Michelle Pfeiffer - Beharrlichkeit & Facettenreichtum zahlen sich aus

Michelle Pfeiffer in Mord im Orient Express
© Twentieth Century Fox
Michelle Pfeiffer in Mord im Orient Express
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Anlässlich des 60. Geburtstags von Michelle Pfeiffer werfen wir einen Blick zurück auf ihre beeindruckende Karriere im Schauspielgeschäft. An insgesamt 47 Filmen und 4 Serien war die umwerfende Hollywood-Größe im Laufe von vier Jahrzehnten beteiligt. Dabei sind nicht nur gefeierte Filme und mit Ruhm bekleckerte Rollen Teil ihres Kanons, die Schauspielerin bewies nicht immer ein geschicktes Händchen bei der Auswahl ihrer Rollen. Auch das Gerücht, sie sei als Kassiererin entdeckt worden, verneinte die US-Amerikanerin in einem Interview mit dem Late Night Host Jimmy Fallon endgültig. In Michelle Pfeiffers Filmkarriere der letzten 40 Jahre gibt es Höhe-und Tiefpunkte.

Aller Anfang ist schwer

Nachdem die gebürtige Kalifornierin in kleinen Produktionen zu sehen war, konnte sie 1982 die Hauptrolle in Grease 2, dem Sequel des Kult-Musicals Grease, ergattern. Der Film erwies sich bei den Kritikern und Kinozuschauern als absoluter Flop und hätte Michelle Pfeiffer beinahe um ihren Durchbruch im folgenden Jahr gebracht. Aufgrund ihres zerrütteten Rufs durch das miserable Musical wollte Al Pacino die damals 24-Jährige im Gangster-Drama Scarface nicht beteiligt sehen.

In einem Interview mit Jimmy Fallon beschreibt Pfeiffer, wie sie das Casting für die Besetzung der Rolle als kokssüchtige Partnerin des Drogenbarons Tony Scarface Montana beinahe vermasselte. Wie Pfeiffer in dem Video erklärt, waren ihre Aussichten auf die Rolle der Elvira Hancock gleich Null, weshalb sie in einer letzten Probeaufnahme losgelöst und wütend das Set zertrümmerte. Dabei verletzte sie den Hauptdarsteller, was ihr letztlich die Rolle bescherte. Mit Scarface machte sich Pfeiffer in Hollywood unwiderruflich einen Namen als Schauspieltalent. In den nächsten zwei Jahrzehnten stieg die Schönheit, die nie eine schauspielerische Ausbildung durchlief, in die erste Riege Hollywoods auf.

Die ikonischsten Rollen und großen Erfolge von Michelle Pfeiffer

Mit Ausnahme von 1984 brachte Michelle Pfeiffer zwischen 1980 und 2003 jedes Jahr einen Film heraus, sodass sie in den 80er und 90er Jahren zu einem der größten weiblichen Stars Hollywoods heranwuchs. Ab 1989 gelang es ihr sogar, in sechs aufeinanderfolgenden Jahren für ihre schauspielerische Leistung für den Golden Globe nominiert zu sein. Zu ihren großen Rollen zählen die naive Madame De Tourvel im Historienfilm Gefährliche Liebschaften neben Glenn Close und John Malkovich und die Hexe Sukie Ridgement neben Cher und Susan Sarandon im Kampf gegen den teuflischen Jack Nicholson in Die Hexen von Eastwick. Eine wahrlich ikonische Darstellung vollbrachte Pfeiffer als Catwoman in Tim Burtons Batmans Rückkehr im Jahr 1992. Mit ihrer erotisch-beängstigenden Verkörperung der kratzbürstigen Rivalin des Fledermaus-Helden verewigte sich Pfeiffer als Catwoman, der Figur, an der sich in den kommenden Jahren Halle Berry und Anne Hathaway versuchten - mit unterschiedlichem Erfolg.

Trotz großer Kinoerfolge mit Dangerous Minds – Wilde Gedanken und Schatten der Wahrheit gibt es dennoch Rollen, dessen Ablehnung die Schauspielerin bis heute bereut. Dazu zählen die Durchbruch-Rolle von Meg Ryan in Schlaflos in Seattle und Jodie Fosters Rolle als Clarice Starling in Das Schweigen der Lämmer. Im Hinblick auf ihre vielfältige Filmographie gibt es jedoch keinen allzu großen Grund, diesen Entscheidungen nachzutrauern. Schließlich spielte Michelle Pfeiffer über die Jahre sowohl in Thrillern, Dramen, Historienfilmen, Romanzen, Fantasy-Filmen als auch Kriminal-Filmen mit und stellte mit diesen genre-unabhängigen Karriere-Entscheidungen stetig unter Beweis, wie facettenreich und vielseitig sie als Schauspielerin ist.

Michelle Pfeiffers Renaissance

Jedes Mal, wenn sich Pfeiffer eine kurzweilige Karrierepause gönnte, kehrte sie mit drei bis vier aufsehenerregenden Filmen zurück auf die Leinwand. Ihre Rückkehr als echte Comebacks zu bezeichnen, wäre jedoch nicht gerechtfertigt, waren ihre Rückzüge aus dem Rampenlicht in beiden Fällen schließlich nur von kurzer Dauer.

Doch nach einer größeren Auszeit floppten im Jahr 2007 Sternenwanderer und Hauptsache Verliebt an den Kinokassen. Anschließend dümpelte Pfeiffer auch in den Folgejahren bis 2013 meist nur in Nebenrollen in mäßigen Erfolgen wie Dark Shadows oder Malavita durch die Kinolandschaft. Zu Recht legte die die Hollywood-Größe in diesem Jahr erneut eine Verschnaufspause ein. Ihre sehr aktuelle Wiederkehr im letzten Jahr könnte als eine blühende Renaissance gewertet werden. 2017 erschien Pfeiffer nach erneut 4 Jahren in gleich 4 Filmen. So überzeugte sie im von den Kritikern gelobten Sundance-Festival-Drama Where Is Kyra? als zerbrechliche und trauernde Frau und war in der erfolgreichen Agatha-Christie-Adaption Mord im Orient Express sowie dem kontroversen Darren Aronofsky-Film mother! zu sehen.

Es scheint, als habe sich die Rückkehr ins Kinogeschäft für Michelle Pfeiffer gelohnt. In dem in diesem Jahr erscheinenden Sommer-Blockbuster Ant-Man and the Wasp wird Pfeiffer die verschwundene Mutter und ehemalige Superheldin Janet van Dyne aka The Wasp spielen. Damit wird unser Geburtstagskind in diesem Jahr höchstwahrscheinlich abermals einen Kassenschlager landen und erfreulicherweise zu den Wurzeln ihrer Karriere zurückkehren, hat sie doch schon einmal großen Eindruck als eine kratzwütige ikonische Comic-Figur hinterlassen.

Wir wünschen Michelle Pfeiffer heute alles Gute zu ihrem 60. Geburtstag und hoffen stark, dass sie uns auch in den kommenden Jahren weiterhin im Kino mit ihrem wunderschönen Antlitz und schauspielerischem Facettenreichtum bezaubern wird.

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