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Aktion Lieblingsfilm 2015

Taxi Driver - Das bin ich!

29.08.2015 - 09:00 Uhr
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Taxi Driver
© Neue Visionen Filmverleih
Taxi Driver
Aktion Lieblingsfilm 2015

Taxi Driver. Warum Taxi Driver? Weil das ein zeitloses Meisterwerk ist? Was macht diesen Film zu einem zeitlosen Meisterwerk? Sein Thema. Die Einsamkeit.

Mein ganzes Leben war ich einsam, überall. In Kneipen, im Auto, auf der Straße, in Geschäften, überall. Es gibt kein Entrinnen vor der Einsamkeit. Ich bin Gottes einsamster Mann!

Vermutlich der aufrichtigste Film und die beste Charakterstudie, die jemals über dieses Thema gemacht wurden. Was macht Travis Bickle aus? Er ist ein Psychopath, ein Antiheld, ein Massenmörder, ein Workaholic, ein Masochist, ein Spinner…aber vor allem ist er einsam. Ich bin Travis Bickle! Das bin ich! Ich fühl’ dasselbe!

Ein wildfremder Mann ist in Paul Schraders Büro aufgetaucht, und hat behauptet, dieser hätte mit der Verfilmung von Taxi Driver sein Leben verfilmt, ein anderer wollte den Präsidenten erschießen, mit der Begründung, er sei von Taxi Driver inspiriert worden – wir alle kennen diese Geschichten. Geschichten, die uns zeigen, wozu das Medium Film fähig ist, wie große seine Macht letzten Endes ist.

Abgesehen von der Gewalt, kann ich mich voll und ganz mit Travis Bickle identifizieren. Er ist ein Außenseiter – genau wie ich.

Er ist ein Prophet und ein Pusher. Ein Widerspruch in sich gewunden. Fast ist er wahr, fast erfunden.

Ich bin Travis Bickle! De Niros Leistung überschreitet die konventionellen Erwartungen an die Schauspielkunst. Er spielt nicht. Er ist, was er ist, was wir auf der Leinwand mit den bloßen Augen sehen können. Leibhaftig.

Travis’ selbstausgesuchte Einsamkeit und das Gefühl, wertlos und verloren zu sein, kulminieren in einem fehlgeschlagenen Suizid. Man darf nicht vergessen, dass Travis sich am Ende umbringen wollte. Ein Mann, auf der Suche nach sich selbst, durchtränkt von Bitterkeit und dem Gefühl von seinen Mitmenschen im Stich gelassen worden zu sein (nicht zuletzt, weil er es selbst so wollte).

How long have I been sleeping…How long have I been drifting… alone through the night…Awake again I can't pretend and I know I'm alone…And close to the end…of the feeling we've known…

Taxi Driver zeigt uns, wozu Einsamkeit und Isolation führen können. Er ist eine Warnung, ein Spiegel, der uns vorgehalten wird.

Mir hat der Film vor allem geholfen, besser mit meiner eigenen Einsamkeit umzugehen. Er hat mir die Augen geöffnet und gezeigt, dass viele Menschen ähnlich fühlen wie ich, und dass ich nicht allein bin, dass ein Film solch eine Kraft in sich tragen könnte, hätte ich früher nie für möglich gehalten. Ich lehne die Gewalt ab, verstehe sie als die unabdingbare Konsequenz, zu der er es am Ende wohl oder übel kommen musste, aber der Film ist mehr als das…tief in seinem Innern spricht er Gefühle in uns an, die wir nicht leugnen können.

Es sollte mehr Filme wie Taxi Driver geben.


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Dieser Community-Blog ist im Rahmen der Aktion Lieblingsfilm 2015 entstanden. Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Medienpartnern und Sponsoren für diese Preise:



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