© Adolf-Grimme-Institut
Das Adolf-Grimme-Institut in Marl gab heute bekannt, welche Sendungen des vergangenen Jahres für würdig erachtet werden, für den Grimme-Preis 2010 in Frage zu kommen. Seit 1964 werden einmal im Jahr die besten deutschen Fernsehproduktionen aus den Bereichen Fiktion, Information / Kultur und Unterhaltung geehrt.
Besonders stark waren die privaten Fernsehsender bei der Grimme-Preis-Verleihung im Bereich Fiktion noch nie vertreten. Dieses Jahr gibt es bei den Grimme-Preis-Nominierungen nur zwei Produktionen, die nicht von den Öffentlich Rechtlichen produziert wurde. Lediglich die FKK-Komödie Barfuss bis zum Hals und der Katastrophenversuch Vulkan wurden nominiert. Letzterer jedoch nur für seine Effekte.
Stattdessen glänzen die GEZ-subventionierten Sender beim Grimme-Preis wie gewohnt vor allem mit ihren Krimiformaten. Zwei Nominierungen für die Tatort-Reihe (Tatort: Weil sie böse sind und Tatort: Altlasten) und jeweils eine für Bella Block – Vorsehung und Polizeiruf 110: Klick gemacht. Dazu gesellen sich noch Fernsehfilme wie Mörder auf Amrum, Jenseits der Mauer oder Frau Böhm sagt nein und Über den Tod hinaus.
Ähnlich verhält es sich bei den Serien: Auch hier tauchen keine Produktionen der Privaten auf. Stattdessen dominiert das ZDF die Grimme-Preis-Nominierungen mit seinen Mehrteilern Flemming, Die Wölfe und Der Seewolf. Nachdem Die Wölfe bereits einen Emmy als beste internationale Fernsehproduktion gewonnen hatten, ist zumindest diese Nominierung keine Überraschung. Außerdem wurde noch die bayerische Serie Franzi nominiert.
Im Bereich Unterhaltung sieht es ein wenig besser aus für die Privaten – oder zumindest für Pro 7. Sido geht wählen, Broken Comedy und Der kleine Mann wahren den Privatsendern das Gesicht. Für ARD und ZDF treten derweil unter anderem Käpt’n Blaubär – Abenteuer im Pizzawald, Harald Schmidt und Der schwarze Kanal kehrt zurück an. Chancen auf einen Grimme-Preis 2010 können sich aber auch *Krömer – Die internationale Show und Liebe ohne Grenzen ausrechnen.
Für Spezialpreise gingen dieses Jahr Nominierungen zum Beispiel an Bastian Pastewka und Anke Engelke für ihre wiederholte Darstellung des Volksmusik-Duos “Wolfgang und Anneliese”. Also wäre wenigstens ein kleines Bißchen Entertainment bei der Verleihung des Grimme-Preises 2010 im März gesichert.
Am 26. März 2010 wird der Grimme-Preis in Marl verliehen. Wir halten Euch auf dem Laufenden.
Kängufant (Andreas Gerold) 2010/02/04 11:10:00
Kommentare
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Kommentar schreibenNarrisch 2010/02/04 15:13:32
Kommentar löschenBis auf den goldenen Bären, gibts in Deutschland keinen einzigen Fernseh/Filmpreis der international von Bedeutung wäre.
Wenn man sich anschaut was da nominiert wird kann man nur mitleidig lächeln, die langweilige Seewolf Neuverfilmung und tatsächlich, man mag es kaum glauben, "Vulkan".
Auch hier muß man leider wieder mit dem Zeigefinger auf die USA zeigen, dort wird gute, anspruchsvolle Fernsehunterhaltung gemacht. Siehe Dexter, Desperate housewifes, Dr. House und 24.
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Naja, dass die Privaten im Filmbereich wenige Nominierungen haben, verwundert ja kaum. Sat.1/Pro7-Produktionen o.ä. sind zu 99,9 % nunmal Käse...
Irgendwie ist es aber schon deprimierend, was unsere Fernsehlandschaft so hervorbringt, wenn man die Sendungen/Filme sieht - so was richtig Tolles ist da nicht bei finde ich.
3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
Kängufant 2010/02/04 23:27:10
Antwort löschenIch gebe zu, es fiel auch nicht gerade leicht, verhalten enthusiastisch zu schreiben... Franzi... herrjehmineh...