There Will Be Blood
US 2007
- Genre
- Drama
- Inhalt
Kalifornien, zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Clever, gerissen und skrupellos setzt sich Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis) an die Spitze des gerade einsetzenden Erdölbooms. Durch einen Tipp erfährt er von einem riesigen, nicht erschlossenen Ölfeld,… — Mehr
Kalifornien, zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Clever, gerissen und skrupellos setzt sich Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis) an die Spitze des gerade einsetzenden Erdölbooms. Durch einen Tipp erfährt er von einem riesigen, nicht erschlossenen Ölfeld, das sich unter der Farm der Familie Sunday in der Kleinstadt Little Boston befindet. Wie immer will er den Farmern das Land billig abkaufen, das Öl fördern und weiterziehen. Doch dieses Ölfeld wird zu seinem Schicksal. Denn obwohl sie seinem Vorhaben erst zustimmen, stellen sich die Sundays Plainview im Laufe der Zeit immer mehr in den Weg, allen voran Sohn Eli (Paul Dano), der fanatische Laienprediger der Gemeinde. Der Öl-Multi Standard Oil treibt Plainview in die Enge, Unglücksfälle überschatten die Bohrarbeiten. Schließlich sind es zwei Katastrophen in Plainviews eigener Familie, die den Einzelgänger selbst, seine engsten Mitstreiter und die ganze Stadt mehr und mehr in den Untergang treiben.
- Cast
- Daniel Day-Lewis, Paul Dano, Kevin J. O'Connor, Ciarán Hinds, Paul F. Tompkins, Colleen Foy, Hope Elizabeth Reeves — Mehr
- Regisseure
- Paul Thomas Anderson
- Autor
- Paul Thomas Anderson
- Laufzeit
- 158 Minuten
- Zeit
- 20. Jahrhundert
- Ort
- New Mexico, Washington
- Handlung
- Abkommen, Alleinerziehender Vater, Amerikanischer Traum, Aufstieg, Aufstieg und Fall, Bandit, Brand, Bruder-Bruder-Beziehung, Brudermord, Dunkle Seite, Egozentrik, Ehrgeiz, Einsamkeit, Erdöl, Erdölraffinerie, Fanatiker, Gebärdensprache, Gehörlosigkeit, Karriere, Mord, Mörder, Pipeline, Priester, Schuld, Sekte, Stiefvater, Strenger Vater, Sturz, Sühne, Taubstumm, Teuflisches Ego, Tyrann, US-Amerikaner, Unfall, Unversöhnlichkeit, Vater, Vater-Sohn-Beziehung
- Stimmung
- Eigenwillig, Ernst, Hart, Traurig
Über diesen Film
Handlung
Daniel Plainviews Griff nach dem Öl
Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis) ist ein gerissener Mann: Nachdem er im Jahre 1902 beim Silberschürfen in der kalifornischen Wüste auf Öl gestoßen ist, widmet er seine Zeit fort… — Mehr
Handlung
Daniel Plainviews Griff nach dem Öl
Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis) ist ein gerissener Mann: Nachdem er im Jahre 1902 beim Silberschürfen in der kalifornischen Wüste auf Öl gestoßen ist, widmet er seine Zeit fortan dem Geschäft mit dem schwarzen Gold und beschäftigt ein paar Arbeiter, die mit rudimentären Mitteln im Stein graben, um dem Erdöl auf die Schliche zu kommen. Als einer seiner Arbeiter tödlich verwundet wird, nimmt sich Plainview aus bloßem Kalkül seines Sohnes im Babyalter an, da er weiß, wie strategisch er seine Position als alleinerziehender Vater bei den Geschäftspartnern ausnutzen kann. Der kleine H.W. (Dillon Freasier) wächst nun als Sohn des Unternehmers auf und begleitet den herrischen Vater, bis dieser im Jahre 1911 den jungen Paul Sunday (Paul Dano) trifft, der ihm von Ölvorkommnissen in seiner abgelegenen Ortschaft berichtet.
Dort kauft Plainview dem alten Vater Pauls (David Willis) für 10.000 Dollar das Land ab, von denen er der Familie die Hälfte sofort gibt und die andere Hälfte Pauls Zwillingsbruder Eli (auch Paul Dano) für dessen Kirche der dritten Offenbarung verspricht. Plainview kauft in der Folgezeit alle Grundstücke der Gegend, außer das von Mr. Bandy (Hans Howes) auf – der alte Mann wollte nur nach persönlicher Unterredung verkaufen, die Plainview ihm aber verweigert hatte.
Mit dem Geld errichtet Eli eine neue Kirche und bittet Plainview, bei der Einweihung der Ölquelle einen Segen aussprechen zu dürfen. Doch Plainview demütigt den jungen Priester und zieht es vor, seine kleine Schwester Mary (Sydney McCallister) bei der Einweihung neben ihm stehen zu lassen, die sich mit H.W. angefreundet hat. Die Schikanierungen und Unglücksfälle ziehen sich in den Folgejahren hin: Nachdem ein Arbeiter gleich nach der Einweihung durch einen Unfall gestorben ist, bewirkt eine Gasexplosion, dass H.W. taubstumm wird. Plainview erkennt dies im selben Moment, in dem das Öl aus dem Boden quillt und er nun weiß, dass er ein reicher Mann sein wird. Wie es H.W. ergeht, lässt den “Vater” eher kalt – schon wenige Zeit später schiebt er den Jungen in eine Sonderschule ab. Als Eli die andere Hälfte der 10000 Dollar verlangt, schlägt Plainview ihn zusammen.
Plainviews Festigung der Macht
Standard Oil tritt nun an Plainview heran und will ihm seine Landrechte abkaufen. Doch als der Verhandler Plainview vorschlägt, doch mehr Zeit mit seinem Sohn zu verbringen, rastet dieser aus und bricht die Geschäfte ab. Stattdessen will er eine Pipeline bauen, die das Öl transportiert.
Plötzlich taucht ein Mann auf, der sich als Henry Brands (Kevin J. O’Connor) ausgibt, der angebliche Halbbruder Plainviews. Mit ihm baut der eiskalte Geschäftsmann nun sein Geschäft weiter aus – bis er eines Tages begreift, dass er einem Hochstapler begegnet ist. Er tötet Henry. Am nächsten Morgen wird er von dem alten Mr. Bandy geweckt, der nun sein Land an ihn verkaufen will, falls sich Plainview in der neuen Kirche taufen ließe. Zähneknirschend muss dies Plainview hinnehmen und wird nun von Eli vor der Gemeinde gedemütigt.
H.W. kehrt bald darauf zu seinem Ziehvater zurück, doch finden sie noch immer nicht zueinander. Eli begibt sich nun auf eine Missionarsreise und kehrt erst 1927 zurück. In diesem Jahr ist H.W. bereits ein junger Mann, hat Mary geheiratet und soll das Unternehmen des reichen Vaters übernehmen. Er erklärt aber dem alten, zornigen Mann, dass er und seine Frau nach Mexiko auswandern werden, woraufhin ihm dieser sagt, er sei nicht sein leiblicher Sohn und ein Bastard.
Wiederum ein paar Jahre später – vermutlich während der Weltwirtschaftskrise – taucht Eli in Plainviews Anwesen auf, wo dieser seine Zeit damit verschwendet, Gegenstände mit dem Revolver zu zerschießen. Es kommt zu einer letzten Demütigung: Eli möchte das Bandy-Gelände verkaufen, doch Plainview geht erst darauf ein, nachdem Eli zugegeben hat, ein falscher Prophet zu sein, der von Gottes Nichtexistenz überzeugt sei. Dann teilt er dem Priester aber mit, er habe das Eröl des Bandy-Geländes schon vor Jahren abgepumpt. Mit Bowlingkugeln und Kegeln erschlägt er den Priester schließlich und antwortet dann seinem Diener, der nach ihm ruft:
I am finished!
Wissenswertes
- Daniel Day-Lewis wurde für seine Rolle in diesem Film 2008 mit dem Oscar für die Beste Männliche Hauptrolle ausgezeichnet.
- Außerdem erhielt der Film einen Oscar für die Beste Kamera.
- Wettbewerbsbeitrag bei der Berlinale 2008.
- Jonny Greenwood von Radiohead hat die Musik zu There Will Be Blood geschrieben – teilweise eigens für den Film komponiert, teilweise aus seinem Album Popcorn Superhet Receiver.
Weiterführende Informationen
- Mehr Filme, die sich mit Erdöl beschäftigen
- Mehr zu Paul Thomas Anderson
Weitere Informationen im Internet
- Trailer auf der offiziellen Filmseite
- Ich bin ein Ölmann, Rezension von Verena Lueken in der FAZ
- Weitere Rezension von Jonas Reinartz auf filmstarts.de
- Im Urschlamm Amerikas, Rezension von David Kleingers auf spiegel.de
- Interview mit dem Regisseur in der Welt
Quellen
Poster und Merchandise zum Film im Fanshop
Kritiker — Ausgezeichnet 8.2
Der Film There Will Be Blood wurde von 35 Kritikern bewertet.
Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...
[...]Es sind jene ersten 6 Minuten, die diesen Film einleiten, die in den Protagnoisten von "There will be Blood" einführen und dabei schon so unendlich viel über seinen Charakter verraten. Mit atemloser Spannung folgen die Augen des Rezipienten diesen Bildern, die bis auf die ersten Sekunden bar jeglicher Ablenkung sind. Kein Wort, keine Musik, nichts ist weiter wichtig, in den Momenten in denen die Kamera auf Daniel Plainview fällt. Ein dramaturgischer Kunstgriff, keinesfalls neu, aber effektiv, wie er in der knapp zwanzigminütigen Raubsequenz von Jules Dassins „Du rififi chez les hommes“ kultiviert wurde, nämlich die Erzeugung von Spannung allein durch die Kraft der Bilder, sowie den anfallenden Geräuschen der Umgebung. Und so ist am Ende dieser knapp sechs minütigen Sequenz schon viel ausgesagt, ohne dass ein einzelner Satz gesprochen wurde: „There will be Blood“ , jene Phrase ist, dass ist seit dem Moment, als Plainview das erste mal für seine Beute geblutet hat, keine leere Drohung, sondern unvermeidliche Konsequenz und somit essentieller Bestandteil der Geschichte, die Paul Thomas Anderson in den folgenden 158 Minuten zu erzählen hat. Eine Parabel über den Aufstieg der USA, über den Fall zweier Männer, von der Gier nach Reichtum, dem Versagen der Menschlichkeit, von der gefährlichen und verführerischen Macht universeller Ideologien. Anderson ist, etwaige Kenner seines Meisterwerkes „Magnolia“ werden dies bestätigen können, einer jener Regisseure, die Kino nicht arbeiten, sondern gestalten und so ist gerade auch „There will be blood“ geradezu pragmatisches Exempel für einen Film, in welchem großartige handwerkliche Inszenierung, sprich die Komposition der Bilder und Töne, auf eine gleichfalls große Erzählung treffen.[...]
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“There Will Be Blood” - das mit 2 Oscars ausgezeichnete Öl-Drama gilt bei vielen Kritikern als ein neues Meisterwerk der Filmkunst des neuen Jahrtausends. Andere wiederum halten dagegen und kritisieren zum Beispiel, dass Regisseur Paul Thomas Anderson bewusst ein solches Meisterwerk mit allen Mitteln heraufbeschwören wollte und bei diesem Versuch kläglich scheiterte. Gestern konnte ich mir mit der Sichtung des Dramas ein eigenes Bild machen. Eins vorweg: zu kritisieren habe ich in meiner Review zu “There Will Be Blood” fast gar nichts.
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Kommentare — Sehenswert 7.5
Der Film There Will Be Blood wurde von 2412 Mitgliedern bewertet.
svunzel 2010/03/09 21:25:27
Trotz der unverkennbaren Grossartigkeit. "There will be blood" troepfelte leise an mir vorueber. Kurze Augenblicke des Innehaltens, das Hoffen auf einen "dieser Momente".. und doch hat mich der Film nicht eingenommen, mitgerissen geschweige denn mitfuehlen lassen. Es mag ja sein, dass grade diese unterkuehlte Art, die sich durch den gesamten Film zieht, den Hauptdarstellet in seiner grausamen Persoenlichkeit widerspiegelt aber es hat mich weder beruehrt, noch war ich erschrocken, noch spuerte ich Ekel, Abscheu oder Hass gegenueber dem Protagonisten. Der Film troepfelte ruhig weiter und naeherte sich langsam aber bestimmt seinem Ende zu. Das zwar auf eine schoene Weise aber meiner Ansicht nach zu kuehl, zu herzlos und ohne es zu schaffen tiefer blicken zu lassen.
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BigDi 2010/03/09 22:29:05
Ungefähr die gleiche Meinung vertrete ich auch. Nur die perfekte Inszenierung und das Schauspiel (besonders die "Geistaustreibungsszene") heben den für mich noch auf eine "gute" Ebene.
svunzel 2010/03/10 21:16:56
ja die war in der tat ziemlich beeindruckend! Aber im Grossen und Ganzen hat es mich einfach nicht vom Hocker gehauen.. Obwohl ich jetzt wirklich ueberlege ein Puenktchen fuer den fanatischen Prediger raufzuhauen. :)
AlHazred 2010/02/23 12:13:57
Viele Worte kann man über TWBB wohl nicht verlieren.
Einer der wichtigsten und intelligentesten Filme des neuen Jahrtausends.
Eine Hommage an Klassiker wie der Schatz der Sierra Madre oder Citizen Kane.
Ein atemberaubender Daniel Plainview, ein erfrischender Soundtrack und bis ins kleinste Detail geplante Bildkompositionen. Wer diesen Film nicht mag, hat ihn nicht verstanden, simple as that.
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PaJeRo 2010/01/23 15:58:26
Eine geradlinige Story, welche durch die herausragende Schauspielleistung von Daniel Day-Lewis getragen wird. Selbst das an sich vorzeigbare Spiel von Paul Dano kann kaum mit der schon fast erschreckend karikaturistischen Vorstellung Day-Lewis' mithalten, er hat zurecht zahlreiche Preise für seine Darstellung des "Daniel Plainview" bekommen. Paul Thomas Anderson legt ja bekanntlich wert auf eine genaue Charakterzeichnung, welche auch hier gelungen ist. Mein Humor mag etwas eigenartig sein, aber bei ein paar Stellen im Film konnte ich mir das Schmunzeln nicht verkneifen, obwohl der Film alles andere als eine Komödie ist. Anderson verstand auch hier, einen passenden, eigenen Soundtrack zusammen zu stellen. Jede einzelne musikalisch untermalte Sequenz glüht nur so vor Intensität. Der Film wird nicht für Jedermann geeignet sein, da er viel Geduld und Sitzfleisch erfordert, wer durchhält wird mit einem ordentlichen Film und einer brillianten Hauptfigur belohnt.
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2010/03/18 13:31:00
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Quentin Tarantino erklärt Taxi Driver – nicht nur für Fans des Inglourious Basterds-Regisseurs ein Muss. Außerdem Objekt der Filmanalyse-Lektion: There Will Be Blood, Sunshine und sein eigener Film Death Proof.

THERE WILL BE BLOOD ist kein schlechter Film; er ist Andersons bester Film seit BOOGIE NIGHTS, und er streckt seine Finger mit ehrlicher Leidenschaft nach wahrer Größe aus. Aber er kann sie nicht erreichen, weil er auf tönernen Füßen steht: Seine Schönheit ist hohl.
Link zu vollständiger Kritik (externer Link)
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