herausragend

Mit einem grandiosen Film kommt ein weltklasse Ende. Ab diesem Moment und für immer in mein Gehirn gebrannt...

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MrDepad

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Mit "The Wrestler" meldete sich Darren Aronofsky nach seinem komplexeren, kunstvoll inszenierten "The Fountain" mit einem mehr als überraschenden Film zurück.
Erstmals nicht nach einem selbst geschriebenen Drehbuch verfilmte er dieses Drama. Auf die gewohnten inszenatorischen Merkmale verzichtete er ebenfalls. Stattdessen gibt es eine raue, unruhige Handkameraführung, die sich stets sehr nah am Protagonisten hält.
Dieser ist ein in die Jahre gekommener Wrestler, der es außerhalb des Rings und Rampenlichts nicht packt, mit der realen Welt da draußen fertig zu werden.
Aronofsky lässt uns am Leben dieser Figur teilhaben. Oftmals musste sich der Regisseur den Vorwürfen stellen, seine Filme seien meist zu arg "Style over Substance" und er könne keine wirklich stimmigen Geschichten mit authentischen Charakteren erzählen.
Mit diesem Werk verweist er diese Kritiker in die Schranken, den "The Wrestler" ist ein intensives, ungeschöntes sowie fesselndes Drama wie aus dem Lehrbuch für gute Dramen und das komplett ohne pompöse und aufwendige Inszenierungsweise. Dabei ist der Film natürlich auch für Leute geeignet, die mit der eigentlichen Sportart nicht so viel anfangen können, obwohl der Streifen auch in diese einen erhellenden, interessanten und nahezu ernüchternden Einblick gewährt.
Man kommt allerdings nicht drum herum, im Bezug auf diesen Streifen den Hauptdarsteller zu erwähnen. Für Mickey Rourke war die Rolle in diesem Werk ein Triumph auf ganzer Linie. Es fällt einem nicht wirklich schwer, einzuschätzen, wie viel er von seiner wahren Persönlichkeit in diesen Film transportierte. Durch seinen gezeichneten Körper und sein gebeuteltes Gesicht ist Rourke die absolute Idealbesetzung des Wrestlers, der nur noch ein Wrack ist. Dabei zieht der Schauspieler trotzdem sämtliche Register der Schauspielpalette und begeistert mit einer anrührenden Performance.
"The Wrestler" ist nach "The Fountain" ein überraschendes, eher untypischeres Werk von Darren Aronofsky. Mit dem reduzierten Inszenierungsstil, den starken Darstellern, allen voran ein unglaublich guter Mickey Rourke und einer fesselnden Erzählweise bewies der Regisseur, dass er selbst als simpler Geschichtenerzähler ein Meister im Filmgeschäft ist.

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Kamil90

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Bewertung6.5Ganz gut

Ich weiß nicht so Recht - irgendwie hatte der Film auf mich zwar immer wieder richtigen Impact, aber ich konnte mir nicht helfen zu beobachten, wie ich mit den Gedanken immer wieder abgedriftet bin, weil es mich nicht ganz gepackt hat. Vielleicht war es für mich auch zu körnig, zu grau, zu anstrengend anzusehen. Objektiv muss man aber sagen, dass Mickey Rourke natürlich absolut fantastisch und überzeugend spielt, die Stimmung, die erzeugt werden soll, auch sehr gut transportiert wird und die ganzen Hintergrund-Infos zum Thema Wrestling fand ich auch durchaus erhellend! Hätte mich eigentlich alles mehr beeindrucken müssen, aber irgendwie wollte es nicht so recht zünden. Black Swan fand ich zehn Mal besser.

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MickeyPosthuman

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Darf ich vorstellen: The Wrestler, Randy"The Ram" Robinson, der Film, der Charakter der mich zum Rourke-Fan gemacht hat. Selten zuvor und danach kam ich so rundum geflasht aus dem Kino. Ende 2008 war das. Selten schmerzte ein Film mehr. Selten hat mich das Schicksal eines Verlierers so mitgenommen. Der Schwanengesang eines Menschen, der durch Zufall, Schicksal, Eigenverschulden so gut wie alles verlor, was ihm heilig und lieb und teuer war.

Der begnadete Aronofsky schickt ein beinahe banal anmutendes Drama im Stile einer Dokumentation auf die Reise, welches schlicht bzw. minimalistisch gehalten und recht konventionell gefilmt wurde. Hier werden nicht mit unnötigen Effekten Drehbuchaussetzer oder beschissene Schauspieler kaschiert, Wert wird hauptsächlich und lobenswerterweise auf die Akteure und die bedrückende, hoffnungslose Atmosphäre gelegt. Diese Art Film ist sehr selten geworden, mir gefällt sie am besten. Was hier an Budget fehlt, wird durch das Herzblut und die spürbare Leidenschaft aller Beteiligten mehr als eindrucksvoll wieder wett gemacht. Man verfolgt den gebrechlich und alt gewordenen "The Ram", welcher durch sein fehlerhaftes Verhalten ins persönliche und soziale Abseits gestolpert ist und noch einmal vesucht, sein Schicksal abzuwenden und den Abstieg aufzuhalten. Während dieser Spätphase seines Lebens begleiten wir diesen Menschen und schauen ihm mehr als einmal hoffnungsvoll über seine breiten Schultern und in sein vernarbtes Gesicht.

Kritiken, Ranglisten oder Preisverleihungen sind mir ein Gräuel und nicht weiter ernstzunehmen, aber in diesem Falle kann ich mich der Öffentlichkeit nur anschließen: Mickey Rourke legt hier, auf einem relativ späten Level seiner Karriere, eine seiner größten Leistungen überhaupt ab, vergleichbar mit legendären Frühwerken wie Rumble Fish, Barfly und Angel Heart. Alleine durch die Gegenüberstellung Rourkes und seiner Rolle und deren reale/ fiktive Werdegänge und Verknüpfungen dieser bekommt The Wrestler eine sehr persönliche und intime Note. Und das spürt man von der ersten bis zu letzten Sekunde. Großes Lob auch an die sportliche Leistung Rourkes. Dieser unterzog sich einem extrem anstrengenden Training bei einem ehemaligen israelischen Armeeausbilder. Was er in diesem Alter noch auf die Bretter legt ist wirklich absolut bewundernswert und entfernt noch mit DeNiros Boxleistung in Wie ein wilder Stier vergleichbar. Mickey zeigt hier wieder einmal, dass er immer noch zu den ganz Großen gehört, auch wenn die Anzahl seiner qualitativ hochwertigen Filme überschaubar bleibt.

Nicht zu vergessen übrigens die Präsenz der Evan Rachel Wood, von der ich bisher nicht allzu viel, eig. sogar überhaupt gar nichts, gesehen habe, die mich hier aber schwer beeindruckt hat. Alter Vatter, und das in dem Alter. Und Mensch, scharf isse auch noch. Marissa Tomei spielt ebenfalls souverän, ist für mich jetzt aber eher eine flache Randfigur, die mich nicht weiter beschäftigt hat und deren Nebenrolle eher Mittel zum Zweck ist. Aber naja, tolle Titten.

Der einzige, nicht dem Regisseur geschuldete, Kritikpunkt ist für mich die deutsche Synchro. Rourke und Tomei klingen eingedeutscht so dermaßen debil, dass es kaum auszuhalten ist. Fast so schlimm wie Courtney Loves Larry Flint-Synchro . Noch ein kleines Manko: Zwar ist der zusammengestellte Soundtrack mehr als gelungen und auch passend (Guns´n´Roses!) aber der extra für The Wrestler geschriebene, gleichnamige Springsteen-Song ist in meinen Augen eher Stangenware und nicht besonders spektakulär. Kein Vergleich mit dem unglaublichen "Streets of Philadelphia."

Über eine erneute Rourke/Aronofsky/Rachel-Wood-Kollabo, die selbstverständlich höchst unrealistisch ist, würde ich mich sehr freuen.

"And now, I'm an old broken down piece of meat... and I'm alone. And I deserve to be all alone. I just don't want you to hate me. "

"The only place I get hurt is out there. The world don't give a shit about me. "

"You know, if you live hard and play hard and you burn the candle at both ends, you pay the price for it. You know in this life you can loose everything you love, everything that loves you. "

"Give this to your son, it's an authentic Randy "the Ram" action figure. Tell him not to lose it, it's a $300 collectors item." - "Really?" - "No."

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alex023

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Bewertung4.5Uninteressant

»The world don't give a shit about me.«

Darren Aronofsky ist ja ein Fall für sich. Viele lieben ihn, ebenso viele nicht. Aber die meisten, fast alle stimmen überein: THE WRESTLER ist ein untypischer Film für den New Yorker – und der Großteil kann ihm auch noch viel abgewinnen. So wurde mir quasi versprochen: dieser Film sei etwas für mich, da ich mit den anderen Werken nicht so recht warm werde. So ging ich erwartungsfroh daran – und wurde enttäuscht. Wieder mal.

Aronofsky muss sich definitiv damit abfinden, dass er kein Geschichtenerzähler ist. So weit, so unwichtig. Aber wenn bei einem Regisseur eben auch der ganze Rest, für den er sich verantwortlich zeigt, nicht stimmt, sollte dieser sich Sorgen machen. Die Musik ist in seinen Filmen immer toll, weshalb auch gewisse Aspekte der Atmosphäre stimmen – aber der Dank gebührt ja Clint Mansell.
In THE WRESTLER wird versucht, die Geschichte von Randy „The Ram“ Robinson zu erzählen. Ein Wrestler, dessen Zeit schon zwei Jahrzehnte zurückliegt, der aber immer noch aktiv mitwirkt, jedoch irgendwann aufgrund seiner Gesundheit aufhören soll.
Worum geht es jetzt genau? The Ram ist so ein bisschen der Typ Rocky Balboa, kann nicht ohne den Sport, muss immer weitermachen. Wo das bei Stallones Kultboxer aber noch witzig und passend wirkte, ist das hier nicht der Fall. Warum muss er das jetzt genau noch mal machen? Achso, die Erklärung wurde ja geliefert: weil er im realen Leben nicht klar kommt und das Wrestling braucht. Und diese „Botschaft“ will der Film auch gar nicht erst verpacken, sondern das sagt der Protagonist einfach so. Darf der Zuschauer hier gar nicht mitdenken? Aber das ist auch nur peripher von Bedeutung.
Randy braucht das Rampenlicht, die Aufmerksamkeit der Menschen, um zu überleben, ein einfacher Job, in welchem er einfache Sachen macht und niemand ihm zujubelt – das ist nichts für ihn. Er braucht die Bestätigung, die Begeisterung über seine eigene Person. Man könnte fast sagen, Robinson ist ein Mann mit Neurosen.

Die Nebenstränge mit einer verkorksten Vater-Tochter-Beziehung (natürlich alles seine Schuld – wegen des Wrestlings, klar!) und eine merkwürdige Beziehung zu einer Stripperin, in welcher er doch mehr sieht, oder auch nicht? Was diese Nebenhandlungen jetzt genau bringen sollten, das bleibt dann doch ein wenig im Verborgenen. Sie tragen nur bedingt zur Handlung bei und selbst wenn sie eigentlich notwendig für die Figurenentwicklung sind: das Drehbuch ist dermaßen mies und vorhersehbar geschrieben, dass das an dieser Stelle auch nicht weiterhilft.
Dann kommen wir zum inszenatorischen Teil: Darren Aronofsky sieht sich ja bestimmt irgendwie so als kleinen Künstler, welcher anspruchsvolles Kino für ein cineastisches Publikum macht. Deshalb benutzt er auch ganz, ganz tolle Kameraeinstellungen. Na gut, die sind auch in Ordnung, aber er hört ja gar nicht mehr damit auf. Ein, zwei, sogar drei Mal wäre die Perspektive, in welcher die Kamera Randy folgt, ja völlig legitim und passend gewesen, aber wenn diese Einstellung STÄNDIG benutzt wird – das nervt nicht nur, das ist nicht nur redundant, sondern auch einfach unpassend. Das sieht fast so aus, als hätte unser Künstler eine neue Kameraeinstellung entdeckt und möchte die jetzt unbedingt ganz oft ausprobieren. Sowieso wird sich Aronofsky während des Films nicht (mit sich selbst?) einig darüber, in welchem Stil nun gefilmt werden soll. Mal folgen wir dem Protagonisten und wir haben eine wirklich gute Sequenz, in welcher der Gang zu seinem neuen Job wie der Gang hinaus zum Kampf aussieht und so das innere Verlangen nach Rampenlicht widerspiegelt (voll genial, da wäre sonst niemand drauf gekommen) und ein anderes Mal stehen wir distanziert davon und beobachten die Figuren bloß. Kurz darauf zoomt die Kamera wieder heran und betrachtet den Protagonisten im Close-Up. Man könnte jetzt forsch von einem dauerhaften Perspektivwechsel sprechen. Aus welchem Grund das jetzt aber zelebriert wird, wäre mal nett zu erfahren. Eigentlich scheint der Film nämlich so zu wirken, dass er eben aus der Sicht von Randy genau dieses Leben erzählen will, um zu zeigen, warum er nicht so und ohne Wrestling leben kann. Wir lassen mal außen vor, dass das Ende völlig deplatziert wirkt, weil es einfach kein Ende ist. Klar, das ist ein total tolles Ende, weil ja alles offen gelassen wird und so…aha, ok, ich hätte da in der Tat bessere Vorschläge gehabt, wie beispielsweise nicht zu zeigen, ob Randy jetzt zum Kampf antritt. Das wäre ein konsequentes, offenes Ende gewesen. Aber so, wie es jetzt gelöst wurde: viel zu unpassend und vorhersehbar. Was, bitte? Der bekommt Herzprobleme, als er sich so stark anstrengt? Das hätte ja keiner ahnen können, hat ja bloß der Arzt im Krankenhaus vorhergesagt.

Wie auch immer. Ich wollte diesen Film wirklich mögen, weil alle palaverten und palaverten, wie toll der Film doch sei und dass den auch definitiv einer, der mit Aronofskys sonstigem Werk nichts anfangen kann, mögen wird. Ab sofort kann man mich dann als Gegenbeispiel nennen.
Mickey Rourke war meiner Meinung nach auch nicht so toll, wie es die einheitliche Meinung zu sein scheint. Aber gut, lassen wir ihm seinen Ruhm, stört mich ja nicht groß. Evan Rachel Wood ist so unglaublich verschenkt in diesem Film, ihre Präsenz, ihre Ausstrahlung und ihr Charme kommen viel zu kurz in diesem unnötigen Subplot. Achja, die Musik ist toll. Hab ich das schon gesagt?

Fazit: Darren Aronofskys THE WRESTLER ist nicht sein schlechtestes Werk – da gab es schon weitaus schlimmere. Mehr will ich dazu auch gar nicht sagen. Wer im Kommentar meine Abneigung gegenüber diesem Regisseur spüren konnte: Herzlichen Glückwunsch, war auch genauso gewollt. Aber ich freue mich für jeden, der etwas mit diesen Filmen anfangen kann. Mir erschließt sich dort nicht sehr viel Qualität. Aber jedem das Seine.

[http://planetofpictures.blogspot.de/2014/06/the-wrestler-us-2008-darren-aronofsky.html]

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DonChris

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Klasse Kommentar! Ich hab auch nie verstanden warum der Film allgemein so gut ankam.


alex023

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@Solveig & DonChris: Exactly! Thanks!


Samweis_Gamdschie

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Sehr starker Film mit einem spitzen Mickey Rourke. Mein Lieblings- Aronofsky-Film neben "Requim for a Dream".

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iina

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Die Geschichte eines in die Jahre gekommen Wrestling-Stars, der sich seinem neuen Schicksal stellen muss.
Ein Typ, dessen Leben vor 20 Jahren vermutlich um einiges prunkvoller war und der mir im Laufe des Filmes doch ziemlich ans Herz gewachsen ist. Er war ja auch ein super sympathischer Kerl, was wohl alle Vorurteile zunichte macht, die man vielleicht im Vorfeld gehabt hat. Ein Charakter der eine Wandlung durchlebt und ab und an vom Weg abkommt.
Mickey Rourke spielt seine Rolle grandios, als sei sie genau für ihn geschrieben worden, dafür hätte er den Oscar verdient gehabt. Der Film kommt auch ohne die ganzen übertriebenen Hollywood-Szenerien aus und lebt von kleinen Momenten, Charakteren und einer beeindruckenden Erzählkunst. Die Kameraführung lässt einen ganz nah an den Protagonisten herantreten und ähnelt einer Dokumentation, was mir hier sehr gut gefiel.
Obwohl ich mit dem Sport eigentlich herzlich wenig anfangen kann, hat mich The Wrestler beeindruckt, weil es mich filmtechnisch und erzählerisch überzeugt hat - absolut empfehlenswert!

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quastenflosser

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Starkes Drama mit einem starken Hauptdarsteller und starken Dialogen. Stark !

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MetalFan92

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Bewertung9.5Herausragend

The Wrestler ist ein sehr bewegendes Drama, welches mich mit dem Hauptdarsteller direkt mitfühlen lässt. Eine einfache Story mit jedoch tiefem Inhalt.

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Jek-Hyde

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Bewertung7.5Sehenswert

Kein richtiger Aronofski, aber irgendwie auch neben Pi einer von seinen Besten.
The Wrestler sah ich genau zur richtigen Zeit. Früher war ich vom Wrestling und dessen Mythologie recht angetan, auch wenn es wie hier gezeigt wird eher Akrobatik und Show ist, statt richtige Wettkämpfe und Sport; so ist jedenfalls nicht mehr viel übrig von dem was ich damals für das Wrestling empfand. So fühlte sich der Wrestler an. Abgeschlagen, karg, heruntergewirtschaftet. Kurz, der ganze Film steht im Sinkenden Stern. Kein richtiger Absturz, sondern fast gemächlich.
Der Bruder des schwarzen Schwans und zwar optisch weniger eindrucksvoll, dafür um einiges besser und weniger peinlich.
Mickey Rourke wirkt perfekt. Es ist sein grobes, abgekämpftes und fertiges Gesicht, was so gut zu der Rolle passt. Als Wrestler kämpft er sich nun durch den Winter seines Lebens. Das Jahrelange Schindluder, was er mit seinem Körper getrieben hat, zeigt sich nun. Er hat sich ganz einfach heruntergewirtschaftete. Es ist fast so, als ob die Wrestler sich opfern. Sie sind die modernen Gladiatoren und irgendwie verbuchen sie sich. Werden von den Augen des Publikums abgegriffen. Für sie gibt es keine Zukunft im herkömmlichen Sinne.
Wenn es immer nur um den Körper ging, wie viel Geist bliebt übrig in dieser Menschlichen Mingvase?
Er ist ganz einfach ein Kämpfer. Fast wie eine Actionfigur von sich selbst. Es gibt keine Zukunft, wenn das Kind erwachsen wird. Irgendwann geht er unter. Es ist das Schicksal darin zu sterben, indem er sein leben zubrachte. Wer kenne das Ende nicht, aber wir kennen den Ausgang.
Die Wrestler existieren nur im Ring. Ärgste Feinde sind in Wahrheit Freunde. Alles ist nur Show und doch wieder nicht.
Blut, Muskeln und Schweiß, das ist der Wrestler. Ein Moderner Jesus, der sich für die gute Show aufopfert. Nur im Losgelösten Zustand des Kampfes fliegend und frei.
Flieg!
1...
2...
3...
AUS!

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uncut123

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Bewertung7.0Sehenswert

bei dem drama giebt es nichts zu beanstanden...

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Friedsas

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Bewertung10.0Herausragend

"Erzähl mal,was hast du heute abend vor?" - "Tja,wie wär´s mit Klammern?" - "Klammern?" - "Mit nem Tacker!" - "Was meinst du damit?" - "Naja, mit nem Klammertacker" - "Klammertacker?!" - "Hast du das noch nie gemacht?" - "Nein,tut das weh?" - "Was für ne alberne Frage,aber Ja!"

Vorsicht wird definitiv Spoiler enthalten...

Wie schmerzlich ist Ruhm? Ist es ein Fluch oder ein Segen? Oder mehr eine Droge von der man schwer wieder los kommt? Für Randy "The Ram" ist es alles davon. Ein Fluch da er alles für seinen Traum aufgegeben hat und nun alleine ist und sich nicht zurecht findet in der Welt. Schmerzlich da er nicht nur physisch in seinen Kämpfen einstecken muss sondern auch merkt wie schnell er abgestürzt ist, wie schnell der Ruhm der alten Tage verblasst ist. Ein Segen denn im Ring ist er der Boss, im Ring da ist er The Ram im Ring da ist er frei und wird immer noch gefeiert, zwar ist die Fanbase über die Jahre kleiner geworden aber The Ram würde auch für nur einen Fan in den Ring steigen und bis zum bitteren Ende gehen so sehr braucht er den Applaus. Eine Droge ist es für Randy ganz sicher, selbst nach seinem Herzinfarkt würde er selbst sein Leben für den Sport riskieren so sehr braucht er sie, und über die Jahre hinweg hat es sich zur immer schlimmeren Droge für ihn entwickelt. Wie bei einer "normalen" Droge wie bei Alkohol oder Heroin hat auch er vollkommen den Halt im Leben verloren, die Tochter hasst ihn da er nie ein Vater war, die Mutter (der Tochter) wird gar nicht erst erwähnt, arbeiten tut er als Packer in einem Supermarkt und später an der Delikatessenausgabe, beides scheint ihm wenig bis keinen Spaß zu machen und sind auch eher niedrige Jobs weswegen man annehmen kann das Randy wohl von der Schule abgegangen ist und wohnen tut Randy in einem Wohnwagen. Anders als im "wahren" Leben gilt er unter den Wrestlern als Held, ja oftmals auch als Gott. Man spürt die Verehrung der anderen deutlich, den Respekt den sie vor dem großen The Ram und seinen Leistungen haben und sehen dabei nicht das es ihm mehr schadet als nützt. Als der Arzt Randy nach einem Herzinfarkt, dann mitteilt das er nicht mehr in den Ring darf bricht für ihn förmlich eine Welt zusammen. Er versucht das vergangene wieder hinzubiegen, er versucht eine Beziehung mit Cassidy (eine Striperin) anzufangen, die Sache mit seiner Tochter wieder hinzubekommen und am Wochenende extra zu arbeiten für mehr Geld, aber es geht nicht, er kommt von der Vergangenheit einfach nicht los und diese holt ihn immer wieder ein. Wie bei der am Anfang beschriebenen Droge schafft er es ohne sie einfach. Cassidy hat ihn abgewiesen, bei seiner Tochter hat er einen weiteren Fehltritt begangen und im Job wird er genervt. Normale Drogenabhängige haben für solche schwachen Momente einen Sponsor aber Randy hat niemanden mehr an den er sich wenden kann, alles was er noch hat sind seine Fans und die wollen ihn im Ring sehen! Und wie bei einer richtigen Abhängigkeit geht auch Randy zu weit mit diesem Kampf ob er überlebt oder nicht lässt der Film offen. Die letzte Rede die er vor dem Rückkampf hält zeigt die Sache mit der Abhängigkeit meiner Meinung nach sehr gut.

"Ich möchte euch allen heute Abend sagen, wie dankbar ich bin das ich hier sein kann. Ne Menge Leute ham mir gesagt das ich, das ich nie wieder in den Ring steigen würde, das ist aber alles was ich kann. Ihr wisst wenn man am Limit lebt, wenn man bis zum äußersten geht und man die Kerze an beiden Enden anzündet dann muss man den Preis bezahlen. In so einem Leben kannst du alles verlieren was du liebst und alles was dich geliebt hat, also ich hör nich mehr so gut wie früher und ich vergess auch manches und ich seh nicht mehr ganz so gut aus wie früher aber ZUM TEUFEL ich steh immer noch hier! Ich bin The Ram! Nun im laufe der Zeit wisst ihr, im laufe der Zeit heißt es er ist am Ende, er ist erledigt, er ist ein Looser, er ist ein Wrack, aber wisst ihr was? Die einzigen die mir sagen dürfen wann es für mich vorbei ist, das seid ihr hier! Ihr hier in dieser Arena, ihr dürft mir das sagen! Ihr seid diejenigen für die wir das alles machen, Okay? Ihr seid meine Familie, ich tuhe das für euch. Ich liebe euch!"

Es gibt eine Szene in dem Film wo Randy zu "Round and Round" tanzt und Cassidy erzählt das die 80iger die beste Zeit war und die 90iger beschissen und es ab da nur noch bergab ging mit der Musik, aber für mich ist da eine der Schlüsselszenen, mehr eine Metapher, denn für mich zeigt es folgendes: In den 80igern war ich ein Star alle liebten mich ich war ganz oben und in den 90igern bin ich abgestürzt!

"Ist dir klar, was wir bald haben?" - "Hä...?" - "Den 6. April, den 20.Jahrestag deines Kampfes gegen den Ayatollah." - "20 Jahre..., wie die Zeit vergeht?!"

Handwerklich ist der Film top, er zeigt den Schmerz und verschönert nichts. Er zeigt viele karge, triste Bilder. Auch die alten "Wrestlingstars" die gezeigt werden besonders in einer Szene bei einer Veranstaltung für Autogramme zeigt was aus Leuten in der Branche werden kann (wenn man nicht unbedingt Hulk Hogan ist). Einige schaffen den Absprung andere nicht so ist das immer. Schauspieltechnisch ist Mickey Rourke hier unglaublich und auch Marisa Tomei spielt ihre Rolle äußerst gut. Beide haben ihre zahlreichen Preise und Nominierungen durchaus zu Recht bekommen. Noch zu sagen ist das die Kämpfe sehr realistisch aussehen, fast dokumentarisch.

"Arbeite weiter an dir, man. Weißt du, die Typen, die mit'm Cadillac durch die Gegend fahren und mit Wichtigtuern abhängen, die ziehen nur 'ne Show ab, die haben's nicht drauf. Also, geh' deinen Weg, man."

Als Fazit bleibt nur zu sagen: Ein unglaublich bedrückendes und stark gespieltes Drama was einen durchaus überlegen lässt welche Folgen zu viel Ruhm haben kann. Mickey Rourke spielt großartig und Darren Aronofsky holt alles aus dem Film raus.

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Friedsas

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Danke Andy, wie schon erwähnt hat er mich wirklich zum nachdenken angeregt in Gedankengänge wie z.B. Ist es wirklich immer gut berühmt zu sein? Was würdest du selbst aufgeben und vor allem: Würde es dir genauso gehen? Genauso habe ich beim sehen das "Schicksal" vieler "Stars" gesehen die ihre berühmten 15 Minuten Ruhm hatten und immer wieder versucht haben auf den Zug aufzuspringen als wäre es eine Droge.


Andy Dufresne

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Der Bezug ist wirklich total gegeben, ja.


Kommisar-X

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Bewertung7.5Sehenswert

Der Film besitzt zwar an und an mal "Spiegel TV" Mentalität, doch dasganze macht es ja so aufregend. KEIn Vorurteil bzw. offenes geheimnis wird ausgeblendet bzw. schön geredet. Dazu der Titelsong von BRUCE SPRINGSTEEN.

1-2-RAM...wurde auch für MICKEY ROUKE zum Comeback. Ob NICOLAS CAGE es bereut abgesprungen zu sein?

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Pesthexer

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Bin kein Freund von Dramen und ich werde es auch niemals sein. The Wrestler aber ist in diesem Genre ein absoluter Ausnahmefall. Ergreifend und hochinteressant was uns Mickey Rourke da bietet. Die Macher hätten niemals einen besseren für diese Rolle finden können.
Absolut genial.

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Deekin

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Bewertung9.5Herausragend

[Achtung: Enthält Spoiler]
"The Wrestler" glänzt vor allem durch seine meisterhafte Inszenierung. Nachdem ich von Darren Aronofsky vor kurzem bereits "Requiem for a Dream" gesehen habe, der mich auch durch seine audiovisuelle Gestaltung enorm mitgenommen hat, ist dies ein Werk, welches in seinen Grundzügen ähnlich ist, aber doch ganz anders funktioniert. Erneut ist die Handlung selbst äußerst einfach, reduziert und vor allem bekannt. Jeder, der bemängelt, dies sei alles stereotyp, klischeebeladen und sentimental, dem habe ich nichts entgegenzusetzen. Mir gefällt jedoch der Gedanke, zu sagen, dass "The Wrestler" jener Film ist, welcher eine bekannte, sich wiederholende Geschichte auf eine RICHTIGE Art und Weise erzählt. Aronofsky wählt hier genau die richtigen Versatzstücke für sein Drehbuch, die richtigen Locations und Stilmittel und vor allem die richtigen Schauspieler, die sich alle zu einem unheimlich fesselnden Gesamtkunstwerk verbinden. Das Wenige, was hier zu sehen ist, spielt nahezu perfekt zusammen.
Der Unterschied zu "Requiem for a Dream" ist sicherlich, dass wir dem Wrestler Randy nicht nur geschockt seinem Weg der Selbstzerstörung hinabfolgen, sondern dass der Film uns zudem einlädt, auch Mitleid mit ihm zu haben und uns vor allem zu freuen, wenn es kurzzeitig mal mit Cassidy (Marisa Tomei) oder seiner Tochter Stephanie (Evan Rachel Wood) gut läuft. Trotz des desolaten Grundtons und letztendlichen Scheiterns erzeugt der Film zeitweise eine Wärme und Menschlichkeit, welche durch den formalen Stil (dazu später) aufrichtig und ehrlich herüberkommt.
Zudem ist dieser Film durch die Figuren Randy und Cassidy ein recht klarer Kommentar über die Folgen des Showbusiness. Sowohl das Wrestling -jener Sport, welcher gerade für seine Fake-Performances bekannt ist- als auch das Tanzen/Strippen sind Tätigkeiten ohne Langzeitperspektive: Irgendwann schlägt das Alter zu und der Körper kann die ewige Belastung nicht mehr durchstehen. Die Tätigkeit, für die man geliebt und bejubelt wird, zehrt einen letztendlich aus. Mit den Jahren wird man so stetig unattraktiver (Cassidy) oder das Weitermachen gerät zunehmend lebensgefährlicher (Randy). Der Unterschied zu großen Hollywoodstars besteht hier vor allem darin, dass es sich bei den Protagonisten nicht um gutverdienende Menschen handelt, womit die Realisierung ihrer Untüchtigkeit drastische Konsequenzen für den Lebensabend nach sich zieht. Und praktisch jeder Mensch, welcher unter einer hohen körperlichen Bleastung arbeiten muss, wird früher oder später mit diesem Problem konfrontiert. Insofern finde ich es großartig, dass Aronofsky nicht den quasi Aufstieg und Höhepunkt eines Wrestlers erzählt, sondern gerade diese kritische Episode in den Fokus rückt. Es ist allein schon schmerzhaft, mitanzusehen, wie schwer sich unser Protagonist bemüht, sich auf die Kämpfe vorzubereiten, wie langsam und unbeholfen seine Bewegungen sind. Die Erschöpfung und Verbrauchtheit wird von Mickey Rourke in jeder Einstellung glaubwürdig dargestellt und seine körperliche Präsenz sowie sein Spiel bleiben stets sehr intensiv.
Doch gleichzeitig, das sollte ebenfalls noch betont werden, entwickelt der Film eine Sympathie für diesen Sport und seine schillernden Underdogs. Die Darstellung des Wrestling-Milieus, seiner Fans und sogar der Tänzerinnen in dem Stripclub, wirkt teilweise liebenswert und nie bloß als Darstellung von sozial benachteiligten und gedemütigten Menschen.
Hinzu kommt, dass Aronofsky seine Stilmittel, diese Geschichte einzufangen, perfekt gewählt hat. Die auffallend gefärbten Haare und künstlichen Frisuren, generell die getunten Körper der Wrestler kommen zwar offensichtlich als künstlich, aber nicht gerade sonderlich ästhetisch herüber. Von Darstellungen des Körperkults aus den Achtzigern oder gar der Eleganz von Bewegungen in anderen Hollywood-Sport- oder Actionfilmen ist "The Wrestler" weit entfernt. In den Kämpfen ist die Kamera stets mittendrin, fängt die Bewegungen der Wrestler allerdings nicht schnell und schön ein, sondern eher schwerfällig. Man sieht wahrlich, welche Anstrengung hinter jeder Attacke steckt. Auch die Wackelkamera, welche den Film über dominiert (und mich normalerweise eher stört) passt hier sehr gut, da die Bilder so unruhig und unbeholfen wirken und so die schwerfällige, unästhetische Bewegungsart in diesem Sport, als auch die körperliche Grundverfassung und Psyche von Randy, durchaus widerspiegeln. Hinzu kommen dann noch die Schauplätze, welche nie sauber, nie auf Hochglanz poliert wirken. Diese Abgewracktheit suggeriert erfolgreich das Gefühl, hier in einer Geschichte zu stecken, die mitten in der Wirklichkeit spielt. Auf jeder Ebene haben die formalen Stilmittel - um es mit einer Metapher auszudrücken - Rückstände, welche der Darstellung des Geschehens eine gewisse Unsauberkeit, Trägheit, eben eine realistische Note geben.
Zwei kleine Sachen jedoch stören mich jedoch. Zunächst wäre da die Beziehung Randys zu seiner Tochter, welche meines Erachtens nach etwas zu kurz kommt. Dafür, dass sie in einen so dramatischen Höhepunkt mündet, ist der Charakter von Stephanie nicht gerade ausreichend charakterisiert und dient lediglich als Projektionsfläche für die Hoffnungen unseres Protagonisten. Hier hätte ich gerne etwas mehr Entwicklung gesehen. Und zweitens schleichen sich hier und da immer wieder ein paar sehr kleine Längen ein, welche eventuell aus der Vertrautheit des Zuschauers mit dieser sehr verbrauchten Geschichte resultieren. Demgegenüber steht jedoch ein Finale, welches besser nicht hätte inszeniert werden können: Von dem letzten, herzzerreißenden Gespräch zwischen Randy und Cassidy, bis hin zur Schlussszene: Alles sitzt perfekt und der Film endet mit einer Einstellung, die wirklich keine Wünsche offen lässt.
Man sieht recht offensichtlich, dass mich "The Wrestler" sehr begeistert hat und ich werde ihn mir bestimmt irgendwann noch ein weiteres Mal ansehen. Nur wenige Filme schaffen es, mich emotional derart mitzureißen. Dieses Werk schafft es meiner Meinung nach, sämtliche Schwächen schlicht durch seine Inszenierung sowie dem perfekten Zusammenspiel all seiner Elemente aufzuwiegen. Schlicht ein großartiges, filmisches Erlebnis.

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TheDrPepperPower

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Du entwickelst ja echt noch sowas, was man "Geschmack" nennen könnte ;-)


Deekin

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Ja, ich muss sagen, dieser Film war ein echt leckerer Schinken!
... Did you get it?


Zivi

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Bewertung10.0Herausragend

Ich möchte nicht viel dazu sagen, aber etwas schon. Der Film ist wirklich sehr gut und ist äusserst gut gespielt von den Darstellern. Man kann sich richtig in den Personen reinfühlen. Ausserdem ist der Schnitt und die Handlung interessant und man langweilt sich nicht daran. Ein Film, welcher in allen Regalen vorhanden sein sollte!

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