Momente, in denen das MCU fast gescheitert wäre

Der unglaubliche Hulk
© Walt Disney Pictures / Marvel Studios
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"Was die Oberflächen zeigen ist nur ein Teil der Wahrheit. Darunter steckt das, was mich am Leben interessiert: die Dunkelheit, das Ungewisse, das Erschreckende, die Krankheiten." (David Lynch)

Aktuell befinden wir uns im cineastischen Zeitalter der Superhelden. Comic-Verfilmungen der Helden von DC, Marvel und Co. sind unvermeidlich, ganze Universen entstehen und sie prägen die Blockbuster-Saison. Besonders das MCU hat dem aktuellen Kino seinen Stempel aufgedrückt. Am 01.05.2008 begann alles mit Iron Man. Einen derartigen Erfolg und Siegeszug hat wohl nur Kevin Feige in seinen Träumen vorausgesehen. Vielleicht hat der Mann hinter dem MCU aber auch ab und zu gezittert, denn zu Beginn stand das Universum auf wackligen Füßen. Wir erinnern an drei Momente, in denen das MCU auch hätte scheitern können.

Hulk, einfach unglaublich ... schlecht

Der erste Stolperstein war grün und groß. Wäre nicht kurz vorher der smarte und erfolgreiche Iron Man an den Start gegangen, hätte bereits Der unglaubliche Hulk (DE-Kinostart: 10.07.2008) das Ende des MCU sein können. Warum? 150 Millionen Dollar wird als Budget angegeben, in Nordamerika spielte der Streifen aber gerade einmal 134 Millionen Dollar ein (via Box Office Mojo). Erfolg sieht anders aus. Durch die Probleme während der Produktion, die vielfach der Dominanz von Hauptdarsteller Edward Norton geschuldet waren, waren Fans bereits alarmiert und sie sollten recht behalten. Der Hulk konnte den frischen Wind, der durch Iron Man das Superhelden-Geschäft beflügelte, nicht weitertragen. Dafür wirkte der Film zu unausgegoren, das Potential des Hulks nicht ausgeschöpft.

Marvel reagierte. Der Hulk wurde umbesetzt. Nicht Edward Norton tauchte in Avengers auf, sondern Mark Ruffalo. Seitdem wird zwar immer wieder über einen weiteren Hulk-Solofilm spekuliert, erst recht nachdem Hulk jetzt spricht und zum heimlichen Star von Thor 3 wurde. Aber Offizielles gibt es nicht. Vielleicht liegt es daran, dass das grüne Monster einen richtigen und großen Bösewicht braucht, dem er sich gegenüberstellen kann. Damit tut sich das MCU bekanntlich sehr schwer.

Ein Thor, den niemand kennt

Mal ehrlich: Wer kannte Thor, bevor er, verkörpert von Chris Hemsworth, am 28.04.2011 auf der Leinwand auftauchte? Er war der zweite Stolperstein, denn Asgards Göttersohn war der breiten Masse eher unbekannt, genauso wie sein Darsteller. Damit barg der Solofilm eine Gefahr: Was wenn der Superheld nicht angenommen wird und sich als Teammitglied der Avengers als nicht tauglich erweist? Zudem wirkte eine Personalentscheidung nicht schlüssig: Shakespeare-Kenner Kenneth Branagh auf dem Superhelden-Regiestuhl? Fans hielten sich eher bedeckt, das Kassenergebnis war zwar für den Einstieg ziemlich okay (181 Millionen Dollar in Nordamerika und 450 Millionen weltweit), aber richtige Euphorie wollte beim ersten Thor-Auftritt nicht aufkommen.

Ob es Weitsicht oder eher Zufall war, müssen andere einschätzen: Dass die Entscheidung für Thor fiel, war genau richtig. Von Film zu Film konnte der Mann mit dem mythischen Hammer sein weltweites Kassenergebnis enorm steigern und sich aus eigener Kraft auf der Beliebtheitsskala der Fans nach oben arbeiten. Die Mythologie, die Thors Vergangenheit und Zukunft bietet, hat noch viel Potential für weitere Geschichten.

Captain America, zu patriotisch für die Welt

Captain America gilt als Vorzeige-Amerikaner und perfekter Superheld, zu perfekt. Das war der dritte Stolperstein, denn bekanntlich lässt sich aus Perfektion keine gute Geschichte bauen, da wenig Identifikation möglich ist. Zudem gab es bereits während der Produktion in einigen Länder Bedenken wegen des Marvelhelden, der das Sternenbanner derart offensiv in seinen Farben trägt und als zu patriotisch wahrgenommen wurde. Auch zuhause gab es Skepsis, denn das historische Setting der 1940er Jahre mit Nazis & Co. sprach eher für einen ernsten Film. Würden Fans einen uncoolen Captain, dem Ironie und die moderne Welt fremd ist, annehmen? In Nordamerika kamen gerade einmal 176 Millionen Dollar zusammen, auch international war das Kassenergebnis geringer als beim Thor-Einstieg.

Aber auch hier funktionierte langfristig gesehen die Strategie. Captain America wurde einer der wichtigsten Figuren der Avengers, dem charakterliche Entwicklungsmöglichkeiten offen standen und der auch in Sachen Moral und Gerechtigkeit einiges zu sagen hat.

Aller Anfang ist bekanntlich schwer und so war es auch für Hulk, Thor und Captain America. Heute zeigt sich, dass die drei Superhelden unverzichtbar geworden sind. Jeder von ihnen hat seine eigene Nische gefunden, die die Fans begierig betreten und deren Storys sie aufsaugen. Der Hulk darf überall auftauchen, überdies romantische Abenteuer erleben und mittlerweile sogar reden. Thor wandelt zwischen den Welten, entwickelte sich vom verantwortungslosen Jungspund zum König, der sein Volk rettet. Captain America streitet sich mit Iron Man über das Grundverständnis von Demokratie, über unterschiedliche Auffassung zum bürgerlichen Recht, hochaktuell im Trump-Zeitalter. Im kommenden Avengers 3: Infinity War werden wir sie alle wieder sehen und viele Fans hoffen bestimmt, dass sie nicht zu den Opfern zählen, die Kevin Feige für die 3. MCU-Phase so vollmundig angekündigt hat.

An welche Momente erinnert ihr euch, wenn ihr ans MCU denkt?

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