Les Misérables

Les Misérables (2012), GB Laufzeit 158 Minuten, FSK 12, Drama, Historienfilm, Musikfilm, Kinostart 21.02.2013


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6.6
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von Tom Hooper, mit Anne Hathaway und Amanda Seyfried

Mit dem hochkarätig besetzten Les Misérables verfilmt Tom Hooper die Musicalgeschichte eines ehemaligen Sträflings und dessen langjährige Fehde mit seinem Wärter, die während des Juniaufstands 1832 ein Ende nehmen soll.

Der Sträfling Jean Valjean (Hugh Jackman) wird nach 19 Jahren Plackerei im Steinbruch freigelassen und möchte sein Leben von Grund auf ändern. Er wird zum rechtschaffenden Mann und gibt Armen und Bettlern die Möglichkeit, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Eine seiner Mitarbeiterinnen ist die junge Fantine (Anne Hathaway), die ein kleines Geheimnis hütet. Sie hat eine uneheliche Tochter, Cosette (Amanda Seyfried), in welche sich Jura-Student Marius Pontmercy (Eddie Redmayne) verliebt. Als Polizeiinspektor Javert (Russell Crowe) in die Stadt kommt, ist er nicht von Jeans plötzlicher Läuterung überzeugt.

Hintergrund & Infos zu Les Misérables
Les Misérables ist die Verfilmung des gleichnamigen Musicals, das wiederum auf dem berühmten Roman (1862, deutscher Titel: Die Elenden) von Victor Hugo basiert. Der Stoff ist schon mehrfach verfilmt worden, unter anderem mit Jean Gabin.

Tom Hooper gewann für The King’s Speech – Die Rede des Königs bereits einen Oscar als bester Regisseur. Les Misérables ist seine erste Musicalverfilmung. Die Darsteller sangen während der Dreharbeiten live. Das erlaubte ihnen, den Gesang während ihrer Performance zu verändern und anzupassen. Hugh Jackman überzeugte bereits bei der Oscarverleihung 2009 mit seinem Gesangstalent und Anne Hathaway unterstützte ihn bei seiner musikalischen Einlage. Amanda Seyfried sang an der Seite von Meryl Streep in der Musicalverfilmung Mamma Mia!. Auch Helena Bonham Carter, die Madame Thénardier spielt, zeigte bereits in Sweeney Todd – Der teuflische Barbier aus der Fleet Street ihr Stimmtalent. Anne Hathaway wurde direkt nach Veröffentlichung eines Clips von Les Misérables an den Broadway geholt und sang für eine Vorstellung von Cabaret.
Bei den Golden Globes 2013 wurde Les Misérables gleich dreimal ausgezeichnet: In der Kategorie Bester Film – Komödie oder Musical sowie in den Kategorien Bester Film – Komödie oder Musical (Hugh Jackman) und Beste Nebendarstellerin (Anne Hathaway).

Auch bei den Oscars 2013 ging Les Misérables nicht leer aus: Er gewann die Kategorie Bestes Make-Up und Hairstyling, Bester Ton und Beste Nebendarstellerin für Anne Hathaway. (LB)

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Les Misérables
Genre
Gerechtigkeitsdrama, Historienfilm, Drama, Musikfilm, Liebesfilm
Zeit
18. Jahrhundert, 1830er Jahre, Französische Revolution
Ort
Frankreich, Paris
Handlung
Adoption, Armee, Armut, Aufstand, Ausbeutung, Barrikade, Besitz, Bettler, Bürgermeister, Diebstahl, Elend, Falsche Identität, Flucht, Französische Revolution, Gebrochenes Herz, Gefangenschaft, Gefängnis, Geheimnis, Heimliche Liebe, Hochzeit, Hunger, Identität, Inspektor, Jura, Kampf, Kriminalinspektor, Leben und Tod, Liebe, Liebe auf den ersten Blick, Läuterung, Mutter-Tochter-Beziehung, Mutterliebe, Neue Identität, Pflegefamilie, Pflegekind, Polizei, Priester, Prostituierte, Prostitution, Rebellion, Revolution, Roman, Soldat, Sträfling, Student, Suizid, Tod, Traum, Uneheliches Kind, Unerwiderte Liebe, Unschuldig Verfolgte Person, Verrat, Zuchthaus
Stimmung
Aufregend, Berührend, Ernst, Hart, Romantisch, Spannend, Traurig, Witzig
Zielgruppe
Familienfilm, Frauenfilm
Tag
Epos, Literaturverfilmung, Theaterverfilmung
Verleiher
Universal Pictures International Germany GmbH
Produktionsfirma
Cameron Mackintosh Ltd., Working Title Films

Kommentare (172) — Film: Les Misérables


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MemoriAria11

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Bewertung7.0Sehenswert

Als großer Musikalfan habe ich mich sehr auf den Film gefreut (obwohl LeMis nicht zu meinen Lieblingsmusikals zählt). Der Film ist natürlich großartig besetzt.
- Hugh Jackman fand ich sehr gut als Jean Valjean. Er war bewegend und hat gut gesungen.
- Anne Hathawy müssen wir glaub gar nicht diskutieren. Sie hat Fantine brilliant gespielt (das einzige was ich mich während dem Film gefragt habe ist, ob nicht das Betäubungslose Zähneziehen schlimmer als die Prostitution wäre)
- Amanda Seyfried finde ich eigentlich eine tolle Darstellerin und ich mochte sie sehr in Mamma Mia. Allerdings fand ich dass sie hier gesangstechtnisch nicht mit den anderen Darstelklern mithalten konnte.
- Russell Crowe wurde relativ stark kritisiert. Allerdings fand ich persönlich seine Gesangsleistung nicht schlecht.
- auch Eddie Redmaye fand ich gut.
- Helena Bonham Carter und Sasha Cohen fand ich sehr gut.
- richtig toll fand ich Samantha Barks, die natürlich auch bei weitem die beste Sängerin in dem Cast war. Sie spielt Eponine sehr gut auch wenn man immerwieder merkt, dass sie Musikaldarstellerin und nicht Schauspielerin ist.
Alles in allem ein guter aber nicht außergewöhnlicher Film, mit tollem Hintergrund.

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Troublemaker69

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Les Miserables ist ein rasantes, dramatisches, gefühlvolles und aufwühlendes Musical-Drama auf die große Leinwand gezaubert.
Der Streifen hat einfach Herz, dass in jeder Sekunde des Films schlägt und ihm eine geborgene Wärme gibt.
Große Darsteller wie Russel Crowe, Hugh Jackman und die bezaubernde Anne Hathaway hauchen den Charakteren leben ein.
Jeder Charakter ist einzigartig und unbeschreiblich gefühlvoll.
Jean Valjean: Der ständig gebeutelte, dem seinen ganzes Leben verbaut wird und das nur, weil er einen Laib Brot stahl.
Javert: Der dramatische, der sein Leben dem Recht widmet und der am Ende des Films an seiner eigenen Zwietracht zerbricht.
Fantine: Die Mutter, deren Gedanken selbst kurz vor dem Tod nur ihrer Tochter gelten.
Marius:Der liebende, der sich entscheiden muss, ob er seiner großen Muse folgt oder mit seinen Brüdern auf die Barrikade geht.
Cosette: Die liebende, die ständig unter dem Schutz ihres Vaters steht und für ihre Liebe kämpfen muss.
Eponine: Die unglücklich verliebte, die ihrem Marius hinterherweint und ihm trotzdem eine gute Freundin ist.
Mr&Mrs Thenardier: Die Geschäftsleute, immer mit den Gedanken nur beim Kapital scheuen sie nicht davor zurück auch mal den einen oder anderen Diebstahl zu begehen.
Mein persönlicher Lieblingscharakter ist Javert. Ich finde ihn einfach einzigartig und ich finde, er ist die dramatischste Figur dieses Filmes. Er möchte nur für Recht und Ordnung sorgen, doch irgendwann macht ihn Valjean einen Strich durch die Rechnung und Javert scheitert an seiner verzweifelnden Zwietracht.

Tom Hooper lässt seine Stars die Stücke live bei den Dreharbeiten singen und verzichtet darauf, sie erst später im Studio singen zu lassen. Damit schafft er die perfekte Musical-Stimmung, so dass ich damals im Kino wirklich dachte, ich sei in einem Musical. Um diesen Stil zu unterstützen wählt er Kameraperspektiven, die ein Bühlenfeeling hervorrufen.
Die Musikstücke sind allesamt fabelhaft. Ganz egal, ob Javert´s "Stars", Valjean´s "Look down" oder Fantine´s "I dream a dream", sie sind alle wunderbar.

Les Miserables hat mein Herz im Sturm erobert und ist bei all den Filmen, die es auf der Welt gibt, mein absoluter Lieblingsfilm.

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martin.keller.9022

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Les Misérables ist gelungen was ich für unmöglich hielt. Dass ich eine Musicalverfilmung toll finde. Die Besetzung ist perfekt und die Umsetzung grossartig.

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Lydia Huxley

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Seit ich "Les Misérables" das erste mal sah, gehen mir seine Melodien nicht mehr aus dem Kopf. Sie hallen in mir nach, jeden Tag, haben sich in mein Gedächtnis eingebrannt.

Der Soundtrack, der ja in gewisser Weise wie das Hörspiel zum Film fungiert, begleitet mich überall hin. Und so trällern "Die Elenden" an meinem Schreibtisch, im Auto, im Badezimmer. Und sicher habe ich auf der Autobahn schon so manchen verwunderten Seitenblick geerntet, als ich leidenschaftlich gestikulierend zu "Red and Black" mitjaulte.

Die Handlung beginnt 1815, 26 Jahre nach Beginn der Französischen Revolution, und erstreckt sich über mehr als 17 Jahre. In diesen Jahren lernt man die verschiedenen Schicksale der Figuren kennen, die in einer schwierigen Zeit im von Armut und Hunger gebeutelten Frankreich um ihre Existenz und ihre Freiheit kämpfen. Diese Menschen sind verzweifelt, dem Tode nah. Um zu überleben, stehlen, betrügen, lügen, töten sie, prostituieren und erniedrigen sich.
Zu diesen Schicksalen gehört Jean Valjean (Hugh Jackman), der gebrandmarkt von seiner Vergangenheit und seiner Gefangenennummer 24601 sich von seinem Hass befreit und ein Leben der Aufopferung führt. Dazu gehört auch der Inspektor Javert (Russell Crowe), der von seinem Ehrgefühl und seiner fanatischen Pflichterfüllung getrieben sein Leben vollständig seiner Berufung opfert. Beide verbindet eine Geschichte von Sklaverei und Peinigung. Eine Geschichte, die von Beginn an klar stellt, wie verloren und hoffnungslos die Menschen in die ewige Verdammung blickten.

"Sweet Jesus doesn't care."

Dann die arme Fantine (Anne Hathaway), die wie viele andere harte Arbeit für wenig Geld verrichtet, durch Gerüchte in die Schande getrieben wird und herzergreifend ihre zerstörten Träumen besingt.

"But the tigers come at night
With their voices soft as thunder
As they tear your hopes apart
And they turn your dream to shame"

Marius Pontmercy (Eddie Redmayne), der sich von seiner wohlhabenden Familie abwendet und stattdessen mit seinen Freunden auf der Straße für Freiheit und Gleichheit auf die Barrikaden geht, der sich mitten in der Revolte in die elfengleiche Cosette (Amanda Seyfried) verliebt und von da an nicht nur für Frankreich sondern auch für seine Liebe kämpft. Doch leider übersieht er dabei die bezaubernde Éponine (Samantha Barks), die doch so sehr in ihn verliebt ist, selbstlos alles tut, um ihn glücklich zu machen, während er ihr von Cosette vorschwärmt. Dabei hat Éponine mit ihren heuchlerischen Eltern Monsieur (Sacha Baron Cohen) und Madame Thénardier (Helena Bonham Carter) schon genug Ärger am Hals.

Zusammen erzählen sie vom Dasein um Leid, Krieg und Liebe, Tod, Leben und Überleben, Familie, Freunde und Hingabe, Angst vor der Vergangenheit, der Zukunft und den täglichen Kampf in den dreckigen Straßen Frankreichs. Schande und Schuld, Gnade und Glaube. Man könnte denken, das mit den vielen Charakteren und Themen rund um das Sein der Film zu überladen ist, aber das ist er nicht. Jede Rolle, jedes Schicksal, jede Emotion fügt sich perfekt in das große Ganze ein und verbindet sich zu einem vollkommenen Gemälde aus blau-weiß-rotem Pathos. Dieser Film ist keine Sekunde zu lang und in den 158 Minuten bin ich Teil der Revolution, stehe mit Marius und Enjolras (Aaron Tveit) Seite an Seite singend vor den Barrikaden und fühle wohl so etwas wie französischen Nationalstolz.
Die Optik wird geprägt durch enge, theaterhafte Kulissen neben gigantischen, weitläufigen Szenenbildern. Alles mutet wie ein düsteres Märchen an, das begleitet wird von immer wiederkehrenden und dadurch vertrauten Melodien. Die historischen Kostüme, die dramatische Beleuchtung, das gewaltige Orchester - nichts lässt einen daran zweifeln, dass dieser Musicalfilm ein wuchtiges Epos ist, das einen einfach nicht kalt lassen kann. Es braucht keine ungesungenen Worte. Denn auch wenn der Gesang nicht formvollendet ist, ist er doch genau so perfekt. Dadurch ist es so intensiv und berührend. Es packt einen bei jedem Wort, während man direkt in die ergriffenen Gesichter blickt, während Éponine von Hoffnung singt,
"And you will keep me safe
And you will keep me close
And rain will make the flowers grow."
Marius von Trauer,
"Here it was they lit the flame
Here they sang about tomorrow
And tomorrow never came."
und das Volk von Zuversicht.
"The colors of the world are changing day by day..."

Schauspielerisch und gesanglich brilliert das Starensemble, das in etlichen Nebenrollen von den Ehemaligen des Musicals unterstützt wird. Schöne Einstellungen und Perspektiven runden das Bild von Ästhetik und Antiästhetik ab. Schließlich bekommt man hier alles geboten, was man sich von einem Film nur wünschen kann. Man fiebert mit, man fühlt mit, man lacht und weint und singt und weint und schmachtet und weint.
"Les Misérables" ist eine Ovation für das französische Proletariat dieser Zeit und eine Ode an die Menschlichkeit und an die Macht des Volkes.

"It is the music of the people
Who will not be slaves again!"

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Big_Kahuna

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Da brauchs keine Papiere, ich bin ein Mann der Tat, allerdings glaube ich, dass der Deal irgendwie zu meinen Ungunsten ausfällt. ^^


Lydia Huxley

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Na ja, abwarten! Vielleicht finde ich den Stier ja langweiliger als du die Elenden elendig ^^


CrazyWizard

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Pompös inszeniertes Klamotten-Musical, das mit dem Setting der Französischen Revolution einen erfrischenden, neuen Wind in das Genre bringt. Die Kostüme und die Maske sind wirklich toll gelungen, großes Lob, auch Requisite und Beleuchtung fangen die Atmosphäre des revolutionären Paris sehr gut ein. Zudem ist man sehr erstaunt, was für verborgene Gesangstalente man dort auf der Leinwand sieht - dort singen Hollywood-Stars, dehnen man solche tollen Lieder gar nicht zugetraut hätte! Die Musik ist gut gelungen, teils etwas zu epochal und wuchtig, manchmal etwas zu schnulzig, aber das sind nur Ausnahmen. Auch wenn es für das Synchronisationen-verwöhnte, deutsche Publikum eine Umgewöhnung ist, einen (fast) kompletten Film die Untertitel mitzulesen, ist "Les Misérables" sehr empfehlenswert für Leute, die die starke Stimme Russell Crowes in Aktion oder für Musicals auch nur einen Hauch übrig haben! - Da kann man auch mal über das schwächere Buch (wie es für Musicals nunmal auch typisch ist) hinwegsehen, wobei "Les Mis" klar zu den besseren Beispielen gehört!

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miri.staudorfer

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Sehr schöner Film. Gute Sänger ( Russle Crow-Wow ), bewegende Handlung und schöne Lieder. Zwischenzeitlich zieht sich alles etwas in die Länge, deswegen Punkteabzug. Auch wer nicht so auf Gesang steht, sollte den Film besser meiden, da praktisch immer gesungen wird. Aber alles in einem ein wie ich finde gelungener Film!

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florian.m.baki

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Bewertung10.0Herausragend

Der erste und einzige Film den ich nach Ende direkt nochmal von vorne gesehen habe!!! SUPER!

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FilmRezension

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Bewertung7.0Sehenswert

Gute Besetzung, Gute Kameraführung & nicht zu sehr vom Roman abweichend.

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FriedlVonGrimm

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

,Les Misérables“ ist eine überdramatisierte, triefende, langatmige und fulminante Hollywoodadaption eines Musicals. Bis auf drei Sätze wird nur gesungen und die Kulissen sehen immer nach Schultheater oder Greenscreen aus. Und es wird wirklich jeder noch so nichtige Satz gesungen. Und ich liebe es!

Ich hatte den Film ohne Vorwissen und Erwartungen bei der Berlinale gesehen. Schon nach der Eröffungssequenz wusste ich, dass ich hier richtig bin, um melodramatisch im Elend zu baden. Und das kann ich gut. So ließ ich den Alltag hinter mir und begab mich in ein Szenario, welches sich mit zentralen Themen des Menschseins wie zum Beispiel Gerechtigkeit, Moral, Rache und Liebe auseinandersetzt und ihnen mehr Bedeutung beimißt als zumeist die Routine der „Realität“ das zulässt.
Die allgemeine Handlung ist schnell erzählt, aber die Geschichten und Hintergründe der einzelnen Figuren sind wahrlich interessant. Auch wenn man das literarische Werk Victor Hugos nicht gelesen hat und auch noch nicht in den Genuss kam, dass Musical auf einer Bühne zu sehen, so spürt man sofort Leben in den einzelnen Charakteren. Egal wie klein die Rolle ist, man entwickelt leicht Sympathie und Antipathie. Vive la Besetzung!

Hugh Jackman als Jean Valjean ist der moralisch reinste Mensch auf Erden. Er tut immer das richtige und steht für seine Taten ein. Normalerweise sind solche Menschen eher unauthentisch und ätzend, aber Hugh Jackman darf alles, denn er ist Wolverine.

Russell Crowe als sein Gegenspieler Javert ist auch perfekt. Wer ist für die Rolle eines Inspektors, der jemanden Jahrzehnte aufgrund eines gestohlenen Brotes verfolgt besser geeignet als dieser Vollhorst. Es gibt wirklich nahezu niemanden (außer vielleicht Bono) auf den ich meinen Hass so effektiv projizieren kann. Doch ich preise ihn, denn er zeigt uns, dass man wenigstens als „Bösewicht“ in einem Musical nicht singen können muss. Das motiviert ungemein.

Anne Hathaway berührt als Fantine, aber diese Frau kann ja auch irgendwie gefühlt alles. Vorallem bei ihrer Performance merkt man, wie genial die Entscheidung war, den Gesang nicht vorher aufzunehmen sondern am Set zu singen. Diese Passagen, wenn sie weint und dabei etwas brüchiges in der Stimme ist, sind jedes Mal unglaublich emotional.

Sacha Baron Cohen und Helena Bonham Carter als das Ehepaar Thénardier mochte ich sehr. Viele mussten an „Sweeney Todd“ denken und empfanden das als störend, aber ich war zu beschäftigt mich zu freuen, dass sie überhaupt da sind.

Wen ich auch zum Dank verpflichtet bin, ist Eddie Redmayne. Er hat wirklich das perfekte Backpfeifengesicht, was für die Rolle des Marius Pontmercy elementar ist. Schon der Name signalisiert, dass das der Charakter ist, über den man sich am meisten lustig machen darf. Und ich liebe ihn dafür.

Passend dazu wurde Amanda Seyfried als Cosette gecastet. Wie kann man sie nicht lieben, wenn sie einen mit riesigen Augen anschaut und dabei in Höhen Töne absondert, deren Existenz einem vorher nie bewusst waren.

Auch Samantha Barks als Éponine spielt ihre Rolle des Verlierers des Monats so würdig wie möglich. Wobei ihr unglaublich schmaler Oberkörper von Zeit zu Zeit ein wenig ablenkt.

Ich hoffe wir sehen den Darsteller des Gavroche in den nächsten Jahren wieder. Ein toller Schauspieler der wahrscheinlich jedem das Herz gestohlen hat.

Doch was mich am meisten bei Laune hielt, war der gay subtext zwischen Enjolras und Grantaire.
Und dafür liebe ich diesen Film. Wenn man ihn ernst nimmt und mitleidet, einfach etwas epischem im Leben beiwohnen möchte, dann ist der Film ideal. Wenn man allerdings auch einen Sinn für unfreiwillige Komik und interessante Interpretationen hat, dann ist der Film auch ideal. Eine absolute Win/Win-Situation, außer für die typischen doofen, deutschen Musicalhasser.
Und so beende ich diese mehr-schlecht-als-recht-Kritik mit meinen Lieblingsschund. Die wunderbare Welt von Tumblr und Co. Und ja, meine Handynummer endet auf 24601. Ich gebe es zu. Ich bin bescheuert.

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http://heisthesongoficeandfire.tumblr.com/post/83081914744/enjolras-is-very-mad-at-marius-for-ruining-his
http://livelovemerlin.tumblr.com/post/83229111476/ethelreds-les-mis-what-they-were-really
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FriedlVonGrimm

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ich jetzt auch.^^


Mr. Pink

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In der ursprünglichen Zeitlinie hast du das schon getan.


hundehaendla

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Bewertung7.0Sehenswert

Wer Musicals mag wird den Film wohl auch mögen,
mit Abstand der beste im Film: Russel Crowe, wie könnte es auch anders sein wenn der Gladiator singt. Aber Scherz beiseite, er hat im gesamten Ensemble die mit Abstand unverwechselbarste und ausdrucksstärkste Stimme.

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Frankenchrist

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Bewertung3.5Schwach

Les Misérables - warum auch immer oscar-prämiert - ist ein Film orientiert an eine gut-situierte u. brav-christliche Oberschicht, ein Wohlstandschristentum, das vielleicht auch kurz einmal sehen will, wie romantisch es doch sein kann, arm und elend zu sein - zeitweilig. Seine verkitschte Religiosität - etwa die naive Jenseitsvorstellung, nach welcher der Sterbende von seinen engelgleichen, geliebten Verstorbenen abgeholt wird - zieht sich durch den ganzen Film. Nicht dass Hugos Roman nicht auch und gewiss eindeutig christliche Themen beinhaltete - wie bspw. Gnade, Nächstenliebe und Vergebung -, doch sogar mir (als ein Theologie-Student) war der penetrante christliche (u. m.E. missionierende) Gottesbezug zu viel des Guten und auf die Dauer ein Ärgernis (wie müssen sich erst Ungläubige oder Atheisten o. ä. fühlen?). Die Soziotheologie des Romans, die Kontrastierung des gnadenlosen weltlichen Gesetzes mit dem gnadenvollen Zuspruch Gottes, leidet unter den im Film vordergründigen Sentimentalitätchen und der emotionalisierten Frömmelei der Filmdarsteller - die Genrekonventionen eines Musicals stellen hier der theologischen Tiefgründigkeit der Vorlage ein Bein. Ja und dann die liebe Anne Hathaway, die ich hiermit unlieb gewonnen habe. Solch eine Leistung, ihre sogenannte Leinwandpräsenz, die über die Dauer des Films unterzugehen drohen, und vielleicht ein unfreiwilliger Haarschnitt mehr als andere Preisanwärter, können also bereits eine Oscar Auszeichnung verheißen. Manch einer mag sich ja als der geborene Sänger fühlen. Man vergisst leicht, eine Gesangsausbildung hat heutzutage noch ihren Sinn, wobei außerdem zu fragen ist, weshalb nicht gleich sämtliche Original-Darsteller samt professionellem Gesang aus dem Musikschauspiel für die Rollen angeheuert wurden, zum Wohle der musikalischen Klasse, und eben nicht des - mithilfe großer Namen - finanziellen Erfolgs. So ergeben der nervtötende Singsang und eine Überlänge, die sich leider wie eine solche anfühlt, eine fatale Kombination, die mich wiedermal in meiner Abneigung gegen Musicals bestätigen (Sweeney Todd als positives Gegenbeispiel setzt mit vergleichbarer Gesangsinkompetenz nur sporadisch Gesang ein).
Übrigens: Der Sinn der deutschen Version ist nicht zu erschließen: zu geschätzten 95 % besteht der Film aus (teilweise fehlerhaft) dt.-untertitelten Gesangsnummern; der Rest sind deutsche Synchro-Einsprengsel, wodurch dissonante Verwirrung statt Harmonie gestiftet wird.
Ich höre V. Hugo, vermutlich unruhig im Grabe sich windend. An seiner Stelle würde ich nur Sacha Baron Cohen von seinem Zorn verschonen. Auch sind die Kompositionen an sich für ein Musical vergleichsweise gut gelungen: V. a. die Chöre auf den Barrikaden tun ihre Wirkung in den Kulissen der Revolution.

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Medardus

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vorgemerkt

Hab da irgendwie Bock drauf, auch wenn die Gesangsleistungen einiger ja wirklich schön bösartig sind...siehe Russel Crowe.

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Martin Oberndorf

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Bewertung7.0Sehenswert

Musicals.
Komischerweise gibt es viele Leute, die sie nicht mögen.
Dabei liegt gerade in der Kombination aus Musik und Film erst das Gefühl vieler Filme.
Man denke an Spiel mir das Lied vom Tod ohne Mundharmonika oder an Der weiße Hai ohne das typische Daaaaadam.
In Musicals wird halt zur instrumentalen Begleitung noch gesungen.
Aber kann das wirklich so schlimm sein?
Finden wir es heraus in meinem Kommentar zu "Les Misérables"!
...
"Les Misérables" fängt mal unheimlich stark an.
Bombastische Töne formen einen Melodiekörper, monumental aufgebaut wird ein Schiff von einem mit Schmutz bemaltem singenden Männerchor gezogen.
Es hat durchaus eine sehr eindrucksvolle, bühnenhafte Wirkung.
Danach gehört der Bildschirm nur mehr Anne Hathaway, die so unheinlich toll spielt und singt, dass wenngleich ihr Charakter nichtmal ein Viertel des Films existiert, sie den Oscar so was von verdient hat.
Das ist der Zeitpunkt, als der Film noch richtig stark wirkt.
Das Leitthema geht ins Ohr, und die darstellerische und gesangliche Leistung, sowie der monumentale Aufwand beeindrucken ungemein.

Aber, und das muss man sagen:
Während etwa des ersten Viertels.
Nach dem Ableben von Hathaways Charakter, der die Handlung erst einleitet (also nicht aufregen, ich habe nicht zu viel verraten) lässt der Film enorm nach.

Klar, die tollen schauspielerischen Leistungen bleiben. Vor Allem, wenn man bedenkt, dass die Darsteller alle live vor der Kamera gesungen haben - keine Studioaufnahmen.
Auch, dass die Bilder immer noch wahnsinnig stark und überrollend daherkommen, ist ein großes Plus.
Monumentalfilme hat man heutzutage selten.

Aber "Les Misérables" hat in meinen Augen eine große Schwäche: seine Länge.
Vor Allem in Kombination mit seiner Musik.
In dem Film wird selbst für ein Musical zu viel gesungen.
In den meisten Musicals gibt es auch Dialoge dazwischen, die gesprochen sind, hier wird alles zur Musicalnummer.
Und auf DIESE enorme Länge wirkt das doch zu viel.
Vor Allem, da der Soundtrack wenig abwechslungsreich daherkommt. Man hat die klassischste Musicaluntermalung: klassische Musik im Hintergrund, kräftiger Gesang im Vordergrund.
Nur das Leitthema hinterlässt hierbei einen bleibenden Eindruck, der Rest wirkt austauschbar.
Auch im Film Rent wird kaum geredet, dort bleiben die Songs aber im Ohr und sind alle sehr unterschiedlich.

Nach eineinhalb bis eineindreiviertelstunden hab ich dann begonnen, auf die Uhr zu schauen.
Ich finde, dass dadurch der gesamte Film sehr viel von seiner Faszination verliert.
Die an und für sich gute Story schafft es leider nicht, den Film über die ganze Länge zu tragen.

Aber das ist nicht falsch zu verstehen: "Les Misérables" ist ein guter Film, der durch seinen monumentalen Aufwand, seine riesigen Bilder und den tollen Schauspielern - alle, aber im Besonderen Anne Hathaway, die wirklich großartig spielt - durchaus eine Sichtung wert ist.
Dennoch finde ich, dass der Film nach seinem starken Anfang es irgendwie nicht schafft, den Zuschauer im Bann zu halten, und dessen Faszination auch mit der Laufzeit abnimmt.
Aber vielleicht seht ihr das ja ganz anders.

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Filmromantikerin

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"Ich schreibe nur gerne den Leuten zurück, wenn sie meinen Kommentar kommentieren". - Also mir hast du nicht zurückgeschrieben. ^^
Aber dafür bin ich nun von euch und eurer ermüdenden Diskussion (Habt ihr nicht gemerkt, wie ihr ständig aneinander vorbei schreibt?) vollgespammt worden ...
@kobbi: Ich versteh' dich ja vollkommen, nur es kann halt nicht jeder Les Mis so sehen wie wir. Dafür beschreibt Martin seinen Eindruck noch relativ ordentlich, wenn ich an ein Gespräch vom Wochenende denke:
- Was für Filme hast du letztes Jahr gesehen?
- Les Misérabl...
- Was, na, echt, den?! Da singen's ja!
- Ähm, es ist ja auch ein Musical...
- Und warum verfilmt man des dann?
...


Martin Oberndorf

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Hoppsala.
Das hab ich dann einfach übersehen. Tut mir Leid.

Der Dialog war ja...
Mich würde interessieren, wieviele Lieblingsfilme von dem auch auf einer Vorlage basieren, z.b. einem Buch oder Comic.


WoodyB

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Bewertung7.5Sehenswert

Als ich den Film im Kino sah, wusste ich nicht direkt, was auf mich zu kam.
Ich wusste zwar das sie ständig singen werden aber ich kannte die Originalgeschichte nicht... das dachte ich zumindest, bis mir auffiel das ich die Geschichte aus nem Lustigen Taschenbuch kannte xD

Vom musikalischen Standpunkt her fand ich die meisten Stimmen zwar gut aber auf dauer nicht tragbar, die einzige Stimme die ich die ganze Zeit erträglich fand war und alle werden mich dafür hassen... Russel Crowe, er klingt anders, da er im Gegensatz zu seinen Schauspielkollegen mehr Rock und Folk-Erfahrung besitzt aber das fand ich gut.
Grade Ann Hathaways Stimme fand ich teilweise ziemlich nervig, oder Amanda Seynfried und ihr Loverboy, dessen Name mir entfallen ist.

Außerdem ist die Geschichte ziemlich gepresst, sie zeigt uns nur drei einzelne Tage von mehr als einem Jahrzehnt und gerade was ihn der übersprungenen Zeit geschehen ist fände ich wahrscheinlich interessanter als das was ich sah (Jackmann ist ein Ausgestossener und in der nächsten Szene auf einmal Bürgermeister, wie geht das?)

Alles in allem ist es aber trotzdem ein wunderschöner Film mit gutem Gesang und einer schönen Story

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Imortary

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Bewertung4.0Uninteressant

Ich habe diesen Film, meiner Mitbewohnerin zu liebe, angeschaut. Ich ahnte schlimmes, hatte ich doch gehört, dass permanent gesungen wird. Meine Befürchtung wurde wahr und ich konnte mich einfach nicht an das ständige Gesinge gewöhnen. (Schlimmer als bei Disneys Eiskönigin.) Hinzu kam der schlechte Schnitt, die abrupten Szenenwechsel und die übersättigten Farben, die den Film auch nicht besser machten.

Während bei Anne Hathaway eine Träne nach der anderen floss und meine Mitbewohnerin berührt zum Fernseher schaute, konnte sich bei mir einfach kein Gefühl der Betroffenheit einstellen. Hathaways Spiel hatte für mich eher Ähnlichkeit mit dem eines Clowns und das wiederholte sich später auch bei Eddie Redmayne. Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass diese hanebüchene Handlung, die unglaubwürdigen Bilder, das theatralische Gesinge und lauter unerklärlichen Kleinigkeiten den Film zu einer der besten Komödien machten, die ich in letzter Zeit gesehen habe!

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EclairLovesRatings

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Bewertung9.0Herausragend

ENTHÄLT SPOILER.
Eine Freundin von mir hat uns diesen Film auf ihrer Geburtstagsfeier vorgeführt. Wir - 20 Mädels und ein paar Verwandte - saßen gespannt vor der Leinwand. Es ging los...
"Look down, look down..." eine beeindruckende Anfangszene. Spannend und mit geschickt gemachten Zeitsprüngen ging es weiter. Auch die Musik gefiel mir. Etwa ab Fantines Tod hörte man leises Schluchzen aus dem Publikum. Ein trauriger Film war es, das merkte auch ich schon. Doch ich disziplinierte mich und hielt die Tränen zurück, als die kleine Cosette von ihrem imaginären Wolkenschloss sang, und auch sonst. Das fiel mir umso leichter, als dann das "One Day More"-Medley angestimmt wurde, das mich an "La Resistance", meinen Lieblingssong aus meinem Lieblingsfilm "South Park - Bigger, Longer & Uncut", erinnerte, und somit ein breites Lächeln auf meinem Gesicht verursachte. Sacha Baron Cohen ("Our dear Colette!" - "Cosette.") und Russell Crowe ("Number 24601!") sorgten hin und wieder für allgemeine Lacher. Ernster wurde es dann erst wieder in der Runde, als Cosette erwachsen war und die Rebellionen begannen. Ich hielt emotional weiterhin durch. Bis das Ende kam.
Jean Valjean im Kloster, kurz vor seinem Tod. Fantine, die ihn in den Himmel bringen wollte. Die letzte Beichte, die bevorstand. Cosette und Marius, die nicht wollten, dass er starb. Die Tränen, die mir übers Gesicht rollten.
Ich weine NIE bei Filmen. "Les Misérables" hatte es geschafft, dass ich nach etwa 11 Jahren tränenfreien Filmschauens wieder bei einem Movie heulte. Doch das entgültige Ende war so positiv und hoffnungsvoll, dass ich bald wieder zu weinen aufhörte.
GESAMT:
Negativ:
Zu viel Gesang, zu wenig Dialog. (Wer sich schon bei "South Park - Bigger, Longer & Uncut" über "das viele Gesinge" beschwert, kennt wohl "Les Misérables" nicht. Man hätte letzteren Streifen eigentlich gar nicht deutsch synchronisieren brauchen, da er zu 90% aus englischem Gesang mit deutschen Untertiteln besteht.)
Positiv:
Ein berührender, ehrlicher, brutaler, tragischer, aber gleichzeitig auf seine Weise schöner Film, toll gespielt, toll gesungen.

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BlubberKing

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Eclair, du kannst mein Taschentuch haben :)
Ich finde Musical-, Operetten- und Opernfilme auch sehr gut. Auf meiner Liste BERÜHMTE OPERN (ALS SPIELFILM/STUDIOPRODUKTION) hab ich ein paar Filme, die auf Opern beruhen, gelistet. Anhand der Bewertung siehst man schon, wie diese Filme mich berührt haben.


Filmfan30

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Unter die Haut gehender Film voller großer Dramatik, die zwar manchmal ein bisschen "over the top" wirkt -

Spoiler: Russel Crowe stürzt sich selbst in den Tod, nachdem er bemerkt, dass er seinem Intimfeind die ganze Zeit unrecht getan hat. Hugh Jackman geht ins Exil, sobald er endlich frei ist und anstatt die Hochzeit seiner Ziehtochter zu genießen, verzehrt er sich in Schuldgefühlen. /Spoiler.

- , aber ein tolles Gesamtpaket aus berührender Handlung, tollen Gesangseinlagen, herausragenden Darstellern und Sozialkritik bietet. Die Darsteller (mit Ausnahme von Amanda Seyfried. Die guckt wie ein Guppie mit Zahnweh aus der Wäsche) machen ihre Sache alle ausgezeichnet. Und das was heute übertrieben wirkt, passt eben in die Zeit,
in der das Ganze spielt.

Der Film hatte für mich sogar zwei große Überraschungen parat: Anne Hathaway, die man als Prinzessin kennt, spielt eine ernsthafte Rolle, sogar mit Mut zur Hässlichkeit, und ist dabei absolut brilliant! Hugh Jackmann, Held aus Wolverine, verkörpert den tragischen Charakter des Jean Valjan so überzeugend, als wäre er ihm auf den Leib geschneidert. Es gibt Schauspieler, die sind wie Chamäleons. Die können einfach alles!

Dass Russel Crowe auch Rollen mit viel Niveau und Tiefgang übernehmen kann, hat er in "A Beautiful Mind" bewiesen und tut es hier wieder als verblendeter Gesetzeshüter, den sein "Pflichtbewusstsein" zum Bösewicht macht.

Spoiler: Eine der tragischsten und am besten inszeniertesten Geschichten ist der Tod der Blockadebrecher, finde ich. Was für eine Kraft von allen Darstellern ausgeht - selbst und gerade von dem Kind - als sie sich verzweifelt gegen die Übermacht stellen und sterben, das war überwältigend. Wer da nicht weint, der hat kein Herz. Zum Schluss endet der Film sogar mit unerwarteten Heiterkeit, die ganz im Gegensatz zu der sonst düsteren Handlung steht. Das lässt einen mit neuer Energie nach Hause gehen, nachdem man vorher von der Tragik überwältigt worden ist. /Spoiler

Sehr sehr gut inszeniertes Drama und eine der besten Hollywoodverfilmungen der letzten Jahre!

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DN

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Bewertung4.0Uninteressant

Der Film ist prinzipiell gut gemacht, nur der ihn auszeichnende Gesang nervt.

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Moviegod

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Atemberaubend. Mehr fällt mir jetzt auch nach dem 10. Mal anschauen immer noch nicht ein. Ich bin eigentlich kein Fan von Musicals, doch dieses Meisterwerk hier hat mich eines besseren belehrt.

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GlenLantz

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Mit jedem Exemplar liebe ich sie mehr. Musicals.
Was mich hier anfänglich vielleicht ein bisschen gestört hat, war dass man quasi nur gesungen hat. Im ganzen Film gibt es gerade mal 3 (falls überhaupt) gesprochene Worte. Aber wenn man sich erstmal damit angefreundet hat, ist dieser Film einfach super. Die Darsteller sind allesamt eigentlich ziemlich gut, Anne Hathaway toppt trotz kurzem Teilhaben natürlich jeden, ja sogar Hugh und Helena.
Meine beiden Stimm-Favoriten sind (türlich) Eddie Redmayne und Samantha Barks. Ich glaub ich bin verliebt..--in beide. Ich hab von beiden noch nie zuvor gehört, aber sie verdienen allen Respekt für ihre tollen Singstimmen. Ich bekam sogar mehrmals Gänsehaut.
Trotz der üblichen Geschichte um Krieg und Liebe hat diese Interpretierung hier etwas Besonderes. Und hey, dass muss man einfach bedenken; Die Schauspieler haben das alles live am Dreh gesungen, da war nix mit Aufnahmen oder so! Also wenn dass nicht meegaa ist..
Und zu guter Letzt will ich noch um etwas bitten;
Bitte Bitte seht euch diese umwerfende Performance bei den Oscars an.
http://www.youtube.com/watch?v=Kv1C2HkWNfI
Ehrlich jetzt. Ist doch einfach umwerfend. Oder?

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