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Die chinesische Kulturrevolution in 11 Blumen

20.08.2014 - 17:40 UhrVor 5 Jahren aktualisiert
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11 Blumen
© Films Distribution
11 Blumen
11 Blumen erzählt die autobiografisch inspirierte Geschichte aus der Kindheit des Regisseurs Wang Xiaoshuai. Heute Abend zeigt Arte die französisch-chinesische Co-Produktion aus dem Jahr 2011.

Wir schreiben das Jahr 1975, gegen Ende der chinesischen Kulturrevolution. Der elfjährige Junge Wang Han (Liu Wenqing) aus der Provinz Guizhou im Süden des Landes verliert sein weißes Hemd. Es wird von einem flüchtigen Mörder gestohlen. Das Hemd ist kein einfaches Kleidungsstück, sondern ein Statussymbol (es kennzeichnet Wang als Verantwortlichen seiner Schule für die morgendlichen Sportübungen) und muss dementsprechend ersetzt werden. Das strapaziert allerdings die finanziellen Mittel seiner Familie. Als der Junge den Mörder im Wald ausfindig macht, erfährt er dessen Geschichte und beschließt, ihn zu beschützen.

11 Blumen stehen für die elf Lebensjahre unseres Protagonisten. In diesem Film verarbeitet der Regisseur und Drehbuchautor Xiaoshuai Wang (Beijing Bicycle - Fahrraddiebe in Peking, In Love We Trust) seine persönlichen Erinnerungen und Wahrnehmungen der Epoche der Kulturrevolution. Zusammen mit Yuan Zhang, Jia Zhangke oder Ye Lou gilt er als ein Vertreter der sechsten Generation des chinesischen Kinos.

Für Nicolas Gillis von Filmosphere.com  ist 11 Blumen sehenswert:

Wang Xiaoshuai liefert demnach einen schönen Film, in Hinsicht auf Form und Handlung, der die Kindheit, ihre Unschuld, das Erwecken der Lust und das Erwachsensein und die Schwierigkeiten eines sozialen Lebens, getrennt durch eine Revolution des Volkes, die es unterdrückt, gleichermaßen behandelt. Die revolutionären Gesänge in der Schule nehmen demnach eine ganz neue Bedeutung an. 11 Blumen lehrt uns nichts neues, aber der Film zeigt, dass China noch immer keinen Frieden mit seinem Regime geschlossen hat, und dass die Freiheit nicht überall ist, wo sie zu sein scheint.

Wir erhalten einen Einblick in diese faszinierende Zeit aus der Perspektive eines jungen Menschen, der noch keine Haltung zu den politischen Umwälzungen in seinem Land hat. 11 Blumen ist ein Film über die allgemeine Orientierungslosigkeit der Kindheit, doch Wang Han steht auch stellvertretend für viele Chinesen, die in dieser Epoche passive Zeugen der wandelnden Umstände und der ungewissen Zukunft Chinas waren.

  • Was?: 11 Blumen
  • Wann?: 22:45 Uhr
  • Wo?: arte

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