La Jetée - Am Rande des Rollfelds - Kritik

La Jetée

FR · 1962 · Laufzeit 28 Minuten · Science Fiction-Film, Drama
Du
  • 7 .5

    Das ist wohl die beste Dia-Show, die ich bis jetzt gesehen habe. Nein ernsthaft ich bin beeindruckt aus wie wenig wirklich so viel gemacht werden kann. Eine Zeitreise mittels Fotos, einer Erzählstimme und unheimlichen Flüstern.

    Mehr oder weniger an einem Tag geknipst und erst im Nachgang als Geschichte zusammengefügt beherbergt „Am Rande des Rollfeldes“ eine dystopische Zeitreisengeschichte und eine tragische Liebesgeschichte. Das bewegte Bild als magisch-emotionaler Höhepunkt des starren Puzzles. Als lebendige Liebe in der starren und dunklen Welt umgeben von unstillbaren Wissensdurst und verderblichen Wissenschaftsdrang. Wissen und Erforschen um jeden Preis. Auch wenn man das Fühlen dabei vergisst und das Leben schlichtweg ignoriert. Und egal wohin wir wann und wo auch reisen, der Tod ist uns sicher. Die halbe Stunde sollte ruhig jeder mal aufbringen um sich dieses interessante, bitter beschriebene Poesie-Album mal zu Gemüte zu führen.

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    • 8

      Hat ein paar Jahre gedauert, bis ich mich tatsächlich durchringen konnte mir mit meinem verkümmerten Schulfranzösisch eine Diashow von 1962 anzugucken. Wenn man aber den richtigen Moment findet, sich auf La Jetée einzulassen, wird einem als Fan früher Cronenberg- oder Lynch-Shorts einiges geboten!

      • 9

        < Ceci est une histoire d'un homme marqué par une image d'enfance. >

        Chris Marker gelingt es, allein mit Bild und Ton die Apokalypse spürbar zu machen. Paris ist nach dem 3. Weltkrieg von Radioaktivität verseucht, die Überlebenden flüchten in unterirdische Komplexe. Experimente mit Zeitreisen werden durchgeführt. Der namenlose Protagonist reist in die Vergangenheit, verliebt sich in die Erinnerung (oder vielmehr das Bild) einer Frau und verbringt einen Tag mit ihr. In einem Moment der Zärtlichkeit öffnet sie die Augen - als einziges bewegtes Bild im Film (!) - und mit ihr erwacht auch das Kino zu neuem Leben. LA JETÉE ist ein höchst künstlerischer, hochinteressanter Sci-Fi-Film mit gerade einmal 28 Minuten.

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        • 6 .5
          pabloundtrish 02.05.2018, 00:43 Geändert 02.05.2018, 00:53

          Ich bin jetzt irgendwie beim besten Willen nicht ganz so begeistert davon, wie wohl die meisten Leute. Ne halbe Stunde lang in bierernstem bis dramaturgischem Tonfall mit komplexen Beschreibungen der Gefühle des Protagonisten auf französisch zugeballert zu werden und im Hintergrund diese Star Trek spielenden Kindertexte a la "CDEFG Schaltkreise ausschalten" und co., also noch mal genau das andere Extrem von dem Sprechtext, gestaltet sich für mich schwierig. Die Story ist natürlich toll und intensiv, die Musik auch echt gut. Und im Gegensatz zu manchen Leuten habe ich auch mit dem Stil so gar kein Problem. Das fand ich sogar am besten, wie viel Ausdruck ne Fotoreihe haben kann und wie sie dann teilweise schon in Richtung Trickfilm geht. Und das dann in der Mitte noch mit nem Augenzwinkern gebrochen wird. Schon toll und irgendwie einzigartig. Definitiv Kunst. Aber stellenweise hat der mich trotzdem gelangweilt. Andere Filme haben auch viel Ausdruck oder was anderes schönes und langweilen mich nicht. Es ist halt nicht 12 Monkeys. Aber ich respektiere das Werk aus dem guten oben genannten Grund und vergebe dementsprechend Punkte mäßig alles, was ich zu geben hab.

          3
          • 10

            In diesem mittlerweile über 50 Jahre alten knapp 30 Minuten dauernden Kurzfilm wird alles über Bord geworfen. Die zeitliche Abfolge der Ereignisse mutet geradezu willkürlich an, mal geht es unangemessen schnell, dann wieder unglaublich langsam, dann nur scheinbar langsam, aber eigentlich zügig, was sich allerdings nur den Kommentaren entnehmen lässt, und schliesslich finden noch all die Zeitsprünge statt. Die Charaktere werden uns kaum vorgestellt, Namen fallen keine, aber doch scheinen wir sie alle einschätzen zu können und zu kennen, zu verstehen. Die Geschichte ist streckenweise unlogisch. So wird der Mann zuerst im Rahmen eines Experimentes in die Zukunft geschickt, kann anschliessend aber auch einfach so ohne Weiteres mit den Menschen aus der Zukunft Kontakt aufnehmen. In der Vergangenheit (unserer Gegenwart) scheint er nicht wirklich agieren zu können. Auch stellt sich die Frage, wie seine Aufenthalte in der Vergangenheit seinen Häschern in der Zukunft helfen können sollten. Anscheinend ist er lange auch der Einzige, der die Zeitreisen übersteht, aber am Ende tauchen unerwartet weitere (erfolgreich) Zeitreisende auf, die zudem in einem Mass agieren können, das bis dahin als nicht möglich erschienen ist. Um das vermeintliche Chaos komplett zu machen, präsentiert uns der Regisseur dann auch gar keinen Film in der Form einer bewegten Bildfolge, sondern eine Diashow, die von einem hypnotisierenden Erzähler kommentiert wird.

            «Das ist gar kein Film! Das sind ja nur schlechte Schwarzweissfotos! Das ist ja gar keine richtige Geschichte! Unlogisch! Langweilig! Doof!» – das dürften die zu erwartenden Reaktionen eines Grossteils des Publikums sein, wenn sich alle mal diesen Kurzfilm ansehen müssten. Durchaus verständlich, meines Erachtens. Die Geschichte verweigert sich dem Zuschauer geradezu. Sie ist, wie soll ich das sagen? Sie ist gewissermassen in sich selbst komplett, ein Universum für sich, das keinen Zuschauer benötigt, der es versteht. Sie muss nicht um das Verständnis und um die Zustimmung des Zuschauers betteln. Sie muss ihm kein Happy End präsentieren, um ihn mit einem Glücksgefühl zu entlassen. Sie muss sich ihm nicht erklären, damit er sie akzeptiert. Sie muss ihm keine Namen und keine Details nennen. Sie muss ihn nicht mit bewegten, klaren Bildern erfreuen. Sie benötigt keine weitergehende musikalische Untermalung. Sie benötigt keinen «richtigen» Anfang und kein «richtiges» Ende.

            Ich mag die konsequente Umsetzung der Idee. Filme, die nicht um meine Gunst als Zuschauer buhlen, sind mir sympathisch, da habe ich eine Schwäche für. Die Fotos sind fast ausnahmslos grossartig, harte Kontraste, wenige Details, starke Aussagekraft. Die Stimme des Erzählers ist hypnotisch. Sie zieht mich in ihren Bann. Mir egal, was er erzählt, ich will ihm nur zuhören. Da blinzelt mir plötzlich die Frau zu. Träume ich? Ist es real? Da fragt sich der Mann: Reise ich wirklich in die Vergangenheit? Oder träume ich? Tatsächlich, denke ich mir, könnte er ja auch nur einer fixen Idee, einem einzigen kurzen Glücksmoment aus seiner Kindheit nachjagen. Ich weiss nichts über diesen Mann, aber ich verstehe ihn. Erst am Ende wird sein Wunsch bekannt: Er will in der Vergangenheit, bei der Frau, die er liebt, leben. Ach, das ist mir doch schon völlig klar gewesen, dafür haben doch schon zwei Bilder gereicht …La Jetée ist eine hypnotische Reise, auf die man sich einlassen oder der man sich verweigern kann. Wer sich darauf einlässt, wird reich belohnt, auch wenn er keinen Film serviert erhält. Es ist was anderes, vielleicht sogar was Besseres, das als «richtiger» Langfilm so aber nicht funktionieren kann. Doch La Jetée ist mehr als das, denn die Geschichte ist in sich komplett, (halbwegs) logisch und wartet mit einem Twist auf, der nur jene nicht überrascht, die 12 Monkeys kennen.

            Fazit: Ein Nicht-Film, mitten ins Gesicht, faszinierender als so manch anderer «richtiger» Film, eine bereichernde Erfahrung.

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            • 9
              VisitorQ 16.07.2015, 01:23 Geändert 16.07.2015, 01:24

              Chris Marker bekommt mich. Immer und immer wieder. La Jetée habe ich eben sicher zum zehnten Mal gesehen und immer wieder verliere ich mich in diesen Traum von Film, der keine 30 Minuten andauert. In seinen Bildern steckt eine unglaubliche Kraft, der Erzähler begleitet einen durch dieses Labyrinth bestehend aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Wo andere Regisseur ewig lange Dialoge brauchen, um zwischen ihren Charakteren eine gewisse Spannung entstehen zu lassen, reichen bei Marker 2,3 Bilder und ein Erzähler im off. Und das schöne ist, dass selbst ich als nicht allzu großer Fan von ArthausSchmarthaus so wunderbar Zugang zu diesem Werk Markers bekomme. La Jetée ist ein sensationell atmosphärischer und fantastisch fotografierter Film. Er ist einer der Gründe, warum ich Kino so unverschämt großartig finde. Ein Meisterwerk.

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              • ?

                Wo kriege ich den Film her? Ebay und Amazon scheinen den nicht zu haben....

                • 9

                  Das wundervolle an den Filmen von Chris Marker ist vielleicht, das sie zum einen ihren ganz eigenen Stil haben, zum anderen aber die Gefühle und Emotionen jedes Menschen ansprechen. Man könnte fast sagen, als Zuschauer findet man sich selbst in Chris Markers Welt und verliert sich anschließend ihr, mit der Gewissheit bei sich zu sein. Bei dem was man liebt.
                  LA JETTE. Das Filmgewordene Bilderbuch. Eigentlich nichts besondreres. Eine Abfolge von Bildern mit Erzählstimme, wie jeder Film eigentlich. Nur bei Chris Marker bewegen sich die Bilder nicht. Sie stehen still, existieren für sich. Der Moment der Verzweiflung, der Verwunderung, der Verstörung aber auch der Liebe ist festgehalten.
                  Der Protagonist entflieht der harten Welt, die nur noch eine Ruine ist, indem er in die Vergangenheit reist und dort die Welt noch einmal in all ihrer Schönheit erleben darf und sich sogar in ein Mädchen verliebt. All diese Schönheit ist Vergänglich, wird bald ausradiert. Aber für diesen Augenblick existiert sie und wirkt so unsagbar wertvoll das wir uns an sie klammern wollen.
                  Gleichzeitig aber auch die Geschichte eines erlebten Traumas aus der Kindheit. Erinnerungen aus der Kindheit wirken alle wie Träume im Nachhinein. So sehr das man beides oft nicht mehr trennen kann.
                  Aber was ist dann Vergangenheit ? Nicht mehr als ein echter Traum ?
                  Es sind die Sekunden des Glücks oder des Schmerzes die diese Vergangenheit erst wirklich macht. Und hier wird Chris Markers Fotografie zur Magie. Weil es ihm wirklich gelingt, diese Gefühle festhalten. Und sie ausklingen zu lassen. Sei es nur für eine Weile...

                  Jetzt bin ich hier, jetzt bist du hier. Der nächste Moment kommt bald, ich weiß nicht was er uns bringt. Ich weiß nur das dieser Moment jetzt gerade uns gehört, mir gehört. Drei kleinen Worten gehört. Ich. liebe. dich.

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                  • 10

                    Der Film/ die Bildfolge ist so poetisch und schön (ohne kitschig zu sein), dass man kaum glauben kann, dass es sich eher um ein Nebenprodukt handelt. Genauso wie bei der "Fortführung" 12 Monkeys lohnt es sich auf jeden Fall, sich diesen visuellen und erzählerischen Rausch anzutun.

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                      Hat irgendjemand einen Hinweis, wo ich den endlich mal mit englischen/deutschen Untertiteln angucken kann? Keine Videothek hat diesen Film, jede Bücherhalle hat ihn ständig entliehen.. Finde nichts.. -.-

                      • 9

                        Das große Ganze in einem wortwörtlichen Bilderrausch... Philosophie mischt sich nahtlos mit Science-Fiction...

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                        • 10

                          Nicht viele Filme können von sich sagen, dass sie einzigartig sind. „La Jetée“ zählt zu diesen wenigen. Denn es ist eigentlich gar kein Film, sondern eine Diashow. Eine einzigartige Diashow.
                          Die Bilder erzählen die Geschichte von einem namenlosen Mann. Als er ein Kind war, sah er auf einem Rollfeld eine faszinierend wunderschöne Frau und gleichzeitig auch einen Mann sterben. Wenig später brach der dritte Weltkrieg aus. Danach war Paris verseucht. Einige Wissenschaftler schicken immer wieder Gefangene zurück in die Vergangenheit. Auch er ist einer von ihnen. Er hat sein Trauma immer noch nicht überwunden und trifft aufgrund dieser starken Erinnerungen in der Vergangenheit die Frau, in die er sich in jenen unbeschwerten Tagen verliebt hatte. Doch die Wissenschaftler holen ihn immer wieder zurück, schicken ihn auch in die Zukunft, missbrauchen seine Willensstärke, die der einzige Grund ist, warum er von den vielen Reisen noch nicht verrückt geworden ist. Bei einer der Reisen in die Zukunft überzeugt er die zukünftigen Wissenschaftler ihn komplett in die Vergangenheit zu schicken, damit er dort mit seiner großen Liebe zusammen leben kann. Als er sich in der Vergangenheit auf dem Rollfeld seiner Kindheit wiederfindet, die Frau sieht und auf sie zuläuft, erschießt ihn einer der Wissenschaftler der Gegenwart und der Mann begreift, dass er sich damals selber sterben sah.
                          Die Story kommt einem sicherlich bekannt vor, schließlich ist „La Jetée“ die Vorlage zu „Twelve Monkeys"
                          Aber eigentlich ist die Story sekundär und ich muss zugeben, dass ich mir bei der ersten Sichtung nicht alles direkt zusammen reimen konnte. Aber das ist auch eine Stärke von diesem Kurzfilm. Mit jeder Sichtung entfaltet er sich mehr und mehr. Zum Beispiel fiel mir erst bei der dritten Sichtung auf, dass die Wissenschaftler im Off Deutsch sprechen.
                          Die begleitende Off-Stimme ist wichtig, sie wirkt wie eine sanfte Musik, aber es ist egal, was sie sagt, ihr müsst sie nicht verstehen. Die Story kann man immer noch nachlesen (zum Beispiel in dieser Kritik, ha!)
                          Wirklich wichtig sind die Bilder. Denn diese entfalten einen einzigartigen Rausch, sie entführen einen. Auch wenn manche Bilder in jeder anderen Diashow vorkommen könnten, entwickeln sie im Kontext, und die meisten auch alleine, eine gewaltige Aussagekraft. Sie wecken Gefühle und stellen Gefühle dar. Ein schmerzverzerrtes Gesicht, eine schlafende Frau, ein Lächeln, Entsetzen, Misstrauen, Tod, Liebe und Lebendigkeit. Die begleitenden Geräusche steigern das Empfinden noch mehr. Ein Beispiel ist da die Bilderfolge der schlafenden Frau. Sie wird begleitet von dramatisch ansteigenden Vogelgezwitscher. Sind die Bilder selber nicht dramatisch, halte ich trotzdem den Atem an und atme erst wieder aus, wenn er aus seiner Zeitreise zurück ist.
                          Zu jedem Bild und jeder Bildfolge könnte man eine Geschichte schreiben, einen Film drehen, jedes Bild ist ihn sich geruht, abgeschlossen, entbehrlich und doch unentbehrlich. Das Faszinierendste an allem ist aber, dass meine Augen nicht akzeptieren wollen, dass es nur Bilder sind und kein Film. Immer wieder habe ich das Gefühl, dass sich ein Bild doch minimal bewegt, nur um dann festzustellen, dass ich gezwinkert habe. Ich will, dass sich diese Bilder bewegen. Weil sie alle zusammen eine Geschichte erzählen. Die ergibt sich aber nur, wenn man zwischen den Bildern liest oder der Off-Stimme lauscht.

                          „La Jetée“ ist ein so einzigartiges Filmerlebnis, ich kann nur ein Herz und die volle Punktzahl geben.
                          Es ist aber auch ein schwieriges Erlebnis, deshalb, wenn ihr euch entschliessen solltet, den Film zu schauen: Licht, Handy und andere Ablenkungen aus. Und vor allem lasst euch mitreissen, denn „La Jetée“ sind zwar keine bewegten Bilder, dafür aber umso mehr bewegende Bilder.

                          http://planetofpictures.blogspot.be/2013/08/la-jetee-fr-1962-chris-marker.html

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                          • 7

                            Mein aller erster Kurzfilm. Wobei die meisten den "Film" eher nicht als Film bezeichnen würden. Hier gibt es keine 24 Bilder pro Sekunde, sondern alle paar Sekunden ein Bild. Das ist gewöhnungsbedürftig, vielleicht zu gewöhnungsbedürftig für mich. Ich werde dem Film auf jeden Fall eine zweite Chance geben.
                            Hier aber mein erster Eindruck: Schwarz-Weiß Bilder, ein Erzähler und Standbilder. Nur in einer kurzen Sequen schimmern 24fps über den Bildschirm, als die Frau im Bett liegt. Und darum geht es. Um die Frau, oder eher an das Bild, dass der Mann von dieser Frau hat und was ihn durch Experimente, welche ihn in die Vergangenheit schicken, immer wieder zu dieser Frau bringt. Er sah sie zum ersten Mal auf der Terasse in Orly, zumindest glaubt er das. Doch dieser Glaube, lässt ihn irgendwie hoffen, lenkt ihn ab von der Gegenwart, die durch den 3. Weltkrieg komplett zerstört wurde. Und die Tatsache, dass die einzig bewegten Bilder des Kurzfilms für die Frau verwendet werden (auch wenn es nur wenige Sekunden sind), zeigt ihre Rolle. Sie ist beweglich, das Einzige in einer sonst starren Welt, sie ist die Hoffnung, die ihm in der grauen und tristen Welt bei Seite steht.
                            Ein Film den man sicherlich in vielerlei Hinsicht (anders) interpretieren kann. Kunstvoll, aber für mich etwas ZU kunstvoll.

                            PS: Danke an Andy Dufresne und Hfonda15, ohne euch hätt' ich den Film nicht gesehen, geschweige denn auf meiner Merkliste gehabt :)

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                            • 10

                              Einer der besten Kurzfilme aller Zeiten !

                              26 Minuten die das Große und Ganze beinhalten, erzählt als Bilderroman in Schwarzweiß.

                              Ein Mann, eine Frau, die Zeit, der große Krieg, das Menschliche und das Unmenschliche, das Träumen.
                              Die Vergangenheit, die Gegenwart, die Zukunft und das basieren derer aufeinander und ihre Bezüge zueinander.

                              Und die Liebe.
                              Und der Tod.
                              Alles eben.

                              Der Regisseur Chris Marker drehte nur diesen einen Spielfilm (aus dem Jahre 1962), sein Werk ist inspiriert von Hitchcocks vielleicht größtem Film "Vertigo-aus dem Reich der Toten" (aus dem Jahre 1958).
                              "Am Rande des Rollfeldes" (Der französische Originaltitel "La Jetée" bedeutet wörtlich übersetzt so viel wie „Anlegesteg“ und ist ein viel passender Titel als der verwirrende deutsche ) ist wiederum der Ideengeber von Terry Gilliams "Twelve Monkeys" (aus dem Jahre 1995), das Drehbuch von "La Jetée" ist die Basis und der Hintergrund, sozusagen die Blaupause von "Twelve Monkeys".

                              Ein ganz außergewöhnlicher, spannender und kluger Film, äußerst kurzweilig und absolut jedem zu empfehlen!

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                              • 0

                                lol

                                • 8 .5

                                  Der dritte Weltkrieg steht über allem.
                                  Sieger? Verlierer? Gefangene?
                                  Es gibt nur die Toten und Jene die es bald sein werden, wenn sie keine Lösung finden.
                                  Gefangen sind alle, die noch Leben. Im Gefängnis einer zerstörten Welt, gefangen in der Gegenwart.
                                  Oder doch nicht?

                                  "Am Rande des Rollfelds" oder "La Jetée" ist ein Science Fiction Kurzfilm über die Menschheit am Abgrund, über Zeitreise, Liebe und Tod.
                                  Ein Fest für die Sinne, einmalig, wunderbar und alles in allem ein Kunstwerk auf das man sich einlassen sollte.

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                                  • 9

                                    "Am Rande des Rollfelds" vollbringt faszinierendes, teilweise beinahe unglaubliches!
                                    Noch nie hatte ich bei unbewegten Bildern das Gefühl von solcher Lebendigkeit, stellenweise sogar von echter Bewegtheit.
                                    Ich konnte und wollte es zwischenzeitlich nicht glauben, dass es sich nur um Standbilder handelte.
                                    Mein Gehirn sagte mir: 'Jetzt haben Sie dich gekriegt, jetzt haben Sie doch ein bewegtes Bild eingebaut um dich zu täuschen, zu verwirren, das Gesehene anzweifeln zu lassen.'
                                    Doch dem ist nicht so...
                                    Jedes einzelne 'Frame' ist 'nur' ein Foto.
                                    Und was für eins! Die Bilder sprühen vor Leben, Emotion, Dramaturgie, Freude, Schmerz und überhaupt allem was so manch herkömmlicher Film nicht mal schafft zu vermitteln.
                                    Das ist meisterhafte Fotografie!

                                    Aber Fotos müssen nicht nur geschossen, sondern auch arrangiert werden.
                                    Auch das wurde hier meisterhaft getan.
                                    Durch die Montage entsteht ein Fluss der dem eines herkömmlichen Filmes in nichts nachsteht und ganz große Anerkennung verdient. Wie sorgfältig muss man auswählen wenn man nur ein Bild alle 2 Sekunden (oder war es nur eine, waren es drei?) zeigt?!

                                    Und auch sonst stimmt hier alles.
                                    Ein Off-Sprecher kann leicht langweilen, oder zäh durch die Handlung schleifen, gegenteiliges ist hier der Fall, der Sprecher (gesehen im französischen Original) könnte kaum charismatischer sein, fesselt, reißt mit, schafft Spannung, Freude, Traurigkeit.
                                    Gab es zusätzlich einen Score?
                                    Ich kann mich nicht erinnern, zu fasziniert hab ich dem Film gefolgt, bin mir aber ziemlich sicher, dass er da und ebenfalls perfekt war!

                                    Absoluter Wahnsinn!

                                    7
                                    • 5 .5

                                      Schwierig zu bewerten. Eigentlich ist es nur eine Diashow mit Begleitkommentar, die entsprechend zähflüssig ist. Aber man muss schon den Mut anerkennen einmal etwas so Unkonventionelles zu versuchen. Einige Szenen, jene in denen der Namenlose auf die Frau trifft, erinnern atmosphärisch eher an "Letztes Jahr in Marienbad" als an "12 Monkeys". Ich bleibe jedoch bei einer Mittelwertung plus ein halber Punkt im Vertrauen darauf, dass der Schluss besser gezündet hätte, wenn ich nicht "12 Monkeys" bereits gekannt hätte.

                                      • 10

                                        Nicht nur, weil es das Vorbild zu Terry Gilliam's tollen "Twelve Monkeys" ist ...

                                        Weil Endzeit- und Todes-Träumereien in Schwarz-Weiß selten so schön waren ...

                                        Weil es höchste Film-Kunst ist und doch frei von intellektuellem Krampf wirkt ...

                                        Weil eine steife Standbild-Abfolge nie so lebendig schien ...

                                        Weil einfach jeder mal diesen Film gesehen haben sollte ...

                                        8
                                        • 9 .5

                                          Ganz egal ob Kino nun 24 mal Wahrheit oder Lüge pro Sekunde ist, Chris.Marker wolte sich bereits 1962 nicht daran halten. Eine Zeitreise-Geschichte, die nur aus Augenblicken besteht, ganz selten kommen die Bilder so schnell, dass Bewegung evoziert wird. Meistens entsteht sie hinter den Augäpfeln, so wie alles, was gut ist. "La Jetée" ist sehr gut.

                                          10
                                          • 9

                                            Per Definition eigentlich kein "Film", ist LA JETÉE doch einer der faszinierendsten und bedeutendsten überhaupt. In unzähligen, genial montierten Standbildern (eine Ausnahme: Augenblinzeln) erzählt Chris Marker mithilfe eines ruhigen, eindringlichen Erzählers die absolut faszinierende und höchst philosophische Science Fiction Geschichte eines Mannes, der durch Zeitreise Zeuge seines eigenen Todes wird.
                                            Vorlage für Gilliams ebenso fantastischen 12 MONKEYS und höchst sehenswert.

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                                            • 1 .5

                                              Nein, das ist kein Meisterwerk, und nein, auch kein guter Film, im Gegenteil, er ist schlecht erzählt, hochgradig repetitiv und so unglaublich bemüht, daß es kaum zum Aushalten ist.

                                              Und ja, der war auch 1963 schon langweilig, nur will das natürlich keiner zugeben, um nicht als Kunstbanause dazustehen.
                                              Aber immerhin interessant zu sehen, was sich Terry Giliam so anschaut.

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                                              • 8

                                                Ein interessanter Zeitreisefilm, der mittlerweile zum Klassiker des Undergroundfilms avanciert und als Vorlage zu Terry Gilliams „12 Monkeys“ diente.

                                                Dieser Film erzählt eine recht klare Geschichte in dokumentarisch anmutenden Bildern, welche aneinandergereiht, einen zusammenhängenden Film im Kopf des Zuschauers ergeben sollen.
                                                Diese Technik wurde benutz, um die Science-Fiction-Effekte realistischer wirken zu lassen. Und in der Tat nahm ich diesen Film als eine Art Dokumentation war, welche auch nur wahrheitsgetreue Bilder ausstrahlt.
                                                Auch die Story ist vom Inhalt innovativ und erzählt von einem der ältesten Träume der Menschheit, der Zeitreise. Auch wenn diese hier unter Zwang durchgeführt wir verfolgt sie einen guten Zweck, die Rettung, von zumindest Teilen, der Menschheit.

                                                Die Komposition von Trevor Duncan begleitet einen zusammen mit der angenehmen französischen Off-Stimme und den Dialogen der flüsternden deutschen Wissenschaftler als einzige Tonelemente durch diese filmische Diashow.

                                                Dennoch spürte ich den Funke nicht so recht auf mich überspringen, aber wichtig und sehenswert ist der Streifen allemal.

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                                                  da lag ich nun rauchend und trinkend auf meinem bett und fühlte mich berauscht von dieser wahnsinnigen erzählung. ich bin abgetaucht in dunklen, pochenden schlägen, flüster-geräuschen und choralen flächen.

                                                  "la jetée" ist ein phantastisches audio-visuelles meisterwerk. ein film, der auch ohne bilder funktioniert, quasi ein hörspiel!

                                                  der ton ist hier alles.

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                                                  • 8

                                                    Das Original zu Gilliams 12 Monkeys.
                                                    Ich hätte nicht gedacht, dass eine Aneinanderreihung von Standbildern (auch Diashow genannt) mich so in den Bann ziehen kann. Die aus 12 Monkeys bekannte Story ist einfach grandios und die gute Filmmusik sorgt für den Rest.
                                                    Es sollte wirklich jeder die 30 Minuten opfern und sich diesen Kurzfilm in der Trailersektion anschauen.

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