Oscar 2013

Les Misérables - Chancen als Bester Film & Voting

Nominiert für den Besten Film: Les Misérables
© Universal/moviepilot
Nominiert für den Besten Film: Les Misérables

Ein Herz für Gesang bewiesen die Wähler beim Oscar in den letzten Jahren nicht gerade. 2002 gewann Chicago den Hauptpreis. Zehn Jahre dauerte es jedoch, bis mit Les Misérables endlich wieder ein Musical für den Academy Award als Bester Film nominiert wurde. Das hat alle Zutaten, die nach einem Oscar schreien. Eines der erfolgreichsten Musicals überhaupt bildet die Grundlage, zwei australische Stars singen sich die Seele aus dem Leib und ein Oscar-Preisträger führt Regie. Trotzdem stehen die Zeichen nicht gut für die Pariser Revolutionäre in Les Misérables.

Als die ersten Kurznachrichten über die Filmversion von Les Misérables durchs Internet geisterten, war ein kleiner Hype geboren. Bei Twitter überschlugen sich die Zuschauer, die das dramatische Schicksal von Jean Valjean (Hugh Jackman) und seiner Ziehtochter Cosette (Amanda Seyfried) zu Tränen gerührt hatte. Die amerikanischen Kritiker allerdings waren hin- und hergerissen. Insbesondere Regisseur Tom Hooper musste für seine stilistischen Entscheidungen Prügel einstecken. Den ganzen Film hätte er in hässlichen Großaufnahmen gedreht und keinen Sinn für die inszenatorische Finesse gezeigt, die für die Tragbarkeit von 158 Minuten Gesang notwendig sei. Ob hier noch der Zorn über den Oscar-Sieg Tom Hoopers für The King’s Speech – Die Rede des Königs über David Fincher (The Social Network) brodelte, müssen andere entscheiden. Als Les Misérables in den Kinos startete, war der Hype verflogen, obwohl die Zuschauer in Scharen in das Musical strömten.

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Die Geschichte eines Ex-Sträflings (Hugh Jackman), der im Frankreich des 19. Jahrhunderts ein neues Leben beginnt und von einem regelbewussten Polizisten (Russell Crowe) verfolgt wird, spielte in den Staaten bisher 144,4 Millionen Dollar ein. Dass der Film beim Oscar zumindest hinsichtlich der Nominierungen auftrumpfen würde, war angesichts seines Erfolges absehbar. Les Misérables wurde schließlich für acht Oscars nominiert, darunter auch jenen für den Besten Film. Der lange Schatten der Kritikerschelte für Regisseur Tom Hooper rechte jedoch auch bis zur Academy. Tom Hooper, der den Regie-Oscar für The King’s Speech – Die Rede des Königs gewonnen hatte, wurde eine Nominierung diesmal verwehrt. Da die Oscars für den Besten Film und die Beste Regie meist im Doppelpakt verliehen werden, stehen die Chancen von Les Misérables nicht gut. Im Gegensatz zum Musical hat Argo von Ben Affleck, ebenfalls ein Bester-Film-Kandidat ohne Regie-Nominierung, immerhin bei den Preisen der Producer’s Guild und der Director’s Guild of America abgeräumt, die als wichtige Gradmesser gelten.

Les Misérables muss hingegen mit dem Golden Globe als Bestes Musical/Komödie Vorlieb nehmen, der den Film vielleicht nochmal in die Erinnerung der Academy-Wähler ruft, aber den Buzz nicht wirklich anheizt. Bessere Chancen hat das Musical eindeutig in den Schauspielerkategorien sowie in den Bereichen Kostüm, Makeup und Song.

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