Punsha

user content

Punsha aus Jena heißt Lars R, ist 20 Jahre alt. Er hat sich auf moviepilot angemeldet und hat schon unglaubliche 1292 Filme bewertet und legendäre 823 Kommentare geschrieben. Mehr


Gästebuch

S.Bendix

Hallo!
Habe schon hier auf MP schon so viel von Dir gelesen, eine Freundschaftsanfrage ist wirklich mal fällig. Würde mich freuen, Dich künftig auf meinem Dashboard zu haben!
Viele Grüße,
S.

Timo K.

Dafür ist der Satz aber echt schön geworden! Klingt wie von einem ehemaligen Filmmeister, der nun seine Memoiren herausbringt. :D

Timo K.

Hm, so absolut würde ich das aber nicht unbedingt generealisieren wollen. Aus einer sicherlich kleineren, "zusammengepferchten" Perspektive heraus machen Kurzfilme auch nur das, was Spielfilme künstlerisch übersetzen: die Essenz von Geschichten verdichten, zusammenfalten und die richtigen Schalter drücken, um auf einen bestimmten dramaturgischen Punkt zuzulaufen. Ich finde, das nimmt sich hinsichtlich der Erzählmechanik nicht viel, obwohl Spielfilme selbstverständlich mehr Zeit haben. Darin besteht wiederum die Herausforderung des Kurzfilms - er muss präzise sein, unheimlich präzise, und er muss die richtigen Bilder treffen. Die besten Kurzfilme, zum Beispiel von Chris Marker (AM RANDE DES ROLLFELDS), Alain Resnais (NACHT UND NEBEL), Tim Burton (VINCENT) Maya Deren (AT LAND) und von Luis Buñuel (DAS GOLDENE ZEITALTER), beweisen im Gegenzug, dass sich dies mit einer vielschichtigen, herausfordernden Geschichte nicht beißen muss, die vielleicht gerade aufgrund des Formates "nur" auf einer abstrakten, weitergedachten Ebene funktioniert. Deshalb empfinde ich Kurzfilme, manchmal (!), folglich als wesentlich "offener" und deutungsnaher als in sich verschlossene Spielfilme. (Wenngleich mir noch viele berühmte Kandidaten fehlen, aber dafür gibt's ja YouTube.)

Die neueren (Oscar-)Kurzfilme halte ich hingegen längst auf Abstand - is' halt Oscarmaterial, und da gelten andere Regeln.^^

Timo K.

Der BOSS ist auch sehr vergnüglich; hab' ich ebenfalls auf Arte irgendwann dieses Jahr (oder vorheriges?) gesehen. Mir fehlt noch ein bisschen was von LvT - darunter die prominenten Vertreter DANCER IN THE DARK und DOGVILLE (letzteren besitze ich jedoch). Neben der Serie GEISTER. Ich überlege, ob ich mir die Trilogie noch zulege. Dadurch, dass mir der erste Teil durchaus gemundet hat und der Preis in der Tat günstig ist. Schade, dass sich Arte auf THE ELEMENTS OF CRIME beschränkt.

Ich auch nicht. Ich habe STALKER nie in Gänze gesehen - oder zumindest erinnere ich mich nicht daran. Der Vergleich fällt trotzdem häufiger. Schlussendlich hat mir vor allem ein emotionales Zentrum gefehlt, was eine der größten Stärken des von-Trier-Kinos ist.

Ich kann dir an dieser Stelle seine experimentellen Kurzfilme empfehlen. Drei davon sind auf MP eingetragen (siehe mein Profil) und auf YouTube zu sehen. Ganz gutes Zeug dabei, wenn man bedenkt, dass der Däne beim Entstehungsprozess 11-14 Jahre jung war.

Jaaa, die Zeilen haben sich mir ebenso eingebrannt. Kühlschranktür-verdächtig in Form eines Stickers. :D

Timo K.

Dazu kommt kein Text mehr; ich denke, der Film ist hier ganz gut abgedeckt. Ich habe deine für dich ungewöhnlich hohe Punktevergabe gesehen und mich gefreut, dass dir der Film scheinbar derart viel gegeben hat. Ich wünschte, ich hätte Ähnliches darin gesehen. Mir hat das Bildnerische des Films ausgesprochen gut gefallen - für mein Empfinden trugen die Film-Noir-Assoziationen einer verfallenen Zivilisation (auch an NAKED LUNCH musste ich öfters denken) den Film eher als der, nun ja, konventionell angehauchte Krimiüberbau. Am meisten mochte ich die für von Trier typisch sexuell aufgeladenen Morbiditäten: beispielweise die Szene, in der Fisher seine asiatische Gefährtin Kim auf der Motorhaube nimmt. Spontan, mit einem lässigen Kommentar. Wunderbar. Aber ich glaube, wir unterschieden uns in der Hinsicht. Denn der gereifte, emotional(ere) LvT (vorher kam auf Arte BREAKING THE WAVES, einer meiner Lieblinge von ihm) ist mir in der Summe doch lieber.

hoffman587

Hm, verstehe, was ich aber dabei nicht ganz nachvollziehen kann, ist wieso du nicht den scheinbar sehr dicht an der Vorlage bleibenden FAUST von Peter Gorski aus 1960 nimmst auf der einen Seite als strenge Adaption und auf der anderen Seite für die eher lose Adaption Sokurovs Faustfilm (den du wie ich schätze sowieso schon für diese Position angepeilt hattest?) oder eben den Murnau? Das würde doch auch hinhauen, oder?

hoffman587

Dann interessiert mich jetzt natürlich noch, weshalb du das genau erfahren wolltest und wieso du dir diese bestimmte Antwort gewünscht hast? Da muss doch irgendetwas bestimmtes dahinterstecken? ;)

P.S: Da ich vor kurzem gesehen habe in Timos Gästebuch, dass du dir Triers GEISTER zulegen willst, es vielleicht schon getan hast, es vielleicht noch nicht getan hast, möchte ich dich darauf hinweisen, dass Arte demnächst die Serie auch wieder ausstrahlt, sofern du es nicht schon selbst erfahren hast.

hoffman587

Hättest du mich das vor schätzungsweise drei bis vier Jahren gefragt, zu einem Zeitpunkt, wo ich mich tiefer mit der Faust-Materie beschäftigt habe und einige Monate danach auch den Murnaufilm gesehen habe, dann hätte ich dir jetzt ausführlich mit Rad und Tat zur Seite stehen können. So ist mein Wissen nur noch sehr bruchstückhaft, ich werde aber versuchen das Beste daraus zu machen.^^
Als sehr dicht würde ich Murnaus Film nicht bezeichnen, dafür macht er zu viele Umschweife in seiner Geschichte. Eher als irgendetwas zwischen den beiden Fronten (es steckt zumindest mehr Faust I. in Murnaus Film als in dem Film von Sokurov meinem Empfinden nach). Murnaus Film ist eher ein Gemisch aus Goethes Interpretation, der von Marlowes, Murnaus Eigenwillen und dem Urfaust. Am ehesten lässt sich sein Film tatsächlich als Märchen mit großen und ausschweifenden Bildern zusammenfassen und keineswegs als Tragödie, wie es bei Goethe der Fall ist. Jedoch fühlt sich Murnau nichtsdestotrotz Goethe oft sehr nah. Als Beispiel gibt es einen Prolog im Himmel, andere bekannte Bilder aus der Vorlage sind zu finden und auch die Geschichte um Gretchen ist ähnlich aufgebaut wie bei Goethe, auch wenn hier Murnau zu Abweichungen neigt. Ein weiterer Unterschied ist als Beispiel das Murnau seinen Faust sympathischer hält. Er ist zwar hier ebenfalls auf der Suche nach Weisheit, aber das zum Allgemeinwohl. Faust ist ein Menschenfreund. Eine Pest geht um und Faust geht den Pakt mit Mephisto ein, um eine Heilmöglichkeit zu finden. Ich würde es so zusammenfassen: Murnaus Film ist zwar eigenständig, schlängelt sich aber oftmals an dem Gerüst von Goethes Faust entlang. Wenn es dir um eine werkgetreue Verfilmung, dann bist du in diesem Fall wohl besser mit der theaternahen Version von 1960 mit Gründgens beraten.

_Garfield

Guter Punkt, er spielt ja auch ganz physisch nicht nur im Gefängnis. Die sicherlich vorhandene Kritik kann ich aber nicht hundertprozentig ernst nehmen. Es gibt zwar viele Aspekte und vieles wird angerissen, aber in erster Linie beugt man sich einem dramaturgischen Konzept (was ich auch völlig legitim finde). Aber das kannst du bei der erneuten Sichtung ja selber nochmal überprüfen.

_Garfield

Mhm, sind tatsächlich valide Punkte, die wir ja meistens ähnlich sehen. Da warte ich doch besser auf die DVD oder das TV. Zu "Der Eissturm" wollte ich eigentlich nichts schreiben, weil du schon so viel dazu geschrieben hast (was mir übrigens ein bisschen dabei geholfen hat, zu verstehen, was man in dem Film sehen kann). Ich muss den unbeding nochmal schauen, denn im Grunde ist der nahezu makellos - alle Darsteller sind klasse, der reinigende Eissturm hat mich sogar an "Magnolia" erinnert, er wurde von Lee unaufdringlich in Szene gesetzt, gut geschrieben isser auch. Trotzdem weiß ich nicht, was ich aus dem Film ziehen soll. Und ich finde es seltsam, dass Weaver auf dem Filmplakat so prominent besetzt ist, ist sie doch weder die spannendste, noch die vorherrschende Figur im Film. | Und was schreibt man bitte zu "Ein Prophet"? Ist halt maga-unterhaltsam, Gangster-Rise-mit-ein-bissel-Fall-Geschichten machen mir meistens Spaß. Schön nah dran inszeniert, gut gespielt, macht einfach Bock (und das Ende, wenn die Wagen-Kolonne hinter ihm herfährt.)


Logge Dich jetzt ein, um einen Gästebucheintrag zu schreiben.