The Old Gods and the New

Wir schauen Game of Thrones - Staffel 2, Folge 6

Game of Thrones Staffel 2 - The Old Gods and the New
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Game of Thrones Staffel 2 - The Old Gods and the New

Game of Thrones setzt in der zweiten Staffel gern und häufig auf einigende Motive. In Folge 1 war es der Komet am Himmel, zuletzt nutzte die Serie Feuer als Symbol der Macht und als Kitt zwischen weit auseinanderliegenden Handlungssträngen. Diesmal geht es der Serie um Kopf und Kragen. The Old Gods and the New zieht zugleich einen Bogen zur ersten Staffel, ruft Erinnerungen an die Herrscher-Qualitäten von Ned Stark und sein trauriges Ende wach. Die Folge (und Serie) ist jedoch so gut, weil sie ungeachtet des großen Ensembles einigen Charakteren noch mehr Raum lässt als es im Buch der Fall ist.

Was passiert: Durch eine List lockt Theon Greyjoy die Truppen von Winterfell weg und nimmt die Heimstatt seiner Kindheit und Jugend ein. Um seine Macht zu festigen, köpft er mit einiger Mühe und diversen Hieben den Waffenmeister Rodrik Cassel (a.k.a. der Typ mit den coolen Kotelettenzöpfen); eine blutige Tat, die Bran, Rickon, Osha und natürlich Hodor (Hodor! Hodor!) zur Flucht antreibt. Jon steht im Eis und beweist einmal mehr, dass sein Dasein eine einzige Standpauke ist, diesmal durch Qorin Halfhand (der so heißt, weil er… na ihr wisst schon). Später liegt er auch und zwar beim Wilding Ygrette, die in ihrem vorherigen Leben als Kammerdienerin in Downton Abbey tätig war. Tywin Lannister und Arya proben in Harrenhal für ein gemeinsames Road Movie über einen reichen alten Lord und eine angehende Killerin, die auf einem Rasenmäher durch Westeros fahren, um sich bei ihrer Verwandtschaft zu entschuldigen. Ich würde dafür Geld hinlegen.

In King’s Landing lernt Joffrey die Liebe seines Volkes auf die harte Tour kennen, woraufhin Tyrion das tut, was ein Halbling eben tun muss: Er ohrfeigt ihn [Fuck Yeah!, Anm. d. Red.]. Daenerys glaubt ganz naiv noch immer daran, dass in Westeros die Zuneigung eines Volkes auf sie wartet. Mit diesem höchst wackeligen Kredit bittet sie in Qarth um Schiffe. Der kleinen Prinzessin will niemand helfen. Ganz im Gegenteil: Ihre Drachen werden in einen gefährlich aussehenden Turm verschleppt. Ich tippe darauf, dass Dany enttäuscht klein beigibt, Xaro Xhoan Daxos heiratet und eine Affäre mit ihrem Gärtner anfängt.

Der Kampf um die Macht: Theon Greyjoy will allen (seinem Vater, seiner Schwester, den Starks) beweisen, dass er das Zeug zum Herrscher hat. Es gelingt ihm sogar, Winterfell unter seine Gewalt zu bringen. Doch Eroberung und Herrschaft sind zwei ganz verschiedene Dinge. Wie er sich mit seinem Schwert durch den Nacken von Rodrik hackt, fällt es schwer, nicht an Ned Starks saubere Hinrichtung des Deserteurs in Winter is Coming und sein späteres Ende in Baelor zu denken. Rodriks Schlusswort kann als Omen gesehen werden: “Gods help you, Theon Greyjoy, now you are truly lost.” Während Theon durch die Hinrichtung Angst schüren und so seine Herrschaft stärken will, ging es Ned in Folge 1 um die Durchsetzung des Gesetzes mit eigener Hand, also um Sicherheit.

Am anderen Ende der Skala sitzt ein Joffrey feixend auf dem pieksenden Iron Throne, der am liebsten halb King’s Landing killen lassen würde, weil sein feiner Rock beschmutzt wurde. Die gelungene Umsetzung des wild gewordenen Mobs in den engen Straßen von King’s Landing bestärkt den Eindruck, dass die Intrigen am Hof das Antlitz der Hauptstadt zu dem gemacht hat, was es ist. Im schreienden, schlagenden, vergewaltigenden, ja sogar zerfleischenden Pöbel liefert uns die Show zugleich ein Spiegelbild der Tyrannei und der wahnwitzigen Konflikte, die das ganze Land zum Bersten bringen.

Die Blut- und Titten-Szene des Tages: Sansa wird beinahe vergewaltigt, doch Sandor Clegane, The Hound, hat da noch ein Wörtchen mitzureden. Und mit einem Wörtchen meine ich einen Dolch, der einen Mann seiner Eingeweide entledigt. Sorry, Tonks, vielleicht beim nächsten Mal. Eine Ehrennennung geht an Jaqen H’ghar, der weder Blut noch Titten braucht, um sich extrem ansehnlich durch Harrenhal zu morden.

Der Austin Powers-Gedächtnispreis: Ein Vorschlag für Rodriks Grabstein: It was not the time to lose one’s head.

Zitat des Tages: “You are a king and that means you don’t have to do everything by yourself.” (Roose Bolton, der gleich danach seinen, hüstel, Bastard anweist, gen Winterfell zu ziehen)

Tyrion Lannister, Awesome Guy: Die von Tyrion arrangierte Hochzeit von Joffreys Schwester Myrcella bringt Cersei erst richtig gegen Tyrion auf. Cerseis arrangierte Ehe zu Robert war schließlich auch nicht gerade von Glück geprägt. Überhaupt gewinnen die Lannisters in der Serie extrem an Schärfe (charakterlich und anderweitig), siehe Tywin in der aktuellen Folge und Cerseis großartige Szene mit Robert in der letzten Season. Lannister-Fangirl-Höhepunkt des Tages war trotzdem Tyrions Maßregelung seines Neffen: “We’ve had vicious kings and we’ve had idiot kings. But I don’t know if we’ve ever been cursed with a vicious idiot one.” Bäm!

Weitere Game of Thrones-Recaps
The North Remembers – Staffel 2, Folge 1
The Night Lands – Staffel 2, Folge 2
What Is Dead May Never Die – Staffel 2, Folge 3
Garden of Bones – Staffel 2, Folge 4
The Ghost of Harranhal – Staffel 2, Folge 5

moviepilot Team
the gaffer Jenny Jecke
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"It's true we had a gentleman's agreement, but unfortunately, I am no gentleman."

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