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Wir schauen Game of Thrones - Staffel 2, Folge 6

the gaffer (Jenny Jecke), Veröffentlicht am 08.05.2012, 08:50

Mit einigen fesselnden und berührenden Momenten mausert sich The Old Gods and the New zu einer der bisher besten Folgen von Game of Thrones Staffel 2. Darin fällt Winterfell Theon Greyjoy zum Opfer und Arya wird von Littlefinger entdeckt. Oder doch nicht?

Game of Thrones Staffel 2 - The Old Gods and the New Game of Thrones Staffel 2 - The Old Gods and the New © HBO

Game of Thrones setzt in der zweiten Staffel gern und häufig auf einigende Motive. In Folge 1 war es der Komet am Himmel, zuletzt nutzte die Serie Feuer als Symbol der Macht und als Kitt zwischen weit auseinanderliegenden Handlungssträngen. Diesmal geht es der Serie um Kopf und Kragen. The Old Gods and the New zieht zugleich einen Bogen zur ersten Staffel, ruft Erinnerungen an die Herrscher-Qualitäten von Ned Stark und sein trauriges Ende wach. Die Folge (und Serie) ist jedoch so gut, weil sie ungeachtet des großen Ensembles einigen Charakteren noch mehr Raum lässt als es im Buch der Fall ist.

Was passiert: Durch eine List lockt Theon Greyjoy die Truppen von Winterfell weg und nimmt die Heimstatt seiner Kindheit und Jugend ein. Um seine Macht zu festigen, köpft er mit einiger Mühe und diversen Hieben den Waffenmeister Rodrik Cassel (a.k.a. der Typ mit den coolen Kotelettenzöpfen); eine blutige Tat, die Bran, Rickon, Osha und natürlich Hodor (Hodor! Hodor!) zur Flucht antreibt. Jon steht im Eis und beweist einmal mehr, dass sein Dasein eine einzige Standpauke ist, diesmal durch Qorin Halfhand (der so heißt, weil er… na ihr wisst schon). Später liegt er auch und zwar beim Wilding Ygrette, die in ihrem vorherigen Leben als Kammerdienerin in Downton Abbey tätig war. Tywin Lannister und Arya proben in Harrenhal für ein gemeinsames Road Movie über einen reichen alten Lord und eine angehende Killerin, die auf einem Rasenmäher durch Westeros fahren, um sich bei ihrer Verwandtschaft zu entschuldigen. Ich würde dafür Geld hinlegen.

In King’s Landing lernt Joffrey die Liebe seines Volkes auf die harte Tour kennen, woraufhin Tyrion das tut, was ein Halbling eben tun muss: Er ohrfeigt ihn [Fuck Yeah!, Anm. d. Red.]. Daenerys glaubt ganz naiv noch immer daran, dass in Westeros die Zuneigung eines Volkes auf sie wartet. Mit diesem höchst wackeligen Kredit bittet sie in Qarth um Schiffe. Der kleinen Prinzessin will niemand helfen. Ganz im Gegenteil: Ihre Drachen werden in einen gefährlich aussehenden Turm verschleppt. Ich tippe darauf, dass Dany enttäuscht klein beigibt, Xaro Xhoan Daxos heiratet und eine Affäre mit ihrem Gärtner anfängt.

Der Kampf um die Macht: Theon Greyjoy will allen (seinem Vater, seiner Schwester, den Starks) beweisen, dass er das Zeug zum Herrscher hat. Es gelingt ihm sogar, Winterfell unter seine Gewalt zu bringen. Doch Eroberung und Herrschaft sind zwei ganz verschiedene Dinge. Wie er sich mit seinem Schwert durch den Nacken von Rodrik hackt, fällt es schwer, nicht an Ned Starks saubere Hinrichtung des Deserteurs in Winter is Coming und sein späteres Ende in Baelor zu denken. Rodriks Schlusswort kann als Omen gesehen werden: “Gods help you, Theon Greyjoy, now you are truly lost.” Während Theon durch die Hinrichtung Angst schüren und so seine Herrschaft stärken will, ging es Ned in Folge 1 um die Durchsetzung des Gesetzes mit eigener Hand, also um Sicherheit.

Am anderen Ende der Skala sitzt ein Joffrey feixend auf dem pieksenden Iron Throne, der am liebsten halb King’s Landing killen lassen würde, weil sein feiner Rock beschmutzt wurde. Die gelungene Umsetzung des wild gewordenen Mobs in den engen Straßen von King’s Landing bestärkt den Eindruck, dass die Intrigen am Hof das Antlitz der Hauptstadt zu dem gemacht hat, was es ist. Im schreienden, schlagenden, vergewaltigenden, ja sogar zerfleischenden Pöbel liefert uns die Show zugleich ein Spiegelbild der Tyrannei und der wahnwitzigen Konflikte, die das ganze Land zum Bersten bringen.

Die Blut- und Titten-Szene des Tages: Sansa wird beinahe vergewaltigt, doch Sandor Clegane, The Hound, hat da noch ein Wörtchen mitzureden. Und mit einem Wörtchen meine ich einen Dolch, der einen Mann seiner Eingeweide entledigt. Sorry, Tonks, vielleicht beim nächsten Mal. Eine Ehrennennung geht an Jaqen H’ghar, der weder Blut noch Titten braucht, um sich extrem ansehnlich durch Harrenhal zu morden.

Der Austin Powers-Gedächtnispreis: Ein Vorschlag für Rodriks Grabstein: It was not the time to lose one’s head.

Zitat des Tages: “You are a king and that means you don’t have to do everything by yourself.” (Roose Bolton, der gleich danach seinen, hüstel, Bastard anweist, gen Winterfell zu ziehen)

Tyrion Lannister, Awesome Guy: Die von Tyrion arrangierte Hochzeit von Joffreys Schwester Myrcella bringt Cersei erst richtig gegen Tyrion auf. Cerseis arrangierte Ehe zu Robert war schließlich auch nicht gerade von Glück geprägt. Überhaupt gewinnen die Lannisters in der Serie extrem an Schärfe (charakterlich und anderweitig), siehe Tywin in der aktuellen Folge und Cerseis großartige Szene mit Robert in der letzten Season. Lannister-Fangirl-Höhepunkt des Tages war trotzdem Tyrions Maßregelung seines Neffen: “We’ve had vicious kings and we’ve had idiot kings. But I don’t know if we’ve ever been cursed with a vicious idiot one.” Bäm!

Weitere Game of Thrones-Recaps
The North Remembers – Staffel 2, Folge 1
The Night Lands – Staffel 2, Folge 2
What Is Dead May Never Die – Staffel 2, Folge 3
Garden of Bones – Staffel 2, Folge 4
The Ghost of Harranhal – Staffel 2, Folge 5


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Schloøpselcki

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Hodor! Hodor!

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the gaffer

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It is known...


TheWalkingDead

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Eine meiner Lieblingsfolgen. Theon is einfach klasse. Sehr tragische und authentische Figur. Außerdem ist der Gewürzhändler von Quarth einfach nur episch xD

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Wissen

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Qarth!! :P


Martinmartin

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Ich traus mir gar nicht mehr zu sagen, aber: mal wieder eine absolut großartige Folge.
Mit Ser Rodrik ist ein weiterer Sympathieträger (und der coolste Bart von Westeros) dahingeschieden, und während man Theon zunächst noch den inneren Konflikt zwischen Moral und Bescheidenheit, die Ned Stark ihn gelehrt hat, und brutaler Willkür, die ihm den Respekt seiner Männer einbringt, angesehen hat, hatte seine "Aggressionsbewältigung" and Rodriks Hals schon psychopathische Züge. Joffrey ist nicht der einzige den seine Daddy Issues tief gezeichnet haben. Die Szene war für mich eine der emotionalsten der ganzen Serie, besonders durch die Proteste von Bran und Rickon, die als Brüder Theons aufgewachsen sind.

Auch der Aufstand in King's Landing war toll inszeniert, insbesondere Tyrions Maßregelung seines Neffen. Dem Mann will man einfach bei jeder zweiten Szene applaudieren. Für einen kurzen Moment sah der junge König sogar so aus, als würde er seinen Onkel verstehen. Sansa ließ er dennoch ihrem Schicksal über.

Ich frage mich, wie lange das noch dauert, bis Daenerys zu der Erkenntnis kommt, dass sie und ihre Sippe nicht wirklich vermisst werden. Weiß die eigentlich, was der "Mad King", ihr werter Papa so getrieben hat? Diese Horrorgeschichten müssten doch auch in Essos ihr Unwesen treiben?

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the gaffer

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Wenn sie nur ein wenig darauf geachtet hat, wie sich ihr Bruder verhält, könnte sie Schlüsse ziehen. ;) Ich kann mir allerdings vorstellen, dass da so einiges beschönigt wurde während ihrer Erziehung, um den Kids auch ja den Willen einzupflanzen, ihr Erbe anzutreten.


Martinmartin

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Ach, Viserys war eben ein wenig temperamentvoll. Nicht der Rede wert. ;) Aber ja, das denke ich auch. Besonders der reiche Kaufmann aus Pentos (Name leider entfallen) wird da seine Hände im Spiel gehabt haben. Daenerys würde jedenfalls eine relativ faire Königin abgeben, nur ein wenig Geschichtsunterricht könnte sie noch vertragen.


J0J0

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Theon ist eine tragische Figur. Aber mein Mitgefühl hat er definitiv verspielt.

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the gaffer

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Das bezieht sich natürlich nur auf fiktionale Inhalte, bei denen man ohne Bedenken fiese Arschlöcher sympathisch finden kann.


BlueSquirrel

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@gaffer: Macht ja nichts. Trage deine schwarze Seele mit Stolz und lass dich dabei nicht beirren. ;)


BlueSquirrel

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Jenny spoilert wieder alles! ;)

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the gaffer

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:b


dbeutner

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Mein Recap-Tipp der Woche wie immer: http://www.nowpublic.com/culture/game-thrones-s02e06-recap-review-spoiler-alert-2925208.html

Und dann noch eine weitere Introkopie, diesmal in Lego: http://www.youtube.com/watch?v=cAnsW06v5t4

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raab_himself

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Großartige Folge, die von einem Höhepunkt zu dem nächsten Höhepunkt springt.

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Tautou

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Als ich mein Pressemuster gestern zu Ende gesehen hatte, starrte ich noch lange auf den Bildschirm. Was für eine Folge! Und diese Schauspieler! Theon war unfassbar gut gespielt, hin- und hergerissen und überfordert mit der neuen "Macht". Oder Aryas Angst, von Baelish entdeckt zu werden (und sie wurde mit Sicherheit erkannt). Oder der Shitstorm in King's Landing - armer Joffrey. Daenerys gefällt mir auch immer besser: "I am no ordinary woman. My dreams come true." Wo ist Mormont, wenn man ihn mal braucht? Ich hoffe, dass es den Drachen gut geht.

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Narrisch

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@the gaffer: hab ich doch schon längst die sagen aber ich bin überqualifiziert! -)


Kiba

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@Wissen: Definitiv. Ist schon eine richtige Leistung eine Rolle so gut zu spielen, dass man, wenn man ihm begegnen würde, am liebsten einen eisernen Baseballschläger über den Kopf ziehen würde.
Dennoch ist das hier immer noch purer Balsam:
http://www.youtube.com/watch?v=rxLOXUGmRKI


Imagination

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Wie findet die Redaktion denn die ganzen, gerade in dieser Folge doch größeren Änderungen gegenüber der Buchvorlage?

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the gaffer

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Ich lese A Storm of Swords nur noch zu Ende, weil ich grob weiß, was am Ende passiert und das möchte ich noch mitbekommen. Anders als bei anderen Fantasy-Sagas habe ich jedoch nicht das Gefühl, dass die ganzen Bücher irgendwo hinführen. Deswegen werde ich mich von Martins Manierismen nicht länger nerven lassen. ;)


Imagination

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Ich kenne auch nur die drei ersten Bücher, fand das Dritte allerdings ebenfalls am besten (gerade auch die zweite Hälfte). Nur leider hat mir seine Politik, was die Bücher 4 und 5 angeht, jegliche sowieso kaum vorhandene Lust genommen.


Azazil

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Ich verliere langsam den Überblick was inzwischen alles geändert wurde :)

Ein wirklich unterhaltsamer Artikel, besonders der Austin Powers-Gedächtnispreis.
Musste bei der Szene schon irgendwie lachen, als Theon dann auch noch den Kopf getreten hat *Psychiater anruf*

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RUBitch

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Eine Dekapitation durch ein normales Schwert mit mehreren Hieben ist durchaus realistisch. Man denke an das Rückgrat, die vielen Sehen und Muskeln...


dbeutner

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Realismus ist ja nicht unbedingt die Richtschnur. Richtschnur ist, wie andere Köpfungen in der Serie als "normal" dargestellt werden, und da sah Theon schon nicht so gut aus im Vergleich... ;-)