Meine glorreichen Sieben

7 Filmkämpfe, die Christophs Blut in Wallung bringen

Hier gibts richtig was auf die Glocke!
© Sony, Universal, Universum/Tobis, Collage moviepilot
Hier gibts richtig was auf die Glocke!

Es gibt ja die unterschiedlichsten Möglichkeiten der Konfliktlösung: Sind zwei Parteien unterschiedlicher Meinung können sie verhandeln, sie können einen Kompromiss erarbeiten, sich sportlich miteinander messen oder das Los entscheiden lassen. Für die in diesen glorreichen Sieben verewigten Herren kommt all das jedoch nicht in Frage, sie bevorzugen die direkte Form der Auseinandersetzung: Sie hauen einfach so lange auf ihren Gegner drauf, bis er tot ist. Dass auch bei einer so primitiv-barbarisch anmutenden Vorgehensweise so einiges an Einfallsreichtum und Variation geboten werden kann, zeigen die folgenden Beispiele.

7 Filmkämpfe, die Christophs Blut in Wallung bringen (8 Bilder)

King Kong: King Kong gegen Tyrannosaurus
Der Kampf der Giganten in King Kong und die weiße Frau kommt heutzutage zwar zunächst recht putzig daher, nichtsdestotrotz schenken sich die beiden Kontrahenten im Laufe ihrer Auseinandersetzung um Ann Darrow (Fay Wray) nichts: Da wird gebissen, geschleudert, Kiefer gebrochen und geblutet, was das Zeug hält. Hier kämpfen tatsächlich zwei wilde Tiere auf Leben und Tod, wobei King Kong einige Moves drauf hat, die auch beim Wrestling oder Ultimate Fighting nicht fehl am Platze wären.

Der zerrissene Vorhang: Michael Armstrong gegen Hermann Gromek
In der berühmten Kampfszene aus Der zerrissene Vorhang wollte Alfred Hitchcock eigener Aussage zufolge einmal zeigen, wie schwierig es sein kann, einen Menschen zu töten. US-Geheimagent Armstrong (Paul Newman) muss Stasi-Mann Gromek (Wolfgang Kieling) möglichst geräuschlos um die Ecke bringen, da vor dem Haus ein Taxi wartet, dessen Fahrer nichts mitkriegen darf. Erst fliegt ein Topf, dann gibts ein Messer in die Brust, das auch noch abbricht, und schließlich werden Schaufel und Backofen bemüht; dazwischen findet jede Menge Gewürge statt. Minuten, die wie Stunden wirken. Als Gromek endlich tot ist, bin ich mindestens ebenso erschöpft wie Armstrong.

Robin Hood, König der Vagabunden: Robin Hood gegen Sir Guy of Gisbourne
Der entscheidende Kampf aus Robin Hood, König der Vagabunden ist wohl der eleganteste dieser glorreichen Sieben: Leichtfüßig und mit beschwingtem Schwertarm duelliert sich Robin Hood (Errol Flynn) mit Sir Guy (Basil Rathbone) durch die halbe Burg um Leben und Tod und Freiheit für England. Dieser hohe Einsatz hält beide aber nicht davon ab, stets einen flotten Spruch auf den Lippen zu haben. Wunderbar auch, wie wir zwischendurch nur ihre riesengroßen Schatten beim Kämpfen sehen, bis die Kontrahenten wieder ins Bild kommen.

Casino Royale: James Bond gegen sein erstes Opfer
In der Vor-Titel-Sequenz zum James Bond-Reboot James Bond 007 – Casino Royale geht es richtig zur Sache: Beim Klo-Kampf beseitigt Bond (Daniel Craig) seinen Gegenspieler zunächst nicht Gentleman-like per Pistole, sondern liefert sich mit ihm ein handfestes Duell auf Leben und Tod, das durch den grobkörnigen Schwarzweißfilm umso unpolierter daher kommt. Besonders brutal wirkt das Treiben auch im Kontrast zu den dazwischengeschnittenen ruhigen Szenen im Büro des MI6 Section-Chiefs. Nachdem auf der Herrentoilette zunächst so einiges an Sanitärkeramik zu Bruch gegangen ist, ertränkt Bond scheinbar seinen Gegner mit eigenen Händen, und sein gnadenloser Gesichtsausdruck hat dabei so gar nichts mehr vom Gentleman-Agenten früherer Tage.

Ivanhoe: Ivanhoe gegen Brian De Bois-Guilbert
Wenn sich in Ivanhoe – Der schwarze Ritter der Titelheld (Robert Taylor) und sein Konkurrent De Bois-Guilbert (George Sanders) erst zu Pferd und anschließend zu Fuß mit Axt und Morgenstern gnadenlos auf den Schädel zu hauen versuchen, bin ich froh, dass diese rauen Zeiten schon lange vorüber sind. Zunächst treffen sie zwar nur ihre mehr und mehr lädierten Schilde, dabei kracht es aber so gewaltig, dass mir ganz anders wird. Beide sind so zielstrebig in ihrem Bemühen, dass ich jede Sekunde erwarte, einer müsse dem anderen nun tatsächlich den Kopf abschlagen.

Tödliche Versprechen: Nikolai gegen die Tschetschenen
Mit Anklängen an Psycho ist Mafia-Chauffeur Nikolai (Viggo Mortensen) beim Kampf in der Sauna in Tödliche Versprechen – Eastern Promises komplett nackt, im Gegensatz zu Psychos Marion Crane jedoch sehr wehrhaft. Ich als Zuschauer spüre jede Attacke seiner lederjackigen Gegner fast körperlich, wenn diese mit ihren Messern auf Nikolai losgehen. Wie sich Nikolai wehrt, und letztendlich beide Angreifer brutal-alternativlos ins Jenseits befördert, macht aus dem Ganzen ein Erlebnis, wie es wohl die wenigsten selbst durchleben möchten. Und auch als bloßem Zuschauer ist einem danach ein bißchen mulmig.

Sindbads 7. Reise: Sindbad gegen das Skelett
Sindbads (Kerwin Mathews) Kampf gegen das Skelett in Sindbads siebente Reise ist in seiner Choreographie von Stop-Motion-Wesen und echtem Menschen auch heute noch ein atemberaubender Augenschmaus, der einem den Mund offen stehen lässt. Dazu kommt auch das trotz nicht vorhandener Mimik extrem fiese Antlitz des Totenschädels, das einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Als wäre es das Natürlichste von der Welt, duelliert sich der Seefahrer mit einem verzauberten Gerippe, das eine Energie an den Tag legt, dass es mir Angst und Bange wird. Der Kampf geht über Tische und Bänke und sogar eine Wendeltreppe hinauf, die dem Skelett letztendlich zum Verhängnis wird.

Welches sind eure liebsten Filmkämpfe?

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