Google Doodle ehrt sowjetischen Regisseur Sergei Eisenstein zum 120. Geburtstag

22.01.2018 - 09:53 UhrVor 3 Jahren aktualisiert
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Sergei M. Eisenstein
© Public Domain
Sergei M. Eisenstein
Sergej Eisenstein wäre heute 120 Jahre alt geworden. Google Doodle huldigt dem sowjetischen Filmregisseur, der mit seinem Schnittansatz das Kino entscheidend prägte

Es ist eine unauslöschliche Sequenz: Während der Arbeitsniederlegung kommt es zum Kampf zwischen Arbeiterschaft und dem von der Fabrikleitung entsandten Militär. Die zu Flüssen gewordenen Menschenströme fliehen hektisch vor ihren bewaffneten Verfolgern. Mehr und mehr Tote säumen die Szenerie, während wir parallel Zeuge einer blutigen Kuhschlachtung werden. Der blutige Tod des leidenden Tieres verschmilzt mit der brutalen Niederschlagung der Arbeitermasse. Die Impressionen stammen aus dem unter der Regie von Sergei M. Eisenstein 1925 veröffentlichten Film Streik. Google Doodle  ehrt den sowjetischen Filmregisseur nun anlässlich seines 120. Geburtstags.

Sergei Eisenstein

Der am 22. Januar 1898 geborene und am 11. Februar 1948 verstorbene Filmemacher begründete in Streik seine zuvor am Theater erprobte Attraktionsmontage auch filmisch. Hierbei handelt es sich um ein auf dem Schnitt basiertes Konzept, bei dem die Zuschauer frei von zeitlichen und räumlichen Vorstellungen durch Assoziationsketten besonders stark affektiert werden sollten, um infolgedessen auch intellektuell zu der dahinter stehenden Idee vorzudringen. Zwei Eindrücke sollten so zu einer synthetischen, höheren Bedeutung führen. Die nun via Google Doodle erschienene Ehrerbietung zeigt einige ikonische Momente aus dem Schaffen Sergej Eisensteins, darunter die bekannte Kinderwagensequenz auf der Hafentreppe Odessas aus Panzerkreuzer Potemkin (1925).

Sergei Eisenstein

Der Film um eine gescheiterte Revolution gilt gleichsam als eines seiner bekanntesten Werke, dem u.a. Brian De Palma in seinem Kriminalfilm The Untouchables - Die Unbestechlichen mit einer Hommage gedachte. Zu Sergej Eisensteins Filmografie zählen zudem etwa Oktober, der zu Zeiten der Oktoberrevolution aus Sicht der Bolschewiken spielt, sowie der Historienfilm Alexander Newski um den gleichnamigen russischen Nationalhelden und Iwan der Schreckliche, dessen dritter Teil unvollendet blieb. Bis heute gilt Sergej Eisenstein als einer der einflussreichsten Regisseure überhaupt und erhielt den Beinamen "Vater der Montage".

Habt ihr Filme von Sergej Eisenstein gesehen?

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