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Filmzitate-TÜV

Ernst fliegt nicht mit im verrückten Flugzeug

16.08.2012 - 08:50 UhrVor 9 Jahren aktualisiert
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Leslie Nielsen in Airplane!
© Paramount
Leslie Nielsen in Airplane!
Der Filmzitate-TÜV prüft heute einen Mini-Dialog aus Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug auf Herz und Nieren. Und das meinen wir ernst.

Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug war der erste Film, bei dem das Filmemacher-Trio David Zucker, Jim Abrahams & Jerry Zucker sowohl das Drehbuch schrieb als auch Regie führte. Mit ihm etablierten sie ihre ganz eigene Humor-Marke, die sich vornehmlich auf das Parodieren bekannter Filme und Filmgenres konzentriert, wobei ein Nonsense-Gag den nächsten zu jagen hat. Kein Scherz ist zu offensichtlich, kein Spruch zu platt, keine Idee zu banal, um sie nicht zu verwenden. Doch im Gegensatz zu späteren Filmen der einzelnen Mitglieder des ZAZ-Trios, oder zu ähnlichen Werken von ganz anderen Autoren, kommt der Zuschauer bei Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug aus dem Lachen tatsächlich nicht mehr heraus, und sei es auch nur, weil viele der Gags absolut dämlich sind. Ein Prachtexemplar dieser Gattung schicken wir heute zum Filmzitate-TÜV.

Modell
Das meinen sie doch nicht ernst? Doch das meine ich und nennen sie mich bitte nicht Ernst!

Baujahr
1980

Karosserie … oder in was das Zitat eingefasst ist
Um seine Freundin Elaine (Julie Hagerty) zurückzugewinnen, begibt sich der ehemalige Kampfpilot Ted Striker (Robert Hays) in Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug an Bord eines Jumbo-Jets; und das, obwohl er seit Kriegszeiten ein Flug-Trauma hat! Es kommt wie es kommen muss: Durch eine Lebensmittelvergiftung sind nicht nur viele der Passagiere außer Gefecht gesetzt, sondern auch Pilot (Peter Graves) und Co-Pilot (Kareem Abdul-Jabbar). Nun ereignet sich die legendäre Szene, in der Leslie Nielsen als mitreisender Arzt Dr. Rumack Ted Striker fragt, ob er dieses Flugzeug fliegen und landen können. Daraufhin Striker: “Das meinen sie doch nicht ernst?” Dr. Rumack: “Doch das meine ich, und nennen sie mich bitte nicht Ernst!”

Überführung nach Deutschland … oder wie das englische Original lautet
Surely you can’t be serious? I am serious, and don’t call me Shirley. Besser als geschehen können auch wir das Zitat nicht eindeutschen, auch wenn durch Ernst statt Shirley der geschlechts-überschreitende Aspekt des Gags verlorengeht. Aber sei’s drum, schließlich ist es ja schon ein unglaublicher Glücksfall, dass Ernst im Deutschen auch ein Vorname ist.

Profiltiefe … oder wie tiefschürfend diese paar Worte sind
Wir könnten uns jetzt natürlich ellenlang über das Verhältnis von Ernst und Scherz in der westlichen Kultur auslassen, seitenweise über den komischen Effekt ad-absurdum geführter Erwartungen schreiben oder über das Humorpotential der Verwechselung von Vornamen mit Adverbien sinnieren: Tatsache ist, dass das Zitat simpelste Albernheit im Quadrat ist. Die Kombination eines unglaublich schlichten Witzes mit Leslie Nielsens versteinertem Gesicht ist es, die das Zitat zum unsterblichen Klassiker macht. Null Prozent Tiefgang, 100 Prozent Humor.

Alltagstauglichkeit … oder wie ich das Zitat selbst anwenden kann
Das Zitat ist nahezu überall und in vielen Situation einsetzbar: Ihr könnt es verwenden, wann immer jemand euch etwas erzählt oder von euch fordert, das euch vollkommen überkandidelt vorkommt oder auf das ihr einfach keine Lust habt. Der besondere Witz kommt natürlich erst dann zum Tragen, wenn euer Gegenüber auf “Das meinen sie doch nicht ernst?” mit “Doch das meine ich und nennen sie mich bitte nicht Ernst!” antwortet.

Pferdestärken … oder wie viel Power das Zitat unter der Haube hat
Jetzt seid ihr an der Reihe: Einer der lustigsten Two-Liner der Filmgeschichte, oder nur ein lahmer Flachwitz, der besser schnell vergessen werden sollte?

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