Autorenstreik in Hollywood in letzter Minute abgewendet

Autoren protestieren bei einer Demonstration der WGA im November 2007
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Autoren protestieren bei einer Demonstration der WGA im November 2007

Bis zur letzten Minute verhandelte die Autorengewerkschaft Writers Guild of America (WGA) und die Studioallianz Alliance of Motion Picture and Television Producers (AMPTP) am gestrigen Montag. Seit Monaten forderten Hollywood-Autoren vor allem steigende Krankenversicherungszuschüsse der Arbeitgeber für den Versicherungsplan der WGA sowie darüber hinaus eine gleichwerte Bezahlung für Kabel-und Streaming-Serien im Vergleich zu den großen Networks. Wie The Hollywood Reporter berichtet, konnte in letzter Minute eine Einigung erzielt und so ein neuerlicher Streik, der die Traumfabrik zuletzt ab November 2007 für hundert Tage lahmlegte, abgewendet werden.

Zwar ist aktuell noch unklar, wie man sich bei WGA und AMPTP im Einzelnen einigte, doch dem Bericht zufolge blieben folgende Themen weiterhin im Spiel:

  • Zahlung von Überschüssen, wenn Autoren länger an Folgen kurzer bestellter Serien arbeiten. Ein Thema, das als "span" (dt.: Spanne) bezeichnet wird, weil der Knackpunkt an der Sache die Zeitspanne darstellt, die ein Autor mit der Arbeit an einem Skript verbringt.
  • Eingrenzen von Wartezeiten und Exklusivität: Dies betrifft die Praxis, Fernsehautoren ohne Bezahlung in Wartestellung zwischen Staffeln selbst von kurzen georderten Serien verharren zu lassen. Die geringere Anzahl an Episoden bedeutet, dass die Autoren gleich von Beginn an weniger verdienen als jene traditioneller Network-Serien.
  • Skript-Gleichheit: Drehbücher, unabhängig für welche Plattform sie entstehen, sollen mit einem gleichen Mindestlohn versehen werden, der nicht an das Produktionsbudget gekoppelt ist.
  • Grundlegende Lohneröhungen und "Übergroße Erhöhungen": Eine Vielzahl verschiedener Autorentypen soll extra-große Gehaltserhöhungen bekommen.
  • Geldspritzen für den notleidenden Gesundheitsplan der WGA.
Dem Bericht nach hätte ein Autorenstreik die kalifornische Wirtschaft mit einem wöchentlichen Ausfall in Höhe von 200 Millionen US-Dollar getroffen. Zahlreiche Betroffene hätten Job und Haus verloren. Der hunderttägige Streik von 2007/08 ging mit Verlusten zwischen 2,1 und 2,5 Milliarden Dollar einher. Kürzlich berichteten wir darüber, welche teils namhaften Serien und Shows von einer Arbeitsniederlegung beeinflusst worden wären. Wer sich tiefergehend mit den Hintergründen auseinandersetzen möchte, sollte sich diesen Artikel zu Gemüte führen.


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