Blade Runner

Blade Runner (1982), GB/HK/US Laufzeit 112 Minuten, FSK 16, Science Fiction-Film, Kriminalfilm, Drama, Kinostart 14.10.1982


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von Ridley Scott, mit Harrison Ford und Rutger Hauer

In dem Science-Fiction-Film Blade Runner macht sich Harrison Ford im Jahr 2019 als sogenannter Blade Runner auf die Suche nach Replilkanten.

In der Zukunft im Jahr 2019 sieht die Erde nicht mehr so aus, wie wir sie heute kennen. Die Menschheit wird von Dauerregen heimgesucht und die Städte sind dreckig und viel zu dicht besiedelt. Tiere gibt es fast keine mehr, dafür umso mehr künstliche Wesen. Einen Lichtschimmer bringt der Ausblick auf das Leben auf einem fremden Planeten, der bald bevölkert werden soll und durch sogenannte Replikanten gefunden wurde. Diese verfügen über große Kräfte und entwickeln von alleine Gefühle, sodass sie nur bis zu vier Jahre alt werden können. Außerdem ist es ihnen verboten, die Erde zu betreten. Inmitten dieser Welt lebt Rick Deckard (Harrison Ford), der als Blade Runner die Aufgabe hat, Replikanten aufzuspüren und sie anschließend auszulöschen. Eigentlich hat Deckard vor, seinen Job aufzugeben, doch muss er noch einen letzten Auftrag ausführen. Fünf Replikanten unter der Führung von Roy Batty (Rutger Hauer) und dessen Freundin Pris (Daryl Hannah) befinden sich in einem gestohlenen Raumschiff auf dem Weg zur Erde. Zusammen mit seinem zwielichtigen Kollegen Gaff (Edward James Olmos) soll er sie finden und ‘in den Ruhestand versetzen’. Während seinen Ermittlungen trifft Deckard auf Rachael (Sean Young) und verliebt sich in sie. Doch dann kommt er dahinter, dass sie selbst auch eine Replikantin ist.

Hintergrund & Infos zu Blade Runner
Der Roman ‘Träumen Androiden von elektrischen Schafen?’ von Philip K. Dick bietet die Vorlage für den Science-Fiction-Film Blade Runner. Später verkaufte man das Buch ebenfalls unter dem berühmten Namen Blade Runner. Der Film eröffnete für Ridley Scott, der bis dato durch den Horrorfilm Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt bekannt war, dessen Karriere in Hollywood als Regisseur. Obwohl Blade Runner bei der Veröffentlichung kein besonders großer Erfolg war, wurde er nachträglich zum Kultfilm. Er wurde vor allem für das visuelle Design der für uns heute sehr nahen Zukunft gelobt und eröffnete mit dem Film die Ära des sogenannten Cyberpunk für das Kino.

Blade Runner ebnete damals den Weg für Science-Fiction-Filme, die mit ihrer Handlung ethische Fragen aufwarfen, wie ob Androiden auch Menschen sind beziehungsweise wie wertvoll das Leben eines Androiden ist. Im Director’s Cut von Blade Runner wird das Ende des Films anders dargestellt und weitere Fragen aufgeworfen, die die Handlung nachhaltig verändern.

Im Jahr 1998 kam der Film Star Force Soldier von Regisseur Paul W.S. Anderson und Drehbuchautor David Webb Peoples in die Kinos, der im gleichen Universum wie Blade Runner spielt. (LM)

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Blade Runner
Genre
Cyberpunk-Film, Film Noir, Utopie & Dystopie, Drama, Science Fiction-Film
Zeit
2010er Jahre, Zukunft
Ort
Los Angeles , Mars
Handlung
Android, Auge, Barmherzigkeit, Dach, Duell, Dunkelheit, Dystopie, Ermittlung, Fahndung, Femme Fatale, Flüchtling, Gedächtnis, Genetik, Gewissenskonflikt, Gnade, Hacker, Identität, Identitätskrise, Implantat, Kampf, Kampf auf Leben und Tod, Kampfsport, Kopfgeldjäger, Kultfilm, Künstliche Intelligenz, Leben und Tod, Lebensretter, Lebensverlängerung, Melancholie, Mensch gegen Maschine, Mensch-Maschine-Beziehung, Menschliche Schwäche, Menschlichkeit, Mitgefühl, Mord, Männlicher Held, Polizei, Polizist, Rettung, Selbsterkenntnis, Showdown, Sterblichkeit, Suche, Suche nach Mörder, Test, Unterbewusstsein, Verfolgung, Verfolgungsjagd, Vergänglichkeit, Verhör, Verlieben, Verliebt in den Feind, Zweikampf, Übermensch
Stimmung
Geistreich, Spannend
Zielgruppe
Männerfilm
Tag
70mm und IMAX, AFI Top 100, Kultfilm, Time's All TIME Top 100 Movies
Verleiher
Warner Bros.
Produktionsfirma
Blade Runner Partnership, Shaw Brothers, The Ladd Company, Warner Bros.

Kommentare (266) — Film: Blade Runner


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entfantterrible

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Bewertung6.0Ganz gut

„Ich denke, also bin ich.“ Mit diesem Prinzip lässt sich der Konflikt des Filmes in wenigen Worten ausdrücken. In einer Dystopie sind Gewalt und Verbrechen ein allgegenwertiges Problem, herrscht Paranoia vor Abgeschiedenheit und Überwachung, ist Vertrauen wichtiger geworden als Liebe. Die bisherigen Differenzierungsmerkmale zwischen Mensch und Maschine schwinden zusehends, eine genaue Feststellung wird (auch im Verlauf des Filmes) unmöglich.

Vor diesem Hintergrund spielt sich die Handlung von Blade Runner (2006er Version) ab. Dabei wühlt sich der Film in grandiosen Bildern, in denen kulturell vermischte Menschenmassen teilnahmslos durch düstere, regnerische Straßen marschieren. Naturalistische und kulturelle Sinne sind ausgelöscht. Durch neonbeleuchtete Imbissstände und künstlich umherschweifende Lichtstrahlen, welche jenen eines Überwachungsstaates gleichen könnten, verfremdet sich jenes molochartige Großstadtgebilde immer weiter.

Die Ausleuchtung des Filmes ist ebenfalls melancholisch und beeindruckend. Die Charaktere befinden sich zwischen Schatten und Licht, zwischen „Gut“ und „Böse“, zwischen Mensch und Maschine. Die visuelle Wahrnehmung erscheint als ein Grundthema des Werkes. Kann man dem eigenen Augenschein noch Glauben schenken? Erkennt man die Wahrheit und wie sieht sie aus? Mithilfe von Nahaufnahmen einzelner Gesichter können wir selbst überprüfen, inwieweit Emotionen in den Handelnden auftreten.

An dieser Stelle sei die schauspielerische Leistung der Toaster (habe vergessen wie sie heißen^^) zu würdigen. Allen voran Rutger Hauer spielt seine Rolle der nach Wahrheit suchenden Zerstörungsmaschine größtenteils sehr überzeugend. Nicht minder sind auch die Darbietungen von Daryl Hannah und Sean Young zu bewerten. Harrison Ford macht hier das was er am besten kann, er rennt. Mal verfolgt er jemanden, ein andermal wird er selbst zur Zielscheibe; immer wieder erstaunlich wie er die Filmarbeiten dazu nutzen kann, um für den nächsten Marathon zu trainieren.

Leider kann er diese Bewegungsfreude nicht auf den Kameramann übertragen. Während die Personen in dieser Welt schnell voranschreiten, verharrt dieser in statischen Bildern. Zwar wird in Totalen die Ausgeschlossenheit und Isolierung der Personen durch die Positionierung am Rande des Bildes gut getroffen, dies bildet allerdings nur einen Teilaspekt des Ganzen, welches hätte beleuchtet werden können.

Die Geschichte bietet zahlreiche Interpretationsmöglichkeiten, welche auf der Buchvorlage „Träumen Androiden von elektrischen Schafen“ Philip Dicks fußen. Es seien hier nur kurz einige Themen erwähnt. Ethisch-philosophische Grundfragen über die Rolle und Alleinstellungsmerkmal des Menschen werden ebenso angesprochen, wie der moralische Verfall und die Rolle der Religion in einem technisch geprägten Zeitalter.

Zur düsteren Stimmung des Film-Noir passt die musikalische Darbietung von Vangelis. Dabei wird vorwiegend mit mystisch wirkenden Klängen aus Synthesizern gearbeitet, allerdings auch auf vergangene Musikvariationen unterschiedlicher Zeiten und Kulturen. Dies Verstärkt sowohl die Vereinheitlichung der Menschheit zu einem Ganzen bei gleichzeitiger individueller Kulturzugehörigkeit und damit einhergehenden Verständigungsproblemen untereinander, als auch die Angst vor einer reinen Überwachung der Freiheit des Menschen.

Das große Manko von Blade Runner ist sein Drehbuch, wodurch eine höhere Bewertung und auch der Filmgenuss vernichtet wird. Während die Effekte noch bis ins kleinste Detail durchdacht erscheinen (z.B. beleuchtete Regenschirme), wirkt die Geschichte und ihre Darbietung unausgereift. Viel zu zäh bildet sich nur allmählich so etwas wie eine Art Handlung. Durch die einseitige Darbietung der Verwahrlosung bildet sich zu keiner Zeit ein wirklicher Spannungsbogen. Alles plätschert bis zum Ende des Filmes vor sich hin und man fragt sich warum eigentlich, schließlich ist der Film und die Idee an sich durchaus ambitioniert. Möglicherweise ging Hollywood hier neben dem Geld auch die Zeit aus, um einen zweiten Blick auf das unfertige und aus mehreren Varianten zusammengestückelte Drehbuch zu werfen. Dies erscheint mir auch der Grund dafür, dass Blade Runner bei seiner erstmaligen Veröffentlichung auf wenig Resonanz stoß. Erst später avancierte er (hauptsächlich aufgrund der Special-Effects) zu einem Kultfilm der 80er Jahre. Solch ein Status macht allerdings noch keinen beachtenswerten film.

Fazit: Aufgrund der vorbildhaften und auch heute noch beeindruckenden Kulisse ist Blade Runner einen Blick wert. Wer allerdings eine tiefgreifende Handlung für einen Film als unerlässlich ansieht, der kann diesem Film trotz seiner zahlreicher Deutungsmöglichkeiten möglicherweise nur wenig abgewinnen.

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Megaweasel

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Bewertung3.0Schwach

Was war denn da los, Scott und Sci-fi-Fan, schau alles aus dem Genre, liebe auch die alten Streifen aber der hier war einfach nur ein großes Leerzeichen ! Habs nicht bis zum Ende durchgehalten und ich bin sehr ausdauernd bei Filmen.

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basti.blaich

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Michael Bay Fan ? :D


Megaweasel

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Nur Transformer 1 fand ich cool, danach wars wirklich nur noch Wurst :D Ich glaube Blade Runner ist einer von den Filmen die heute nicht mehr ganz so gut funktionieren, vielleicht war ich auch zu müde
.


TheCME

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Gestern zum dritten Mal gesehen und aufs Neue begeistert worden. Eine der besten Mischungen aus Sci Fi und Noire. Der Mangel an übertriebenen und schlechten, offensichtlichen VFX fällt positiv auf und macht Platz für mit Liebe zum Detail gestalteter Kulisse. Ein jung aussehender Harrison Ford wirkt frisch, wach und voller spielerischer Energie. Sollte ich das Buch dazu irgendwann gelesen haben, lass ich es Philosophie regnen.. für heute bleibt es bei "super, immer wieder gerne"

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TheCME

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Wieder was gelernt. Habe nur gehört dass das Schriftstück angeblich tiefgründiger auf die Philosophie hinter der Thematik eingehen soll. Danke für den Hinweis jedenfalls:)
Lohnt es sich trotzdem?


Macintosh

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Sicher, Philip K. Dick lohnt sich immer
"Träumen Androiden von elektrischen Schafen?"


NewNemo

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Bewertung10.0Herausragend

Ein SF Thriller mit Stil und einer Story über die man immer wieder redet. Ein Kultfilm ohne Frage. Da hat der Regisseur Bahnbrechendes geschaffen (Ausstattung + Stil wurden später oft kopiert bzw zitiert) und auch in Details erfreut der Film - z.B. beim Schachspiel. Ansehen und mitreden /diskuttieren können. Ob ein geplanter 2. Teil da Sinn macht? Da wird, glaube ich, viel vom Geist der Story und des Filmes zerstört.

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based_god

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Als Zuschauer wird man Zeuge wie Harrison Ford als Rick Deckard durch eine andauernd verregnete und düstere Zukunfts-Vision nach Replikanten (oder soll ich sagen "Premium-Menschen"?) sucht um diese unschädlich zu machen.

Das Denken wird dem Zuschauer nicht abgenommen. Um Werte-Vorstellungen, bzw. wie weit er die Menschen in ihrem Vorhaben unterstützt, muss er sich selber kümmern. Auch das Ende bleibt (zumindest im von mir präferierten Final-Cut) offen. Die unterdessen restaurierte Technik war und bleibt atemberaubend, die misanthropische Atmosphäre in den Zukunfts-Grossstädten ist perfekt eingefangen und die Story bietet zwar wenig an Überraschungen dafür einiges an Grusel-Potential und Action.

Ein toller, wenngleich auch nicht ganz einfacher Film...

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mrfranky

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Bewertung9.5Herausragend

Absolutes Megameisterwerk der 80ziger.
Mir hat die erste Fassung besser gefallen,die Synchro war besser,auch die Off Kommentare waren gut,das "gute" Ende war lächerlich,da hatten mal wieder die Studiofritzen Angst.
"Ich habe Dinge gesehen die ihr Menschen niiiiiemals glauben würdet......."
Die Maschine retten dem Menschen das Leben,obwohl dieser ihn töten soll,Maschinen mit Gefühlen,Ängsten,Fragen,perfekt programmiert,zu perfekt um als Toaster zu funktionieren.
Visuelles und psychologisches Sahneschnittchen mit kleinen Schwächen.

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John3101

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Bewertung5.0Geht so

Wo soll ich anfangen?...Was das visuelle angeht ist Ridley Scott fast Unschlagbar,die Quintessenz (Was macht den Menschen wirklich aus?) ist auch super umgesetzt, bedauerlicherweise hab ich mcih bei diesem Film zu Tode gelangweilt (an diesem Punkt Entschuldigung an jene die diesen Film so mögen),aber er war leider nicht mein Fall.

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WhityWolf

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Bewertung6.5Ganz gut

Ach verdammt!
Nach all den Monaten, in denen ich Blade Runner sehen wollte, hab ich ihn mir heute zu Gemüte geführt. Doch leider ist meine Reaktion auf den Film nicht ganz positiv...

Als erstes muss ich sagen, dass dieser Film, gedreht 1982, so verdammt gut aussieht! Die Athmosphäre ist verdammt stark und die Stadt wirkt bedrohlich, beängend und ziemlich nass. Die irren, hohen Häuser sind phantastisch gestaltet und die Gassen so eng und klein wie man es sich in einer riesigen Großstadt nur so vorstellt. Außerdem ist es in dem ganzen Film immer dunkel, nur die Scheinwerfer des Reklameschiffes erhellen ein wenig die Häuser. Zu der guten Athmosphäre trägt die abgedrehte Musik mit bei. Sie passt wie die Faust aufs Auge, nervt zu keiner Sekunde und verbindet sich schön mit der Handlung. Haach, einfach umwerfend!

Doch leider fand ich aus irgend einem Grund keinen Draht zu der Handlung. Für mich war es zeitweise sehr träge und langsam. Gegen Ende baute sich dann trotzdem auch bei mir etwas Spannung auf. Aber im Groben und Ganzen war der Film für mich nur reiner Eyeporn. Sorry, liebe Fangemeinde.

Fazit:
Dieser Film sieht bombastisch aus, Sci-Fi in seiner schönsten Pracht. Wer außerdem auf tiefere Handlungen und auf einen jungen Harrison Ford steht, sollte sich diese Kultbombe ansehen.
Drei Pfötchen von mir für dieses Spektakel

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MiauBerry

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Bewertung9.0Herausragend

Dieser Film kommt, obwohl es um KI geht ud eine actionreiche Handlung im Vordergrund steht, ohne überflüssige special effects aus, was ich heutzutage manchmal vermisse. Die ästhetik der weiblichen Darstellerinnen ist gelungen und meiner Meinung nach ist Sean Young in diesem Streifen so schön wie wenige andere ihrer Kolleginnen.

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Helmholtz

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Bewertung9.5Herausragend

Ridley Scotts "Blade Runner" aus dem Jahr 1982 ist in wohl einer der größten Ausnahmefilme aller Zeiten. Denn was Scott damals, in der Zeit des großen Science-Fiction Booms auf die Beine stellte widersprach allen Konventionen des Genres, das damals noch einen kindlicheren und eskapistischeren Charakter hatte. Genau wie "Alien" drei Jahre zuvor schlug "Blade Runner" einen weitaus düstereren und pessimistischeren Ton an als z.B. die Star Wars Triologie. Scotts Los Angeles ist dreckig und überbevölkert, menschliches, mitfühlendes Verhalten scheint hier überhaupt nicht zu existieren. Es ist eine Stadt die im Verbrechen zu ersticken scheint, die von Konzernen geleitet wird, in der niemand so richtig glücklich ist. Scotts Bilder, die heute noch beeindruckend aussehen zählen mit zum besten, was es im Sci-Fi Genre je gab. Hier verlässt sich Scott auf den Stil des Film-Noir, einem Genre das ja auch immer einen pessimistischen Blick auf die (Großstadt)Gesellschaft warf.

Die Replikanten sind der Kern in Scotts Dystopie: Sie sind Nachbildungen von echten Menschen, zeigen jedoch in den meisten Szenen mehr Menschlichkeit als ihre tatsächlich menschlichen Gegenbilder. Es ist ein geschickter Schachzug Scotts, der ihn auch als klugen Regisseur auszeichnet, immer wieder ganz bewusst die Parallelen des Los Angeles seines Films zu den tatsächlich heute existierenden Großstädten aufzuzeigen. Das reicht von Coca-Cola Reklamen bis hin zur Isoliertheit inmitten der großen Menschenmengen, die für viele Großstadtbewohner bittere Realität ist. Somit ist die düstere Zukunftsvision Scotts auch bis heute enorm aktuell.

Die Philosophischen Themen in Blade Runner sind sicherlich zu komplex um hier allen gerecht zu werden, sind es aber eindeutig immer wieder wert beachtet zu werden. Es sind die typischen Themen der Philip K Dick Romane die Scott interessieren und diese sind tatsächlich so zahlreich vorhanden, dass es sich immer wieder lohnt den Flim anzusehen. Das verstehe ich unter Tiefe.

Darstellerisch halte ich Harrison Ford für die absolute Optimalbesetzung, allerdings finde ich Rutger Hauer als Replikant Roy sogar noch ein kleines bisschen besser. Sein (improvisierter) Monolog am Ende des Films zählt sowieso zu den besten der Filmgeschichte: "All these moments will be lost... like tears in rain". Ein seltener Moment von Wärme und Menschlichkeit in einer sonst so kalten und unmenschlichen Welt.

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Trautstein

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Bewertung9.0Herausragend

Ich kenne die Romanvorlage von Philip K. Dick, aber ich muß gestehen, daß mir der Film um Längen besser gefällt, als das Buch. Die Musik, die Atmosphäre....für mich einer der besten Sci-Fi Filme überhaupt.

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shazad.khokhar

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Bewertung1.0Ärgerlich

So habe mir über die Jahre immer mal wieder vorgenommen Blade Runner zu sehen und bin endlich dazu gekommen und bin enttäuscht.
Im Generellen bin ich ein Ridley Scott Fan und mag auch generell viele ältere Science Fiction Werke, aber mit dem Film kann und konnte ich nichts anfangen. Der Film wirkt für die heutige Zeit zu langwierig. Ohne Frage war er zu der damaligen Zeit etwas komplett neues, aber ich denke, wer in der heutigen Zeit aufgewachsen ist, der könnte mit dem Film Probleme haben.

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Metalharry

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Letzteres kann ich persönlich nicht bestätigen. Bin 21 und finde den Film klasse.


deregenerator

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Bewertung4.5Uninteressant

Die Instrumentalisierung dupliziert einen Versuch und schematisiert deshalb die portablen Gegenwartskünste. Vielleicht übersetzt die Einrichtung des Kunstbetriebs variable Apparate und vereint akausale Arbeitsprozesse in ironischen Bildsprachen. Es ist jener Schaffensprozess der Annäherung an Begriffe und Definitionen welcher anstelle eines Loops einen Adapter rationalisiert. Konflikt wird methodisch im und für Handlungsansätze des skulpturalen Beitrags assoziiert. Die Rhythmen sind geprägt von einem dialektischen Zusammenhang des Strukturalismus und dessen Clusters aus Annäherungs- und Erfahrungswerten. Alles was übrig bleibt sind jene Individuen, minimal parametrisiert von kommutablen Schlüsselbegriffen ausserhalb des Korrektivs.

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primatemike

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Da hätte man doch bestimmt noch mehr Fremdwörter unterbringen können , Herr Professor!


Metalharry

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Ich muss passen :)


SpicyMåcHaggis

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Wundervoll- beklemmende Dystopie in einschneidendem 50's- Sci-Fi - Look: durch bedrückend düsteres Set- Design wird eine surreale und doch nahbare Welt erschaffen welche den Spagat zwischen Zukunftsvision und post- apokalyptischer Gegenwartsästhetik außerordentlich stilvoll meistert.
Die vorherrschende Atmosphäre wirkt dermaßen dicht, dass kein einziger Atmer zum grandiosen Finale hin mehr übrig zu sein scheint. Die kunstvolle Leistung aller Schauspieler passt sich beängstigend gut in jede Phase dieses Films ein, wobei besonders die emotionale Entwicklung des von Rutger Hauer gespielten Charakters eine zentrale Rolle im Gesamtkonzept des Films einnimmt.
Beeindruckende Bilder, ein packender Plot und ein grandioser Soundtrack lassen Menschen wie Tiere darüber zweifeln, ob sich das Medium Film in den letzten 3 Jahrzehnten weiterentwickelt hat.

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Zak

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

"Das war irrational! Ganz abgesehen davon, daß es unsportlich war"
Gestern abend durfte ich zum ersten mal BLADE RUNNER sehen
Bin völig geplättet und begeistert...ich meine der Streifen hat 30 jahre auf dem Buckel und steckt jeden heutigen SF Film locker in die Tasche...GENIAL

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Jaime_Ginstik

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Und ... äh ... JA!


Megaweasel

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The Freewheelin Fonda

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Zukunftsfilme der vergangenen Jahrzehnte,- nicht zu fassen wieviel Angst mir deren Bilder heute im Jahr 2014 machen.

2014, wenn man sich das mal überlegt, welches Bild sich Filmproduzenten in den 60ern, 70ern oder 80ern, schon für dieses Jahr ausgemalt haben.
Und genau das macht mir Angst, wieviel Zukunftsvisionen bereits wahr geworden sind.
Wie abhängig wir Menschen von Maschinen geworden sind, wie unser Bestreben für die Zukunft darin besteht diese Maschinen noch intelligenter zu machen.
Das wir in einer Zeit leben wo Großkonzerne eine noch nie dagewesene Macht erlangt haben und alles über das Individuum Mensch wissen, was aus Bequemlichkeit immer mehr individuale Züge verliert.
Natürlich, wir haben bis zum nächsten Jahr keine fliegenden Autos auf den Straßen und keine Kolonien auf den Mars aber das was in Science-Fiction Filmen wie dem „Blade Runner“ über unser gesellschaftliches Zusammenleben ausgesagt wird, ist bereits wahr geworden.

Ich schaue mir den Blade Runner an, Menschen die keine Menschen mehr sind, die keine Werte mehr haben, eine Gesellschaft in ihrer letzten dekadenten Zügen, der Mensch in seiner letzten Selbstüberschätzung als Krönung der Schöpfung, der selbst zum Schöpfer wird!
Was macht uns menschlich?
Weder eine gute noch eine schlechte Tat, sondern eine Tat die man frei wählt, aus eigener Überzeugung heraus, etwas was man auch manchmal gegen jede Vernunft unternimmt, nur um sich als Mensch zu fühlen.
Und das einzige was in dieser Welt, die hier gezeigt wird, noch frei wählt, was sich MENSCHLICH zeigt, ist eine von Menschen erschaffene Maschine.
Die Menschen sind nur noch leere Hüllen, die ihren Aufgaben nachgehen ohne sie zu hinterfragen, abgestumpft durch ihren Hochmut und ihre eigenen Errungenschaften, durch ihre Selbstanpreisung und die Werbung von Müll die übergangslos in den Alltag eingebaut wurde!

Man sieht diesen Film und sieht ein angebliches Zukunftsbild, ich sehe diesen Streifen und bekomme Angst, da wird doch schon in der gezeigten Gesellschaft leben, in dem System wo es uns egal ist keine Privatsphäre mehr zu haben, wo wir so geil darauf sind, dass alles immer schneller und reibungsloser von statten geht, dass wir vergessen haben zu leben, wo wir es hinnehmen von Werbung ÜBERALL zugemüllt zu werden.

Zu der Inszenierung, wie dieses Werk verpackt wurde, muss man wohl nichts mehr sagen.
Düstere Noir Stimmung, opulentes Setdesign, unglaublich starke Musikuntermalung und ein Ende, was einen noch lange verfolgen wird:

"All diese Momente werden verloren sein in der Zeit, wie die Tränen im Regen...
Zeit zu sterben."

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Martin Oberndorf

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Um die Uhrzeit auch nicht mehr, Fonda. :3
Gute Nacht :D


brucelee76

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Ein großartiger Kommentar Fonda, zu einem großartigen und düsteren Film :).


Zensemann

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Bewertung5.0Geht so

Schwierig wenn man das/die Bücher von Dick liebt, diesen Film zu mögen... Denke Dick hätte dieser Streifen nicht gefallen. Gute Litetatur zu verfilmmen ist halt ein Unterfangen, das fast immer in die Hose geht. Was in Büchern tiefsinnig ist wikt in Filmen oft als pseudointelektuelles Nichts welches sich hinter imposanten Bildern versteckt. Blendwek bleibt dennoch Blendwerk...

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gunnar.wilhelmi

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Damit ist Blade Runner aber immer noch besser bedient als die meisten Dicks-Verfilmungen. Die entnehmen allenfalls einige Elemente. "A Scanner Darkly" scheint mir die einzige Verfilmung zu sein, die nahe ans Buch kommt


Trautstein

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Ich bin mir nicht sicher, ob Dick der Film überhaupt nicht gefiele. Ich denke, er fände ihn im mindesten "interessant". Ich las alle Romane von ihm. Aber im Falle von Blade Runner gefällt mir der Film besser als das Buch. Und ja, "Der dunkle Schirm", entspricht dem Roman in hohem Maße. Auch wenn die Cell-Shading Technik am Anfang ungewohnt ist, so ist dieser Film doch sehenswert. Was ich aber echt sehr toll fände, wäre eine ungefähre Verfilmung von VALIS. Aber ich denke, da hat jeder Leser so seine eigene Welt im Kopf. ;)


Jesba

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Bewertung7.5Sehenswert

Kann dem Buch leider, wie so oft, nicht das Wasser reichen.
Wenn man seine Erwartungen aber für den Moment vergessen kann oder wenn man das Buch noch nicht kennt, erwartet einen hier trotzdem ein ziemlich guter Film.

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doeme28

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Bewertung4.0Uninteressant

Ich versuchte mich echt anzustrengen, dass ich diesen Film gut finde ;) aber hat mich leider nicht überzogen. Fand den Film nicht interessant. Die Hintergrundmusik fand ich sehr speziell, hat mir gefallen. Auch einige Szenen / Dialoge haben mir ebenfalls gefallen. Aber übers Ganze hat mir der Film nicht sehr gefallen.

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lacsap.willis

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Bewertung7.0Sehenswert

Präsident Ford war der Hammer

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