Die besten Filme aus Libanon
- Jedem seinPalästina?1Dokumentarfilm von Nadine Naous und Lena Rouxel.
Sabri, Rawad, Maysoun, Omar, Said und ihre Kameraden wurden als Palästina-Flüchtlinge im Libanon geboren. Das Lager von Baddawi ist nur eine Ersatzheimat, ihre Zukunft scheint in eine Sackgasse zu führen. 200 Kilometer von Palästina und seinen Konflikten entfernt, versuchen die jungen, lebenshungrigen Flüchtlinge die Verbindung zu ihrer Geschichte aufrechtzuerhalten und begeistern sich für Palästina, ohne dabei jedoch den Blick für den Rest der Welt zu verlieren, die sie auch für sich erobern wollen. Herbst 2004. Im Lager berichtet das Fernsehen immer noch und immer wieder über die aktuellen Ereignisse: Krieg im Irak, Einmarsch Israels in den Gazastreifen, Wahlen in Amerika. Während des Ramadan veranstalten einige der Jugendlichen ein Fernsehquiz. Es soll den Schülern Kenntnisse über ihr Herkunftsland vermitteln. Am 2. November begehen die Jugendlichen den Jahrestag der Balfour-Deklaration, in der sich der britischen Außenministers Lord Balfour 1917 für die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina aussprach. Sie marschieren in Uniform auf und skandieren patriotische Slogans. Am 11. November stirbt Arafat. Im Lager wird ein symbolisches Begräbnis veranstaltet. Im Trauerzug erkennt man Said und Maysoun. Das echte Begräbnis des Palästinenserführers überträgt der palästinensische Fernsehsender, der im Lager die ganze Zeit läuft. Verstört verfolgen die Flüchtlinge, wie ein Kapitel ihrer Geschichte zu Ende geht. Und wieder - weit von Palästina entfernt - fühlen sie sich ausgeschlossen. Zur gleichen Zeit, in einem Fotostudio: Die jungen Leute aus der dritten Generation der palästinensischen Flüchtlinge im Libanon sind aufgefordert, sich wahlweise vor einer Ansicht von New York, Paris, Beirut oder Jerusalem zu äußern. In diesem künstlichen Raum, weit weg vom Lager, erzählt jeder etwas von sich. Die Bilder aus der weiten Welt inspirieren die jungen Leute, und ihre Gedanken gehen auf die Reise. Die Jugendlichen erzählen von ihren Liebeleien, vertrauen dem Zuschauer ihre Wünsche und Zweifel an. Obwohl jeder seine eigenen Träume hat, ist ihre Zukunft unlösbar mit dem Schicksal aller palästinensischen Flüchtlinge verbunden. Die Rückkehr scheint immer fraglicher. Einige äußern vorsichtig die Idee, allein zurückzukehren, als ob sie nicht mehr wirklich an eine kollektive Lösung glaubten. Jeder von ihnen hält an Palästina und an der Rückkehr dorthin fest und ist sich doch gleichzeitig bewusst, dass es sich dabei um eine notwendige Lebenslüge handelt. Zwar wissen alle schon, was sie später einmal werden wollen, doch ihre Zukunft ist unsicher. Und jenseits der verrücktesten Träume hängt die Zukunft dieser Jugendlichen vom Schicksal der palästinensischen Flüchtlinge insgesamt ab.
- Everyday Is aHoliday?3Drama von Dima El-Horr mit Hiam Abbass und Manal Khader.
Die Handlung dreht sich um drei Frauen, die sich gegenseitig nicht kennen und im selben Bus zu einem Gefängnis fahren, wo sich ihre Männer befinden. Die eine will ihren Mann einfach besuchen, die zweite will, dass ihr Mann die Scheidungspapiere unterschreibt und die dritte will ihrem Mann, einer Wache, seine Dienstwaffe bringen, die er zu Hause vergessen hat. Doch dann kommt es mitten im Nirgendwo zu einem Unfall, der das Leben der Frauen für immer verändern wird.
- BeirutHotel?41Drama von Danielle Arbid mit Charles Berling und Darine Hamze.
Zoha, eine schöne Libanesin, verdient ihr Geld als Sängerin in einem Beiruter Nobelhotel. Nach einem Auftritt verwickelt sie der Franzose Mathieu an der Hotelbar in ein Gespräch. Zwischen dem Anwalt auf der Durchreise nach Syrien und der verheirateten Libanesin entwickelt sich eine stürmische Romanze, die schnell auf eine harte Proben gestellt wird: Zohas Ehemann, von dem sie sich trennen will, stellt ihr nach und bedrängt sie. Zudem muss sie sich vor ihrem Onkel, einem Geheimdienstler, der Mathieu als einen Spion verdächtigt, für die Beziehung zu dem unbekannten Franzosen rechtfertigen. Der Pariser Jurist kann von einem alten libanesischen Freund hochbrisante Informationen über einen Terroranschlag bekommen, sofern Mathieu als Gegenleistung seine Verbindungen zur französischen Botschaft spielen lässt, um einem anderen Freund zur französischen Staatsbürgerschaft zu verhelfen. Abbas erzählt, dass man ihn für einen israelischen Spion halte und dass er in Gefahr sei. Während Mathieu bald Zohas Ehemann auf den Fersen hat, wird Abbas von mysteriösen Männern beschattet. Als Zohas Onkel Mathieu mit Fotos konfrontiert, auf denen er zusammen mit Abbas zu sehen ist und ihn zwingt, das Land zu verlassen, spitzt sich die Lage zu.
- StrayBullet?2Drama von Georges Hachem mit Badih Bouchakra und Takla Chamoun.
Ende des Sommers 1976 in Beirut: Noha steht kurz vor ihrer Hochzeit, und die Familie ist erleichtert, dass sie nicht - wie ihre Schwester - zu einer alten Jungfer wird. Zu Ehren dieses Anlasses veranstaltet ihr älterer Bruder etwa zwei Wochen vor der Trauung ein Festessen - was aber niemand ahnt: Noha wird ihren Entschluss noch ändern!
- Liebeskriege?4Drama von Danielle Arbid mit Marianne Feghali und Rawia Elchab.
Beirut im Bürgerkrieg des Sommers 1983: Die zwölfjährige Lina muss nicht nur den Krieg erleiden, sondern auch den inneren Zerfall ihrer Familie. Die Ehe ihrer Eltern leidet unter der Spielsucht ihres Vaters Fouad. Die schwangere Mutter Thérèse versucht sogar mit Hilfe eines Priesters ihren Mann zum Aufhören zu bringen - jedoch vergeblich. Über allem wacht Linas sadistische Tante Yvonne, deren Einfluss die Situation noch verschlimmert. Einzig zu Siham, Yvonnes syrischem Dienstmädchen, schließt das eigenwillige Einzelkind Vertrauen. Das ältere Mädchen schenkt ihr Aufmerksamkeit und nimmt sie sogar zu Verabredungen mit ihrem Freund Marwan mit, so dass auch Lina erste Erfahrungen mit Männern macht. Die familiäre Situation, bereits durch den näher rückenden Bürgerkrieg und die Aufenthalte im Luftschutzkeller strapaziert, wird zusehends angespannter. Mit steigenden Schulden wird das Verhalten des Vaters immer unberechenbarer und die hilflose Mutter droht im Streit die Familie zu verlassen. Als auch noch Siham ankündigt, Yvonnes tyrannischer Herrschaft entfliehen zu wollen, droht Linas Welt zusammenzubrechen. Sie versucht, Siham an der Abreise zu hindern und verrät dabei ungewollt die Fluchtpläne ihrer Freundin. Es kommt zum Bruch zwischen den beiden Mädchen.
- The One ManVillage?862Dokumentarfilm von Simon El Habre.
Semaan führt ein ruhiges Leben auf seinem Hof in dem kleinen Dorf Ain el-Halazoun in den libanesischen Bergen. Der Ort wurde während der Kämpfe im libanesischen Bürgerkrieg von 1975 bis 1990 völlig geleert und zerstört. Heute, viele Jahre nach einer offiziellen Aussöhnung, kommen seine ehemaligen Bewohner/innen - alle aus der el-Habre Familie - regelmäßig zurück, um ihr Land zu bewirtschaften und ihre Häuser zu besuchen und verlassen den Ort immer vor Sonnenuntergang. In seinem tröstenden sowie humorvollen Film beobachtet Simon El Habre das Leben in seinem Quasi-Geisterdorf und versucht, die kollektive und individuelle Erinnerung in einem Land zu reflektieren, das anscheinend nichts aus seiner Vergangenheit gelernt hat und für einen neuen Krieg bereit scheint.
- Lass es michsehen?4Drama von Joana Hadjithomas und Khalil Joreige mit Catherine Deneuve und Rabih Mroue.
Catherine Deneuve bereist den Libanon im Jahre 2006, als dort gerade ein neuer Krieg ausbricht. Die Regisseure beschlieĂźen, der Schauspielerin zu folgen.
- Massaker?3Dokumentarfilm von Monika Borgmann und Hermann Theissen.
Vom 16. - 18. September 1982, zwei Nächte und drei Tage lang, wüteten die Mörder von Sabra und Shatila. Am Ende hatten sie 1000 - 3000 palästinensische Zivilisten ermordet, zumeist Frauen, Kinder und Alte. Die genaue Zahl der Opfer - Tote und Verschwundene - ist bis heute nicht bekannt. Die Täter stammten vor allem aus den Reihen der Forces Libanaises, einer mit Israel verbündeten christlichen Miliz. Für die Logistik des Massakers sorgte die israelische Armee, die von dem damaligen Verteidigungsminister und heutigen Ministerpräsidenten Ariel Sharon befehligt wurde. 1982 erschütterte das Massaker in den libanesischen Palästinenserlagern die Weltöffentlichkeit, heute ist es (fast) vergessen. Dabei war es exemplarisch für all die Massaker, die folgten: zum Beispiel in Ruanda oder in den jugoslawischen Kriegen. Immer wieder tauchen die unbeantworteten Fragen auf: Was treibt Menschen zu derartigen Exzessen von Grausamkeit, und wie können die Täter weiterleben? Massaker ist inhaltlich wie ästhetisch eine psychopolitische Studie über sechs Täter, die sowohl auf Befehl wie auch aus eigenem Antrieb am Massaker von Sabra und Shatila teilgenommen haben. Der Film verknüpft die psychischen Dispositionen der Täter mit ihrem politischen Umfeld und nähert sich über ihre Erzählungen auch dem Phänomen der kollektiven Gewalt. Ohne das Massaker von Sabra und Shatila wirklich rekonstruieren zu wollen, zeigt Massaker durch die ineinander verschlungenen Erzählungen der sechs Protagonisten eine bislang unveröffentlichte Version des Massakers: die der Täter. Im Libanon gilt das Massaker von Sabra und Shatila - wie auch alle anderen Massaker, die während des sechzehnjährigen "Bürgerkriegs" verübt wurden - bis heute als Tabu. Niemand wurde zur Verantwortung gezogen, im Gegenteil: 1991 beschloss das libanesische Parlament ein Amnestiegesetz für alle während des Bürgerkriegs begangenen Verbrechen. "Kommunikative Beschweigsamkeit" nennt Hermann Lübbe im deutschen Nachkriegszusammenhang eine solche Verdrängungspolitik, die nach einer Katastrophe labile Gleichgewichte nicht gefährden will.
- Verletzlich?2Dokumentarfilm von Reine Mitri.
Nach 15 Jahren Bürgerkrieg und zehn Jahren eines instabilen Friedens wird der Libanon am 14. Februar 2005 von der Ermordung seines Premierministers Rafiq al-Hariri erschüttert. Sein Tod führt zu einer bedrohlichen innenpolitischen Eskalation. 2005 wird ein blutiges Jahr voller Attentate und Selbstmordanschläge. Im Juli entführt die Hisbollah zwei israelische Soldaten. Als Vergeltungsschlag beginnt Israel mit einer militärischen Offensive. 33 Tage Bombenkrieg versetzen viele Menschen im Libanon wieder in einen Zustand permanenter Angst vor einem erneuten, endlosen Krieg, vor Gewalt, Leiden und Tod. Jeder unbeschadet überlebte Tag scheint wie gewonnene Lebenszeit. Filmemacherin Reine Mitri dreht - entsprechend der Situation in Beirut und dem Gefühl, eingeschlossen zu sein - in ihrer Wohnung, die als Zufluchtsort vor der Gewalt dient. Doch dieser begrenzte Raum öffnet sich auf verschiedene Weise. Vom Balkon aus kann man das Vergehen der Zeit beobachten, in unruhigen Nächten, im Verlöschen der Lichter bei Stromausfällen, beim Regen in der Morgendämmerung. Weitere Einblicke gibt die Berichterstattung im Fernsehen: Während des Krieges im Sommer 2006 sind die Bombenangriffe live am Bildschirm mitzuverfolgen. Dann gibt es die Bilder, die Reine Mitri immer wieder auf dem Monitor ihres Computers ablaufen lässt. Das Material hat sie seit Ausbruch des Krieges gedreht, einen Film in Wartestellung, der vielleicht nie fertig wird. Er zeigt Gespräche mit Menschen, die alles verloren haben, Bilder von Demonstrationen und von Ruinen. Reine Mitri hat auch Freunde gefilmt. Manche haben das Land verlassen und kommen nur noch zu Besuch, manche sind geblieben. Sie stellt ihnen, sich und auch dem Zuschauer die Frage: Wie kann man leben mit der ewigen Angst, in einem Zustand völliger Unsicherheit? Jenseits der Strategien, die das nackte Überleben sichern, gibt es Werte, Wünsche, Dinge, die man als Luxus bezeichnen könnte und die doch lebenswichtig sind: Hoffnung, persönliche Freiheit, Kreativität, Liebe. Wie ist individuelles Glück möglich in einer Zeit kollektiven Unglücks?
- A World NotOurs7.87.3185Biopic von Mahdi Fleifel.
Der Dokumentarfilm A World Not Ours wirft einen Blick auf den Alltag im palästinensischen Flüchtlingslager Ain El-Helweh im Libanon
- TheAttack6.6469Drama von Ziad Doueiri mit Ruba Salameh und Karim Saleh.
Bei einem Selbstmordattentat in Tel Aviv sterben 17 Menschen. Unter ihnen ist auch die Arztgattin Sihem Jaafari. Ihr Mann Amin (Ali Suliman) steht noch unter Schock, als die Polizei ihn mit unfassbaren Anschuldigungen konfrontiert: Sihem (REYMONDE AMSELLEM) war angeblich kein Opfer, sondern Täterin – sie hat die Bombe selbst gezündet. Wütend weist Amin die absurden Vorwürfe zurück. Da erhält er posthum einen Brief von seiner Frau, in dem sie alles bestätigt. Amin ist erschüttert: Wie konnte er so lange glücklich mit einem Menschen zusammenleben, den er so wenig kannte? Verzweifelt stellt sich Amin der grausamen Wahrheit und fährt ins palästinensische Grenzgebiet: Er muss die fanatischen Drahtzieher finden, die seine Frau rekrutiert haben. Auf seiner Suche nach Antworten bringt sich Amin in lebensgefährliche Situationen – und stößt auf Fragen, die er nie zu stellen gewagt hatte.
- The Sheikh ImamProjectLBÂ (2014)?von Gheith Al-Amine.
Ein audio-visueller, performativer Tribut an Sheikh Imam Issa (1918–1995), einem revolutionären ägyptischen Komponisten und Sänger, der für seinen Einsatz gegen Korruption, Unterdrückung und Ungerechtigkeit in Ägypten, der Dritten Welt und darüber hinaus 18 Jahre im Gefängnis verbracht hat. Ausgehend von dem Liebeslied El Bahr Biyidhak Leh [Warum lacht das Meer], das auf einem Gedicht von Nagib Sorour (1932–1978) basiert, dem militanten ägyptischen Dichter und Theatermacher, der ebenfalls lange Jahre für seine Überzeugungen im Gefängnis verbracht hat, und in einer durchgehenden Einstellung aufgenommen, zeigt das Video ein Klavier, ein Smartphone, einen alten Röhrenfernseher und ein paar Zeilen auf zwei Kreppbandstreifen. Die einzelnen Teile des Liebeslieds werden auseinandergenommen, um dessen Schönheit unterschiedlichen Zugängen zu öffnen. Das Video zeigt außerdem, wie arabische Musik auf einem deutschen Instrument gespielt werden kann.
- Mondial2010LBÂ (2013)?von Roy Dib.
Mondial 2010 verhandelt institutionelle Grenzen im heutigen Mittleren Osten. Video wird hier als Mittel eingesetzt, mit dem Grenzen überwunden werden können, die Menschen gegen ihren Willen aufgezwungen wurden. Es ist ein Reisefilm in einer Anordnung, die keine Reisen erlaubt, in dem zwei Liebende auftreten, an einem Ort, an dem Homosexualität als schwere Straftat geahndet wird. Gedreht mit einer kleinen Handkamera bedient sich Mondial 2010 der Ästhetik des Reisevideotagebuchs. Der Film normalisiert das Unnormale und schafft dadurch sein eigenes Möglichkeitsuniversum. Er wendet sich von der üblichen passiven Darstellung des Israel-Palästina-Konflikts ab, in der Opfer/Täter stets im Vordergrund der produzierten Bilderwelt stehen. Dieses Video lässt den Konflikt nicht das Bild bestimmen.
- TheProphet?482Abenteuerfilm von Roger Allers und Gaëtan Brizzi mit Liam Neeson und Frank Langella.
The Prophet ist ein animierter Spielfim, dessen Kapitel von namhaften internationalen Regisseuren inszeniert werden.
- Memories for a PrivateEyeLBÂ (2015)?1
Anhand ihres persönliches Archivs aus Bildern und Filmszenen und mithilfe eines fiktiven Detektivs erkundet die Regisseurin ihre traumatischen Erinnerungen. Die Bilder ergänzen sich dabei zu einem filmischen Labyrinth, das zu ihrem Gedächtnis wird.
(Text: Berlinale)
- Have you ever killed a bear? or BecomingJamila?Politische Dokumentation von Marwa Arsanios.
Die Geschichte einer ägyptischen Zeitschrift bildet den Ausgangspunkt für ein Porträt der algerischen Freiheitskämpferin Jamila Bouhired. Wie hängen sozialistische Bewegungen, antikoloniale Kriege und feministische Projekte zusammen? Eine Videoarbeit.
(Text: Berlinale)
- Twenty-Eight Nights and APoemFRÂ (2015)?von Akram Zaatari.
In dem Lied “Fil-Bahr” (Am Meer) wird in 28 Versionen der Mond besungen – um erst am Ende die Flüchtigkeit der Liebe auf den Punkt zu bringen. Variationen ein und desselben, jede ein Original: 28 Nights and a Poem ist eine Interpretation des Archivs des Porträtstudios Sheherazade. Der Fotograf Hashem el Madani eröffnete es in der libanesischen Stadt Saiid im Jahre 1953, nachdem er jahrelang Menschen vor ihren Läden, auf Plätzen oder am Strand fotografiert hat, ihrem Wunsch folgend, sich selbst ins Bild zu setzen. Einige der so entstandenen Posen wurden von jenen, die die Fotos sahen, übernommen und verselbstständigten sich auf diese Weise. Festgehalten wurden sie von Foto- und 8-mm-Kameras, begleitet werden sie von Liedern, abgespielt auf dem Laptop, aufgenommen mit Kassettenrekordern, und den Erzählungen el Madanis. In einer Kindersendung wird mithilfe eines vielstimmig gesungenen Liedes das Alphabet gelehrt. Die numerische Ordnung des Archivs steht kopf, weil das Heft mit den Aufzeichnungen verkehrt herum gehalten wurde. Das Archiv existiert nicht für sich, sondern wird durch ein System von Aufzeichnungs- und Übertragungstechniken in unendlichen Variationen hervorgebracht. (Text: Berlinale)
- A Syrian LoveStory?3Drama.
Amer und Raghda, Freunde und Liebende, haben sich vor fünfzehn Jahren in einem syrischen Gefängnis kennengelernt. Als Regisseur Sean McAllister ihre Familie 2009 zum ersten Mal trifft, ist Ragdha gerade wieder im Gefängnis, während Amer sich alleine um ihre vier Jungen kümmern muss. Als dann jedoch der arabische Frühling ausbricht, ändert sich das Schicksal der Familie unwiderruflich. Gefilmt über einen Zeitraum von fünf Jahren, begleitet der Film ihre unglaubliche Reise zu politischer Freiheit.
- LiebeHalal5.26.2187Tragikomödie von Assad Fouladkar mit Darine Hamze und Rodrigue Sleiman.
Der Episodenfilm Liebe Halal beschäftigt sich in vier Geschichten mit den Schwierigkeiten von Muslimen, ihr Liebesleben mit den Gesetzen ihrer Religion zu vereinbaren.
- BlindIntersections?Drama von Lara Saba mit Ghida Nouri und Alae Hamoud.
Blind Intersections ist ein Drama von Lara Saba.
- TheValley?12Drama von Ghassan Salhab mit Carlos Chahine und Carol Abboud.
Ein Mann, der bei einem Autounfall sein Gedächtnis verloren hat und umherirrt, wird von den Bewohnern einer Farm im libanesischen Bekaa-Tal aufgegriffen. Ihr geheimes Geschäft ist die Herstellung von Drogen in einem Labor auf dem streng bewachten Gelände. Die Anwesenheit des namenlosen Fremden hat Folgen für die klandestine Gemeinschaft. Schönheit und Schrecken liegen hier nah beieinander. Die Weite der erhabenen Landschaft ist durchzogen von latenter Gefahr. Eine Katastrophe kündigt sich an. Auch in der Enge des Hauses nehmen die Spannungen zu. Die Identität des Mannes ohne Vergangenheit steht zunehmend in Frage, Zweifel an seiner Amnesie kommen auf. Ist er Arzt oder Mechaniker, ein Engel oder ein Spion? Wie ein unbeschriebenes weißes Blatt eignet er sich für Imaginationen aller Art – und wird schließlich zum Gefangenen. Konkret und entrückt zugleich, mit kraftvollem Soundtrack und Bildern von großer Intensität zeigt der Film melancholische Existenzen am Vorabend der Apokalypse. Neben Radio-Nachrichten zu aktuellen politischen Krisen räumt er Poesie, Malerei und einem Liebeslied großen Platz ein und befragt so den Status der Kunst in Zeiten von Terror und Krieg – hier und heute. (Text: Berlinale)