Ghost in the Shell - Kritik

Ghost in the Shell

US · 2017 · Laufzeit 107 Minuten · FSK 16 · Science Fiction-Film, Actionfilm, Drama · Kinostart
Du
  • 8 .5

    Visuell absolute klasse und beeindruckend. Story ist ganz ok.. Dialoge etwas monoton, dafür aber passable Action.. Und was soll ich sagen: Scarlett Johansson im hautengen Anzug einfach nur heiß.. Die Frau kann sich einfach sehen lassen und zeigen was sie hat.. Neben Lucy und ihrem Auftritt bei den Avengers ganz klar vorne mit dabei...

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    • 8
      Toaster85 29.11.2017, 21:27 Geändert 29.11.2017, 21:31

      Als ich den Film im Kino schaute fand ich ihn nur ganz gut und bewertete ihn somit mit einer 6,5/10.
      Jetzt kam er gestern doch bei mir per Blu-ray an und heute war die Zweitsichtung mit meinem Dad.
      Mir hat dieser Film jetzt um einiges besser gefallen. Vor allem das Bild war einfach viel besser als im Kino. Man merkt halt, dass eine Full HD Blu-ray auf einem 42" Fernseher einfach besser ausschaut als auf einer großen Leinwand, auch wenn diese 8K oder mehr bietet.
      Zudem bin ich viel unbefangener an den Film gegangen. Auch wenn ich beim Kinobesuch versuchte den Film nicht mit den Animes zu vergleichen, tat ich dies. Ich habe ihn besonders mit dem Anime von 1995 verglichen und. Damit habe ich dem Film aber wohl sehr unrecht getan.
      Man muss halt Bedenken, dass wenn man die verschiedenen Animefilme und Serien von Ghost in the Shell heranzieht, es mehrere "Paralleluniversen" gibt. Die Geschichten und Hintergründe weichen in jedem Universum immer etwas voneinander ab. Dies auch im Film mit Scarlett Johansson. Unter dieser Einstellung gefällt mir der Film viel besser. Aufgrund dieser Tatsache sollte man seine Borniertheit einstellen. Ich hatte echt meinen Spaß :)

      Dennoch bekommt der Film nur 8/10 Punkte von mir. Warum? Ich fand die Arbeit des Regisseurs und des Kameramanns teilweise nicht soooo gut.
      Wären einige Szenen anders geschnitten und anders von den Kameras eingefangen worden, hätte man manche Szenen viel klarer und emotionaler darstellen können. Das ist das was für mich mehr als 8 Punkte verweigert.

      Trotzdem 8/10 Cyborg-Geishas :)

      PS: Scarlett Johansson ist einfach eine Augenweide! °_°

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      • Bevor ich hier wiedermal von der Menge zerfleischt werde,, sage ich zu diesem Film ,,,,NICHTS

        • 10
          lukaskoeck 24.11.2017, 20:31 Geändert 24.11.2017, 20:33

          Ghost In The Shell 2017, ist ein atemberaubender Film, der meiner Meinung nach weit dem Anime überlegen ist, da dieser Film so viele Details aufweist, die man nach dem ersten mal schauen nicht einmal bemerkt hat. Visuell beeindruckt der Film mit schönen Stadtaufnahmen und der schön designten Shell von Scarlett Johansson. Apropo Scarlett Johansson. Sie spielt ihre Rolle als den Major perfekt. Die Story ist ebenfalls ziemlich gut, weil der Film eine gute phylosophische Ebene hat.
          Eine ganz klare Empfehlung an alle Cyber-Punk und an Sci-Fi Fans. Mein Lieblingsfilm 2017!

          • 6 .5
            601 10.11.2017, 17:10 Geändert 10.11.2017, 18:10

            Mit so viel Skepsis an ein Quasi-Remake zu gehen ist sicherlich nicht die schlechteste Einstellung. GITS hat dafür so viel Einfluss auf die Filmkultur genommen, dass diese Realverfilmung zum Scheitern verurteilt war - es würde sich nur die Frage stellen, um welchen Stellenwert denn genau.

            Gemeinsamkeiten gibt es in den beiden Filmen genug. Manche Szene, vor allem die ikonischen Momente, wurden sehr detailgetreu übernommen. Ob das gut ist? Nun, in neuer Optik bestimmt nichts Schlechtes, auch wenn immer ein wenig der Vorwurf des Plagiats im Raum steht. Nur will ich mich nicht auf Einzelszenen einschießen, denn im Gesamtbild gibt es durchaus noch Unterschiede zu erkennen.

            Am wahrscheinlichsten wurde der philosophische Aspekt dem Realkino geopfert. Das heißt: einige Fremdschämerdialogzeilen muss man auch hier aushalten. Bloß nicht zu sehr das Hirn des Zuschauers strapazieren, am besten noch eine Erklärung einbauen, die so unnütz Gezeigtes unterstreicht, und da kann man schon mal genervt sein.

            Leider ist das Kinostandard geworden, also wird man solche No-Gos auch wohl so schnell nicht mehr los. Also widme ich mich mal dem Guten des Films. Die leichten Änderungen in der Story sind gar nicht so unnötig geraten. Einige Elemente wurden verändert, und das schlägt sich sogar in der starken Optik nieder - etwa die angezapfte Gruppe von Menschen, die man konzentrisch im Kreis angeordnet hat. Das hat was, könnte man salopp sagen.

            Durchgängig kann sich das Niveau nicht halten. Für "Blade Runner" ist der Film zu bunt, für das Cyberpunkgenre sogar zu plump geraten. Viele Baustellen hätten hier noch fertiggestellt werden müssen, um ein richtig geiles Remake daraus zu machen, aber ich hebe letztlich respektvoll und schützend den Finger, weil eben immer wieder die Klasse der Originalstory, gemischt mit sinnigen Änderungen und optischen Sahnehäubchen, durchblitzt. Die Skepsis war demnach durchaus berechtigt, aber habe ich nie dabei erwischt, den Finger auf der Stop-Taste zu halten.

            • 5

              Hm. Der Film von Rupert Sanders lässt mich zwiegespalten zurück. Grundsätzlich fällt so ziemlich alles aus dem Dreieck aus Blade Runner, Ghost in the Shell und den Romanen und Geschichten von William Gibson in mein Beuteschema, aber diese Realverfilmung will nicht so recht bei mir zünden. Die philosophischen wie moralischen Implikationen der Vorlage werden allenfalls angerissen, auf der anderen Seite aber Actionelemente ebenfalls nur sehr spärlich gesetzt. Spannend und mutig hätte ich es ja gefunden, wenn man sich getraut hätte noch mehr in Richtung Action zu gehen und das philosophische Korsett der Vorlage abzustreifen. Dafür aber ist die Welt vor allem im Detail sehr gut gestaltet und erinnerte mich immer mal wieder an eine Art Johnny Mnemonic mit großem Budget und Hochglanzoptik. Letztlich bleibt der Film für mich seltsam zerrissen zwischen Ambition und mangeldem Mut zu mehr Radikalität.

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              • 6 .5

                Kenne den Anime nicht und kann mich daher nicht darüber auslassen.

                Die Realverfilmung hat ne tolle Optik und überzeugende Darsteller. Ich hätte mir allerdings mehr Härte gewünscht. Dann wär 'ne höhere Bewertung dringewesen.

                So oder so bleibt der Film aber unausgegoren.

                • 6 .5

                  Schwer zu beurteilen. Eine Neuverfilmung wird halt immer am Orginal gemessen und kann bei Kenntnis kaum für sich beurteilt werden. Die Story steht eindeutig im Schatten des Orginals und kommt eher wie eine light Version daher. Allerdings ist das immer noch mehr Hirn als gefühlte 95% des Mainstramkinos zu Zeit. Optisch schön gemalt, jedoch teilweise so heftig CGI lastig, das in einigen Szenen fotografierte Elemente wie Gesichter sich fast wie Fremdkörper im Bild anfühlen. Glaube nicht das dieser Film gut altern wird. Die Stadt schaut aus wie ein geiles Gamesetting ist aber nie glaubwürdig mit den Personen integriert. Macht aber genug Spaß um eine 6.5 zu vergeben und um sich noch mal das Orginal anszuschauen.

                  • 6

                    Visuell auf einem OLED ein Genuss. Inhaltlich eher dürftig.

                    • 3 .5

                      Story uninteressant, die futuristische Stadt ist grauenhaft im Sinne von hoffentlich kommt das niemals in ferner Zukunft. Ansonsten kann ich mit dem Film nichts anfangen.

                      • 5 .5

                        Schöne Effekte (wenn auch manchmal übertrieben), aber zu einem gelungenen Action-Feuerwerk gehört nun mal etwas mehr dazu. Fernerhin fehlt mir der derbe Tiefgang des Originals. Keine katastrophale Umsetzung, aber doch eher unbefriedigend.

                        • 4

                          All die schönen Bilder und dann macht man nichts damit.
                          All die Iterationen, Hommagen und Quasi-Adaptionen, aus denen man eine Handlung ziehen könnte und dann macht man nichts damit.
                          107 Minuten und man macht nichts damit.

                          Die Frage in Ghost in the Shell (wie fast immer im Cyberpunk) ist doch: Was macht den Mensch zum Mensch?
                          Und in einem Film, dessen Prämisse die Entkopplung von Körper und Bewusstsein ist, befasst man sich ausgerechnet mit dem Faktor "Erinnerungen"? Komische Wahl, könnte aber funktionieren, wenn man nur nicht so enorm vage bliebe und vor allem nicht mit dem Schlusssatz alles wieder zunichte machen würde.

                          Ja, der Film sieht toll aus, aber es gibt eben einen Unterschied, zwischen visueller Brillanz und visuellem Erzählen. Letzteres findet einfach nicht statt.

                          Zugegeben, ich bin auch mit der ursprünglichen Verfilmung nicht besonders warm geworden, zu sehr hat diese um sich selbst gekreist. Doch die Live-Action-Variante kreist einfach nur und in der ersten Hälfte wusste ich nicht, worum eigentlich und in der zweiten Hälfte ändert sich das auch nicht, es war mir mittlerweile nur egal.
                          "Adaption" sollte nicht heißen, die selbe Geschichte wie immer zu erzählen und mit ein paar abgepausten Szenen der Vorlage zu garnieren.

                          P.S. "aber das 3D war gut" hilft nicht! Tut es nie!

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                          • 7

                            Glatte 7. Ohne Kenntnisse und Erwartungshaltung an den Film ran gegangen.
                            Der 1. Trailer war seinerzeit sehr gut. Und das im Film gezeigte ist sehr schön gemacht. Die Geschichte hat mir gut gefallen.
                            Auch ohne Vorwissen funktioniert der Film. Ich hab mich gut Unterhalten gefühlt und die Zeit verging auch wie im Fluge das keine Langeweile für mich aufkeimte.

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                            • 6

                              Kenne weder den Manga noch den Anime ! Ich kann dem Film Storytechnisch keinen Vorwurf machen , den die Handlung ist recht gut . Aber irgendwie kommt mir alles so total bekannt vor , das er mich nicht "packt"! Die Tricktechnik rund um die Cyborgs sieht klasse aus und verliert im Verlauf auch nicht ihren Reiz . Scarlett Johannssons "Cyberaussehen " würde ich mal als gewagtes Trikot abstempeln ..."hautenger" geht`s wohl nicht :-) !

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                              • 6 .5

                                Es kam, wie es wohl die meisten vermutet haben.
                                Dieses Remake ist optisch eine glatte Eins, ein opulentes Gedicht aus ideenreicher Bebilderung, farblich und stimmungstechnisch einwandfrei, ein Erlebnis. Dass es die kontemplative Qualität der intellektuellen Vorlage nicht erreicht, kann man einem massentauglich geschneiderten Blockbuster zwar nur bedingt verübeln, wird aber in der Gegenüberstellung immer eine Niederlage der Kunst gegen das Surplus bedeuten - deshalb ist die Realverfilmung schlechter.
                                Vereinfacht auf eine Erzählung, die den Anreiz zum Reflektieren zur Nebensache macht, bietet das Ding also "nur" einen oberflächlich beeindruckend Trip aus guter Visualisierung. Darauf kann man sich einlassen, oder es halt lassen und verstimmt auf anspruchsvollen Tiefgang pochen. Ich tat ersteres und wurde von einem ansehlichen Film unterhalten, von dem ich genau das auch erwartet habe.

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                                • 7 .5

                                  Visuell ist der Film über jeden Zweifel erhaben. Das Stadtbild der Zukunft sowie die dazugehörigen Effekte wirken wie aus einem Guss und bilden eine Einheit. Im unvermeidbaren Vergleich mit dem Anime muss sich die neue Version - was die Geschichte angeht - lange nicht verstecken. Sie setzt eigene Duftmarken und ist weit weniger philosophisch angehaucht. Lange Zeit ist dies kein Problem, erst mit dem schwachen Ende fällt dies so richtig ins Gewicht.

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                                  • 8 .5

                                    Hätte noch ein zwei Schippen cooler sein können, aber hey - für ein Hollywood-Remake eines gottgleichen Anime-Klassikers schon ziemlich gut.

                                    • 3

                                      Schade um den Stoff... hölzern, un-asiatisch, falsch besetzt. Scarlett wird immer weniger glaubwürdig und haut, solange sie ein Hollywood taugliches Alter hat, einfach eine Pseudo-Action Rolle nach der anderen raus. Don't watch it.

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                                      • 7 .5
                                        999CINEASTOR666 31.08.2017, 20:05 Geändert 11.09.2017, 02:55

                                        Ghost in the Shell / US/IN/CN/JP/HK/GB/NZ/CA/AU / 2017

                                        >>> mit Vorsicht zu genießen /// enthält möglicherweise Spuren von leichten Spoilern <<<

                                        Zunächst einmal muss ich dahingehend informieren, dass ich die Mangas/Animes/Videospiele etc. leider nicht kenne und deshalb keine Vergleiche oder ähnliches ziehen kann.
                                        Selbstverständlich ist die Idee den Verstand, den Geist, die Seele eines Menschen in eine Maschine, einen Roboter zu verpflanzen genial, obwohl da nur das Konzept des Cyborgs weiter gedacht worden ist.
                                        Leider wirkt die Story arg reduziert, teils konventionell, nicht gerade von Innovativität geprägt und will uns nicht viel Neues erzählen.
                                        Auch der philosophische, existenzielle Grundgedanke dahinter erscheint eher planar und wird bedauerlicherweise nicht rentabel genug vertieft.
                                        Aber dafür ist GHOST IN THE SHELL inszenatorisch sowie audiovisuell bombastisch. Die Action ist spektakulär, die Effekte sind grandios, ein paar ruhige, kontemplative, emotionale Momente tun gut und die Atmosphäre dieser dystopischen Zukunftsvision ist phänomenal.
                                        Amüsant ist außerdem, dass sie in dieser fortschrittlichen, fiktional-wissenschaftlichen, technokratischen, eben futuristischen Welt in irgendwelchen Schrottkarren rumgurken.
                                        Mein Fazit ist also, dass zwar viel Potential verschenkt wurde, aber das Ganze immer noch sehr unterhaltsam und kurzweilig ist.
                                        Außerdem kann man sich an der Cyberpunk-Bildgewalt gar nicht sattsehen.

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                                        • 4 .5

                                          Schade! Nette Bilder alleine reichen eben nicht, um einen guten Film abzuliefern.

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                                          • 8

                                            "Ghost in the Shell" war neben "Akira" der erste Anime den ich als solchen wahrgenommen hatte. Damals noch im VHS Format. "Ghost in the Shell - Stand Alone Complex" war gelungen und mit "Arise" läuft zur Zeit ein würdiges Prequel.

                                            Als ich hörte die Amerikaner würden eine Real Verfilmung planen, dachte ich es könnte nur daneben gehen. Irrtum. Geschickt rückte der Regisseur von der Originalstory ab, gab den Protagonisten Charaktereigenschaften und hielt sich mit Aktion, Musik und Dialogen zurück. Was ausgesprochen wurde machte Sinn und es gab keine eindeutige Einteilung in Gut und Böse. Dafür war der Streifen spannend inszeniert, die Darsteller wunderbar ausgewählt und die Geschichte außergewöhnlich tiefgründig für eine amerikanische Produktion.

                                            Saubere Arbeit…

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                                            • 10

                                              Sehr guter Film :-)

                                              Natürlich Geschmackssache, allerdings finde ich den Storyhintergrund grundsätzlich sehr interessant und bei weitem, für die Zukunft, sicher nicht so abwegig.
                                              Die Effekte sind hervorragend. Die Stimmung kommt gut an. Und das düstere, technokratisch-endzeitliche Setting weiß zu überzeugen.
                                              Einzig negativ ist mir die etwas gepresste Storyline aufgefallen. Aber es ist sicherlich keine Leichtigkeit eine So umfangreiche Serie kompakt für das allgemeine Publikum zusammen zu fassen. Diesen Hintergrund sollte man dabei wohl im Auge behalten.
                                              Mir ist die Serie weniger durch den Anime bekannt, als mehr durch die Videospielumsetzung. Natürlich muss man sich an die Hauptdarstellerin erst einmal gewöhnen. Aber letzten Endes war die Wahl nicht so schlecht, wie ich Anfangs dachte. :-)
                                              Man kann durchaus sagen Scarlett Johansson macht auch als Major einen überzeugenden Job, obwohl sie nicht Asiatischer Abstammung ist.
                                              Sprich - ein Detail das man im Verlauf durchaus verschmerzen kann und dem Film nichts abtut.
                                              Wie gesagt. Eine klare Kauf und Schauempfehlung für Menschen die sich mit dem entsprechenden Zukunftsszenario beschäftigen.
                                              Ich hoffe doch sehr, dass es einen zweiten Teil geben wird. Das Ende ließe ja darauf schließen :-)

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                                              • 6

                                                Kritik in zwei Wörtern: Verschwendetes Potential.

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                                                • 6 .5

                                                  Na gut, die Geschichte vom Cyborg, der den Schatten seiner Vergangenheit hinterher rennt, kennen wir seit Robocop, das Setdesign aus Blade Runner. Und Scarlett Johansson durften wir als Killeramazone im hautengen Kostüm auch schon neben Captain America bewundern. Trotzdem macht der Film Laune. Vor allem die Nebencharaktere wie der coole Batou oder der abgebrühte Daisuke Aramaki gefallen. Die Action ist recht spektakulär, ebenso wie die Outfits. Einige Ideen sind schon skurril. So spricht Daisuke japanisch, die anderen aber alle englisch. Zudem sind manche der an den Menschen vorgenommenen "Verbesserungen" ziemlich...nunja...verstörend, aber gleichzeitig faszinierend.
                                                  Wer dystopische Zukunftsvisionen mag, wird auf seine Kosten kommen. Warum die Protagonisten allerdings in diesen alten Schrottkarren herumfahren, muss mir mal einer erklären...

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                                                  • 5
                                                    Heckenritter 21.08.2017, 09:20 Geändert 21.08.2017, 12:55

                                                    Es könnte eine Krankheit sein, die faule Ausrede der Unkenntnis.
                                                    Ergo: spontaner Selbstscan und Ich-Analyse im Isolationstank
                                                    nach dem freudschen Notfallprotokoll für erschütternd inkongruente
                                                    Verhaltensweisen. Die sensorische Deprivation in der absoluten
                                                    Dunkelheit sollte sich evident auswirken, den Ghost aufzuspüren.

                                                    Ohne das komplexe Emotions-Motivations-Konstrukt der Neugier
                                                    könnten Babys vielleicht sogar nicht laufen lernen, weil sie faul
                                                    und gelangweilt dem knallroten Ball nicht hinterher krabbeln
                                                    würden. Neugierde steuert unsere Interaktion mit der Umwelt, bevor
                                                    wir die ersten Kommunikationsfetzen in Sabberblasen auf den
                                                    Lippen nachahmen. Ein angeborener Instinkt und keine kindliche
                                                    Altlast, die man durch die Pubertät gerettet hat, nur allzu
                                                    gerne abgewertet wird oder auf "seine Nase überall reinstecken"
                                                    reduziert wird. Da bin ich nah bei Friedrich Hegel und Goethe:
                                                    "Nichts kommt ohne Interesse zustande.", "Wer nicht neugierig
                                                    ist, erfährt nichts.". Eine intrinsische Motivation lässt sich nicht
                                                    gänzlich widerlegen, alles schrie laut und anhaltend: Nee, den WILL
                                                    ich nicht sehen. Weder bin ich neophob noch neophil, dem Druck
                                                    einer Gruppenkohäsion beuge ich mich ohnehin nicht, vielmehr ist
                                                    das Angebot an neuen Filmen wie gewohnt dürftig. Hand aufs Herz:
                                                    aus "Ich mag nicht" wurde alsbald "Wie scheiße kann der schon sein?".
                                                    Injizierte Hoffnungsspritzer aus der Schaltzentrale, grundlegender
                                                    Pessimismus, Resignation, Verzweiflung und gesunde Remakeskepsis
                                                    weichen einem höherem Prinzip, in dem die Zuversicht auf der Brücke
                                                    die entscheidenden Kommandos erteilt. Moin Moin Herr Kaleun. Nach
                                                    dem Macht-, Sex-, Selbsterhaltungs-, und Liebestrieb wird die Neugier
                                                    als essentieller Anpeitscher für das Handeln des Menschen in der
                                                    allgemeinen Wahrnehmung bodenlos unterschätzt. Sie funktioniert
                                                    wie ein Fischernetz das an bekannten und neuen Fanggründen
                                                    ausgeworfen wird, ein pupsender Kugelfisch oder eine klebrige
                                                    Seegurke gehören zum unerwünschten Beifang. Die man leider nicht
                                                    in den Ozean des Desinteresses zurückwerfen kann. "Wer durch alle
                                                    Ritzen späht, kommt noch lange nicht hindurch", tja, damit hatte der
                                                    gute Martin Gerhard Reisenberg auf jeden Fall Recht. Besser noch trifft
                                                    der Aphoristiker Walter Fürst den Nagel auf meinem Kopf: "Ich nenne
                                                    das Grenzgebiet meines Wissenwollens die Wildnis des Denkens."
                                                    Klickklack, ein Wildfang schließt den pupsenden Beifang mit ein, die
                                                    Neugierde wildert mit Luchsaugen mühsam in der Filmwelt, bis man
                                                    sich genüßlich ohne Lätzchen an einer Trüffelfamilie laben kann.
                                                    An dem Punkt spricht mir Friedrich Nietzsche aus der Seele: "Die
                                                    Neugierigen sind glücklich." Ohne Antrieb keine Befriedigung, kein
                                                    Erfolg, keine Schatzkiste die vor meinen Füßen verbuddelt gewesen
                                                    ist. Bin kein Genoid, ich möchte meine Golddublone, Silberdukaten
                                                    passen natürlich auch in den Münzschlitz am Isolationstank.

                                                    Eine Neuprogrammierung der ZNS-Matrix mit integrierter
                                                    Biomasse-Firewall die Neugier zu blockieren ist der reinste
                                                    Schwachsinn, die Nebenwirkungen machen mir ohnehin Angst,
                                                    stellt sich die Frage, ob ich etwas daraus gelernt habe. Mit purer
                                                    Willenskraft einen Instinkt zu unterdrücken, ist selbstverständlich
                                                    machbar, nur muss sich der Kraftaufwand dafür auch lohnen. In einer
                                                    Beziehung ist dies aus Liebe überhaupt kein Problem, nicht nur dass
                                                    ich mich für andere Frauen dann nicht interessiere, ich WILL mich für
                                                    sie nicht interessieren. Aus Rücksicht für etwas wertvolleres. Nur
                                                    würde dies implizieren, man hätte jederzeit und easypeasy die
                                                    vollständige Kontrolle über Instinkte, die uns in die Wiege gelegt
                                                    wurden. Ich möchte ein Mensch bleiben und nicht zum Cyborg werden,
                                                    der bedingungslos seine Nase nach bitter erworbenen Erkenntnissen in
                                                    logischen Bahnen mit der Konsequenz einer Maschine ausrichtet.
                                                    "Zum Gaffen hat das Volk die Augen" tönte William Shakespeare in
                                                    Romeo und Julia, dieser Ghost in the shell ist ein reiner Gafferfilm, der
                                                    mir nichts von der vielfältigen Großartigkeit des Originals anbieten
                                                    kann, von der mäßigen Spannung über die Dialoge bis zu Batou ist
                                                    alles so laubackig, pfffft. Der pupsende Kugelfisch. Wer sich in der
                                                    Hollywood-shitty-Remake-Wildnis auf die Pirsch begiebt, braucht
                                                    Leidensfähigkeit, Pausenbrote und Geduld. Mein Kumpel Léon, der
                                                    Profi hat mir dies auf so nachhaltige Weise 1994 im Kino bereits
                                                    klar gemacht: Ist das Leben eines Filmfreaks immer so hart, oder nur
                                                    wenn man ein Kind ist? "Es wird immer so sein." Selbstscan Ende.

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