Das grüne Wunder - Unser Wald - Kritik

Das grüne Wunder - Unser Wald

DE · 2012 · Laufzeit 94 Minuten · FSK 0 · Dokumentarfilm · Kinostart
Du
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    RoboMaus 01.08.2017, 23:04 Geändert 02.08.2017, 09:01

    Bei all der Dresche, die der deutsche Film regelmäßig bezieht, und das in den meisten Fällen nicht zu Unrecht, scheint es doch ein Genre zu geben, das deutschen Filmemachern liegt: die Naturdokumentation. Kein hölzernes Schauspiel, keine staksigen Dialoge, kein Fäkalhumor mit immer denselben Gags. Die Protagonisten zeigen 100% natürliches Acting, unterhalten sich in einer Sprache, die wir ohnehin nicht verstehen, ohne dass es uns stört .........und wenn sie die Duftnote ihrer Fürze diskutieren, vielleicht auch darüber, wer am weitesten pinkelt oder wer das kürzeste Zielgerät hat - wir würden es nicht einmal merken.

    Beste Voraussetzungen, dass der deutsche Film auf diesem Terrain Boden gutmachen kann .......und er macht es mit Riesenschritten. Vielleicht liegt es an der vielbesagten deutschen Gründlichkeit, dass die hiesigen Naturdokus beeindrucken? Wochenlanges Liegen auf der Lauer und methodisches Vorgehen, diszipliniertes Ausharren im Gebüsch mit getarnten Kameras in der Entbehrung, dabei technisch auf dem neuesten Stand: gestochen scharf mit Superzeitlupe und Super-Teleobjektiv jeder noch nicht gesehenen Nuance im Verhalten unserer Waldbewohner nachspüren. Hierin liegt das Neue, Sehenswerte, denn die Tiere kennen wir von Kleinauf aus Dokus oder haben sie selbst gesehen. Auch bei Jan Haft leben im Wald nur Bäume, Pilze, Rehe, Wildschweine, Füchse, Eichhörnchen, Hirschkäfer, Hornissen, Glühwürmchen und dergleichen.

    Doch es gelingen erhebende Aufnahmen, Perspektiven in unterschiedlichster Beleuchtung, Momente wie Farbkompositionen aus Glühwürmchen-Grün und Abendrot, oder der erstaunte, Bände erzählende Blick eines Jungfuchses, der zum ersten Mal seinen Bau verlassen hat, die auch Altbekanntem noch einen Zauber entlocken. Hier präsentiert sich der deutsche Film von seiner starken, bewundernswerten und kreativen Seite, die man in so vielen anderen Bereichen oft schmerzlich vermisst.

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    • 9

      Wenn Jan Haft die Natur filmt und inszeniert, dann ist das episch und emotional. Hier geht es nur bedingt um Wissensvermittlung. Hier geht es vor allem um das Staunen und Erleben.

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      • 6
        sachsenkrieger 27.02.2017, 17:08 Geändert 27.02.2017, 17:09


        Naturdokumentationen, die ein derart großes Spektrum an Informationen abdecken wollen wie DAS GRÜNE WUNDER, haben es nicht leicht, wenn man nicht die meiste Zeit seines Lebens, hinterm Steuer oder auf dem Sofa verbringt. Nahezu unmöglich ist es, den Wandel aller Jahreszeiten im mitteleuropäischen Nadel- und Laubwald, in 90 Minuten "abzuarbeiten". 600 Drehtage in 4 Jahren, 70 Orte in 3 Ländern und 250 Stunden Filmmaterial - das ist zu viel, um es in eine so kurze Dokumentation zu packen. Trotzdem ist UNSER WALD keine schlechte Doku, auch wenn eingefleischte Naturfreunde nur wenig Neues erfahren dürften. Dafür bekommt man in feinster Optik Szenen geboten, die so zuvor noch niemals gefilmt werden konnten. Dazu gibt es ein wenig sehr theatralische, musikalische Untermalung und Kommentare, die doch ein wenig an der Realität vorbeischrammen. Denn zumindest der deutsche Forst, ist nur in ganz geringem Maße noch so natürlich oder naturnah, wie es dem Zuschauer hier gezeigt wird. Für mich alles in allem eine Doku unter vielen, die sich ein wenig zu altbacken präsentiert...

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        • 8

          "Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah. [...]" Dieses Goethe-Zitat ist sicherlich nicht sonderlich originell, aber doch "naheliegend", um Jan Hafts Dokumentarfilm über das bekannte oder eben unbekannte Waldleben in unserer unmittelbaren Umgebung zu beschreiben. "Das grüne Wunder - Unser Wald" gehört zu der Sorte an Naturfilmen, die stark den visuellen Überwältigungscharakter des Kinos aufgreift. Das geht überraschenderweise auch mit der heimischen Flora und Fauna - da wird sogar das Käferduell zum aufregenden Kampf der Giganten. Verblüffende Zeitraffer, unwirkliche Superzeitlupen, seltene Naturschauspiele - man kann nur erahnen, wie mühselig es gewesen sein muss, solche Aufnahmen zu bekommen. Wer des öfteren in der Natur fotografiert oder filmt, kann das schnell gut einschätzen. Doch ist dies alleine noch kein Argument für einen gelungenen Film. Die von Benno Fürmann eingesprochenen Erklärtexte oder die musikalische Untermalung mögen für den einen oder anderen diskutabel sein. Mich haben diese "Nebengeräusche" nicht gestört. Die reine Informationsdichte ist zwar nicht so hoch wie bei thematisch vergleichbaren Dokumentationen, die gesammelten Kameraerzeugnisse sind jedoch so schön, spannend und erhellend, dass man diesem Bilderrausch gerne erliegt und das Gesamtkonzept passend ausbalanciert wirkt. Kinoreif und selbst für den aufmerksamsten Waldliebhaber noch den Blick wert. Vielleicht hätte sogar Goethe seine Freude mit diesem Film gehabt...

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          • 8

            Ich war schon als kleines Kind ein Riesenfan von Naturdokumentationen und habe einige in meiner DVD - Sammlung.
            Umso mehr war ich von "Das Grüne Wunder" bzw. "Mythos Wald" überrascht und fasziniert. Es müssen also doch nicht immer Afrika, die Arktis oder die Ozeane sein. Auch der mitteleuropäische (in diesem Fall vor allem deutsche) Wald gibt einiges her. Das Team um Jan Haft hat hier wirklich beeindruckende Aufnahmen zusammengebracht, die oftmals Einblick gewähren in die Kleintier- und Pflanzenwelt unserer Heimat, die man oft total übergeht, wenn man sich in der Natur befindet. Vielleicht nicht so spektakulär wie die Serengeti oder die Tiefsee aber mindestens genauso schön.

            • 7 .5

              Dieser Film bietet das, was viele Kinofilme vermissen lassen: Spannung, Abwechslungsreichtum, tolle Bilder und Kurzweiligkeit. :-)

              • Wannholle 13.03.2015, 15:23 Geändert 13.03.2015, 15:25

                Toller Film, tolle Aufnahmen. Warum der ganze seichte Esoterik-Musik-Quatsch. Schade, mit den echten Tonaufnahmen des Waldes wäre das Ganze viel schöner und vor allem autentischer.
                Leider erhält man kaum noch Naturfilme ohne diese Romantik-Love-Music.
                Schaade.

                • 9

                  Im Stile einer der weltberühmten BBC-Naturdokus lassen Jan Haft und sein äußerst hochkarätiges Kamerateam in großartigen Einstellungen den deutschen Wald erstrahlen. Der Aufwand, mit dem diese herausragenden Bilder entstanden sind, muss enorm gewesen sein. Mit fast poethsicher Eleganz wird hier ein Stück deutsche Natur dargestellt, wie man es schöner kaum machen kann. So viel Mühe wie bei der Optik haben sich die Macher beim Informationsgehalt freilich nicht gemacht. Was gesagt wird, ist doch eher rudimentär. Ich empfinde das aber nicht als große Tragödie. In erster Linie sollen hier die Bilder für sich sprechen, und das gelingt erstklassig.

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                  • 5

                    Hervorragende, außergewöhnliche Bilder die einem die Möglichkeit geben, vieles anders zu betrachten. Jedoch ist der Informationsgehalt gering, bzw. die Erzählstruktur nicht so stimmig. Da habe ich in den 3. Programmen schon einige Dokus gesehen, die ohne Superzeitlupe auskommen, dafür aber einfach "runder" wirkten.

                    • 4

                      Schade, dass man so tolle Bilder in eine so nervtötende Musik, und schlechte Erzählweise verpackt. Nichts gegen ein wenig Harfe und Frauen-Singsing. Aber irgendwann kommen unvermittelt rollende Augen oder man hat es sich gerade im Glööckner Bademantel bequem gemacht hat und sich davor die Astro-TV Duftkerzen, Wohlfühlpackung gegönnt hat.

                      Und anstatt mal zumindest ein paar Minuten bei einem Thema zu bleiben, wird einfach wahllos zwischen einzelnen Bereichen hin und her gewechselt ohne auch nur das geringste Anzeichen von einem roten Faden. Als wäre das Gesprochene nur dazu da, einen valiuminösen Zustand ohne Rezept zu erreichen. Stefan Brückner hat schon recht. Aber mir sind das keine 8 Punkte wert. Um es mal anders zu umschreiben:

                      Bild: 9
                      Ton: 1

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                      • 6

                        Größtenteils sehr schöne Bilder denen auch genügend Zeit zur Entfaltung gelassen wird.
                        Die Musik ist teilweise angenehm, teilweise aber auch nervig oder unnötig dramatisierend.
                        Was dem Film aber leider fehlt ist ein Mindestmaß an Informationen die über das gesehene hinausgeht.

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                        • 3 .5

                          Wollt ihr mich verarschen?
                          Die Bilder sind super fotografiert, die Musik ist super. Schöne Optik. Der Informationsgehalt war leider sehr gering. Ich habe jetzt seit längerer Zeit keine Tierfilme mehr geschaut, aber ich glaube, in meiner Jugend war das noch anders. Inhaltlich ist dieser Film zugeschnitten auf 7-jährige oder auch 80-jährige mit Alzheimer. Vielleicht wurden die Informationen auch nur so spärlich gesäht, damit nicht gleich alles sofort wieder vergessen wird.
                          Habe den Film mit zwei 9-jährigen im Kino gesehen. Die eine fand ihn spannend, die andere, die sich sonst stundenlang Tierfilme im Fernsehen anschaut, hat sich gelangweilt.

                          • 9

                            Toller Film. Hatte erst Bedenken ob der Erzählstimme von Benno Fürmann, wurde aber positiv überrascht.

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                            • 8 .5

                              Der Dokumentarfilm Das grüne Wunder – Unser Wald entstand in sechs Drehjahren an 70 verschiedenen Orten in Deutschland, Österreich und Dänemark. Der mit modernster Technik realisierte Film fasziniert mit spektakulären, poetischen und atemraubend schönen Bildern. Unter Einsatz von Zeitlupen, Zeitraffern, Makroaufnahmen und bewegter Kamera werden erstaunliche organische Prozesse sichtbar, die dem menschlichen Auge sonst verborgen blieben: Sehr eindrucksvoll öffnen sich zum Beispiel Tannenzapfen oder Blütenknospen in nur wenigen Sekunden. Ein gesprochener Begleittext vermittelt lebendig wertvolle Informationen über das komplizierte Zusammenspiel der Waldbewohner. Einige dramatische Szenen wurden durchaus spannungsreich inszeniert, etwas störend wirkt hingegen der dick aufgetragene, emotionalisierende Soundtrack.

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                              • 9

                                Exzellente Darstellung des gruenen Lebenraumes, schoen untermalt mit passender Musik. Tolle Aufnahmen, interessante Winkel - es wird nicht langweilig. Ich kann es immernoch nicht ganz fassen, wie das Lichtspiel bei der Szene mit dem Hirsch auf der Lichtung zustande gekommen ist. Wer sich ein wenig mit Fotografie und Licht auskennt, dem kann ich den Film nur waermstens empfehlen.

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                                • 8

                                  Nicht schon wieder eine dröge Doku, möchte man abwehren. Doch Das grüne Wunder serviert keine langweiligen Details, sondern unzählige Facetten aus Flora und Fauna mundgerecht auf dem Silbertablett. [Der Film legt] seinen Fokus mehr auf spektakuläre Aufnahmen als auf eine ausgeklügelte Erzählweise.

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                                  • Bestechende Bilder. [...] "Das grüne Wunder" ermöglicht einen Waldspaziergang ohne nasse Füße, dafür mit einem neu gewonnenen Blick für die kleinen Nebensächlichkeiten, die einem vorher im Wald nie aufgefallen wären.

                                    • 9

                                      [...] es gibt noch immer Tierfilmer, die sich nicht nur für seltene Aufnahmen die Nacht um die Ohren schlagen, sondern die noch etwas zu sagen haben. [...] Hafts filmische Einsichten sind umso eindrücklicher, als man den Wald vor der Tür doch zu kennen glaubt. [...] Um einige „Episoden“ ergänzt, mit kinowirksamer Musik und einem charismatischen Off-Kommentator (souverän: Benno Fürmann) brilliert der Film nun auf großer Leinwand.

                                      • 7 .5

                                        Das grüne Wunder - Unser Wald ist ein interessanter Entdeckungs- und Lehrfilm.

                                        • 7

                                          Letztlich will „Das grüne Wunder – Unser Wald“ in erster Linie beeindrucken, will ein Gefühl für einen Lebensraum schaffen, der allzu oft wie selbstverständlich hingenommen wird und doch etwas ganz Besonderes ist. Und dank der bemerkenswerten Bilder, die Jan Haft und seine Mitarbeiter aus den Tiefen des Waldes mitgebracht haben, gelingt dies auch auf eindrucksvolle Weise.

                                          • 9

                                            Habe an dem Film mitgearbeitet. Wem Naturfilme gefallen, sollte sich diesen Film ansehen. Nicht in der Größenordnung der BBC oder NatGEO, aber regionale mitteleuropäische Natur kann auch interessant sein, da dieser Film auch den Kleintierbereich zeigt. Dieser geht bei der BBC und NatGEO öfter verloren.
                                            Neue Zeitlupen und Zeitraffer sind drin im Vergleich zu der Fernsehversion "Mythos Wald". Viel Spaß dabei!

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