Mein Herz für Serie

Die tollen Fussballstars um Tsubasa Ohzora

Tsubasa Ohzora in Aktion
© Tele 5
Tsubasa Ohzora in Aktion

So, jeder Junge, der in den Neunziger aufgewachsen ist, sitzt jetzt jubilierend vor dem Bildschirm. Für diese Generation gab es nach dem deutschen WM-Sieg in Rom und dem EM-Sieg in London nichts außer Fussball – auch im Fernsehen. Die Zeit zwischen Fussballtrainung und Bundesliga mussten sich die Kids dann mit Captain Tsubasa – Die tollen Fußballstars vertreiben. Und jeder wollte so sein wie die Hauptfigur Tsubasa Ohzora. Denn er ist nicht nur ein extrem talentierter Fussballspieler, sondern auch immer höflich und fair. Außerdem schießt er ständig in wichtigen Spielen das Siegtor – und zwar kurz vor Schluss. Welcher kleiner Junge hat davon nicht geträumt? Die japanische Anime-Serie wurde von 1983 bis 1986 produziert. Populär waren die 128 Folgen vor allem in Europa, da Fussball im Japan der Achtziger noch wenige Anhänger hatte. In Deutschland lief Die tollen Fussballstars, das im Original eigentlich Captain Tsubasa heißt, auf RTL2 und später auf Tele 5. Die Serie wurde noch mehrmals neu aufgelegt und Tsubasas Nationalmannschaftskarriere sowie seine Wechsel nach Brasilien und Europa thematisiert.

Das Team
Die tollen Fussballstars erzählt die Geschichte des fussballbegeisterten Jungen Tsubasa Ohzora und seinem Team, der Schulmannschaft aus Nankatsu. Als Tsubasa mit seinen Eltern nach Nakatsu zieht, schließt er sich der mäßigen Schulmannschaft an. Erst mit ihm als Kapitän entwickeln sich die Spieler weiter und die Mannschaft wird nach und nach ein Meisterschaftsfavorit. Sein bester Freund und wichtigster Mitspieler ist Taro Mitsaki. Erst als auch er zur Mannschaft des FC Nankatsu stößt, entwickelt sich das Team zu einem der Besten in Japan. Er ist Tsubasas kongenialer Partner, der ihn noch stärker macht.

Weitere wichtige Teammitglieder Tsubasas sind Genzo Wakabayashi und Ryo Ishizaki. Genzo ist einer der besten Jugendtorhüter Japans und voller Selbstvertrauen. Anfangs spielt er noch im Team der Shutetsu-Schule gegen Tsubasa. Er schließt sich aber später dem der Nankatsu-Schule an. Ryo ist als einsatzstarker Verteidiger zwar weniger talentiert, als viele seiner Mitspieler, ist als liebevoller Spaßvogel jedoch besonders wichtig für die Harmonie in der Mannschaft.

Tsubasas Erzfeind und stärkster Gegenspieler ist Kojiro Hyuga von der Meiwaschule. Mit seinem Markenzeichen – den hochgekrempelten Ärmeln – hat Hyuga bei den Tsubasafans mittlerweile Kultstatus erreicht. Der wuchtige Stürmer mit der langen Mähne ist technisch zwar weniger versiert als Tsubasa, überrollt die gegnerischen Abwehrreihen mit seiner Dynamik jedoch wie ein Panzer. Später spielt er zusammen mit Tsubasa in der japanischen Jugendnationalmannschaft.

Taktik und Technik
Äußerst bemerkenswert – sagen wir lieber absurd – ist die Spielstärke der tollen Fussballstars. Gegen die Fähigkeiten der Nankatsu-Stars sehen Leo Messi und Cristiano Ronaldo aus wie übergewichtige Kreisligakicker. Da wird kein Fallrückzieher ausgelassen, zu Dribblings über den halben Platz und zurück angesetzt und wenn einer der Spieler den Ball ordentlich trifft, dann reißt schonmal das Tornetz. Für seinen Adlerschuss – eine besondere Schusstechnik, die nur er beherrscht – bräuchte Tsubasa eigentlich einen Waffenschein.

Interessant sind die tollen Fussballstars auch in taktischer Hinsicht. Hier hätte ein gepflegter Champions League-Fernsehabend allerdings nicht geschadet. Hat eine Mannschaft den Ball, wird grundsätzlich geschlossen nach vorne gesprintet. Wunderbar auch, wie der ballführende Spieler immer mit mindestens drei Mann gleichzeitig angegriffen wird. Selbst eine E-Jugend-Mannschaft spielt mit mehr Verstand. Da ist es gut für die Spannung, dass die japanischen Schulmannschaften alle mit der gleichen, hanebüchenen Taktik antreten.

Die Physik
Ich bin mir nicht sicher, ob in Japan die gleichen physikalischen Gesetze gelten wie bei uns. Bei den tollen Fussballstars spielen Raum und Zeit jedenfalls eine untergeordnete Rolle. Legendär ist die Größe des Spielfelds – wenn Tsubasa zum Sprint Richtung gegnerisches Tor ansetzt, dann ist auf dem Feld die Erdkrümmung sichtbar. Genial sind auch die Kopfballduelle. Da werden während dem Sprung zum Ball gerne epische Dialoge geführt (‘Ich werde ein Tor schießen. Koste es, was es wolle!’). Gut, da die Flanken meist in 5 bis 6 Metern Höhe geköpft werden, bleibt den Schulkickern auch etwas mehr Zeit zum Reden als dem Otto-Normal-Fussballspieler.

Der Vergleich
Einige von euch werden anmerken, dass ich diesen Text auch den Kickers widmen hätte können. Taktik, Technik und Physik sind bei beiden Animeserien immerhin gleich absurd – und somit gleich unterhaltsam. Der Grund, warum ich mich für die tollen Fussballstars entschieden habe, ist jedoch einfach. Beide Serien erzählen neben dem Fussball auch vom Privatleben der Charaktere. Nur ist dieser Teil bei den tollen Fussballstars wesentlich kürzer – dafür haben manche Spiele eine fast epische Länge und ziehen sich über mehrere Episoden hin. Für einen Fan wie mich kann es eben nicht genug Fussball geben und deshalb schenke ich Mein Herz für Serie den tollen Fussballstars.

Gibt es in der Community noch weitere Tsubasa-Fans?

Community Autor
folgen
du folgst
entfolgen
Deine Meinung zum Artikel Die tollen Fussballstars um Tsubasa Ohzora