Dragon Ball Super - Darum brauchen wir nicht zwei Brolys

Broly und Kale
© Bird Studio / Shueisha, Toei Animation
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Gestern wurde der offizielle Titel des neuen Dragon Ball-Kinofilms angekündigt, der mit einer echten Überraschung aufwartete: Broly wird (erneut) zurückkehren. Dieser Broly wird sich jedoch sehr wahrscheinlich deutlich vom Original aus Dragon Ball Z-Zeiten unterscheiden, stammt seine Geschichte diesmal doch aus der Feder von Akira Toriyama persönlich. Nach dieser Ankündigung stelle ich mir jedoch die Frage: Brauchen wir wirklich zwei Brolys in Dragon Ball Super?

Dragon Ball Super hat bereits seine(n) Broly

Zusammen mit einem Key Visual und einem Plakat des Films wurde ebenfalls eine Nachricht von Toriyama veröffentlicht, in der er schreibt, sein Editor habe ihn darauf aufmerksam gemacht, wie beliebt Broly auch heute noch sei - sowohl in Japan als auch in Übersee. Daraufhin habe er damit begonnen, Broly zu überarbeiten, seiner Essenz zwar treu zu bleiben, ihm jedoch gleichzeitig neue Facetten hinzufügen zu wollen. Broly gehört zweifelsohne zu den beliebtesten Charakteren des gesamten Franchise. Bei uns im Westen ist der Charakter sogar noch beliebter als in der Heimat von Dragon Ball. Dies machten sich in der Vergangenheit sowohl Toei Animation als auch Bandai Namco Entertainment zunutze, was letztendlich zur Erschaffung eines ganz bestimmten Charakters führte, der innerhalb der Community hitzig diskutiert wurde: Kale.

In einem im März dieses Jahres veröffentlichten Interview gingen zwei Angehörige des Dragon Ball Super-Produktionsteams, Ryota Nakamura (Regisseur) sowie Satoru Takami (Produzent), näher auf Kale ein und gaben Einblick in die Entstehung des Charakters. Während eines Meetings kam man auf Broly und seine Beliebtheit unter Dragon Ball-Fans zu sprechen, woraufhin man den Entschluss fasste, ihn in die Serie einzuführen. Da man keine 1:1-Kopie haben wollte, designte man anstelle eines männlichen einen weiblichen Charakter. Sicherlich wirkte Kale auf den ersten Blick wie eine dreiste Kopie des Originals, hatte sie doch ähnliche Attacken und Transformationen wie ihr Vorbild, was mich sogar einmal zu einem Vergleich der beiden Charaktere animierte. Die Macher der Serie bauten zudem diverse Referenzen an Geschehnisse aus den zwei Kinofilmen mit Broly ein. Doch im Laufe des Universe Survival-Arcs bekam Kale genug charakterliche Entwicklung, um auf eigenen Beinen stehen zu können, womit Dragon Ball Super bereits einen eigenen, etablierten Broly hat.

Wo ist dein Mut geblieben, Toriyama-sensei?

Betrachtet man die Entscheidung, neben Kale nun ebenfalls den "richtigen" Broly in Dragon Ball Super einzuführen, aus wirtschaftlicher Sicht, erscheint diese durchaus sinnig. Nicht umsonst taucht Broly quasi regelmäßig in den unterschiedlichsten Formen in den verschiedensten Geschichten des Franchise auf, zuletzt beispielsweise in Dragon Ball FighterZ und Dragon Ball Legends. Dennoch hat seine erneute Rückkehr im nunmehr 20. Dragon Ball-Kinofilm für mich einen faden Beigeschmack, obgleich ich ein Fan des Charakters bin. Auf den ersten Blick erscheint es mir - wie schon beim vorherigen Film Resurrection 'F', in dem Freezer sein Comeback feiern durfte - redundant und ein Stück weit unnütz. Wo ist Toriyamas Mut geblieben, neue Charaktere in die Saga einzuführen? Mit Beerus und Whis in Kampf der Götter sowie den weiteren neuen Figuren, die in Dragon Ball Super das Licht der Welt erblickten, zeigte er schließlich, dass er genau diesen noch immer besitzt.

Der neue Film, in dem wir mehr über die Geschichte der Saiyajins erfahren sollen, hätte sicherlich Raum für spannende neue Charaktere geboten, die Toriyama uns Fans im Rahmen dieses Handlungsstrangs hätte vorstellen können. Ein Yamoshi, der erste Super-Saiyajin, wäre hierbei beispielsweise eine spannende Figur gewesen, genauso wie komplett neue Charaktere, die eigens für diese besondere Geschichte hätten entwickelt werden können. Die Möglichkeiten wären vielfältig gewesen. Was wurde innerhalb der Dragon Ball-Community nicht alles diskutiert, in welche Richtungen der Film gehen könnte, welche spannenden neuen Geschichten oder ungelöste Fragen der Serie man hätte ergründen können. Etwa, ob die alten sechs Universen ebenfalls wiederhergestellt wurden oder wann Vegeta und Son-Goku endlich nach Sadal reisen würden? Stattdessen spielt Toriyama auf Nummer sicher, indem er einen Fan-Liebling nach 24 Jahren Leinwand-Abstinenz zurück ins Rampenlicht rückt. Dabei hat Dragon Ball Super doch bereits seine(n) Broly und ein gänzlich neues Abenteuer wäre soviel reizvoller gewesen.

Was haltet ihr davon, dass Broly für den Dragon Ball Super-Kinofilm zurückgebracht wird?

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