Die durch die Hölle gehen

The Deer Hunter (1978), GB/US Laufzeit 183 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 08.03.1979


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7.9
Kritiker
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98 Kommentare
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von Michael Cimino, mit Robert De Niro und Christopher Walken

Robert De Niro, Christopher Walken und John Savage sind in Michael Ciminos mehrfach Oscar-prämierten Kriegsdrama drei Freunde, die durch die Hölle gehen.

Sie feiern zusammen, trinken zusammen, gehen gemeinsam auf die Jagd und letztlich auch gemeinsam durch die Hölle: Die russisch-stämmigen Amerikaner Michael ‘Mike’ Vronsky (Robert De Niro), Nikonar ‘Nick’ Chevotarevich (Christopher Walken) und Steven Pushkov (John Savage) arbeiten wie auch ihre Freunde Stanley (John Cazale), John Welsh (George Dzundza) und Peter ‘Axel’ Axelrod (Chuck Aspegren) in der örtlichen Stahlfabrik von Clairton, einer kleinen Stadt im westlichen Pennsylvania. Das überschaubare Leben von Mike, Nick und Steven steht an einem Wendepunkt, denn alle drei haben sich für Einsatz im Vietnamkrieg gemeldet. Doch vorher gilt es noch feuchtfröhlich die Hochzeit von Steven und Angela (Rutanya Alda) zu feiern. Ein letzter gemeinsamer Jagdausflug, bei dem Mike einen Hirsch mit nur einem Schuss erlegt, dann die harte Realität des Krieges.

Die drei, zuvor durch verschiedene Einheiten getrennt, werden bei einem Einsatz glücklich vereint, nur um kurz danach in Kriegsgefangenschaft zu geraten, wo sie zur Belustigung der Wärter gezwungen werden, im Russischen Roulette gegeneinander anzutreten. Zwar gelingt ihnen die Flucht, doch werden sie dabei wieder getrennt, Steven schwer verletzt.

Wie sich später herausstellt, ist der traumatisierte Nick in Saigon hängen geblieben, wo er mittlerweile professionell Russisches Roulette spielt. Mike ist zwischenzeitlich in die Heimat zurückgekehrt und verkehrt freundschaftlich mit Nicks Verlobter Linda (Meryl Streep). Als er erfährt, dass der Bein-amputierte Steven in einem Kriegsversehrtenheim dahin vegetiert, holt er ihn heim, um ihn wieder mit seiner Frau zu vereinen. Mike erfährt, dass Nick noch lebt und sich in Saigon aufhält. Tatsächlich findet er den geistig verwirrten und drogenabhängigen Nick. Doch für eine Rettung ist es zu spät. Nick ist nicht mehr von dieser Welt, als er die Wettkampf-Pistole an die Schläfe setzt und lächelnd mit den Worten abdrückt: ‘Ein Schuss…’

Hintergrund & Infos zu Die durch die Hölle gehen
Kaum einer hätte während der Produktion von Die durch die Hölle gehen (OT: The Deer Hunter) gedacht, dass der Film einmal zu Alltime-Klassiker werden würde: In der Ausgabe zum 10-jährigen Jubiläum wurde Die durch die Hölle gehen auf Platz 53 im AFI’s 100 Years…100 Movies geführt. Bei neun Nominierungen (u.a. für Robert De Niro als Bester Hauptdarsteller und Meryl Streep als Beste Nebendarstellerin) konnte der Film letztlich fünf Oscars für sich verbuchen. Regisseur Michael Cimino gewann gleich zwei, je einen für Beste Regie und den Besten Film. Christopher Walken erhielt für seine eindringliche Darstellung des vom Krieg Traumatisierten seinen ersten Oscar in der Kategorie Bester Nebendarsteller.
Während das ursprüngliche Drehbuch (ein sogenntes spec script) namens The Man Who Came To Play von Louis Garfinkle und Quinn K. Redeker noch für einen Spottpreis von 19.000 Dollar erhältlich war, später aber weitreichend umgearbeitet wurde von Michael Cimino und Deric Washburn (mit dem Cimino schon zusammengeschrieben hatte am Drehbuch zu Lautlos im Weltraum), war der Film schon vor Beginn der Post-Produktion mit der damals stattlichen Summe von 13 Millionen Dollar über Budget gegangen. Weitere zwei Millionen Dollar sollten noch folgen.
Die Beteiligung von John Cazale (Hundstage, Der Pate 2) in einer der Nebenrollen war ein unkalkulierbares Wagnis, denn er litt damals schon unheilbar Krebs und starb schließlich noch vor Veröffentlichung des Filmes (seine Szenen wurden gleich zu Beginn der Dreharbeiten durchgeführt). Nur dank des Einsatzes seiner damaligen Freundin Meryl Streep, Michael Ciminos und Robert De Niros, der für die Versicherung aufkam, konnte das Studio überredet werden, an ihm festzuhalten.
Die durch die Hölle gehen wurde damals sehr kontrovers wahrgenommen und diskutiert; besonders die Szene des Russischen Roulettes und das Anstimmen von ‘God Bless America’ am Ende des Filmes stieß bei vielen bitter auf. Dem Erfolg hat es nicht geschadet.
Michael Cimino, der danach freie Hand bei der Wahl des nächsten Projektes hatte, drehte Heaven’s Gate – Das Tor zum Himmel. Nach dessen grandiosen Misserfolg (nur 1,5 Millionen Einspiel an den Kinokassen bei geschätzten 44 Millionen Dollar Budget) verpuffte sein aufgegangener Stern alsbald. (EM)

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Die durch die Hölle gehen
Genre
Anti-Kriegsfilm, Drama, Kriegsfilm
Zeit
1960er Jahre, Vietnamkrieg
Ort
Pennsylvania, Vietnam
Handlung
Alte Freunde, Folter, Hochzeitsfeier, Kriegsgefangenenlager, Kriegsgefangener, Kriegsheimkehrer, Kriegsversehrter, Käfig, Männerfreundschaft, Querschnittsgelähmter, Russisches Roulette, Suizid, Trauma, Veterane des Vietnamkrieges, Vietcong, Vietnamkrieg
Stimmung
Berührend, Hart, Spannend, Verstörend
Tag
AFI Top 100, New Hollywood
Verleiher
United Artists
Produktionsfirma
EMI Films, EMI Films Ltd., Universal Pictures

Kommentare (91) — Film: Die durch die Hölle gehen


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justus.kostler

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Bewertung9.0Herausragend

Einer meiner Meinung nach oftmals unterschätzter Film im Genre der Anti-Kriegsfilme/Kriegsfilme dazu ist zu sagen, dass es auch ziemlich schwer ist aus dem schatten eines grandiosen Apocalypse Now zu treten. Für mich schafft "The Deer Hunter"
jedenfalls diesen Schritt und ich würde ihn gerne an der Seite von Apocalypse Now sehen als die beiden großen Anti-Kriegsfilme des letzten Jahrtausends. Storytechnisch kann man sagen, dass es eine sehr gutes Gleichgewicht zwischen der Brutalität des Krieges und den Auswirkungen des Erlebten auf das weitere Leben der Protagonisten hat. Gekrönt wird das alles durch einen überragenden Robert De Niro der seine Rolle als Michael Vronsky mit einer solchen bravur meistert, dass ich diese mit Recht zu einer der besten rollen von De Niro zähle und über christopher walken ist nur zu sagen, dass er sich seinen Oscar redlich verdient hat. abschließend ist festzuhalten, dass man eine obligatorische Empfehlung für diesen film aussprechen muss jedoch ist es kein Film den man sich zwischendurch einfach mal so anguckt dafür ist der Film einfach zu komplex und auch nicht direkt traurig aber eher schon fast dramatisch.Den dieser Film kann einen nicht kalt lassen so sehr man es auch versuchen mag, aber man braucht nach diesen 3 stunden Spieldauer trotzdem noch einmal einige Minuten um die gesehenen Geschehnisse zu verarbeiten/realisieren. Fazit: 9/10

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

GenervterUser980234

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Sehr treffend ausgedrückt!


Ioosh698

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Bewertung10.0Herausragend

"The Deer Hunter"
Es gibt Streifen, die wirklich sehr gute Kriegsfilme sind und es gibt ANTIkriegsfilme, Filme, die nochmal einen ticken schockierender und grausamer sind als die üblichen Kriegsfilme, da sie die Schrecken des Krieges noch intensiver, die Leiden derer die daran teilnehmen noch deutlicher an den Mann bringen und uns als Zuschauer diese Dinge in ein paar Stunden versuchen so direkt und schonungslos wie möglich näher zu bringen.
Michael Ciminos Meisterwerk "The Deer Hunter" ist ein solcher Streifen, einer den ich mir schon sehr lange mal ansehen wollte. Und nachdem ich den Film nun endlich gesehen habe, kann ich nur sagen: Respekt für diesen Film, für die unglaubliche Vielschichtigkeit und die Tatsache, den Film sozusagen in "drei Akte" zu Teilen! Genau dies ist auch die tragende Funktion dafür, das "The Deer Hunter" unter seinen anderen Genrevertretern so herausragt und fast schon so etwas wie einmalig ist. Denn "The Deer Hunter" ist kein ANTIkriegsfilm so wie man sich ihn vorstellt, jedenfalls nicht ganz und nicht so direkt. Hier gibt es nicht wirklich ausufernde Feuergefechte ( z.B die Landung der Alliierten in der Normandie - "Der Soldat James Ryan), vielmehr findet der Krieg hier direkt an der "Heimatfront" der drei Hauptprotagonisten, direkt in deren inneren statt, nicht so laut und umgeben von nicht enden wollenden Granateneinschlägen, aber mindestens mit der genauso fatalen und schrecklichen Wirkung, heraufbeschworen von unmenschlichen Bedingungen im tiefen Dschungel Vietnams.

Im ersten Teil des Filmes begleiten wir eine handvoll Männer, unter anderem Michael, Nick und Steven bei ihrem Leben in ihrem kleinen Städtchen in den USA. Sie arbeiten in einem Stahlwerk, spielen gern 'ne Runde Billard in ihrer Lieblingsbar und gehen für ihr Leben gerne Jagen, hoch oben im Gebirge. Mit ihren liebsten planen sie ihre Zukunft, voller Eifer, voller Vorfreude. Ausufernd wird die Hochzeit ihres Kumpels Steven gefeiert bevor sie bald darauf zu ihrer vorerst letzten gemeinsamen Jagd in die Berge aufbrechen, bevor sich ihr Leben in der Hölle Vietnams für immer verändern wird...

Danach geht es in den Krieg nach Vietnam. Was Michael, Nick und Steven hier erleben, ist an Abscheulichkeit, Grausamkeit und Sinnlosigkeit nicht zu überbieten. In Vietnam verliert jeder nach und nach den Verstand. Michael, Steven und Nick kämpfen um ihr Überleben, geben nicht auf und erleben am eigenen Leibe was der Krieg aus Menschen macht, etwas von dem sich keiner entziehen kann. Man wird wahnsinnig, verliert jeden Sinn und Verstand, begeht schreckliche Greueltaten die man sonst nie begehen würde, wird Zeuge von üblen Menschenverstümmelungen und Massenmorden. Menschen misshandeln Menschen, auf übelste Art und Weise. Michael, Nick und Steven werden zu denen, DIE DURCH DIE HÖLLE GEHEN...

Nach der Zeit in Vietnam geht es zurück in die Heimat, jedenfalls für Michael und Steven. Nick, von den Erlebnissen im Krieg vollkommen traumatisiert und Psychisch labil, bleibt hingegen in Vietnam, warum er dies tut und vor allem was er dort macht, möchte ich jetzt nicht sagen. Steven ist schwerbehindert und ein menschliches Wrack, er findet nicht mehr in's Leben zurück und auch seine Frau bekommt durch die schockierende Situation schwere psychische Probleme. Michael hat der Krieg ebenfalls schwer zugesetzt. Er findet sich in seiner Gesellschaft fast gar nicht mehr zurecht, kommt nur noch schlecht mit Leuten klar und ist einfach nur KOMPLETT gebeutelt. Das Leben vor dem Krieg, mit all seinen so schönen Seiten, all dies werden die Drei nie wieder erlangen, es kann nicht so kommen, es wird nicht so kommen...

Wie Cimino dies alles inszeniert, von Anfang bis Ende, ist einfach atemberaubend realistisch und schonungslos direkt dargestellt worden. "The Deer Hunter" konzentriert sich vor allem auf die seelischen Leiden, die unvorstellbar schrecklichen Kriegserlebnisse die sich ohne Gnade in den Menschen brennen und dort nie wieder entliehen und verzichtet auf große Actionmomemte. Aber ganz ehrlich, das ist auch überhaupt nicht schlimm, denn durch die Szenen in Vietnam, die so unvorstellbar intensiv und verstörend sind, erlebt man auch als Zuschauer selbst sprichwörtlich die Hölle!
Man wird Zeuge wie sich das Leben im Krieg von einen Moment auf den anderen verändert, und man nicht als Mensch, sondern als Wrack aus dem Krieg zurückkehrt, oder die Rückkehr überhaupt nicht erlebt. Man fühlt dabei mit den Protagonisten den ganzen Film über mit, freut sich mit ihnen auf der Hochzeit von Steven, leidet mit ihnen im Dschungel Vietnams und sieht hilflos mit an wie sie nach dem Krieg versuchen ein Leben, das es auch verdient so betitelt zu werden, zu leben, es aufgrund der traumatischen Erlebnisse aber in keinster Weise zu gelingen scheint.
Was hier voll und ganz heraussticht, ist die famose Kameraarbeit, der wunderschöne Soundtrack und natürlich der herausragende Cast.
Robert De Niro spielt als Michael wieder so unglaublich gut, so intensiv und vor allem realistisch, das man vor seiner Leistung wieder einmal nur den Hut ziehen kann!
Christopher Walken als Nick war für mich eine echte Überraschung! Ich hätte nie gedacht das Walken hier SO gut spielt, die charakterliche Wandlung Nicks SO unglaublich präsent und atemberaubend rüberbringt. Man kann ohne weiteres sagen, das Christopher Walken hier zurecht den Oscar erhielt, einen der verdientesten Oscars der Filmgeschichte, mit Sicherheit! Eine ganz große Leistung, vielleicht die BESTE seiner Karriere.
Auch Meryl Streep spielt, wie immer, überragend gut und zeigte einmal mehr was sie in der Filmgeschichte für eine wichtige Rolle spielt. John Savage und John Cazale zeigen hier auch absolute Top Leistungen. Wirklich ein ganz großes Lob an Michael Cimino, der dieses gigantische Epos zum Leben erweckte und somit einen der wichtigsten und bedrückendsten Filme aller Zeiten erschuf ( 5 Oscars, ein mehr als verdienter Lohn!).

Fazit: "The Deer Hunter" ist ein mächtiger Film, ein WICHTIGER Film! Der Film braucht anfangs sehr viel Zeit um in die Geschichte einzuführen, aber das ist auch vonnöten, um zu verstehen was Michael, Nick und Steven alles verlieren, was nie mehr so sein wird wie vorher. Die Aussage des Filmes, seine Thematik und seine Wirkung werden wohl IMMER Aktuell bleiben und sind absolut zeitlos.
Wenn mich jetzt jemand fragen würde, welcher Vietnamkriegsfilm mich am meisten schockiert hat, dann würde ich antworten, neben "Apocalypse Now" ganz klar Michael Ciminos Meisterwerk "The Deer Hunter" !

Ein ganz großes Stück Film!

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BenAffenleck

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Etwas lang, ansonsten ein Top Kommentar. Den muss ich auch dringend noch mal sehen, ich wusste den damals anscheinend nicht richtig zu schätzen.


Ioosh698

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@jacker
Vielen Dank und freut mich, das du meine Meinung teilst^^ Und weißt Du was, die 0,5 Punkte machen nun auch keinen großen Unterschied mehr, weswegen ich ihm doch die 10 gebe :)
@Ben
Danke;) Ja, ich neige meist zu etwas längeren Texten ^^ Und schau ihn dir ruhig nochmal an...;D


HerrGurlitt

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Bewertung9.5Herausragend

Sie: "Hättest du je gedacht, dass sich das Leben einmal so ändert?!"
Er: "Nein."

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Davki90

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Bewertung6.5Ganz gut

Ein Film der bewegt! Nebst Apokalypse Now der 2. bekannte Vietnam Film. "Die durch die Hölle gehen" ist mit einem Top Cast besetzt. Robert de Niro Meryl Streep und Christopher Walken. Durch die Hölle müssen viele auch gehen, wenn sie diesen Film schauen, denn er ist zu lang, viel zu lang! Die Geschichte ist schleppend und in der Mitte des Films ist mir zu viel Gelaber. Viellicht verstehe ich den Film auch nicht so richtig! 2 Stunden hätten gereicht! So kommt er bei weitem nicht an Apokalypse Now heran!

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Andron

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Da hat benni schon recht, trotzdem ist der Streifen lang... und heute nicht mehr ganz zeitgemäß... damals natürlich beeindruckend, wenn man bedenkt wieviel, heute nicht mehr ansehbares Zeugs, damals gedreht wurde!


benni565

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@Andron :
ich sag mal so : gottseidank nicht mehr ganz zeitgemäß !!
Die Krisenherde von damals sind Geschichte...
und das ist gut so !!!
Gelernt hat trotzdem keiner.
Jetzt und heute gibt es doch leider immer noch genug "Stellvertreter"-Kriege und -Konflikte !!
Und die krankhaft hegemonialstrebende Macht von damals legt es immer noch darauf an, sich eine blutige Nase zu holen !
Und wie immer im Schlepptau :
...unzählige zivile, unschuldige Opfer !!!


Lariari

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Einfach nur einer meiner Lieblingsfilme, weil damit irgendwie meine ganze "Filmesuchterei" anfing.

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flobuc

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Bewertung6.0Ganz gut

Teilweise furchtbar langatmig, vor allem die erste Stunde und überhaupt alle Szenen, die nicht in Vietnam, sondern in der Heimat spielen. Wieso muss ich denen eine halbe Stunde beim Hochzeiten zugucken? Die Szene könnte genausogut auch 5 Minuten oder 90 Minuten dauern und hat für die Handlung null Bedeutung. Einführung und Vorstellung der Charaktere gut und schön, aber dafür über eine Stunde? 1.Stunde 1 Punkt, 2.Stunde 10 Punkte, 3.Stunde 7 Punkte macht im Schnitt nun mal nur 6 Punkte.

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Chucky89

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Bewertung5.5Geht so

Bin ein großer De Niro Fan und habe alle der Vietnamfilme der 70/80 er Jahre gerne gesehen. Aber dieser Film hier ist überhaupt nicht mein Geschmack. Alleine der Anfang auf der Hochzeit zieht sich wie Kaugummi. Die Szenen kommen mir teilweise richtig willkürlich aneinandergereiht vor. Der Übergang nach Vietnam ging mir trotz allem viel zu schnell. Die Handlungen sind auch nicht immer komplett nachvollziehbar gewesen. Trotz allem von Walken und De Niro sehr gut gespielt. Als Anti-Kriegsfilm über den Vietnamkrieg kann ich mit Platoon oder Apocalypse Now wesentlich mehr anfangen.

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julius.kassburg

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Super Film ...

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Hungerkünstler

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Bewertung7.0Sehenswert

Ein Film, der zweifelsohne viele Qualitäten hat, spannend inszeniert und voller Dramatik. Die Schauspielerriege, allen voran de Niro, ist großartig. Auch ein wichtigerFilm, der nicht lange nach dem Vietnamdebakel der Amerikaner dieses traurige Kapitel in Angriff nahm. Überzeugend ist die Gegenüberstellung des Lebens der drei Protagonisten vor und nach dem Krieg, aus dem sie als körperliche und seelische Wracks zurückkehrten. William Wyler hat übrigens die Folgen des Kriegs am Beispiel des zweiten Weltkriegss für drei überlebende Soldaten bei Rückkehr in die USA in "Die besten Jahre unseres Lebens" ebenso eindrucksvoll, wenn nicht noch überragender, dargestellt. Diese und noch noch weitere Filme des Genres haben, wie könnte es anders sein, spätere Kriege nicht verhindert.

Der mittlere Teil des Films ist für mich ein Grund für eine gewisse Abwertung. Die Soldaten des Vietcong werden als sadistische Teufel dargestellt, die ihre Gefangenen grausam quälen. Dafür gibt es nach meiner Kenntnis keinerlei historischen Hintergrund. Die Sache mit dem "Russischen Roulette " ist effekthascherisch und übernimmt das Klischee vom gerechtfertigten amerikanischen Krieg gegendie bösartigen aggressiven, die westliche Freiheit bedrohenden Nordvietnamesen. Das ergibt ein falsches Bild. Ob es die dagestellten Gefangenenkäfige imW assergegeben hat, weiß ich nicht. Wenn ja dann haben dies die Amerikaner in Guantanamo und anderorts mit der Anwendung des "waterboarding" zur Geständniserpressung übernommen.

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benni565

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na ja, dass der Vietcong gelinde gesagt nicht zimperlich war, ist mal Fakt.
Ich denke nicht, dass das übertrieben dargestellt ist.
Was nicht heissen soll, dass die Amerikaner dort moralisch einen Deut besser aufgetreten sind. MY Lai sei hier nur beispielhaft erwähnt.
Ich sehe Krieg ohnehin als Verbrechen gegen die Menschlichkeit an, egal wer ihn warum und gegen wen führt !
Filme werden Kriege nicht verhindern, da hast du recht.
Dennoch ist "The deer hunter" ein bedeutendes Anti-Kriegs-Drama.
Das Thema der Gräueltaten, die man sich im Vietnamkrieg gegenseitig antat, kannst du ja nochmal nachrecherchieren.
Vielleicht gibst du dem Film dann unter diesem Eindruck sogar ein ,zwei Punkte mehr.


Hungerkünstler

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Natürlich war der Vietcong auch nicht gerade zimperlich. Kriegsgrausamkeiten schaukeln sich gegenseitig hoch. Man denke derzeit an Syrien!
Aber in den zentralen Punkten sind wir durchaus einer Meinung. Gruß H.


Walheimat

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Bewertung7.0Sehenswert

In The Deer Hunter ist jede Szene Schlüsselszene. Es wird nicht wirklich erzählt, es wird ein Rahmen geschaffen, in welchem alles und jeder als Referenz ausgezeichnet ist. Die Einstellungen sind von einer teils grausamen Länge und ermüdenden Aufgeregtheit, weil der Film nichts vermitteln will außer der Notwendigkeit, sich jede Figur (die Schlüsselfigur ist), jedes Requisit (das Schlüsselrequisit ist), jede Situation (die Schlüsselsituation ist) und jede Wendung (die Schlüsselwendung ist) einzuprägen; dafür stellt er einfach ausreichend Zeit zur Verfügung. Wohin führt diese nicht enden wollende Kette von Verweisen und Rückverweisen? Ganz einfach: zum Abspann und all dem, was man auch vorher schon gewusst hat, wovon man vorher schon der Meinung war (egal, ob es den Vietnamkrieg, den Sinn des Lebens, den Platz in der Gesellschaft, den Tod, das Wagnis/Spiel oder sonst etwas betrifft). Dann sitzt man mit einem Haufen Schlüssel da, – verdammt gut gespielten, verdammt gut ins Spiel gebrachten, verdammt gut inszenierten, und verdammt glaubwürdig wiederholten, äh, Schlüsseln.

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Alienator

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Unheimlich intensiver psychologischer Antikriegsfilm

Der Begriff Antikriegsfilm ist schwer fassbar. Filme, die den Krieg und seine Auswirkungen zeigen (egal ob es sich um den ersten Weltkrieg handelt, den zweiten, den Vietnamkrieg, den Koreakonflikt oder den Irakkrieg) haben stets das Problem, dass sie immer nur einen kleinen, schwer zu definierenden Teil des Krieges versuchen abzulichten, uns näherzubringen. Man kann das Grauen nicht bildlich fassbar machen. Es ist nicht möglich, solange man nicht selbst daran beteiligt war und versteht um was es geht. Und selbst wenn man involviert war, ist es dennoch nicht erklärbar was mit den Menschen in solchen Konflikten passiert. Der dunkle Teil der Seele wird angesprochen und heraufbeschwört. Menschen erkennen das innere Monster und können nicht begreifen wie sie sich gegenseitig solch schmerz zufügen können. Der Mensch verroht, er wird zum Tier. Er wird leer. Was macht der Krieg und seine Geschehnisse mit einem? Kann man wieder zum so genannten „normalen“ Leben zurückfinden? Ist es möglich, das Grauen hinter sich zu lassen und dem Alltag zuzuwinken mit einem aufgesetzten Lächeln auf den Lippen, wenn man vielleicht ein paar Monate zuvor zerfetzte Leichen gesehen hat oder selbst Menschen erschossen hat? Kommt man mit sich ins Reine, wenn man weiß, zu was der Mensch in solch verachtenden Situationen im Stande ist zu tun? Kann man je wieder etwas essen, wenn man weiß, was für Entbehrungen der Mensch auf sich nimmt um zu überleben im Krieg? Was kommt danach? Zerbricht der Mensch? Solche Fragen zu stellen in einen Film ist schwer. Diese dann auch noch beantworten unmöglich. Und genau das versucht Ciminos Meisterstück über die menschliche Tragödie nach einem Krieg aufzuzeigen. Er geht dabei behutsam vor. Zunächst. Der erste Akt ist als normales Alltagsleben geschildert. Eine fiktive Vorstadt und seine Einwohner werden hier gezeigt. Das Leben ist flüssig. Es geht seinen Gang. Jeder hat seine Sorgen. Es wird geheiratet. Männer treffen sich in Kneipen, spielen Billard, trinken einen, sie sind Freunde, sie gehen auf die Jagd. Es ist ein einfaches, typisch-amerikanisches Leben. Dann werden sie einberufen. Der zweite Akt des Filmes nimmt seinen perversen Lauf. Ohne Vorwarnung wird der Zuschauer in eine Szenerie geworfen, die menschenverachtender kaum sein kann. Hier erlebt man als Zuschauer einen Teil des Lebens im Krieg mit. Auch wenn die Szenen in der Gefangenschaft des Vietcong für Entrüstung sorgen, so dienen sie doch lediglich als Auftakt um das Leiden des Menschen nach diesen Erlebnissen zu zeigen. Das wollte Cimino zeigen. Er bezieht im Prinzip keine Position. Auch wenn das die osteuropäischen Länder bei der Premiere so sahen. Es geht hier darum aufzuzeigen, was einer (nicht der) Auslöser sein kann damit das Leben aus den Fugen gerät. Und das ist von solcher Intensität gefilmt (auch dank des grandiosen Kameramannes Vilmos Zsigmond, der in der 70ern so eine Art „Gott der Kamera“ war), dass man den Schmerz spürt. Nach der (und das ist tatsächlich etwas unrealistisch, passt aber im Kontext des Filmes sehr gut rein) Befreiung durch Erniedrigung, beginnt der dritte Akt des Films. Das Leben danach und wie es außer Rand und Band gerät. Hier gibt es zum Schluss die einprägsamste Szene. Wenn Christopher Walken ansetzt zum russisch Roulette und sein Blick dem von Robert de Niro schweift….das ist die grausam-schönste Szene im ganzen Film. Hier wird einen bewusst was hier passiert ist. Der Mensch geht unter in seiner seelischen Zerstörung durch den Krieg. Ein höchst menschlicher Film ist dieser. Geprägt durch die fantastische Kamera, der zermürbenden Regie von Cimino und vor allem durch die Schauspieler, die allesamt mit den besten Darstellungen ihres Lebens abliefern. Angefangen von Robert de Niro, über den zu recht mit den Oscar ausgezeichneten Christopher Walken bis hin zu John Savage und John Cazale. Alle liefern hier eine beeindruckende Show ab. Dieser Film zählt für mich zu den besten Antikriegsfilmen die es gibt. Neben „The Big Red One“ und „Apocalypse Now“ der Film der 70er über den Krieg.

Auch wenn wir den Krieg nicht fassen können, unfassbar ist er.

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Alienator

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Danke dir. das stimmt allerdings. auch wie gesagt sehr zu empfehlen ist "The Big Red One", die 40 Minuten längere Fassung.


Andy Dufresne

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Will ich mir eh schon ewig zulegen...


mcclane91

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

"Die durch die Hölle gehen" ist kein typischer Anti-Kriegsfilm, der wie etliche andere Filme bombastische Kampfszene aufzuweisen hat. Hier liegt der Fokus viel mehr auf der Persönlichkeitsentwicklung der drei Protagonisten und dem Einfluss der Geschehnisse in Vietnam in der amerikanischen Heimat. Aus diesem Grund ist der Film in etwa drei gleich lange Abschnitte eingeteilt: vor Vietnam, in Vietnam und nach Vietnam.
Irgendwie gelingt es dem Film bei mir eine extrem bedrückende Stimmung aufzubauen, was vorher auch nicht andere Vietnam-Epen wie Apocalypse Now oder Platoon gelang. Also nicht unbedingt der Film, den man in geselliger Runde bei feuchtfröhlicher Stimmung mit Freunden gucken sollte. Trotz dessen, wenn man dem Film seine Zeit gibt, sieht man hier einen wahren Meilensteine der Filmgeschichte, den wohl kein Cineast auslassen sollte. Vielen Dank Michael Camino für dieses große Werk!

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cpt. chaos

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Bewertung7.0Sehenswert

Der große Oscar-Abräumer von 1979 (fünf Oscars – u.a. bester Film, beste Regie und Christopher Walken als bester Nebendarsteller) ist in drei Kapitel unterteilt - einerseits die ausgiebig angelegte Hochzeitsfeier in dem dreckigen Industriekaff mit dem anschließenden Jagdausflug, bei dem schon die ersten Risse zwischen den Freunden unübersehbar sind, dann der Vietnameinsatz mit dem Russischen Roulette, welches einer standrechtlichen Erschießung mit sadistischem Anstrich gleichkommt und schließlich die Heimkehr der körperlichen bzw. seelischen Wracks zu den Daheimgeblieben, die in der Zwischenzeit auf ihre Art nicht weniger gelitten haben und daran teils vollständig zerbrochen sind.

Neben dem bereits erwähnten Christopher Walken, glänzen Robert De Niro, Meryl Streep, John Savage, John Cazale und George Dzundza mit ihrem bemerkenswerten Schauspiel. Als Kritikpunkt sehe ich nach wie vor die etwas zu üppig ausfallende Hochzeitsfeierlichkeiten und dass Michael Cimino anhand derartig starker Charakterdarsteller, die ihm für diese Produktion zu Verfügung standen, die Charakterzeichnungen nicht vollständig ausreizte. Hervorzuheben seien allerdings noch der Score und die Kameraarbeit, die das Ganze gekonnt abrunden.

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vanilla

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Ok, aber das soll ja schon was heißen, wenn du 7 Punkte gibst;-)


cpt. chaos

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@Dr.Pepper: Ist halt nicht der typische Antikriegsfilm, da der Fokus mehr auf die Heimat ausgerichtet ist. Dein Kommi, den ich bereits vor längerer Zeit gelesen habe, ist für mich völlig nachvollziehbar. Mir gefällt der Film mitllerweile recht gut, wenngleich ich mich an den ganz großen Lobeshymnen nicht beteiligen will/kann. Insgesamt wäre hier jedenfalls definitiv mehr drin gewesen.


GeorgeKaplan

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

"It was the only movie that won Oscars with balls..."

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benni565

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...certainly...with big balls !!!


replicant-10

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein harter und trauriger Vietnamkriegs-Kult-Klassiker.
Ein schonungsloser aber auch einfühlsamer Film
über die Grausamkeit des Krieges und den Verlust von Freunden.
Muss man gesehen haben.

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JackMontana

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Bewertung6.0Ganz gut

Von den großen Vietnam-Epen hat mir dieser Film eindeutig am wenigsten gefallen. Und dies obwohl mit Robert de Niro und Christopher Walken zwei fantastische Schauspieler an diesem Werk beteiligt waren.
Insgesamt hätte dem Film eine deutliche Straffung um mindestens eine halbe Stunde gut getan. Denn die Geschichte gibt eine so lange Laufzeit eigentlich gar nicht her.
Schon zu Beginn wirkt der Film etwas fahrig und altbacken. Die Inszenierung und Schnitttechnik wirkt stellenweise merkwürdig und ermüdend. Die Handlungen der Charaktere sind oft nicht wirklich nachzuvollziehen und man kann sich auch nur wenig mit ihnen identifizieren.
Trotz der vielen Schwächen ist der Film durchaus anschaubar, das gilt vor allem für die letzte Stunde des Films. Wenn ich jemandem einen guten Vietnam-Film empfehlen müsste, würde ich wohl eher „Apocalypse Now“ oder „Platoon“ nennen.

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Donnos

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volle Zustimmung...Straffung um ne halbe Stunde trifft es auf den Punkt. Heute würde man sagen "typisch aktueller Blockbuster" was die Länge angeht... ;-)


henrik.bruning

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Bewertung7.5Sehenswert

Absoluter Anti-Kriegsfilm! Auch wenn der kontrastreiche Anfang was anderes verspricht..
Aber dennoch fand ich die Veränderung der Charaktere interessant wie schockierend.
Besonders die, des darmals noch unbekannten aber überragenden Christopher Walkens.

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frank-br

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Bewertung6.5Ganz gut

Eigentlich drei Abschnitte: 1. Stunde: Charakterhinführung, 2. Stunde: Geschehen, 3. Stunde: Auswirkungen.
Man muss das Entstehungsjahr (vor 35 Jahren!) bei der Bewertung im Blick haben. Die Längen sind für heutige Maßstäbe teilweise nicht mehr machbar. Aber damals sicher einer der besten Anti-Kriegsfilme.
Wenn ich aber einen 26 Jahre alten Anti-Kriegsfilm betrachte (Full Metal Jacket), dann sieht man, dass es hier schon wesentlich eindringlicher und packender geht.
(Wäre das ein aktueller Film würde ich 3 Punkte geben)

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Cameron

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Bewertung6.5Ganz gut

Ich bin gespalten. Ich hätte diesen Film so gerne gemocht, zumal auch viele Elemente eines "Meisterwerks" hier enthalten sind. Nur leider ist "Deer Hunter" für mich extrem uneben; vor allem im ersten Teil reihen sich grossartige Szenen und Bilder an unglaublich belanglose. Wunderbar ist z. Bsp. der erste Jagdausflug, das Gespräch über die Stiefel etc.; und während auch einige Einstellungen der Hochzeit wichtig und enthüllend sind, so scheinen andere Einstellungen derselben Hochzeit einfach überflüssig. Der Schnitt ist, auch während dem Rest des Films, wirklich holprig; und obwohl unkonventioneller Schnitt nicht "schlecht" bedeutet, so werden hier spannende Szenen, welche ich gerne noch weiterverfolgt hätte, überraschend, und, für mich "zum falschen Zeitpunkt", abgebrochen, während belanglose, weniger interessante Szenen ewig andauern. Dies macht es schwer, die Motivationen der Figuren für gewisse Handlungen zu begreifen, und so stehe ich noch bei vielen Szenen vor Rätseln; es leuchtet mir nicht ein, weshalb diese Figuren so gehandelt haben.
Kurz: mit einer etwas anderen "Mischung" aus dem Schneideraum wäre ich wohl zufriedener gewesen, aber da der Film für so viele gut funktioniert, werde ich ihn sicherlich noch einmal anschauen, um mehr mitzunehmen.

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Leonerd

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Kannst du ein paar Beispiel geben, für die Szenen, die zum falschen Zeitpunkt abgebrochen wurden?


soilent

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Bewertung5.5Geht so

Peer Steinbrück (SPD): "Ich habe den Film dreimal gesehen. Das erste Mal ungefähr 1980/81 in einem Kino in der Nähe des Hamburger Hauptbahnhofes und er gehört in der Tat zu den Filmen, die mich mit am meisten beeindruckt haben. [...] Ich hatte immer eine Skepsis gegen Kriegsfilme, weil mir die meisten Kriegsfilme so vorgekommen sind, dass sie irgendwie ein technisches Schlachtengemälde veruchten darzustellen, eher zu einer Verharmlosung dessen beitrugen, was dort eigentlich passiert. Aber ich gebe zu, es gab bis dahin einige Kriegsfilme, die mich beindruckt hatten [...] der Film ist ziemlich lang, diejenigen die sich den Film angucken, werden sich auf fast drei Stunden einstellen müssen und die erste Sequenz geht über 60 Minuten! Und zeigt nichts anderes, als ein relativ intaktes soziales Gemeinwesen. [...] Und von diesem ersten Teil der 60 Minuten lang dauert, werden sie zwanzig Minuten lang eine ziemlich lange Hochzeitsfeier sehen. Und über diese Hochzeitsfeier und alles was sich darum herum rankt - an Personen, an Beziehungen - wird ziemlich deutlich, dass das eine noch intakte soziale - oder sagen wir mal familiäre, freundschaftlich verbundene Gemeinschaft ist. Und wir werden im Laufe des Films feststellen, wie die aus den Angeln gehoben wird und zwar buchstäblich [...] denn die zweite Sequenz, der Teil der Trilogie, der spielt dann in Vietnam und dieser zweite Teil enthält dann außer einer kleinen - fast vernachlässigbaren Kriegshandlung - nicht das, was sie in Kriegsfilmen sehen, sondern der überwiegende Teil dieses zweiten Teils ist geprägt davon, dass diese drei Feunde in Gefangenschaft geraten. Und dann werden sie etwas erleben an Darstellung, was jedenfalls mich enorm bedrückte und was jedenfalls aus meinem Gedächtnis nie geschwunden ist: Wie diese drei Freunde in einem Tigerkäfig bis zur Halskrause im Wasser stehen - gefangen gehalten worden. Damit nicht genug: Von Zeit zu Zeit wurde einer - der in diesem Tigerkäfig unter Wasser gehalten wurde und teilweise von Ratten angenagt wurde - von erkennbar nordvietnamesischen Soldaten herausgeholt und wurde einer Prozedur unterworfen, die sie und ich als 'russisch Roulette' kennen. Und die nordvietnamesischen Soldaten wetteten darauf, bei welchem Abschuss, bei welcher Bedienung des Triggers, er stirbt oder nicht stirbt. Sie machten Wetten darauf. Und es war völlig absehbar für diese drei Freunde, dass sie diese Prozedur nicht überleben würden. Und sie konnten sich befreien. Sie konnten sich befreien, weil eigentlich die Hauptperson dieses Filmes - in Gestalt von Robert DeNiro mit dem Filmnamen Michael - bereit war, dieses Spiel mitzumachen und against all Odds, darauf zu wetten, dass die Kugel die ihn treffen könnte, erst in der 5. oder 6. Kammer ist. D.h. er drückte mit dem Revolver an seiner Schläfe drei oder vier Mal ab, um dann zu wissen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die Kugel jetzt in der entscheidenden Kammer liegen könnte, ihn befreien könnte, in dem er dann den Revolver auf einen seiner Peiniger... einen dieser nordvietnamesischen Soldaten richtete und den anderen das Signal gab, buchstablich sie zu überwältigen. Und dies gelang. Die nächste Kugel war in der Kammer, die er brauchte, um seinen Peiniger zu töten und die anderen zu veranlassen aufzubegehren und damit sich auf eine lange Fluchtreise zu machen. [...] Der Film hat mich sehr beeindruckt, ich habe ihn damals ganz alleine in einem Hamburger Kino gesehen. Ich konnte mit niemanden darüber reden."

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benni565

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och? wirklich?


FranklinFlyer

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Das einzige was besser ist als dieser Kommentar, ist der Dialog danach.



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