Jackie Brown- und El Camino-Star Robert Forster ist tot

Robert Forster in Jackie Brown
© Studiocanal/Arthaus
Robert Forster in Jackie Brown
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Redakteur bei Moviepilot. Schaut zu viel ins Internet, mag den Weltraum und fühlt sich auf Tatooine genauso zu Hause wie in Hogwarts und Mittelerde.

Robert Forster ist tot. Der US-amerikanische Schauspieler ist gestern, am 11. Oktober 2019, im Kreis seiner Familie in Los Angeles gestorben. Wie u.a. The Hollywood Reporter und Variety berichten, erlag Robert Forster einem Hirntumor. Zu seinen bekanntesten Rollen gehört die Verkörperung von Max Cherry in Jackie Brown, für die er eine Oscar-Nominerung erhalten hat. Weiterhin war er in Serien wie Twin Peaks: The Return und Breaking Bad zu sehen.

Robert Forster erobert das Fernsehen, Theater und Kino

Geboren wurde Robert Wallace Forster Jr. am 13. Juli 1941 in Rochester, New York, wo er ebenfalls die Universität besuchte mit dem Ziel, eines Tages ein Anwalt zu werden. Nach seinem Abschluss 1964 fokussierte er sich jedoch auf die Schauspielerei und lieferte an der Seite von Arelene Francis und Ralph Meeker mit Mrs. Dally sein Broadway-Debüt ab.

Auch der erste Auftritt vor der Kamera war nicht weit: 1967 spielte er zusammen mit Marlon Brando und Elizabeth Taylor in John Hustons Drama Spiegelbild im goldenen Auge, ehe im Zuge von Medium Cool seine erste gewichtige Hauptrolle im Kino folgte. Dem Fernsehen nie abgeneigt übernahm Robert Forster außerdem diverse Engagements bei Sendern wie NBC und ABC an. Sowohl Los Angeles 1937 als auch Nakia, der Indianersheriff wurden allerdings bereits nach einer Staffel abgesetzt.

Der Niedergang seiner Karriere schien damit besiegelt. Weder Disneys Science-Fiction-Film The Black Hole noch Der Horror-Alligator konnten Robert Forster in den folgenden Jahren überzeugend am Box Office platzieren, von weiteren Flops wie Streetfighters und Malediction - Fluch des Dämon ganz zu schweigen. In den 1990er Jahren wühlte sich Robert Forster in undankbaren Nebenrollen durch Maniac Cop 3, Body Chemistry - Heißkalter Mord und Scanner Cop II, bevor mit Jackie Brown die große Wende inklusive Oscar-Nominierung kam.

Quentin Tarantino wollte ihn bereits als Joe Cabot in Reservoir Dogs besetzen, entschied sich schlussendlich aber für Lawrence Tierney. Fünf Jahre später sollte die Zusammenarbeit im Zuge der Elmore Leonard-Adaption dennoch zustande kommen - und Robert Forster ein famoses Comeback bescheren. Der von ihm verkörperte Kautionsagent Max Cherry gehört nicht nur zu den faszinierendsten Tarantino-Figuen, sondern vereint ebenfalls viele der vorzüglichen Eigenschaften von Robert Forsters Schauspiels.

Das große Comeback dank Jackie Brown und Quentin Tarantino

In einem Film voller Gewalt und Betrug erdet Max Cherry die Geschichte auf eine Art und Weise, der sich nicht einmal Protagonistin Jackie Brown entziehen kann. Robert Forster strahlt Aufrichtigkeit und Wehmut in gleichen Maßen aus, während vor allem seine nachdenklichen, aber ebenso wissbegierigen Blicke eine unglaubliche Leinwandpräsenz schaffen. Robert Forster versteckt in Max Cherry etwas tief Trauriges und Berührendes, aber auch eine gewisse Härte und Rohheit, die in den leisen Zwischentönen seines Schauspiels zum Vorschein kommen.

Das Comeback mit Jackie-Brown eröffnete Robert Forster die Möglichkeit, in Gus van Sants Psycho-Remake mitzuspielen. Auf Blockbuster-Ebene konnte er ebenfalls Eindruck hinterlassen. 3 Engel für Charlie - Volle Power gehört da etwa dazu. Weiterhin reihen sich in den 2000er Jahren Aufritt in dem Josh Hartnett-Thriller Lucky#Slevin und Firewall mit Harrison Ford in seine Filmographie, ebenso ein Abstecher in das von Tim Kring kreierten Heroes-Universum und The Descendants von Alexander Payne

Mit David Lynch und Breaking Bad in die Ewigkeit

Besonders in Erinnerung bleibt seine Zusammenarbeit mit David Lynch. In Mulholland Drive tauchte er erstmals in die Welt des visionären Filmemachers ein, ehe er mit Sheriff Frank Truman, dem Bruder von Harry S. Truman, eine der schönsten wie zerbrechlichsten Figuren von Twin Peaks: The Return zum Leben erweckte. Eine weitere Serie, die bis zum Schluss von Robert Forsters Karriere entscheidend sein sollte, war Breaking Bad.

In Vince Gilligans Geschichte über den Aufstieg und Fall von Walter White aka Heisenberg schlüpfte Robert Forster in die Rolle Ed, besser bekannt als der Mann, der Leute verschwinden lassen und ihnen eine neue Identität verschaffen kann. In einer Serie, die mit jeder weiteren Episode ihre Figuren direkt in die Hölle schickt, war Ed eine außergewöhnliche Erscheinung, da er die Macht und Mittel besaß, den Unglücklichen einen Ausweg aus ihrem Elend zu ermöglichen.

Ausgerechnet dieser unscheinbare Mann sollte mit seiner ruhigen, besonnenen Gelassenheit dem tödlichen Treiben von Breaking Bad trotzen. In der gestern auf Netflix erschienen Fortsetzung El Camino: A Breaking Bad Movie lässt Robert Forster diese Rolle noch einmal aufleben und schafft damit gleich zwei der denkwürdigsten Szenen des gesamten Films, die Geborgenheit und Härte auf verblüffende Weise vereinen. Nun ist er selbst verschwunden, doch seine berührende Präsenz wird immer bleiben.

In welcher Rolle hat euch Robert Forster am meisten beeindruckt?

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