Uli Kunkel
Uli Kunkel aus Slackerville heißt Karl Hungus, ist 40 Jahre alt. Er hat sich 2011/09/25 11:57:54 auf moviepilot angemeldet und hat schon unglaubliche 721 Filme bewertet und hat schon 34 Kommentare geschrieben. Er führt sich gerne gute Film-Podcasts zu Gemüte, wie z.B. http://filmsack.com/ *** http://slashfilm.com/filmcast/ *** http://battleshippretension.com/ *** http://www.flimmerfreunde.de/ *** http://redlettermedia.com/ *** http://www.escapistmagazine.com/videos/view/escape-to-the-movies ***** Leuten die, in welcher Hinsicht auch immer, sich im Besitz einer allgemein gültigen Deutungshoheit wähnen, entgegnet er nonchalant: "Yeah, well, you know, that's just, like, your opinion, man." Mehr
| Name | Karl Hungus |
|---|---|
| Alter | 40 |
| Stadt | Slackerville |
| Geschlecht | männlich |
| Meine Lieblingsfilmfigur | Der Dude. |
| Mein Lieblingsfilmzitat: | "Smokey, this is not 'Nam. This is bowling. There are rules. Smokey, my friend, you are entering a world of pain. You mark that frame an 8, and you're entering a world of pain. A world of pain. Has the whole world gone crazy? Am I the only one around here who gives a shit about the rules? Mark it zero!" |
| Über mich | Er führt sich gerne gute Film-Podcasts zu Gemüte, wie z.B. http://filmsack.com/ *** http://slashfilm.com/filmcast/ *** http://battleshippretension.com/ *** http://www.flimmerfreunde.de/ *** http://redlettermedia.com/ *** http://www.escapistmagazine.com/videos/view/escape-to-the-movies ***** Leuten die, in welcher Hinsicht auch immer, sich im Besitz einer allgemein gültigen Deutungshoheit wähnen, entgegnet er nonchalant: "Yeah, well, you know, that's just, like, your opinion, man." |
Nach mittlerweile vier brillanten Regiearbeiten ist Jason Reitman ein Name, den man definitiv im Auge behalten sollte, wenn man auf subtile, glaubwürdige soziale und menschliche dramatische Erzählungen steht.
Der Mitgefühl- und Fremdschäm-Faktor ist bei "Young Adult" noch deutlich enthemmter als zuvor.
Besonders schätzenswert ist allerdings der immer spürbare Respekt…
Nach mittlerweile vier brillanten Regiearbeiten ist Jason Reitman ein Name, den man definitiv im Auge behalten sollte, wenn man auf subtile, glaubwürdige soziale und menschliche dramatische Erzählungen steht.
Der Mitgefühl- und Fremdschäm-Faktor ist bei "Young Adult" noch deutlich enthemmter als zuvor.
Besonders schätzenswert ist allerdings der immer spürbare Respekt und die Sympathie, die Reitman, hier wieder zusammen mit Drehbuchautorin Cody, ihren Charakteren entgegen bringen. Selbst, oder gerade jemandem, dessen Leben derart aus dem Ruder läuft und dessen Weltwahrnehmung derart verzerrt ist, wie bei der von Charlize Theron vorzüglich dargestellten Mavis Gary.
Zur anschließenden Vertiefung des Verständnisses würde ich die hochreflektiven Gedanken in der entsprechenden Ausgabe des /filmcast außerordentlich empfehlen:
http://slashfilm.com/filmcast/?p=413
Eigentlich immer lohnenswert, deren Analysen die Lauschmuscheln zu öffnen.
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*** Folgender Text dürfte unvermeidliche tyrannosaurierhafte Spuren von Spoilern enthalten. ***
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So.
Mal eben heraus finden, weshalb das hier mein unumstrittener Lieblingsfilm ist.
Weshalb er quasi unbegrenzten Wiedersehenswert besitzt und niemals alt zu werden scheint.
Ich glaube, die Antwort hängt lose damit zusammen, daß es sich um weit mehr als eine verschrobene,…
*** Folgender Text dürfte unvermeidliche tyrannosaurierhafte Spuren von Spoilern enthalten. ***
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So.
Mal eben heraus finden, weshalb das hier mein unumstrittener Lieblingsfilm ist.
Weshalb er quasi unbegrenzten Wiedersehenswert besitzt und niemals alt zu werden scheint.
Ich glaube, die Antwort hängt lose damit zusammen, daß es sich um weit mehr als eine verschrobene, leichtherzige Komödie handelt.
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Die von den Coen-Brüdern handwerklich genial erzählte und von einem hinreißenden Ensemble makellos geschauspielerte Geschichte, sieht einen vor allem am beschaulichen Fluß der angenehm gewohnten Dinge interessierten Alt-Hippie, in das verwirrend komplexe und ihm unangemessen dynamische Setting eines Film Noir hinein schlittern.
So weit grob zur Prämisse.
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Manche Zuschauer wissen mit "The Big Lebowski" herzlich wenig anzufangen. Weil es der Inszenierung an vordergründiger Ernsthaftigkeit mangelt, weil die emotionale Identifikation mit den Protagonisten schwer fällt, weil sie sich von der Handlung verschaukelt und deshalb unrespektiert fühlen.
Für andere wiederum sind genau das seine ganz großen Vorzüge.
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Der Nukleus meiner ganz besonderen Faszination für diesen Film gründet in dessen spirituellem Subtext.
So seltsam das auch erst mal klingen mag.
Ähnlich den Werken von Monty Python oder Douglas Adams entlarvt "The Big Lebowski" die Absurdität des irdischen Treibens. Er gibt das sich selbst oftmals allzu gewichtig und ernst nehmende menschliche Drama der Lächerlichkeit preis, und läßt all das illusorische Streben, Tun und Rollenspiel des verstandbasierten Ego einfach mal nonchalant ins Leere laufen.
Die Coens haben zwar ihre Charaktere in "The Big Lebowski" durchaus detailreich, authentisch und glaubwürdig gezeichnet, sie alle sind jedoch archetypische Abziehbilder und augenzwinkernde Parodien, destilliert von tatsächlichen Vorbildern auf der Bühne des Lebens. Liebenswerte Scherenschnitte menschlicher Eigenschaften und Ausprägungen.
* Da haben wir beispielsweise den rechthaberischen, sympathisch vor sich hin borderline-soziopathierenden Walter Sobchak.
* Oder Donnie, den stillen Außenseiter. Dem, selbst wenn er sich aufmerksamkeitsbedürftig zu Wort meldet, so recht niemand Beachtung schenken möchte.
Sein Nachname bleibt uns wohl auch nicht zufällig vorenthalten.
* Jesus Quintana in Verkörperung des selbstgefälligen Spezialistentums, als flamboyanter Kingpin des lokalen Bowling-Zirkels.
* Die Vorzeige-Intellektuelle/Künstlerin/Feministin Maude Lebowski.
* Den großkotzigen, von sozialdarwinistischem Unternehmergeist durchdrungenen Jeffrey "The Big" Lebowski.
* Brandt, der vollkommen in seiner Rolle als devoter Bediensteter aufgeht. Und bei dem man sich nicht so recht vorstellen kann, daß er darüber hinaus noch ein erfülltes Privatleben führt. Oder einen Vornamen hat.
* Den reaktionären Polizeichef von Malibu, dem resoluten Bewahrer von Ordnung und Status Quo.
* Den aalglatten, halbseidenen Geschäftsmann Jackie Treehorn.
* Die deutschen Nihilisten, als amoralische, menschlich-soziale Wertekonstruktionen negierende Kraft.
* Schließlich den Dude höchst selbst, die brillantest vorstellbare Inkarnation des Slacker-, Hippie-Typus. Er ist vor allem daran interessiert, daß das Weltgeschehen nicht allzu sehr seine kleinen persönlichen Belange tangiert. So lange sein gemütlicher Teppich den Raum zusammen hält, ist er mit sich und der Welt zufrieden.
Und noch so einige Typen mehr.
Bei eigentlich allen kann man sich irgendwie nur schwer vorstellen, daß ihr Dasein über das uns exemplarisch Gezeigte hinaus geht. Daß sie ein Dasein außerhalb dieser Geschichte haben könnten.
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Dann das Geschehen, in das die Figuren verwickelt werden. Alle Plot-Elemente, Szenen und Details erscheinen auf den ersten Blick wichtig und bedeutsam. Das meiste davon ist allerdings entweder heiße Luft oder Irritation.
Hinter allen sandmandalahaften Erscheinungsformen hervor grüßt uns die zugrunde liegende Leerheit des Zen.
* Der gesamte Entführungsfall, der eigentliche Motor des Geschehens, stellt sich am Ende als komplette Farce heraus.
* Der doppelte "falsche Hase", der angebliche Koffer voller Geld, enthält in zweifacher Täuschung entweder nur wertloses Papier oder Walters schmutzige Kochwäsche. Im Grunde also eigentlich: Nichts.
* Die gesamte vor sich her getragene unternehmerische Erfolgsgeschichte des "Big" Lebowski ist nur Fassade, die er für sein Selbstwertgefühl benötigt. Ebenso wie die Illusion einer treuen, geliebten Ehefrau, für deren Erhalt eine ehemalige Pornodarstellerin namens Bunny sorgen soll.
* Der Dude wiederholt im Laufe des Films immer wieder Phrasen und sprachliche Wendungen, die er zuvor irgendwo aufgeschnappt hat. Symbolisch dafür stehend, daß wir alle nur das farbige, zusammen gesetzte Mosaik äußerer Einflüsse sind, die wir individuell anordnen und einsetzen.
* Der Dude hält sich allzu häufig in bewußtseinsveränderten Zuständen auf, der alltäglichen Realität enthoben.
Es gibt keine allgemein gültige Wahrnehmung.
Zeit und Raum sind relativ.
Und das nicht allein in Traum-Sequenzen.
* Der Dude, sogar er, versucht anderen gegenüber einen vorteilhaften Eindruck zu erzeugen. Das wird deutlich, als er den beiden im Autodiebstahl ermittelnden Polizisten eine berufliche Tätigkeit vortäuschen will. Womit er im nächsten Moment natürlich umgehend auffliegt. Mehr noch, wenn er, obwohl selbst völlig planlos, bei verschiedenen Gelegenheiten den unterschiedlichsten Interessenparteien vermitteln möchte, er hätte den Durchblick und alles sei unter Kontrolle.
Wie so vieles wirkt das witzig und zugleich ein bißchen tragisch.
Ja, wir biegen uns die Dinge gerne mal so zurecht, wie sie uns passen, wie wir sie brauchen oder wie sie uns am angenehmsten sind. Was an unserer Selbst- und Außenwahrnehmung, an unserer gesamten Erscheinung, ist wirklich beständig und verläßlich?
* Walter hat in den humorvollen wie erschütternden Momenten bei Donnies Bestattung offensichtlich keinen blassen Dunst, wer sein langjähriger Bowling-Kumpel in Wirklichkeit war. Es ist wohl das erste Mal überhaupt, daß er Donnies Existenz bewußt zur Kenntnis nimmt, ihn als Person, abseits von dessen Funktion im Bowling-Team. Vergeblich sucht er gedanklich zuerst nach persönlichen Definitionspunkten seines mutmaßlichen Freundes. Also zimmert er sich schließlich aus dem Stehgreif einige biographische Eckpunkte für die angebracht erscheinende pastoral-pathetische Rede zusammen, die allein seinen eigenen (traumatischen) Erfahrungen entspringen und die Färbung seiner eigenen Geisteshaltung tragen.
Sind letztlich vielleicht alle unsere Lebensgeschichten von derartiger Beliebigkeit?
* Die Szene im Bestattungsinstitut führt uns die Hohlheit unserer Rituale vor Augen, die uns helfen sollen Haltung zu bewahren, angesichts der Hinfälligkeit unserer formalen Existenz. Donnies weltliche Überreste landen schließlich im blechernen Kaffeebohnen-Eimer aus dem Supermarkt um die Ecke. Walter und der Dude haben ihre eigene lapdidare und wohl nicht die schlechteste Art, mit dem Verlust und ihrer Trauer umzugehen: "Fuck it, man. Let's go bowling."
* Schließlich die erstaunliche initiale Verwechslung der beiden so unterschiedlichen Lebowskis.
Welcher von beiden hatte noch gleich die Schulden bei Jackie Treehorn?
Und wer fragt eigentlich in hundert Jahren noch danach?
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Keine Ahnung, wie wahrhaftig oder humorvoll Shakespeares gleichnamige Komödie ist, ob sie dies bezüglich mitzuhalten in der Lage ist, aber zumindest deren Titel würde zum Coen-Werk von 1998 ebenfalls prächtig passen: "Viel Lärm um Nichts".
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Die Coens werden nur ein einziges Mal so richtig konkret. Im Epilog, in wenigen Monolog-Zeilen des Erzählers, des Strangers, wird deutlich worum es hier so, ganz nebenbei, unterschwellig, unter anderem geht:
""""Daß Donnie abgetreten ist, hat mir nicht so gefallen. Aber dann fällt mir plötzlich wieder ein, daß da ein kleiner Lebowski unterwegs ist. Ich schätze, das ist genau die Art, wie das mit der ganzen verdammten menschlichen Komödie so abläuft. Eine Generation nach der anderen. Die Wagen ziehen nach Westen, sie fahren über den Sand der Zeit, bis wir ..... ach, hört mich an: ich schwafel' schon wieder...!"
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"The Big Lebowski" ist ein nahezu perfektes filmisches Kunstwerk.
Eine wahnsinnig witzige Komödie.
Eine verschleierte, tiefsinnige Tragödie.
Ein charmantes Kaleidoskop an Charakteren.
Ein sich seiner selbst bewußtes Schauspiel.
Es ist ein Hochgesang auf die Diversität des Daseins und des Menschen - und zugleich deren Nichtigkeit.
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Indem er die existenzielle Tragik nicht leugnet, sondern umarmt daß alle Formen der Veränderung unterworfene, kurzlebige, fragile Konstrukte sind, sie durchdringt und auflöst, macht der Film die dahinter liegende Unbeschwertheit, Freude, Befreiung, ein klein wenig spürbar.
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"Leere ist Form.
Form ist Leere."
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Würde der Dude jetzt all dem Gesagten zustimmen wollen?
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Schwer einzuschätzen.
Aber man muß auch nicht auf alles eine Antwort haben.
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Wahrscheinlich nur, wenn er gerade einen durchgelassen hat.
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Ansonsten bekäme man wohl nur ein lässiges, schulterzuckendes:
"The Dude abides."
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Brentano 2012/06/03 13:41:15
Antwort löschenwerde das noch mal in Ruhe durchlesen, ist ja etwas lang, der Herr, aber grundsätzlich meinte ich meinen eigenen Komment zum Film eher ironisch.
Ich habe glaube ich, gut verstanden, (mir war der Film auch zu langweilig und öde, da ich Menschen kenne, die wirklich so leben (müssen) und das ist kein "Spassfaktior" mehr, ....)
was die "Cohen" Brüder vermitteln wollten, lehne ich als stumpfe einseitge Vermittlunsgabsicht ab (Bully Herbig goes Amerika?), die man auch (siehe hier) schön reden und ernsthaft "goutieren" kann, ..?
(wie man/frau/mensch auch von der "Ästhetik der Atomexplosion" begeistert sein kann und darin, in deren "optischer Attraktivität" zu "schwelgen" vermag, ..)
nevermind
Brentano 2012/06/03 13:45:17
Antwort löschenAber "gut geschrieben" , das auf jeden Fall, ..Respekt
du hast nur ein etwas "differierendes Menschenbild", wage ich mal anzumerken, entgegen meinen Grundhaltungen, ...auch politischer "Art"
The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten
Uli Kunkel 9.0 "Herausragend" 2012/05/30 03:11:55
Die Zurückgenommenheit ist eine der ganz großen Stärken dieses kleinen Films, in seinen vielstimmigen subtilen Details steckt einiges an Wahrheit über die menschliche Kondition verborgen.
Ein ruhig und einfühlsam, ohne moralisierende Tendenzen erzähltes Sozialdrama, aufgespannt im wechselwirkenden Beziehungsgeflecht dreier Menschen.
Es geht um Freundschaft, Familie, Loyalität, Sinn und Bedeutung, Verantwortung und Realitätsflucht, systemische Gegebenheiten und Enge, Suche nach Zugehörigkeit und Zuneigung, geschichtliche und persönliche Veränderung und Entwicklung.
Letztlich um die kleinen und großen Entscheidungen, die uns zu dem machen, was wir sind. Und in wie fern wir eine Wahl haben.
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Spannende, verschachtelte Geschichte, knuffige Action, und in den Dialogen ging zumindest mir der Erklärbär nicht zu sehr um.
Der konzeptionelle Rahmen des Films gibt den einen oder anderen gelungenen Denkanstoß zum Verhältnis zwischen Traum und Realität.
Vor allem die ungesunde Beziehung zwischen den Charakteren Mal & Dom Cobb hat psychlogischen Tiefgang und wirft einige Fragen…
Spannende, verschachtelte Geschichte, knuffige Action, und in den Dialogen ging zumindest mir der Erklärbär nicht zu sehr um.
Der konzeptionelle Rahmen des Films gibt den einen oder anderen gelungenen Denkanstoß zum Verhältnis zwischen Traum und Realität.
Vor allem die ungesunde Beziehung zwischen den Charakteren Mal & Dom Cobb hat psychlogischen Tiefgang und wirft einige Fragen auf. Was geschieht, wenn man die Vergangenheit zwanghaft am Leben erhält, wenn man unfähig ist loszulassen? Was, wenn man Traum und Realität nicht mehr auseinander halten kann oder wie Mal einem fatalen Irrtum erliegt? Kann ein Traum nicht eine ebenso valide Realität sein? Könnte unsere irdische Realität letzten Endes nicht auch nur ein ziemlich glaubhafter Traum sein, solange man sich in ihr befindet?
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Nicht alleine, weil meine einzige Sichtung Jahrzehnte her ist, wage ich kaum, hier eine Note zu vergeben.
Objektiv ein eher cheesiger Actioner, ist Arnies Schauspiel hingegen pures Comedy Gold. Natürlich nur im englischsprachigen Original, wo er mit bizarrstem Akzent gnadenlos Zwerchfell attakierend vor sich hin robotert.
"Ai dold Killian Ai'd bü bääck. Ai wuuldn't woont to bü a laaiaah."
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Das Hauptproblem dieser Verfilmung ist, daß sie größtenteils nur perfekte, handwerklich beeindruckende Oberfläche bietet. Kubricks Bildsprache, Einstellungen, Kamerafahrten, Stil, haben die zu erwartende Klasse, ebenso wie Nicholsons Schauspiel. Zur Handlung und den Charakteren fand ich jedoch nie eine wirkliche Bindung. Es fehlt der emotionale Kern. Daß mit Jack etwas ganz entschieden nicht…
Das Hauptproblem dieser Verfilmung ist, daß sie größtenteils nur perfekte, handwerklich beeindruckende Oberfläche bietet. Kubricks Bildsprache, Einstellungen, Kamerafahrten, Stil, haben die zu erwartende Klasse, ebenso wie Nicholsons Schauspiel. Zur Handlung und den Charakteren fand ich jedoch nie eine wirkliche Bindung. Es fehlt der emotionale Kern. Daß mit Jack etwas ganz entschieden nicht stimmt, war schon klar, lange bevor der erste Schnee fiel. Jacks Psychopath lauert gleich unter der Maske des netten Familienvaters und es braucht dann auch nicht viel und lange, bevor er völlig hohl dreht.
Im Buch, das ich vor über zwanzig Jahren ein oder zwei mal las, wurde er weit gehend nuanciert und ambivalent dargestellt, man konnte mit ihm empfinden und mitfiebern, hoffen, daß er die Kraft finden möge, um all die äußeren und inneren Dämonen zu überwinden (das Overlook-Hotel kann wohl als Allegorie von Alkoholsucht interpretiert werden). Man konnte zur Hauptperson eine wirkliche mitmenschliche, intime Beziehung herstellen. Im Buch gewinnt er den Kampf und damit am Ende seine Menschlichkeit zurück. Zumindest soweit ich mich erinnere, war dieser eine Augenblick der Erlösung, als er wieder zu sich selbst und seiner Familie zurück fand, unglaublich packend und tief ergreifend. Dieser eine Moment alleine verlieh der gesamten Reise bereits ihre Wertigkeit. Da bei King, und dieser Geschichte im besonderen, kaum ein ungetrübtes Happy-End zu erwarten ist und man bereit sein muß, einen Preis zu zahlen, opfert Jack sich um seine Frau und seinen Sohn zu retten, überlastet die Heizkessel und jagt sich mitsamt dem verfluchten Hotel in die Luft.
It's a bittersweet symphony, this life.
Einzelne Film-Szenen waren durchaus eindrücklich, meist dann, wenn die Protagonisten in Interaktion mit den Erscheinungen des Hotels traten. Das möchte ich gar nicht in Abrede stellen. Aber andere wiederum waren einfach nur augenrollig und nervig. Die bei mir vorherrschende Distanziertheit und damit einher gehende milde Langeweile konnte jedoch nur selten durchdrungen werden.
Der Schluß-Gag mit dem Foto aus dem Jahre 1921 an der Wand (welchen der Dialog in der Toilette des "Gold Room" bereits vorweg nahm) ist zwar effektvoll, macht allerdings keinen wirklichen Sinn. Irgendwie symptomatisch.
"Shining" war mir zu eindimensional und funktionierte weder als Drama noch als Horror-Film.
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Die Kunst zu gewinnen - Moneyball und 1 weitere ...
Uli Kunkel 8.5 "Ausgezeichnet" 2012/05/27 23:28:48
Kann man sich aufgrund der fantasievollen Gestaltung und Jim Hensons bemerkenswerten Kreationen auch heute noch ansehen.
Vor allem für junge und junggebliebene Menschen dürfte dieser harmlose Spaß gut geeignet sein.
David Bowies Darstellung des Koboldkönigs war angemessen und überzeugend, der Soundtrack läßt einen allerdings Dankbarkeit verspüren, daß die 1980er bereits lange hinter uns liegen. Auch ein wenig gruselig bzw. irritierend waren seine eng anliegenden Spandexhosen. =)
Den Film habe ich mir in Vorbereitung auf eine Ausgabe eines verboten unterhaltsamen amerikanischen Film-Podcasts reingezogen, den ich wärmstens empfehlen kann:
http://filmsack.com/2010/04/film-sack-24-the-one-about-labyrinth/
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Gästebuch
benutzerbenutzer 2012/05/29 18:18:37
Danke für die Anfrage :-) Freut mich, dass dir meine Kommentare so gut gefallen.
Sonse 2012/05/29 15:00:42
Hallo Uli,
Danke für die liebe Anfrage. Nehme ich doch sehr gerne an, noch dazu, wenn du auch so ein großer Podcast-Fan bist wie ich. :) Battleship P. habe ich irgendwann mal aufgegeben, war nicht so meins, Slashfilm höre ich noch immer mal gerne.
Liebe Grüße
Sonse
lieber_tee 2012/05/29 01:08:04
Ein Podcast-süchtiger Filmfan in meinem alter, der über meine Kommentare stolpert (auch über die Schnaps-haltigen) nehme ich gerne an.
Oliver
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Verspielt und angeschrägt, ideenreich und anspielungsfreudig inszeniert, wird in dieser herrlichen Comedy pointiert der bunte Reigen an menschlichen Beziehungen und Verhaltensweisen über die Bühne eines amerikanischen Community Colleges flanieren lassen.
Ob das schwindelerregende Niveau der ersten drei Staffeln nach dem Ausstieg von Showrunner Dan Harmon allerdings wird aufrecht erhalten werden können, darf zurecht angezweifelt werden.