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Colonia Dignidad - Die grausamen Hintergründe des Thrillers mit Emma Watson

13.12.2017 - 17:00 Uhr
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Colonia Dignidad
© Majestic/Twentieth Century Fox
Colonia Dignidad
Colonia Dignidad erzählt die Geschichte einer Frau, die versucht ihren Mann aus einer Sekte zu befreien. Der Film mit Emma Watson und Daniel Brühl in den Hauptrollen basiert auf wahren Gegebenheiten.

Emma Watson wurde als Hermine in den Harry Potter-Filmen zwar berühmt, doch in den vergangenen Jahren glänzt sie in verschiedensten Rollen, die vom Disney-Blockbuster Die Schöne und das Biest bis zum düsteren Psychothriller Regression reichen. Mit Colonia Dignidad schlüpfte sie zum ersten Mal in eine Rolle, die auf wahren Geschehnissen basiert. Gemeinsam mit Ko-Star Daniel Brühl begibt sie sich in die düstere Welt einer christlichen Sekte. Wir stellen euch die Hintergründe des Thrillers vor.

Worum geht es in Colonia Dignidad?

Im Chile des Jahres 1973 besucht Lena (Emma Watson) ihren Mann Daniel (Daniel Brühl), der dort als Fotograf arbeitet und Teil einer Aktivistengruppe ist. Der Zeitpunkt ist denkbar schlecht: Der Militärputsch von Augsto Pinochet zerstört die kurze gemeinsame Zeit und stürzt das Land ins Chaos. Sie versuchen zu fliehen, doch sie werden gefasst. Daniel wird in ein Folterlager gebracht, welches sich auf dem Gelände der Sekte Colonia Dignidad befindet. Nachdem Lena frei gelassen wird, macht sie sich auf die Suche nach ihrem Mann und schließt der ominösen Sekte um Paul Schäfer (Michael Nyqvist) an, einem aus Deutschland geflohenen Nazi, um Daniel von dort zu befreien.

Colonia Dignidad

Gab es die Figuren von Daniel Brühl und Emma Watson wirklich?

Während Lena und Daniel fiktionale Charaktere sind, ist die Geschichte um die Sekte und die Folterungen wahr. Die Ausmaße der abgeschiedenen Gemeinschaft und deren Wirken werden auch heute weiter aufgedeckt. Der Independent  schreibt, dass Paul Schäfer nach Missbrauchsvorwürfen zweier Jungen bereits 1961 mit Hunderten Anhängern aus Deutschland floh und sich in Chile niederließ, um dort die Sekte zu gründen, die als eigener Staat im Staat agierte. Als Sektenführer regierte er seine Anhänger mit harter Hand. Jeder wurde zu schwerer körperlicher Arbeit gezwungen, Familien voneinander getrennt und die neugeborenen Kinder von ihren Eltern gerissen. Um die Menschen gefügig zu halten, wurden diese mit Drogen und drakonischen Strafen unterdrückt.

Das chilenische Regime unter Pinochet unterstützte die Colonia Dignidad. Die Regierung konnte die Folteranlagen der Sekte benutzen und ließ Schäfer im Gegenzug frei gewähren. Sogar andere Naziverbrecher wie Walther Rauff, der maßgeblich für die Entwicklung der mobilen Gaskammer verantwortlich war, und Josef Mengele soll Unterschlupf gewährt worden sein, wenn diese die Folterungen überwachten. Paul Schäfer selbst soll dem Independent  zufolge ebenfalls an der Folter beteiligt gewesen sein. Die Bundesregierung und die deutsche Botschaft haben nichts unternommen, um die deutschen Auswanderer in ihren kriminellen und menschenverachtenden Praktiken zu stoppen, berichtete der Spiegel .

Colonia Dignidad

Wann endete der Schrecken in der Colonia Dignidad?

Durch die weitreichenden Kontakte der Sekte wurde wenig unternommen, diese aufzulösen. Als Paul Schäfer im Jahre 1996 von der Regierung, die nicht mehr unter der Diktatur von Pinochet litt, gesucht wurde und untertauchte, war das noch nicht das Ende der Colonia Dignidad. Die Abgeschiedenheit des Ortes und Loyalität der lokalen Bevölkerung ermöglichten der Gemeinde unter anderer Führung das Weiterbestehen bis in das Jahr 2005, als Schäfer in Argentinien festgenommen wurde.

Unter der Anklage, über Jahrzehnte hinweg Kinder und Jugendliche in der Sekte sexuell missbraucht zu haben, wurde Paul Schäfer zu 20 Jahren Haft verurteilt, berichteten die Stuttgarter Nachrichten . Später kamen weitere Punkte der Anklage und Schuldsprüche dazu, die letztlich bis hin zum Mord reichten. Im April 2010 starb Schäfer im Alter von 88 Jahren im Gefängnis. Der Film Colonia Dignidad hilft, trotz der fiktionalen Charaktere von Emma Watson und Daniel Brühl, die Aufmerksamkeit auf diesen furchtbaren Ort zu richten und dem Zuschauer dieses dunkle Kapitel zu zeigen.

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