Daniel Day-Lewis spricht über Ende seiner Schauspielkarriere

Daniel Day-Lewis in There Will Be Blood
© Arthaus
Daniel Day-Lewis in There Will Be Blood

Vor gut fünf Monaten wurde bekannt, dass sich Daniel Day-Lewis von der Schauspielerei zurückzieht. Der dreifache Oscarpreisträger war in den vergangenen Jahren in Steven Spielbergs historischem Kammerspiel Lincoln (2012) als titelgebender US-Präsident Abraham Lincoln zu sehen, wirkte in Rob Marshalls Filmmusical Nine (2009) in der Rolle eines kriselnden Regisseurs mit und stand für Paul Thomas Anderson in There Will Be Blood (2007) als ölverschmierter, urgewaltiger Magnat des schwarzen Golds vor der Kamera. Dem W Magazine gab der Darsteller nun ein Interview, in dem er unter anderem über das Ende seiner Schauspielkarriere sprach.

Ein letztes Mal wird Daniel Day-Lewis in Paul Thomas Andersons Der seidene Faden (engl. Originaltitel: Phantom Thread) zu sehen sein, der in den USA am 25.12.2017 und hierzulande am 01.02.2018 startet. Vor der Produktion des Films habe Day-Lewis noch nicht gewusst, dass er sein letztes Filmprojekt darstellen würde:

Vor der Umsetzung des Films wusste ich nicht, dass ich mit dem Schauspielen aufhören werde. Ich weiß, dass Paul und ich viel gelacht haben, bevor wir den Film machten. Und dann haben wir mit dem Lachen aufgehört, denn wir waren beide überwältigt von einem Gefühl der Traurigkeit. Das hat uns überrumpelt. Wir realisierten nicht, was wir zur Welt gebracht hatten. Es war hart, damit zu leben. Und ist es noch immer.

Daniel Day-Lewis wisse nicht, woher der Impuls für das Ende seiner Schauspielkarriere kommt, "aber es hat sich in mir festgesetzt und ist einfach da." Dass er sich den fertigen Phantom Thread nicht ansehen wolle, hänge mit seinem Entschluss zusammen, sich vom Schauspiel abgewendet zu haben. "Aber es ist nicht, weil die Traurigkeit kam, um zu bleiben. Dies geschah während der Erzählung der Geschichte, und ich weiß nicht wirklich, warum." Wenig später fügte er an: "Ich muss an den Wert dessen, was ich tue, glauben. Die Arbeit kann unverzichtbar anmuten. Gar unwiderstehlich. Und wenn das Publikum es glaubt, sollte es gut genug für mich sein. Aber in letzter Zeit ist es das nicht."

In der Vergangenheit gab Daniel Day-Lewis immer wieder zu verstehen, mit der Schauspielerei aufhören zu wollen. Diesmal habe er es wichtig gefunden, eine Stellungnahme zu veröffentlichen: "Ich wollte eine Linie ziehen." Er habe nicht in ein anderes Projekt gezogen werden wollen. Zwar wisse Day-Lewis nicht, was diesmal anders sei, "aber der Impuls, aufzuhören, schlug Wurzeln, und das wurde zum Zwang. Es war etwas, was ich tun musste." Die ihm noch immer innewohnende "große Traurigkeit" sei der richtige Weg, zu fühlen:

Wie seltsam wäre es, wenn es einfach nur ein vergnügter Schritt in ein brandneues Leben wäre. Ich bin am Schauspiel interessiert, seit ich zwölf war, und damals, alles andere außer das Theater - diesem Kasten des Lichts - war von Schatten bedeckt. Als ich anfing, war es eine Frage der Erlösung. Nun will ich die Welt auf eine andere Weise erkunden.

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NeonFox Alexander Börste
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