Punsha

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Punsha aus Berlin heißt Lars R, ist 21 Jahre alt. Er hat sich auf moviepilot angemeldet und hat schon unglaubliche 1495 Filme bewertet und legendäre 880 Kommentare geschrieben. Die besten Filme der Welt sind MAGNOLIA, THE GODFATHER, APOCALYPSE NOW, VERTIGO, LOST HIGHWAY, BROKEBACK MOUNTAIN, STRAW DOGS, ROSEMARIES BABY, DEAD RINGERS, WHO'S AFRAID OF VIRGINIA WOOLF? Fakt. Mehr


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  • Siehst du, da wollte ich mal ein bisschen angeben und liege zweimal falsch. So viel zu dieser Belesenheit meinerseits. ;-) Bei Polanski gibt es aber auch verdammt viele Bücher. Dass es ein Filmkonzeptebuch gibt, wusste ich gar nicht. Bin bei solchen Büchern und ihrer Konzeption auch immer etwas skeptisch. Denn mehrere Autoren können auch gleichzeitig immer bedeuten, dass man mit Wiederholung und erneuter Wiederholung konfrontiert wird (neben dem Aspekt, den du ansprichst, meist ist nämlich wirklich mindestens immer ein Text dabei, der deutlich abfällt), was das Lesevergnügen auch schmälern kann. Wollte mir aber auch demnächst auch mal ein Buch von Filmkonzepte zu legen, das über Lean, von dem ich mir auch erhoffe noch etwas tiefer in sein gesamtes Werk einzutauchen und einzelne Filme vom Frühwerk bis zum Spätwerk zu zuordnen. Und dann auch noch - ich hoffe, du erlaubst die Abschweifung - ein Buch über Soderbergh (das von Stefan Rogall), das die Filme von Soderbergh linear durch sein Schaffen durchsprechen soll, da ich Soderbergh (im Gesamtwerk gesehen) immer noch nicht ganz zu ordnen kann bzw. worin bei ihm diese konstante Linie und die gemeinsamen Verbindungen in seinem Schaffen bestehen, bisher ist das für mich nämlich meist noch ein kleines (verschlüsseltes) Rätsel. Das betrifft besonders sein Frühwerk, wo ein warmherzig-nostalgisches Porträt einer Kindheit, neben einem Filmexperiment wie das mit Spalding Gray steht und so weiter, und so fort.^^

    • hoffman587 03.02.2016, 00:01 Geändert 03.02.2016, 00:07

      Dabei ist das Tati-Zitat sogar sehr offensichtlich, eine (besonders wenn man ihn nicht kennen dürfte) markant-skurrile Randbemerkung von Truffaut. Es müsste in Domicile conjugal sein, als Antoine dieses Baby-Fixierung hat, bei der Bahn steht und überall Zeichen sieht. Dort tritt eine seltsame Imitation von Tatis Monsieur Hulot auf und streift umher:
      https://41.media.tumblr.com/c29c8898572990dfb9083bf1305886f3/tumblr_mgg213w6YG1qc9pwoo1_500.png
      (Renoir ist da schon reichlich schwerer zu entdecken. Ich für meinen Teil bin auch nur drauf gestoßen, als ich in einem Buch mal darüber gelesen hatte).^^

      15 Mal im Kino? Das ist nicht schlecht. Das müssten ja weit mehr Filme gewesen als du sonst so im Januar gesehen hast. Hm. Was soll ich dagegen sagen?^^

      Und belesen? Nunja, ich lese dies und das, was das angeht, besonders in letzter Zeit wieder vermehrt, aber ich gebe dir recht, was du sagst. Es ist schön diese Erkenntnisse aus den Filmen mitzunehmen beziehungsweise durch Bücher noch einmal auf spezifische Punkte hingewiesen zu werden, die man vielleicht gar nicht so bemerkt hat, aber dann dadurch doch zu schätzen weiß und Zusammenhänge zu erkennen. Und dazu kommt auch noch, dass man sich mit jeder Lektüre - naiv gesagt - ein Stückchen mehr für jeden Film sensibilisiert, lernt immer mehr auf Zeichen und Hinweise zu achten.
      Ich nehme an bei Cronenberg war es das (freilich sehr schöne) Buch von Stiglegger (dürfte das einzige deutschsprachige Buch zum Thema sein)?
      Was war es bei Polanski, da dürfte es ja mehrere Möglichkeiten geben. Seine eigene Autobiografie? Das Buch von Koebner (auch wenn gerade das einen bedeutungsvollen biografischen Aspekt ärgerlicherweise bei Polanski ausspart, der gewiss auch bei seinen Filmen zum Tragen kommt)? Oder das schick illustrierte Büchlein von Taschen? Oder ein ganz Anderes? Bei Polanski gibt es ja einige.^^

      Naja, wie soll ich das sagen, die Zeit hat mich ein bisschen eingeholt. Die Alten gehen, das Neue kommt. Das Neue vergisst das Alte und darunter bin dann auch gefallen. Bin halt jetzt immer noch stiller Beobachter, aber eben im Hintergrund (auch nicht das schlechteste). Viele Diskussionen reizen mich einfach nicht (mehr). Ich muss sicher nicht ausschreiben wieso das so ist. ;) Gibt ja auch nur noch selten wirklich etwas zu sehen/lesen hier. Ich bin ansonsten auch nicht mehr so präsent wie früher im Movie-Pilot-Kosmos, gehöre mittlerweile einer älteren Generation von Moviepiloten an, von denen nur noch wenige aktiv sind (beziehungsweise überhaupt noch da sind) und ich bin dann halt irgendwann auf der Strecke geblieben, bin im gewissen Sinne nicht mehr so aktuell, hab den Sprung in die neue Generation nicht mehr geschafft.^^
      Ist vielleicht auch besser so. Spart Zeit, denn wie du dir sicher denken kannst, kostet das auch Zeit jede Antworten zu schreiben und so war ich dann oft ganz froh, als es dann langsam ruhiger wurde. Freue mich aber nach wie vor trotzdem über jede Nachfrage oder sonstiges, aber meistens kommt ja nichts. Aber das ist auch okay.
      (P.S. Das könnte auch als ein kleiner Appell zu lesen sein, wenn du mal irgendeine Frage zu einer fragwürdigen oder irritierenden Wertung hast. Ich bin jeder Zeit bereit.^^)

      • Dann erlaube mir doch als erstes folgende Frage: Was hat dir denn an Les Quatre cents coups besser gefallen beziehungsweise wie hast du dieses Mal den Zugang zu diesem Werk gefunden (bei 6 Punkten gehe ich mal davon aus, dass es so ist)? Was hat sich also verändert?

        Und du sprichst da einen Punkt, den ich sehr gut nachvollziehen kann. Die Filmsprache von Truffaut ist tatsächlich eher zurückgenommen, besonders in seinem Spätwerk, in dem er zu dem geworden ist, was er noch in seinen stürmischen Jahren (und eigentlich noch im Alter) kritisiert hat. Das unterscheidet ihn natürlich von einem Teil seiner Weggefährten. Truffaut ist gewiss ein recht traditioneller Inszenierer, der sich vornehmlich als Mise-en-Scene-Regisseur versteht (also ähnlich wie Renoir, Ford oder Tati, die zum Teil hier sogar mal mehr oder weniger deutlich zitiert werden. Der Wohnhaushof ist zum Beispiel ein Renoir-Zitat nachempfunden). Das würde ich jetzt nicht abschätzig betrachten, da auch in der Inszenierung des Raumes ein Anspruch liegt und dessen Arrangement des Bildes, das harmonische Dirigieren der Menschen im Bild , inbesondere weil Truffauts Interesse ja nicht darin besteht formal hervorzustechen (oder er darin scheinbar keinen Zweck erkennt), sondern ein Stück Leben, ein Ausschnitt des Alltages zu bebildern. In diesem Sinne habe ich seine Bildsprache auch stets als bodenständig empfunden. Für genauere Angaben müsste ich die Filme in dieser Hinsicht aber wieder einmal sehen.^^

        Und ich weiß auch nicht, ob »banal« allzu schlimm ist oder ich das jetzt so schlimm finden würde. Denn Truffaut findet schließlich in dieser alltäglichen Banalität eine ganz besondere Magie, die Magie des Alltages. Als Beispiel dieser kleine Momente, in der Antoine als Nachtwächter gerade ein Buch liest und Christine hinter dem Glas steht und ihm zuwinkt und ihre Hände auf die Fensterscheibe legt. Da gibt es viele Momente, die ich noch nennen könnte. Es sind kleine Geste, denen Truffaut eine besondere Beachtung schenkt in seinen Episoden, die auch hier Truffaut einfach ausschnittartig aus dem (durchaus auch skurrilen) Leben herauszugreifen scheint, die vielleicht auch das Leben ausmachen. Und schließlich ist das Leben auch oft genug banal. ;) Demnach ist es - das stimmt schon - auch kein dramatischer Film (der Entwicklung verlangt), sondern eben ein Film, dessen Genuss wohl darin liegen mag, dass er das Leben poetisch macht, dass er die Schönheit der Banalität erkennt. Das machte für mich immer diese sanfte Menschlichkeit dieser Filme aus. Ich wollte glaube ich noch mehr dazu schreiben, aber es ist mir gerade aus meinem Gedächtnis entschwunden, was ich noch ergänzen wollte. Vielleicht fällt es mir ja wieder ein.^^

        • Grüß dich, werter Punsha! Lange nichts voneinander gehört. Du kannst dir gewiss denken, weshalb ich hier wieder aufschlage. Konnten die (meisten) Doinels also nicht dein Herz erwärmen?;)

          • Hey,
            deine Meinung zu Filmen finde ich immer sehr interessant und viele deiner Kommentare hab ich auch schon sehr gerne gelesen. Dachte, ich lass dir deswegen mal eine Freundschaftsanfrage da!

            • Pardon.

              • Das war auch mehr jene vorschnellen Urteile auf die Schippe nehmend, die dem Film gern im Vorfeld gemacht werden. Hab' die Gewalt mehr allegorisch für mich eingeordnet (so wie sich OGF entsprechend als losgelöste Allegorie empfiehlt), auch wenn mir Refn trotzdem wieder einmal teils zu ausgestellt, selbstverliebt und willkürlich den auf dicke Hose machenden Gorebauern herauskehrt.

                Nun ja, Tarantino. Hier ist die Gewalt einfach ein grell überzeichnetes Verbindungsstück zur postmodernen und ebenso hysterischen Zitierlaune. Also komplett ungefährlich. ;)

                • Hab' jetzt drei Filme von ihm gesehen: scheiße, okay und gut. Nach OGF brauche ich aber wieder eine längere Auszeit, um die Geduld für ein neues Werk aufzubringen. ;)

                  Überraschenderweise hat er mir sehr gefallen, weil ich genau das bekommen habe, was ich erwartete: Gewaltverherrlichung, Schlafmützentempo und Jodorowsky-Tableaus. In seiner irrsinnigen, verschwenderischen Prätention - genau wie SPRING BREAKERS - mochte ich irgendwie seine penetrante, mythologische Art. Hat was. Schöner Film. Mit dem Hintergrundwissen des Filmtiefen-Threads folgt bald eine Zweitsichtung.

                  • Danke für deinen informativen Beitrag, spannend zu lesen. Ohne Presse-Akkreditierung wäre das wohl überhaupt nichts für mich - Marathongucken, Ticketk(r)ampf, Schlafperioden während des Films. Bin bereits geschafft, wenn ich zwei bis drei PVs an einem Tag absolviere. Ich werde es eventuell nächstes Jahr, falls das Geld locker(er) sitzt, ähnlich machen - die Wettbewerbsfilme vernachlässigen zugunsten der Schätze, die sorgsam ausgeguckt werden.

                    • Bei der vielen Abstrafung an Berlinale-Kunstkacke (^^) hast du es bestimmt schon bereut, hingegangen zu sein. Tut mir leid für dich. Durch das öde Hauptprogramm habe ich absichtlich meinen Besuch auf nächstes Jahr verschoben. Aber selbst dann wird es mich wohl nur in die Retros ziehen.