Wie der Wind sich hebt

Kaze tachinu / The Wind Rises (2013), JP Laufzeit 127 Minuten, FSK 6, Animationsfilm, Drama, Kinostart 17.07.2014


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7.9
Kritiker
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Kinostart: 17.07.2014
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von Hayao Miyazaki, mit Emily Blunt und Stanley Tucci

In Wie der Wind sich hebt von Hayao Miyazaki entwirft der sensible Jiro mit dem Traum Flugzeuge zu bauen den Zero Fighter aus dem Zweiten Weltkrieg.

Handlung von Wie der Wind sich hebt
Der kleine Jiro träumt am liebsten von Flugzeugen. Im Traum erscheint ihm auch der Flugzeugkonstrukteur Caproni, der ihn auffordert, selbst Flugzeuge zu entwerfen. Jahre später hat er die Hochschule mit Auszeichnung abgeschlossen und befindet sich auf dem Weg nach Tokio, um seine erste Arbeitsstelle anzutreten. Doch auf der Reise nach Tokio gerät er in das katastrophale Erdbeben des Jahres 1923, welches fast die ganze Stadt zerstört. Doch er überlebt und kann sogar die junge Nahoko und ihre Amme retten. Doch bevor sich Naoko bei ihm bedanken kann, werden die beiden durch die Wirren des Erdbebens wieder getrennt.

In Nagoya beginnt er eine Stelle beim Flugzeughersteller Mitsubishi Kōkūki, doch er muss bald feststellen, dass das arme Japan in der Entwicklung um Jahrzehnte hinter den Deutschen hinterherhinkt. Dennoch drängen vor allem die Militärs auf neuartige Entwürfe. Dem sensiblen Jiro verursachen die Kriegsahnungen Albträume, denn alles, was er will, ist ein schönes Flugzeug gestalten, auf das sein Vorbild Caproni stolz sein kann.

Hintergrund & Infos zu Wie der Wind sich hebt
Als der Flugzeugkonstrukteur und Visionär Jiro Horikoshi die Flugmaschine Mitsubishi A6M – besser bekannt als ‘Zero Fighter’ – entwirft, ist ihm nicht bewusst, dass sein aeronautisches Wunderwerk später traurigen Einsatz in der Attacke der japanischen Luftwaffe auf Pearl Harbour finden wird. Wie der Wind sich hebt erzählt in fiktionaler Weise den Aufstieg des späteren ‘Helden’ Jiro Horikoshi.

Wie der Wind sich hebt (OT: Kaze Tachinu) basiert auf dem gleichnamigen Manga von Hayao Miyazaki, welcher wiederum Inspiration fand in der Kurzgeschichte von Tatsuo Hori. Wie der Wind sich hebt ist der erste Film von Hayao Miyazaki (Mein Nachbar Totoro, Prinzessin Mononoke) seit Ponyo – Das große Abenteuer am Meer aus dem Jahre 2008, der mit seinem Studio Ghibli Filmgeschichte schrieb (bzw. zeichnete) und u.a. für Chihiros Reise ins Zauberland mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Es wird voraussichtlich auch der letzte Film des Ghibli-Gründers bleiben, der sich jetzt in den wohlverdienten Ruhestand zurückziehen will. (ST)

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Wie der Wind sich hebt
Genre
Zeichentrickfilm, Drama, Anime, Biopic
Zeit
1920er Jahre, 1930er Jahre
Ort
Flugzeug, Japan, Sachsen, Tokio
Handlung
Beruf, Designer, Erdbeben, Erste Liebe, Flugzeugabsturz, Flugzeugunfall, Ingenieur, Japaner, Japanisches Militär, Krieg, Liebe auf den ersten Blick, Militarismus, Militär, Rettung, Traum, Traumdeutung, Verlust der Ehefrau, Verlust der Großen Liebe, Vorbild
Stimmung
Berührend, Geistreich, Traurig
Verleiher
Universum/24 Bilder
Produktionsfirma
KDDI Corporation, Studio Ghibli

Kommentare (30) — Film: Wie der Wind sich hebt


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Edgehead0920

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Der wahrscheinlich letzte Film von Hayao Miyazaki ist ein kleines Meisterwerk geworden. The Wind Rises steht seinen Filmnachbarn wie Spirited Away oder Prinzessin Mononoke in Sachen Qualität in nichts nach. Im Gegensatz hierzu ist er aber sehr bodenständig, realistisch und erwachsen gelungen. Es stehen vor allem sehr starke Charaktere und eine eindringliche und sehr interessante Story im Vordergrund mit einem „sehr guten“ und abschließenden Ende. Kurzum gefasst, wer schon die alten Ghimli-Filme mochte und bereit für einen sehr erwachsenen Anime ist, hat auf jeden Fall von mir eine klare Filmempfehlung.

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David "Noodles" Aaronson

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Es gibt wohl nur wenige Filme die es so eindringlich vermögen ein Genie oder eine besondere Gabe einzufangen wie es Miyazakis neuestes (& erwachsenstes) Wunderwerk schafft.
Jiro Horikoshi geboren um den alten Menschheitstraum ein Stück weit realer werden zu lassen. Jemand der uns glauben macht dass seine tollkühnen Maschinen beinahe nur auf Begabung, Talent, nein eher Berufung denn harter Arbeit basieren. Visionär & verträumt ist er der junge Bursche & genauso fängt der Film auch sein Leben ein.
Gegen alle Widerstände natürlich; welche es auch immer sein mögen. Für den jungen Mann ist Japans faschistisches Militär nur Mittel zum Zweck. Wir werden gefragt: wollen wir wirklich eine Welt ohne Pyramiden haben? Diese großen Monumente stehen für die Leistungen großer Ingeniere, ihr Fundament freilich gebaut auf Stein wie auf Blut! "Wie Der Wind sich hebt" lässt dies offen im Raum stehen, so wie er auch seinen Helden am Ende stehen lässt, indem er ihm einen einzigen Satz verwehrt. **
Er ist ein großer Künstler dieser Jiro Horikoshi, kein Mörder, kein Fitzcaraldo (aber ist der nicht auch ein Genie?). Doch am Ende erlaubt uns der Film, nach all seiner Pracht all seinem Feuer, unaufdringlich zu fragen ob Jiros Anstrengungen wirklich sinnvoll waren, ob großartiges im Verhältnis zu dem Preise steht. Und ich selbst glaube mit Nein antworten zu müssen & starre dabei bewundernd die Flieger an welche sich über die Pyramiden erheben.
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**SPoiler: dem letzten Satz seiner Frau ('Ich liebe dich'), bevor sie stirbt, kann er von der Arbeit entkräftet nicht mehr antworten.... Irgendwie der bitterste aller Miyazaki Momente

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huggybaer

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Bewertung9.5Herausragend

Jeder gute Künstler hat seine 10 Jahre, wo er aus den Vollen schöpfen muss. Großartigen Künstlern, wie Hayao Miyazaki, sind offenbar glücklicherweise auch deutlich mehr Jahre vergönnt, auch, wenn die Botschaft klar rüberkommt: Jeder Künstler erreicht sein persönliches Ende - und bei Hayao Miyazaki ist es dieser Film.

Zum Abschluss seiner beachtlichen Karriere präsentiert er uns sein erwachsenstes und vielleicht auch verträumtestes Werk. Obwohl große Teile des Films voller Fantasie stecken, so bleiben die aus den anderen Filmen bekannten Fantasy Elemente größtenteils unter dem Deckmantel der ernsten Geschichte verborgen.
Trotzdem fühl sich "Wie der Wind sich hebt" in jeder Sekunde wie ein Ghibli Film an. Dafür sorgen, wie immer, die hervorragenden, detailverliebten Animationen, der ganz besondere Erzählstil und die inspirierende Musik von Joe Hisashi, die diesmal etwas westlich angehaucht ist. Außerdem finden sich in dem Film tolle Referenzen, werdensurreale (Mein Nachbar Totoro) und erschreckend reale Szenen (Die letzten Glühwürmchen) verbunden, immer begleitet von einer angemessenen Menge an Poesie.

Die Geschichte bietet Momente zum Lachen und zum Weinen, zum Mitfühlen, zum Staunen - aber in erster Linie zum Träumen. Im Gegensatz zu vielen anderen Filmen, wirkt die Liebesgeschichte nicht aufgesetzt, sondern ist zwingender Bestandteil der Geschichte und trägt maßgeblich zur Entwicklung des Hauptcharakters, Jiro, bei. Jiro ist ein Träumer, der Krieg interessiert ihn nicht (gleichwohl er ihn auch nicht kalt lässt, es ist nur einfach nicht SEIN Krieg), seine Erfüllung ist es, schöne Flugzeuge zu bauen.
So ist es auch nicht die Aufgabe des Films uns die Grausamkeit des Kriegs aufzuzeigen (der übrigens im ganzen Film durchgehend präsent ist, aber einfach nicht zur Hauptgeschichte gehört), sondern uns von der Begeisterung des Hauptcharakters anstecken zu lassen. Dies muss auch nicht zwingend die Begeisterung am Flugzeugbau sein, sondern vielmehr die Begeisterung an der Erfüllung der eigenen Träume.

Außerdem sollen wir uns in den verträumten Geist von Jiro hineinversetzen, wobei hier neben der Musik und den Bildern auch die weitere Tonspur tolle Arbeit leistet: Der Film kommt trotz modernsten Möglichkeiten im Stereo Ton, was mich im ersten Moment gestört, aber erstaunlich gut dabei geholfen hat, mich in den Film hineinzuversetzen. Ein Großteil der Geräusche, hauptsächlich bedrohliche und maschinelle, sind durch Menschen, also Stimmen, erzeugt worden. Viele Nebengeräusche wurden einfach weggelassen, nur die wesentlichen Geräusche sind zu hören, was einen Großteil zur verträumten Atmosphäre des ganzen Films beiträgt. Ein weiterer Aspekt, der den Film nahezu einzigartig macht.

Dass der Film im Mittelteil mal kurzzeitig das Ziel aus den Augen verliert und hier und da eine Priese Spannung nicht schaden könnte, ist bei meisterlich dirigierten Szenen, wie der "Papierflieger"-Szene oder auch den Traumsequenz- Szenen wieder verziehen. Diese Geschichte über das Leben des Flugzeugbauers Jiro ist weder ein Fantasy, noch ein Kinderfilm und sie nimmt sich viel Zeit um alle Aspekte in Ruhe zu beleuchten. Der Film war überraschend lang und mag einigen dadurch zu langwierig wirken, ich persönlich würde aber keine der Szenen missen wollen.

Der ganze Film fühlt sich wie ein Abschied an. Er vereint die tollsten Elemente aller Ghibli Filme und nutzt sie, um eine neue, erwachsenere Geschichte zu erzählen. Ich möchte mich auf gar keine Diskussion einlassen, welcher Ghibli Film der Beste wäre. Ohne Zweifel aber ist dies Hayao Miyazakis persönlichster Film, sein letzter gelungener Versuch, seiner eigenen großen Liebe, nämlich den Flugzeugen, ein Denkmal zu setzen. Hayao Miyazaki benannte sein Studio nach einem Kriegsflugzeug, von dessen Konstruktion er begeistert war, und sicherlich steckt auch ein Großteil von seiner Persönlichkeit in Jiro. Vielleicht hatte ja auch er einen Traum, in dem er seinem Vorbild begegnet ist (vielleicht ja Walt Disney, wer weiß) und dieses ihm zu seinem Lebenswerk gratuliert hat. Seine Filme sind eben seine persönlichen "Flugzeuge". Vielleicht hätte der Film nur 8 bis 9 Punkte verdient. Aber aufgrund dieser meisterlichen Landung einer großartigen Filmkarriere, vergebe ich einen Bonuspunkt und komme auf 9,5/10 Punkte.

"Wie der Wind sich hebt" ist sicherlich einer der besten Filme, für die man dieses Jahr Kinoeintritt bezahlen kann und ein wohlverdienter Abschied in den Ruhestand.

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MaxN91

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"The Wind Rises" vom japanischen Animations-Mastermind Hayao Miyazaki hat mich sowohl überrascht als auch beeindruckt. Obwohl ich mit Anime und asiatischem Film durchaus vertraut bin, habe ich seltsamerweise bis heute noch nie einen Film von Miyazaki gesehen. "The Wind Rises" hat meine Aufmerksamkeit erregt, da ich hörte dass dies Miyazakis letzer Film werden soll.
Hatte mich die Thematik des Fliegens zuerst abgeschreckt - da ich an diesem Thema grundsätzlich eher weniger interessiert bin - war ich sehr froh als der Film sich nicht auf dieses Grundthema versteifte. "The Wind Rises" ist nämlich kein Film über Krieg, Flugtechnik oder die japanische Katastrophe von 1923, sondern ein Film über das Leben seiner Figuren. Das heißt nicht nur, dass der Zuschauer am Leben vom tagträumischen Protagonisten Jiro teilnimmt, sondern die Welt auch durch seine, oftmals im Tunnelblick verharrenden, Augen sieht. Miyazaki entscheidet sich bewusst dafür seine Geschichte in der tatsächlichen Welt anzusiedeln und dabei historische Gegebenheiten zu erwähnen, aber genauso bewusst dafür diese eigentlich verheerenden Katastrophen wie Regentropfen auf einem Schirm abperlen zu lassen. Was davon übrig bleibt ist aber die stets präsente melancholische Stimmung, die den Film und seine Figuren umgibt.
Die ganze große Stärke dieses Films ist seine Inszenierung. Die Zeichnungen und die Animation sind atemberaubend schön, der Score klassisch genial komponiert und die Regie unglaublich kreativ. Insgesamt wird so eine fast magische Stimmung erzeugt.
Das schöne und lobenswert abwechslungsreiche an "The Wind Rises" ist, dass jeder Zuschauer andere Aspekte der Geschichte zu schätzen wissen wird. Den hier wird nur zu einem geringen Teil ein klassischer Plot verfolgt, vielmehr sind es die Momente und die Augenblicke des Lebens der Hauptfigur Jiro, die fast nebenbei sein Leben erst mit Inhalt füllen und so dem Zuschauer am längsten im Kopf haften werden. Auch wenn sich Miyazaki ab und an in seiner Melancholie zu verlieren scheint, bleibt "The Wind Rises" ein äußerst gelungener, aber auch anspruchsvoller Film, der vom Zuschauer mehr ausgefüllt als konsumiert werden möchte.
Eines steht jedoch fest: Mit Hayao Miyazaki geht einer der letzten Träumer im Filmgeschäft. Möge sich stets der Wind für ihn erheben!

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philipp.warnke

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Bewertung7.5Sehenswert

Würde ich den Film in einem Wort einschätzen müssen, würde ich "Melancholie" sagen.
Wenn man sich bewusst ist, dass dies Myazaki´s letztes Werk ist, so kann man den Film viel besser nachvollziehen.
Um die Grausamkeit von Krieg und Tod geht es hier absolut nicht, sondern um die Entfaltung einer kreativen und sensiblen Künstlerseele die es schafft trotz der Sinnlosigkeit von Krieg ihr volles Maß an Kunst zu entfalten.
Wer einen von Fantasie übersprudelnden Film wie "Chihiro´s Reise ins Zauberland" erwartet, wird bitter enttäuscht werden. Es ist ein sehr realistischer und geerdeter Ghibli Film dessen Stärken die tollen Charaktere und die realistische Story sind.
Visuell gesehen ist er auch schön klassisch gezeichnet und die Traum-Sequenzen sehen sehr schön aus und versprühen etwas Ghibli-Charme.
Es ist bei weitem nicht der beste Ghibli, aber es ist ein erwachsenes, schönes Abschlusswerk und ein tolles Ende für die Ära Myazakis.

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Bastieff

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Hayao Miyazaki’s letzter Film? Ich wünsche es mir nicht. Aber er hat trotz alledem
eine beachtliche und eine seltene Erfolgskarriere hinter sich gebracht. Sein letzter Film
Kaze Tachinu knüpft an seine vielen anderen, wunderbaren Ghiblifilme an. Es ist sogar mein erster Ghibli auf der großen Leinwand und ich hoffte, dass dieser Film nie zu Ende gehen würde.
Der Film wirkt sehr reif, erwachsen, entschlossen, vll weniger magischer, wie seine Vorgänger, aber trotzdem irgendwie Miyazaki’s Handschrift. Das kommt wegen seiner malerischen Poesie – mit Joe Hisaishis einzigartigen westlich angehauchten Soundtrack – und sein Liebe zum Detail zustande. Zwar zieht sich der Film zunächst etwas, wird aber „hinten raus“ immer besser und hat wunderbare Momente, wenn Jiro sich zum Beispiel in das Mädchen Nahoko verliebt und sie Papierflieger draußen vor einem Hotel fliegen lassen. Die Liebe zu ihr ist brillant bebildert und geht warm ans Herz. Deswegen finde ich, dass besonders das letzte Stück, wenn es sich um die Jiro und Nahoko dreht, der beste Teil des Filmes ist.
Caproni: She was beautiful, just like the wind.
Sie trägt ihn, sie lässt seine Gedanken schweben und gibt ihm das letzte fehlende Fünkchen Hoffnung und Kraft. Und wenn der Wind sich hebt und Jiro ihn spürt, dann weiß er, was passiert ist.

Wie immer stehen bei Miyazaki die Flugzeuge im Vordergrund. Schon als kleiner Junge träumt Jiro davon, Flugzeugingenieur zu werden und merkt nicht – oder erst viel zu spät, was er damit anrichten wird. Seine Tagträume lassen sein Verlangen spürbarer werden und er sehnt sich seinem Ziel schon nahe. Allerdings muss er dafür hart schuften, arbeiten und immer wieder Rückschläge und Gefahren auf sich nehmen.

Mit einem wunderschönen Song im Abspann endete dieser Ghiblifilm
Danach war es mucksmäuschenstill. Das sagt alles über die Qualität dieses Filmes aus.

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Val Vega

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Bewertung6.5Ganz gut

Ich persönlich hatte mit Anime nie viel am Hut, aber dieser Film hat mich einfach hellhörig gemacht und mit der hier auf Moviepilot angeführten Kontroverse musste ich ihn sehen. Zum Glück konnte ich diesen Film in der englischen Fassung sehen. Gordon-Levitt, Tucci und Herzog machen als Synchronsprecher eine unfassbar gute Figur und können den wunderbar gezeichneten und animierten Figuren viel Leben einhauchen.

Zur Kontroverse: Meiner Meinung nach zu heftig. Natürlich ist es bekannt, dass unsere Freunde im fernen Osten nicht gerade die Spitzenreiter in Aufklärung und Vergangenheitsbewältigung sind, doch im Prinzip legt der Film weniger Wert auf die Arbeit von Horikoshi als auf den Menschen, der er war. Dass solche Figuren, gerade aus düsterer Vergangenheit stammende, tatsächlich auch Menschen waren, wird heute viel zu oft vergessen, da man oft zu stark dämonisiert. Hierbei ist übrigens zu erwähnen, dass gerade in den USA, der Kriegsgegner Japans, der unter Horikoshis Erfindung am meisten zu leiden hatte, dieser Film sehr gut ankommt. Übrigens gibt es im Film eine Szene, in der im Traum Horikoshis er neben Giovanni Battista Caproni, dem italienischen Flugzeugbauer gesprochen von Stanley Tucci, in der er bedauert, dass diese nie wieder zurückkehren werden. Beide konnten ihr ganzes Leben nur ausschließlich für die Armee und den Krieg bauen, ihre Erfindungen werden in sinnlosen Kämpfen zerstört und so müssen sie sich es selbst schön reden, es verdrängen, dass ihr ganzes Lebenswerk, dem sie so viel geopfert haben, im Krieg wieder zerstört wird. Miyazaki war sich zuerst unsicher darüber, ob er den Film machen sollte, doch als er hörte, dass Horikoshi nur etwas Schönes, schaffen wollte, beschloss er ihn zu machen. Für mich erzählt der Film die Geschichte eines zwischen Realität und Traum gefangenen Visionärs, der seine Arbeit, auf einem von der Kriegsmaschinerie Japans dominierten Marktes, den Umständen anpasste, und seinen Traum schließlich in Trümmern sah.

Und obwohl der Film eigentlich gut ist, muss ich sagen, dass er gut eine halbe Stunde zu lang für mich war. Die Bilder sind zwar wunderschön gezeichnet, und all jene Szenen zwischen den beiden Liebenden, insbesondere die auf dem Berghotel, welches als Referenzraum zu Thomas Manns „Der Zauberberg“ dient, triefen nur so vor surrealer Poetik. Diese Szenen sind wunderschön und offenbaren all das Talent und die Erfahrung des Anime-Meisters. Im Endeffekt ist „The Wind Rises“ ein schöner Film über Traum, Vision und bittere Realität, der in seinen stärksten Momenten eine wunderbare Liebesgeschichte erzählt. Hie und da ist er zwar zu lang und man kann dem Film einiges ankreiden was schlichte Auslassung (NICHT Beschönigung) betrifft, doch den Film zu verdammen und an den Pranger zu stellen ist einfach gesagt: Stuss.

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The Freewheelin Fonda

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Schöner Kommentar(war bei mir ja auch erst der erste Ghibli)
und zu der "Kontroverse" habe ich eig. die gleiche Meinung wie du, was dazu schreiben wollte ich aber nicht, ich glaub in Deutschland hat man zu diesem thema ja schon genug nichtssagende Diskussionen geführt ;)


Val Vega

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Danke Fonda ;) Diese Kontroverse geht aber auch doll auf den Sack.


Selcarnor

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Bewertung9.0Herausragend

>The Wind Rises<. Tja, das war es mit >Hayao Miyazaki<. Sein letztes Werk, sein letzter schimmernder Stern am Filmehimmel. Jede Ära hat ein Ende, auch seine. Und mit diesem finalen, persönlichen Projekt hat er noch einmal rein gehauen. Definitiv nicht für jüngere Kinder geeignet, da die Themen wesentlich erwachsener sind und allgemein der Fortgang der Handlung eher gemächlich ist. Dennoch ist die Detailverliebtheit und allgemein die kreative Passion die in dieses Werk geflossen ist zu jeder Sekunde spürbar, was es zu einem herrlichen Erlebnis macht.

1. Animation

Ghibli-Standard vom Feinsten, anders nicht zu beschreiben. Details, schöne Bilder voller Poise, wunderbare Panoramen und Szenen und eine ungenauere Lebendigkeit. Pumpende Motoren, arbeitende Kolben, Staubwolken, wacklige Einzelteile. Die Flugzeuge, Autos und alles andere sind herrlich bewegungsfroh und flüssig.
Ganz, ganz groß.

2. Musik

Eine japanische Hochzeit mit sommerlicher, italienischer Musik untermalt – interessante Mischung die funktioniert. Allgemein ist der schöne Soundtrack sehr europäisch angehaucht und kann man auch als nur perfekt ansehen.

3. Inhalt

Ah ja, die unerschütterliche Erfüllung der eigenen Träume. Ein gern gesehenes Thema und oft mit sehr inspirierenden Charakteren. Der hier dargestellte Jiro gehört eindeutig dazu und arbeitet mit einer erschreckenden Besessenheit und Unbeirrbarkeit an seinen Kampfflieger, der später viele Menschen das Leben kosten sollte.
Dass der Film politisch sehr passiv ist und Kritik am Krieg und den Regimen der Zeit nur am Rande vorhanden ist- wenn auch für mich deutlich sichtbar – kreiden ja gerne einige an.
Ich will mich jetzt aber in diesem Review nicht darauf versteifen. Mich interessiert hier eigentlich viel mehr wie brillant >Miyazaki< hier einen Charakterfilm inszeniert. Das übernatürlich Fantastische was man von anderen Filmen seines Studios und auch von ihm selbst kennt kommt hier nur in einigen Traumsequenzen vor, was auch nicht weiter schlimm ist, da er es schafft auch der Realität hier etwas Magisches zu verleihen.
Unglaublich Detailverliebt und mit einer ruhigen Inszenierung schreitet der Film voran und zeigt die Entwicklungs- und Schaffungsjahre von Jiro. Großartige Kriegsszenen darf man nicht erwarten und auch allgemein keine Action oder Spannung, da alles hier von den Charakteren, der Atmosphäre und dem merklichen hineingeflossenen Herzblut lebt.
Dazu kommt dann eine bittersüße Liebesgeschichte, die zwar wieder einmal die Grenzen der grauen Wirklichkeit etwas kitschig überdehnt, aber dennoch wunderschön mit anzusehen ist und so einige emotional tragische Fausthiebe im Petto hat.
Ist Jiro ein Charakter mit Fehlern? Zweifelsohne ja. Wurden die Konsequenzen seiner Arbeit mit all ihren schrecklichen Auswirkungen beleuchtet? Zwar nicht überhaupt nicht, aber es ist auch keine wirkliche Aufarbeitung des Krieges. Es ist einfach nur die großartig präsentierte Geschichte eines Mannes der seinem Traum verfolgt.
Kann man ein Problem mit haben, ist aber letzten Endes meiner Meinung nach nichts, weswegen man mit Steinen um sich werfen sollte.

4. Fazit

Ein würdiger schöner Abgang. Applaus. Applaus. Ernster und noch einmal mit viel Elan dargebrachter Film des Altmeisters, was ihn dann auch der einen oder anderen Kontroverse eingebracht hat.
Ich habe >The Wind Rises< ganz und gar genossen. Er vereint die Schönheit aller anderen Ghibli-Filme und trotzdem seine eigene erwachsene Note, die ihn zu was Besonderes macht.
Ein Glanzstück, für mich jedenfalls.

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Kaskodil

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Was mir am Sound besonders gefallen hat: Die Geräusche der Flugzeuge wurden alle von Menschen imitiert und synchronisiert - klingt fast ein wenig wie alte Kindheitstage mit Spielsachen & stuff.


The Freewheelin Fonda

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Wieso ich als Filmfan noch nie mit einem Miyazaki Film in Berührung gekommen bin, weiß ich selbst nicht so genau, es hat sich einfach nie ergeben, so dass nun sein letztes, groß angekündigtes Werk “Kaze Tachinu“ mein erster Film des japanischen Filmgenies werden sollte.
Und ich war begeistert, habe diesen Streifen absolut genossen und wurde von wunderbarer Filmmagie ergriffen.

Ein poetisches, wunderschön gezeichnetes Werk über Hoffnungen und Träume wenn der Lebensweg des Flugzeugkonstrukteurs Jirō Horikoshi geschildert wird.

"Airplanes are not tools for war.
They are not for making money.
Airplanes are beautiful dreams!"

Hier geht es um Freiheit und Träume, wenn der kleine Jiro den Sternenhimmel beobachtet selber Flugzeuge bauen will, um mit dem Wind durch den Himmel zu gleiten.
Die Geschichte ist hier wunderbar gefühlvoll erzählt, hat viele melancholische Stellen und überzeugt vor allem durch die Inszenierung, wenn Miyazakis Bilder durch gefühlvolle Musik untermalt werden.
Die negativen Seiten der japanischen Geschichte im vergangenem Jahrhundert kommen hier bald zur Geltung, wenn Träume zerstört werden und die Hauptfigur sich in unlösbaren moralischen Konflikten wiederfindet.

Ein Werk mit vielen Seiten, dass es aber zu jedem Zeitpunkt versteht, den Zuschauer durch seine liebevolle Art in seine ganz eigene Welt zu entführen.

Mein erster Miyazaki konnte mich voll überzeugen, als großes Abschlusswerk eines Künstlers, war "The Wind Rises" natürlich auch fantastisch und die anderen Ghibliproduktionen müsste ich mir nun auch endlich mal zu Gemüte führen!

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The Freewheelin Fonda

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Wenn ich das nächste mal in Wien bin(war innerhalb von zwei Jahren jetzt dreimal in der Stadt) melde ich bei dir, dann gehen wir mal ins Kino ;)


Martin Oberndorf

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Das wäre natürlich DER Hit! :D
Ich leide ja förmlich unter dem Fluch des filmuninteressierten Umfelds...


Bollundus

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Schade, dass mein Heimkinoprojektor nicht mehr von Mitsubishi stammt. Miyazaki webt Träume.

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MurmelTV

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Bewertung9.0Herausragend

"Airplanes are beautiful, cursed dreams, waiting for the sky to swallow them up."

Einen besseren, oder sagen wir mal passenderen, Abschiedsfilm hätte Herr Miyazaki wahrlich nicht abliefern können, hilft er uns Zuschauer, uns Fans, uns ehrwürdige Anhänger und Liebhaber dieses großen Meisters des Kinos doch über diesen Abschied hinwegzukommen.

Denn (leider) jeder noch so schöne Traum hat irgendwann ein Ende, jede noch so große Liebe hält nicht auf ewig, jeder Mensch muss die Welt irgendwann verlassen, oder auf gut deutsch: Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei! Zeit ist begrenzt, doch jeder kann sie nutzen, wie er will. Ob man nun Flugzeuge entwirft oder Filme dreht, jedem das Seine.

Neben der sinvollen Nutzung der Zeit, seine Ziele zu verfolgen und Gutes zu schaffen, sowie der Schönheit am leben zu sein, stehen aber auch immer wieder Bilder des Krieges und der Zerstörung als Kontrast, als wenn es egal wäre, was man macht: Es wird immer Menschen geben, die sich lieber bekämpfen, als eben oben genanntes zu beherzigen. Warum dem so ist? Das weiß man nicht, und auch in dem Film kommt es zu keiner Erklärung. Doch davon lässt sich unser Protagonist auch nicht aufhalten und lebt unbeirrt weiter seinen Traum, stellt Flugzeuge her, verliebt sich, heiratet und diese Liebesgeschichte hat es mal wieder in sich! Miyazaki weiß eben, wie man so etwas inszeniert.

Letztendlich bleiben 127min purer Filmgenuss, die das Ende einer großen Era einleuten, das Ende eines großes Mannes, das Ende eines schönen Traums. Auch wenn das Leben weiter geht, man dich vermissen, Miyazaki! <3

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MurmelTV

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Das Lied aus dem Abspann/dem Trailer läuft zur Zeit auch in Dauerschleife. *_*

https://www.youtube.com/watch?v=u-qG9Rq2I-k


SilverDragon

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DANKE! habe ich schon gesucht.


Zimtmond

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ich liebe es, wenn ich mich wie ein kleines Kind auf Weihnachten, auf Filme freue.
Ich liebe es, wenn Filme mich an den Kinosessel drücken und mich nicht aufstehen lassen.
Ich liebe es, wenn Filme so viel allein durch ihre Bilder erzählen.
Ich liebe es, wenn diese Bilder noch mit wunderbarer Musik untermalt sind.
Ich liebe es, wenn die Geschichte mich mitnimmt, wenn die Geschichte mich mit einem weinenden und einem lachenden Auge zurücklässt, wenn die Geschichte mich traurig und gleichzeitig glücklich stimmt.

All das vereint und ich weiß, ich sehe einen Film von Hayao Miyazaki.
Wie kann man nicht verliebt in all das sein, was man dort sieht?
Wie kann man nicht hoffen, dass alles gut wird und jeder einzelne von den Figuren glücklich wird?
Bilder wie Gedichte. Musik, wie zum Leben erweckte Gemälde. Eine Geschichte, so abwechslungsreich wie das Leben. Vermutlich konnte ich noch gar nicht alles greifen – aber ich werd ihn wieder und wieder gucken. Er wird sich mir dann sicher immer weiter offenbaren.

"Der Wind hebt sich! Wir müssen versuchen, zu leben!"- Paul Valéry

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Deathpool

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@Fonda: völlig richtig, schau ihn ruhig. Dannach musst du aber alle anderen nachholen, sonst ergibt das keinen Sinn ;)


Zimtmond

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@Romy
Vielen Dank! Aber du kannst ihn doch sehen. Darüber solltest du dich wirklich freuen :) Haben nicht alle das Glück.
@Bubo
Dankeschön, meine Liebe <3 Ich bin total gespannt, was du sagen wirst!
@Pooli
Du wirst ganz bestimmt auch mögen, ganz bestimmt.
@jacker
Ohhh, da fühle ich mich aber wahrlich geehrt :)
@razzo
Zimty liebt Filme - in der Tat :)
@Fonda
Danke, mein Lieber. Ich bin echt gespannt, was du sagst. Sonst auch das was Pooli sagt. All die anderen solltest du dann auch sehen. :)


MHolm

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Bewertung6.0Ganz gut

"Da ist er nun. Der vermutlich letzte Film, bei dem Anime-Meister Hayao Miyazaki Regie geführt hat. Für seinen Abschiedsfilm hat er ein für Japaner äußerst brisantes Thema gewählt [...]
Es wird relativ schnell klar, dass Miyazaki mit „Wie der Wind sich hebt“ keine Biografie drehen wollte. Vielmehr benutzt er das Leben des realen Jirō, um eine eigene Geschichte zu erzählen. Diese Geschichte dreht sich um verwirklichte Träume, das Verkraften von Rückschlägen und die Liebe. Der Krieg, in dessen Jirōs Flugzeuge eine so bedeutende Rolle gespielt haben, ist nicht zu sehen [...]
Bei der Laufzeit von knapp über zwei Stunden gibt es immer wieder Längen, die den bereits gemächlich erzählten Film äußerst anstrengend machen [...]
Auf der Audio-Spur gibt es eine große Überraschung: Sämtliche Toneffekte wurden von Menschen erzeugt – nicht von Maschinen. Ursprünglich wollte Miyazaki das selbst übernehmen, doch das Studio sagte ihm, er solle sich nur aufs Zeichnen konzentrieren [...]"
Eine komplette Rezension gibt es hier nachzulesen:
http://dienachtderlebendentexte.wordpress.com/2014/07/15/wie-der-wind-sich-hebt/

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Begbie

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Bewertung6.5Ganz gut

Wenn man vorher nicht viel mit Ghibli-Anime-Filmen anfangen konnte, dann ändert sich das auch leider nicht mit diesem Film. Die 2h gingen zwar schnell vorbei, aber irgendwie lies er mich dann doch kalt. Man muss diese Art von Film einfach mögen, dann ist er sicher wie alle anderen dieser Art klasse. Aber so war es leider wieder nur ein 2h Film, bei dem ich besseres hätte erleben können (Filmfest München 2014 Abschlussparty zum Beispiel). Viel Spaß allen, die Miyazaki-Fans bzw. Studio Ghibli-Fans sind - alle anderen werden ihn sich wahrscheinlich eh eher nicht anschauen und meiner bescheidenen Meinung auch nicht viel verpassen.

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Dale_Bartholomew

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Filmfest München, Sonntag den 29.06.2014, Film #4

Und da war er endlich!! Einer meiner absoluten Highlights des Kinojahres 2014 mit welchem ich bis jetzt wirklich mehr als zufrieden bin! Wie hieß es so schön, während der WM laufen keine guten Filme im Kino?! Danke Danke Danke München für das absolut grandiose Filmfest, (einzig und alleine "Winter Sleep" und "Mommy" hätten das bereits volle Fass meiner Gefühle zum überlaufen gebracht) ohne euch hätte ich diesen trägen Monat wohl nicht überstanden.
Doch apropos Fass zum überlaufen gebracht:
"Wie der Wind sich hebt" hat auch dies in sage und schreibe 2 gefühlten Minuten geschafft, sprich als das Ghibli-Logo erschien!, und wie sprach Gott am Ende jeden Tages :
.......und er sah das es gut war!!!

Es gibt diese wenigen Regisseure, welchen man einfach blind vertraut und es immer wieder schaffen, aus einer noch so anfänglich langweilig wirkenden Story, einen grandiosen, spannenden Film zu zaubern.
Dies soll jetzt nicht meinen die Handlung bei "Wie der Wind sich hebt" sei öde oder gar flach....absolut nicht, dem ist weit gefehlt!
Jedoch, würde es sich um einen anderen Künstler handeln, der sich dieser Geschichte annimmt, hätte ich mich wohl erst überwinden müssen, einen Blick darauf zu werfen.

Aber Miyazaki ist am Start und das mit vollem Dampf voraus <3 !!
Ein 120-minütiges Gefühlsbad, in welches man sich einfach nur hineinfallen lassen kann, um gleich wie die Götter in "Chihiros Reise ins Zauberland" sich die alte Last von der Seele zu spülen.
Wie jeden bis dato von mir gesehener Miyazaki trage ich auch diesen Film tief in meinem Herzen, der, - Tag einTag aus -, größer und schöner, reifer und sinnlicher wird, bis ich glatt vor einer innerlichen Explosion stehe und grundlos anfange zu flennen.
Wie der Meister Himself so schön sagt:
"Jeder Film ist wie ein Kind für mich, ich trage sie tief in mir...."

!! Thats fuckin Art man !!.....

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Dale_Bartholomew

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Schön das es dir taugt danny ;)
also muss echt sagen da kommt gut was auf dich zu, bis jetzt eigentlich wirklich alle ohne Ausnahme MUST SEE´s :)
Einzig und allein mit "La Distancia" bin ich nicht so ganz im reinen..obwohl der auch auf irgendeine experimentelle Art und Weise sehenswert war :)


Haschbeutel

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Ach Mensch, sag doch, dass du auf dem Filmfest bist - hätte man sich mal die Flossen schütteln können ;) Kam heute auch nochmal der Film. Wirklich schön zusammengefasst :)


Ichundso

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Bewertung9.0Herausragend

Dieser Film ist so schön, allein vom Schauen haben meine Schönheitsrezeptoren versagt und mein Herz übergekocht. Jede Szene ist ein eigenes Kunstwerk, verbreitet Terror, Sehnsucht oder eine Liebesgeschichte, deren Bildersprache das Romantischste ist, was man gerade noch ertragen kann, ohne im Kino zusammenzubrechen. Die Bilder sind perfekt bis auf den letzten Frame und auch wenn das Skript nicht ohne Schwächen ist, ist "Wie der Wind sich hebt" einer dieser Filme, bei denen man lauter Schmachten gar nicht dazu kommt, diesen Schwächen irgendwelche Bedeutung zu schenken.

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VisitorQ

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@Vika: Vorher warst Du das nicht? :D
@Ichundso: Jaha, der Film hat einige wenige Schwächen aber der Rest ist so mega, wer schenkt denen dann noch beachtung?


Ichundso

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Ja genau. So viel WWII-Romantik verzeih ich nicht jedem Feld-, Wald- und Wiesen-Streifen.


VisitorQ

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Bewertung9.0Herausragend

Der Moment als ich angefangen habe zu weinen:
Als das Studio Ghibli Zeichen erschien.
Well played, Miyazaki, well fucking played.

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Filmromantikerin

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Ich freu' mich schon d'rauf. ^^
Aber eins weiß ich, dir wird Kaguya sowas von gefallen! Unbedingt Taschentücher bereit halten! :)


KonTaicho

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Du kleines Sensibelchen :)


Jenny von T

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Der Wind also begleitet leise Miyazakis Abschied, und er trägt einen außerordentlichen letzten Film davon – ein Anime-Biopic, das – formal wie inhaltlich reich - doch sehr viel mehr ist als nur die sprichwörtliche Nachzeichnung eines Lebens(ausschnitts).

Bereits seit Kindertagen sind Fluggerätschaften die große Leidenschaft von Jiro Horikoshi, seine Sehschwäche aber verhindert eine Karriere als Pilot. Nachdem ihm in einer nächtlichen Vision erstmals der berühmte italienische Luftfahrt-Konstrukteur Caproni erscheint – und es soll nicht dessen einziger "Besuch" bleiben -, beschließt der kleine Jiro, ebenfalls die Tätigkeit als Ingenieur zu ergreifen und so sein Steckenpferd aus eben einer anderen, technisch-theoretischeren Perspektive zum Beruf zu machen.
Gesagt, getan.
Nun aber naht der Zweite Weltkrieg und Jiros Passion droht die Instrumentalisierung, denn welch vernichtenden Zwecken die Errungenschaften des jungen Mannes künftig dienen sollen (und auch werden), ist alsbald absehbar, und eine moralische Zwangslage damit immanent: Wie ist es verantwortbar, nach bestem Wissen (wenn auch nicht GEwissen) Maschinen zu entwerfen, die irgendwann verheerenden Schaden anrichten? Kann selbst das fabelhafteste Kunstwerk eines architektonischen Entwurfs noch unschuldig bleiben, wo es für grausame Absichten missbraucht wird?

Miyazaki verstreut - mal malerisch schön, mal unheilvoll, mal beides zugleich - Andeutungen und Hinweise, vertraut das Austragen dieser und anderer Spannungen aber seinem Publikum alleine an. Dafür schlägt dem Altmeister mitunter Kritik entgegen, ich jedoch lobe es mir, wenn sich Begebenheiten einer eindeutigen Beurteilung entziehen und ein Regisseur bemüht ist, zu verstehen – auch, wenn es manchmal zwangsläufig bedeutet, neben Anerkennung Irritationen oder Ablehnung zu ernten.

Der Wind hebt sich über Licht und Schatten. Hier erweist sich Jiro geradezu als Musterexemplar der Komplexität: Derselbe Protagonist, der nach dem Kantō-Beben ein Mädchen und dessen am Bein verletzte Magd sicher nach Hause bringt und hungernden Straßenkindern Kuchen anbietet, geht sogar dann noch unermüdlich seiner Arbeit nach, als eine Tuberkulose-Erkrankung im fortgeschrittenen Stadium seine Frau ans Bett fesselt; mit der einen Hand hält er ihre, mit der anderen skizziert er – wenn er nicht gerade für eine Zigarettenpause unterbricht. Ein Gemüt, sensibel wie unnahbar.

Durchaus also könnte man zu der Schlussfolgerung gelangen, Jiros Position sei eine (in Bezug auf das Fliegen) viel zu romantische und (in Bezug auf das Zeitgeschehen um ihn herum) viel zu ignorante, THE WIND RISES allerdings erblüht durch seine Feinheiten: Zwar ist der Himmel immer blau, wenn Jiro seinem Idol Caproni begegnet, doch lassen – auch schon vorausahnend zu Anfang! - Anblicke des Schreckens schließlich keinen Zweifel aufkommen, dass die Gräuel des Krieges sehr wohl Einzug in Jiros (Unter-)Bewusstsein gehalten haben. Und es dokumentiert, wie Miyazaki, der Apostel der Phantasie, Traum von Illusion trennt.

"Embrace the irony!" bekommt Jiro von seinem Freund und Kollegen Honjo ans Herz gelegt - der Film steht auf einem sehr ähnlichen Standpunkt und erfindet dafür tausend Bilder. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir, als nach der Erderschütterung eine kleine Steinlawine zwischen zwei keimenden Pflanzen (welche nicht beschädigt werden) zum Erliegen kommt. Jenen Gefahr-bewussten Optimismus kennt man eigentlich von dem Japaner, trotzdem muss die Ghibli-Legende der Frage entgegen treten, ob auch ein historisch verpflichteter Film offensiv lebensbejahend sein darf - in aller Entschlossenheit. Meine Meinung: Es wäre bedenklich, wenn nicht.

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Dasprofil

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Obwohl ich Miyazakis Filme nicht mag und ich mit Animationsfilmen im Allgemeinen nichtwirklich viel anfangen kann, hat mich dieser Kommentar neugierig gemacht.


Jenny von T

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Freut mich, wenn ich dein Interesse wecken konnte! :-)


filmfuzzy

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Bewertung3.0Schwach

Hayao Miyazaki Jahrgang 1941, weltweit bekannt als hervorragender Regisseur von Animationsfilmen Made in Japan. Seine Karriere begann er mit der Fernsehproduktion „Heidi“. Sein größter Kinoerfolg in Deutschland war Prinzessin „Mononoke“ (1997) und sein Oscarprämierter „Chihiros Reise ins Zauberland“ (2003). Mit „Wie der Wind sich hebt“ seinem letzten Film, will er sich verabschieden.
Seinen Wunsch Pilot zu werden verhindert seine Augenschwäche. Also wird Jiro Horikoshi Flugzeugkonstrukteur. 1927 beginnt seine Karriere bei einer großen Flugzeugfabrik. Seine Ideen sind sehr innovativ und seine designierten Flugzeuge revolutionieren den Flugzeugbau weltweit.
Bei einem Erdbeben 1923 rettet er die hübsche Nahoko. Jahre später treffen sie sich zufällig wieder und heiraten. Doch das Eheglück ist nicht von langer Dauer. Nahoko leidet an unheilbarer Tuberkulose und stirbt.
Warum Miyazaki aus dieser wahren Begebenheit einen Animationsfilm gemacht hat, ist nicht überliefert. Zwar wunderschön gezeichnet aber zu lang geraten. Eine kürzere Realfilmversion hätte sich für diese Liebesgeschichte genauso angeboten.
126 Minuten – bläst der Wind zwar kräftig, aber das rettet den Film auch nicht.

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Mr.Raves

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Wow. Danke für den Spoiler du Arsch.


AmeliaPond

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HAT ENDLICH EINEN KINOSTART! YAY, 17.JULI!

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AmeliaPond

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Oh,dann horte ich schon mal wasserfeste Wimperntusche,damit ich nicht wieder aussehe wie ein verirrter Alice Cooper Fan.


Ben Kenobi

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@Zimtmond: Das wuerde ich klar bejahen. Ich habe selbst beim Schauen mehr als einmal gedacht, wie der Film in seiner schieren Groesse auch von einer grossen Leinwand profitiert!

@Amelia: Haette aber auch was fuer sich. :D



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