SchnabelPower - Kommentare

Alle Kommentare von SchnabelPower

  • 9
    über Lore

    Auf der einen Seite bilden die leuchtenden Farben – insbesondere grün, blau und rot – einen krassen Kontrast zur tristen Nachkriegszeit. Zum anderen erschafft sie mit zahlreichen extremen Nahaufnahmen und dem Spiel mit der Unschärfe eine geradezu märchenhafte Atmosphäre. So wirken Lore und ihre Geschwister ein wenig wie eine „Hänsel und Gretel“-Variation. Die böse Hexe ist hierbei keine einzelne Figur, sondern wird von all jenen repräsentiert, die den Kindern auf Grund ihrer Sozialisation feindlich gegenüber treten. Ich konnte mich am Farben- und Formenspiel der Regisseurin gar nicht satt sehen. Es ist vor allem die Natur, die niemals unbarmherzig, sondern stets freundlich inszeniert wird. Der Widerspruch zwischen der ernsten und zuweilen gar furchtbaren Geschichte und der märchenhaften Ästhetik ist aber notwendig. Hätte sich Cate Shortland für einen Stil entschieden, der dem Ton ihrer Geschichte entspricht, wäre Lore für den Zuschauer schier unerträglich gewesen. So aber gleicht die positive Kraft der Bilder die große Tragik der Erzählung aus, ohne sie jedoch zu verharmlosen.

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    • 5 .5

      Der vielfach angebotene Vergleich mit Die fabelhafte Welt der Amélie will mir ebenfalls nicht ganz einleuchten, da jener Film durch seine eindeutige Haupthandlung doch eine weitaus klarere und spannendere Storyline entwickelt. Zwar erinnert die Farbenpracht von Huhn mit Pflaumen durchaus an die Ästhetik von Amélie, doch verbirgt sich in meinen Augen im Falle des iranischen Märchens hinter all diesem Stil zu wenig Substanz, um das Publikum für die Geschichte und die Figuren derart einzunehmen, wie dies Die fabelhafte Welt der Amélie vermochte.

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      • 9

        Es bleibt hier nur noch eine Empfehlung für den Film auszusprechen, auch wenn Fans traditioneller Literaturverfilmungen sich in der theatralischen Welt von Joe Wright vermutlich nicht zu Hause fühlen werden. Joe Wright hat die Regeln des Genres ebenso durchbrochen wie seine Hauptfigur die ihrer Gesellschaft. Das Ergebnis ist dasselbe: Wer offen für Neues ist, wird begeistert sein.

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        • 9

          Nun werden wohl Fans düsterer Krimis in Small Town Murder Songs nicht ganz das finden, was sie sich erhoffen. Düster ist der Filme allemal, aber ein Krimi? Die Auflösung kommt gänzlich unaufregend daher und ist als solche im Grunde gar nicht zu benennen. Allerdings ist auch das Ende der psychologischen Plots für meinen Geschmack etwas zu simpel gehalten. Trotz all meiner Begeisterung für diesen Film, muss ich doch sagen, dass im Finale viel Luft nach oben geblieben ist. Wenn es nach mir ginge, hätte uns Ed Gass-Donnelly, der auch das Drehbuch geschrieben hat, gerne noch einmal richtig das Blut in den Adern gefrieren lassen können. Vermutlich ist es aber gerade diese unaufgeregte, stoische, aber trügerische Ruhe, die den Reiz von Small Town Murder Songs ausmacht. Es gibt eben keine Lösung für die Übel dieser Welt.

          • 6

            Letzten Endes ist es besonders ernüchternd, dass von Große Erwartungen so wenig hängen bleibt: Keine Emotionen, die einen nachhaltig umtreiben, keine Anregungen für eigene Gedanken. Nur bekannte Schauspieler in bekannten Rollen, die eine bekannte Geschichte mit einer bekannten Moral darbieten. Da stellt sich mir doch wirklich die Frage, wozu wir diese siebte Verfilmung des Stoffes eigentlich brauchen!

            • 7

              David O. Russel hat objektiv gesehen nichts falsch gemacht. Er hat einen berührenden und gleichzeitig unterhaltsamen Film mit interessanten Charakteren geschaffen, die von überzeugenden Schauspielern dargestellt werden. Bei mir bleibt dennoch das Gefühl, dass David O. Russel hier zu vorsichtig bleibt, sich weder für eine konsequente komödiantische Darstellung, noch für eine intensive psychologische Aufarbeitung seines Themas entscheidet. So kann Silver Linings Playbook in meinen Augen nicht den Charme tragikomischer Independentfilme wie Garden State oder Little Miss Sunshine entfalten. Schade, denn ich möchte Jennifer Lawrence hundertmal lieber als Tiffany in Erinnerung behalten als in der Rolle der Katniss Everdeen!

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              • 6 .5

                Es wird sich sowieso jeder Der Hobbit – Eine unerwartete Reise anschauen. Und das ist auch in Ordnung so. Letztendlich ist es eine bildgewaltige Verfilmung eines modernen Literaturklassikers und ein insgesamt spannender Blockbuster. Was die Dramaturgie und Charakterentwicklung angeht, wird er die Begeisterung des Publikums nicht verdienen.

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                • 8

                  Denn Florian David Fitz hat den Roman ausgezeichnet für die Leinwand adaptiert, die Geschichte an den richtigen Stellen verändert und bei allem dennoch den Humor der Vorlage beibehalten. Der Film macht schlicht und einfach Spaß. Dass das Ende nicht so recht zum Anfang passen will, ist nicht seine Schuld. Dieses Problem bestand schon bei David Safiers Roman. Und das vom Buch abweichende Filmfinale ist in meinen Augen sogar einen Tick besser. Manch einer wird in diesen gefühlsbetonten Szenen die Action vermissen, die man allgemeinhin mit dem Wort Apokalypse verbindet. Ich als halbe Fachfrau muss an dieser Stelle aber noch einmal daran erinnern, dass das Wort Apokalypse nichts anders bedeutet als „Offenbarung“. Und die findet definitiv statt. Ob es sich bei Jesus liebt mich um eine filmische Offenbarung handelt, möchte ich trotz aller Begeisterung eher in Frage stellen. Vielleicht handelt es sich eher um die Entsprechung zur guten Trivialliteratur: unterhaltsam, aber nicht substanzlos. Leichte Koste für Zwischendurch.

                  • 7

                    Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger gehört für mich nicht zu den großen Meisterwerken von Ang Lee, aber das Urteil, ob seine latent überladene Darstellung der Romanvorlage entspricht, überlasse ich denen, die Yann Martels Buch gelesen haben. Natürlich sehe ich auch ohne Kenntnis des Buchs durchaus, dass diese Inszenierung einen Zweck erfüllt. Ang Lee ist sich der Künstlichkeit seiner dargestellten Welt durchaus bewusst und nutzt die Ästhetik, um die dem gesamten Film zu Grunde liegende Frage zu forcieren: Welche Art von Geschichte wollen wir hören? Bevorzugen wir das optisch überladene, pathetische Märchen oder die ungeschönte Realität? Diese Frage richtet sich nicht nur an den Journalisten, der Pis Geschichte zu Papier bringen soll, sondern auch an uns als Zuschauer. Die Antwort auf diese Frage wird für euer eigenes Urteil über Life of Pi zentral sein.

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                    • 8

                      So absurd die Handlung auch erscheinen mag, es bleibt doch der bitte Nachgeschmack dessen, dass es Gaza wirklich gibt. Dass die Fischer dort wirklich nur wenige Seemeilen auf das Meer hinausfahren dürfen, weshalb sie kaum noch etwas fangen und ihre Existenzgrundlage verlieren. Dass Kinder wirklich davon träumen, als Märtyrer ihr Leben zu opfern, anstatt unbeschwert in eine rosige Zukunft zu blicken. Aber Sylvain Estibal will uns nicht deprimieren, er will Hoffnung schenken. Deshalb wirkt Gaza in seinem Film zwar eintönig, aber niemals trostlos. Die Sonne scheint, kleine Farbtupfer verleihen dem Straßenbild etwas Fröhliches. Und die Ruinen, in denen sich die Bewohner bewegen, nehmen wir erst auf den zweiten Blick als solche wahr. Naiv ist Das Schwein von Gaza aber ebenfalls nicht. In seiner märchenhaften Überzeichnung der Ereignisse wird insbesondere gen Ende deutlich, dass wir von der ersehnten Versöhnung noch weit entfernt sind, dass die Dinge in der Realität eben nicht so einfach sind wie in dieser Geschichte, sondern viel komplexer. Das Welt ist manchmal scheiße, aber es ist an uns, sie zu einem schöneren Ort zu machen. Und manchmal braucht es dafür vielleicht wirklich nur ein Schwein.

                      • Lieber Mr. Vega, es ist ja hier kein Geheimnis, dass ich selbst eine gewisse Sympathie für das Twilight-Franchise hege, aber emanzipatorisch mag ich das nun wirklich nicht nennen! Eine Frau, die sich kontinuierlich selbst abwertet und nur in der Vereinigung mit einem von ihr überhöhten Mann, für den sie ihre eigene (menschliche) Identität vollkommen aufgeben muss, Selbstwert erfährt, kann doch wahrlich nicht als selbstbestimmt bezeichnet werden. Hätte ich hierüber nicht bereits letztes Jahr einen Artikel geschrieben, würde ich Dir in meinem nächsten filmoSophie's Welt Text detailliert auf Deinen Artikel antworten!

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                        • Magic Mike 2? Sehr gerne. Bitte mit weniger Dialogen und mehr Tanzperformances. Und diesmal bitte ganz nackig! Und unbedingt mit Channing Tatum! Ne, mal im Ernst. Ein zweiter Teil - egal ob Prequel oder Sequel - kann doch nur ein billiger Abklatsch werden. Und der erste Teil ist schon so hart an der Grenne zur Lächerlichkeit... Bitte nicht!

                            • 6

                              Insgesamt glaube ich, dass Ice Age 4 -Voll Verschoben stärker den Humor der kleinen als den der großen Zuschauer trifft. Zu viele Lacher werden durch Slapstick-Einlagen generiert, zu wenig Amüsement entsteht durch Sprachwitz oder subtile Scherze, die sich nur dem Erwachsenen erschließen. Bei mir blieb beim Verlassen des Kinos dieses schale Gefühl, dass eben diese Kinder, die in der Aneinanderreihung animierter Verfolgungsjagden den Höhepunkt cineastischer Freuden zu sehen glauben, zu eben jenen heranwachsen, die bei High Noon an Jackie Chan denken.

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                              • 5

                                Insgesamt fällt mir kein guter Grund dafür ein, sich Lady Vegas im Kino anzusehen. Die Geschichte ist uninteressant erzählt, die Hauptfigur nicht sonderlich sympathisch. Abgesehen von verhaltenen Lachern über Catherine Zeta-Jones hat der Film keinen größeren Unterhaltungswert vorzuweisen. Wäre er nicht so prominent besetzt, wäre Lady Vegas in meinen Augen ein klarer „direct to DVD“-Kandidat.

                                • 5 .5

                                  Insgesamt ist Bis zum Horizont, dann links! nicht mutig genug, sein Thema angemessen zu präsentieren. An dem Thema Alter wird nur leicht gekratzt, doch statt wahrhaft gebrechlicher Protagonisten werden uns adrett gekleidete Hauptfiguren präsentiert, denen wir nächtliches Bettnässen auch mit viel Wohlwollen nicht abnehmen können. Somit beraubt sich der Film selbst seiner Überzeugungskraft und reduziert das Thema Senioren einmal mehr zu einem müden Lächeln.

                                  • 7 .5

                                    Die Selbstironie ist der kritische Punkt an Rock of Ages, denn ohne sie kann diese seichte, von Stereotypen durchsetzte Story auf der Leinwand nicht funktionieren. Leider ist die kritische Distanz des Films zu sich selbst nicht immer gleichermaßen deutlich: Nicht immer ist klar, wo wir ihn ernst nehmen und wo lieber belächeln sollen. Diese kurzen Momente der Irritation reißen uns als Zuschauer vorübergehend aus dem Musik-Universum heraus.

                                    Rock of Ages hat keine große Geschichte zu erzählen, teilt aber großzügig Seitenhiebe auf Möchtegern-Rocker und Pop-Sänger aus. Dazu gibt es viel Musik, die wir alle irgendwoher kennen, mit der wir Erinnerungen verbinden und die für gute Laune sorgt. Wem das für einen gelungenen Kinoabend reicht, der wird definitiv gut unterhalten werden. Und die Moral von der Geschicht’: Rockmusik stirbt niemals nicht!!

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                                    • 7

                                      Auch wenn wir die bis zu 20 Minuten andauernden Dialogszenen als Stilmittel begreifen, sind gewisse Längen in Cosmopolis nicht von der Hand zu weisen. Es hätte an einigen Stellen einer Raffung bedurft, um die Handlung insgesamt dynamischer zu gestalten. Einen Spannungsbogen sucht man hier ebenso vergebens wie einen zur Identifikation einladenden Charakter. Die Figuren sind zu undurchschaubar, um ihre Gefühlswelt zu ermessen oder gar nachzuvollziehen.
                                      Trotz allem bleibt Cosmopolis in meinen Augen ein beachtlicher, wenn auch absonderlicher Film, den zu verstehen von vornherein der falsche Ansatz ist. Cosmopolis will nicht dekodiert werden, denn es ist ja gerade die Aussage dieses Werks, dass hinter all den Worten und Zeichen kein tieferer Sinn mehr zu finden ist.

                                      • Beim Schweizer Tatort habe ich jedes Mal das Gefühl, der Film wäre nachsynchronisiert worden. Geht das nur mir so?

                                        • 4

                                          Schön choreographierte Tanzszenen und eine sinnvoll eingesetzte 3D Technik können diesen Film davor retten, den endgültigen Untergang des Tanzfilms zu markieren. Viel fehlt jedoch nicht. Weder eine Charakterentwicklung, noch eine vernünftige Geschichte kann diese Fortsetzung vorweisen. Stereotype Figuren tanzen durch eine zu offensichtlich konstruierte Story. Während dem Film anzumerken ist, das seine Macher für den Tanzsport eine gewisse Leidenschaft empfinden, verkommt die Performance doch zu oft zu reinem Posing. So wird Street Dance 2 letztendlich seiner eigenen Message vom Tanzen mit Herz nicht gerecht.

                                          • 7

                                            Die Macher von MEN IN BLACK 3 haben sich eindeutig Mühe gegeben, im dritten Teil nicht nur Altbekanntes wiederzukäuen, sondern das Konzept durch kleinere Innovationen aufzupeppen. Das ist ihnen größtenteils gelungen, auch wenn eine konsequentere Umsetzung der 60er Jahre Realität dem Gesamtwerk mehr Pfiff verliehen hätte. MEN IN BLACK 3 ist kein Meisterwerk, aber solides Blockbuster-Kino, das Fans der Reihe mit liebenswerten Charakteren, ausgefallenen Aliens und einer angemessenen Prise Selbstironie und Humor zu unterhalten weiß.

                                            • Ich hatte zunächst versehentlich "Porno-Bilder von Kristen Stewart" gelesen und mich dann ein wenig über die unspektakulären Fotos gewundert...

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                                              • 6

                                                DARK SHADOWS legt einen guten Start hin, indem ein bekannter und farbenprächtig inszenierter Cast vorgestellt wird (allen voran Helena Bonham Carter mit der - meiner Meinung nach – schönsten Frisur ihrer Karriere). Die erste halbe Stunde ist noch durch regelmäßige Lacher geprägt. Doch der Film schafft es weder, diesen Humor über den gesamten Film zu transportieren, noch seine Zuschauer durch Figuren und Handlung bei der Stange zu halten. Dieser sukzessive Qualitätsverlust des Films erzeugt eine Menge Frust und lässt uns die Andeutung einer Fortsetzung vor allem als Drohung empfinden. Sehr bedauerlich.

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                                                • *lechzsabber* Ich hätte das gerne als lebensgroßes Poster. Falls Ihr mal eins übrig habt... Und ich finde es sehr vorbildlich, dass sich nun endlich auch Männer auf ihre Rolle als Sexobjekt reduzieren lassen, um einen Film zu promoten!

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                                                  • Robert Pattinson neben Guy Pearce - das könnte interessant werden. Da muss er sich mal ins Zeug legen, um daneben nicht wie ein weichgespülter Hanswurst zu wirken. Allerdings klingt die Story ja eher so, als wäre er das schwächste Glied in der Kette. Von den bösen Brüdern zurück gelassen... Du armer kleiner suizidaler Vampir, komm an meinen Busen und lass Dich trösten...