Charlie Sheen, der charmanteste Macho von allenBearbeiten

Veröffentlicht am 09.09.2010, 08:50

Zwei Staffeln noch, dann kann mit Two and a Half Men endlich eine der erfolgreichsten Sitcoms der letzten Jahre in den verdienten Ruhestand gehen. Vorausgesetzt Charlie Sheen wandert bis dahin nicht in den Bau oder dauerhaft in die Entzugsklinik.

Two and a Half Men Two and a Half Men © CBS

“Sei einfach ganz Du selbst”, werden Lee Aronsohn und Chuck Lorre, die Macher der Sitcom Two and a Half Men, vor rund acht Jahren zu ihrem Hauptdarsteller gesagt haben. Und Charlie Sheen – ganz der Profi – hält sich seitdem strikt an diese Anweisung. Als Lebemensch Charlie Harper hängt er den lieben langen Tag in seinem Strandhaus in Malibu rum, trägt hässliche Hemden, trinkt Whisky und wenn er davon genug hat, fängt er sich ein Betthäschen. Genauso, wie er es wahrscheinlich auch im richtigen Leben tut, nur dass er in der Serie noch massig Geld dafür bekommt und keine Haftstrafe befürchten muss.

Am 22. September 2003 ging in den USA mit der ersten Folge (deutscher Titel: Stur, zwanghaft und unflexibel) die Sitcom Two and a Half Men auf Sendung. Ein denkwürdiger Augenblick für Comedy-Fans weltweit, auch wenn damals wohl nur die Wenigsten geahnt haben werden, welch Kultpotential der Serie um Charlie Harper, seinen Bruder Alan (John Cryer) und dessen Sohn Jack (Angus Turner Jones) innewohnt.

Charlie Harper ist Mitte 40, Junggeselle und sehr stolz darauf. Verständlich, da das zynische Machoarschloch mit Mutterkomplex bisher auch ein äußerst entspanntes Dasein gefristet hat in seinem schicken Strandhaus. Einen Beruf hätte er eigentlich nicht nötig, zum Spaß “arbeitet” er aber trotzdem als Werbe-Jingle Komponist. Das tut er zwar nur mehr oder minder erfolgreich, aber erstens geht der Titelsong der Teenage Mutant Hero Turtles auf seine Kappe und zweitens spielt Geld für ihn sowieso keine wesentliche Rolle. Das alles ändert sich aber, als plötzlich sein Bruder Alan vor der Tür steht, der daheim von seiner Frau rausgeschmissen wurde und nun bei Charlie wohnen will. Nur ein paar Tage bis sich seine Ehe wieder eingerenkt hat.

Natürlich renkt sich da gar nichts wieder ein, weil seine Noch-Frau Judith eine fiese Ziege ist und so macht es sich Alan bis auf Weiteres bei seinem wohlhabenden Bruder gemütlich. Der Spaß geht damit aber erst los, denn die Zwei könnten kaum unterschiedlicher sein. Alan ist ein rückratloser Schwächling, spießig und im Umgang mit Frauen völlig überfordert, Charlie ist all das nicht. Erschwerend hinzu kommt, dass Alan einen Sohn hat, den zehnjährigen Jake. Der wiederum ist klein, dick und nicht gerade die hellste Birne im Kronleuchter. Und ganz zum Leidwesen von Charlie wohnt Jake am Wochenende auch mit im Strandhaus.

Selbstherrliche Machos gibt es in Film und Fernsehen wie Sand am Strand von Malibu, nur dass keiner von all den anderen nur annähernd so sympathisch ist wie Charlie Sheen als Charlie Harper. Gut, vielleicht noch David Duchovny als Hank Moody in Californication, aber sonst wirklich keiner. Doch eigentlich haben wir alle Charaktere von Two and a Half Men irgendwie in unser Herz geschlossen. Sei es die patzige Haushälterin Berta, ohne die Charlie vollkommen hilflos wäre, die leicht psychopathische Stalkerin Rose oder Evelyn Harper, die männermordende Mutter der beiden Brüder. Jake müssen wir einfach liebhaben und sogar für Alan empfinden wir manchmal so etwas wie Sympathie, wenn wir uns nicht gerade unsäglich für ihn schämen.

Zugegeben: Two and a Half Men würde keinen Preis für herausragende Originalität gewinnen. Die Serie hebt nicht den moralischen Zeigefinger wie Scrubs – Die Anfänger es beispielsweise gerne mal tut, sie hat nicht den Anspruch und den Tiefgang von Breaking Bad und in Punkto Komplexität ist sie wohl das genaue Gegenteil von Lost. Nein, Two and a Half Men konzentriert sich auf’s Wesentliche: auf seine unglaublich liebenswerten Hauptfiguren, die jedes Mal ein Feuerwerk aus spaßigen One-Linern abfackeln. Das Ergebnis ist häufig gehässig und sexistisch, aber fast immer auch unglaublich sympathisch und charmant. Kurz: Two and a Half Men ist ganz ähnlich wie King of Queens überschaubare Comedy-Unterhaltung für Zwischendurch, bei der niemand den Anschluss verliert, nur weil er mal eine Folge verpasst hat. Aber trotzdem, und das ist die große Stärke der Serie, ist der Humor nur ganz selten platt und primitiv. Und wenn ein Gag dann aber doch mal weit unter die Gürtellinie zielt, dann hat das sicherlich berechtigte Gründe.

161 Folgen in sieben Staffeln gibt es mittlerweile schon von Two and a Half Men und zwei weitere Staffeln werden auch noch folgen. Danach ist aber definitiv Schluss für die zweieinhalb Männer im Hause Harper. Wollen wir nur hoffen, dass Charlie Sheen sich so lange aus allen Scherereien heraushalten kann und nicht noch kurz vorher in den Knast oder die Reha muss. Also bitte Hände weg von Drogen, Prostituierten und Alkohol, Herr Sheen. Die zwei Jahre schaffen wir jetzt auch noch.


ueberbelichtet (Aljoscha Grabowski)

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doctorgonzo

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Sehr schöner Artikel. Allerdings heißt der Junge Jake...nicht Jack.

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ueberbelichtet

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Natürlich heißt er Jake, merci.


bobo-lemon

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Genau genommen heißt er JakOB! ;)


FordFairlane

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Die Serie ist wirklich super witzig und hat genau den Zeitgeist des Humors von heute getroffen. Klar alle finden Charlie Sheen saugut, aber nur in der serie.Sein Privat Leben geht mich nichts an!

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Batzman

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Hm, vielleicht liegt es mal wieder an der Synchro, ich kenn bisher nur die deutsche Fassung, aber die Serie wirkt schon extrem altbacken. Ein sehr piefig klassisches Sitcom-Format gegen das selbst alte Golden Girls und Married with Children-Folgen noch gewagt und unkonventionell daherkommen. Ähnlich wie bei den verschnarchten Scherzen von King of Queens frage ich mich wirklich, warum diese Mischung aus absehbaren Gags und der obligatorischen verklemmten Zweideutigkeit immer noch so einen Erfolg hat, während smartere Formate am unteren Ende der Quotenskala dahindümpeln.

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Batzman

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Würde gerne nen ausführlichen Artikel mal wieder machen, aber derzeit fehlt etwas die Zeit.

Beste Serien der letzten zeit waren für mich: Misfits, Glee, United States of Tara. LaLaland und alles von Louis C.k.

Immer noch sehenswert: Spooks, The Sarah Jane Adventures, Torchwood, Shameless und Penn & Tellers Bullshit

Netter Trash: Die neue "V"-Serie und die neue Holmes-Serie von Moffat

Dieses Jahr schwach: Doctor Who, aber ich hoffe auf Besserung

Leider abgesetzt aber dennoch einen Blick wert: Dollhouse


leeluv

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Super, danke ;)


annaberlin

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Ich finde 2,5 Men auch superwitzig. Die ersten 3 Staffeln sind jedoch die besten, sobald Jake nur noch ein dicklicher Teenie ist, wirken die sexistischen Sprüche aus seinem Mund nicht mehr. Gerade die Szenen, in denen er als 7jähriger die Pokerrunde seines Onkels abzieht, sind doch gerade das Tolle an der Serie gewesen!

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patrick-peters

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wirklich eine der besten Szenen mit Jake


duffy

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"Die Serie hebt nicht den moralischen Zeigefinger wie Scrubs – Die Anfänger es beispielsweise gerne mal tut..."

Und genau deswegen ist sie auch besser als Scrubs. Alles ist besser als Scrubs.
TAAHM schwächelt momentan allerdings sehr. Der Staffelauftakt gestern war katastrophal.

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DerFilmeKenner

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Two and a half Men ist sehr selten lustig. Sitcoms sind allgemein sehr selten lustig.

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jTscherb

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Kommt ganz auf die Sitcom an. Meiner Meinung ist Two and a half Men sogar sehr lustig :) Genau wie z.B. How i met your mother, Stromberg, Big bang theory, Its always sunny in philadelphia u. Rules of engagement.


Potti

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Men men men men ..
Mehr gibts dazu eigentlich nicht zu sagen ;)

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EllHomer

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Endlich mal einer, der diese Sitcom mag xD
Danke für den nett geschriebenen Beitrag.

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moench_gmbh_co

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Scrubs rules!!!
even charlie sheen cant catch up to Scrubs

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Marvin Marsh

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Hoffentlich hat der Schrecken bald ein Ende.

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