Die durch die Hölle gehen

The Deer Hunter (1978), US Laufzeit 183 Minuten, FSK 16, Historienfilm, Drama, Kinostart 08.03.1979

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7.9
Kritiker
37 Bewertungen
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7.4
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79 Kommentare
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von Michael Cimino, mit Robert De Niro und Christopher Walken

Robert De Niro, Christopher Walken und John Savage sind in Michael Ciminos mehrfach Oscar-prämierten Kriegsdrama drei Freunde, die durch die Hölle gehen.

Sie feiern zusammen, trinken zusammen, gehen gemeinsam auf die Jagd und letztlich auch gemeinsam durch die Hölle: Die russisch-stämmigen Amerikaner Michael ‘Mike’ Vronsky (Robert De Niro), Nikonar ‘Nick’ Chevotarevich (Christopher Walken) und Steven Pushkov (John Savage) arbeiten wie auch ihre Freunde Stanley (John Cazale), John Welsh (George Dzundza) und Peter ‘Axel’ Axelrod (Chuck Aspegren) in der örtlichen Stahlfabrik von Clairton, einer kleinen Stadt im westlichen Pennsylvania. Das überschaubare Leben von Mike, Nick und Steven steht an einem Wendepunkt, denn alle drei haben sich für Einsatz im Vietnamkrieg gemeldet. Doch vorher gilt es noch feuchtfröhlich die Hochzeit von Steven und Angela (Rutanya Alda) zu feiern. Ein letzter gemeinsamer Jagdausflug, bei dem Mike einen Hirsch mit nur einem Schuss erlegt, dann die harte Realität des Krieges.
Die drei, zuvor durch verschiedene Einheiten getrennt, werden bei einem Einsatz glücklich vereint, nur um kurz danach in Kriegsgefangenschaft zu geraten, wo sie zur Belustigung der Wärter gezwungen werden, im Russischen Roulette gegeneinander anzutreten. Zwar gelingt ihnen die Flucht, doch werden sie dabei wieder getrennt, Steven schwer verletzt.
Wie sich später herausstellt, ist der traumatisierte Nick in Saigon hängen geblieben, wo er mittlerweile professionell Russisches Roulette spielt. Mike ist zwischenzeitlich in die Heimat zurückgekehrt und verkehrt…

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Cast & Crew


Kritiken (2) — Film: Die durch die Hölle gehen

SoulReaver: CinemaForever

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9.0Herausragend

[...] Das russische Roulette symbolisiert den Krieg und die Regellosigkeit wie Sinnlosigkeit spiegelt sich in diesem abstoßenden Glücksspiel, wie in Nick, verstörend wieder. Auf sensible und ruhige Weise nimmt Ciminos sich dieser Zeit an, macht sie fühlbar und lässt uns schmerzhaft verstehen. Kein Hass und kein Zorn, sondern innere Einsamkeit, Trauer und Ratlosigkeit. Wenn am Ende zaghaft god bless america angestimmt wird, ist das fernab von jedem Patriotismus, sondern nur das verzweifelte Zusammenrücken aus verlorenen Menschen in dunkelster Stunde, die sich aneinanderklammern und trotzdem nie wieder ein Ganzes ergeben werden. [...]

Kritik im Original 20 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Dietmar Kesten: Filmmag.de

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5.0Geht so

[...] Eigentlich ist die Story banal, die Szenen sind willkürlich ausgesucht, es gibt keine stringente Handlung, nur Einzelstränge einer Erzählung. Und die Asiaten (der Vietcong) werden, wie in vielen anderen Vietnam-Filmen auch, als „Untermenschen“ dargestellt. [...]

Kritik im Original 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

shadowhunting

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Die Story ist einfach in drei große Abschnitte eingeteilt. Die Zeit vor dem Krieg, die Zeit während des Krieges und die Zeit nach dem Krieg aus der Sicht der Hauptprotagonisten. Der Charakterwandel und menschliche Veränderung der drei Männer ist auf keinen Fall banal und die Szenen haben alle ihren Zusammenhang und sind nicht willkürlich aneinander gereiht.



Kommentare (77) — Film: Die durch die Hölle gehen


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Andy Dufresne

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Bewertung10.0Herausragend

"Nick: I hope they send us where the bullets are flyin' and the fightin's the worst, huh?
Green Beret veteran: Fuck it.
Michael: Well, what's it like over there? Will you tell us anything?
Green Beret veteran: Fuck it."

Ein Kriegsfilm, der vorranging an der "Heimatfront" des Krieges stattfindet, an der keine Kugeln fliegen (außer den gewollten, die man zum Wild jagen verschießt), an der keine physischen Gräuel passieren, an der die psychischen Auswirkungen aber dennoch mit vollster Kraft aufschlagen, vielleicht sogar mit noch größerer Wucht als an der tatsächlichen Front.

Denn der Krieg zerstört nicht nur den kämpfenden Soldaten, der Krieg zerstört die Frauen der Soldaten, die Familien der Soldaten, das Umfeld der Soldaten, letztendlich das ganze Land der Soldaten.

Was "The Deer Hunter" unter Seinesgleichen stark herausragen lässt, ist seine Vielschichtigkeit, seine "Dreieinigkeit".

Der Film beginnt vor dem Krieg.
Er zeigt die Männer in ihrem Heimatdorf, er zeigt sie bei einer ausgelassen, ausufernd gefeierten Hochzeit , er zeigt sie jagend, er zeigt sie ihre Zukunft planend.

Dann wechselt er in den Krieg.
Er zeigt die Männer kämpfend, leidend, verzweifelnd.
Er zeigt, dass der Krieg eine einzige Selbstmisshandlung des Menschen durch den Menschen ist.

Komplettiert wird die "Dreifaltigkeit" durch den letzten Schwenk des Filmes.
Eben zurück in die Heimat, die eine andere geworden ist für die Männer und die auch für ihr Umfeld nicht mehr, nie mehr, die gleiche ist, sein kann.

"The Deer Hunter" beleuchtet die seelischen und körperlichen Wunden der Männer und die Co-Abhängigkeit ihres Umfeldes.
Er zeigt, dass sich der Krieg in die Menschen hinein frisst und eben nicht mehr raus geht, nicht mehr von ihnen lässt, sie nicht mehr loslässt.
Das er die Menschen verrückt, krank, kaputt, völlig verloren und allein zurücklässt.

Und er zeigt, mit dem Schicksal von Nick, dass der Krieg einen so abstumpfen lassen kann, dass man von einem optimistischen, lebenslustigen und hungrigen Menschen , zum Wrack werden kann, dem wirklich alles egal ist, für den nichts mehr einen Wert hat.
Dass man zu jemandem werden kann, der täglich russisches Roulette spielt, schlicht weil es ihm/einem absolut egal ist ob er/man lebt oder stirbt.
Weil er/man eigentlich nur noch den Tod sucht, die Erlösung.

Wie Christopher Walken diese Wandlung darstellt, ist schlicht ohne Gleichen, raubt einem komplett den Atem.
Einer der verdientesten Oscars aller Zeiten.
Aber auch Robert De Niro spielt seine Rolle gleichermaßen perfekt, ebenso wie die immer großartige Meryl Streep.
Der viel, viel zu früh verstorbene John Cazale ( Fredo aus Godfather I&II ) hinterlässt mit diesem, seinem letzten Film, ein exemplarisches Beispiel seiner Außergewöhnlichkeit.
Und auch John Savage, als körperlich und seelisch zerstörter Steven ist ebenbürtig, genauso wie der sich ganz bewusst zurückhaltende George Dzundza.

Ein grandioser Cast, geführt von der sensiblen und doch harten, klaren, zielführenden Regie des Wunderkindes und (des) danach gestrauchelten Michael Cimino.

Untermalt von der wunderschönen Musik Stanley Myers´, dessen "Cavatina" aus "The Deer Hunter" zu einer der bekanntesten Filmmelodien überhaupt avancierte.

Ein besonderer, einzigartiger Film, der weit, weit mehr als (nur) ein Kriegsfilm oder ein Antikriegsfilm ist.

Cimino meinte damals er wolle einen Film über die Staaten drehen und nicht über Vietnam.
Dies ist ihm gelungen.

"The Deer Hunter" ist ein Schlüsselfilm geworden, der dass damalige Lebensgefühl und den sich nähernden Untergang des unschlagbaren, unverwundbaren Amerikas offenbart und der die nicht (äußerlich) zu sehenden Verwundungen und Wahrheiten freilegt, seziert.

Sein Werk ist einer der ganz, ganz selten gelingenden, nicht planbaren Filme, die um eine bestimmte Zeit handeln, die in ihrer Wirkung und Aussage aber zeitlos und immer geltend bleiben werden.

Ein großer Film, in wirklich allen Belangen.

bedenklich? 37 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 9 Antworten

lieber_tee

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ja, aber wenigstens wird beim Russischen Roulette geballert...:)


Andy Dufresne

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Genau :)


benni565

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Bewertung10.0Herausragend

Meiner Meinung nach die Mutter aller Vietnamfilme.
Ein episches Kunstwerk

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Hypophysenadenom

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Bewertung7.0Sehenswert

Insgesamt sehr guter Eindruck. Besonders erfreulich empfand ich den äußerst dezenten Anteil an Nationalismus/Patriotismus. Umso irritierender für mich, dass in der letzten Szene (Leichenschmaus), die Trauergemeinde "God Bless America" anstimmt. Wenn mir einer die Ironie erklären kann wär ich sehr dankbar.

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H4N.S0L0

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Bewertung10.0Herausragend

3 kurzweilige Stunden lang begleitet man die hervorragende Besetzung auf einem Weg der von Himmelhochjauchzend nach Zutodebetrübt führt. In 3 Teile gegliedert, herrscht am Anfang des Films noch Spaß, Lebensfreude und Optimismus unter den Protagonisten. Der Zuschauer wird dann direkt ins kalte Wasser geworfen, denn ohne große Umschweife sitzt man plötzlich quasi mit am Tisch wo sich das psychische Martyrium (Die berühmte "Russisches Roulette-Szene") der Soldaten abspielt. Man fiebert regelrecht mit und hofft "oh Gott, hoffentlich ist die Kammer leer". Danach werden die katastrophalen Auswirkungen des Krieges auf die Protagonisten und damit auch auf ihr soziales Umfeld gezeigt.
Einer der besten Antikriegsfilme die es gibt, denn er regt wirklich zum Nachdenken und zu Diskussionen an (z.B. wie schafft es ein Land eine Stimmung zu erzeugen , dass eine ganze Generation junger Männer so bereitwillig ihre Köpfe hinhält? Was tut das Land dann später für die Kriegsversehrten und ihre Familien?)
Christopher Walken hat für seine Leistung übrigens den Academy Award als bester Nebendarsteller gewonnen.

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Jek-Hyde

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Bewertung6.5Ganz gut

Die durch die Hölle gehen ist ein Film, bei dem man leider selbst gezwungen ist erst einmal durch die Hölle zugehen, zumindest der der Langeweile. Zumindest fand ich das erste Dritte sterbenslangweilig. Natürlich, es dient dazu die unbeschwerte Zeit vor Vietnam zu zeigen, aber muss das so quälend langsam vonstatten gehen? Muss die scheiß Hochzeit so lange dauern (besonders da ich ja so ein Fan von Hochzeiten bin, nicht!).
Nach dem man diese Periode der Ödnis aber überstanden hat nimmt der Film rasant an Fahrt zu und entwickelt sich sehr interessant. Wobei ich sagen muss, dass der Teil in Vietnam sicherlich der spannendste und interessanteste im Film ist. Bis schließlich zur Rückkehr, die logischerweise nicht mehr so spannend ausfällt, aber doch weitgehend interessant bleibt, über diverse Rätsel über den verbleib einiger aus den Augen verlorener Kameraden bis zum tragischen Ende. Doch ein sehr realistischer Vietnamkriegsfilm und seine ebenso realistischen Folgen.

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Freidenker

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Im Gegensatz zu vielen anderen Antikriegsfilmen konzentriert sich "The Deer Hunter" nicht auf die Kämpfe,sondern auf die seelische verstümmelung der Soldaten und deren Rückkehr in die Heimat.
Der Film ist dabei in drei Akte aufgeteilt: vor Vietnam, in Vietnam und nach Vietnam.
Die erste Stunde zeigt die drei Freunde Michael,Nick und Steven in ihrem Heimatort, bevor sie nach Vietnam gehen.
Leider ist dieser Akt doch etwas lang geraten,vor allem die Hochzeitsszenen hätte man ruhig etwas kürzer ausfallen lassen können.

Der dritte Akt ist der deutlich schwächste,dies liegt alleine schon an der kürze dieses Aktes,denn dieser macht gerade mal so 10% des gesamten Filmes aus,und das obwohl gerade in diesem Akt,die große psychische Verwandlung der Hauptprotagonisten geschieht.
Daneben liegt dies vor allem an der Russisch-Roulette Szene,diese Szene ist nicht nur die wahrscheinlich bekannteste des ganzen Filmes,sondern auch mit die wichtigste,immerhin symbolisiert das Russisch-Roulette die sinnlosigkeit und brutalität des Krieges.
Doch genau diese Russisch-Roulette Szene ist alles andere als authentisch.
Desweiteren ist auch die Flucht der drei Protagonisten recht übertrieben und nicht gerade realistisch.

Der letzte Teil des Films spielt dann wieder in der Heimat und zeigt wie sich die Protagonisten durch den Krieg verändert haben.
Dieser Akt ist mit Abstand der Beste und zeigt eindrucksvoll wie der Krieg die Menschen verrückt,krank und kaputt zurücklässt.
Auch wen der Film insgesamt seien Höhen und Tiefen hat,darstellerisch ist er einfach herrausragend,vor allem Robert De Niro und Christopher Walken sind einfach sensationell in ihren Rollen.
Wobei auch die Nebendarsteller wie Meryl Streep,John Cazale oder John Savage eine mehr als überzeugende Leistung abliefern.

Endfazit:Wer einen gewöhnlichen Kriegsfilm erwartet,wird sicher enttäuscht sein.
Denn die Kriegsszenen sind ziemlich kurz,viel mehr wird dem Zuschauer das Grauen hauptsächlich psychologisch näher gebracht und das unterm Strich doch sehr gelungen.

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Freidenker

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Grundsätzlich finde ich den ersten Teil auch sehr gut,da er eben,wie du schon geschrieben hast,den enormen Wandel der Protagonisten zeigt.
Dennoch finde ich die Hochzeitsszene einfach etwas zu lang geraten.
Bei der Jagdszene hingegen kann ich dir nur zustimmen,für mich zählt diese,wie auch die im dritten Teil,mit zu den besten Szenen des Films.
Zu russisch-Roulette Szene,du hast ja im großen und ganzen recht,dennoch finde ich es einfach etwas schade,das man so etwas unglaubwürdiges als Metapher benutzt,den es nimmt den Film einfach Glaubwürdigkeit.


jacker

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Ja, bei der Hochzeit muss man schon hartgesotten sein, mich hat es nicht gestört, aber ich hab vollstes Verständnis dafür die zu üppig zu finden.
Ich denke das Roulette hat sich einfach angeboten, weil es nicht nur die Grausamkeit, sondern auch diese extreme Willkür und Zufälligkeit im Krieg darstellt. Niemand entscheidet ob Sie sterben oder nicht. Es ist Glück, Klick oder Boom, es gibt keine Garantie..


schwedenretter

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Bewertung3.5Schwach

zwei, drei spannende Szenen hat er schon, insgesamt aber ein zäher Film. Die guten Schauspieler nützen da auch nichts mehr, zu oft wird abgelenkt von den zentralen Plots.

Naja, auf Krieg hab ich keinen Bock mehr, immerhin das hat funktioniert.

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chmul_cr0n

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Bewertung5.0Geht so

Ich fand's echt gut, dass die Hälfte aller Entscheidungen der Figuren (oder vielleicht einfach nur die wichtigen) mich verwirrt und mit einem großen Fragezeichen im Kopf zurückgelassen haben. Ach nee, Moment, fand ich nicht.

Bin wohl nicht so der Michael-Cimino-Fan.

Die Hymne am Ende... :(

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Elman Smithee

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Das One-Shot-Thema von Die durch die Hölle gehen wurde leider nur allzu wahr für Regisseur Michael Cimino. Grandios ist der Film aber trotzdem.

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micromachine

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"Heaven's Gate" und "Im Jahr des Drachen" waren doch auch gut. Dann war es allerdings wirklich vorbei.


Elman Smithee

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Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich Heaven's Gate immer noch nicht gesehen habe und allein wegen Christopher Walken sehen sollte. Und auch Im Jahr des Drachen ist ja nicht soo schlecht. Die Filme habe ich also unterschlagen - zugunsten des Wortspieles Richtung One-Hit-Wonder;)


uncut123

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

arthouse premium doppel dvd...dieser film ist einfach nur die härte...jeder den ihn siehen tutkommt einfach nichtklar auf diese kranke scheisse...echt das ist einfach zu genial...ich mag vitnam-drecks-kriegs-filme zu gerne...ob platoon oder zwischen himmel und hölle-private jocker die verdammten des krieges...den gungel verlassen sie nur in sarg,,,g,,, oder tunnel rats..egal elcher aber dei ist einfach ein krank geiler film... und die bonus dvd...hatt es derbe in sich!!!

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Jomo

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Bewertung5.5Geht so

Macht den Eindruck, als wäre viel dran rumgeschnippelt worden, und dann wurde doch viel zu wenig rausgeschnitten.

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Big T.

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Bewertung7.5Sehenswert

Wahnsinnig beklemmender Film...
Krieg und was er aus den Menschen macht. Der ganze Film kann einen das ganze so konkret und hart vermitteln dank dem tollen Cast um De Niro, Walken, Savage, Cazale, Dzundza und Co. die es schaffen wirklich wie eine enge Gruppe von Freunden zu wirken und auch die Wirkungen des Krieges auf die Einzelnen Personen zu zeigen, ob Sie nun in der Hölle dabei waren oder nicht.

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jacker

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Bewertung10.0Herausragend

"The Deer Hunter" - unglaublich intensiv und der für mich bis dato menschlichste Anti-Kriegsfilm überhaupt. Dieses Empfinden rührt daher, dass der Film in drei komplett eigenständige Passagen eingeteilt ist, von denen alle drei auf verschiedene Weise direkt und offensichtlich auf Gedanken, Ängste, Leiden und Gefühlswelt der Figuren eingehen.

Teil Eins - Das Leben davor
Der üppige erste Akt bringt uns Nick, Michael und Steven näher.
Wie lernen sie kennen, lernen sie verstehen, sehen wie sie leben, ahnen wie sie ticken.
Ansässig in einer dreckigen Arbteiterstadt, die um ein Stahlwerk herum existiert, leben sie ein einfaches Leben: sie spaßen rum, gehen nach Feierabend Billard spielen und einen trinken, jagen im nahen Gebirge Hirsche und sind mit ihrer schwierigen, wenig facettenreichen Existenz eigentlich relativ zufrieden. Relativ, denn der Drang nach Abenteuern, nach Flucht aus dem immer gleichen Alltag und auch nach Anerkennung und Ruhm scheint vorhanden zu sein - 'Big Brother's' Propaganda hat gewirkt, die durch und durch patriotischen jungen Männer haben sich freiwillig zum Kriegsdienst in Vietnam gemeldet.

Manch einer mag diese sehr ausführliche und langsame Einführung vielleicht langweilig oder unnötig finden, ich finde sie essentiell, ohne sie wäre der Film nicht die Hälfte dessen was er ist.
Zum einen ist der vorher/nachher Effekt umso intensiver, je ausführlicher das Wesen der Männer im Vorfeld beleuchtet wird, zum anderen dient jede noch so banale Einstellung dazu mehr und mehr ein Bild zu formen, welches das große Warum verstehen läasst!

Es wird zunehmend deutlich, dass sie sehr einfach gestrickte Figuren sind: Wenig gebildet, wenig reflektiert, eben genau die Art von Mensch die die Regierungen dieser Welt seit Jahrhunderten als günstiges Brennholz in jeder nur erdenklichen Art von Krieg verheizt haben. Die Art von jungen Männern denen Regierungen erzählen können es sei eine Ehre ihr Leben fürs große Vaterland zu lassen. Die Art von Hitzkopf, die auf Kritik am Krieg - in den zu ziehen sie im Begriff sind - und am Staat mit Aggression und Unverständnis reagiert.
'God bless America' - egal, wieso, 'I hope they send us where the bullets fly' - wie sehr er diese Hoffnung doch bereuen wird.

Inszenatorisch ist dieser erste Teil, gerade zum Ende hin meisterhaft. Die Stimmung während des letzten gemeinsamen Jagdausfluges ist von einer traurigen Melancholie, Mystik und auch Symbolik durchflutet:
Das Erlegen des Hirsches - dem mythischen Symbol der aufgehenden Sonne, des Lebens, des Guten - gleichzusetzen mit dem Ende des Daseins, dem Tod.
Die Männer fahren zurück in die Stadt, kehren in ihrer Stammkneipe ein und die letzten Minuten formen einen der größten Film-Momente die ich je erleben durfte: Stille, das traurige Klavier, alle werden ruhig, kehren sich in sich - das Ende ihrer Existenz. Für immer!

Dann Schnitt.

Teil Zwei - Die Hölle
Abrupt wechselt die Perspektive in den Dschungel von Vietnam - der Tod überall präsent, Feuer, Rauch, Blut. Wir begleiten Michael, Nick und Steve auf ihrem Weg (den der deutsche Titel sehr passend beschreibt) durch die Hölle. Wir sehen Dinge, die kein Mensch dieser Welt erleben sollte, Dinge an denen wohl jeder Mensch irgendwann zerbrechen würde, Grausamkeiten des Krieges, der Verlust von Allem was den Menschen eigentlich zum Menschen macht.
Kurz: eine schmerzhafte und grauenvolle Verbildlichung dessen, was Krieg aus den armen Seelen die er auffrisst werden lässt.

Gewagt und mit Gesamtsicht auf "The Deer Hunter" logisch und richtig ist es, dass er das Grauen nicht über typische Szenen vom 'Schlachtfeld' vermitteln will, sondern die ganze Vietnam-Episode sehr kurz und dafür umso intensiver hält. Eigentlich spielt sich im Dschungel nur die eine, alles entscheidende Szene ab, der Moment in dem sie alle drei - jeder auf seine Weise - zerbrechen.

Inhaltlich, schauspielerisch und inszenatorisch in kaum erträglichen Maße intensiv.

Teil Drei - Das Leben danach
In dramatischer Art und Weise haben sich die Wege der drei getrennt, ausführlich werden zunächst noch zwei, dann nur noch einer begleitet. Ebenso subtil und versteckt wie im ersten Teil das Wesen der Figuren definiert wurde, scheinen hier die Nachwirkungen der Erlebnisse durch. Größtenteils subtil - vereinzelte Reaktionen, Blicke, Gesten. Dem gegenübergestellt werden seltene Momente der Entladung, Momente in denen das Erlebte einfach zu viel wird, die die Traurigkeit der irreversiblen Persönlichkeitsveränderungen nur umso mehr verdeutlichen.

"The Deer Hunter" ist ein unheimliche berührendes Kriegsdrama, auf das man sich einlassen muss. Regisseur Cimino ermöglicht durch die Form der Inszenierung, Walken und deNiro ermöglichen durch ihr unglaublich intensives und auf allen emotionalen Ebenen mitreißendes Spiel in die Figuren zu schlüpfen, auf eine Ebene einzutauchen die uns sie verstehen lässt - davor und danach.
Gelingt einem diese Identifikation, folgen unumgänglicherweise ein enormes Mitleiden und eine enorme Trauer, "The Deer Hunter" bringt das unbegreifliche ein kleines Stück näher, macht es ein kleines Stück greifbarer und wird bei mir noch sehr, sehr lange Nachwirken!

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999ghost

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da kann ich mich nur anschließen, sehr guter Kommentar :) Obwohl ich einer dieser bin, die den Anfang als etwas zu langatmig empfunden haben.


sascha.bdolph

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Vielen Dank für diesen äußerst treffenden Kommentar!
Er spiegelt meine eigene Interpretation sehr gut wieder...vor allem was den ersten Part betrifft.


Abettertomorrow

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Bewertung9.0Herausragend

Brillantes, schweres, trauriges Epos vor dem Hintergrund des Vietnam-Kriegs. Starke Besetzung inkl. Christopher Walken.

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VincentLebowski

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Bewertung4.5Uninteressant

'Die durch die Hölle gehen' ist ein zusammenhangslos zusammengeworfener Haufen von Szenen, aus denen sich mir einfach kein sinnvoller Plot erschließen möchte. Der Film beginnt mit einer Art einstündigem Hochzeitsvideo, das eigentlich nur einen trinkenden De Niro und einen tanzenden Walken zeigt. Ich gebe zu, recht unterhaltsam, steht aber in keiner Beziehung zu dem eigentlich Film. Dann auf einmal sieht man Robert De Niro inmitten von Leichen in Vietnam liegen. Seine Freunde eilen ihm zur Hilfe was allerdings nichts an der Tatsache ändert, dass nach dem wohl schlechtesten Schnitt, den ich jemals gesehen habe, sich diese 3 Freunde in Gefangenschaft befinden. Aus einem nicht ersichtlichen Grund werden sie auch noch gezwungen Russisch-Roulette gegeneinander zu spielen. Ihnen gelingt trotz der überwältigen Überzahl der Gegner die Flucht und sie werden gefühlte 2 Minuten später schon von einem Hubschrauber evakuiert. Das bedeutet, dass die gesamte 'Kriegshandlung' an sich, etwa 2% des Films ausmacht und man so überhaupt nur erahnen kann, welche seelischen Schäden ein Soldat im Vietnam-Krieg erleiden könnte.
Alles in Allem sieht man in dem Film eigentlich nur betrunkene Männer, die sich selbst in den Kopf schießen. Ich war sehr enttäuscht, nachdem ich den Cast gesehen hatte und konnte dem Film, obwohl ich ein bekennender De Niro-Fan bin, absolut nichts abgewinnen.
Die 4,5 Punkte sind mehr oder weniger Mitleidspunkte für Christopher Walkens Darstellung, die vor allem zum Ende des Films teilweise unter die Haut geht, auch wenn sie nicht Oscar-reif ist.

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Simon Moon

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Krieg besteht für junge Männer in der Regel aus gefühlten "2%" bis ihnen in den Kopf geschossen wird (oder sie anderen dasselbe antun). Die die überleben (und ich denke, das versucht der Film (auf drastische Weise) zu erzählen, kommen danach nicht mehr klar, in dem Falle an drei verschiedenen Schicksalen (deshalb die lange Vorgeschichte) dargestellt, der eine wird verstümmelt und (in seinen Augen nicht für die Mitmenschenwelt nicht mehr erträglicher) Unmensch auf der körperlichen Ebene ("Krüppel"), der nächste verstummt und findet nicht mehr zurück zur Normalität (eben der Normalität des gewiss nicht idyllisch gezeigten Lebens osteuropäischer Migranten in einem US-Stahlwerk am Rand der Welt), und der dritte wird komplett psychotisch und verfällt dem Trauma seiner Gefangenschaft. Man kann jetzt natürlich sagen, das das alles völlig plakativ ist. Nunja, ist eben 1. ein Film, und 2. eben die Beschäftigung mit dem Vietnam-Krieg (oder-Trauma) (wobei das auch "nur" ein Krieg unter vielen ist) , des Regisseurs. Neben "Heavens Gate" leider einer der besten Filme von Cimino, der wie ich finde enormes Potential hatte. Aber der Markt gibt das nicht her. Auf jeden Fall ein Film der spaltet. Ich fande die Anfangssequenz mit der Hochzeit und der Jagd keineswegs langweilig oder unnötig und auch die Kürze und die verkürzte Drastigkeit des "eigentlichen" Kriegserlebsnisses nicht falsch. Wurde doch in "Platoon" oder "Apocalypse Now" oder "Full Metall Jacket" bereits alles erzählt. Cimino versucht da eher zu erzählen was davor und was danach passiert. Meiner Meinung nach ein (sehr emotionales) episches Meisterwerk des Anti-Kriegsfilms.


wurzel.mann

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Das roulette Spiel ist eine Metapher auf die Sinnlosigkeit und zufäligkeit des Sterbens im Krieg...


based_god

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Warum finde ich "The Deer Hunter" trotz historischer Ungenauigkeiten derart gut?

Zur Handlung, die in drei Teile gegliedert ist:
Teil 1: Man lernt einen Freundeskreis kennen, der die letzten Tage vor der Einberufung Michaels, Nicks und Stevens nach Vietnam geniesst. Es wird geheiratet und Hirsche gejagt, immer mit dem schlechten Gefühl des Zuschauers (sofern man spoiler-frei ist) nicht zu wissen wer überleben wird und in die "Idylle" zurück kann.
Teil 2: Die drei eiberufenen Freunde befinden sich in Kriegsgefangenschaft und werden von den Vietnamesen gezwungen Russisch-Roulette zu spielen. Den Freuden gelingt eine haarsträubende Flucht, auf der sie schliesslich getrennt werden und sich von nun an alleine durchschlagen müssen.
Teil 3: Einer der Freunde (ich verrate nicht welches, um die Spannung nicht zu zerstören) fand seinen Weg zurück in die USA. Dort ist aber nichts mehr wie es war. Von den anderen zwei Schicksalen erfährt er erst gegen Ende der Geschichte.

Zum ersten grossen Kritikpunkt, der oftmals genannt wird; Die Vientnamesen werden als "einfache Feinde" abgestempelt, die menschenverachtend mit Gefangenen umgegangen sind. Das wird es sicher gegeben haben – keine Frage. Aber zum Russischen Roulette gezwungen? Serious? Solange man dies ausklammern kann ist der Film sehr gut. Und man versteht gegen Ende auch, inwiefern die ganze Geschichte zusammen passt. Ansonsten ist der Film fast kompromisslos zu loben. Die Teilung in drei Teile, wovon zwei in den USA spielen ist schlicht grandios. Denn durch diese Erzählweise, wird erläutert, dass ein Krieg nicht auf dem Schlachtfeld beginnt und (sollte man ihn überleben) erst recht nicht auf diesem endet. Ein grossartiges Drehbuch, welches oftmals essenzielle Informationen weglässt um spannend auf den Zuschauer zu wirken und ein rundum grossartiges Schauspielerensemble (von dem ich nicht nur "De Niro" und "Christopher Walken", sondern auch "John Savage" und "Meryl Streep" für ihre ausserordentlichen Leistungen loben möchte) runden dieses grosse Meisterwerk ab, welches leider über eine (war notwendige) Schwäche verfügt.

Neben "Platoon", "Apocalypse Now", "Rambo I" und "Full Metal Jacket" einer der besten Vietnam-Filme.

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Simon Moon

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Jup. Da sehen wir so manches ähnlich.


einSchluss

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Für mich: das Ultima Ratio aller Kriegsfilme. Die dezediert aufbauende Geschichte mit den auf Schauspiel verlangenden Kult-Veteranen, Walken, De Niro, Savage, Streep and so on ist so erheblich gut, dass man bedächtig die Worte wählen muss/will, um ihm gerecht zu werden. Ehrfurcht.
Ich mache es mir ganz einfach. Ich habe ihn grade geschaut. Er macht mich sprachlos. Wer etwas spannenderes als das vietnamesische Roulette und dessen Folgen gesehen hat, möge die letzte Patronenkammer befüllen.
Immer wieder bin ich wundweit bass erstaunt.
Fabelhaft.

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Andy Dufresne

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Stimmt und ja :)


Simon Moon

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Ein extrem gelungener Film mit Schwächen denen man bei all den Stärken vergeben kann.


TheDrPepperPower

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Bewertung2.0Ärgerlich

[enthält SPOILER]

Wo soll ich anfangen? Ich bin ein Liebhaber älterer Filme, vor allem der Meisterwerke der 70er, 80er und 90er Jahre. Besonders mit den berühmten Antikriegsfilmen dieser Zeit kann ich sehr viel anfangen, ich denke hier z.B. and "Apocalypse Now", "Full Metal Jacket", "Das Boot", "Schindlers Liste" oder "Platoon". Daher schien es nur logisch, "The Deer Hunter", der schon lange auf meiner Watchlist gestanden hatte, endlich einmal anzusehen. Im Gegensatz zu den oben genannten Filmen, die von mir alle 9 und "Apocalypse Now" sogar 10 Punkte bekommen haben, bin ich von "The Deer Hunter" maßlos enttäuscht.

Vielleicht ist es am einfachsten, wenn ich meine Kritik chronologisch durchführe. Nach etwa 20 Minuten im Film begann ein immer größeres Unbehagen in mir zu wachsen. Ich frage mich, was diese unendlich lang(weilig)en Hochzeitsszenen eigentlich zeigen sollen. Ich will zu Beginn einer Geschichte die Protagonisten nicht ewig feiern sehen, sondern sie kennenlernen. Für mich fühlen sich diese Szenen einfach nur unendlich zäh und bedeutungslos an (sie haben mich irgendwie an die erste Hälfte von "Melancholia" erinnert. Hier hätte man ebenfalls das Material einer Stunde locker in 10 Minuten erzählen können). Schlau wie ich bin habe ich mir schon während des Films einige Kritiken angeschaut, um wenigstens herauszufinden, worauf ich vielleicht achten müsste, um irgendetwas aus der ersten Stunde des Films zu ziehen. Ich las, dass es im ersten Drittel um die Freundschaft der Protagonsiten gehe. Das einzige was ich hier allerdings sehe, ist ein Haufen nerviger Stahlarbeiter, die sich permanent blöd anmachen, hemmungslos betrinken und Lieder gröhlen. Ich fühle hier leider keinerlei Freundschaft und ich interessiere mich für keinen dieser Charaktere, geschweige denn, dass ich mich mit ihnen in irgendeiner Weise identifizieren könnte. Ich muss es ganz ehrlich sagen: für mich ist das ein Haufen dummer Idioten, die mir völlig egal sind. Und nichts anderes ist der gesamte erste Teil des Films: belanglos. Ich sehe nur unendlich dröge Aufnahmen einer Hochzeit, die mir wirklich rein gar nichts geben. Fast eine Stunde lang habe ich fassungslos auf den Bildschirm gestarrt, weil ich einfach nicht wusste, was das alles soll und wie sich irgendjemand an diesen Aufnahmen erfreuen sollte.

Ich halte einen Film für gelungen, wenn er es schafft, mich von Anfang an in seinen Bann zu ziehen, aber "The Deer Hunter" hat leider rein gar nichts getan, um irgendwie meine Aufmerksamkeit zu wecken. "Der Soldat James Ryan" z.B. beginnt mit der verstörendsten Schlachszene, die ich kenne. Auch wenn der Rest des Films deutlich schwächer ist, hat Steven Spielberg in dieser Szene die Schrecken des Krieges in so schrecklich faszinierender Weise eingefangen, dass ihm dafür Respekt gebührt. Der Zuschauer hat durch sie den Krieg nicht nur erzählt bekommen, sondern ihn gefühlt. Ein anderer, näherliegender Vergleich ist "Apocalypse Now". Ich finde seine Opening Szene einfach wundervoll inszeniert. Sie zeigt uns eine Menge über den Protagonisten und das in optisch und akkustisch perfekter Manier. Später im Film gibt es sogar noch weitaus beeindruckende Szenen, z.B. die aufwändige Hubschrauber-Sequenz oder das mehr als perfekt visualisierte Ende. Bei "The Deer Hunter" im Gegensatz erkenne ich kaum Bilder, die mir überhaupt im Gedächtnis bleiben. Jetzt nach dem Ende des Films erinnere ich mich noch an einen Hirsch auf einem Berg, an ein Auto, das auf einer einsamen Straße ein paar Mal hin und zurück fährt und an viele Menschen, die tot vom Stuhl fallen. Ich wünsche mir nicht immer ein riesiges Actionfeuerwerk, aber doch zumindest irgendendwelche Bilder, die einen Eindruck auf mich hinterlassen. Bilder sind schließlich das wesentliche Element eines jeden Films, das Herz des Mediums. Ein herausragender Film fängt nicht einfach nur an, sondern hat einen in irgendeiner Weise besonderen Moment, der den Zuschauer aufhorchen lässt.

Im zweiten Drittel der Geschichte befinden wir uns endlich in Vietnam. Ich hatte gehofft, dass es nach einer Stunde absoluter Langeweile nun endlich ans Eingemachte gehe, aber weit gefehlt. Zunächsteinmal hat es mich sehr gewundert, dass der Film einfach ins Kriegsgeschehen springt, ohne uns den Weg der Protagonisten dorthin zu zeigen. Hier fällt mir natürlich "Full Metal Jacket" als Gegenbeispiel ein, der einen großartigen Bogen um die Ausbildung der Rekruten und ihren späteren Kriegseinsatz schlägt. Das Herz von "The Deer Hunter" scheinen allerdings nicht die Geschichten unserer Protagonisten zu sein, sondern die vieldiskutierten Sequenzen, in denen die Charaktere Russisches Roulette spielen. Obwohl dieses Element zentral zu sein scheint, verstehe ich leider überhaupt nicht, was mir das ganze zeigen soll. Dass ein einzelnes Leben im Krieg seine Bedeutung verliert? Dass das eigene Leben irgendwann wertlos wird, wenn es nur noch aus Qual besteht? Für diese Erkenntnisse brauche ich nun wirklich keinen Film, sondern nur gesunden Menschenverstand. Ich finde es vor allem schwierig, bei diesen Szenen irgendetwas für die Protagonisten zu empfinden, weil ich sie einfach kaum kenne. Ich habe nichts mit ihnen in diesem Krieg erlebt, überhaupt nicht gesehen, was sie bis hierhin durchmachen musste. Ist die Gefangenschaft das erste schreckliche Erlebnis für sie in diesem Krieg oder bildet es den Höhepunkt einer langen Reihe von Schmerzen? Wie lange kämpfen sie schon, in welcher Weise haben sich ihre Persönlichkeiten verändert? Nichts davon wird mir mitgeteilt, denn der Film springt schließlich einfach von der Heimat in die Kriegsgefangenschaft; alle Vorkommnisse dazwischen scheinen bedeutungslos zu sein. Mich hätte diese Zeit allerdings viel mehr interessiert. Solcherlei Aspekte hat Oliver Stone in "Platoon" in bemerkenswerter Weise herausgearbeitet. Er zeigt uns verschiedene Typen von Menschen und wie sie persönlich mit dem Schrecken des Krieges umgehen. Manche behalten ihre Moral und kämpfen für sie und andere gehen völlig im Schrecken des Krieges unter und werden ein Teil von ihm. Bei "The Deer Hunter" kenne ich die Geschichte der Protagonisten nur fragmentarisch und verstehe überhaupt nicht, warum mir gerade diese Momente ihres Lebens gezeigt werden. Statt einer langen Hochzeit, von der dann urplötzlich in die Kriegsgefangenschaft gesprungen wird, hätte ich lieber den Kriegsalltag gesehen und wie er die Charaktere langsam aber sicher tiefgründig verändert.

Der letzte Teil des Films spielt dann wieder in der Heimat und soll vermutlich zeigen, inwiefern sich die Protagonisten durch den Krieg verändert haben. Ich weiß nicht, ob ich zu diesem Zeitpunkt bereits jedwedes Interesse an der Geschichte und ihren Menschen verloren hatte, aber für mich ergibt hier kaum etwas irgendeinen Sinn. Einer der Haupt-Charaktere ist inzwischen professioneller Russisch-Roulette Spieler geworden und schickt seine Gewinne an seine Freunde. Er kann diese neue Profession anscheinend auch jahrelang betreiben, ohne dabei zu sterben. Der Typ dürfte gerne meinen Lottoschein ausfüllen bei seinem Glück. Mal abgesehen davon, dass diese Idee einfach so dermaßen unglaubwürdig und daher lächerlich ist, wirkt sie auch noch bis über alle Maßen konstruiert, nur um krampfhaft zu zeigen, dass dieser Mensch den Wert eines Lebens nicht mehr schätzen kann. Für mich ist das eine Botschaft mit dem Holzhammer und berührt mich daher überhaupt nicht. Auch die anscheinend wichtigen Dynamiken zwischen Robert De Niro, Meryl Streep und ihrem Umfeld konnten bei mir kein Interesse wecken. Für mich war nach über zwei Stunden einfach kein Verlangen mehr da, hier nach irgendwelchen bedeutungsvollen gesellschaftlichen Statements zu suchen. Wenn ein Film sich einen Dreck darum schert, meine Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten und einfach nur von einem öden Dialog zum nächsten langweiligen Set voranschreitet, dann ist mir seine Aussage ziemlich egal, auch wenn ihr Kern vielleicht interessant sein mag. Bei der Redux-Version von "Apocalypse Now", die sogar noch etwas länger ist als der vorliegende Film, sauge ich auch nach mehrmaligem Schauen immer noch jedes Bild, jeden Klang in mich ein und bekomme feuchte Augen, wenn Martin Sheen schließlich aus dem Halbschatten tritt.

Wie auch bei "Apocalypse Now" wird oft über "The Deer Hunter" gesagt, dass es sich hier nicht in erster Linie um einen Antikriegsfilm handelt. Bei Franis Ford Coppolas Werk stimme ich dem zu. "Apocalypse Now" handelt von den Abgründen des Menschen und seinem schmerzhaften Umgang mit ihnen. Der Vietnamkrieg bildet nur den Rahmen für diese Moralstudie. "The Deer Hunter" soll nun angeblich ein Film über Freundschaft und ihre Veränderung durch den Krieg sein. Darüber könnte ich fast lachen. Ein paar platte Charaktere, deren sogenannte Freundschaft daraus zu bestehen scheint, sich zu besaufen und dabei Lieder zu singen, müssen sich am Ende in einem Russisch-Roulette Duell bekämpfen. Einer von ihnen ist durch den Krieg halb verrückt und der andere völlig verrückt geworden, ein bedeutungsschwangeres Ergebnis. Ich verstehe diesen Film von vorne bis hinten nicht. Der ganze Plot macht einfach überhaupt keinen Sinn und fast jede Szene ist viel zu lang. Ich empfinde für keinen dieser Menschen auch nur das Geringste und nach sich noch länger anfühlenden 180 Minuten habe ich nicht einmal etwas über die Psychologie des Menschen oder die Moral des Krieges gelernt. Ich halte diesen Film für ein wirres Konvolut aus pseudo-bewegenden und möchtegern-intelligenten Elementen, die in einer unfokussierten Geschichte in beachtlicher Belanglosigkeit auf den Zuschauer einströmen. Ich liebe so viele Filme und die meisten von ihnen werden auch von vielen anderen geliebt, aber ähnlich wie z.B. auch bei "The Seven Samurai" sehe ich in dem vorliegenden hochgelobten Klassiker nichts, einfach rein gar nichts, was mich in irgendeiner Weise interessieren oder gar berühren könnte.

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jacker

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Hmm.. Um da was zu sagen müsste ich wahrscheinlich ungefähr genau so viel wie du schreiben.
Tendentiell kann ich auch nur wiederholen was du selber schreibst, "The Deer Hunter" funktioniert auf einer ganz anderen Ebene, als besagte andere Antikriegs-Klassiker, nur die kam bei dir scheinbar nicht an.
Der erste Teil ist wirklich das wichtigste, ohne ihn richtig aufgenommen zu haben macht der Rest keinen Sinn, das kann ich mir schon vorstellen.
Maximal vereinfacht würde ich sagen der Film ist in die drei Segmente:
1. Was sie für Menschen sind
2. Woran diese Menschen zerbrechen
3. Was die Folgen dieses Zerbrechens sind
eingeteilt.

Du sagst du kannst dich mit dem gröhlenden Pöbel nicht identifizieren, der Film kann aber nur mit solchen Leuten Sinn machen. Vielschichtig angelegte, intellektuelle Figuren melden sich nicht freiwillig dafür in den sehr wahrscheinlichen Tod oder die Verkrüppelung zu marschieren.

Das mit dem Roulette-Spiel von Nick (Walken) stimmt schon, es ist nicht sehr wahrscheinlich, wenn der Film bis zu dem Moment aber (wie bei mir) gewirkt hat, dann ist einem das bewusst, es stört aber nicht, weil es sowieso nur noch um die Verbildlichung des (exakt in der einzigen wirklichen Vietnam-Szene gezeigten) verlorenen Verstands geht.

Aber ich habe an anderer Stelle schon gemerkt, dass du scheinbar eine andere (durchaus legitime) Sichtweise und Rezeption auf viele Filme hast. Auch wenn das hier natürlich völlig anders ist als unsere Lynch-Diskussion funktioniert auch "The Deer Hunter" nicht als klassisch ausformulierte, komplett erzählte Geschichte, sondern mehr auf emotionaler Ebene, da dann aber umso drastischer.
Diese Wirkung kann aber nur Zustande kommen wenn man in die Charaktere eingetaucht ist und ihr Leid automatisch 'mitfühlt'..


Rosenberg

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was für ein schöner und passender kommentar, danke
mir erging es ebenfalls so


pxl

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Bewertung4.0Uninteressant

So sehr ich DeNiro und Walken auch mag. Selten wurden meine Erwartungen an einen Film so enttäuscht. Ich finde den Film langweilig, schlecht gespielt (ja, auch DeNiro und Walken könnens weitaus besser), völlig frei von interessanten Charakteren mit denen man sich identifizieren könnte und letzten Endes auch aus inszenatorischer Sicht ziemlich schlecht umgesetzt. Überbewertet triffts hier meiner Meinung nach ziemlich gut.

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Simon Moon

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Was immer Du in dem Film nicht siehst, mein Gefühl, meine Meinung, da ist etwas ganz großartiges (mit allen Schwächen). Richtig gutes Kino, episch, voller Mühe, viel Herz, keine Doofheit. Ganz selten in Hollywood.


pxl

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Dein Geschmack sei dir überlassen. Meinungen sind halt verschieden und das ist gut so :)


rockydaniel.bogunovic

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Ein Meisterlich gespielter Anti-kriegs-Drama!!!!!!!!!!! besonders überzeugent de Niros und Walken Schauspielerische Leistung!!!!!!

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