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Vor 10 Jahren kam Star Wars: Episode I – Die Dunkle Bedrohung in die Kinos. Vor 10 Jahren war die Spannung groß und die Erwartungen noch größer. Vor 10 Jahren starb ein Traum… Nicht langsam oder unter Schmerzen. Eher plötzlich, als würde man von einem CGI-gerenderten Fantasia-Nilpferd im Tutu erschlagen werden. Man sah es von Weitem kommen. Aber wer ahnt denn schon, dass so ein Traum auch implodieren kann?
Zur Einstimmung: Das Wort hat das Huhn – Star Wars Robot Chicken:
Dabei hätte ich vorgewarnt sein sollen. Nur kurze Zeit vorher stand der damals noch viel kleinere Kängufant in der Schlange vorm Kino, als Krieg der Sterne wiederaufgeführt wurde. Mittlerweile hieß es nicht mehr Krieg der Sterne und hatte auch nachträglich eine verwirrende Nummer bekommen, aber alles war schön poliert und rausgeputzt, neue Effekte, bessere Farben, saubereres Bild – eindrucksvoll. Und die geschnittenen Szenen, von denen ich bis dato immer nur gehört oder Fotos gesehen hatte, machten die kleinen Änderungen an den Originalen wett. Aber ich hätte vorgewarnt sein sollen!
Wer hätte denn ahnen können, dass George Lucas die alten Fassungen durch die neuen in einer merkwürdigen Anwandlung von Selbstkorrektur komplett ersetzen wollte? Steven Spielberg erlaubte wenigstens die Wahl, ob der Zuschauer aus unerfindlichen Gründen E.T. – Der Außerirdische kindgerechter sehen wollte, indem Waffen durch Funkgeräte ersetzt wurden.
Auch, dass immer noch Szenen fehlten, von denen ich wusste, dass sie existieren, ließ sich verschmerzen. Dieser Autor knabberte jeden Brotkrumen von Lucas’ Tisch, nicht ahnend, dass es nicht nur darauf ankam, Han Solos Weste reinzuwaschen… Erst als ich am Ende von Die Rückkehr der Jedi-Ritter das Ewok-Lied nicht mehr mitsingen konnte, begann mir mulmig zu werden…
Das Volk gegen Han Solo – wer schoss zuerst?
Aber egal, die Marketingmaschine lief und dieser Star Wars-Fan war angefixt. Vollkommen ignorant, dass Lucas mal eben die eigene Geschichte umschrieb und auf einmal behauptete, es seien von Anfang an immer nur 6 Teile geplant gewesen – und nicht die 9 deren Mittelstück die klassische Trilogie war, wie er 15 Jahre lang immer wieder lang und breit erklärt hatte. Egal, dass das angeblich seit Jahrzehnten stehende Konzept mal eben um drei Filme gekürzt wurde – immerhin waren drei Filme unterwegs. Dann kamen sie an…
Und brachten Midichlorianer mit! Ein mythisches, schön unerklärlich-märchenhaftes Element der Originale wurde mit einem einzigen Wort aufs Grausamste verwissenschaftlicht und gekillt. Gnadenlos. Auf einmal ergab ein Bluttest nicht nur, ob ein Jedi Zucker hat oder gedopt war, man konnte auch gleich seine potentielle Stärke in der Macht ablesen! Hier wurde nicht mehr gefühlt, ob die Macht stark ist in diesem da – hier wird ein Kind gepiekt und schon weisste bescheid, Schätzelein!
Ein Kind so niedlich und knuffelig, dass es einem schlecht wurde. Der Kängufant war gerade froh, dass die Cabbage Padge-Kids in den 90ern langsam ausstarben – und dann stand auf einmal diese knautschige Sonderedition mit Rennwagen-Zubehör vor mir.
Dabei war der Trailer so vielversprechend. Königin Amidala sprach vor dem Senat und ihre Stimme hallte bedeutungsschwanger durch den Saal. Und im Film? Ein Mädchen spricht, keiner hört zu – Auftritt verpufft, und wieder stundenlanges PR-Coaching umsonst. Prinzessin Leias Mutter sollte gefälligst mehr badass sein als das!
Obendrein wird sie auch noch behandelt wie die Barbie eines arbeitslosen Designstudenten auf Speed und muss in jeder Szene ein neues Outfit tragen. Versteht mich nicht falsch, die Kostüme waren spektakulär! Aber Leia konnte seinerzeit mit Handgepäck reisen und hatte trotzdem ein Kleid für jede Gelegenheit, von der Cocktailparty mit dem Großmuff bis zum Rendezvous in der Müllpresse. Leia musste nicht wie Alexis Colby für jede Szene durch den begehbaren Kleiderschrank gescheucht werden und war trotzdem cool.
Von dem Pfannkuchenkind mal abgesehen, ist die Besetzung im Grunde ziemlich gut. Natalie Portman macht das Beste aus ihrer Rolle. Ewan McGregor war als Obi-Wan ein würdiger Nachfolger für Alec Guinness, und sei es nur, weil er als charismatisches Neutrum endlich der Langweile Ausdruck gab, die Guiness seinerzeit bei seinen Dreharbeiten empfunden hat. Liam Neeson musste wenigstens nicht drei Filme lang ausharren und starb gegen Ende. Genau so wie der eigentlich vielversprechende Bösewicht Darth Maul. Wahrscheinlich war das Make-up einfach zu mühselig für drei Filme.
Halt, eine Fehlbesetzung gibt es doch noch. Dieser irgendwie beunruhigende Yoda: wir sehen, dass es Yoda sein soll – er ist grün, ist haarig und runzelig an den richtigen Stellen und ist immer noch der syntaktische Alptraum jeder Grundschullehrerin. Und trotzdem stimmt was nicht. Die Haare, die Hände, die Augen, alles ist haarscharf daneben. War es das wert, dass der Kleine demnächst laufen und kämpfen können sollte?
Von den Aufschreien der Political Correctness-Besessenen fange ich gar nicht erst an, das ließ mich damals ziemlich kalt. Jar Jar Binks nervte mehr, als dass er meine Gefühle verletzte. Für den zweiten Teil wurde seine Rolle dann ja auch zusammengestaucht. Und das Kind sollte auch verschwinden. Es konnte also alles nur besser werden. Ich hätte vorgewarnt sein sollen…
Da der Kängufant nicht der einzige ist, der rummault, hier der Trailer zur Doku The People vs. George Lucas
Schalten Sie auch zum nächsten Jubiläum wieder ein, wenn Sie Dr.Bob sagen hören: Komm auf die dunkle Seite, Anakin – Wir haben Kekse!
Kängufant (Andreas Gerold) 2009/08/21 13:57:00
Kommentare
über Zum 10. Todestag von Star Wars
Kommentar schreibenHerr Lehmann 2009/08/21 15:15:15
Kommentar löschenDoch doch,das ist alles schon richtig so!!! Wenn es nicht mehr um den Film geht, sondern darum in ertser Linie Geld zu drucken und möglichst eine große Zielgruppe zu erreichen sowie nur CGI einzusetzen um zu zeigen was man alles schon kann, obwohl es in vielen Fällen eigentliche bessere/ realistischere Möglichkeiten gibt um eine Scene darzustellen, dann sollte man dagegen ankämpfen und es auch anprangern!!! Danke für den Beitrag!!!!!!!
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King_Alpa 2009/08/21 16:08:56
Kommentar löschenIch möchte mal in den Raum werfen, dass ich ohne die neuen Star Wars Filme niemals mit Star Wars Lego hätte spielen können und dafür zolle ich ihnen den gebührenden Respekt.
Danke!!!!!
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Strikerth 2009/08/21 17:53:20
Antwort löschenMein Cousin hatte das LEGO und hat mich nie damit spielen lassen...also habe ich jedesmal alles kaputt gemacht und ihn verhauen :D!
Batzman 2009/08/21 18:27:08
Antwort löschenIch wusste irgendwas gutes müssen die Prequels doch bewirkt haben: Star Wars Lego ist das erste Argument das ich gelten lasse.
Aber es ist ein verdammt harter Preis für ein gutes Spiel.
Strikerth 2009/08/21 17:55:22
Kommentar löschenNur das Ende von Teil 2 und Teil 3 haben den Mythos bewart und den Weg in mein Herz gefunden. Aber trotzdem werden sie niemals den Stellenwert einnehmen wie die alten Filme.
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Anastasius 2009/08/21 22:09:08
Kommentar löschenHmm... ich bin gespannt auf den Artikel "Zum 10. Todestag von George Lucas". Da werdet ihr noch um Episoden I-III froh sein, denn wenn der nichts mehr zu sagen hat, wird das ganze Star Wars Universum *richtig* ausgeschlachtet.
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BigH 2009/08/22 10:38:03
Antwort löschenDas muss aber nicht zwingend schlecht sein. Nicht alles, was z.B. nach dem Tod von Gene Roddenberry mit dem Star Trek-Universum gemacht wurde, war ein Griff ins Klo (auch wenn das Franchise hier und da natürlich mit Karacho an die Wand gefahren wurde, keine Frage). Vielleicht übernimmt ja jemand das Ruder und die Kontrolle über Star Wars, der sich mehr dem Star Wars seiner Kindheit verpflichtet sieht und baut darauf etwas auf, das sowohl die old school fans als auch die Anhänger der Prequel-Trilogie versöhnt.
Lykaner 2009/08/21 23:01:19
Kommentar löschenIch glaube ich habe mich arrangiert mit den drei "Neuen".
Obwohl ich doch zugeben muss, dass ich einige Tränen nach Episode 2 verdrückt habe. (das is mein Ernst)
Und das, obwohl ich mit meinen 12 Eumeln genau die Zielgruppe war. Episode 3 fand ich aber irgendwie geil, das Finale leider etwas gezwungen, Haydn Christensen der sich an Emotionen versucht, zwar verboten schlecht, der Rest stimmte aber meines Erachtens. Und ich habe mich schließlich dergestallt arrangiert, dass ich mir einfach die supergeilen Szenen der "Neuen" ins Gedächtnis rufe, und den Dreck vor der gedachten Haustür lasse. Und da gibts wirklich genug.
(Imperator vs. Yoda, Imperator vs. Windu, Schlacht um Coruscant, Podrennen, Gungans vs. Droiden etc. pp)
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freakingmuse 2009/08/24 01:10:53
Kommentar löschenOhne die neuen Filme hätte "Fanboys" nicht gedreht werden können und der war super ;)
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Fatzenbolt 2009/12/04 19:20:09
Kommentar löschenVielleicht werden die nächsten 3 Filme die Serie ja wieder retten. Ich würde mich auf ein Wiedersehen mit Han Solo freuen. Wenn Harisson dabei ist bin ich auch dabei :D
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Langsam, ganz langsam geht mir das Prequel-Trilogie-Gebashe auf die Nerven. Im Kern mag das eine oder andere stimmen (Ja, Jar Jar Binks nervt), aber die neuen Filme haben aus meiner Sicht nichts kaputt gemacht. Und die alten und die neuen Filme zu vergleichen, ist ein völlig falscher Ansatz.
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Fatzenbolt 2009/08/21 14:39:34
Antwort löschenjop kann mich nur anschliessen
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keddschabb 2009/08/21 14:47:14
Antwort löschenAu contraire, mon frère! Die Prequels haben dem Mythos geschadet, und selbst wenn man sie nicht vergleicht, setzt man sie in Relation. Himmel, sie haben z.T. die selben Figuren, also müssen der Frank Oz-Yoda und der Steve Jobs-Yoda auch gefälligst mal nebeneinandergehalten werden können. Und siehe da: Nur der von 1980 ist der Yoda, den ich kenne. Von mir aus kann demnach das Gebashe weitergehen, Deine Haltung respektiere ich aber - zum Glück ist das hier die Meinungs-Ecke der Dingspiloten, nicht die Alle-einer-Meinungs-Ecke.
Batzman 2009/08/21 18:30:13
Antwort löschenDas Schlimme ist doch, wenn sich heutige kids die Filme in der richtigen Reihenfolge ansehen, halten sie Yoda und Obi-Wan für unfähige Trottel die die dunkle Seite nichtmal erkennen würden, wenn sie ihnen Limbotanzend das Frühstück serviert. Und wie soll "Ich bin dein Vater, Luke" jemals wieder eine Überraschung sein, wenn es zuvor in 3 dämlichen Filmen ausgewalzt wurde...
Und wie soll man Darth Vader noch ernst nehmen, wenn man ständig diesen weinerlichen Teeniebopper vor Augen hat...?