Thank You for Smoking

Thank You for Smoking (2005), US
Laufzeit 92 Minuten, FSK 12, Drama, Komödie, Dokumentarfilm, Kinostart 31.08.2006

admin edit edit group memberships sweep cache
7.3 Kritiker
48 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.5 Community
11092 Bewertungen
125 Kommentare
Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
noch nicht bewertet

von Jason Reitman, mit Aaron Eckhart und Maria Bello

Der Held des Films ist Nick Naylor (Aaron Eckhart), oberster Pressesprecher von Big Tobacco, der seinen Lebensunterhalt damit verdient, die Rechte der Raucher und Zigarettenhersteller in der heutigen neo-puritanischen Welt zu verteidigen. Auf seinem Kreuzzug stellt er sich Gesundheitsfanatikern, die Tabak verbieten lassen wollen, und dem Senator (William H. Macy), der Warnhinweise und Giftaufkleber auf den Zigarettenpackungen anbringen lassen möchte. Nick startet eine großangelegte PR-Offensive, spielt in Fernsehtalkshows das Gesundheitsrisiko, das Rauchen mit sich bringt, herunter und engagiert sogar einen einflussreichen Hollywood-Agenten, der dafür sorgen soll, dass das Rauchen auch in Filmen positiv promotet wird. Sein neugewonnener schlechter Ruf bringt Nick ungeahnte Aufmerksamkeit ein. Nicht nur der Oberboss der Tabakindustrie (Robert Duvall) beobachtet sein Handeln, Nicks Arbeit hat auch eine einflussreiche Journalistin (Katie Holmes) auf die Spur gelockt. Nick rechtfertigt seine Arbeit damit, dass er nun mal Geld verdienen muss, um seine Hypothek abzuzahlen, aber der prüfende Blick seiner Sohnes (Cameron Bright) und eine ziemlich reale Todesdrohung könnten ihn dazu zwingen, anders zu denken…

  • Video_thumbnail_default
  • Video_thumbnail_default
  • Thank You for Smoking - Bild 3431
  • Thank You for Smoking - Bild 3432
  • Thank You for Smoking - Bild 3433

Mehr Bilder (18) und Videos (4) zu Thank You for Smoking


Cast & Crew


Kritiken (9) — Film: Thank You for Smoking

SiameseAlex: SiameseMovies

Kommentar löschen
9.0Herausragend

[...]
Manipuliert er etwa? Lenkt er unsere Gedanken hin zu einem gewissen Punkt, der sich für den Tabakkonsum ausspricht? Karikiert oder verspottet oder widerlegt er gar lediglich mit seinen Worten den von seinen Gegnern geforderten Ausspruch für den visuellen Reiz als Mittel der Abschreckung vor den nun aber wirklich offensichtlich SCHLECHTEN Tabakwaren? Um all das geht es zwar, aber irgendwie auch nicht.

Manipulation setzt eine festgesetzte Wahrheit voraus und all diejenigen, die glauben von sich selbst zu wissen eine eigene Meinung über die verschiedensten Inhalte des Lebens zu haben und auch nicht gewillt sind grundlegend von eben diesen bei erschlagender argumentativer Dichte abzuweichen, die sollten ab jetzt besser nicht weiterlesen, da sie sich womöglich ertappt und angegriffen zugleich fühlen würden. 'Thank You For Smoking' plädiert für eine die Welt konsequent zu hinterfragende Einstellung, die in erster Linie abhängig von der menschlichen Kommunikation und deren außerordentlicher Vielfalt ist. [...] Grundlegende moralische Werte und Normen, über die scheinbar derzeit niemand mehr diskutiert, sind das Ergebnis einer bereits geführten Diskussion und stellen heutzutage nahezu unumstößliche Tatsachen dar. Dass diese Tatsachen grade in der Erziehung nicht als unumstößliches Gesetz-Werte-und-Normen-Konstrukt eingeführt werden sollte, beweist 'Thank You For Smoking' in der eindrucksvoll einfühlsamen Inszenierung der Vater-Sohn-Beziehung, deren Grundlage schließlich die Kommunikation ist. Sollte das vielleicht nicht immer so sein? Wer diese letzte Frage nun bejahen sollte, hat diesen Text nicht verstanden und dürfte hinter diesem Film lediglich eine einseitig wertende Satire inkl. eines Manipulationsgenies entdecken.

Kritik im Original 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

kltrg

Kommentar löschen
4.0Uninteressant

Die Dialoge und Off-Texte in »Thank You for Smoking« sind genial. An vielen Stellen kann man herzhaft lachen und wenn man tiefgründiger darüber nachdenkt, merkt man, wie leicht wir manipulierbar sind.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 5 Antworten

MxMushrooms

Antwort löschen

Schon mal drüber nachgedacht, dass deine Aussage über leichte Manipulierbarkeit genau die intendierte Aussage des Films sein könnte?


myschaf

Antwort löschen

Wer diesen Film als schlecht betitelt, der hat ihn entweder nicht verstanden, oder hat währender der Vorführung schlicht geschlafen.


Gnislew: Sneakfilm - Kino mal anders

Kommentar löschen
9.0Herausragend

"Thank you for smoking" wird sowohl Rauchern als auch Nichtrauchern gefallen. Ein gewisses politisches Interesse sollte man mitbringen, um den Film genießen zu können. Auch ist der Film kein klassisches Popcornkino, sondern fordert von Zuschauer ein eingeschaltetes Gehirn. Wer sich dessen bewusst ist, wird viel Freude an dem Film haben.

Kritik im Original 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 13 Antworten

Beatprocessor

Antwort löschen

Ich kann Magic2713 nur zustimmen; Janus Winter ist wirklich der Gipfel an Peinlichkeit! Im Übrigen ist das Komma vor "um zu" fakultativ, d.h. es ist jedem selbst überlassen, ob er bzw. sie es setzt oder nicht. Herrn Winter kann man eigentlich nur bedauern...


Friedemann

Antwort löschen

Das ist leider nicht ganz richtig. Bei diesem spannendem Thema musste ich einfach mal nachforschen, da ich hoffte, Herrn Winter noch einen mitzugeben, aber leider stellte sich heraus, dass er in diesem Fall recht hat.

"Infinitivgruppen werden durch ein Komma vom Rest des Satzes getrennt, wenn sie mit einem der folgenden Wörter eingeleitet werden: als, (an)statt, außer, ohne, um."

"Beispiele:

Es blieb ihm nichts anderes übrig, als den Job anzunehmen.
(An)statt sich zu freuen, fing er an zu weinen.
Sie hatte keine Pläne, außer sich in Ruhe die Ausstellung anzusehen.
Sie sahen sich an, ohne ein Wort zu sagen.
Er nahm seine Sachen, um sich auf den Weg zu machen."

Quelle:www.studis-online.de/Studieren/Richtig_schreiben/komma_bei_infinitivgruppen.php
(Quellenangabe seit Guttenberg natürlich absolut nezitativ)

Das ändert natürlich rein gar nichts an Herrn Winters korinthenkackerei, die so überflüssig ist wie ein Kropf.


Sascha Rettig: Tip, fluter, Netzeitung Sascha Rettig: Tip, fluter, Netzeitung

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Auch wenn "Thank you for Smoking" bisweilen eher beschleunigte Komödie als garstige Satire ist und Reitman nicht konsequent den beißenden Rauch in die Augen der Zuschauer pustet: Der Film schlägt einige grandiose Bösartigkeiten aus den dankbaren Vorlagen von PR-Branche und Tabakindustrie und demonstriert ganz nebenbei, wie einfach und grenzenlos die Manipulierbarkeit der Konsumenten doch zu funktionieren scheint.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Hausmeister: Nerdtalk.de

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Gleich von Beginn an hat der Film überzeugt, fängt er doch - meiner Meinung nach - für einen amerikanischen Film recht untypisch an, erinnert anfangs von Art des abstrusen Humors eher an europäische Filme. Auch wenn ich im Nachhinein Schwierigkeiten habe die Handlung besser auszuschmücken als mit einem “Der setzt sich halt für Zigaretten ein”, konnte der Film über die volle Länge überzeugen. Es gab sehr viele schlagfertige Sprüche, die das Publikum mit Szenenapplaus quittierte.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Rochus Wolff: freier Journalist

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

Das ist eine schön schwarze Komödie, deren MacherInnen die gleiche moralische Flexibilität an den Tag legen wie der Protagonist - was dem Film wirklich sehr gut tut. Denn ganz subtil legt er so die Mechanismen frei, nach denen Öffentlichkeitsarbeit im Dienste des Kapitalismus funktioniert. Trotzdem ist das alles in letzter Instanz ein wenig unbefriedigend, was nicht zuletzt daran liegt, daß einem die Figuren nie ans Herz wachsen: Sie bleiben alle oberflächliche gezeichnet, obwohl sie Tiefe ahnen lassen. Da wäre noch mehr drin gewesen. Darauf eine Zigarette.

41 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Patrick Wurster: www.indiskretion-ehrensache...

Kommentar löschen
10.0Lieblingsfilm

"Come To Marlboro Country", denn nur da gibt es Liberté und zwar toujours. Wir sind ihnen auf den Leim gegangen, allesamt. Wir, die tägliche unsere kleine Bestie zu füttern haben. Der vermeintliche Ausweg: Ein in mehr und minder kräftige Blautöne getauchtes Taschenbüchlein, dessen Deckel eine zerquetschte Kippenschachtel ziert. Die Faust als Sinnnbild des Triumphs. Ein Triumph des Verstandes. Schluss mit der Selbstversklavung! Endlich Liberté und zwar toujours - du schaffst es! Tschaka! Beinahe hätten wir zu Ende gelesen.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Synopsis: zeitgeist Print & Online

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Intelligente Persiflage des Tabakwarenmarketings, die im Grunde vor allem eines zeigt: Die militanten Vertreter der Nicht-Raucher-Fraktion sind bisweilen noch dogmatischer als die verteufelten Lobbyisten der Gegenseite.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

Kommentar löschen
6.5Ganz gut

Unterhaltsame aber oberflächliche Satire, die sich mit dem Abspulen von Zynismen zufrieden gibt, aber wenig Neues über die Spin-Doktoren verrät...

http://www.fuenf-filmfreunde.de/2006/08/23/thank-you-for-smoking/

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Kommentare (116) — Film: Thank You for Smoking

Kommentar schreiben
Sortierung

Kavau

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Super Film. Die Art und Weise wie ein Mann mit Worten um sich werfen kann bis man ihm alles glaubt ist einfach herrlich

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

herr.vegas

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Einfach ein Klasse Film. Dieser Nick Naylor ist ein rhetorisches Wunderkind und sein Auftreten gibt dem Zuschauer permanent das Gefühl, dass er der Gute ist. Egal, was er tut. Eine weitere witzige Geschichte ist, dass in diesem Film keine einzige Zigarette geraucht wird obwohl der Film im Großen und Ganzen darum geht. Einer meiner Lieblingsstreifen.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

dufagbold

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Grandiose Satire. Schauspielerische Glanzleistungen und unheimlich witzig. So stell ich mir einen Film vor!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

kermitcox

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Smoke Smoke Smoke that Cigareeeette
Ich als suchtgefährdeter Mensch bekomme immer Lust zu rauchen, wenn ich andere Menschen rauchen sehe. Das Resulat: Eine halbe Schachtel Malboro und einen kratzigen Hals. Aber ich wurde wenigstens gut unterhalten. David Koechner ist der eigentliche Star des Films und diese eine Reporterin hat echt mega Titten. So ich geh jetzt eine rauchen und höre dabei Tex Williams.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Muriku

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Kurzweilige Komödie über Manipulation, die selber manipuliert, indem sie mithilfe des Hollywoodgesetzes die gewissenlosen Manipulatoren zu halbwegs sympathischen Protagonisten macht. Jeder Pathos führt sich selbst ad absurdum und das ist genial.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

LowRidah

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Einfach nur GEIL!

Guter Film, kann man sich auch mehrmals ansehen!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

tylerdurden93

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Das Leben eines fiktiven Lobbyisten der durch eine sehr beeindruckende und beneidenswerte Eloquenz und einer „moralischen Flexibilität“ uns zeigt, dass man sich ganz leicht, schnell und sogar bewusst mal blenden lässt.
„Wenn du gut argumentierst, hast du immer Recht“. Diesem Zitat kann man nach dem Film nur zustimmten. Doch das eigentliche Ziel ist mMn dem Zuschauer zu vermitteln, selbst nachzudenken und nicht alles zu glauben was von „Spezialisten“ behauptet und eingetrichtert wird.
Gespickt mit viel schwarzem Humor und einigen unmoralischen Argumenten, unterhält der Film sogar alleine durch Gespräche. Leider wurde die Linie nicht konsequent gehalten. Durch das klischeehafte Hollywoodende wird das gewisse extra geraubt. Außerdem wird komischerweise im Film überhaupt nicht geraucht. Nicht einmal Nick tut das, wodurch sein Entsetzen über die Nachricht dass er nicht mehr rauchen darf, ein wenig Ungläubig erscheint. Das Thema „Rauchen“ ist eh nur ein Mittel zum Zweck und hätte durch jegliche andere „schlechte Angewohnheit“ ersetzt werden können, wie zum Beispiel dem Trinken. Insgesamt ein sehenswerter Film mit einigen inkonsequenten Fehlern.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

Chigurgh

Antwort löschen

Ich dachte,dass diesen Tatsache mit dem Nichtrauchen ein running gag sein sollte...


Stammfunktion

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Quasi der Bruder von "Lord of War". In diesem Fall wird allerdings nicht der Lobbyismus thematisiert, sondern die Person dahinter. Böserweise aus der Sicht des eloquenten, attraktiven, sympathischen und auch als realen, seine Familie liebenden, Menschen mit einer "flexiblen Moral". Der Film gibt einen interessanten Einblick in die Sichtweise dieses fiktiven Lobbyisten und erklärt auch wieso diese Person denkt. Keine gut-böse Sichtweise und auch keine plumpe Sozialkritik, vielmehr intelligentes Hollywood-Kino.

Mal das Thema ausgenommen: Am Anfang gibt es keinen richtigen roten Faden, es ist nicht klar worauf dieser Film hinarbeitet: Umdenken und Bereuen des Lobbyisten? Dennoch kommt keine Langeweile auf, der Film bleibt spannend und unterhaltsam bis der unscheinbare Plotfaden eine rote Farbe annimmt.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Isolation

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Nick Naylor (Aaron Eckhart), Lobbyist der Tabakindustrie und von der Bevölkerung verachtet, führt uns durch diese habgierige Geschichte um Macht und Einfluss und spricht immer wieder von seiner moralischen Flexibilität: Weil das ist sein Job. Er reist quer durchs Land um die Zigarette zu vertreten und ihre sinkende Anerkennung in den Mündern der Menschen zu verbessern – sein eigenes Privatleben stellt er hinten an. Nick hat nichts studiert, um da zu stehen, wo er sich momentan befindet. Er redet nur unheimlich gerne und gerne auch unheimlich viel. Nick hat keine Angst davor, dass ihn seine Umgebung, besonders jene, die sich für das Verbot der Kippen einsetzen, bedingungslos hasst, weil er schlussendlich jedem beweist: Er hat Recht. Denn genau das ist sein Talent.

Ich bin wirklich erstaunt, dass „Thank You for Smoking“ eine großartig-vorführende, Seiten unabhängige Gesellschafts-Satire ist, die nicht zur Fluppen-Lehrstunde verkommt, dennoch aber genug hintergründige Einblicke liefert, um die angesprochen, streitwürdigen Themen angemessen zu behandeln. Die Präzision Reitmans ist wunderbar-bissig, stellt er doch beide, sich verachtende Parteien im Kampf um das plakative Abschreckungssymbol in Form eines Totenkopfs auf den Zigarettenschachteln ausreichend vor, damit sich auch jeder Zuschauer ein Bild machen kann, wie absurd und lächerlich der ganze Streitfall doch ist.

„Thank You for Smoking“ ist keine zähe Studie über das Richtige und Falsche, weil das nicht existent ist. Man möchte uns sagen: Wir müssen lernen hinter die uns vorgegaukelten Fassaden zu blicken und uns nicht von dem beeinflussen zu lassen, was uns irrgläubig als korrekte Lebenseinstellung verkauft wird. Dies ist ein konzipierter und umgesetzter Abgesang auf die überall herrschende Leichtgläubigkeit, die durch die mediale Blendung des vermeintlich Tadellosen entsteht – ein gezeichnetes Bild, der auf uns einwirkenden Einflussnahme. Obwohl Nick Naylor nicht immer der aalglatte Sympathisant ist – macht ihn das nicht gerade menschlich? – tritt er gegen die Verbreitung des Halbwissens an. Nicht nur wegen seines Jobs, denn auch hier vertritt er schlussendlich nur einen Ansichtswinkel, sondern auch wegen der Ehrlichkeit gegenüber sich selbst und seinen Mitmenschen. Nick ist eben nicht nur der sarkastische Vermittler des in „Thank You for Smoking“ Vorgeführten – das kristallisiert sich mehr und mehr heraus. Auch er hat familiäre Probleme, muss lernen sich diese einzugestehen und dem Menschen eine neue Chance anbieten, für den er zu wenig da war – seinen Sohn. Reitmans Film besteht aus vielen - sich zwischen Sarkas- und Zynismus befindlichen - gefühlvollen Einlagen. Man muss sie nur entdecken.

Hauptsächlich ist der Film aber eines: ausgefallen. Neben der episodenhaften Struktur, die dafür sorgt, dass „Thank You for Smoking“ aus vielen Szenen besteht, die unabhängig voneinander agieren könnten, ist es vor allem dieses schräge und bissige Drehbuch, das die allgemeingültig sozial-denkenden Leitlinien eiskalt und kompromisslos zu ignorieren weiß. Besonders amüsant und zugleich kritisch sind die abendlichen Gespräche zwischen Nick und seinen beiden Lobbyisten-Kollegen aus der Alkohol- und Waffensparte. So beklagen sie ihren schwächelnden, niedrigen Gesellschaftsstatus, während sie sich im Gegenzug in einem Wettstreit verlieren, wessen Industrie täglich mehr Menschen ins Jenseits befördert. Führt dazu, dass sich der Tabak-Lobbyist im Nachgang bei den eingeschnappten Kollegen entschuldigen muss, weil seine Industrie die Liste anführt. Welch ein grandioses, ungeschöntes Amüsement um buhlende Anerkennung und Wertschätzung.
Und genau daran liegt die Kunst. Der Film verliert sich nie in bodenlosen und sinnleeren Geschmacklosigkeiten, stattdessen gibt's viel Feingefühl und einen klugen Kopf – eine seltene Kostbarkeit. Dadurch erlangt „Thank You for Smoking“ meinen Respekt und die Dankbarkeit dafür, dass es ihn gibt.

Eine absolut absurde wie gleichzeitig tiefschürende Sternstunde satirischer Unterhaltung, die durch einen fabelhaft aufspielenden Aaron Eckhart und überaus boshaft-guten Dia- und Monologen zu den besten und intelligentesten Vertretern ihres Genres zählt.

bedenklich? 14 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

der cineast

Kommentar löschen
Bewertung5.0Geht so

Zunächst reichlich bissige Satire, die irgendwann durch Sentimentalität und ein Happy End ihrer Brisanz und Bösartigkeit beraubt wird. Auf Grund Reitmans formal locker flockiger Oberfläche ist THANK YOU FOR SMOKING ein Film der so "durchflutscht" und unterhält, aber nie wirklich weh tut. Da wäre mehr drin gewesen.

bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten

fabel

Antwort löschen

Jonny! -.-


Oceanic6

Antwort löschen

Hoch in die Luft <3


aberaber

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein großartiger Film. Wunderbar, witzig und wahr.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

JackoXL

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

"Wenn du gut argumentierst, hast du immer Recht!"
Argumentieren kann Nick Naylor wie kein Zweiter, was ihn wie geschaffen für seinen Job als Tabaklobbyist macht. Er schafft ist mit nur wenigen Sätzen, sich in einer Talkshow mit einem krebskranken Jungen und etlichen Zigarettengegnern vom Buhmann zum Sympathieträger zu entwickeln, animiert bei einem Vortrag vor der Klasse seines kleinen Sohnes die Kinder "sich ihr eigenes Urteil über Zigaretten zu bilden, und nicht wie Schafe hinterherzulaufen", und überzeugt sein Kind sogar, obwohl dieser seine Manipulation durchschaut, sich für Vanille statt Schokoeis zu entscheiden. All das ohne den Anflug von schlechtem Gewissen, denn "jeder hat das Recht auf eine faire Verteidigung".
Was in Reitmans Film so amüsant und teilweise saukomisch rüberkommt, ist trauriger Weise bestimmt nur eine leichte Überspitzung der Realität. Mit so scheinheiliger & doppelbödiger Argumentation arbeiten solche Menschen halt. Wie absurd das eigentlich ist, wird einem hier vor Augen geführt, ohne durch zu erhobenen Zeigefinger zu nerven. Satire ist eben ein prima Mittel, um auf unterhaltsame Art auf so was hinzuweisen.
Schade, dass das Ende doch wieder etwas zu verhübscht wird, und Naylor sich doch noch ein wenig von der Moral einholen lässt. Da merkt man doch noch die Hollywoodproduktion, was aber den Gesamteindruck nur ganz wenig schmälert.
Bis dahin erfreut uns ein smarter und gekonnt inszenierter Film mit einem tollen Darstellerensemble.
Ach, jetzt hab ich noch nicht mal das TAG-Team erwähnt: Wenn die Drei darum wetteifern, wessen Produkt mehr Menschen tötet, köstlich! Das brinkt den ganzen Film auf den Punkt: Witzig, dabei auch kritisch, lässt dem Zuschauer aber die Wahl, ob er die Moral der Geschichte aufnehmen oder sich einfach unterhalten lassen will. Oder am besten eben beides.

bedenklich? 13 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

RoosterCogburn

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Die Kernaussage des Films ist bestimmt NICHT "Rauchen ist schädlich" (auch wenn das natürlich zutrifft). Wer das glaubt, sollte sich weiter Adam-Sandler-Filme ansehen.
Um auf diesen Streifen einzugehen: Allein schon der Vorspann ist grandios, begleitet von 'Smoke the Cigarette'. Bitterste Ironie! Dem Film geht es nicht um eine abwechslungsreiche Story. Sondern um Argumentation, wie leicht man Menschen manipulieren kann und wie schwer doch gute Argumente wiegen. Der Film schlägt einige grandiose Bösartigkeiten aus den dankbaren Vorlagen von PR-Branche und Tabakindustrie und demonstriert ganz nebenbei, wie einfach und grenzenlos die Manipulierbarkeit der Konsumenten doch zu funktionieren scheint. Letzendlich ist "Thank You for Smoking" ein herrliches Plädoyer für die Meinungsfreiheit und die Selbstständigkeit. Auch wenn der böse, schwarze Humor zum Ende hin seinen Biss verliert. Ein absolut sehenswerter Film. Viel Spaß beim zuschauen - ich rauch erstmal eine.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

alexandrasmovie

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

Tolle Satire über Lobbyismus, Politik und die heutige Gesellschaft.
Vor allem Anfangs sehr stark, das Ende hätte man dagegen noch etwas spannender gestalten können. Trotzdem sehr zu empfehlen, da die Dialoge & die Offstimme verdammt gut sind und es wirklich erstaunlich ist wie Nick Naylor es schafft sogar die Zigarettenindustrie in ein gutes Licht zu stellen.

bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

fkfilmkritik

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

"Ich werd dafür bezahlt zu reden. Ich habe keinen Abschluss in Jura oder Medizin. Aber ich hab ein Diplom im Antreiben und Meinungmachen."

"Thank You for Smoking" ist einer dieser Filme, die einen immer weiter mit einem vollen Dauergrinsen dasitzen lassen. Die Zähne blinken erfreut heraus, wenn man zu diesen herrlich erbosten Argumentationsketten zuhört. Immer wieder findet der Protagonist einen neuen Weg Zigaretten "cool" erscheinen zu lassen. Man schafft es hier bei einer geringen Zeit von 88 Minuten den Film flott, aber mit viel Stoff zu versehen. Nach einem extravaganten Vorspann folgt die erste Talk-Show, die schonmal richtig Lust darauf macht weiterhin zu sehen wie auf das Thema eingegangen ist. Die Figuren werden im Handumdrehen interessant und amüsant erläutert. Aaron Eckhardt schafft es aber mit viel Präsenz und Wortwitz ihnen einen Schritt voraus zu sein. Reitman interessiert sich besonders für die Konsumgesellschaft. Reißt gerne zur oberflächlichen postmodern-Retur auf, aber das so, dass es spaßig und interessant wirkt. Oftmals mit einem so fein gewählten Zynismus, dass man doch mal lauter auflache muss, als es bei dieser Ruhe bestimmt ist. Denn hier sind die Worte unglaublich zündend platziert wurden. Das beste sind aber die Off-Kommentare des Hauptdarstellers. Göttlich, einfallsreich und klug.

Der Inbegriff einer Satire. Immer schön bissig, verspielte Details, besondere Figuren, charmanter Humor. Das verpackt Reitman in diesen kleinen Geniestreich.

bedenklich? 20 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

Coach T

Antwort löschen

Ganz genau! Sehr gut! Hab bei dem Film auch immer ein Dauergrinsen ;)


Lukas Damm

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Sehr schöne, bösartige Satire. Mein persönlicher Lieblingsfilm.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Pfizze

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Pechschwarzer Humor, toller Cast, "Thank You For Smoking" ist eine ausgezeichnete Satire, die zwar gern auf den ein oder anderen flachen Witz und einige Klischees verzichten könnte, aber ansonsten ziemlich treffsichere Gags parat hat.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Mighty House

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein Film, der so gnadenlos wie selten die Ironie unserer heutigen Politik aufdeckt. Ein Film mal nicht ausgehend von Weltverbesserern, die uns ihre Moral unter die Nase reiben. Denn Thank you for Smoking lässt einen Lobbyisten, der sich damit rühmt, jeden Tag zwei Jumbojets voller Menschen auf dem Gewissen zu haben, sympathisch daherkommen. Ganz ehrlich, man verfällt seinem Charme und plötzlich hinterfragt man einen Politiker, der sich gegen das Rauchen und für die Menschen einsetzt.
Wirklich beeindruckend ist aber auch der Stil, mit dem der Film vorgetragen wird. Denn Regisseur Jason Reitman kombiniert die schwarze Story mit einigen Perspektiven auf uns selbst. Dialoge zwischen dem Vertreter von Big Tobacco, dem Protagonisten und seinem zweifelnden Sohn über Dinge wie Argumentation und Diskussion fallen qualitativ gar nicht ab, sondern ergänzen höchstens den restlichen Zynismus.
Wenn dann schließlich der Abspann diesen herrlichen Streifen beendet, denkt man vielleicht darüber nach, dass man genauso manipulierbar ist wie die Leute im Film, die während einer Talkshow über Lungenkrebs dem Vertreter der Tabakindustrie applaudieren. Weil er sympathisch ist und charmant. Und eigentlich Recht zu haben scheint. "Wenn du gut argumentierst, hast du immer Recht!"

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

BlueSquirrel

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

You're welcome! Can I now have my money back, please?

bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 9 Antworten

BlueSquirrel

Antwort löschen

Ich kannte das gar nicht. Was ist das denn schon wieder(habs gegoogelt)?^^ Du, herrlichkeit..ich glaub wir sind einfach im Arsch - ob wir aufhören oder nicht, der Stein im Schuh ist jetzt da im Schuh und verschwindet auch nicht einfach so wieder.^^ Das ist alles was mir dazu einfällt.


ihre-herrlichkeit

Antwort löschen

Na, das ist Nikotinzufuhr oder die lästigen Zusatzstoffe wie Teer usw. Ich wollte gucken, ob ich damit die normalen Ziggis ein wenig einschränken kann.
Im Arsch bin ich auch ohne Kippen. Aber ist auch gut so, sonst hätte ich meinen Zynismus nicht. Und damit lässt es sich sehr gut leben. xD
Btw: Wenn man aufhört, regeneriert sich die Lunge schon nach 6-8 Jahren vollständig.


jimmey11

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Guter Film mit einem sehr guten Aaron Eckhart. Wobei man hier und da noch etwas tiefer hätte nachhacken können und insgesamt zu sehr an der Oberfläche dümpelt. Dennoch sehenswert. Es braucht mehr solcher Spielfilme, selbst wenn nur ein, zwei Rauchern bewusst wird, was sie da überhaupt praktizieren.
Zudem wurde zumindest ich angeregt mich näher mit der Thematik auseinander zu setzen. Erschreckend herauszufinden, dass Tode durch Rauchen für diverse Parteien von Vorteil sein können. So sparte Tschechien 1997 ca. $147m, da für die verstorbenen Schlote keine Kranken- bzw. Rentenversicherung mehr aufgebracht werden musste.

(http://news.bbc.co.uk/2/hi/americas/1442555.stm)

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kommentar schreiben

Fans dieses Films mögen auch