The Master

The Master (2012), US Laufzeit 138 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 21.02.2013

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7.4
Kritiker
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7.1
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von Paul Thomas Anderson, mit Philip Seymour Hoffman und Joaquin Phoenix

In The Master von P.T. Anderson (There Will Be Blood) verführt Philip Seymour Hoffman als Scientology-ähnlicher Sektengründer den Kriegsheimkehrer Joaquin Phoenix.

Das (ruhmlose) Ende des Zweiten Weltkrieges nach dem Abwurf der Atombombe über Japan riss ein tiefes Loch in das Selbstverständnis der US-amerikanischen Bevölkerung und lieferte den Nährboden für Heilsversprechungen aller Art. The Master wirft ein Schlaglicht auf einen besonders erfolgreichen Vertreter einer religiös ausgerichteten Bewegung, die sich The Cause nennt. Lancaster Dodd (Philip Seymour Hoffman) besitzt Charisma und Intellekt, die perfekten Voraussetzungen, um zu Beginn der 1950er Jahre Anhänger seines Wertesystems hinter sich zu scharen. Unterstützung findet er nicht zuletzt durch seine hingebungsvolle Frau Mary Sue (Amy Adams). Eines Tages trifft Lancaster Dodd auf den Kriegsveteran, Tunichtgut und Herumtreiber Freddie Quell (Joaquin Phoenix), erkennt sein Potential und nimmt ihn unter seine Fittiche. Es ist der Beginn einer intensiven Freundschaft, die immer wieder von den Dämonen Freddies überschattet wird. Nach anfänglicher Bewunderung bekommt Freddie immer größere Zweifel, ob The Master der Richtige ist, um an ihm seinen inneren Kompass auszurichten.

Hintergrund & Infos zu The Master
The Master ist Andersons filmische Antwort auf das fragwürdige Phänomen Scientology und dessen Gründer L. Ron Hubbard. Wie Lancaster Dodd gründete er seine Bewegung im Nachkriegsamerika, nachdem er eine Erleuchtung auf See hatte. Erste Bilder zu The Master wurden im Frühjahr 2012 bei den Filmfestspielen in Cannes von dem Verleiher The Weinstein Company präsentiert.
Sehr unüblich für ein Drama wird The Master auf 65mm Filmmaterial gedreht, statt des üblichen 35mm Kleinbildfilmes oder seiner digitalen Pendants. Mit gerade einer guten Handvoll Filme (The Master stellt erst seinen sechsten Film dar) hat sich Paul Thomas Anderson bereits einen respektablen Ruf als Filmemacher erarbeitet. Nach seinem Oscar-prämierten There Will Be Blood (Bester Hauptdarsteller für Daniel Day-Lewis und Beste Kamera für Robert Elswit) wurde das Nachfolgewerk The Master mit einer großen Erwartungshaltung antizipiert. Mit Ausnahme von There Will Be Blood hat The Master Philip Seymor Hoffman bereits in jedem Film Andersons mitgespielt, angefangen beim Debüt Last Exit Reno in einer unbenannten Nebenrolle.
Wie so oft bei großen Produktionen war auch bei The Master für die zweite Hauptrolle zunächst ein anderer Star im Gespräch. So sollte Jeremy Renner die Rolle des Zöglings übernehmen, bevor er durch Joaquin Phoenix ersetzt wurde, der nach der Mockumentary I’m Still Here mit The Master den endgültigen Beweis für den Rücktritt vom Rücktritt aus dem Filmgeschäft vorlegte. (EM)

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Cast & Crew


Kritiken (36) — Film: The Master

Flibbo: Wie ist der Film?

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7.0Sehenswert

[...] Die ungekünstelten 40er- und 50er-Jahre-Sets lassen dem Ensemble stets die ganze Aufmerksamkeit. Das ist unspektakulär, aber die richtige Entscheidung. „The Master“ ist subtil, wie wohl auch die Vorgehensweise diverser Glaubensgemeinschaften, die sich als Kult beziehungsweise Sekte entpuppten, doch handelt es sich keineswegs um einen Sektenfilm, sondern um die unvoreingenommene Studie einer verlorenen Seele. Mindestens einer. Bestimmt kein Film, den man sich öfter ansehen will, aber während er läuft, weiß er nebst kleinen Durststrecken in seiner geheimnisvollen Langsamkeit durchaus zu bannen. Man muss sich allerdings damit anfreunden, dass in „The Master“ der Weg das Ziel ist.

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Movienerd: Movienerd.de Movienerd: Movienerd.de

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8.5Ausgezeichnet

Um The Master zu begreifen, muss man ihn wohl eher als etwas, das unbegreiflich bleibt, begreifen. Ein Labyrinth aus Zeichen, deren Bedeutung stellenweise nur deshalb so nahe liegt, damit man umso heftiger in die Irre geht. Aus all den aufgesammelten Bruchstücken lässt sich zumindest kein kohärentes Gesamtbild zusammenfügen. Wer es trotzdem tut, der hat zwar immer noch ein schön ausgestattetes Ensembledrama vor sich, aber auch die zum Himmel schreiende, mitunter äußerst amüsante Absurdität des ganzen Unterfangens übersehen.

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Beeblebrox: dasfilmfeuilleton.wordpress...

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8.5Ausgezeichnet

[...] Wo Daniel Day-Lewis am Ende von 'There will be Blood' mit einem knappen I'm finished das unfassbare Epos zum gewaltigen Schluss bringt, entlässt 'The Master' mit offenen Gedanken. Obwohl vorab Moralvorstellungen dekonstruiert, Exkurse in die menschliche Natur unternommen und gesellschaftliche Aspekte des Lebens aufgedeckt wurden, beschäftigt Paul Thomas Andersons Kunstwerk weit über seine Laufzeit hinaus – sowohl inhaltlich als auch durch die formal beispiellose Gestaltung. Dadurch erreicht das Opus eine durchdringende Wucht, die sich – dem belebten Wellengang ähnlich – genauso befremdlich wie faszinierend auswirkt: Pulsierend.

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Filmering: Filmering.at

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8.0Ausgezeichnet

The Master ist ein beeindruckender und ambitionierter Film, der mit einigen Erwartungen bricht und sich auch seine Geheimnisse und Mysterien bewahrt. Paul Thomas Anderson hat einen kryptischen und monolithischen Film erschaffen, der sich förmlich in seinen Figuren verbeisst und dabei ein spannendes Seherlebnis bietet. Besonders die beiden Hauptdarsteller des Films sind atemberaubend, aber auch seine audiovisuelle Ebene ist schlicht aufsaugend. Wer sich aber von Anderson einen zweiten There Will Be Blood erhofft, könnte etwas enttäuscht werden, da The Master letzten Endes nicht über dessen unübersehbare Größe und Perfektion verfügt. Doch davon sollte man sich nicht abbringen lassen: The Master ist ein höchst eindrucksvoller und ambitionierter Film, der ein etwas anderes Seherlebnis bietet, als man es gewohnt ist.

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_Garfield: Blogbusters

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7.0Sehenswert

Sperrig, zermürmend und auch ein bisschen anstrengend. Und doch scheint es so, als müsse ein Film zu diesem Thema genau so aussehen. Nächstes mal aber bitte wieder mehr für's Herz.

8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten

Punsha

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Ja, aber für einen Fanboy nicht doll genug. :( Aber zugegeben: Umso sperriger die Leute ihn machen, desto geiler werd ich auf ihn.


_Garfield

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Also ich hätte keinen Film zu diesem Thema gebraucht. Umso höher rechne ich es P.T. an, dass er mich dennoch nicht im Regen hat stehen lassen.


Diedrich Diederichsen: taz Diedrich Diederichsen: taz

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8.5Ausgezeichnet

Man hat von Beginn an das Gefühl, ein zuverlässig gewartetes, perfekt organisiertes ästhetisches Universum betreten zu haben, in dem an alles gedacht und alles geregelt ist, und zwar durch sehr spezifische Regeln.

Vollständige Kritik: http://www.taz.de/Kinostart-von-The-Master-/!111371/

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Jan Schulz-Ojala: der Tagesspiegel Jan Schulz-Ojala: der Tagesspiegel

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8.5Ausgezeichnet

Manchmal legt sich dieses Duell etwas matt in die Länge der fast zweieinhalb Stunden des Films, um dann wieder zu packen über eine Nebenfährte, ein unerhört trauriges oder auch flirrend frohes Ereignis. Und plötzlich reißt der prächtige 70-Millimeter-Horizont der Leinwand auf für eine Minute der wahren Empfindung, ganz gegen die monomanischen Monologe des Meisters, die sich als Dialoge tarnen.

Vollständige Kritik: http://www.tagesspiegel.de/kultur/the-master-ein-gott-namens-dodd/7807876.html

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I.Reicher: der Standard I.Reicher: der Standard

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8.0Ausgezeichnet

Rund um eine schicksalhafte Begegnung entwirft Paul Thomas Anderson in "The Master" ein Zeitbild der USA in den Fifties. Großes Kino mit Joaquin Phoenix und Philip Seymour Hoffman.

Vollständige Kritik: http://derstandard.at/1361240615837/Das-Ruestzeug-fuer-die-kommenden-Jahre

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Christoph Huber: Die Presse Christoph Huber: Die Presse

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4.0Uninteressant

Trotz satirischer Ansätze und gelungener Momente [...] werden einem Bedeutungsschwere und Kunstwille um die Ohren geschlagen, ohne den Anspruch wirklich einzulösen: Selbst im eigentlichen Kern – eine Liebesgeschichte der beiden ungleichen Männer – regiert Leerlauf.

Vollständige Kritik: http://diepresse.com/home/kultur/film/filmkritik/1346675/Sektenfilm-The-Master_Auf-Sand-gebaut?_vl_backlink=/home/kultur/film/index.do

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Andreas Borcholte: Spiegel Online Andreas Borcholte: Spiegel Online

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8.5Ausgezeichnet

Vielleicht liegt im schieren Größenwahn und mutwillig Verkünstelten dieses Films, in seiner Uneindeutigkeit und dem Vertrauen auf die Schauspielkunst seiner beiden Hauptdarsteller aber auch genau das, was Anderson selbst zu einem Meister macht, dessen siebtes Werk man nach angemessener Zeit und Rückschau vielleicht in einem Atemzug mit "Citizen Kane" nennen darf.

Vollständige Kritik: http://www.spiegel.de/kultur/kino/film-rezension-the-master-sektenfuehrer-drama-von-p-t-anderson-a-884386.html

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goodspeed: ANIch / UFA / KultHt.de / O...

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6.0Ganz gut

Es gibt so viele Ansätze, diesen Film schön zu reden, aufs Podest zu stellen. Wahrlich. Aber so euphorisch mein Verstand bereits anfing mit Schachtelsätzen um sich zu werfen, mein Körper verschloss sich ganz und gar. Dieses streng formatierte, frigide Vakuum über Charaktere, in einem Leben danach, von symbolträchtigen Bildern umrahmt zu einem frei interpretierbaren Kontext (Scientology ja, nein, ich mag Toast?) verschmolzen. Nein, bei aller Liebe, nein. So einfach mache ich es Paul Thomas Anderson nicht. Und das schmerzt besonders. Schade um die in Mark und Bein gehenden schauspielerischen Leistungen. The Master wird auf meinem Anderson-Schrein keinen Platz finden. Nur eine Trauerkerze... klein und fahl.

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Sonse

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"Nein, bei aller Liebe, nein" war auch mein Fazit. Volle Zustimmung. Leider.


Sascha Rettig: Tip, fluter, Netzeitung Sascha Rettig: Tip, fluter, Netzeitung

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6.5Ganz gut

In Sachen Bildstärke steht auch The Master Andersons früheren Großtaten sicherlich in nichts nach. Eine ähnliche Wucht will diese introvertierte Erforschung von Macht und Manipulation letztlich allerdings nicht entwickeln. Eher wird man durch einen seltsamen Sog in diesen Film gezogen, an dem sich trotz einiger Schwächen einiges uneingeschränkt bewundern lässt.

Kritik im Original: http://www.fluter.de/de/119/thema/11372/

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V. Robrahn: Filmszene.de V. Robrahn: Filmszene.de

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5.5Geht so

Bemerkenswert und ziemlich einzigartig ist The Master auf jeden Fall und eventuell wird man ihm erst später und mit einigem Abstand den Stempel 'Meisterwerk' verpassen. Wir bleiben dagegen heute und hier erst mal ein wenig ratlos zurück. Ratlos und erschöpft.

Kritik im Original: http://www.filmszene.de/filme/the-master

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Michael Meyns: programmkino.de Michael Meyns: programmkino.de

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7.5Sehenswert

Ein bemerkenswerter Film ist „The Master“ ohne Frage, ob man ihn schätzt oder banal findet hängt wohl in erster Linie davon ab, wie man selbst die losen Versatztücke, die Anderson auf Hochglanz inszeniert hat, zusammensetzt und mit Bedeutung füllt.

Kritik im Original: http://www.programmkino.de/cms/links.php?id=2020

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Andreas Fischer: Radio Köln Andreas Fischer: Radio Köln

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8.5Ausgezeichnet

Obwohl die Figur Lancaster Dodd lose an den Scientology-Gründer L. Ron Hubbard angelehnt ist, hat The Master wenig mit historischen Begebenheiten bei Scientology zu tun. Aber der Film funktioniert eben auch ohne den klaren historischen Verweis bestens - und ist ziemlich modern. [...] The Master ist ein universelles Lehrstück über die Macht der Verführung.

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Kai Mihm: epd Film Kai Mihm: epd Film

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6.5Ganz gut

Man kann The Master in vielerlei Hinsicht bewundern, sich von der hochkonzentrierten Inszenierung, den Bildern im atemberaubenden 65-Millimeter-Format und überhaupt faszinieren lassen – in jeder Hinsicht ist dieser Film 'meisterhaft' gemacht und für intellektuelle Reflexionen eine Spielweise sondergleichen. Zu berühren aber vermag er einen nicht.

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Katja Nicodemus: NDR Katja Nicodemus: NDR

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7.5Sehenswert

Psychodrama? Gesellschaftsstudie? Historisches Zeitbild? Roadmovie? Ein Trip in die Abgründe Amerikas? The Master ist ein Film, der alle Kategorien sprengt. Und letztlich passt er nur in eine einzige Kategorie: Die des Films, den man sich unbedingt anschauen muss.

Kritik im Original: http://www.ndr.de/kultur/kino_und_film/themaster101.html

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José Garcia: Textezumfilm

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7.5Sehenswert

Paul Thomas Andersons Film „The Master“ ging der Ruf voraus, es handele sich um ein Drama um den Scientology-Gründer L. Ron Hubbard. Dass „The Master“ keine Abrechung mit Scientology geworden ist, hat nicht in erster Linie damit zu tun, dass der vom „Meister“ Lancaster Dodd praktizierte Hypnose-„Kult“ höchstens entfernt auf die von Hubbard beschriebenen Psychotechniken namens „Dianetik“ anspielt, mit denen der spätere Scientology-Kirche-Gründer 1950 an die Öffentlichkeit trat. Das von Regisseur Anderson selbst verfasste Drehbuch konzentriert sich nicht auf Dodds abstruse Methoden oder „Lehren“, sondern auf die Beziehung zwischen den zwei grundverschiedenen Männern. Was für ein Interesse kann der wortgewandte, elegante „Meister“ an dem alkoholabhängigen, grobschlächtigen und zu Zornausbrüchen neigenden, ehemaligen Kriegsteilnehmer? Den Gegensatz macht etwa die Szene deutlich, als die beiden ins Gefängnis wandern: In der einen Zelle bekommt Freddie einen Wutanfall, so dass er sogar die…

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Arakune: CinemaForever, Im Wendekrei...

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6.5Ganz gut

[...] Somit präsentiert sich THE MASTER tatsächlich weniger als die erwartete Scientology-Dekonstruktion sondern mehr als waschechtes Veteranen-Drama. Zwischen diesen thematischen Ankerpunkten spannt das Autorenkino-Wunderkind eine inhaltliche Brücke aus Größenwahn: Ab dem Zeitpunkt, in dem der krankhaft alkoholsüchtige Freddie auf das ebenso obsessiv veranlagte Multi-Talent Lancaster Dodd (unvorhersehbar erruptiv: Philip Seymour Hoffman) trifft, macht das Werk eine überraschende Kehrtwende und verwandelt sich vom reinen Post-Kriegs-Film zur kryptischen Analogie eines universellen Meister-Lehrling-Prinzips, das auf animalische Zügellosigkeit und matriarchaische Kraft trifft. Was viele als wunderbar ambitioniert betiteln würden, werden ebenso viele wohl als erschreckend überfrachtet empfinden. [...]

Kritik im Original 11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

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5.5Geht so

Beeindruckende Bilder, hochkarätige Schauspieler und stimmungsvolle Ausstattung und Kameraarbeit - das sind die unzweifelhaften Qualitäten die für The Master sprechen. Er sieht oft extrem schick aus und natürlich macht es Spaß jemand wie Philip Seymour Hoffman beim Spiel zu beobachten.

Dagegen steht allerdings das Gefühl, dass der Film erzählerisch auf der Stelle tritt und sich nie traut in eine Richtung zu gehen die wirklich interessant wäre. Es ist auffällig, dass der große Aufschrei von Scientology gegen The Master ausgeblieben ist auch wenn sie verhaltenen Unmut zu Protokoll haben. Denn auch wenn die Werbung und die Vorab-Presse anderes suggeriert spielt der Kult von Lancaster Dodd, dessen Mechaniken, Wirkung und Ideologien nur eine untergeordnete Rolle und es wird deutlich, dass sich Anderson nicht wirklich dafür interessiert.

Wofür er sich interessiert ist der von Phoenix als Mischung aus Nixon-Look-Alike und Quasimodo gespielte Id-Mensch Freddie, einem eher unsympathischen…

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DonChris

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Oh nein, von dem erwarte eigentlich recht viel.


Marvin Marsh

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Toller Kommentar, Oliver!


Alle Kritiken (36)


Kommentare (94) — Film: The Master


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Tuvok

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Bewertung5.5Geht so

Viel hat man davon im Internet lesen können, dass es im Film um Scientology geht. Viele Dokumentationen habe ich über diese Sekte gelesen, viele Probleme hat sie schon verursacht, und nach dem 135 Minuten Film, der gefühlte 3 Stunden gedauert hat, kann ich sagen, in dem Film kommt nichts von Scientology vor. Vielleicht ist es die Darstellung von LANCASTER DODD (Philip Seymour Hoffman spielt diesen Typen), die an Scientology erinnert. So der Irre, irrer Blick, gefährliche Versuche, Gedankenexperimente, etwas Gehirnwäsche, Ideen die gut sind aber 'ne eigenartige Durchführung haben, ja genauso wie Scientology, vielleicht gibt es mal einen nicht von der Sekte finanzierten Film über den Hubbard Typen, der eigentlich ein SF Autor ist, und der von 1911 – 1986 lebte.

Lafayette Ronald Hubbard hätte sich wohl nie gedacht dass sein Lebenswerk eigentlich zu einer Gedankenmanipulierenden Sekte wird und sogar einen Film hinter sich herzieht, der ein Welterfolg werden sollte. Komisch dass heute noch ein Büro für Hubbard freigehalten wird, das aber nur gereinigt wird, schätze die Typen denken sich das er zurückkommt.

Der Film kann auch nicht von Hubbard handeln denke ich, denn der echte Hubbard hat 100 Sachbücher und 220 Romane geschrieben. Wundert mich dass er so viel von Intelligenz redet und nicht mal einen Studienabschluss hat, und sein Nachfolger, der echt gefährliche David Miscavige hat nicht mal einen High-School Abschluss. Und ich überlege gerade was wäre, wenn man dahinter käme das eigentlich Hubbard die Kirche nur wegen Steuervorteilen gegründet hat, denn in Amerika zahlt ja die Sekte keine Steuer an den Staat, wird von sehr vielen Politikern finanziert, bei den Sekten Typen geht es eigentlich eh nur um Geld, wie die an die 10 – 15 Milliarden US $ Besitztümer kommen, ja keine Ahnung, die haben ja nur 10 Millionen Mitglieder weltweit denke ich, aber deren Prämisse ist interessant. „ Mache Geld, mache mehr Geld, mache, dass Leute mehr Geld machen “ passend, da diese religiös getarnte Organisation in Wirklichkeit auf das Geld der insgesamt 10 Millionen Mitglieder aus ist.

Ziel ist es ja in der Sekte ein Thetan zu werden, einer der 3. Stufe, Der Kurs für die Stufe OT III kostet 300'000 US-$.Und der Einsteigerkurs kostet an die 250.000 US $ oder so. Ja nicht übel, kein Wunder das Tom Cruise so viel Geld braucht, sind doch an die 1 – 2 Millionen US $ an die Ausbildung geflossen und noch mal so viel für Kurse, Bücher, Spenden und was weiß ich. Ja John Travolta ist auch Scientologe.

Jedenfalls, die Beste Story ist die Story von Xenu, das ist ja so 'ne Art Alien GOTT bei der Sekte. Vor 75 Millionen Jahren soll Xenu der Herrscher einer galaktischen Konföderation gewesen sein, die aus 26 Sternen und 76 Planeten, die heute als Sektor 9 bekannt sind, bestanden habe, einschließlich der Erde, die damals als Teegeeack bekannt gewesen sein soll. Die Planeten sollen überbevölkert gewesen sein, auf jedem sollen durchschnittlich 178 Milliarden Menschen gelebt haben. Die Zivilisation der galaktischen Konföderation soll mit der Unsrigen vergleichbar gewesen sein mit Leuten „die in Kleidern herum liefen, die den Kleidern, die sie am heutigen Tag tragen, bemerkenswert ähnlich sind.“[ und Autos, Zügen und Schiffen, die genauso aussahen wie die „circa 1950, 1960 auf der Erde.“ Wird aber keiner zugeben, bei Scientology, und viele wissen von der Story auch nichts.

Egal, eigentlich geht es um den Film vom Master, den ich heute erzählen möchte. Die Story jedenfalls hat was, wer sich mit Scientology auskennt wird es merken, es gibt da im Film einige Theorien die an die Dianetik erinnern, das ist so ein Scientology Bewusstseins fördernder Quatsch. Psychologie und was weiß ich. Wieso Thomas Paul Anderson den Film gemacht hat, weiß ich nicht. Der vorherige Film von dem 1970 geborenen Amerikaner – „There will bei Blood“ war um Längen besser.

Also um was geht es bei dem Film?:

Es geht in dem Film um eine Zeit nach dem 2. Weltkrieg in Amerika, also die Story spielt sich dort ab, schätze es ist so um 1950 oder so, keine Ahnung. Es gibt da einen Soldaten, FREDDIE QUELL (Joaquin Phoenix spielt ihn), dieser hat ein einfaches Leben, aber er hat Probleme. Krieg und Alpträume und eine Menge Dinge die ein Kriegsveteran so, mitnimmt. Er ist Säufer, er will vor seinem Leben fliehen, alles geht ihm am Nerv, 0 Perspektive, Selbstmordgefährdend. Er hat einen Job nach dem anderen, wie halt so viele vor ihm.

Nur das er eines Abends eine schicksalshafte Begegnung macht. Als er sich so auf eine Yacht schleicht, trifft er einen Mann, LANCASTER DODD, der gerade die Hochzeit der Tochter feiert. ELIZABETH, die endlich von Ihrer Mutter weg will, wie sich raus stellt, PEGGY (Amy Adams spielt die süße Peggy, die 1974 geborene Italienerin hat ja 2011 in dem Muppets Film gespielt), übrigens hat wenig Ahnung von den Machenschaften Ihres Mannes, ja sie liebt ihn aber so richtig blickt keiner hinter die Seele von LANCASTER.

Ja und darum geht es, was geht in dem Inneren eines Mannes vor? Am Anfang vom Film weiß man noch gar nichts, dann zieht dich die Story irgendwie in den Bann, denn DODD ist Autor von einem Buch – „The Cause“ dass die damals abgehobene Gesellschaft fasziniert. Ja, Reiche sind oft Dekadent, es fehlt an einer Perspektive im Leben, und da kommt er gerade richtig. Er will eine Glaubensgemeinschaft gründen.

DODD lernt FREDDIE kennen, und irgendwie mag er ihn, beruht auch auf Gegenseitigkeit, FREDDIE findet ihn als Vaterersatz super, er ist wie ein Mentor für FREDDIE, dieser DODD mit seiner eigenartigen Art wem anzusehen, zu fixieren, in die Seele eines Menschen zu blicken.

Irgendwie stimmt aber gei dem ganzen was nicht, Geräte, Maschinen, Psychologie, komische Fragen, irgendwie scheint DODD da viel mehr zu wollen als nur eine Glaubensgemeinschaft aufzubauen oder?

Ja was denke ich über den Film und was kann ich über ihn erzählen?:

Die Geschichte ist Top, die Schauspieler sind super, aber teilweise ist der Film ist Dialogen durchsetzt die einfach langweilig sind, lange Aufnahmen, Zeitlupenaufnahmen könnte man fast sagen, oder sind das einfach nur Menschen die da sitzen und die man denken sieht? Sitzt da, denkt nach, Musik dudelt, he das ist irgendwie langweilig, philosophische Gespräche über sonst was, meine Güte ist das langweilig?

Was mir am Film besonders gefällt, ist die Darstellung, Phoenix hat irgendwas, ich weiß nicht was, vielleicht ist es sein unförmiger Mund, seine Narbe, seine Augen, er sieht dich an ,er bohrt sich in dein Hirn, er ist ein so begnadeter Schauspieler, der Typ ist einfach 'ne Wucht, aber auch Hoffman, wie er DODD spielt, ich würde sagen, das ist Oscar reif, der Mann hat so eine Art etwas darzustellen ,einfach irre, glaubhaft, irre, real, er redet, es ist 'ne Wucht, wie er reagiert, wie er seine Mimik steuert das ist echt höchstes Niveau. Oder Laura Dern die Helen Sullivan spielt, die hätte ich gerne öfters im Film gesehen, ja sicher sie hat so ein paar Mankos wie fast alle Frauen, dauernd ist das Maul offen wenn sie denkt, ich schätze entweder will sie das Ihr Gehirn Sauerstoff kriegt oder sie will das einige Insekten aus Ihrem Mund fliegen die in Ihrem Hirn nisten, keine Ahnung, aber es ist echt eigenartig wieso so viele Schauspielerin dauernd das Maul offen haben, wie ein Goldfisch beim Fressen.

In dem Film geht es viel um Selbsterkenntnis, das an sich ist ja nicht übel, aber irgendwie auch nicht so spannend, ich hätte mir da ehrlich gesagt mehr gewünscht, auch wenn die Story Ähnlichkeiten mit der bekanntesten Sekte der Welt hat, es ist einfach nicht dass dahinter was es sein soll, ich habe mich schon nach 20 – 30 Minuten fürchterlich gelangweilt, es fehlt einfach der Thrill, die Spannung. Anspruch, Kunstfaktor, das ist alles dabei, Sinnige Gespräche, aber das ist einfach zu wenig für einen Film.

Eigentlich hätte auch Reese Witherspoon spielen sollen aber die hatte andere Projekte. Ich schätze der Film ist gänzlich gescheitert an seiner Langweiligkeit, an seinen eintönigen Gesprächen, ich habe keine Lust wem 5 Minuten sitzen zu sehen oder wem 5 Minuten sein Innerstes auskotzen zu sehen oder auch einen Film zu sehen mit Szenen vollgespickt die einfach starr sind, will sagen ,da wechselt nichts, da ist irgendwie alles wie ein Stahlseil, kein nach links, kein nach rechts, es bleibt dir nicht frei dir vorzustellen was eigentlich alles passieren kann, der Film zieht dich in eine Spirale, und er lässt dich nicht los, er lässt keine Freie Meinung zu, du kannst nicht denken, he das kommt oder das ist vorhersehbar, nein der Film ist ganz anders, und er ist auch furchtbar langweilig, leider.

Gute Ideen hatte ja der Film, DODD befiehlt z.B. FREDDY tagelange mit geschlossenen Augen im Raum auf und ab zu laufen, ja was soll da raus kommen? Erfährt man nicht, vieles wird zu selbstverständlich genommen und das geht mir am Sack, ich weiß einfach nicht was ich mit vielen Informationen anfangen soll, bin fast eingeschlafen im Film und ich würde sagen, Schauspielerisch super, also ist er zu empfehlen, aber so als Film, ja ich würde sagen 59 von 100 Punkten, Sorry, aber der Film ist einfach Stink langweilig und unnötig.

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Hfonda15

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Ja geht mir da genauso ;)


Bubbles

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trollface.jpg


fluxberg

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Bewertung5.5Geht so

Puh. Was war denn mit Joaquin Phoenix los? Hat Anderson ihm die Anweisung "Kneif ein Auge zu, nimm ne Scheiß-Körperhaltung ein und nuschel durch den Mundwinkel" gegeben und ihm dafür die Daniel-Day-Lewis-Gedenkmedaille versprochen? Überhaupt war mir das alles viel zu sehr auf "clash of the Acamdemy Award-winnig arthouse-actors" gebürstet. Viel zur Schau Gestelltes, viel Gewolltes, wenig Wirkungsvolles - sorry, aber der Film war nicht meine Baustelle. Dabei wollte ich ihn mögen.

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micromachine

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Bewertung6.5Ganz gut

Die beiden Hauptdarsteller sind wirklich großartig. Aber was sollte der ganze Film denn nun? Keine Kritik, keine Befürwortung, keine Stellungnahme, keine Beweggründe, kein Ende ... und und und. 6.5 Punkte für die tolle Schauspieldemo, sonst nix.

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Velly

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Interessant. Hab das ganz anders empfunden! Ich fand gerade diese Offenheit, also dass der Film sich auf keine Seite gestellt hat, das "Erschreckende" daran, wenn man das so nennen will. Hab da gerade kein besseres Wort ;-)
Vor allem in der "Blinzel"-Szene und in der Szene, bei der Phoenix den ganzen Tag (?) durch das Wohnzimmer hin und her laufen muss hab ich das ganz stark empfunden.


movie.max

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Es geht überhaupt nicht um etwas, zu dem man Stellung beziehen muss. Es geht eben nicht um Sekten und ihre Wirkung, sondern um einen jungen Mann und die Interdependenz zwischen einem Meister und demjenigen, der sich ihm unterordnet!


Velly

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Obwohl mir "The Master" sehr lang vorkam (140 Minuten ist ja auch nicht ohne), hat der Film es geschafft, mich keinen Moment zu langweilen.
Das ist zum großen Teil dem wunderbaren Cast zuzuschreiben. Phoenix und Hoffmann spielen groß auf und es war eine Wonne, ihnen dabei zuzusehen.

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madseason

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Der Film hat so viel zu bieten: Phoenix entwickelt einen herrlich knorrigen Charakter, Anderson liefert dazu große Bilder für die große Leinwand, Hoffmann gratwandert perfekt auf der dünnen Linie zum Scharlatan und Adams reißt die Türen zu den Seelen aller Beteiligten weit auf und starrt hinein. Alles untermalt von einem richtig guten Soundtrack, nicht so dominant wie bei There Will Be Blood - besser: er fließt. Das hat richtig Spaß gemacht. Noch eine Session.

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jimmey11

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Dass "There Will Be Blood" das beste filmische Machwerk der vergangenen Dekade darstellt steht für mich außer Frage. Dass P.T. Anderson zu den ganz großen Regisseuren, nicht nur seiner Zeit, sondern seit Anbeginn kinematographischer Zeitrechnung gezählt werden muss ist ebenfalls klar.
Dass "The Master" mich so umwerfen würde hatte ich nicht erwartet.

Es gibt erneut keinen richtigen Blick auf dieses Meisterwerk. Anderson schaut mit der Weitsicht unzähliger Augenpaare auf seine Geschichte und so wird es auch unsereinem möglich, die auf Celluloid gebrannten Gesichter verschieden aufzunehmen und zu verinnerlichen. Dem Einen mag das alles wie ein Coming-of-Age Drama anmuten, er mag ein Kind sehen, dass sich von der Welt der Ausgewachsenen so viel erwartet hatte und die gähnende Leere nicht begreifen oder wahrhaben will. Das auf seine Ur-Triebe zurückgeworfen wird. Der mag auch den verlorenen Sohn ohne Vater sehen. Jener Vater, der auch verloren ist und die Kranken und Gepeinigten anzieht und verschlingt.

Ein Handlungsraum des Filmes ist die Stadt Salinas an der Westküste, bekannt geworden als ein Schauplatz von John Steinbecks "East of Eden". Ähnlich wie Steinbecks Epos entfaltet auch Anderson einen schicksalhaften Kreislauf, eine eigene Welt mit eigenen Konventionen und Regeln. Die Welt, die uns beim Lesen von "Eden" im Kopf entstand, fängt Anderson noch dreimal so imposant mit der Kamera ein.

Wenn "There Will Be Blood" ein Farb- und Kontrastschema etabliert hat, so führt "The Master" selbiges zur Perfektion. Die bewegten Bilder von "The Master" brechen aus sich heraus und entfalten eine unangenehme Haptik, die Augen tasten bald keine platten Gemälde sondern Landschaften ab. Die Tiefe jedes einzelnen frames ist betörend und wunderschön, zugleich aber auch unbequem, wenn die Leinwand eine Art Sog entwickelt und die Vorstellungskraft nicht nur wandern lässt sondern regelrecht durch die karge Endlosigkeit Nevadas jagt.

"For if you figure a way to live without serving a master, any master, then let the rest of us know."

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philipp.endres.18

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Als gegen Mitte des Filmes die ersten Zuschauer den Kinosaal verließen, merkte ich erst, dass dieses Werk wohl nicht für jedermann etwas ist. Aber warum? Der Film bietet doch so viel. Angefangen von dem tollen Cast, der hier vollends zu überzeugen weiß, über die Story, die mich persönlich sehr interessiert hat, bis hin zur gesamten Umsetzung, einfach fantastisch. Für mich zwar nicht ganz so stark wie beispielsweise 'There will be blood', aber damit hatte ich auch überhaupt nicht gerechnet, da dies meiner Meinung nach sehr schwer zu überbieten war. Trotzalledem sehr sehenswert, wenn man mit seinen vorherigen Werken etwas anfangen konnte.

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Schlegel

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Finde ja, der Film ist größer als seine Vorgänger. Genau wegen seiner formalen Offenheit. Beliebig ist er trotzdem nicht. Die Charaktere machen eine starke Entwicklung durch und nehmen sich und ihren Platz in der Welt am Ende an. Wer kann das schon von sich behaupten?


philipp.endres.18

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Bestimmt Geschmackssache! Aber ich werde ihn mir wohl bei Gelegenheit nochmal anschauen. Das stimmt, finde auch das es hier eine großartige Charakterentwicklung gibt.
Der Mann weiß einfach wie man Filme machen muss, darüber brauch man zumindest nicht streiten.


Oberlaender

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Bewertung7.0Sehenswert

Großartiges Schauspiel meets innovative, aber unspektakuläre, semi-unterhaltsame Story. Defintiv kein Popcornkino.

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DonChris

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Bewertung7.0Sehenswert

"The Master" - was habe ich mich auf diesen Film gefreut!
Paul Thomas Anderson als Regisseur, Philip Seymour Hoffman und Joaquín Phoenix in den Hauptrollen, das musste doch etwas großartiges werden.

Am Ende hat mich der Film aber ein wenig zwiegespalten zurückgelassen. Das Handwerk war gut, Mihai Malaimare Jr. machte einen soliden Job hinter der Kamera und setzte Andersons Vorstellungen, so denke ich, passgenau um. Auch das Set war prächtig und schauspielerisch gibt es schon gar nichts zu meckern, denn was Hoffman und Phoenix hier leisten ist nichts anderes als beeindruckend. Phoenix spielt seinen abgelebten, nuschelnden, leichtgläubigen, dauertrinkenden, auf dem Pulverfass lebenden Charakter, der sich selbst im Krieg verloren hat und dann in eine Welt zurückkommt, die den Krieg nur aus der Zeitung kennt unnachahmlich. Genauso wie der große Gegenpart Hoffman, dessen Charakter ruhig, verständnisvoll und weise wirkt und der dazu das Talent besitzt die Leute zu manipulieren, sowie einen gut gefüllten Geldbeutel besitzt. Die Beziehung der beiden so unterschiedlichen Protagonisten, dessen Wege sich so zufällig kreuzten um von dem Moment an so eng mit einander verbunden zu sein, ist auch die prägende Komponente des Films.

Dennoch habe ich vom Film insgesamt mehr erwartet. Am Ende krankt er (für mich) wohl vor allem daran, dass die Figuren kaum eine Wandlung vollziehen, statt dessen plätschert der Film zunehmend zäh über die Leinwand. Dabei bin ich gar nicht der Typ der viel Tam Tam in einer Geschichte benötig um sie interessant zu finden, doch ich kann es nicht ändern, hintenraus ging mir oder dem Film (vermutlich beides) einfach die Luft aus. Schade, denn bei all den Qualitäten die der Film zweifelsohne besitzt war meiner Meinung nach um einiges mehr drin. Über zu hohe Erwartungen möchte ich gar nicht erst reden, so etwas empfinde ich als Quatsch.

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vannorden

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Bewertung9.0Herausragend

Es gibt diese Alben, bei denen sehr deutlich das Studio gehört werden kann. Es ist nicht nur eine körperlose Version des Liedes an sich zu hören, sondern auch die Band, wie sie im Studio steht und diese Version aufnimmt. Bei THE MASTER gibt es immer wieder diese Szenen und Sequenzen, in denen deutlich zu spüren ist, dass Menschen vor einer Kamera stehen und spielen. Besonders in der Szene als Joaquim Phoenix so tut als sei er Freddie Quell und ein letzter Ausbruch von Gewalt, lange unterdrückt, aus ihm herausbricht. Er fällt über einen Anhänger des Masters her, der gerade dessen Schreibstil kritisierte. Die Machart von THE MASTER, seine Herstellung ist deutlich zu spüren … und das ist nicht zu seinem Nachteil, sondern … ehrlich, vll ist es ehrlich. Wie bei diesen Studioalben wird er so greifbarer und verliert seinen ernst. Denn da rollt sich ein Schauspieler vor einer Kamera auf dem Boden und benimmt sich wie ein lächerlicher Idiot. Voller Ernst. Charmant. Schelmische Unbekümmertheit und Narrentum lassen die aufgeblasene Epik, die asketisch trockene Ästhetisierung aufweichen. Zudem erzählt er wunderschön assoziativ. Voller Ellipsen, Andeutungen und nicht Ausformuliertem … ohne seine Klarheit zu verlieren. Gleichzeitig bedeutungsschwanger und belanglos. Jonny Greenwoods Musik treibt es fernerhin an. Die Zeit verflog nur so. Und wenn ein Film mit einem epochal an Bedeutung überladenem Satz enden muss, dann gibt es vll keinen besseren als “Schieb ihn wieder rein, er ist rausgerutscht.”. In der Logik der Szene eine einfache Äußerung zwischen zwei Menschen, ist es auch der Schlüsselsatz der über Freddie Quell und The Cause entscheidet. Paul Thomas Anderson als eingebildeter Lausbub. Mit weitem Abstand sein bester Film.

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alex023

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Bewertung9.0Herausragend

[Kino 2013 #9]

»Maybe we think the same things at the same time.«

[...] Mit THE MASTER verabschiedet sich Paul Thomas Anderson endgültig vom Mainstream, hatten einiger seiner früheren Werke noch einen gewissen Unterhaltungswert, der auch den nicht sehr anspruchsvollen Kinogänger befriedigen konnte, ist dieser nun hier völlig fehl am Platze, was auch die negative Resonanz erklärt. Im Grunde genommen ist es wie bei „There Will Be Blood“: der Film ist so inhaltsleer wie kaum ein anderer und transportiert dabei dennoch so viel. Das Problem, das viele damit haben, ist wohl, dass Anderson viele konventionelle Mittel der Geschichtenerzählung vernachlässigt und sich erneut auf seine eigene Art und Weise konzentriert, was ihn schließlich auch zu dem macht, der er ist.

In »The Master« treffen nicht nur zwei völlig unterschiedliche Menschen aufeinander, sondern hier prallen auch zugleich zwei in allen Punkten verschiedene Lebensphilosophien aufeinander. Auf der einen Seite ist da Freddie Quell, Soldat im zweiten Weltkrieg und irgendwie anders. Er verhält sich seltsam, ist gestört, vulgär und ständig alkoholisiert und auf der Suche nach Sex. Auf der anderen Seite befindet sich Lancaster Dodd, Familienvater und Ehemann, Sektenbegründer, Prophet, Schriftsteller und charismatischer Redner. Der eine ergötzt sich an den einfachen Dingen, die eher 'schmutzig' und 'verpönt' wirken, der andere will die Menschen verändern und sie um sich herum versammeln, jedenfalls die, die ihm glauben und ihn praktisch anbeten. Da macht er auch vor seiner Frau und Familie nicht halt, jeder hat ihm zu folgen, auch wenn er sich sonst stets als braver Vater und Ehemann gibt. Und doch will Lancaster Freddie näher kennen lernen, er nimmt ihn buchstäblich unter seine Fittiche und bringt ihn in seine Organisation ein, nimmt sich ihm an und kümmert sich um ihn. Es scheint so, als hätte er ein gesondertes Interesse an ihm und das nicht nur, weil er so gute Drinks mixt. Vielleicht ist dem so, weil Lancaster sich insgeheim wünscht, etwas mehr wie Freddie zu sein. Freddie hingegen ist zunächst begeistert von Lancaster und sieht zu ihm auf, was sich später jedoch etwas legt, da er immer mehr Fehler in dessen Sichtweise sieht und so ein paar Mal deshalb ausrastet. Am Ende müssen sich beide eingestehen, dass es nicht funktioniert und Abstand zwischen beiden besser wäre, da sie mit ihren Lebensweisen einfach nicht zueinander passen und sich selbst auch nicht verändern können. (»Vielleicht in einem anderen Leben«)…

In gewisser Hinsicht ist »The Master« natürlich auch die Suche nach Familie und Stabilität seitens Freddie Quell. Die am Anfang gezeigte Szene, in der er sich am Stand neben die Sandfigur eine nackten Frau legt, bedeutet aber nicht nur sein Verlangen nach sexueller Zuneigung, sondern auch seine Zuneigung nach zwischenmenschlicher und familiärer Stabilität. Diese kann er eben nur in jenem Aspekt ausdrücken, weshalb die Darstellung mit der Sandfigur seitens Anderson schon fast wieder übertrieben genial geglückt ist. Ein weiteres Indiz für diese Interpretation ist sein Job nach der Militär-Karriere, als er im Kaufhaus Fotos von Familien und glücklichen Paaren macht. Er ist irgendwie immer dabei, aber nie so richtig, er gehört eigentlich nicht dazu. Somit ist auch sein Ausraster gegenüber einem Mann, der ein Foto für seine Freundin haben möchte, zu erklären. Freddie weiß einfach nicht, was er mit seinem Leben anfangen soll und versucht, in Familie und Geborgenheit die nötige Stabilität zu finden, um dies herauszufinden und nicht so allein zu sein. Doch auch wenn es zunächst so scheint, als könnte er bei Lancaster Dodd und seiner Familie/Sekte glücklich und heimisch werden, wird diese Illusion doch am Ende arg zerstört. Und so legt Freddie sich wieder neben die Sandfigur am Strand und blickt verstört in den Himmel.

Besonders spannend ist aber eine ganz andere Möglichkeit der Deutung: es gibt Leute, die »The Master« als Darstellung der Schauspielerei an sich sehen, dass es schlichtweg darum geht, wie sich Charakter entwickeln und entfalten lassen, wenn man über genügend Potential in seinen Schauspielern verfügt. Dieses ist selbstverständlich vorhanden mit einem virtuosen Joaquin Phoenix, einem Philip Seymour Hoffman, der ganz oben in der Weltspitze rangiert und einer Amy Adams, die in ihren rar dosierten Szenen das Beste, was möglich ist, zeigt. Die Therapie-Stunden könnten so als Lehrstunden des Method-Actings gelten, in denen, wie im gesamten Film, Phoenix und Hoffman an die Grenzen des Machbaren, was Acting betrifft, gehen. Vor allem Hoffman hätte für seine Leistung den Oscar erhalten müssen, Phoenix Problem ist natürlich zum einen seine öffentliche Abneigung gegenüber Hollywood und der Academy und zum anderen, dass Daniel-Day Lewis auch nominiert war.

Fazit: So ist »The Master« Paul Thomas Andersons speziellster Film, der sich hier wirklich nur an ein Kernpublikum richtet und an den Kinokassen (in meiner Umgebung zumindest), also in den wenigen Kinos, die ihn überhaupt zeigten, gefloppt ist, was ihn jedoch nicht abhalten wird, weiter seinen Weg zu gehen. Er ist dadurch aber auch erst durch und durch ein PTA-Film, man merkt von der ersten Sekunde an, dass man es mit einem hochanspruchsvollen, künstlerischen Werk zu tun hat. »The Master« ist schwieriges und anspruchsvolles, exzellent geschriebenes und wunderbar gefilmtes und unglaublich gespieltes Kino, mit einer fantastischen Darstellung der späten 40er und frühen 50er, das Setting ist hier überragend, der Score von Komponisten-Gott Jonny Greenwood ist herausragend, die Bild-Ton-Komposition, wie in jedem PTA-Film, ein Augen- und Ohrenschmaus und zusammen grenzt das fast schon wieder an Perfektion. Ein ungewöhnlicher Film mit all seinen Facetten, der vielleicht gar nicht viel mehr ist, als das Aufeinandertreffen zweier verschiedener Männer, die einerseits wissen, was sie tun, andererseits aber daran zweifeln und sich vielleicht etwas anderes vorstellen, letztlich jedoch nicht den nötigen Schritt dazu wagen wollen.

[http://planetofpictures.blogspot.com/2013/03/der-meister-und-der-matrose.html]

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soilent

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Jo genau gut kopiert... double content freut auch den googlebot.


alex023

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Bitte was ?


Thomas479

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Der bisher sperrigste Film des Jahres aus Hollywood ist „The Master“. Ob man das jetzt als Warnung oder Anreiz auffassen soll, muss jeder selbst entscheiden. Paul Thomas Anderson ist einer der besten und interessantesten Regisseure der Traumfabrik. Ob „Boogie Nights“, „Magnolia“ oder „Punch Drunk Love“, seine Filme haben es dem Betrachter nie einfach gemacht. Sie bewegen sich irgendwo zwischen Arthouse und Mainstream-Kino. Seit „There Will be Blood“ hat Anderson seinen Stil noch etwas verschärft. Er verweigert sich seither jeglicher Dramaturgie und lässt noch mehr seine Darsteller sprechen. Das gipfelte in „There will be Blood“ in einem unglaublichen, fast schon grotesken, finalen Schlagabtausch, wie die Kinowelt ihn noch nicht gesehen hatte. Das neueste Werk dieses Regisseurs, „The Master“, macht genau hier weiter und auch wenn die Story eine völlig andere ist, so gibt es einige Ähnlichkeiten mit dem Vorgänger-Film.

Kriegsveteran Freddie Quell alias Joaquin Phoenix sucht nach dem 2. Weltkrieg nach einem Platz in der Gesellschaft. Nach einer von zahlreichen durchzechten Nächten trifft er auf Lancaster Dodd alias Philip Seymour Hoffman. Dieser Dodd ist Anführer einer sektenähnlichen Gruppierung, die sich „The Cause“ nennt. Freddie Quell ist fasziniert und schließt sich der Gruppierung an. Er reist mit ihnen und wird teil der „Familie“. Zwischen dem „Master“ und Freddie entsteht so etwas wie Freundschaft. Doch mit der Zeit kommen Freddie Zweifel an dessen Lebensphilosophie.

Wer ein Sektendrama erwartet, liegt falsch. Der Film spricht diese Thematik und ihre Motive zwar immer wieder an, aber das geschieht mehr beiläufig. Parallelen zu Scientology mögen ebenfalls erkennbar sein, doch das alles steht nicht im Fokus. Es geht um die beiden ungleichen Männer, zwischen denen sich eine internsive Freundschaft entwickelt. Nie zuvor hat man Joaquin Phoenix so intensiv spielen sehen, dabei hatte er seine Schauspielkarriere eigentlich schon beendet. Doch für einen Regisseur wie Paul Thomas Anderson kehrt man gerne auf die Leinwand zurück. Philip Seymour Hoffman spielt wie so oft einen schwierigen, undurchsichtigen Charakter. Er nimmt sich hier sehr zurück, wodurch das Spiel des Joaquin Phoenix erst so richtig zur Geltung kommt. Es gibt auch einige Szenen in denen der "Master" aufdreht, in denen Philip Seymour Hoffmann jegliche Tarnung ablegt. Dennoch bleibt diese Figur geheimnisvoll und gibt nicht viel von sich preis.

Regisseur Anderson macht es seinem Publikum nicht einfach. Nichts wird hier auf dem Silbertablett serviert, man wartet vergebens auf irgendwelche Erklärungen und Erläuterungen. Alles geschieht zwischen den Zeilen. Es gibt eigentlich keine richtige Handlung, es ist vielmehr eine Aneinanderei-hung von Szenen. Erst gegen Ende wird so etwas wie ein roter Faden erkennbar. Es sind oftmals Kleinigkeiten, die die Geschichte vorantreibt. Es werden viel mehr Fragen gestellt, als beantwortet. Für die vornehmlich existenziellen Fragen die gestellt werden, gibt es meistens keine pauschalen Antworten. Anderson reizt sein Publikum, er provoziert es mit Dialogen, Bildern und Gesten, die sich dazu auch oftmals wiederholen und dadurch erst recht verstören.

Für den Zuschauer ist das mitunter anstrengend, doch man wird belohnt mit großartigem Schauspielkino. Ein Rädchen geift ins andere, bis in die kleinste Nebenrolle ist der Film perfekt besetzt. Es ist schwer diesen Film zu mögen, dafür ist er nicht gemacht, doch es ist faszinierend, dem manchmal absurden Treiben zuzusehen. Wer sich vom Kino gerne herausfordern lässt oder wer wie der Schreiber dieses Berichts ein Fan von Paul Thomas Anderson ist, sollte den Film nicht verpassen. Alle Anderen dürften etwas ratlos zurückbleiben.

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Roldur

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Bewertung6.5Ganz gut

Ja, der Phoenix ist gut, ja, der Phillip Seymou Hoffman auch. Aber nein, "The Master" ist sicherlich kein Meisterwerk. Leider.
Ich wollte PTA's neuesten Auswurf wirklich gerne mögen und es gab auch einige Stellen an denen ich das vollkommen hätte rechtfertigen können, leider ist das was am Ende bleibt nur Leere. Das Gefühl, dass der Film mir, das, was er sagen wollte auch hätte mit weit weniger Screentime sagen können. Da wird sich von einer wirklich großartigen Szene zur nächsten "geschwurbelt", nur um bei mir letztendlich das Gefühl zurückzulassen, dass das ganze hier wirklich "artsy" wirken soll. Wie eine fette graue Masse wälzt sich der Film em Ende zu. Schade, denn ich musste beim Abspann wirklich ausatmen. Es hätte mehrere Stellen gegeben an welchen der Film vorzüglich und glaubhaft, hätte beendet werden können, dem war leider nicht so.
Das Traurige am ganzen ist, dass ich durchgängig das Gefühl hatte einen wirklich grandiosen Film zu sehn, der keine Ahnung hat wo er eigentlich hin will. "The Master" reißt großartiges an und trippelt einfach auf der Stelle.
Letztendlich aber noch zum Positiven, "The Master" ist definitiv kein schlechter Film, dafür ist Joaquin Phoenix Schauspiel einfach viel zu großartig, ganz zu schweigen von (wie bereits erwähnt) Phillip Seymour Hoffmans. Die Kamera ist ebenfalls wirklich genial, sowie der wirklich mutige Schritt dem Zuschauer keine wirkliche Identifikationsfigur zu bieten, denn irgendwie sind alle charakterlich "scheiße". Desweiteren haben mir vor allem die Befragungszenen wirklich gut gefallen, da sie unglaublich gut geschrieben waren und eine wirklich krasse Intensität boten.
Was mir jetzt wohl am Ende leider gefehlt hat war die Einsicht, den Film nur wegen seiner Symbolik zu mögen. Mich in den Sog des Films zu begeben und mich den ganzen Film von der erstickten Sekten-Atmosphäre treiben zu lassen. Das habe ich leider nicht geschafft und deshalb ist "The Master" auch nicht das Meisterwerk geworden, das ich mir erwartet hatte.

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VonBondie

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Bewertung5.0Geht so

Normalerweise liegt die Community mit ihrer Bewertung nah an meinem Geschmack. Aber wenn der Film mit Philip Seymour Hoffman und Joaquin Phoenix nicht so gut besetzt wäre, hätte er von mir noch deutlich weniger Punkte bekommen. "The Master" gehört zu den wenigen Filmen in meinem Leben, die ich nicht bis zum Ende geschaut habe. Viel zu langatmig. Ist aber wahrscheinlich einfach Geschmackssache. Erstaunlicherweise finde ich den Trailer aber nach wie vor ausgezeichnet.

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nz2004

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Danke, so brauch ich diesen Kommentar nicht zu schreiben ;)


passa.sr

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Bewertung0.0Hassfilm

Eine der ärgerlichsten Verschwendungen großartiger Schauspieler und meiner Zeit in einem völlig belanglosen, viel zu langen Film ohne Tiefe, der mich null berührt hat.

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Brentano

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ich hoffe das ist aussagekräftig genug, um sich den Film nicht ansehen zu müssen, ..


gibtsnet

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Bewertung3.5Schwach

The Master war mir eindeutig zu wenig kritisch mit diesem Thema. Es wurde gar harmlos dargestellt und die einzeln gestreuten kritischen Einwände mir zu gering beleuchtet! Ich hatte mich aufgrund der Thematik und der wunderbaren Schauspieler sehr auf diesen Film gefreut - dies war scheinbar mein erster Fehler.
Die fast schon komplett einseitige Betrachtungsweise störte mich ungemein, sowie mir - trotz der absolut hochkarätigen Leistung von Phoenix - auch das Hauptaugenmerk auf Freddie sehr lästig wurde.
Auch das mit Dodd sicher ein charismatischer Redner porträtiert wurde vermittelte mir dennoch nicht warum er eine treue Anhängerschaft haben sollte.
Vielleicht gelang mir auch deshalb kein Bezug weil ich wohl in "diesem Leben" kein geeignetes Opfer einer Sekte wäre!!!
Die mangelhaften Momente von Kritikpunkten wurden mir zu schnell abgehandelt ohne wirkliche Erklärung wie zB.: SPOILER
Wie Dodd im Gefängnis gelandet ist! Hat er dieses Geld gestohlen? Zurückbezahlt? Waren dies ehemalige Anhänger, die ihn hinter Gitter brachten? ... usw....
Szenen und Situationen wurden entweder endlos in die Länge gezogen oder einfach abgehakt und eine weitere belanglose Szenerie folgte!!!
Fazit: Zu lang und zu "nett" formulierte Sektenentwicklung!

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Schlegel

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Das ist Teil der Handlung, aber eben nicht das Thema. Siehe dein erster Satz.


gibtsnet

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Also je länger ich über diesen Streifen nachdenke, desto lieber möchte ich ihm noch ein paar Punkte abziehen. Lass es also gut sein, es wird nie mein Lieblingsfilm werden!


jannick.ganger

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Bewertung10.0Herausragend

Sicher: The Master ist beileibe keine leichte Kost. Über zwei Stunden offenbart der Film die intensive Manipulation des Menschen und der damit einhergehenden Zerrüttung von Körper und Geist. In faszinierenden Bildern und Gedankenspielen zeigt P.T. Anderson eine Reise ins Wesen des Menschsein: mal philosophisch, mal ekelerregend, mal faszinierend, aber immer intensiv. Ein Meisterwerk.

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Jek-Hyde

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Bewertung5.0Geht so

SPOILER
The Master ist meiner Ansicht nach Paul Thomas Andersons schlechtester, von mir gesehener Film. Ich liebe There will be Blood und mag Magnolia und seine Zufälle sehr, doch die Faszination an The Master belibt mir verwehrt. Ich habe wohl mehr erwartet, als der Film geben konnte. Ja, alles ist in schöne Bilder gehüllt. In den Wellen hinter dem Schiff, oder die Symbolik der Sandfrau. In The Master geht es meiner Meinung nach nicht um Scintology, sondern um etwas ganz anderes. Nämlich der Kampf des Menschen mehr als nur ein Tier zu sein, statt zu akzeptieren, dass wir Menschen nicht viel mehr als Tiere sind. So wird der Master, ein Charismatiker, der in Wahrheit nichts außer eine arme Figur ist und alles tut um vom Tier weg zu kommen, Freddie dem Tier gegenübergestellt. Was wie eine Freundschaft mit vielen Umarmungen aussieht ist in Wahrheit nur der versuch einen wilden Hund ab zurichten. Immer wieder wird versucht aus Freddie mehr als nur ein Tier zu machen, doch es scheitert, weil er nun mal nur ein Tier ist. Der Master kann aus einem Tier keinen Menschen machen, da der Mensch ebenfalls ein Tier ist. Daran scheitert die Freundschaft. Daran muss sie scheitern. Freddie wirkt sogar sehr tierisch, mit seinem rauen Gesicht, der gebräunten Haut, der Hasenscharte und seinem vollständig Instinkt gesteuertem Verhalten wie ein Tier. Man fragt sich was er denkt und muss feststellen, dass er das vielleicht gar nicht tut, sondern einfach impulsiv handelt. Doch keine Figur im Film kotzte mich mehr an als Philip Seymoure Hoffman als der Master. Dieses verdammte, freundliche, runde Gesicht in das meine Faußt unbedingt will! Ich habe selten in einem Film so viel Antipatie gegen einen Menschen empfunden. Vermutlich ist das einer der Gründe, warum ich den Film nicht mag. Ich wünschte mir, dass die Situation am ende, in diesem riesigen, wie eine Bühne wirkenden Raum auf ähnliche Art wie in There Will be Blood eskaliert und das Tier gewinnt, doch dass passierte nicht. Der gesamte Film plätschert vor sich hin, mit schönen Bildern und plätschert um die nächste Biegung und ist zu ende. Ich wünschte mir die Niagarafälle am ende dieses plätschernden Flusses.
Den im Nachhinein gab es nichts, was ich mitnahm, außer der Erkenntnis, dass der Mensch ein Tier ist, doch diese war mir spätestens nach Dogville schon bekannt. Also ist es einfach nur ein Film, der weder schlecht genug, noch gut genug ist. Ich hätte von PTA mehr erwartet.

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hollygolightly1

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

„The Master“ – ein ruhig und subtil inszeniertes Wunderwerk. Völlig anders als erwartet, eine befreiende Erfahrung und seltsamerweise gar nicht so schwierig und anstrengend wie anfangs angenommen.
Dass Paul Thomas Anderson ein Händchen für ehrliche Filme mit Qualität hat und sein Publikum hin und wieder (zuletzt mit seinem Magnum Opus „There Will Be Blood“) dazu auffordert, sich unkonventionellen Sehgewohnheiten zu öffnen, ist mittlerweile kein Geheimnis mehr. Mit seinem aktuellen Film liefert er eine Art mehrdeutige Parabel zu universellen Themen wie (Miss-)Erfolg, Karriere, Macht, (mangelnde) Emotionen, Individualität, Familie und zwischenmenschliche Beziehungen allgemein. Und wahrscheinlich sogar noch mehr. Warum der Film ständig als „Sekten-Drama“ bezeichnet und der Fokus hauptsächlich auf die Interpretation von Sekten gelegt wird, bleibt mir ein Rätsel. Solche religiösen Gemeinschaften werden hier weder verteufelt, noch idealisiert. Sie spielen, wie ich finde, im Prinzip nur eine marginale Rolle.
Natürlich übt der Film durch seine klare, immense Bildkraft eine nahezu unerklärliche Faszination aus, dennoch lebt er vorrangig von seinen Schauspielern. „The Master“ ist, so könnte man meinen, pures, nervenaufreibendes Darstellerkino.
Philip Seymour Hoffman legt eine nicht überraschende Glanzleistung an den Tag und verkörpert den „Master“ außerordentlich gut. Doch die eigentliche Offenbarung ist Joaquín Phoenix. Eine solch starke Performance hätte ich ihm beleibe nie zugetraut. Wie er diesen instabilen, innerlich und äußerlich zerrütteten Exzentriker, einen vielschichtigen und undurchschaubaren Charakter, mit maximaler Intensität und emotionaler Kraft spielt, dabei offenbar an seine eigenen Grenzen geht, ja seine Rolle quasi lebt, ist unfassbar.
Ohne diese beiden exzellenten Darsteller würde der Film vermutlich nicht funktionieren. Denn sie sorgen dafür, dass sich zum einen trotz der Laufzeit von 138 Minuten keinerlei Längen bemerkbar machen und zum anderen der teilweise fehlende Zugang zu den Personen (ähnlich wie bei TWBB) überhaupt nicht stört. Vielmehr schaffen sie es, Empathie hervorzurufen, indem sie sich praktisch seelisch und körperlich entblößen.
Meinem Empfinden nach ist „The Master“ in erster Linie ein dokumentarartiger Film über zwei scheiternde Menschen (der eine besessen von einer Ideologie und von Macht, der andere dem eigenen Wahnsinn verfallen und Opfer seiner Triebe), mit denen man sich nicht unbedingt identifizieren muss, sie aber zumindest verstehen möchte. So fern sie auch zunächst erscheinen.
Dem Zuschauer wird einiges abverlangt, womit Anderson erneut beweist, dass er mehr beherrscht, als nur sein Handwerk. Nie gibt er explizite Erklärungen, sondern hinterlässt Fragen, die man nur individuell beantworten kann. Doch was ihn von von vielen anderen Regisseuren unterscheidet, ist: Er nimmt sein Publikum ernst. Komplex wirkt sein Werk deshalb, weil er Künstler und zugleich Kenner der menschlichen Psyche ist und das zeigt, was man eben unter „Leben“ versteht. Zu diesem Zweck entwirft er ein konsequentes Bildnis, das menschlicher nicht sein könnte. Er bildet – um eine möglichst neutrale Betrachtungsweise bemüht – eine dysfunktionale Welt ab, in der man sich irgendwo an einem Fleck – und sei er noch so klein – wiederfindet.
Oder als Metapher ausgedrückt: „The Master“ ist wie ein tiefes Loch, von dem man eingesaugt wird. Dann lässt es den Zuschauer im Ungewissen darüber, ob man verschlungen wird oder nicht. Und am Ende lässt es ihn los und man ist (scheinbar) frei.
Als der Abspann lief, musste das Gesehene erst einmal verarbeitet werden. Welch Herausforderung! Doch dafür bin ich Paul Thomas Anderson zutiefst dankbar. Bis vor Kurzem hätte ich ihn trotz großer Bewunderung nicht zu meinen persönlichen Lieblingsfilmemachern gezählt. Das scheint sich jetzt zu ändern. Wenn er so weitermacht wie bis jetzt – und das kann man bei seinem Talent und seiner Kompetenz nur schwer hoffen, denn ein paar weitere Glanzleistungen würden seiner ohnehin schon außergewöhnlichen Filmografie sichtlich guttun – dann darf man ihn sehr bald zu den größten Filmemachern der Gegenwart zählen. Wobei… ist er das nicht bereits?

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alex023

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Ist er bereits. :)


pxl

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Freu mich schon so sehr den endlich zu sehen. Momentan kann einfach keiner PTA das Wasser reichen.


WelcometotheKlap

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Bewertung9.0Herausragend

“If you figure a way to live without serving a master, any master, then let the rest of us know, will you? For you'd be the first person in the history of the world.”
.
Die Naturgewalt Freddie Quell, manisch, animalisch, impulsiv, ge- aber nicht zerbrochen trifft auf Lancaster Dodd, der Mystiker, der Sinnsucher, die Ratio, die sich erst kurz vor Schluß als sein ewiger Antagonist, als Antipode zu erkennen, und dem Film erst seine letztendliche Bedeutung gibt : „ If we meet again, in the next life, you will be my sworn enemy and I will show you no mercy.“
Denn so sehr Lancaster sich auch von Freddie angezogen fühlt, und umgekehrt, so wenig können beide doch auf Dauer im selben Raum, im selben Universum exestieren.
Weder Dodd, der Freddie hauptsächlich als Herausforderung ansieht und unbewusst angezogen von Freddies animalischer Seite wird, auf dessen Exorzierung er gleichwohl seine ganze Ideologie aufgebaut hat, noch Freddie, der in Dodd anfänglich eine heilende Vaterfigur sieht, bis ihm klar wird, das es eine Heilung für ihn nur bedingt geben kann : „This is pointless. He isn't interested in getting better.“
Weniger zwei Menschen, als zwei Systeme treffen hier aufeinander, und P. T. A bedient sich damit zum zweiten Mal, nach dem überragenden THERE WILL BE BLOOD, eher der Parabelerzählung, denn eines Kinos der Charaktere.
Vorbei auch die Zeiten der quicklebendigen Plansequenzen aus BOOGIE NIGHTS, in den Frames von THE MASTER steht die Zeit still, und nur die beiden Hauptdarsteller dürfen hin und wieder Leben in die Bilder brennen, die einen Kubrick in seinem Sarg wahrscheinlich vor Glück heulen lassen.
Denn genau wie dieser Großmeister, der sich oftmals ungerechtfertigter Weise seine kühle Effizienz als Selbstzweck vorwerfen lassen musste, operiert Anderson nicht im Luftleeren Raum der überhöhten, aber sinnlosen – weil menschenleeren – Parabel, die nur auf sich selbst und ihr Ansprüche verweist, sondern lässt auch lebensnähere Überlegungen zu.
Nicht umsonst ist Lancaster Dodd, der Sinnsucher, die Ordnung in THE MASTER, von Beruf Mystiker und Sektenführer.
Welch wunderbare Kritik und Anknüpfpunkte sich da ergeben, nicht nur an Sekten, an Religionen und jedweden Herrschaftssystemen generell, die versuchen Lebensmodelle und Antworten zu entwerfen und im gleichen Moment in dem sie die Universalität ihrer Idee als Ausweg anbieten, an der Universalität des Lebens zugrunde gehen müssen.
Wie macht man einen Gott für Alle ?
Welche Statistik erfasst die Armut am gründlichsten ?
Welches Leben ist wertiger als meines ?
Die Suche nach Wahrheit endet da, wo der Wahrheitsbegriff einer anderen Person beginnt.
Der Abgesang jeglicher Erkenntnistheorie.
Und Freddie Quell ist, zurück im filmischen Universum, das fleischgewordene Gift auf zwei Beinen, für Lancaster Dodds Theoreme und Gedankengebäude.
Das sich die beiden dennoch so lange aneinander reiben, anziehen, umeinander kreisen, darin liegt die große Tragik ihrer Figuren, und ein weiteres Stück Systemkritik
So sehr der Intellekt sich auf seine Objektivität beruft, den Mystizimus wird er nicht los. Nicht solange Jemand endlich mal das Ding mit Gott und dem Urknall ergründet, und was das eigentlich alles solllte.
Und der Versuch sich seiner Anima zu entledigen reicht gerade einmal bis zum nächsten Stuhlgang und der ungeplanten Errektion.
Folgerichtig gönnt Andersons dann auch ausgerechnet Freddie Quell die Schlußminuten, die Katharsis, den freundlichen Abgang.
Wo der Weltensucher verbittert zurück bleibt, in großen, leeren Hallen, da darf die Anima nochmal besoffen vögeln.
Und sich dabei über die Methoden des Gegenübers lustig machen.
Das hat zwar nicht den selben Punch wie der Michshake-Dialog aus THERE WILL BE BLOOD, aber die verschmitze Quintessenz bleibt die Gleiche :
Baut nur eure Hallen aus Stein, mit der Ignoranz des Wissens.
Das Leben wächst trotzig vor euren Mauern weiter und der nächste Taifun reißt sie wieder ein.
So wird aus einer Systemkritik dann wieder ein eigenes System, denn „Auch Anarchisten kämmen sich Nachts heimlich ihr Haar“. (R. Grebe)
Ein Teufelskreis dem man nicht entkommt, ob als Blümchensammler in den Alpen, vergeistigter Bücherwurm in Elfenbeinhausen, oder als laufender Kleiderständer in Monaco.
.
“If you figure a way to live without serving a master, any master, then let the rest of us know, will you? For you'd be the first person in the history of the world.”

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WelcometotheKlap

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Narziß....jetzt fallen sie auch mir, die Schuppen von den Augen. "Wie kannst du sterben, wenn du keine Mutter hast". Mein Lieblingshesse. Wie passend.


SKURRIL

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"Wo der Weltensucher verbittert zurück bleibt, in großen, leeren Hallen, da darf die Anima nochmal besoffen vögeln. " Stark!



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