Harold Ramis war Egon Spengler in Ghostbusters – Die Geisterjäger und führte Regie bei so großartigen Komödien wie Und Täglich Grüßt Das Murmeltier und Reine Nervensache. Dieser Tage startet sein neues Werk Year One – Aller Anfang ist schwer, das von Judd Apatow (Superbad, Beim ersten Mal) produziert wurde. Der Film beginnt in der Broncezeit, als der Jäger Zed (Jack Black) und der Sammler Oh (Michael Cera) wegen schlechten Benehmens (z. B. Naschen vom Baum der Erkenntnis) aus ihrem Dorf verbannt werden. Dies ist der Beginn einer wahnwitzigen Reise durch die biblischen Zeitalter. Zed und Oh beobachten wie Kain (Stand-Up-Comedian David Cross, nicht zu verwechseln mit dem deutschen Jungspund David Kross) seinen Bruder Abel erschlägt, Abraham (Hank Azaria) seinen Sohn Isaak opfern will und landen schließlich als Sklaven in Sodom.
Leider konnte Year One die hohen Erwartungen, die Regie und Cast weckten, offenbar nicht mal im Ansatz erfüllen. Bei der Presse fiel er so einstimmig durch wie lange kein Film mehr.
“Harold Ramis ist einer der nettesten Menschen, die mir je in der Filmbranche begegnet sind, und es tut mir leid, dass ihm Year One passiert ist”, bedauert das amerikanische Kritikerurgestein Roger Ebert in seinem Review für die Chicago Sun Times. Die meisten seiner englischsprachigen Kollegen sahen das ähnlich und beurteilten Year One als “zahnlos” (Dan Jolin, Empire Online) “stumpfsinnig und einfach nicht komisch” (Tom Huddleston, TimeOut London) oder gar “Eine Ballung von Kacke, Sex und Furzwitzen und Obszönitäten ohne ein Quentchen Geist” (Frank Scheck, Hollywood Reporter). Allein die gewohnt schwammige Manohla Dargis konnte sich in der New York Times nicht ganz zu einem Totalverriss durchringen.
Die deutschen Online-Medien kommen zu einem ebenso traurigen Urteil:
“Worüber sollte man auch lachen? Über die selten so unpassend wirkenden Grimassen von Jack Black? Oder über Gags, die bis zum Erbrechen überstrapaziert und dann auch noch tot geredet werden (der Brudermord)? Und selbst wenn man sich mal beim Schmunzeln erwischt, sorgt Ramis kurze Zeit später mit seiner Inszenierung wieder für Ernüchterung. (...) Der “Humor” beschränkt sich leider allzu oft auf platte, vorhersehbare Kalauer, witzlose Slapstick-Albernheiten und Anspielungen auf Welthistorie und Religion, die aber über das bloße Nennen von Fakten und Namen und deren Darstellung in einem anderen als den bekannten Zusammenhang nicht hinaus gehen.”
So schreibt R. Loch auf Filmszene.de. Sein Urteil deckt sich mit dem von Andreas B. Krüger von Critic.de:
“Mit der offensichtlichen Parallele zu Terry Jones ’ Das Leben Des Brian liegt die Meßlatte hoch. Wenn Harold Ramis Szenen des Monty-Python-Klassikers wie die öffentliche Steinigung zitiert, fehlen ihm allerdings Wortwitz, Subversion und brachiale Blasphemie. Trotz seiner Obszönität schockiert das Witzarsenal an der Ekelfront wenig. Seit Verrückt nach Mary gehört Sperma im Haar zum guten Ton und Geschmack, bei Year One wird das ganze Arsenal der Körperflüssigkeiten bemüht, doch der einfallslos übers Gesicht rinnende Urin nötigt kaum noch ein Grinsen ab. Auch Trash will eben gelernt sein.”
Hier der Trailer:Year One – Aller Anfang ist schwer startet heute in den deutschen Kinos. Wann und wo er in eurer Nähe läuft, erfahrt ihr in unserem Kinoprogramm
Cabuflé (Georg Kammerer) 2009/08/27 16:34:00
0 weitere Bilder zum Artikel
News aus der Rubrik Kino
Kommentare
über Year One - der reine Historienklamauk
Chrisetoph 2009/08/27 18:39:36
Deine Meinung zum Artikel Year One - der reine Historienklamauk
Bitte logge dich ein oder registriere dich um einen Kommentar zu schreiben.
Aktuelle News
24: Wird der Kinofilm endlich Wirklichkeit?
2010/02/09 14:38:00
Selten hat dieser Ausdruck so gut gepasst – die Gerüchteküche um den Kinofilm zu 24 brodelt. Fakten, Gerüchte und ein Statement von Produzent und Hauptdarsteller Kiefer Sutherland sprechen für den Dreh des Kinofilms 24.
Im Spessart ist das Reboot los
2010/02/09 13:15:00
Annette Frier und Thomas Heinze entdecken, dass in einem Wirthaus in Spessart nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Kein Wunder, denn im Spessart sind die Geister los und Sat1 entdeckt eine ganz neue Definition der Unsitte Reboot…
2010/02/09 12:59:00
Kevin Smith überlegt, seinen schon lange geplanten Horrorfilm Red State durch Fans finanzieren zu lassen. Mit dem eingespielten Geld will er dann weitere schwierig zu finanzierende, aber für Fans interessante Projekte realisieren.
Harry Potter- und Twilight-Stars gemeinsam vor der Kamera
2010/02/09 10:59:00
Harry Potter-Fiesling Tom Felton wird eine Hauptrolle in The Apparition übernehmen. Damit wird er der männliche Gegenpart zur Twilight-Vampirella Ashley Greene. Wird der Film zum neuen Teenie-Magneten?
2010/02/09 10:00:00
Tim Robbins wird in der Comicverfilmung Green Lantern die Rolle des Senator Hammond übernehmen. Dieser ist der Vater des Gegenspielers von Protagonist Hal Jordan.
Fox plant Mr. und Mrs. Smith Reboot
2010/02/09 10:00:00
Hollywood im Reboot-Fieber: Da derzeit kaum ein Blockbuster ohne Sequel auskommt, wird demnächst auch der Brad Pitt- und Angelina Jolie-Hit Mr. & Mrs. Smith eine Verjüngungskur erfahren.
Katherine Heigl als Kopfgeldjägerin
2010/02/09 09:45:00
Katherine Heigl soll in der Kinoadaptation One for the Money die Hauptrolle übernehmen. Die Krimi-Buch-Serie ist in den USA ein Dauerbrenner.
Terminator an Finanz-Haie verkauft
2010/02/09 09:12:00
Die Firma Halycon, die bisher die Rechte am Terminator-Franchise besaß, verkaufte diese an den Hedgefond Pacificor. Dieser war für den Bankrott des bisherigen Rechteinhabers mitverantwortlich.
RSS-Feed abonnieren | Alle News

Ich hab jetzt ein paar Mal den Trailer im TV gesehen ("Gib ihr einen Klaps auf den Kopf..."). Macht irgendwie alles andere als neugierig...
Kommentar gefällt mir Antworten