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Jasmin - Ein beklemmendes Psycho-Kammerspiel

Jasmin
© © BR/Camino Verleih
Jasmin

„Das ist das Schlimmste, was man tun kann“, sagt Jasmin über ihre Tat und sie hat Recht. Regisseur Jan Fehse hat sich entschlossen, in Jasmin – Die Geschichte einer Depression einem dieser Ereignisse auf den Grund zu gehen, die wir einfach nicht begreifen können, vielleicht auch gar nicht begreifen wollen. Dabei nutzt er die Form des Kammerspiels, um seine Geschichte auf das reduzieren, was wirklich zählt: die Täterin, die Tat und die Frage nach dem „Warum?“.

Ein Plot, der an die Nieren geht
Jasmin (Anne Schäfer) hat ihr Kind umgebracht. An ihrem Selbstmord ist sie gescheitert, weshalb sie nun in einer geschlossenen Psychiatrie mit ihrer Schuld und den Depressionen kämpft. Für das anstehende Gerichtsverfahren muss ein Gutachten erstellt werden und so ist Jasmin gezwungen, der Psychiaterin Frau Feldt (Wiebke Puls) Rede und Antwort zu stehen. Sie muss zurückgehen in ihre früheste Kindheit und die damit verbundenen Traumata, muss die schmerzlichsten Ereignisse in ihrem Leben Revue passieren lassen. Doch all das ist nichts im Vergleich dazu, wovor sich Jasmin am meisten fürchtet: Die Tatnacht noch einmal zu durchleben.

Für das Drehbuch hat Autor Christian Lyra wohl umfassend recherchiert: Jasmins Geschichte basiert auf wahren Begebenheiten. Das ist nicht sonderlich verwunderlich in Anbetracht der zahlreichen Horrorstorys von vergleichbaren Taten, die uns alltäglich in den Nachrichten erreichen. Trotzdem wirkt das Psychogramm der Hauptfigur stellenweise wie aus dem Psychologielehrbuch zusammengeschustert. Vaterkomplex, abusive Ehe, Schulden – Jasmin scheint zu sehr das Opfer ihrer Umstände zu sein. Die fehlgeleitete Universalschuld, die sie sich selbst zuschreibt, verstärkt diesen Effekt und kratzt an der Glaubwürdigkeit der Figur.

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