Das Leben danach - Jella Haase beeindruckt in Film über Loveparade-Katastrophe

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© WDR/Alexander Fischerkoesen
Jella Haase in Das Leben danach
27.09.2017 - 20:00 Uhr
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Das Leben danach blickt auf eine Überlebende der Loveparade-Katastrophe in Duisburg 2010. Der ARD-Film mit Jella Haase wird heute Abend ausgestrahlt und lohnt einen Blick.

Heute Abend läuft um 20:15 Uhr in im Ersten der Film Das Leben danach mit Jella Haase in der Hauptrolle. Erzählt wird von der 18-jährigen Antonia Schneider (Jella Haase), die gerade ihr Abitur in der Tasche hat und an der Loveparade in Duisburg teilnehmen will. Aber der Tag wird der schrecklichste ihres Lebens, denn es kommt zur Katastrophe. Sie steckt mitten in einem Tunnel fest, Panik ist unter den Teilnehmern ausgebrochen. Antonia überlebt, während andere es nicht schaffen. Jahre später kämpft sie immer noch mit den Erinnerungen, kommt mit ihrer Trauer einfach nicht klar. Dann lernt sie Sascha Reinhardt (Carlo Ljubek) kennen, der ebenfalls dort war, aber auf einer anderen Seite stand.

Was ist die Loveparade?
Die 1. Loveparade fand 1989 am Berliner Bahnhof Zoo statt und war eigentlich eine etwas größere vorgezogene Geburtstagsfeier für DJ Dr. Motte. An dem kleinen Straßenumzug nahmen vorrangig Anhänger der Berliner Techno-Szene teil. Aber über die Jahre entwickelte sich die Loveparade zu einer der größten Tanzveranstaltung der Welt, an der zum Beispiel 1999 mehr als 1,5 Millionen Teilnehmer von der Siegessäule bis zum Brandenburger Tor nach Technoklängen tanzten und Friede, Freude, Eierkuchen riefen. Das Motto wurde als politisches ausgerufen: Friede stand für Abrüstung, Freude für Musik als Mittel der Völkerverständigung und Eierkuchen für eine gerechte Nahrungsmittelverteilung.

Streitigkeiten unter den Veranstaltern, Kritik an der Vermarktung, Widerstand durch die Stadt Berlin und die Aberkennung als politische Demonstration sorgten dafür, dass in den Jahren 2004 und 2005 keine Loveparade stattfand. Eine neu gegründete GmbH unter der Leitung des Unternehmers Rainer Schaller feierte 2006 ein Loveparade-Comeback in Berlin. Geplant war, die Idee der Parade über Berlin hinauszutragen, in ganz Deutschland und international tätig zu werden. 2007, 2008 und 2010 wurde die Parade dann an wechselnden Orten im Ruhrgebiet durchgeführt.

Was passierte bei der Loveparade-Katastrophe 2010?
Die 19. Loveparade fand am 24.07.2010 in Duisburg statt. Insgesamt erwartet die Stadt 1 Millionen Besucher, die an der Parade teilnehmen würden, die auf dem Gelände des ehemaligen Hauptgüter- und Rangierbahnhofs stattfand. Damals brach eine Massenpanik unter den Besuchern aus, die durch die schlechte Planung der Veranstaltung und durch behördliches Versagen begünstigt wurde. Die Panik ereignete sich an einer der Engstellen im Zugangsbereich der Loveparade. Dort kam es in einem Tunnel zu einem Rückstau.

Jella Haase in Das Leben danach

Bei dem Festival kamen 21 Menschen ums Leben und es wurden mehr als 500 weitere Besucher teilweise schwer verletzt. Viele damalige Teilnehmer leiden heute noch unter den Ereignissen, körperlich wie seelisch. Mindestens sechs Menschen begingen nach der Loveparade-Tragödie Selbstmord. (Welt )

Das Landgericht Duisburg hatte im April 2016 Anklagen gegen insgesamt zehn Beschuldigte zurückgewiesen. Aber im April 2017 entschied das Oberlandesgericht Düsseldorf anders. Gegen alle Beschuldigte kann ein Strafverfahren durchgeführt werden. Am 08.12.2017 soll die juristische Aufarbeitung der Loveparade-Tragödie endlich beginnen.

Wie sind die Kritiken zu Das Leben danach?
Das Leben danach setzt sich also mit einem schwierigen Thema auseinander. Gelingt der ARD die Umsetzung? Christian Buß vom Spiegel  hat sich überzeugen lassen:

Trauerarbeit ist immer Sisyphusarbeit. Es geht vor, es geht zurück, es gibt keinen festgeschriebenen Rhythmus, und es ist die Stärke des ARD-Dramas 'Das Leben danach', dass die Filmemacher nicht versuchen, den möglichen, schleppenden Heilungsprozess dramaturgisch zu beschleunigen. Man geht jede Minute mit durch Antonias Endlostunnel.

Besonders Hauptdarstellerin Jella Haase wird von dem Kritiker gelobt. Sie zeige, "dass sie die Kommunikationscodes ihrer Generation in intensives, schmerzhaftes Spiel umzusetzen versteht. Die Distanzierung, den Sarkasmus, das Hantieren mit dem Eigentlichen im Uneigentlichen, das alles beherrscht sie perfekt."

Auch die Besprechung von Tagesspiegel -Kritiker Thomas Gehringer lobt den Film: Die "Tiefe der Charaktere, die Inszenierung und die aufregende Präsenz von Jella Haase sowie das kongeniale Zusammenspiel mit dem souveränen Carlo Ljubek verhindern jeden Anflug von plumpem Kitsch."

Werdet ihr euch Das Leben danach mit Jella Haase heute in der ARD anschauen?

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