Ghost in the Shell - Kritik

Ghost in the Shell

US · 2017 · Laufzeit 107 Minuten · FSK 16 · Science Fiction-Film, Actionfilm, Drama · Kinostart
Du
  • 6

    Der Film bereitet mir durchaus Probleme. Einerseits finde ich das Weltdesign ziemlich toll (abgesehen von diesen haushohen Hologrammen - was soll das?) und die Figuren sind gut besetzt. Andererseits gefällt mir der Ansatz, wie man hier der Puppetmaster (bzw. Experiment "Kuze") darstellt, überhaupt nicht. Mit fehlt einfach etwas der philosophische Unterbau und das Ungreifbare (ich weiß, dass man Filme für sich stehend betrachten sollte aber wenn man schon ganze Szenen aus dem Original eins zu eins nachdreht dann muss man sich halt einen direkten Vergleich gefallen lassen). Gerade die Hauptfigur wirkt weniger tiefgründig als sie bei diesem Sujet sein könnte und müsste. Zudem scheint mir die Handlung etwas zerfahren und unübersichtlich erzählt. Die Sache mit dieser Konzernverschwörung bzw. den bösen Experimenten an Unschuldigen finde ich sogar ziemlich unausgegoren. Ein Film, der vor allem durch seine phänomenale Optik und durch die damit verbundene Atmosphäre bei der Stange zu gefallen weiß, inhaltlich aber für mich ein paar deutlische Schwächen hat. Das ist alles andere als schlecht aber es wäre auch mehr drin gesesen.

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    • 7

      Comicverfilmungen haben ja schon seit jeher einen schweren Stand, im Falle von ,, Ghost In The Shell” liegt nicht nur eine Vorlage in Form eines Mangas vor, sondern auch eine von Fans und Kritikern hochgelobte Animeumsetzung des Stoffes, so dass die Macher der Realverfilmung sicher so manch schlaflose Nacht gehabt haben dürften. Die Vergangenheit zeigte schließlich schon häufig, dass Comicfans gnadenlos sein können, wenn ihr bevorzugtes Werk eine unadäquate Umsetzung spendiert bekommen hat.
      In Unkenntnis des Mangaoriginals und mit lediglich diffusen Erinnerungen an den Anime konnte ich mich dem 2017er-Werk völlig ballastfrei widmen und wurde auf visueller Ebene recht eindrucksvoll betört. Selten hat die Zukunft im Kino so umwerfend ausgesehen! ,, Blade Runner” auf LSD, an jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken, in jeder Szene gibt es neuen Technikschnurkus zu bestaunen und Scarlett Johansson kloppt und ballert sich wie bereits in ,,Lucy” erhaben und cool durch dieses berauschende Zukunftsszenario. Dem vielfach geäußerten Vorwurf der mangelnden Tiefe kann nicht zugestimmt werden, nimmt sich der Film doch durchaus Zeit, generelle Fragen zu Ethik und technischem Fortschritt zu stellen und weigert sich, diese plump und eindeutig zu beantworten. Gut, unterm Strich erreicht ,,Ghost In The Shell“ zwar nicht die Tiefe und Klasse eines ,,Blade Runner”, ist aber auch weit entfernt von Gurken wie ,,Aeon Flux”. Fazit: Sieht toll aus, hat ordentlich Tempo und Scarlett Johansson in der Hauptrolle. Das reicht.

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      • 7 .5

        Hatte mich sehr auf diesen Film gefreut. Und wurde nicht entäuscht. Der Cast war sehr gut und die Effekte waren super. Dieser Cyberpunk Style ist meiner Meinung nach voll im kommen und ich werde ein immer grössrer Fan. Freue mich auf mehr.
        Scarlett J. ist meiner Meinung nach eine Schauspielering dich noch immer zu wenig Anerkennung verdient. Dabei ist sie doch mehr als nur ein hübsches Gesicht.

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        • 10

          Absolutes Meisterwerk.

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            RoboMaus 16.02.2018, 07:58 Geändert 16.02.2018, 12:56

            Die japanischen Animes habe ich nie gesehen, und zu dieser Realverfimung von 'Ghost in the Shell' (2017) nicht einmal den Trailer - zwar unvoreingenommen herangegangen, aber letztlich ist es doch genau das, was zu erwarten war.

            Scarlett Johansson ist so etwas wie ein weiblicher Robocop - nur ihr Gehirn ist menschlich, alles andere ergänzt. Im futuristischen Tokio spürt sie üble Verbrecher auf und bringt sie zur Strecke, wobei die erste Viertelstunde als atemberaubende Einführung sehr gelungen ist. Doch einen Film nur auf CGI-Action, Optik und Geballer aufzubauen, auch wenn es technisch noch so stark umgesetzt ist, verliert irgendwann seinen Reiz.

            Es setzt zwar eine Story um einen mächtigen, überlegenen Serienkiller ein, der Opfer nach einem bestimmten Muster aussucht, aber die versandet zur Mitte im Nichts, wonach sich der Plot in einen pathetischen Selbstfindungstrip verwandelt, der langweilt. Inhaltlich ist das leider nur unausgegorenes Stückwerk, das keine Spannung erzeugen kann, obwohl es über Optik & Action noch solide unterhält - wer allein damit schon glücklich wird, könnte hier locker 8-10 Punkte liegenlassen.

            Es erfüllt sich die Ahnung, dass 'Ghost in the Shell' ganz im Trend des heutigen Kinos vorwiegend auf Schauwerte und Rasanz setzt und somit ein stereotypes Unterhaltungsprogramm nach vermeintlich bewährtem Erfolgsrezept abspult. Doch es stellt sich heraus, dass man dem Publikum formell nicht immer das Gleiche vorsetzen kann, bzw., dass dieser Markt gesättigt ist: der Film floppte und dürfte der Produktionsfirma einen Verlust von 60-70 Mio.$ eingefahren haben.

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              pnsp33 15.02.2018, 23:52 Geändert 16.02.2018, 00:44

              Wieder mal die Chance vertan, einen Actioner mit entsprechend Tiefgang zu drehen. Dabei gibt die Vorlage alles an die Hand. Die Realverfilmung lässt die philosophische Ebene komplett weg und macht einen, für den Ami verständlichen, platten Ballerstreifen draus.
              Die Besetzung (Scarlett) ist auch daneben. Nicht, dass sie schlecht spielen würde, aber sie ist nun mal viel zu sexy und strahlt mit ihrer Weiblichkeit das Gegenteil der angemessenen Androgynität aus.
              Die Action an sich ist aber gut und ich mag auch die Optik. Visuell schafft der Film eine schöne Cyberpunkatmosphäre, außerdem reißt der Score einiges raus. Daher 5p.

              • 9

                Richtig guter Cyberpunk Film.
                Ich kenne den Manga nur vom Namen her, deswegen war ich da nicht befangen.
                Optik, Story, Cast hat für mich alles gepasst.

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                • 7 .5
                  jotha84m 14.02.2018, 00:23 Geändert 15.02.2018, 10:17

                  Es ist witzig. Auch wenn es für den Durchschnittseuropäer, wie mich, schon noch schwierig ist die fernöstlichen Gesichter auseinanderzuhalten, so erkennt doch aber jedes Kind der 90er sofort, dass hier Takeshi Kitano sichtbar gealtert in Erscheinung tritt. Und das freut mich. Ich wüsste sonst nur noch BattleRoyal, wo er außerhalb seines Castles in meiner abendländlichen Klotze zu sehen war. Vielleicht war das auch der gewisse goldene Griff beim Cast, der mir half in der bunten Reizüberflutung dieser Stadt irgendwo halt zu geben.
                  Und richtig geil war auch der Abspann. Da heißt das Lied, was da zum Abspann lief. Das erinnerte mich mit einen gewaltigen Backflash an alte TechnoZeiten. Ob das damals auch schon Steve Aoki war, wage ich fast zu bezweifeln und Besserwisser bitte ich das zu kommentieren.

                  Achso, der Film... Der Film erwartete teilweise etwas Geduld von mir, die aber mit Fortschreiten immer mehr mit seiner Story belohnt wurde. Und die ist schon echt Klasse. Wenn ich das richtig gecheckt habe, könnte das die Vorgeschichte eines beliebten japanischen ComicStrips sein...das aber nur meine Vermutung. Jedenfalls bietet amazon noch einige Anime mit gleichen Titel an.

                  Fazit: Toller SciFi-Thriller oder tolles SciFi-Drama. Da bin ich mir noch nicht so sicher.

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                  • 4

                    Billiger Matrix-Verschnitt

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                      Ich kenne die Animevorlage nicht und habe mich nur aufrund des Trailers spontan dazu entschieden, den Film anzusehen. Bekommen habe ich, was ich erwartet habe: Eyecandy vom Feinsten, eine wider Erwarten echt überzeugende Scarlett Johansson, sehr ästhetische Actionszenen und eine Story, die das Rad jetzt auch nicht neu erfindet. Der Film unterhält über die gesamte Lauflänge recht gut, auch, wenn er seine Botschaft zuweilen mit dem Holzhammer vermitteln will.

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                      • 3

                        Weder Fisch noch Fleisch, weder satte Ballerunterhaltung noch philosophisch tiefe Betrachtung des Transhumanismus, verpackt in einen Standard-Plot um Rache-Gedanken, umgesetzt von Figuren, die austauschbar und ohne Persönlichkeit auf "Good Guy" und "Bad Guy" geschrieben sind - "Ghost in the Shell" ist für mich nur eine herzlose und ideenlose Verwurstung einer mit Sicherheit besseren Vorlage, die neben der Hauptfigur und ihrer tragenden Schauspielerin so gut wie nichts zu bieten hat. Nur der Turn der letzten halben Stunde, in der endlich Emotionen aufkochen und ein paar interessante Ideen angerissen werden, rettet den Film auf schwache, aber nicht bodenlos schlechte 3 Punkte.

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                        • 5

                          Leider war Rupert Sanders Real-life Adaption von Ghost in the Shell, exakt dass was ich erwartet hatte. Simples Style over substance. Natürlich kann ich verstehen, dass man die doch sehr philosophische Interpretation von Mamoru Oshii in Form des Anime-Originals, etwas anpassen musste um leichter konsumierbar zu sein. Allerdings finde ich es schon mehr als fragwürdig den Aspekt des Ghosts auf einen simplen Robocop-Frankenstein Rache-flick herunter zu brechen. Ein simples ich weiß nicht wer ich bin? wie es in x-beliebigem Amnesie-Thrillern vorkommt? anstatt der grundsätzlichen Auseinandersetzung, was einen Menschen definiert und wo Realität beginnt. Das war mir dann doch zu wenig. Visuell ist der Film durchaus beeindruckend allerdings, schaffen es die Darsteller und Sanders nicht, Ihre Charaktere mit Leben zu füllen. Einzig und allein Scarlett kann ihrer Rolle etwas Leben einhauchen. Auch habe ich Kenji Kawais hervorragenden Soundtrack schmerzlichst vermisst, dieser verlieh dem Anime Original, gerade in den ruhigeren Szenen und Stadtaufnahmen eine Wucht, welche dieser Adaption leider komplett fehlt. So kann ich nur sagen, einmal kann man ihn gesehen haben, die Lust auf mehr ist aber nicht vorhanden.

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                          • 6
                            Le Samourai 06.02.2018, 11:22 Geändert 06.02.2018, 11:28

                            Überraschend ok, hauptsächlich dank der immer tollen Scarlett und des in Würde gealterten Takeshi Kitano.
                            Setdesign und CGI, vor allem die Stadtszenen aus der Totalen, lassen leider größtenteils zu wünschen übrig und wirken gerade im Vergleich zum im selben Jahr erschienenen visuellen Wahnsinnswerk Blade Runner 2049 oft trashig und stümperhaft. Aber gut, ein Rupert Sanders (?) ist halt kein Denis Villeneuve und ein Jess Hall kein Roger Deakins.
                            Kann man schauen, jedoch hat man gewiss auch nichts verpasst, wenn man nur das fantastische Anime-Original von 1995 kennt.

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                            • 6

                              Habe mehr erwartet, aber im Endeffekt ein gelungener Film. Die Optik, Schnitte und Musik wissen zu überzeugen. Scarlett war für micht nicht so gelungen, vielleicht war die Rolle zu eintönig.

                              • 8 .5

                                Als ich gesehen habe dass Rupert Sanders Regie führt bei diesem Film, dachte ich nicht dass der so gut wird. Weil seine erste Regie bei Snow White and the Huntsman war fürchterlich. Aber anscheinend war dies nicht sein Genre. Aber Ghost in the Shell ist sogar mehr als sehenswert. Alles hat gestimmt: Story ,Musik ,Bilder, Schauspieler. Werde ihn mir definitv nochmal anschauen.
                                Und ich hoffe es kommt irgendwann mal eine Fortsetzung

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                                  Planet_Error 04.02.2018, 19:45 Geändert 04.02.2018, 19:47

                                  Im Großen und Ganzen hat mich der Film ganz gut unterhalten. Die Lauflänge war nicht gestreckt und außer ein, zwei Längen viel mir diesbezüglich nichts negativ auf. Besonders gut gefiel mir die Farbgebung bzw. der Farbumgang des Films, der mich stellenweise sehr an die Anime-Verfilmung bzw. Animes im Allgemeinen erinnerte. Die Optik an sich bzw. die GCI-Effekte konnten oft punkten, gerade wenn es um Menschen mit künstlichen Verbesserungen ging gefielen mit die Masken und animierten Facetten sehr gut.
                                  Leider stellt das CGI aber zugleich einen großen Schwachpunkt des Films dar. Sobald Perspektiven außerhalb von geschlossenen Räumen gezeigt werden, fällt das Niveau stark ab. Selbst die Stadt mit ihren Werbeanzeigen gefiel mit nicht. Der Endkampf sieht beinahe wie ein Videospiel aus.
                                  Das zweite Problem des Films sind seine Charaktere. Nahezu alle Charaktere bleiben zu blass. Der Bösewicht wirkt anfangs bedrohlich, erhält aber keinerlei Tiefe, sondern ist einfach nur böse und kalt. Die Doktorin wird zwar etwas näher beleuchtet, aber gerade ihre Beweggründe werden im entscheidenden Moment mit einer 0815-Argumentation ab gefrühstückt.
                                  Der Major (Scarlett Johansson) soll als Protagonist/in zwar Tiefe erhalten, allerdings wirkt diese wenig authentisch. Scarlett Johansson scheint nicht genau zu wissen, wie sie den Major denn nun genau verkörpern soll. Die Umsetzung im Anime gefiel mir da deutlich besser.
                                  Der Plot an sich kann über die Lauflänge zwar unterhalten, kommt aber zu langsam in Fahrt und wirkt dann einfach nur unglaubwürdig, als es in Richtung Finale bzw. Auflösung ging.
                                  Der philosophische Ansatz bzw. einer derartige Tiefe wie sie im Anime zu finden ist, wird hier maximal angedeutet. Das Potenzial, dass das Setting mit sich bringt wird außer Acht gelassen und am Ende erinnert dieser Film an das typische Hollywood-Popcorn-Kino, obwohl er so viel mehr sein kann, ja fast schon muss bei einer solchen Vorlage.
                                  Das Hauptproblem des Films ist aber wohl eher ein persönliches. Bei fast jeder Szene kommt mir Blade Runner 2049 in den Sinn. Blade Runner macht nahezu alles besser und Ryan Goslings Performance ist einfach atemberaubend, wenn es darum geht den Zwiespalt zwischen Mensch und Maschine zu transportieren. Gerade bei der Atmosphäre versagt Ghost in the Shell mangels Charaktertiefe und wenig authentischer Inszenierung.

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                                  • 8

                                    Hatte schon Regenbogen-Anime mit belanglosen Glitzersternchen befürchtet. Dann auch mal wieder Scarlett Johansson in einer Äktschn-Rolle. Ich lag falsch. Die Anime-Vorlage muss wirklich gut sein, denn "Ghost in the Shell" ist feinster dystopischer Si-Fi für Erwachsene. Die Action-Szenen sind stimmig eingebaut, Scarlett Johansson passt und die technisch-medizinischen Möglichkeiten könnten mal Wirklichkeit werden. Spannend!

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                                    • 6

                                      Nach der UHD Sichtung gibt es ein Punkt Abzug, leider hat der Film das vorhandene Potential überhaupt nicht ausgeschöpft, Optik, Story, Soundtrack, alles unter den Erwartungen geblieben und auch Scarlett passt nicht so recht in die Rolle.
                                      Die Anfangssequenz mit Kamerafahrt über die Stadt sah aus wie ein mittelmäßiges PS3 Spiel.

                                      • 5 .5

                                        seichte unterhaltung ohne besondere höhepunkte. alles schon besser gesehen! der film lebt von scarlett´s silhouette

                                        • 7 .5

                                          Guter solider Film mit einer guten Scarlett. Die Story ist gut durchdacht und die Action-Scenen sitzen auch. Mir gefiel der Film.

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                                          • 7 .5

                                            Dass ich den Anime zu "Ghost in the Shell" sah, ist schon ein paar Jahre her, also habe ich mich mal an die Realverfilmung gewagt. Und ich bin in diesem Fall ziemlich froh, dass es eine solche in die Kinos geschafft hat, denn: das Original war mir ehrlich gesagt zu komplex und zu fremdartig. Ich war auch noch ein paar Jahre jünger, aber das wird nicht der ausschlaggebende Punkt gewesen sein.
                                            Die neue Verfilmung kommt nicht in allen Punkten an die Komplexität seines "Vorgängers" ran, dafür ist er aber um einiges verständlicher. Erst jetzt habe ich wirklich verstanden, um was es in "Ghost in the Shell" geht. Das innere Drama in Major kommt hier viel stärker zur Geltung und die Handlung ist in ihrem Fortgang viel leichter nachzuvollziehen.
                                            Mit Scarlett Johansson in der Hauptrolle hat Hollywood es geschafft, eine deutlich japanisch inspirierte Cyberpunk-Dystopie massentauglich zu verwursten und das finde ich gut - denn sonst wäre ein tolles Stück Science Fiction in der Versenkung geblieben.

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                                              J.F.Lannister 18.01.2018, 15:31 Geändert 18.01.2018, 15:33

                                              Eine Verschlimmbesserung des Animes.

                                              Rupert Sanders' "Ghost in the Shell" verfügt über eine enorm wuchtige Optik und kreiert eine atmosphärische Großstadtkulisse als eine Mischung aus "Blade Runner", Nolans Gotham und dem "Robocop"-Remake, wie es dem Cyberpunk-Genre gebührt! Die Snyder-artigen (Zeitlupen)-Comic-Shots fand ich ebenfalls sehr ansprechend.

                                              Darüberhinaus begeht die Realverfilmung nicht den Fehler des Animes und presst das inhaltliche Konzept in einen zu kurzen Film voller Exposition und Erklärungen, sondern erzählt eine Geschichte, verlängert die Laufzeit auf 100 Minuten und gewährt der Geschichte dementsprechend mehr Zeit zum Atmen und zur Entfaltung. Da ich den Manga nicht gelesen habe, beziehe ich mich ausschließlich auf den Anime, insgesamt handelt es sich hier um eine gelungene Realfilm-Adaption, manche Szenen wurden dabei sogar 1:1 übernommen. Die Nebencharaktere bleiben zwar verhältnismäßig blaß, aber dies war auch im Anime der Fall, Batou und Togusa kommen erst in der Fortsetzung wirklich zur Geltung. Aufgrund seiner in den Grundzügen philosophischen Auseinandersetzungen mit dem Thema "Mensch. Maschine und Identität" fällt Sanders' "Ghost in the Shell" anspruchsvoller aus als diverse andere Mainstream-Blockbuster der heutigen Zeit und hebt sich dadurch von ihnen ab. Dies zeigt sich zudem daran, dass man sich hier mit der Action angenehm zurückhält und sie der Handlung unterordnet.

                                              Schade finde ich, dass die komplexeren und kontroverseren Aspekte des Animes vereinfacht dargestellt bzw. geschickt umschifft werden, um den Otto-Normal-Zuschauer nicht allzu sehr zu überfordern. In dieser Hinsicht erhalten die Antagonisten mit Michael Pitt und Peter Ferdinando eine klare Gestalt und für den Zuschauer einen eindeutigen Bezugspunkt, während dies im Anime offener bzw. universeller gehalten wird. Vor Allem Kuze (das Pendant des Puppet Masters) büßt dabei an Faszination und Komplexität ein. Darüberhinaus wurde das Ende des Animes abgeändert und quasi um 180° gedreht, was zwar sehr gut zur Geschichte der Realverfilmung und Majors dortiger Charakterentwicklung passt, sich aber mehr wie das Schließen und nicht wie das Aufreißen einer Tür anfühlt. Hier fehlt leider die Anregung zum weiteren Nachdenken.

                                              Vergleichende Bewertung:
                                              Ghost in the Shell (1995) -----> 8/10 Punkten
                                              Ghost in the Shell 2 (2004) --> 8,5/10 Punkten
                                              Ghost in the Shell (2017) -----> 7/10 Punkten

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                                                flowzone 06.01.2018, 10:03 Geändert 06.01.2018, 10:04

                                                Nach einer Stunde musste ich ausschalten, deswegen auch keine Bewertung von mir. Ich habe es wirklich versucht, schaute interessiert zu, sah den Film als etwas eigenständiges...aber ne, das war nichts! Ernüchternd wie wenig man aus dieser Idee gemacht hat.

                                                Den Anime von 1995 fand ich schlichtweg herausragend. Selten war ich so geflasht von einem Film. War übrigens mein erster Anime damals. Fast schon überladen mit spannenden philosophischen Ansätzen. Genau deswegen fasziniert mich der Film so unglaublich!
                                                Aber dieser Film hier..ne! Da kam praktisch nichts von der Magie rüber. Style over substance..Peinliche Dialoge, oberflächlich, platt, zu bemüht so philosophisch und cool zu sein wie der Anime. Der Film wirkt wie eine leere Hülle.. Schade, aber der Versuch war es wert.
                                                Das einzig positive an dem Film war Scarlett.

                                                An alle die an der Thematik interessiert sind: Schaut unbedingt erst den Anime. Das hier ist leider einfach wiedermal die übliche weichgespülte Hollywood-Grütze.

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                                                  Mein Senf 01.01.2018, 12:21 Geändert 01.01.2018, 13:36

                                                  Durchaus sehenswerte Realverfilmung, die vor allem aufgrund der kultischen verehrten Vorlage einen eher schweren Stand bei den Kinozuschauern hatte.
                                                  Rupert Sanders beschränkt sich weder darauf, die Vorlage 1:1 in edle Hochglanzoptik zu kopieren, sondern entwickelt thematisch dessen inhaltlichen und philosophischen Motive schlüssig weiter.

                                                  Das spröde Spiel von Scarlett Johansson, der hypnotische Score von Clint Mansell, die spannende Thrillerhandlung, das Setdesign, die Kameraarbeit und die schicken Spezial-Effekte runden den stimigen Gesamteindruck ab.

                                                  Bleibt noch zwei Sachen festzuhalten:
                                                  1. Ghost in the shell ist ein schönes Beispiel, welch skurrile Stilblüten linksgerichte Ideologiekritik (Stichwort Whitewashing) zuweilen entwickelt
                                                  2. Mit" Ghost In The Shell" und "Blade Runner 2049" gleich zwei gelungene Big-Budget-Produktionen krachend an den Kinokassen gescheitert sind. Ist die Welt immer noch nicht bereit für Cyberpunk?

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                                                  • 7 .5
                                                    prodrollerygiggleyes 01.01.2018, 09:46 Geändert 09.02.2018, 04:18

                                                    Ich hatte Angst, dass die GITS-Liveaction mich eher ein wenig runterziehen könnte. Cyberpunk kann manchmal etwas unerbittlich sein, aber das war dann zum Glück so gar nicht der Fall. ʕ·ᴥ·ʔ Manchmal neige ich dazu, derartige Filme genüsslich auseinanderzunehmen und starte eine kleine Analyse. Spare ich mir aber diesmal. :) Wie meine Buddys mMn nach richtig festgestellt haben, bietet der Film keine völlig eindeutig identifizierbaren Antworten auf die Fragen an, die er aufwirft. Das macht Spaß, denn man kann während des Schauens und auch danach munter weiter träumen. Scarlett find ich als Major absolut cool. Die Frisur steht ihr mächtig gut. Ich unterschreibe aber, dass sie ein bischen rustikal herumlatscht, was ab und an nicht unbedingt elegant aussieht. :)) Vielleicht bekam Scarlett die Anweisung, sie soll irgendwie robotig laufen. Nunja, das ist etwas in die Hose gegangen. Sieht etwas ulkig und trampelig aus. Die Welt ist liebevoll gestaltet und überrascht mit vielen interessanten Details. Besonders schön ist der ungemein atmosphärische Score. Der ist ausgesprochen gut. Er stellt die Arm- und Nackenhärchen herrlich auf, wenn er sonor herumbrummt. Sehr angenehm. Ein paar ikonische Bilder sind ebenfalls mit an Bord. Der Geisha-Roboter hat mir besonders gut gefallen. Manche Actionszenen machen ordentlich was her. Hier und da hätte ich mir noch etwas realer wirkendere Umgebungen gewünscht, um den dezent artifiziellen Videogamelook noch etwas zurückzudrängen. Solche Szenen, in denen das etwas stört, sind zum Glück recht rar gesät. Nicht alle Actionszenen sind vollends gelungen, aber die meisten sind sehenswert. Der Aufenthalt im halbseidenen Club hat mir nicht so besonders gefallen. Hätte man etwas abkürzen können. Merkwürdigerweise bzw. typischerweise sind es nicht die kühlen, urbanen Bilder, die mir die meiste Freude machen. Ich mag es am liebsten, wenn die Cyberpunkkälte durch, Worte, Lebewesen oder vergleichsweise gemütliche Innenräume partiell weichen muss. Hierdurch entsteht immer mal wieder ein warmherziger Moment, der in dieser kalten Zukunftswelt besonders schön zur Geltung kommt. Ich liebe das kleine Apartment, in dem Identitätssuche stattfindet. Ich liebe den Moment, wenn Major den knautschigen Hund streichelt und die seelenvollen Augen und Laute des zutraulichen Tieres genießt. Am meisten mag ich diesen Satz, der gleich zweimal vorkommt:

                                                    "SAG MAL WAS NETTES."

                                                    War wirklich eine Sichtung wert, sithi. ^___^

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