Filmspot - Die Kino-News vom 12.11.2007

Kriegsfilme siegen nicht
Hollywood hat mit zahlreichen Filmen der Bush-Regierung den Kampf angesagt und niemand will sie sehen. Das amerikanische Publikum reagiert bislang zögerlich auf die Welle von etwa einem halben Dutzend Filmen, die sich kritisch mit dem Irak-Krieg und dem Kampf gegen den Terror auseinandersetzen. Von Löwen und Lämmern spielt am ersten Wochenende gerade mal 6 Mill. Dollar ein, der bereits im Oktober in den USA gestartete Machtlos mit Reese Witherspoon und Jake Gyllenhaal floppte. In the Valley of Elah von Oscar-Preisträger Paul Haggis um einen Veteranen des Irakkrieges konnte auch nicht die Erwartungen erfüllen. So ehrenhaft und löblich die Filme sein mögen, den Nerv des amerikanischen Bevölkerung treffen sie nicht. Vielleicht fehlen die amerikanischen Helden, vielleicht sind die Geschichten moralisch zu komplex, vielleicht sind die Filme auch einfach schlecht. Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt – außer zu langweilen. (WELT)

Beowulf wird gewinnen
Eigentlich müsste dieser digitale Mythen-Reißer der Chart-Gewinner der nächsten Woche sein; dafür bedarf es keiner großen hellseherischen Fähigkeit. Auf den am Donnerstag startenden Die Legende von Beowulf warten zahlreiche Fans. Regisseur Robert Zemeckis (Forrest Gump) hat sich des altenglischen Epos angenommen und mit der Performance-Capture-Technik neue Fantasy-Dimensionen eröffnet. Reale Schauspieler werden mit unzähligen digitalen Sensoren in enge Lycra-Trikots gezwängt, um ihre Darstellungen möglichst originalgetreu in animierter Form auf die Leinwand zu bringen. Angelina Jolie, die die rachsüchtige Mutter von Grendel spielt, ist dann schon mal schockiert über ihre Nacktheit, die animiert ziemlich real wirkt. Ihre Kinder jedenfalls dürfen den Film nicht sehen, alle anderen schon. Ob es allerdings, außer den nackten Pixeltatsachen noch andere Gründe gibt den Film zu sehen, wird sich zeigen: Bisherige Verfilmungen der nordischen Heldensage entpuppten sich trotz Muskeln, Monstern und Models mit wenig Sachen an, nicht gerade als Kassenschlager. (WELT)

Einer geht noch
Hollywood kommt nicht los von der Sequelitis, Fortsetzungen überschwemmen uns. Es wird einen Transformer 2 geben, um den Regisseur Michael Bay gerade ein großes Geheimnis macht. Aber es sollte verwundern, wenn es nicht wieder um Riesenrobotern mit viel Pathos geht. Schon lange heißt es nicht mehr “Alle guten Dinge sind drei!” So ist zum Beispiel das Ende von Saw 5 bereits aufgeschrieben. Und nun soll auch Spider-Man, die erfolgreichste Comic-Verfilmung aller Zeiten, in die vierte Runde gehen. James Vanderbilt, der als Drehbuchautor von Zodiac positiv aufgefallen ist, macht sich an die Fortsetzung. Ob Regisseur Sam Raimi und Darsteller Tobey Maguire sowie Kirsten Dunst wieder dabei sein werden, steht noch in den Sternen. Auch der Spät-Western Der mit dem Wolf tanzt, der 1990 gleich sieben Oscars abräumte, geht in die Fortsetzung. Ob der damalige Regisseur und Hauptdarsteller Kevin Costner sich von der kreativhemmenden Sequelitis anstecken lässt, bleibt abzuwarten. (FILMSTARTS, ARTECHOCK)

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Bilanz des 17. Filmfestivals Cottbus.
Christina Tilmann im Tagesspiegel

Bilanz Filmfest Braunschweig / Darstellerpreis an Hanna Schygulla.
Wilfried Hippen in der taz, Bericht in der Berliner Morgenpost

Nachruf auf dem Schauspieler Romuald Pekny.
Peter Michaelzik in der Frankfurter Rundschau

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