Deutsche Welle in Sundance

Regisseur Dennis Gansel bei den Dreharbeiten zu Die Welle
© Constantin Film AG
Regisseur Dennis Gansel bei den Dreharbeiten zu Die Welle

Gestern begann das Sundance Film Festival, das älteste und größte Festival des unabhängigen Films. Gründervater Robert Redford verspricht in diesem Jahr etwas mehr Humor. Zwar sind junge Filmemacher immer noch an Politik interessiert, aber sie würden ihre Themen nicht staubtrocken servieren, sondern den Problemen der Welt mit Witz und Ironie begegnen. Hoffentlich ist da was Wahres dran, denn auch der deutsche Film könnte etwas mehr Augenzwinkern bei schweren politischen Themen vertragen.

Wenn auch Independent auf dem Etikett des Festivals steht: Zahlreiche Hollywood-Stars werden auflaufen und ihre “kleineren” Filme vorstellen. So wird Bruce Willis erwartet, Tom Hanks stellt seinen neuen Film vor, Sienna Miller und Charlize Theron werden dabeisein. Knapp 50.000 Besucher reisen ins eisige Utah und schauen sich auch deutschen Filme an. Auf dem Festival laufen drei Beiträge junger Regisseure.

Zum einen wäre da die Neuverfilmung des Jugendbuch- und Schullektürenklassikers Die Welle unter der Regie von Dennis Gansel. Es geht dabei um die Frage, ob eine Diktatur auch im heutigen Deutschland möglich wäre: Ein Schulexperiment wird gestartet, was bald aus dem Ruder läuft. Der Film ist starbestückt: Das Lehrerehepaar spielen Jürgen Vogel und Christiane Paul, als Schüler agieren unter anderem Max Riemelt und Frederick Lau.

Ebenso stellt sich Regisseur Veit Helmer im Internationalen Wettbewerb “Cinema World” mit der skurrilen Liebeskomödie Absurdistan dem Publikum. Hier ist der Humorfaktor schon um einiges größer: In einem türkischen Dorf treten die Frauen in den Streik: Solange die Männer nicht das Wasserrohr reparierten, verweigerten sie ihnen Sex. Eine romantische Burleske ist selten in Deutschland. Vielleicht schafft es der Regisseur ja, uns zum Lachen zu bringen.

In der Wettbewerbssparte “World Cinema” geht die Regisseurin Alexandra Westmeier mit dem Streifen Allein in vier Wänden ins Rennen. Sie besuchte das Kindergefängnis von Tscheljabinsk im Ural, in dem rund 120 Kinder im Alter von elf bis 16 Jahren einsitzen. Jeder Zehnte von ihnen wurde wegen Mordes oder Totschlags verurteilt. Fast alle Kinder stammen aus Alkoholiker-, Arbeitslosen- oder Obdachlosenfamilien. Der Film ist ein aktueller Kommentar zur Roland Koch-Debatte um die Verschärfung des Jugendstrafrechtes und verdient deshalb schon Aufmerksamkeit.

Links
Website zu Die Welle
Website zu Absurdistan
Website zu Allein in vier Wänden
Website des Sundance Film Festivals

Moviepilot Team
Ines W. Ines Walk
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Chefredakteurin von Moviepilot, sozialisiert von Gerippchen Unsterblich, David Lynch und Kirk aus Stars Hollow. Einziges Redaktionsmitglied, welches Mathe mag. Wertet deshalb am liebsten Daten aus.
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