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Die durch die Hölle gehen

The Deer Hunter (1978), GB/US Laufzeit 183 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 08.03.1979


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7.9
Kritiker
38 Bewertungen
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7.5
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4676 Bewertungen
90 Kommentare
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von Michael Cimino, mit Robert De Niro und Christopher Walken

Robert De Niro, Christopher Walken und John Savage sind in Michael Ciminos mehrfach Oscar-prämierten Kriegsdrama drei Freunde, die durch die Hölle gehen.

Sie feiern zusammen, trinken zusammen, gehen gemeinsam auf die Jagd und letztlich auch gemeinsam durch die Hölle: Die russisch-stämmigen Amerikaner Michael ‘Mike’ Vronsky (Robert De Niro), Nikonar ‘Nick’ Chevotarevich (Christopher Walken) und Steven Pushkov (John Savage) arbeiten wie auch ihre Freunde Stanley (John Cazale), John Welsh (George Dzundza) und Peter ‘Axel’ Axelrod (Chuck Aspegren) in der örtlichen Stahlfabrik von Clairton, einer kleinen Stadt im westlichen Pennsylvania. Das überschaubare Leben von Mike, Nick und Steven steht an einem Wendepunkt, denn alle drei haben sich für Einsatz im Vietnamkrieg gemeldet. Doch vorher gilt es noch feuchtfröhlich die Hochzeit von Steven und Angela (Rutanya Alda) zu feiern. Ein letzter gemeinsamer Jagdausflug, bei dem Mike einen Hirsch mit nur einem Schuss erlegt, dann die harte Realität des Krieges.
Die drei, zuvor durch verschiedene Einheiten getrennt, werden bei einem Einsatz glücklich vereint, nur um kurz danach in Kriegsgefangenschaft zu geraten, wo sie zur Belustigung der Wärter gezwungen werden, im Russischen Roulette gegeneinander anzutreten. Zwar gelingt ihnen die Flucht, doch werden sie dabei wieder getrennt, Steven schwer verletzt.
Wie sich später herausstellt, ist der traumatisierte Nick in Saigon hängen geblieben, wo er mittlerweile professionell Russisches Roulette spielt. Mike ist zwischenzeitlich in die Heimat zurückgekehrt und verkehrt freundschaftlich mit Nicks Verlobter Linda (Meryl Streep). Als er erfährt, dass der Bein-amputierte Steven in einem Kriegsversehrtenheim dahin vegetiert, holt er ihn heim, um ihn wieder mit seiner Frau zu vereinen. Mike erfährt, dass Nick noch lebt und sich in Saigon aufhält. Tatsächlich findet er den geistig verwirrten und drogenabhängigen Nick. Doch für eine Rettung ist es zu spät. Nick ist nicht mehr von dieser Welt, als er die Wettkampf-Pistole an die Schläfe setzt und lächelnd mit den Worten abdrückt: ‘Ein Schuss…’

Hintergrund & Infos zu Die durch die Hölle gehen
Kaum einer hätte während der Produktion von Die durch die Hölle gehen (OT: The Deer Hunter) gedacht, dass der Film einmal zu Alltime-Klassiker werden würde: In der Ausgabe zum 10-jährigen Jubiläum wurde Die durch die Hölle gehen auf Platz 53 im AFI’s 100 Years…100 Movies geführt. Bei neun Nominierungen (u.a. für Robert De Niro als Bester Hauptdarsteller und Meryl Streep als Beste Nebendarstellerin) konnte der Film letztlich fünf Oscars für sich verbuchen. Regisseur Michael Cimino gewann gleich zwei, je einen für Beste Regie und den Besten Film. Christopher Walken erhielt für seine eindringliche Darstellung des vom Krieg Traumatisierten seinen ersten Oscar in der Kategorie Bester Nebendarsteller.
Während das ursprüngliche Drehbuch (ein sogenntes spec script) namens The Man Who Came To Play von Louis Garfinkle und Quinn K. Redeker noch für einen Spottpreis von 19.000 Dollar erhältlich war, später aber weitreichend umgearbeitet wurde von Michael Cimino und Deric Washburn (mit dem Cimino schon zusammengeschrieben hatte am Drehbuch zu Lautlos im Weltraum), war der Film schon vor Beginn der Post-Produktion mit der damals stattlichen Summe von 13 Millionen Dollar über Budget gegangen. Weitere zwei Millionen Dollar sollten noch folgen.
Die Beteiligung von John Cazale (Hundstage, Der Pate 2) in einer der Nebenrollen war ein unkalkulierbares Wagnis, denn er litt damals schon unheilbar Krebs und starb schließlich noch vor Veröffentlichung des Filmes (seine Szenen wurden gleich zu Beginn der Dreharbeiten durchgeführt). Nur dank des Einsatzes seiner damaligen Freundin Meryl Streep, Michael Ciminos und Robert De Niros, der für die Versicherung aufkam, konnte das Studio überredet werden, an ihm festzuhalten.
Die durch die Hölle gehen wurde damals sehr kontrovers wahrgenommen und diskutiert; besonders die Szene des Russischen Roulettes und das Anstimmen von ‘God Bless America’ am Ende des Filmes stieß bei vielen bitter auf. Dem Erfolg hat es nicht geschadet.
Michael Cimino, der danach freie Hand bei der Wahl des nächsten Projektes hatte, drehte Heaven’s Gate – Das Tor zum Himmel. Nach dessen grandiosen Misserfolg (nur 1,5 Millionen Einspiel an den Kinokassen bei geschätzten 44 Millionen Dollar Budget) verpuffte sein aufgegangener Stern alsbald. (EM)

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Die durch die Hölle gehen
Genre
Anti-Kriegsfilm, Drama, Kriegsfilm
Zeit
1960er Jahre, Vietnamkrieg
Ort
Pennsylvania, Vietnam
Handlung
Alte Freunde, Folter, Hochzeitsfeier, Kriegsgefangenenlager, Kriegsgefangener, Kriegsheimkehrer, Kriegsversehrter, Käfig, Männerfreundschaft, Querschnittsgelähmter, Russisches Roulette, Suizid, Trauma, Veterane des Vietnamkrieges, Vietcong, Vietnamkrieg
Stimmung
Berührend, Hart, Spannend, Verstörend
Tag
AFI Top 100, New Hollywood
Verleiher
United Artists
Produktionsfirma
EMI Films, EMI Films Ltd., Universal Pictures

Kritiken (2) — Film: Die durch die Hölle gehen

SoulReaver: CinemaForever, D3M

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9.0Herausragend

[...] Das russische Roulette symbolisiert den Krieg und die Regellosigkeit wie Sinnlosigkeit spiegelt sich in diesem abstoßenden Glücksspiel, wie in Nick, verstörend wieder. Auf sensible und ruhige Weise nimmt Ciminos sich dieser Zeit an, macht sie fühlbar und lässt uns schmerzhaft verstehen. Kein Hass und kein Zorn, sondern innere Einsamkeit, Trauer und Ratlosigkeit. Wenn am Ende zaghaft god bless america angestimmt wird, ist das fernab von jedem Patriotismus, sondern nur das verzweifelte Zusammenrücken aus verlorenen Menschen in dunkelster Stunde, die sich aneinanderklammern und trotzdem nie wieder ein Ganzes ergeben werden. [...]

Kritik im Original 21 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Dietmar Kesten: Filmmag.de

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5.0Geht so

[...] Eigentlich ist die Story banal, die Szenen sind willkürlich ausgesucht, es gibt keine stringente Handlung, nur Einzelstränge einer Erzählung. Und die Asiaten (der Vietcong) werden, wie in vielen anderen Vietnam-Filmen auch, als „Untermenschen“ dargestellt. [...]

Kritik im Original 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten

shadowhunting

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Die Story ist einfach in drei große Abschnitte eingeteilt. Die Zeit vor dem Krieg, die Zeit während des Krieges und die Zeit nach dem Krieg aus der Sicht der Hauptprotagonisten. Der Charakterwandel und menschliche Veränderung der drei Männer ist auf keinen Fall banal und die Szenen haben alle ihren Zusammenhang und sind nicht willkürlich aneinander gereiht.



Kommentare (87) — Film: Die durch die Hölle gehen


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Chucky89

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Bewertung5.5Geht so

Bin ein großer De Niro Fan und habe alle der Vietnamfilme der 70/80 er Jahre gerne gesehen. Aber dieser Film hier ist überhaupt nicht mein Geschmack. Alleine der Anfang auf der Hochzeit zieht sich wie Kaugummi. Die Szenen kommen mir teilweise richtig willkürlich aneinandergereiht vor. Der Übergang nach Vietnam ging mir trotz allem viel zu schnell. Die Handlungen sind auch nicht immer komplett nachvollziehbar gewesen. Trotz allem von Walken und De Niro sehr gut gespielt. Als Anti-Kriegsfilm über den Vietnamkrieg kann ich mit Platoon oder Apocalypse Now wesentlich mehr anfangen.

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julius.kassburg

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Super Film ...

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Hungerkünstler

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Bewertung7.0Sehenswert

Ein Film, der zweifelsohne viele Qualitäten hat, spannend inszeniert und voller Dramatik. Die Schauspielerriege, allen voran de Niro, ist großartig. Auch ein wichtigerFilm, der nicht lange nach dem Vietnamdebakel der Amerikaner dieses traurige Kapitel in Angriff nahm. Überzeugend ist die Gegenüberstellung des Lebens der drei Protagonisten vor und nach dem Krieg, aus dem sie als körperliche und seelische Wracks zurückkehrten. William Wyler hat übrigens die Folgen des Kriegs am Beispiel des zweiten Weltkriegss für drei überlebende Soldaten bei Rückkehr in die USA in "Die besten Jahre unseres Lebens" ebenso eindrucksvoll, wenn nicht noch überragender, dargestellt. Diese und noch noch weitere Filme des Genres haben, wie könnte es anders sein, spätere Kriege nicht verhindert.

Der mittlere Teil des Films ist für mich ein Grund für eine gewisse Abwertung. Die Soldaten des Vietcong werden als sadistische Teufel dargestellt, die ihre Gefangenen grausam quälen. Dafür gibt es nach meiner Kenntnis keinerlei historischen Hintergrund. Die Sache mit dem "Russischen Roulette " ist effekthascherisch und übernimmt das Klischee vom gerechtfertigten amerikanischen Krieg gegendie bösartigen aggressiven, die westliche Freiheit bedrohenden Nordvietnamesen. Das ergibt ein falsches Bild. Ob es die dagestellten Gefangenenkäfige imW assergegeben hat, weiß ich nicht. Wenn ja dann haben dies die Amerikaner in Guantanamo und anderorts mit der Anwendung des "waterboarding" zur Geständniserpressung übernommen.

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benni565

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na ja, dass der Vietcong gelinde gesagt nicht zimperlich war, ist mal Fakt.
Ich denke nicht, dass das übertrieben dargestellt ist.
Was nicht heissen soll, dass die Amerikaner dort moralisch einen Deut besser aufgetreten sind. MY Lai sei hier nur beispielhaft erwähnt.
Ich sehe Krieg ohnehin als Verbrechen gegen die Menschlichkeit an, egal wer ihn warum und gegen wen führt !
Filme werden Kriege nicht verhindern, da hast du recht.
Dennoch ist "The deer hunter" ein bedeutendes Anti-Kriegs-Drama.
Das Thema der Gräueltaten, die man sich im Vietnamkrieg gegenseitig antat, kannst du ja nochmal nachrecherchieren.
Vielleicht gibst du dem Film dann unter diesem Eindruck sogar ein ,zwei Punkte mehr.


Hungerkünstler

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Natürlich war der Vietcong auch nicht gerade zimperlich. Kriegsgrausamkeiten schaukeln sich gegenseitig hoch. Man denke derzeit an Syrien!
Aber in den zentralen Punkten sind wir durchaus einer Meinung. Gruß H.


Walheimat

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Bewertung7.0Sehenswert

In The Deer Hunter ist jede Szene Schlüsselszene. Es wird nicht wirklich erzählt, es wird ein Rahmen geschaffen, in welchem alles und jeder als Referenz ausgezeichnet ist. Die Einstellungen sind von einer teils grausamen Länge und ermüdenden Aufgeregtheit, weil der Film nichts vermitteln will außer der Notwendigkeit, sich jede Figur (die Schlüsselfigur ist), jedes Requisit (das Schlüsselrequisit ist), jede Situation (die Schlüsselsituation ist) und jede Wendung (die Schlüsselwendung ist) einzuprägen; dafür stellt er einfach ausreichend Zeit zur Verfügung. Wohin führt diese nicht enden wollende Kette von Verweisen und Rückverweisen? Ganz einfach: zum Abspann und all dem, was man auch vorher schon gewusst hat, wovon man vorher schon der Meinung war (egal, ob es den Vietnamkrieg, den Sinn des Lebens, den Platz in der Gesellschaft, den Tod, das Wagnis/Spiel oder sonst etwas betrifft). Dann sitzt man mit einem Haufen Schlüssel da, – verdammt gut gespielten, verdammt gut ins Spiel gebrachten, verdammt gut inszenierten, und verdammt glaubwürdig wiederholten, äh, Schlüsseln.

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Alienator

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Unheimlich intensiver psychologischer Antikriegsfilm

Der Begriff Antikriegsfilm ist schwer fassbar. Filme, die den Krieg und seine Auswirkungen zeigen (egal ob es sich um den ersten Weltkrieg handelt, den zweiten, den Vietnamkrieg, den Koreakonflikt oder den Irakkrieg) haben stets das Problem, dass sie immer nur einen kleinen, schwer zu definierenden Teil des Krieges versuchen abzulichten, uns näherzubringen. Man kann das Grauen nicht bildlich fassbar machen. Es ist nicht möglich, solange man nicht selbst daran beteiligt war und versteht um was es geht. Und selbst wenn man involviert war, ist es dennoch nicht erklärbar was mit den Menschen in solchen Konflikten passiert. Der dunkle Teil der Seele wird angesprochen und heraufbeschwört. Menschen erkennen das innere Monster und können nicht begreifen wie sie sich gegenseitig solch schmerz zufügen können. Der Mensch verroht, er wird zum Tier. Er wird leer. Was macht der Krieg und seine Geschehnisse mit einem? Kann man wieder zum so genannten „normalen“ Leben zurückfinden? Ist es möglich, das Grauen hinter sich zu lassen und dem Alltag zuzuwinken mit einem aufgesetzten Lächeln auf den Lippen, wenn man vielleicht ein paar Monate zuvor zerfetzte Leichen gesehen hat oder selbst Menschen erschossen hat? Kommt man mit sich ins Reine, wenn man weiß, zu was der Mensch in solch verachtenden Situationen im Stande ist zu tun? Kann man je wieder etwas essen, wenn man weiß, was für Entbehrungen der Mensch auf sich nimmt um zu überleben im Krieg? Was kommt danach? Zerbricht der Mensch? Solche Fragen zu stellen in einen Film ist schwer. Diese dann auch noch beantworten unmöglich. Und genau das versucht Ciminos Meisterstück über die menschliche Tragödie nach einem Krieg aufzuzeigen. Er geht dabei behutsam vor. Zunächst. Der erste Akt ist als normales Alltagsleben geschildert. Eine fiktive Vorstadt und seine Einwohner werden hier gezeigt. Das Leben ist flüssig. Es geht seinen Gang. Jeder hat seine Sorgen. Es wird geheiratet. Männer treffen sich in Kneipen, spielen Billard, trinken einen, sie sind Freunde, sie gehen auf die Jagd. Es ist ein einfaches, typisch-amerikanisches Leben. Dann werden sie einberufen. Der zweite Akt des Filmes nimmt seinen perversen Lauf. Ohne Vorwarnung wird der Zuschauer in eine Szenerie geworfen, die menschenverachtender kaum sein kann. Hier erlebt man als Zuschauer einen Teil des Lebens im Krieg mit. Auch wenn die Szenen in der Gefangenschaft des Vietcong für Entrüstung sorgen, so dienen sie doch lediglich als Auftakt um das Leiden des Menschen nach diesen Erlebnissen zu zeigen. Das wollte Cimino zeigen. Er bezieht im Prinzip keine Position. Auch wenn das die osteuropäischen Länder bei der Premiere so sahen. Es geht hier darum aufzuzeigen, was einer (nicht der) Auslöser sein kann damit das Leben aus den Fugen gerät. Und das ist von solcher Intensität gefilmt (auch dank des grandiosen Kameramannes Vilmos Zsigmond, der in der 70ern so eine Art „Gott der Kamera“ war), dass man den Schmerz spürt. Nach der (und das ist tatsächlich etwas unrealistisch, passt aber im Kontext des Filmes sehr gut rein) Befreiung durch Erniedrigung, beginnt der dritte Akt des Films. Das Leben danach und wie es außer Rand und Band gerät. Hier gibt es zum Schluss die einprägsamste Szene. Wenn Christopher Walken ansetzt zum russisch Roulette und sein Blick dem von Robert de Niro schweift….das ist die grausam-schönste Szene im ganzen Film. Hier wird einen bewusst was hier passiert ist. Der Mensch geht unter in seiner seelischen Zerstörung durch den Krieg. Ein höchst menschlicher Film ist dieser. Geprägt durch die fantastische Kamera, der zermürbenden Regie von Cimino und vor allem durch die Schauspieler, die allesamt mit den besten Darstellungen ihres Lebens abliefern. Angefangen von Robert de Niro, über den zu recht mit den Oscar ausgezeichneten Christopher Walken bis hin zu John Savage und John Cazale. Alle liefern hier eine beeindruckende Show ab. Dieser Film zählt für mich zu den besten Antikriegsfilmen die es gibt. Neben „The Big Red One“ und „Apocalypse Now“ der Film der 70er über den Krieg.

Auch wenn wir den Krieg nicht fassen können, unfassbar ist er.

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Alienator

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Danke dir. das stimmt allerdings. auch wie gesagt sehr zu empfehlen ist "The Big Red One", die 40 Minuten längere Fassung.


Andy Dufresne

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Will ich mir eh schon ewig zulegen...


mcclane91

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

"Die durch die Hölle gehen" ist kein typischer Anti-Kriegsfilm, der wie etliche andere Filme bombastische Kampfszene aufzuweisen hat. Hier liegt der Fokus viel mehr auf der Persönlichkeitsentwicklung der drei Protagonisten und dem Einfluss der Geschehnisse in Vietnam in der amerikanischen Heimat. Aus diesem Grund ist der Film in etwa drei gleich lange Abschnitte eingeteilt: vor Vietnam, in Vietnam und nach Vietnam.
Irgendwie gelingt es dem Film bei mir eine extrem bedrückende Stimmung aufzubauen, was vorher auch nicht andere Vietnam-Epen wie Apocalypse Now oder Platoon gelang. Also nicht unbedingt der Film, den man in geselliger Runde bei feuchtfröhlicher Stimmung mit Freunden gucken sollte. Trotz dessen, wenn man dem Film seine Zeit gibt, sieht man hier einen wahren Meilensteine der Filmgeschichte, den wohl kein Cineast auslassen sollte. Vielen Dank Michael Camino für dieses große Werk!

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cpt. chaos

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Bewertung7.0Sehenswert

Der große Oscar-Abräumer von 1979 (fünf Oscars – u.a. bester Film, beste Regie und Christopher Walken als bester Nebendarsteller) ist in drei Kapitel unterteilt - einerseits die ausgiebig angelegte Hochzeitsfeier in dem dreckigen Industriekaff mit dem anschließenden Jagdausflug, bei dem schon die ersten Risse zwischen den Freunden unübersehbar sind, dann der Vietnameinsatz mit dem Russischen Roulette, welches einer standrechtlichen Erschießung mit sadistischem Anstrich gleichkommt und schließlich die Heimkehr der körperlichen bzw. seelischen Wracks zu den Daheimgeblieben, die in der Zwischenzeit auf ihre Art nicht weniger gelitten haben und daran teils vollständig zerbrochen sind.

Neben dem bereits erwähnten Christopher Walken, glänzen Robert De Niro, Meryl Streep, John Savage, John Cazale und George Dzundza mit ihrem bemerkenswerten Schauspiel. Als Kritikpunkt sehe ich nach wie vor die etwas zu üppig ausfallende Hochzeitsfeierlichkeiten und dass Michael Cimino anhand derartig starker Charakterdarsteller, die ihm für diese Produktion zu Verfügung standen, die Charakterzeichnungen nicht vollständig ausreizte. Hervorzuheben seien allerdings noch der Score und die Kameraarbeit, die das Ganze gekonnt abrunden.

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vanilla

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Ok, aber das soll ja schon was heißen, wenn du 7 Punkte gibst;-)


cpt. chaos

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@Dr.Pepper: Ist halt nicht der typische Antikriegsfilm, da der Fokus mehr auf die Heimat ausgerichtet ist. Dein Kommi, den ich bereits vor längerer Zeit gelesen habe, ist für mich völlig nachvollziehbar. Mir gefällt der Film mitllerweile recht gut, wenngleich ich mich an den ganz großen Lobeshymnen nicht beteiligen will/kann. Insgesamt wäre hier jedenfalls definitiv mehr drin gewesen.


GeorgeKaplan

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

"It was the only movie that won Oscars with balls..."

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benni565

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...certainly...with big balls !!!


replicant-10

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein harter und trauriger Vietnamkriegs-Kult-Klassiker.
Ein schonungsloser aber auch einfühlsamer Film
über die Grausamkeit des Krieges und den Verlust von Freunden.
Muss man gesehen haben.

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JackMontana

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Bewertung6.0Ganz gut

Von den großen Vietnam-Epen hat mir dieser Film eindeutig am wenigsten gefallen. Und dies obwohl mit Robert de Niro und Christopher Walken zwei fantastische Schauspieler an diesem Werk beteiligt waren.
Insgesamt hätte dem Film eine deutliche Straffung um mindestens eine halbe Stunde gut getan. Denn die Geschichte gibt eine so lange Laufzeit eigentlich gar nicht her.
Schon zu Beginn wirkt der Film etwas fahrig und altbacken. Die Inszenierung und Schnitttechnik wirkt stellenweise merkwürdig und ermüdend. Die Handlungen der Charaktere sind oft nicht wirklich nachzuvollziehen und man kann sich auch nur wenig mit ihnen identifizieren.
Trotz der vielen Schwächen ist der Film durchaus anschaubar, das gilt vor allem für die letzte Stunde des Films. Wenn ich jemandem einen guten Vietnam-Film empfehlen müsste, würde ich wohl eher „Apocalypse Now“ oder „Platoon“ nennen.

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Donnos

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volle Zustimmung...Straffung um ne halbe Stunde trifft es auf den Punkt. Heute würde man sagen "typisch aktueller Blockbuster" was die Länge angeht... ;-)


henrik.bruning

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Bewertung7.5Sehenswert

Absoluter Anti-Kriegsfilm! Auch wenn der kontrastreiche Anfang was anderes verspricht..
Aber dennoch fand ich die Veränderung der Charaktere interessant wie schockierend.
Besonders die, des darmals noch unbekannten aber überragenden Christopher Walkens.

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frank-br

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Bewertung6.5Ganz gut

Eigentlich drei Abschnitte: 1. Stunde: Charakterhinführung, 2. Stunde: Geschehen, 3. Stunde: Auswirkungen.
Man muss das Entstehungsjahr (vor 35 Jahren!) bei der Bewertung im Blick haben. Die Längen sind für heutige Maßstäbe teilweise nicht mehr machbar. Aber damals sicher einer der besten Anti-Kriegsfilme.
Wenn ich aber einen 26 Jahre alten Anti-Kriegsfilm betrachte (Full Metal Jacket), dann sieht man, dass es hier schon wesentlich eindringlicher und packender geht.
(Wäre das ein aktueller Film würde ich 3 Punkte geben)

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Cameron

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Bewertung6.5Ganz gut

Ich bin gespalten. Ich hätte diesen Film so gerne gemocht, zumal auch viele Elemente eines "Meisterwerks" hier enthalten sind. Nur leider ist "Deer Hunter" für mich extrem uneben; vor allem im ersten Teil reihen sich grossartige Szenen und Bilder an unglaublich belanglose. Wunderbar ist z. Bsp. der erste Jagdausflug, das Gespräch über die Stiefel etc.; und während auch einige Einstellungen der Hochzeit wichtig und enthüllend sind, so scheinen andere Einstellungen derselben Hochzeit einfach überflüssig. Der Schnitt ist, auch während dem Rest des Films, wirklich holprig; und obwohl unkonventioneller Schnitt nicht "schlecht" bedeutet, so werden hier spannende Szenen, welche ich gerne noch weiterverfolgt hätte, überraschend, und, für mich "zum falschen Zeitpunkt", abgebrochen, während belanglose, weniger interessante Szenen ewig andauern. Dies macht es schwer, die Motivationen der Figuren für gewisse Handlungen zu begreifen, und so stehe ich noch bei vielen Szenen vor Rätseln; es leuchtet mir nicht ein, weshalb diese Figuren so gehandelt haben.
Kurz: mit einer etwas anderen "Mischung" aus dem Schneideraum wäre ich wohl zufriedener gewesen, aber da der Film für so viele gut funktioniert, werde ich ihn sicherlich noch einmal anschauen, um mehr mitzunehmen.

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Leonerd

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Kannst du ein paar Beispiel geben, für die Szenen, die zum falschen Zeitpunkt abgebrochen wurden?


soilent

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Bewertung5.5Geht so

Peer Steinbrück (SPD): "Ich habe den Film dreimal gesehen. Das erste Mal ungefähr 1980/81 in einem Kino in der Nähe des Hamburger Hauptbahnhofes und er gehört in der Tat zu den Filmen, die mich mit am meisten beeindruckt haben. [...] Ich hatte immer eine Skepsis gegen Kriegsfilme, weil mir die meisten Kriegsfilme so vorgekommen sind, dass sie irgendwie ein technisches Schlachtengemälde veruchten darzustellen, eher zu einer Verharmlosung dessen beitrugen, was dort eigentlich passiert. Aber ich gebe zu, es gab bis dahin einige Kriegsfilme, die mich beindruckt hatten [...] der Film ist ziemlich lang, diejenigen die sich den Film angucken, werden sich auf fast drei Stunden einstellen müssen und die erste Sequenz geht über 60 Minuten! Und zeigt nichts anderes, als ein relativ intaktes soziales Gemeinwesen. [...] Und von diesem ersten Teil der 60 Minuten lang dauert, werden sie zwanzig Minuten lang eine ziemlich lange Hochzeitsfeier sehen. Und über diese Hochzeitsfeier und alles was sich darum herum rankt - an Personen, an Beziehungen - wird ziemlich deutlich, dass das eine noch intakte soziale - oder sagen wir mal familiäre, freundschaftlich verbundene Gemeinschaft ist. Und wir werden im Laufe des Films feststellen, wie die aus den Angeln gehoben wird und zwar buchstäblich [...] denn die zweite Sequenz, der Teil der Trilogie, der spielt dann in Vietnam und dieser zweite Teil enthält dann außer einer kleinen - fast vernachlässigbaren Kriegshandlung - nicht das, was sie in Kriegsfilmen sehen, sondern der überwiegende Teil dieses zweiten Teils ist geprägt davon, dass diese drei Feunde in Gefangenschaft geraten. Und dann werden sie etwas erleben an Darstellung, was jedenfalls mich enorm bedrückte und was jedenfalls aus meinem Gedächtnis nie geschwunden ist: Wie diese drei Freunde in einem Tigerkäfig bis zur Halskrause im Wasser stehen - gefangen gehalten worden. Damit nicht genug: Von Zeit zu Zeit wurde einer - der in diesem Tigerkäfig unter Wasser gehalten wurde und teilweise von Ratten angenagt wurde - von erkennbar nordvietnamesischen Soldaten herausgeholt und wurde einer Prozedur unterworfen, die sie und ich als 'russisch Roulette' kennen. Und die nordvietnamesischen Soldaten wetteten darauf, bei welchem Abschuss, bei welcher Bedienung des Triggers, er stirbt oder nicht stirbt. Sie machten Wetten darauf. Und es war völlig absehbar für diese drei Freunde, dass sie diese Prozedur nicht überleben würden. Und sie konnten sich befreien. Sie konnten sich befreien, weil eigentlich die Hauptperson dieses Filmes - in Gestalt von Robert DeNiro mit dem Filmnamen Michael - bereit war, dieses Spiel mitzumachen und against all Odds, darauf zu wetten, dass die Kugel die ihn treffen könnte, erst in der 5. oder 6. Kammer ist. D.h. er drückte mit dem Revolver an seiner Schläfe drei oder vier Mal ab, um dann zu wissen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die Kugel jetzt in der entscheidenden Kammer liegen könnte, ihn befreien könnte, in dem er dann den Revolver auf einen seiner Peiniger... einen dieser nordvietnamesischen Soldaten richtete und den anderen das Signal gab, buchstablich sie zu überwältigen. Und dies gelang. Die nächste Kugel war in der Kammer, die er brauchte, um seinen Peiniger zu töten und die anderen zu veranlassen aufzubegehren und damit sich auf eine lange Fluchtreise zu machen. [...] Der Film hat mich sehr beeindruckt, ich habe ihn damals ganz alleine in einem Hamburger Kino gesehen. Ich konnte mit niemanden darüber reden."

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benni565

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och? wirklich?


FranklinFlyer

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Das einzige was besser ist als dieser Kommentar, ist der Dialog danach.


Fedkek2

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Bewertung1.5Ärgerlich

Einer der langweiligsten Filme seit es Zelluloid gibt! Man könnte die wenigen Geschehnisse in diesem Film genauso gut in zwanzig Minuten erzählen aber nein er muss ganze drei Stunden in die Länge gezogen werden! Hier der ganze Film in wenigen Sätzen: *SPOILER* Einpaar Freunde in einem super hässlichen Kaff besaufen sich und feiern ewig lang auf einer Hochzeit danach ziehen drei von ihnen in den Krieg nach Vietnam, sie werden gefangen genommen, können sich aber befreien, Nick bleibt dort weil er urplötzlich den Verstand verliert, er wird professioneller Russisch-Roulette Spieler, Steve scheisst sich die ganze Zeit in die Hosen und wird verkrüppelt nach Hause geschickt, seine Frau ist so enttäuscht von ihm das sie auch verrückt wird, Michael ist ein bisschen ruhiger geworden und unternimmt gar nichts mehr, außer die Freundin/Verlobte seines besten Freundes zu vögeln, dann stellt sich heraus das Nick noch lebt, also fliegt Michael zurück nach Vietnam und findet seinen besten Freund mit dem er dann Russisch Roulette spielt weil dieser ihn nicht wieder erkennt, ist doch logisch. Nick wird beerdigt, danach setzen sie sich alle an einen Tisch und stossen auf ihn an, Ende.

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benni565

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Na da hat der Film wenigstens eines bewirkt :
Ihr habt euch gefunden !
Ist doch was oder?!
Intellektuell differenziertere Charaktere als ihr zwei nehmen sich sogar
noch mehr aus dem Film mit!
Man soll es nicht glauben, oder ?!


Mr. K R I T I K

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Nun, nach solch gewählten Worten kann dies nur eines bedeuten:
Und wieder haben sich Menschen gefunden -Freundschaftsanfrage schon unterwegs!


Andy Dufresne

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Bewertung10.0Herausragend

"Nick: I hope they send us where the bullets are flyin' and the fightin's the worst, huh?
Green Beret veteran: Fuck it.
Michael: Well, what's it like over there? Will you tell us anything?
Green Beret veteran: Fuck it."

Ein Kriegsfilm, der vorranging an der "Heimatfront" des Krieges stattfindet, an der keine Kugeln fliegen (außer den gewollten, die man zum Wild jagen verschießt), an der keine physischen Gräuel passieren, an der die psychischen Auswirkungen aber dennoch mit vollster Kraft aufschlagen, vielleicht sogar mit noch größerer Wucht als an der tatsächlichen Front.

Denn der Krieg zerstört nicht nur den kämpfenden Soldaten, der Krieg zerstört die Frauen der Soldaten, die Familien der Soldaten, das Umfeld der Soldaten, letztendlich das ganze Land der Soldaten.

Was "The Deer Hunter" unter Seinesgleichen stark herausragen lässt, ist seine Vielschichtigkeit, seine "Dreieinigkeit".

Der Film beginnt vor dem Krieg.
Er zeigt die Männer in ihrem Heimatdorf, er zeigt sie bei einer ausgelassen, ausufernd gefeierten Hochzeit , er zeigt sie jagend, er zeigt sie ihre Zukunft planend.

Dann wechselt er in den Krieg.
Er zeigt die Männer kämpfend, leidend, verzweifelnd.
Er zeigt, dass der Krieg eine einzige Selbstmisshandlung des Menschen durch den Menschen ist.

Komplettiert wird die "Dreifaltigkeit" durch den letzten Schwenk des Filmes.
Eben zurück in die Heimat, die eine andere geworden ist für die Männer und die auch für ihr Umfeld nicht mehr, nie mehr, die gleiche ist, sein kann.

"The Deer Hunter" beleuchtet die seelischen und körperlichen Wunden der Männer und die Co-Abhängigkeit ihres Umfeldes.
Er zeigt, dass sich der Krieg in die Menschen hinein frisst und eben nicht mehr raus geht, nicht mehr von ihnen lässt, sie nicht mehr loslässt.
Das er die Menschen verrückt, krank, kaputt, völlig verloren und allein zurücklässt.

Und er zeigt, mit dem Schicksal von Nick, dass der Krieg einen so abstumpfen lassen kann, dass man von einem optimistischen, lebenslustigen und hungrigen Menschen , zum Wrack werden kann, dem wirklich alles egal ist, für den nichts mehr einen Wert hat.
Dass man zu jemandem werden kann, der täglich russisches Roulette spielt, schlicht weil es ihm/einem absolut egal ist ob er/man lebt oder stirbt.
Weil er/man eigentlich nur noch den Tod sucht, die Erlösung.

Wie Christopher Walken diese Wandlung darstellt, ist schlicht ohne Gleichen, raubt einem komplett den Atem.
Einer der verdientesten Oscars aller Zeiten.
Aber auch Robert De Niro spielt seine Rolle gleichermaßen perfekt, ebenso wie die immer großartige Meryl Streep.
Der viel, viel zu früh verstorbene John Cazale ( Fredo aus Godfather I&II ) hinterlässt mit diesem, seinem letzten Film, ein exemplarisches Beispiel seiner Außergewöhnlichkeit.
Und auch John Savage, als körperlich und seelisch zerstörter Steven ist ebenbürtig, genauso wie der sich ganz bewusst zurückhaltende George Dzundza.

Ein grandioser Cast, geführt von der sensiblen und doch harten, klaren, zielführenden Regie des Wunderkindes und (des) danach gestrauchelten Michael Cimino.

Untermalt von der wunderschönen Musik Stanley Myers´, dessen "Cavatina" aus "The Deer Hunter" zu einer der bekanntesten Filmmelodien überhaupt avancierte.

Ein besonderer, einzigartiger Film, der weit, weit mehr als (nur) ein Kriegsfilm oder ein Antikriegsfilm ist.

Cimino meinte damals er wolle einen Film über die Staaten drehen und nicht über Vietnam.
Dies ist ihm gelungen.

"The Deer Hunter" ist ein Schlüsselfilm geworden, der dass damalige Lebensgefühl und den sich nähernden Untergang des unschlagbaren, unverwundbaren Amerikas offenbart und der die nicht (äußerlich) zu sehenden Verwundungen und Wahrheiten freilegt, seziert.

Sein Werk ist einer der ganz, ganz selten gelingenden, nicht planbaren Filme, die um eine bestimmte Zeit handeln, die in ihrer Wirkung und Aussage aber zeitlos und immer geltend bleiben werden.

Ein großer Film, in wirklich allen Belangen.

bedenklich? 38 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 9 Antworten

lieber_tee

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ja, aber wenigstens wird beim Russischen Roulette geballert...:)


Andy Dufresne

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Genau :)


benni565

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Bewertung10.0Herausragend

Meiner Meinung nach die Mutter aller Vietnamfilme.
Ein episches Kunstwerk

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Hypophysenadenom

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Bewertung7.0Sehenswert

Insgesamt sehr guter Eindruck. Besonders erfreulich empfand ich den äußerst dezenten Anteil an Nationalismus/Patriotismus. Umso irritierender für mich, dass in der letzten Szene (Leichenschmaus), die Trauergemeinde "God Bless America" anstimmt. Wenn mir einer die Ironie erklären kann wär ich sehr dankbar.

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H4N.S0L0

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Bewertung10.0Herausragend

3 kurzweilige Stunden lang begleitet man die hervorragende Besetzung auf einem Weg der von Himmelhochjauchzend nach Zutodebetrübt führt. In 3 Teile gegliedert, herrscht am Anfang des Films noch Spaß, Lebensfreude und Optimismus unter den Protagonisten. Der Zuschauer wird dann direkt ins kalte Wasser geworfen, denn ohne große Umschweife sitzt man plötzlich quasi mit am Tisch wo sich das psychische Martyrium (Die berühmte "Russisches Roulette-Szene") der Soldaten abspielt. Man fiebert regelrecht mit und hofft "oh Gott, hoffentlich ist die Kammer leer". Danach werden die katastrophalen Auswirkungen des Krieges auf die Protagonisten und damit auch auf ihr soziales Umfeld gezeigt.
Einer der besten Antikriegsfilme die es gibt, denn er regt wirklich zum Nachdenken und zu Diskussionen an (z.B. wie schafft es ein Land eine Stimmung zu erzeugen , dass eine ganze Generation junger Männer so bereitwillig ihre Köpfe hinhält? Was tut das Land dann später für die Kriegsversehrten und ihre Familien?)
Christopher Walken hat für seine Leistung übrigens den Academy Award als bester Nebendarsteller gewonnen.

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Jek-Hyde

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Bewertung6.5Ganz gut

Die durch die Hölle gehen ist ein Film, bei dem man leider selbst gezwungen ist erst einmal durch die Hölle zugehen, zumindest der der Langeweile. Zumindest fand ich das erste Dritte sterbenslangweilig. Natürlich, es dient dazu die unbeschwerte Zeit vor Vietnam zu zeigen, aber muss das so quälend langsam vonstatten gehen? Muss die scheiß Hochzeit so lange dauern (besonders da ich ja so ein Fan von Hochzeiten bin, nicht!).
Nach dem man diese Periode der Ödnis aber überstanden hat nimmt der Film rasant an Fahrt zu und entwickelt sich sehr interessant. Wobei ich sagen muss, dass der Teil in Vietnam sicherlich der spannendste und interessanteste im Film ist. Bis schließlich zur Rückkehr, die logischerweise nicht mehr so spannend ausfällt, aber doch weitgehend interessant bleibt, über diverse Rätsel über den verbleib einiger aus den Augen verlorener Kameraden bis zum tragischen Ende. Doch ein sehr realistischer Vietnamkriegsfilm und seine ebenso realistischen Folgen.

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