Streaming-Hölle mit Disney+ und Netflix: Wie viele Anbieter sind zu viel?

Disney und Warner prallen aufeinander
© Walt Disney/Warner/Netflix
Disney und Warner prallen aufeinander
25.02.2019 - 11:20 UhrVor 1 Jahr aktualisiert
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Ein paar Jahre haben wir uns wohlgefühlt im Streaming-Paradies. Mit den Streaming-Diensten von Warner und Disney wird alles anders. Wie lange es auch so bleibt, entscheidet ihr.

Streaming sollte den Zugriff auf Filme und Serien freier und einfacher machen, doch im Streaming-Markt 2.0 ziehen die Studios die Mauern um ihre wertvollsten Filme und Serien hoch. Zwei der ältesten Filmstudios der Welt - Disney und Warner - basteln sich gerade ihre eigenen Streaming-Dienste, um Netflix und Amazon den Markt nicht alleine zu überlassen. Dennoch, der Streaming-Krieg mag von den Anbietern geführt werden - entscheiden wird ihn der Kunde.

Warum der Streaming-Krieg beim Kunden anfängt und aufhört

Kundennähe ist der Sinn und Zweck von Streaming. Netflix etablierte das Direct-to-Customer-Modell, der eigenproduzierte Content erreicht so über einen kurzen Kanal seinen Abnehmer, also euch, die Film- und Serienfans. Wenn viele verschiedene Studios, Streaming-Dienste und Networks sich für diese Art des Vertriebs entscheiden, wird der Markt für den Kunden jedoch komplizierter, enger und teurer. Aber genau darauf läuft es hinaus. Nur eure Toleranzgrenzen können dem Einhalt gebieten.

Wenn ihr künftig Disney-Filme, Netflix-Orginals und Warner-Produktionen streamen wollt, genügt es nicht mehr, nur einen Streaming-Dienst zu abonnieren. Wahrscheinlich reichen nicht mal zwei.

Aber wo liegen eure Grenzen im Streaming 2.0?

Welches Angebot findet ihr attraktiver: Disney+ oder Warner?

Wir gehen bei der folgenden Frage davon aus, dass ihr wenigstens einen der folgenden Streaming-Dienste bereits abonniert hab: Netflix, Amazon Prime, Sky Ticket oder Maxdome. Es geht darum, herauszufinden, ob ihr bereit seid, einen Anbieter hinzuzubuchen, den ihr vorher gar nicht nötig hattet. Welcher Streaming-Dienst wäre euch diesen Mehraufwand tatsächlich wert? Habt ihr überhaupt Interesse an Streaming-Diensten, die lediglich Filme aus ihrem eigenen Stall anbieten?

Der Einfachheit halber beschränken wir uns bei diesem Gedankenspiel auf Warner und Disney, obwohl etwa auch Apple und Facebook Streaming-Dienste planen oder schon besitzen.

Ein kurzer Überblick über das mögliche Angebot von Disney+

  • Die Marvel-Filme des MCU
  • Die Star Wars-Filme
  • Die Pixar-Filme (Wall-E, Toy Story)
  • Die Disney-Animationsfilme (Vom König der Löwen bis Die Eiskönigin)
  • Disney-Blockbuster wie Fluch der Karibik

Ein kurzer Überblick über das mögliche Angebot von Warner

  • Die Harry Potter- und Phantastische Tierwesen-Filme
  • Die Herr der Ringe-Filme
  • Die DC-Filme von Batman Begins bis Aquaman
  • Die Filme des Conjuring-Verse und Horrorfilme wie Es
  • Klassiker wie Casablanca und Der Exorzist

Hat der fragmentierte Streaming-Markt so überhaupt eine Zukunft?

Die Frage ist: Wie lange macht der Kunde das mit? Eigentlich stärkt ein hohes Angebot die Kundenposition. Wir können deshalb davon ausgehen, dass die Situation, wie sie im Laufe der nächsten Monate eintreten wird, nicht allzu lange anhält - sie ist schlicht zu unattraktiv für den Kunden. Und das kann nicht im Sinne der Anbieter sein.


Wie sieht die Zukunft des Streamings aus?

Ein Beispiel aus einem anderen Zweig der Unterhaltungsbranche zeigt schon jetzt, dass ein fragmentierter Streaming-Teppich den Markt an seine Grenzen bringt. Die Champions League im Fußball kann in Deutschland nur lückenlos verfolgen, wer zwei Abos abschließt: bei Sky und DAZN.

In diesem Jahr jedoch verfolgen deshalb aus Deutschland deutlich weniger Zuschauer die Spiele Champions League, natürlich auch, weil das Free-TV völlig außen vor bleibt. Was wiederum Sponsoren nicht gefällt, die etwa in Banner am Spielfeldrand investieren und dergleichen. Der Kunde akzeptiert eben nicht alles - und ohne den Kunden geht überhaupt nichts. Daran müssen sich die Anbieter orientieren.


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