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Beautiful Creatures - Das bessere Twilight?

15.08.2013 - 08:50 UhrVor 8 Jahren aktualisiert
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Beautiful Creatures ist eine Geschichte über Emanzipation
© Concorde
Beautiful Creatures ist eine Geschichte über Emanzipation
Es gibt viele Gründe, Twilight abzulehnen. Zum Beispiel die gänzlich antiquierten Rollenmodelle. Doch wo Twilight versagt, zeigt Beautiful Creatures wie es richtig geht.

Dass kitschige Teenie-Romanzen wie Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen eher Mädchen als Jungen begeistern, überrascht nicht sonderlich. Die Tribute von Panem – The Hunger Games beispielsweise zieht ein eher ausgewogenes Publikum an, was wiederum höchstwahrscheinlich darauf zurückzuführen ist, dass die Liebesgeschichte eine untergeordnete Rolle spielt. Das wirklich Bedauerliche an dieser Tatsache ist jedoch, dass ausgerechnet Twilight, das als Buch und Film Mädchen überall auf der Welt begeistert hat, einen sehr konservativen Umgang mit Geschlechterrollen pflegt und diese somit auch bewirbt. Aber statt immer nur zu kritisieren, wie es nicht sein sollte, möchte ich heut mal wieder einen Film vorstellen, der es besser macht. Auch Beautiful Creatures – Eine unsterbliche Liebe erzählt eine übersinnliche Liebesgeschichte für ein weibliches Publikum, ist dabei jedoch auch "emanzipatorisch wertvoll“.

Lovestory mit Action vs. Action mit Lovestory
Wollte man die Handlung aller Twilight-Romane und -Filme in einen Satz fassen, sähe das so aus: Ein Mädchen verliebt sich in einen Vampir. Eine Mini-Synopsis von Beautiful Creatures – Eine unsterbliche Liebe hingegen liest sich folgender Maßen: Eine junge Frau kämpft gegen einen uralten Fluch. Während also Twilight die Beziehungen der Hauptfigur, Kristen Stewart alias Bella Swan, in den Mittelpunkt stellt, orientiert sich die Dramaturgie von Beautiful Creatures an der Persönlichkeitsentwicklung der weiblichen Hauptfigur. Steht zunächst noch Ethan (Alden Ehrenreich) im Zentrum der Geschichte, der sein Herz an die neue Mitschülerin Lena (Alice Englert) verliert, richtet sich der Spannungsbogen fortan ausschließlich an eben jener mysteriösen jungen Frau aus. Ob die Hexe Lena einst zu den Guten oder den Bösen gehören wird, entscheidet sich an ihrem 16. Geburtstag. Doch ein uralter Fluch droht über Lenas Schicksal zu bestimmen.

Es ist dieses Ereignis, auf das der Film hinausläuft. Es geht nicht um die romantische Vereinigung der Figuren. Die Lovestory ist an dieser Stelle Beiwerk, eines von vielen Elementen, die Beautiful Creatures für ein junges weibliches Publikum interessant machen sollen. Die Spannung der Geschichte generiert sich nicht aus der Frage, ob Ethan und Lena ein Paar werden und bleiben, sondern ob es Lena gelingt, ihr Schicksal selbst zu bestimmen. Somit wird die Vereinigung mit einem Mann im Gegensatz zu Twilight nicht zum Primärziel der weiblichen Figur erklärt. Wo letztgenannter Film für Bella kein höheres Ziel als die Ehe mit dem romantisch überhöhten Helden kannte, spricht sich Beautiful Creatures – Eine unsterbliche Liebe für die Selbstbestimmung der heranwachsenden Heldin aus: Finde erst heraus, wer Du wirklich bist, und im erst im zweiten Schritt, wer wirklich zu Dir passt!

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