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Die zwei Indie-Helden Redford & McConaughey

24.01.2013 - 08:55 UhrVor 9 Jahren aktualisiert
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Matthew McConaughey und Robert Redford
© 20th Century Fox/Warner Bros./moviepilot
Matthew McConaughey und Robert Redford
Aktuelle Ereignisse – so sie denn positiv sind – sind ein guter Anlass für Lob. Die diesmalige Huldigung ist allerdings auch längst überfällig.

Heute geht es nicht um Olivia oder Georgina, sondern um Robert und Matthew. Obwohl auch die beiden Letztgenannten nur stellvertretend für eine ganze Schar wichtiger Personen stehen. Eigentlich geht es heute um Leidenschaft. Für die alleine gibt es selbstredend noch kein Lob. Wichtig ist, wofür Leidenschaft aufgebracht wird. Filme sind ein ganz guter Adressat. Dabei ist es zuerst einmal egal, wie teuer ein Film ist. Ob mit 5000 Euro oder 50 Millionen Euro produziert, sollte grundsätzlich keine Auswirkungen auf die Leidenschaft haben. Umso geringer das Budget jedoch ist, desto schwieriger wird jedoch die Umsetzung eines Projektes. Und trotzdem wagen es viele Menschen. Die Unterstützung aus prominenter Ecke für die Independentszene ist dabei wichtig und lobenswert.

Triumph der Kleinen
Die Filmindustrie ist wie ein großer Dschungel: die Großen fressen die Kleinen (eine Anspielung auf eine populäre, für zornige Reaktionen sorgende RTL-Show ist durchaus gewollt). Aber wie in der freien Natur gibt es auch in diesem Business Ausnahmen. Einigen Kleinen gelingt es immer wieder, sich den Großen zu entziehen und zu überleben. Nicht nur das, sie schaffen es auch dann und wann, aus dem Schatten der großen Räuber herauszutreten. Sie werden, wenn auch eher selten, wahrgenommen, sogar bewundert und gelobt. Natürlich meine ich, ihr dürftet es schon längst bemerkt haben, den Independent-Film. Da derzeit in Park City mit dem Sundance Film Festival die mit Sicherheit bekannteste Independentfilm-Veranstaltung läuft, komme ich nicht daran vorbei, hier mal ein Lob rauszuhauen. Aber an wen oder was? An Independentfilme? An Independentfilmemacher? Nein, das wäre wohl zu allgemein, auch wenn die oftmals an den Tag gelegte Leidenschaft durchaus beeindruckend ist. Ich möchte, nein, ich muss das Lob präziser aussprechen, und zwar an Robert Redford und einen Hollywoodstar. Sie demonstrieren, dass sie aus Leidenschaft und nicht Berechnung ihrem Beruf nachgehen.

Unermüdlicher Einsatz
Warum Robert Redford sich hier ein dickes Dankeschön abholen kann, das konntet ihr bereits gestern bei den Markanten Momenten nachlesen. Sein Engagement verschaffte einem kleinen, unbedeutenden Filmfestival im kargen Utah weltweites Ansehen. Dadurch wurde Independentfilmen eine Forum zur Präsentation gegeben, das sie ansonsten wohl kaum bekommen hätten. Ob Beasts of the Southern Wild ohne das Sundance Film Festival und, diese Preisverleihung sollte nicht unter den Teppich gekehrt werden, die Nominierungen für den Independent Spirit Award wohl je für vier Oscars nominiert worden wäre, darüber lässt sich nur spekulieren. Ich behaupte einfach mal, dass die Chancen wesentlich geringer ausgefallen wären. Durch den unermüdlichen Einsatz für den Independentfilm haben das Sundance Film Festival und natürlich Robert Redford, das Gesicht der Veranstaltung, viel für die Filmlandschaft getan. Die Dominanz des teuer produzierten Blockbuster kann und wird vermutlich nie gänzlich gebrochen werden, und das soll auch nicht sein. Aber es ist doch schön, dass hin und wieder ein Film in den Fokus gerückt wird, der mit bescheideneren Mitteln gemacht wurde.

Frische Impulse
Dass anhaltendes Interesse am Independentfilm besteht, obwohl Großproduktionen viel mehr Möglichkeiten haben, sich mit gigantischen Werbeetats ins Blickfeld der Menschen reinzumanövrieren, liegt nicht nur an solchen Festivals. In erster Linie sind es die Macher der Filme, die ihrer Passion nachgehen und immer wieder Meisterwerke auf die Leinwand zaubern. Aber was bringt ein großartiger Film, den sich keiner anguckt? Es kann also nie schaden, einen Aufhänger zu haben. Ein Star hilft da meist weiter. Sind die nicht aber viel zu teuer und haben keinen Bock, auf Geld zu verzichten? Auf ein paar Mimen mag das sicherlich zutreffen, aber nicht auf alle. Matthew McConaughey zum Bespiel hat am Rande des Sundance Film Festival davon erzählt, dass er in letzter Zeit viele Independentfilme gemacht und dabei sogar Geld verloren hat. Er muss nun bestimmt nicht Essensmarken benutzen, aber wer verringert schon gerne seinen Verdienst? Die Antwort ist einfach: jemand, der seinen Beruf nicht nur wegen der Kohle ausübt, sondern weil er liebt was er tut. Matthew McConaughey gab an, dass die Zeit, in der er Independentfilme gedreht hat, für ihn die beste, kreativste und spaßigste in den letzten Jahren war. Er und Robert Redford sind nur Beispiele für einige Leute im Business, die mit Hingabe, Leidenschaft und großem Einsatz dafür sorgen, dass unsere geliebten Filme immer wieder frische Impulse von unabhängigen Machern bekommen.

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