Wieso Disneys 101 Dalmatiner fast ein Ersatz für den eigenen Hund sind

101 Dalmatiner
© Walt Disney
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Heute Abend zeigt der Disney Channel um 20:15 Uhr 101 Dalmatiner. Aus diesem Anlass haben wir dieses Herz für Klassiker vom 24.05.2016 wieder hervorgeholt.

Als Kind wollte ich immer einen Hund haben. Klar, welches Kind wünscht sich keinen flauschigen und treuen Gefährten an seiner Seite? Bis es so weit war und die wunderbare Ronja in das Leben unserer Familie trat, verbrachten meine Geschwister und ich viele Stunden mit Disneys 101 Dalmatinern. Die Geschichte um Pongo, Perdita und ihre vielen niedlichen Welpen ließ Kinderherzen höher schlagen.

Wenn das mal alles so einfach wär ...

Schon die Anfangssequenz ist wunderbar anzusehen: Pongo (Rod Taylor) lebt mit seinem Herrchen Roger (Ben Wright) in einer kleinen Wohnung in London. Vom Single-Leben gelangweilt beschließt er, weibliche Gegenstücke für Roger und sich zu suchen. Die diversen Paare, die Pongo auf der Straße zu sehen bekommt, sind urkomisch anzuschauen. In Anita (Lisa Davis) und ihrer Dalmatiner-Hündin Perdita (Cate Bauer) wird er schließlich fündig und die kleine Familie wird komplementiert mit den 15 Welpen, die Perdita bald darauf zur Welt bringt. Das Leben könnte so schön sein!

Wäre da nicht Anitas Schulfreundin Cruella De Vil (Betty Lou Gerson) - ein Wortspiel, das sich mir erst in späteren Jahren erschloss. Sie gehört wohl zu den gruseligsten Bösewichten, die Disney zu bieten hat. Als sie auf Perditas Wurf aufmerksam wird und diesen nicht auf legalem Wege erwerben kann, beauftragt sie ihre treudoofen Lakaien Jasper (J. Pat O'Malley) und Horace (Frederick Worlock), sich der Kleinen zu bemächtigen. Schwer zu sagen, wer einem mehr leid tut - Pongo und Perdita, denen auf einen Schlag sämtliche Kinder geraubt werden oder die arme Haushälterin, die von den Dieben überrumpelt wird und sich von nun an schreckliche Vorwürfe macht.

Jede Menge Erfindungsreichtum

Die Vorstellung, die geliebten Vierbeiner zu verlieren, trieb mir schon als Kind Tränen in die Augen. Glücklicherweise dauerte es einige Jahre, bis mir in vollem Umfang klar wurde, was Cruella mit den Hunde-Kindern tatsächlich vorhatte. Denn sobald sich Pongo und Perdita mit Hilfe des Dämmerungs-Bellen auf die Suche nach ihren Kindern begeben, fesselt die spannende Kriminalgeschichte derart, dass die Traurigkeit schnell wieder vergessen ist. Dabei spitzt sich die Dramatik des Films immer weiter zu und bis zum großen Showdown mit der bösen Cruella muss noch so manches Abenteuer überstanden werden.

Das Prinzip, wonach eine Person verschwindet und wieder gerettet werden muss, kennen Disney-Zuschauer heutzutage zur Genüge. Damit soll keineswegs gesagt sein, dass es nicht viele schöne und stets anders verpackte Versionen dieser Handlung gibt. Doch in 101 Dalmatiner kommt wirklich Spannung auf. Zur Stimmung des Films tragen neben dem wunderbaren Soundtrack - der Disney-untypisch kaum gesungene Songs bereithält - vor allem die diversen Versuche der Vierbeiner bei, sich zu retten. Hier war Erfindungsreichtum gefragt. Wenn Pongo die Fußspuren im Schnee mit einem Ast wegwischt, dann ist das wirklich eine beeindruckende Leistung für einen Hund in einem Kinderfilm. Gleiches gilt für das Verkleiden der Hunde mit Ruß - denn Cruella ist schließlich auf der Suche nach Dalmatiner-Fell, da müsste man als Labrador doch relativ sicher sein, oder?

Mein Herz für Rolli

Es ist der Tollpatschigkeit des kleinen Rolli zu verdanken, dass seinem Vater diese rettende Idee kommt. Obwohl der abenteuerlustige, clevere und vorlaute Lucky für mich die Quintessenz eines guten Disney-Charakters verkörpert, gehörte mein Herz vor allem dem ewig hungrigen Rolli. Neben dem Slapstick-Duo Jasper und Horace sorgt Rolli für die Lacher des Films. Wenn er sich beim Milch-Trinken im Stall kaum noch zurückhalten kann, ist dies einfach eine köstliche Szene.

Letztendlich hat Disneys 101 Dalmatiner alles, was es zu einem guten Zeichentrickfilm braucht: Die Animation ist gelungen, die Geschichte stringent erzählt, der Soundtrack unterstreicht die Handlung und die Charaktere sind grandios geschrieben. Humor wie Spannung kommen nicht zu kurz und auch Drama ist enthalten, wenn auch eher zurückhaltend eingesetzt. Kein Wunder, dass der Zeichentrickfilm von 1961 eine animierte Fortsetzung, zwei Realfilme und eine Serie nach sich zog. Meinen Plüsch-Rolli habe ich jedenfalls noch heute.

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